ACTA, höchste Zeit laut zu werden

Als letzte Woche viele Seiten wegen SOPA und PIPA auf Schwarz umschalteten war ich nicht dabei, weil es ein amerikanisches Gesetz ist, das zwar alle betrifft, aber eben nicht so unmittelbar wie das bei ACTA werden könnte und schrieb dazu, das ich auch auf Schwarz schalte wenn dioesbezüglich etwas geplant ist. Denn ACTA betrifft wirklich alles und jeden. ACTA ist ein weltweites Abkommen, ausgehandelt von denjenigen die alles gerne so ließen wie es ist bzw es gerne so hätten wie es mal war. Konzerne und Lobbys haben sich ein sogenanntes Anti-Piraterie Abkommen ausgedacht, daß das Internet wie wir es kennen unmöglich machen wird und im Grunde zu einem Online TV mit Rückkanal degradieren. Ich wiederhole: ACTA wurde seit Jahren nicht von Volksvertretern ausbaldowert, sondern im Geheimen von ungewählten Lobbyisten, Parlamente und Organisationen waren ausgeschlossen und Regierungen sind nur noch dazu da, das sogenannte Abkommen abzunicken.
Einige werden nun sage “Wat soll’s ich lade eh nix runter” oder “Ich blogge eh nicht, was betrifft’s mich?” dem sei gesagt das die Sache da beileibe nicht aufhört, da ist alles im Programm was man in den letzten Jahren noch zu verhindern wußte, von Netzsperren bis Internetanschluß kappen, bis Providerhaftung. Das Abkommen sieht auch Strafen für das Zitieren von Zeitungsartikeln vor und macht auch vor der Realwelt nicht halt, so das z.B. Generika von Medikamenten bedroht sind.
Ich protestiere hier nicht nur aus Eigeninteresse gegen diesen Schwachfug, sondern auch weil ich will das mein Sohn irgendwann mal ein Internet zur Verfügung hat, das der freien Information und Willensbildung dient und nicht bloß den Verkaufsinteressen von Konzernen oder jenen die die Mittel dazu haben entsprechende Stellen zu schmieren.
Um diese Welt zu einer besseren für alle zu machen darf man nicht zulassen das diese zu der wird welche sie für einige mal war, sondern nach vorne blicken um zu schauen wie sie für alle noch besser wird und das wird nicht mit Mitteln der letzten Jahrhunderte gehen, weil die Welt nicht zuletzt auch durch das Internet eine andere geworden ist. Dialoge auf Augenhöhe würden da helfen, ein ACTA tut das mit Sicherheit nicht!

Links:
Mitmachkampagne und am Ende des Artikels gibt es noch weitere

Petition

Me @ Maikäfer, Hallein 21.10.11

Vorletztes Wochenende war ich ja im Maikäfer in Hallein bei Salzburg und habe dort 4 Stunden aufgelegt. Das war so gesehen sehr interessant, da es gar keine richtige Tanzfläche gab und ich somit nicht unbedingt auf Danceability achten mußte, sondern auch mal Sachen spielen konnte, die ich sonst eher weniger droppe. Das Set habe ich natürlich mitgeschnitten und dem Maikäfer exklusiv überlassen, von daher nur der Link dorthin. Runterscrollen zu Sounds, da kann man’s hören

Thema der Woche 144: Tanith zeigt uns “seine” Stadt: Der alternative Reiseführer für Berlin

Ich war jetzt extra mal im Buchladen Reiseführer studieren, um zu sehen was man überhaupt als Alternativ anbieten kann, Fazit: Geht eigentlich kaum, es gibt für wirklich fast jeden Aspekt einen Reiseführer. Was an Sehenswürdigkeiten sehenswürdig ist, ist breit und lang wirklich überall schon aufgeführt und die paar verbliebenen Geheimecken die es gibt, sollen es dann auch bleiben. Ich beschränke mich daher auf mein Berlin und ein paar Dos und Donts für den geneigten Berlinreisenden.

