Re:publica: Sascha Lobo’s Brandrede zur Lage der Nation

Ich schaff’s dieses Jahr leider nicht zur Re:publica, vielleicht mal abends auf dem Hof, aber ansonsten zuviel zu tun gerade, aber das hält mich nicht davon ab einige der Beiträge zeitversetzt nachzugoutieren, besonders erwähnenswert fand ich heute die über einstündige Brandrede von Sascha Lobo. Egal wie man zu ihm steht, und ich weiß das er polarisiert, aber das was er da sagt kann ich zu 100% unterschreiben. Er beläßt es auch loboswerterweise nicht bei der Anklage:

Ein Video warum das mit den Location Based Daten problematisch ist

Nicht nur weil man seit Murphy weiß das schiefgeht was schiefgehen kann, sondern auch weil man weiß wie oft mittlerweile von diesen Daten Gebrauch gemacht wird, sei es bei Demos in Dresden oder bei Autoanzündern in Berlin.

Via Boing Boing)

Die ganze NSA Geschichte nochmal schön illustriert


Man hat die Auflistung der Spähverbrechen und wie die NSA quasi die ganze IT-Industrie Amerika’s in Geiselhaft genommen hat zwar schon öfter’s, auch gut aufbereitet, lesen können, aber hier liest sich’s wie ein Krimi und hat auch noch eindrückliche Illustrationen dazu: How the NSA Almost Killed the Internet

Kein schöner Tag für die Contentindustrie

Erst untersagt ein Gericht der Musikindustrie den aktiven Boykott von Youtube-mp3.org, ein bekannter Dienst um von Youtube Videos das Audio zu rippen (wobei das bei der 128er Qualität der Videos ja schon Strafe genug für den User darstellt).
Interessant dabei ist aber, das der Beschluß darauf fußt, das die Richter meinten das das Angebot nicht unzweifelhaft rechtswidrig sei.
Und dann bröselt auch noch nach und nach die Störerhaftung weg. In dem Fall zwar nur familienintern, pikanterweise aber ausgerechnet bei einem Polizisten, der dagegen geklagt hatte für seinen erwachsenen Sohn einstehen zu müssen.

Google Reader †, now what?

Spätestens jetzt, wo bald Schluß ist mit dem Google Reader und somit auch den Apps die darauf aufsetzen, soweit sie sich nicht zeitig um die Migration von diesem gekümmert haben, ist es an der Zeit sich mal umuschauen welche hübschen Töchter andere so anbieten. Seit Google das Ende im März ankündigte war ja genügend Zeit und die wurde genutzt, alternativlos war der Google Reader ja sowieso nie. Ich habe mich daher in den letzen Wochen mal auf die Safari begeben um zu testen was er Markt so hergibt und das ist mittlereile doch einiges.
Zu unterscheiden ist dazwischen Bezahldiensten die entweder für die App oder den Dienst Geld sehen wollen, wobei sich letzteres so auf 2€ pro Mnat oder ca. 20 € pro Jahr einzupendeln scheint und kostenlosen Alternativen, die es durchaus gibt.

Da wäre vor allem Feedly zu nennen, die wohl schon vor Google’s Ankündigung damit beschftigt waren sich von der Google Api zu befreien und mittlerweile anbieten per One Click die ganzen Abonnements von dort rüberzuholen. Apps gibt es für alle Devices, am Rechner muß es (noch?) der Browser erledigen. Diverse Apps wie z.B. Flipboard oder auch Reeder haben aber angekündigt den Feed von Feedly zu unterstützen, so das eine seperater Feedly Reader für den Desktop vielleicht gar nicht nötig ist. BTW: Feedly ist komplett kostenlos und m.E. in dem Segment der brauchbarste Ersatz, wenn man mit ein paar Umgewöhnungen leben kann, was aber mehr oder minder bei allen Lösungen der Fall sein wird, die hier aber durchaus verschmerzbar sind, da eigentlich schöner als das Original.
Scheint mir aber der große Gewinner des Google Reader Endes zu werden.

