Review: Jason Timothy -Music Habits, The Mental Game Of Electronic Music Production

Mental Game

Jason Timothy kennt man als als Tutor von Ableton Tutorials auf www.MusicSoftwareTraining.com, lustigerweise rät er von deren extensivem Gebrauch in seinem Buch eher ab. Was paradox klingt macht aber durchaus Sinn und so geht es in diesem, man möchte fast sagen, Ratgeber öfter zu. So ist das halt mit kreativen Prozessen.
Schon das Inhaltsverzeichnis verrät einen gesunden Pragmatismus und richtet sich in erster Linie an die ewigen Probleme von Musikproduktion wie Prokastination, wie kriegt man einen Track fertig und die neuen, z.B. Ablenkung durch Social Media.
Eingeführt wird mittels 10 goldener Regeln, die da wären:

  1. Your first attempts at making music won’t be great, and that’s the way it should be
  2. Nobody creates in a constant peak state
  3. Most of what you think you ned to know, doesn’t matter
  4. Most of the tools you think you need, you don’t
  5. Your habits count more than your knowledge
  6. Everything you want comes through people
  7. You don’t have to be miserable to make good music
  8. Musicianship is optional
  9. Time is the only difference from you and those who are now sucessful
  10. Everybody steals

Dermaßen geerdet werden dann viele Themen abgeklappert, die einem bei der täglichen Arbeit, nicht nur bei Musikproduktion, so oder in ähnlicher Form begegnen, Sampling vs. Sounddesign vs. Workflow und dabei immer die so wichtige Gewohnheitsbildung im Blick, die die „Ich habe keine Zeit“ Entschuldigung in der Luft zerreisst und darauf drängt einen Track nach dem anderen fertig zu stellen, anstatt sich in zig Projekten oder angefangenen Loopschichtungen zu verlieren, oder ob man das begehrte neue Stück Equipment wirklich braucht, oder ob das nicht nur auch wieder eine Ersatzbefriedigung ist.
Erfreulich das dabei grundsätzlich Elektronische Musik wie Techno, bzw. Clubtracks stets im Vordergrund stehen.
Im Letzten Drittel geht’s dann von der Lebensberatung in die Praxis. Die Essential Tricks beinhalten durchaus brauchbare Pi mal Daumen Hilfen in Sachen Compressor, EQ und Arrangementtips, die vieles erstmal auf simpel herunterbrechen um später erfahrungsgemäß dann doch wieder in der Praxis gebrochen zu werden, aber an Anhaltshilfe durchaus brauchbar. Wie bei so Youtube Tutorials, nur zum lesen und gleich umsetzen, geht zudem viel schneller!

Abgesehen von der down to earth Attitüde und den wirklich brauchbaren Anstößen hat mir das Buch vor allem durch seinen Verzicht auf jegliches Audio Voodoo und Kunst Blabla gefallen.
Gibt’s bei KindleUnlimited für kostenlos, ansonsten sind 8,92 für die Kindle Version fällig und zur Abwechslung gibt es Print mal nicht.
Der Blick ins recht lange Inhaltsverzeichnis lohnt sich falls irgendwelche Fragen offen geblieben sind:

Music Habits – The Mental Game of Electronic Music Production: Finish Songs Fast, Beat Procrastination and Find Your Creative Flow (English Edition)

Anschauungs Unterricht: Sequencing vor MIDI

unmidi

Die älteren unter uns können sich vielleicht noch daran erinnern, wie das mit der Musikproduktion vor Elektronik und Midi war, für alle anderen eignet sich dieses Beispiel von menschlichem Sequencer an einem Instrument mit dem früher Filme vertont wurden

Elastic Drums V. 2.0

Elastic Drums

Eine meiner, wenn nicht gar DIE Lieblings App, zum musizieren auf dem iPad hat gerade ein kostenloses Update auf die Version 2 erhalten und jetzt mag ich sie noch mehr. Durch Funktionsweise und Soundcontent baue ich immer wieder fantastische Grooves, auf die ich in anderen Apps oder gar DAWs gar nicht gekommen wäre. Dabei verlässt sich Elastic Drums eben nicht auf Samples, sondern auf Synth Engines zur Soundkreation und ich finde das hört man. Seit Version 1.9 kann man auch noch einen Sampler freischalten lassen und zusammen mit Modstep ergeben die beiden ein wundervolles Team, bei dem man sich nur noch wünscht, 2 iPads zu haben, eins pro App, die man dann per dem implementierten Ableton Link Seite an Seite bedient Das steht einer DAW am Rechner in kaum noch etwas nach, zumindest für meine Bedürfnisse. Trotzdem natürlich großartig, das man seit der Version 2.0 seine Ergüsse als Ableton Sets exportieren kann, die man dann in Ableton öffnen kann. Ein wirklich naheliegendes Feature, das Elastic Drums nun, meines Wissens nach, als erste realisiert haben.
Aber der V.2. Spaß hört da nicht auf, auch der eh schon recht komfortable Import eigener Samples wurde nochmals verbessert und ein nicht so ganz für mich passendes Sample Kit läßt sich erstmals In App kaufen, aber das läßt auf die Zukunft hoffen, wenn man bedenkt wer da bislang schon alles exklusiv Sounds beigesteuert hat.
Rundherum wieder ein wirklich großes Update. Läuft als Universal App auf iPhone und iPad, aber ehrlich, hätte ich nicht bereits ein iPad, ich würde es mir glatt allein für Elastic Drums gönnen.

