Den heißesten Tag des Jahres in vollen Zügen genießen

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Ich hab ja meist den Spaß ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres unterwegs zu einem Gig zu sein, diesmal mit der Deutschen Bahn. Mein Weg sollte mich von Karow nach Mannheim führen. Klingt jetzt erstmal nicht so spannend, fängt aber schon damit an, das die S2 an diesem Wochenende nicht fährt. Gut, also Bus, spar ich mir sogar den Weg bis zum Bahnhof, da dere Bus quasi vor der Tür abfährt, dauert halt n’bisschen länger, ca. das doppelte bis Gesundbrunnen und weil von dort heute auchirgendwie keine S-Bahnen Richtung Alex oder HBF fahren wollen nimmt man halt den Regionalzug dahin, kein Problem.
Am HBF angekommen zeigt die Tafel obiges Bild, das soll in etwa sagen, der Zug kommt 20 Minuten später und fährt anstatt von Gleis 8 (tief) auf Gleis 13 (hoch). Natürlich gibt’s auf dem neuen Gleis keine Wagenstandsanzeige für die Platzreservierung. Während des Wartens unter dem Glasdach zieht sich die Zeit wie Pizzakäse bei dieser Temperatur, ich warte nur darauf das Uhren daliesk zerlaufen. Es ist aber nicht die Zeit die so langsam zerrinnt, sondern die Verspätung die mit jedem Durchscrollen der Anzeige länger wird. Plötzlich ist diese auch verschwunden, stattdessen steht da nun ein anderer ICE, der eigene wird gar nicht mehr angezeigt. Dreimaliges Nachfragen bei völlig derangiertem Personal ergibt ca. 4 Antworten, von „Kommt gleich“ bis „Fährt gleich da drüben rein, aber durch und muß am Ostbahnhof wenden“ ist alles dabei. Am Ende fährt der Zug mit anderthalb Stunden Verspätung los. Auch noch während der Fahrt legt die Verspätung zu, irgendwann sind es „130 Minuten“, sonst müßte man wahrscheinlich zugeben das es über 2 Stunden sind.
Kurz vor Göttingen dann der nächste Clou, der Zugführer gibt kurz vor Göttingen in knappem, lustlosen Ton zu verstehen das dieser Zug, der eigentlich bis Basel fährt, jetzt und heute nur bis Kassel fährt, da kein Zugpersonal mehr vorhanden. Wer woanders als Kassel hin will, soll sich bitte selber um eine Verbindung kümmern und wer will schon nach Kassel? Das Lachen im Zug changiert von trocken bis hysterisch.
Ich steige in Göttingen aus und stelle fest, das ich einfach einen Zug später hätte nehmen kommen, hätte ich 2 Stunden mehr vom Tag gehabt. Der einfahrende angezeigte Zug ist aber gar nicht jener welcher, der fährt nach München, das sagen sie einem aber erst drinnen und so fuhren sicherlich einige, die nach Frankfurt wollten, irgendwohin, wo sie sicher nicht hin wollten. Mein Folgezug hat nämlich auch wieder 50 Minuten Verspätung, deshalb die Konfusion. Ich warte und der Zug kommt tatsächlich, ich sitze kurz vor dem Bordrestaurant, welches geschlossen ist, Erfrischung ausgeschlossen. Schließlich bin ich um 0:45 in Mannheim, reguläre Ankunftszeit: 21:27. Mein Set fängt um 1:00 an.

Was dann folgte war ein Gig im ehemaligen Subway in Mannheim, der jetzt unter neuen Betreibern Disco Zwei heißt und die Veranstaltung war prophetisch mit „Wellenbad“ betitelt, einen verlockenderen Namen hätte man kaum finden können. Trotz Hitze und Love Family Park um die Ecke hatten sich doch einige in den Keller getraut und die Klimaanlage gab ihr bestes es erträglich zu halten, was ihr auch ganz gut gelang. Besonders schön einige bekannte Gesichter zu sehen, ihr wisst wer ihr seid.
Für mich war es das erste 100% CDJ Set, deshalb auch kein Mitschnitt, da muß ich mir noch was überlegen oder besser zulegen, so einen kleinen Recorder oder eine Möglichkeit das per iPhone mitzuschneiden. Wenn da jemand den ultimativen Tipp für hat, bin ich nicht sauer drum!