Der erste folgt sogleich: kommt ab jetzt. Die Monate Dezember bis April sind nur für die Hartgesottenen und für jene die als ideales Reiseziel Sibirien angeben. Auch der Berliner geht da nur aus dem Haus wenn es sein muß, ab jetzt steht Berlin allerdings im Wettbewerb mit südländischen Städten wo mehr auf der Straße los ist, auch nachts

Eine Alternative zu den üblichen Reiseführern möchte ich allerdings gleich zu Anfang bringen und das wird dann auch das reiseführerischste des ganzen Artikels bleiben: ich habe mich schon immer gefragt, wieso ganze Busladungen durch die Hackeschen Höfe getrieben werden, da gibt es wirklich nichts zu sehen was das begründen würde. Ich empfehle stattdessen die Marthahöfe in der Schwedter Staße. Lasst die Busse dort halten und den Leuten erzählen was für Unsummen die Einwohner dafür gelatzt haben in solch einer Betonplatte zu wohnen um diese dann kolletiv pro Busladung auszulachen. Weiter könnte die Sightseeing Tour dann nach Kreuzberg ans Paul Linke Ufer zu den Carlofts gehen, wo Leute wohnen die aus Angst vor Kreuzberg mit ihrem Auto in der Wohnung leben. Beides sicher nicht das pittoreske Berlin, mit dem die Investoren auf ihren Bildern werben, aber ihr wolltet ja Alternativen.
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Thema der Woche 124: Die 10 schlechtesten Trax aller Zeiten

Das ist fast unmöglich zu beantworten, nicht nur weil ich nicht alle Zeiten miterlebt habe und es so unglaublich viel schlechte Musik gibt, sondern auch deshalb, weil ich mich für gewöhnlich nicht um diese kümmere. Von daher kann das nur eine ganz subjektives Gecharte werden. Ich habe mal meine Hasssongs zusammengestellt und schlage die Hände über’m Kopf zusammen das jetzt so ein Content in meinem Blog vorkommt.

10.) dieses unsägliche Sonycover von Rolando aka Aztek Mystic’s “Nights of the Jaguar”.
Da kann man mal sehen das der Track selbst nicht schlecht sein muß um zu einem der schlechtesten ever zu werden, die Intention und die Machart können dafür sorgen das ein ursprünglich so guter Track, den man mit Fug und Recht als Klassiker des Techno bezeichnen kann, in anderer Verwendung ziemlich schlecht riechen kann.
BTW: ja, genau diese Sony, die sonst so sehr auf Eigentumsrechte pocht und bei Youtube immer mit “Dieses Video enthält Content von UMG. Es ist in deinem Land nicht verfügbar” auftaucht

9.) Westbam – Like Ice in The Sunshine
Als ich diesen Schmonzes erstmalig auf seinem Loveparadewagen hörte, dachte ich jetzt hat’s den endgültig zerrissen. Mag ja sein, das man so eine Auftragsarbeit für eine Eiswerbung mal des Geldes wegen mitnimmt, aber das dann auch noch stolz zu präsentieren und alle Viertelstunde vom Truck trällern zu lassen, anstatt es da zu lassen wo es hingehört, in die Werbepauen vom Privatfernsehn, da hat’s mir tatsächlich kurz den Atem verschlagen.
Ich hät’s ja hier gerne präsentiert, aber: “Dieses Video enthält Content von UMG. Es ist in deinem Land nicht verfügbar”
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Thema der Woche 123: Hard Wax – Nur Record Store oder der wahre Techno Spirit von Berlin?

Ob Hardwax nun den wahren Techno Spirit von Berlin darstellt, kann und will ich nicht schußendlich bewerten, denn den Spirit von Berlin macht ja gerade aus das er nicht zu fassen und vielfältig ist. Aber man kann wohl mit Fug und Recht behaupten das kein Plattenladen Berlin bis heute so geprägt hat, wie diese Institution am Paul-Linke Ufer. Das fängt schon mit dem Personal an, nicht nur durch Veteranen wie Pete, Rene, Thorsten und Besitzer Mark Enestus, sondern Hardwax diente seit Anbeginn auch als Durchlauferhitzer für Talente. Angefangen von Rok und Hell, die hier schon hinter der Theke standen, bis zu Marcel Dettmann und Ben Klock oder den Modeselektoren, die das zum Teil heute noch tun oder zumindest mit einem Bein hinter der Theke stehen. Ein Plattenladen ist auch immer Kommunikationszentrale und auch wenn ich schon lange nicht mehr dort war, weil ich nunmal weg vom Vinyl bin, denke ich, es ist immer noch mehr oder minder so wie früher, als Rok hinter der Theke stand und wir anderen DJs davor und uns sämtliche neuen Releases gemeinsam anhörten. Falls mal weniger Platten von einem Release da waren, als das die Nachfrage befriedigt werden konnte, wurde mit Streichhölzern ausgelost, wer ein verfügbares Exemplar abbekommen würde (ich hatte diesbezüglich, zum Verdruß meiner Kollegen, meist Glück, hehe).
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Thema der Woche 109: RR