Hier noch die Videos zu den neuen Features:

Ableton Live Set Export:

Sample Import IAP:

Und der Trailer zur Version 2, mit Sounds aus dem DJ Elephant Sample Kit, das auch die App gut zeigt

Tim Exile’s FLOWs, algorhythmischer Loopsequencer mit 1 GB Sounds, for free

flows
Tim Exile mal wieder, nun haut er sein Reaktorgepatche FLOWs auch noch für umme raus! Dabei handelt es sich um einen Loopsequencer dem er massenweise Sounds beipackt, die er in den letzten 5 Jahren für seine Improvisationen gesammelt hat und so kann das vom Meister selber bedient dann klingen:

Weitere Beispiele und wie das Instrument klingen kann, finden sich in dieser Playlist:

Braucht natürlich den kostenlosen Reaktor Player von NI um zu funktionieren, ansonsten gibt’s keine Haken.
Ich bin dann mal, wie anscheinend viele, mal am DL, denn momentan zeigt mir der Balken an das es noch einen Tag dauert bis das knappe Gb geladen ist ????

Rompler Air Music Technology XPand!2 mit 1 GB Sounds für 97 Cent


Ich weiß, Rompler haben einen schlechten Ruf, in den 90ern nannte man das mal Butter und Brot Maschinen, aber für 97 Cent kann man wenig falsch machen, deswegen habe ich gerade mal zugeschlagen. Vier Sounds lassen sich Layern, was ja durchaus zu interessanten Ergebnissen führen kann und manchmal braucht die Tracksuppe als Würze einfach nur einen ganz normalen Sound mit einem Effekt drauf im Hintergrund, die natürlich auch noch mitgeliefert werden. Klingt nach dem ersten durchsteppen in der Tat gar nicht mal so schlecht!
Wer Spaß daran hat oder so knauserig ist, das er erstmal Presets vorhören will, bitteschön

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Das Ganze gibt es immer mal wieder für sehr kleines Geld, jetzt ist es gerade mal wieder soweit

(Via CDM)

Der Aufbau eines Modularsynthesizers in 360° 3D

doepfer

Ich selbst finde Modularsysteme zwar beeindruckend und gerade mit den ganzen Modulen die es dafür heute so gibt, auch faszinierend, allerdings wäre das eher nix für mich. Ich hasse Strippenziehen und Equipment das mir den Lebensraum streitig macht. Bis auf ein paar Dons habe ich da auch noch nichts besonders beeindruckendes herauskommen hören. Der neuerliche Hype um diese Geräteklasse sorgt zwar für ein lustiges Gepiepe und Gezwitscher in mancher Produktion und es gibt natürlich auch Leute die ihr System auf die Bühne bringen, wo es dann mitläuft und ebendieses Gepiepe zeigen soll wie ernst es der Typ damit meint, aber am Ende hätte man das auch genauso gut absampeln und wie den Rest über Ableton laufen lassen können. Was natürlich nicht heißen soll das ein Modularsystem nicht etwas tolles wäre, wenn man den Raum, die Zeit und Muße dazu hat sich da reinzufricken und seinen Zen drin findet und es eben nicht bei Gepiepe und Gezwitscher bleibt.
However, die Red Bull Music Academy hat da mit Dieter Doepfer, seinezeichens Erfinder des Eurorack Systems unter den Modular Synthesizern, ein 3D Modell hingebastelt, das einem die Funktionsweise und Verschaltungen sehr schön veranschaulicht

Modstep 1.1.4 ist raus und kann jetzt noch mehr! Plus 5 x Modstep for free


Modstep, mein absoluter Favorit wenn es um Sequencing auf dem iPad geht, ist gerade frisch upgedated worden. Neben iOS 10 Support gibt’s folgende neue Features:

– “Autostart Plugins” allows you to decide whether you want to load AUv3 and IAA with the Session
– “Load last Session on Startup” allows you to decide whether you want to load the last Session on Startup or start with a new Session
– Preset support for AUv3 FX
– State-saving for AUv3 instruments and FX (except for bassalicious)
– new Templates for Korg Volca Kick, Ruismaker, Ruismaker FM, DM-2, bastl micro granny and FLUXFX (thanks to Tom Wies and Oscar South for the last two!)
– updated Templates for Roland Boutique synthesizers and boom808 and boom909