Weiterhin in der Freesektion zu vermelden wären:
The Old Reader, der sich sehr am alten Google Reader orientiert, bevor die Social Elemente beseitigt wurden. Vorteile: Läuft sauber, lässt sich im Browser gut sortieren, Trending Sektion vorhanden und Artikel lassen sich teilen, aber nur mit Nutzern des Old Readers. Den Aktualisierungen traue ich nicht so ganz und die Ansichtsoptionen lassen aber ein bisschen zu wünschen übrig, gerademal im Vergleich zu Feedly

Commafeed, etwas eleganter gestylt als der Old Reader, manchmal etwas träge , macht aber in Chrome mit der Extension durchaus brauchbaren Spaß, lediglich das man die Feeds nur umständlich sortieren kann trübt diesen etwas. Wäre daher meine zweite Empfehlung, kurz hinter Feedly, auch der üblichen Teilenfunktionen via Twitter, Facebook etc wären mir genügend untergebracht.

In der Sektion für 2 $ im Monat bzw. 20 $ im Jahr gibt es Feed Wrangler und Feedbin, letzteres soll zukünftig auch von meiner präferierten App Reeder unterstützt werden, bzw. auf dem iPhone tut sie das bereits, habe ich aber aus Geizgründen beide nicht getestet.

Auch für 16 $/Jahr ist meine Schwelle momentan noch zu hoch, da gäbe es nämlich Bulletin für, sieht auch gut aus, aber bietet nur Ansicht im Browser auf allen Geräten via responsiver Website, da scheinen mir die 3€ mehr für Feedbin besser angelegt, wenn eine Api zum mit Apps drauf zugreifen dabei ist

Und dann wäre da noch der gute, alte Netnewswire, mit dem bei mir alles rssmäßige angefangen hat. Der ist gerade in der Version 4 erschienen und sieht verdammt sehr nach Reeder aus, trotzdem will ich dahin nicht wieder zurück, fühlt sich irgendwie komisch an und wäre auch nur eine Lösung für den Desktop ohne Sync zu anderen Geräten.

Meine Lösung wird also erstmal Feedly heißen und dann warten bis Reeder darauf zugreifen kann, in der Hoffnung das das doch noch lastminutemäßig auf Desktop und iPad kommt.
Und ihr so?

Die Drosselkom Ratio

Die Telekom erklärt jetzt wie weit man mit 75 GB kommt, also der Menge ab der ein 16 mBit Anschluß zukünftig zurück in die Steinzeit Modemzeit zurück gedrosselt werden soll. Für mich liest sich das alles als wollten die nur Kunden wie meine Eltern, denen man das dickste Entertainpaket aufschwatzt obwohl sie das Internet kaum nutzen, da geht die Rechnung vielleicht sogar noch auf. Internetaffirne Familien mit zig Devices wird folgendes Schaubild nur noch hysterisch Schnapplachen lassen

Drüben bei Netzpolitik hat sich jemand die Mühe gemacht mal auszurechnen, was das bei einer vierköpfigen Familie pro Person pro Tag ausmacht, homöpathische Dosis ist wohl der gängige Begriff dafür: 0,08 Filme pro Tag, 0,05 HD Filme pro Tag, 1/2 Stunden Radio pro Tag, 3,3 Fotos pro Tag, 0,125 Stunde gamen pro Tag, 1,6 Musikstücke pro Tag und 8,3 Webseiten

Hier geht’s zur Petition gegen ein Zweiklassennetz und für Netzneutralität
Wehret den Anfängen!