Pro Tipp für die nächsten Tage: wie man auf die Schnelle eine billige Klimaanlage bastelt

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Mir persönlich kann’s ja kaum heiß genug sein, bei 30° fange ich erst an so richtig aufzublühen, bin trotzdem gespannt wie die morgige Zugfahrt bei fast 40° ablaufen wird, ICEs mögen das ja bekanntlich nicht so sehr.
Für alle die jetzt schon über den Sommer stöhnen, es gibt Abhilfe und es muß nicht die teure Klimaanlage aus dem Technikmarkt sein, es geht auch mit einfachen, haushaltsüblichen Dingen und etwas Bastelei.

Woohoo, ein neuer Sampler: TAL-Sampler

Für mich als ollen Sampling Nerd ist das endlich mal eine schöne Nachricht. Ich meine, mit neuen Synths wird man förmlich totgesch(m)issen, aber an der Samplerfront ist es doch meist sehr ruhig. Klar der Kontakt ist der Platzhirsch und Simpler und Sampler in Ableton tun auch was man braucht, aber eben andere Herangehensweisen oder neue Wege, so wie bei Synths, sind eher Mangelware oder gern auf iOS Geräte ausgelagert, wo man das Sample quasi anfassen kann um es zu verändern.
Neue Wege geht der TAL-Sampler auch nicht unbedingt, im Grunde ist er sogar ein Synthesizer mit Sample Engine, aber er bringt alte Samplertugenden zurück. Anstatt einer riesigen multigesampelten und chromatisch aufbereiteten Samplebank kommt er mit dem Spaß alter Sampler daher, wo man mit kurzen Snippets arbeitete, bietet lediglich 4 Layer zum gleichzeitigen spielen und hat Emulatoren für diverse alte Sampler wie den EMU II an Bord, ich hoffe das alte Akais oder der ASR 10 noch irgendwann nachgeliefert werden. Dazu noch die damals so schön zerrenden Real Time Time Stretcher und modulierbare, bzw. automatisierbare Sampleloop Positions
Natürlich lassen sich auch eigene Samples laden, wav, aiff, mp3, flac und ogg werden unterstützt.
Die Featureliste im Überblick:

Features
Vintage DAC modes (Emu II, AM6070, Sample Hold).
Steep 96dB low-pass reconstruction filter (Emu II and AM6070 F).
Variable sample rate.
Powerful MOD-Matrix.
Four sample layers.
Three AHDSR envelopes with vintage Digital / RC mode.
Three LFO’s (Triangle, Saw, Rectangle, Random, Noise).
High Quality effects (Reverb, EQ, Delay).
Self resonating zero feedback delay filter (24/12/6 dB LP).
Wide range of audio formats supported (*.wav, *.aiff, *.aif, *.mp3, *.ogg, *.flac).
Scallable high resolution user interface.
The possibility to change font and background colour.
Fast sample and preset loading.
More than 100 presets available as download (on the right).

Gibt’s gerade zum Einführungspreis von 45 €, danach 60 €

Icke bei Johnny Haeusler’s Spreeblick auf Flux FM, der Mitschnitt

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Wie immer werden die Plauderstunden mit Johnny nach der Austrahlung auf Soundcloud gehostet und freue mich in dieser illustren Runde als 130ster dabei zu sein. Es war wirklich so locker wie es da klingt und ist trotzdem tiefer als eine übliche Interviewstunde, großes Kompliment an Johnny dafür. Es geht um, natürlich, Techno, Djing auch das digitale, E-Zigaretten, Punk, Schule und streift noch einiges mehr. Hört’s euch selber an, leider ohne die dazugehörige Musik, weil Copyrightgedöhns, ihr wisst schon.