Das Modstep sich bestens mit externer Hardware versteht sollte mittlerweile bekannt sein, wie schön sich IAA (Apple Inter-App-Audio) macht kann man in diesem Video sehen, bei dem Modstep das ebenso grandiose Elastic Drums steuert

Die 5 Codes um sich Modstep kostenlos zu sichern findet ihr in den Kommentaren, wer zuerst kommt sequenced zuerst

Roland 909 Day Celebration vs. NI Maschine Jam

jamvsroland

Den Tag der Neuvorstellungen beider Firmen letzte Woche fand ich ein denkwürdiges Ereignis, an ein und demselben Tag ging die Schere der beiden Produktionswelten um einiges weiter auf. Auf der einen Seite Roland, sich auf Legenden zurück besinnend, die sie selber 30 Jahre lang nicht verstanden haben und eine virtuell analoge 303 und eine ebensolche 909 ohne Einzelausgänge im Schokoladentafel Format zum 909 Tag rausbringend, dazu noch einen weiteren Hardware Synth, der den Jupiter beerben soll und dessen Bedienfeld an einen JD 800 erinnert. Den unerwarteten DJ Tinnef, der da mitkam, möchte ich lieber mal außen vor lassen.
Auf der anderen Seite Native Instruments Maschine Jam, ein neuer Controller, der Maschine nun plötzlich Fähigkeiten wie Ableton verleiht und vom dazugehörigen Push definitiv inspiriert ist, ebenso hat man sich die Rosinen aus der APC gepickt, aber mit den 8 Touchstrips, oder sollte man Kaosspads dazu sagen?, den entscheidenden Schritt weiter geht, um als eigenständig durchzugehen.
Interessant an dieser Gegenüberstellung finde ich, wie weit sich die Prozesse des Musikmachens mittlerweile auseinander dividiert haben. Da Roland, mit „The Future Redefined“, was impliziert das die Klänge von z.B. Cybotron’s Clear heute noch die Zukunft weisen würden. Dort eine Groovebox, die mittels eines neuen Controllers vom Sampleinstrument und zur modernen Daw mit Scenes und Sessionview aufgebohrt wird, wie man es von Ableton und Bitwig kennt. Auch schön: Templates, um den Machine Jam Controller mit den beiden anderen Berliner Platzhirschen nutzen zu können, sollen mitgeliefert werden.
Sicherlich mögen die beiden Anwendungsgebiete schon immer unterschiedlich gewesen sein, aber die Synchronität der Ankündigungen fand ich bemerkenswert, weil sie mir ähnlich weit auseinander liegt, wie anno 1996 Analogtechno, mit eben diesen Rolandgeräten, und dem damals neuen Drum & Bass. Es ist genau dieselbe Geschichte der Unterschiede der Produktionsmittel und was damit möglich ist. Roland vs Akai 20 Jahre später. Ich erwarte nicht das mit der Neuauflage von Klassikern unbedingt neues entsteht. Auf der anderen Seite Maschine Jam, die aufzeigt, was mit dem Sampler in 20 Jahren passiert ist, ein Hybrid aus Sampler und Sequencer, mit Möglichkeiten an die man vor 20 Jahren nichtmal gedacht hat, geschweige denn in einem Gerät. Wer’s nicht glaubt sollte sich diese Videos ansehen, oder in kurz:

zum Vergleich:

Interessanterweise gibt es beides zum etwa gleichen Preis, für jeweils ca. 400 € ist man dabei. Ob NI das bewußt zum 909 Day gelaunched hat entzieht sich meiner Kenntnis, wäre aber ein schöner Punkmove, besser hätte man Tradition vs. Zukunft nicht aufzeigen können.

100 kostenlose Ableton Effect Racks

Auch als langjähriger Ableton User bin ich noch nicht wirklich fit in Sachen Racks bauen, bzw. so das sie was sinnvolles tun. Deswegen schaue ich mir gerne an was andere da so basteln und oftmals sind da Dinger dabei, die ich mir gerne aufhebe. Cymatics hat da eine schöne Sammlung zusammen gesucht, von Stutter und Glitch bis Delay ist alles dabei.
Happy Tweaking those Macros!

Studio Soundproofing mit alten Handtüchern

studiotowel
Schon Arthur Dent wußte das ein Handtuch das nützlichste ist was es so gibt und Studio Boffins, die Unmengen von Geld in ihr High Tech Soundproofing investiert haben, müssen jetzt ganz stark sein: Alte Handtücher machen dasselbe besser, für einen Bruchteil der Kohle und das nächste Stück Equipment wäre vielleicht gar nicht mehr so weit weg, Bummer!
Dieser Test zeigt’s auf und kommt gleich inklusive Bauanleitung:

(via Lifehacker)