Facebookgejammer


In letzter Zeit häufen sich in meiner Timeline die Ansprachen an Facebook und es geht immer wieder darum, das Facebook die Sichtbarkeit von Postings künstlich verknappt um diese Verknappung gegen Bares aufzuheben. Ich sehe das auch bei meiner Fanpage, wo ca. lediglich die Hälfte die Posts zu sehen bekommt. ich kann’s ja bis irgendwohin verstehen das man sich darüber echauffiert, aber wer bei Myspace schon dabei war weiß wie schnell so eine Plattform auch wieder ins Nichts verschwinden kann. Von daher kann es nicht oft genug betont werden, Zitat Sascha Lobo: “Euer Internet ist nur geborgt” Anstatt zu Jammern das der neueste böse Dienst mal wieder verkackt, sollte man sich lieber daran machen eigene Websites zu bauen, die eben den neuesten heißen Scheiß überdauern.

(Pic via Barbnerdy)

ACTA, höchste Zeit laut zu werden

Als letzte Woche viele Seiten wegen SOPA und PIPA auf Schwarz umschalteten war ich nicht dabei, weil es ein amerikanisches Gesetz ist, das zwar alle betrifft, aber eben nicht so unmittelbar wie das bei ACTA werden könnte und schrieb dazu, das ich auch auf Schwarz schalte wenn dioesbezüglich etwas geplant ist. Denn ACTA betrifft wirklich alles und jeden. ACTA ist ein weltweites Abkommen, ausgehandelt von denjenigen die alles gerne so ließen wie es ist bzw es gerne so hätten wie es mal war. Konzerne und Lobbys haben sich ein sogenanntes Anti-Piraterie Abkommen ausgedacht, daß das Internet wie wir es kennen unmöglich machen wird und im Grunde zu einem Online TV mit Rückkanal degradieren. Ich wiederhole: ACTA wurde seit Jahren nicht von Volksvertretern ausbaldowert, sondern im Geheimen von ungewählten Lobbyisten, Parlamente und Organisationen waren ausgeschlossen und Regierungen sind nur noch dazu da, das sogenannte Abkommen abzunicken.
Einige werden nun sage “Wat soll’s ich lade eh nix runter” oder “Ich blogge eh nicht, was betrifft’s mich?” dem sei gesagt das die Sache da beileibe nicht aufhört, da ist alles im Programm was man in den letzten Jahren noch zu verhindern wußte, von Netzsperren bis Internetanschluß kappen, bis Providerhaftung. Das Abkommen sieht auch Strafen für das Zitieren von Zeitungsartikeln vor und macht auch vor der Realwelt nicht halt, so das z.B. Generika von Medikamenten bedroht sind.
Ich protestiere hier nicht nur aus Eigeninteresse gegen diesen Schwachfug, sondern auch weil ich will das mein Sohn irgendwann mal ein Internet zur Verfügung hat, das der freien Information und Willensbildung dient und nicht bloß den Verkaufsinteressen von Konzernen oder jenen die die Mittel dazu haben entsprechende Stellen zu schmieren.
Um diese Welt zu einer besseren für alle zu machen darf man nicht zulassen das diese zu der wird welche sie für einige mal war, sondern nach vorne blicken um zu schauen wie sie für alle noch besser wird und das wird nicht mit Mitteln der letzten Jahrhunderte gehen, weil die Welt nicht zuletzt auch durch das Internet eine andere geworden ist. Dialoge auf Augenhöhe würden da helfen, ein ACTA tut das mit Sicherheit nicht!

Links:
Mitmachkampagne und am Ende des Artikels gibt es noch weitere

Petition

SOPA

Ok, konsequenterweise sollte auch dieses Blog heute schwarz tragen, ich habe mich dazu dann doch nicht durchringen können, weil mir z.B. der Aufruf zum Meeten vor dem KDR morgen im Thema der Woche eben auch wichtig war. Stattdessen nur ein schwarzes animiertes Gif, das die Konsequenzen von SOPA zeigt.
Wenn wegen ACTA die Lichter in den Blogs ausgehen bin ich aber auf jeden Fall mit dabei