Neues Set: Tanith @ Fusion 2015

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Das war sie also, die Fusion 2015. Ich kam frisch aus dem Kurzurlaub und hatte die Ehre den Slot von 1:00 bis 3:00 von Samstag auf Sonntag auf der Turmbühne zugeteilt zu bekommen, das ist ja schon ein besonderer Slot, so mitten in der Peaktime der Nacht. In den Jahren zuvor stand die Turmbühne ja eher für so Techhouse und Minimal Geklöppel, das sollte aber dieses Jahr irgendwie anders sein, vor mir waren Andre Galuzzi und Patik Skoog und nach mir kam Pete vom Hardwax. Ich hatte im Hinblick auf das bekannte Fusionwetter extra zwei Sets vorbereitet, eins für kalt und Regen und das andere eher fluffig für Sommernächte, konnte dann aber dann doch nicht anders als vorwärts spielen, die Meute wollte das tatsächlich so und es war ein Fest sowas vor einer solchen Menge mit dieser Akzeptanz zu zelebrieren. Richtiger Techno auf der Turmbühne, das ich das noch erleben darf! Die Fusion weiß also auch noch nach Jahren zu überraschen.
Am Tag zeigte ich dann noch der Familie meinen nächtlichen Arbeitsplatz, so kam es das mein Kleener der vielleicht jüngste Artistbandträger der diesjährigen Fusion wurde, welches er heute natürlich in der Kita ganz stolz präsentierte.
Ich fand die Fusion trotz der immensen Menschenmengen nicht überlaufen, lediglich die Ansteherei an Essenständen nervte ein wenig, umso schöner das über allem immer noch diese Friedlichkeit weht, ich kenne kaum ein Festival, bei dem es trotz offensichtlichem Logistikstress so freundlich und locker zugeht. Sehr gut hat mir in diesem Jahr der Drum & Bass Floor gefallen, keine Musik die ich heute mehr spielen möchte, mir aber trotzdem nach wie vor gefällt und die Stimmung und der Vibe waren immer super wenn ich da mal verweilte. Im Shuttle sprechen Artists nicht von verkauften Einheiten, sondern von der Kunst der Geigenbödenherstellung. Beim Warten auf den Shuttle kommt man mit betüterten Chilenen ins Gespräch, die total davon geflasht sind das es hier abends um 22.00 beim Auftritt noch hell ist, kennen die so nicht, was für uns im Sommer selbstverständlich ist.
Und natürlich mußten wir bei der Abreise am Sonntagabend noch in den Fusion Abreisestau geraten, fast 3 Stunden bis man auf die Bundesstraße kam, was aber der Sache keinen Abbruch tat.
Natürlich sind meine Impressionen nur bruchstückhaft, ich war schließlich nur insgesamt vielleicht 10 Stunden dort, um die ganze Fusion zu erfassen braucht es sicherlich mehr, wenn nicht gar Tage mehr, aber für dieses Dauerzelten war ich noch nie gemacht.

Hier also das Set von der Turmbühne Samstagnacht auf Sonntag:

Mixcloud mit Playlist:

Tanth @ Fusion 2015 by Tanith on Mixcloud

Programmtip: Sonntag 10:00, FluxFM, Icke bei Spreeblick


Johnny Häuslers Spreeblick Talk auf Flux FM gehört für mich zu den Highlights der Berliner Radiolandschaft und so brauchte ich nicht lange überlegen, als Johnny mich fragte ob ich nicht mal Gast in seiner Sendung sein wollte. Ein Termin war schnell gefunden und die eine Stunde Palaver über Techno, Digital Djing, Dampfen, Blogging und was wir sonst noch so alles streiften, schnell vorbei.
Der Sendetermin ist jetzt am Sonntag, die Wiederholung am Montag von 22:00 bis 24:00 und danach auch auf Soundcloud zum Nachhören, was ich selbstverständlich verlinken werde.
Ach ja, ein paar eigene und fremde Tracks hab ich natürlich auch mitgebracht.

Tageslinks 22.06.15: Gründe für Zivilen Ungehorsam, nein, nicht nur #VDS


Da ist man EINMAL im Urlaub und dann kommt diese Blockflötenpartei von SPD tatsächlich mit der VDS um die Ecke und nötigt mich damit aus dem polnischen Exil zu schreiben.