Nun, wenn ich hieRR manchmal so ein wenig komisch mit den capitalen Rs rumspiele bedeutet das immer irgendwas mit Restrealität, diesem vermeindlich geheimnisvollen Berliner Forum, von dem immer gemunkelt wird, sei es in der Groove, Tobias Rapp’s Lost and Sound oder in sonstigen beliebigen Artikeln die sich um das Berliner Nachtleben und dessen Eigenheiten drehen, und das daher wahrscheinlich für Außenstehende total mystisch wirkt. Jedenfalls erreichen mich öfters mal Wellen mit der Bitte darum ob ich nicht für den oder die bürgen könne, denn die RR ist ja ein an sich geschlossenes Forum, in das man nur über Bürgen gelangt. Das war nicht immer so, anfangs, zu Zeiten als das Ostgut schloss und sich die RR deshalb gründete, damit die Leute, die nun kein Zuhause mehr hatten, sich wenigstens virtuell noch verabreden konnten, war die Restrealität völlig offen, jeder konnte rein. Da änderte sich erst im Lauf der Jahre, als es, wie es halt mit Foren so ist, voller wurde und somit auch etwas überbevölkert, laut und chaotisch, seitdem gibt es die Bürgenregelung und nein, man braucht mich nicht darum anzuhauen, ich habe da vielleicht erst für 3 Leute gebürgt und die sind mir wohlbekannt, so das ich im wahrsten Sinne des Wortes für sie bürgen konnte.
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TruckReview: Freiheit statt Angst Demo

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Das war die erste Demo seit langem an der ich mal wieder aktiv teilgenommen hatte. Hintergrund war, das mich ursprünglich das Planungskommitee der Demonstration anfragte ob ich nicht auf der Abschlusskundgebung auflegen wolle, was ich natürlich gerne zusagte, was dann aber später wieder abgesagt wurde, weil sich die Gremien darauf geeinigt hatten das bei der Abschluskundgebung keine Musik laufen solle. Die Piratenpartei mich fragte daraufhin ob ich auf deren Truck, der u.a. schon auf diversen Loveparades fuhr, nicht die Musik gestalten wollte. Ich fand die Idee toll und bin ja eh Sympathiesant, so das ich da gerne zusagte. Zu guter letzt sollte dann doch noch Musik auf der Abschlußkundgebung laufen und so hatte ich plötzlich zwei Engagements, die übrigens beide völlig unentgeldlich waren, auf ein und derselben Demonstation, so kann’s kommen.
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Piratenparties

Auf den letzten Metern des Wahlkampfs wird nochmal alles gegeben und die Piraten schwappen ins Clubland. Auch ich werde bei diesen Aktionen dabei sein und natürlich kann sich auch jeder andere einbringen. Carlo von LynX hat mir dazu folgenden Text zur Weitergabe gereicht:

—– Forwarded message from carlo von lynX —–

Liebe Veranstalter, Künstler und Meinungsmacher, üblicherweise reden wir in der Partywelt nicht groß über Politik, aber es ist eine ungewöhnliche Zeit, und kleine Initiativen von Leuten wie Du und ich können derzeit vieles bewirken.

Wir stehen kurz vor den Bundestagswahlen, und diesmal können wir viel mehr tun, als nur ein Kreuzchen setzen – es ist uns die einmalige Chance gegeben, richtig auf die Kacke zu hauen. Allein dadurch, dass wir auf kommenden Parties und Kulturveranstaltungen eine politische Meinung vertreten, demonstrativ und direkt.
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