Ich hatte Samstag dazu schon einiges getwittert:

und Sonntag einiges retweeted.
Heute ruft Jonny Häusler zum Zivilen Ungehorsam auf
und Sascha Lobo zerlegt die bestürzend dümmliche Aussage von, ausgerechnet, Baden Würtemberg’s Innenminister.

Wem die VDS allerdings zum Aufstand noch nicht genügt, es gibt noch massig anderes Material, egal ob zukünftig das Urlaubsfotos teilen teuer werden kann, weil die EU beschließt das Copyright vor Panoramafreiheit geht

oder Jobcenter ihren Klienten gezielt hinterher schnüffeln

Es ist höchste Zeit zivilen Ungehorsam walten zu lassen und es werden täglich mehr

Luke Slater Live Set at Boiler Room

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Damit kann man sich in den Urlaub verabschieden ;) Die Groove hat heute exklusiv den Boiler Room Mitschnitt von Luke Slater’s Set beim Broiler Room in Schottland gebracht. Ich war dann mal so frei den iframe aus dem Quelltext zu extrahieren, ähem.
Ich finde Luke Slater’s Werdegang, von ganz frühem Jelly Jam Label, über Peacefrog, über seine Versuche Ende der 90er auf Mute etwas mainstreamiger zu werden, und zurück zu kompromisslos nach wie vor bemerkenswert. Kaum einer kriegt solche Kurven so gradlinig hin und bleibt dabei glaubhaft, das bleibt nur den wahren Künstlern ihres Fachs vorbehalten. Dabei scheint er mir seit Jahren mit diesem nach vorne Techno wirklich seine Heimat gefunden zu haben, find ich gut

Ich bin dann mal ne Woche an der polnischen Ostsee, vielleicht kommt was von unterwegs, ich will aber nix versprechen

Very long and turbulent read: What is Code?

whatiscode
Ich habe schon paarmal angefangen Computersprachen zu lernen, aber bis auf etwas brüchiges HTML ist nur wenig hängengeblieben. Ich verstehe die Grundzüge, der Rest, ist ähnlich wie Mathe für mich, Babylon, leider.
Nun habe ich aber endlich diesen, von vielen zu Recht verlinkten, großartigen Artikel What is Code von Paul Ford durch und kann zwar immer noch nicht coden, aber für das Verständnis war es wundervoll und finde noch mehr Parallelen zur Musikkomposition als vorher, warum mir das eine reingeht und das andere nicht erklärt der Artikel natürlich nicht.
Aber auch in anderer Hinsicht finde ich den bemerkenswert, denn er zeigt auf wie zukünftig Wissensvermittlung für Generationen, die mit Tablets und Monitoren aufwachsen laufen kann, mag einigen zu bunt und verspielt sein, aber das die Linearität durch Optik und Animation aufgepeppt wird, wenn man sie schon nicht brechen kann, kommt wahrscheinlich nicht nur mir, sehr entgegen. Ich denke E-Books könnten sich in genau so eine Richtung weiter entwickeln, die monochromen E-Ink Reader von heute sind ja eigentlich eine Analogbuch imitierende Brückentechnik, die schon jetzt von den Tablets überholt wird

Vape Wave, der erste Film über das Dampfen kommt

Vapewave

Ich hatte ja damals über die Crowdfunding Aktion des Doberman Regisseurs zu seiner Doku über’s Dampfen berichtet. Nun ist der erste Trailer zu dem wohl fertigen Film raus, sieht gut aus! Neben schicken Bildern und Geräten aller Couleur scheint er auch tatsächlich die ganzen Dons der Reviewer und Hersteller bekommen zu haben, so das die gesamte, vielfältige Kultur des Dampfens und ihrer Bedrohungen vielleicht tatsächlich ihre erste taugliche Doku erhält. Ich bin gespannt

VapeWaveTeaser VOSTA vimeo from Jan Kounen on Vimeo.

(Via Dampferhimmel)