Ab heute: UR Wear bei Carhartt

URCarhartt
Ich mußte mir gestern, als ich die Meldung sah, tatsächlich erstmal die Augen reiben und zweimal hinschauen. Ich kenne jetzt nicht die Hintergründe und bin mir durchaus bewußt das heute solche Kooperationen das Mittel der Wahl sind um im Labelbereich Dinge zu wuppen, ich hoffe inständig das sie einen guten Schnitt damit machen und damit neue Projekte stemmen können, die Releasetaktung ging in den letzten Jahren ja auch deutlich zurück.
Aber!
Ich hätte mir da schon erklärende Worte gewünscht, stattdessen sehe ich da aber nur etwas von Carhartt und eine haarsträubende Modestecke bei I-D (huch die gibt’s ja auch noch!), aber nichts von denjenigen, die Underground im Namen tragen und einst für “Fuck The Majors” standen wie sonst vielleicht kaum einer, und das kommt dann schon etwas verschämt rüber. Vielleicht kommt ja noch was, bis dahin behandele ich das wie einen kleinen Tod.

Voltra: Neuer Desktop Musikplayer mit Shop, 100% für Labels und Artists

Voltra

Ich weiß, Streaming ist in Sachen Musik so ziemlich das Medium der Stunde. Menschen wie ich können sich allerdings nicht an den Gedanken gewöhnen, das von heute auf morgen, wegen irgendwelchen Lizenzgedöhns teile der eigenen Playlisten einfach weg sein können und deshalb lieber weiterhin Musik kaufen. Ganz zu schweigen von all dem Kram den man halt so über die Jahre gesammelt hat und der nie in irgendwelchen Spotifys auftauchen wird, man denke nur z.B. an Whitelabels aus den frühen 90ern.
Das Musik kaufen und besitzen nicht mehr der letzte Schrei ist merkt man auch daran, wie stiefmütterlich allerseits Musikplayer, angefangen von iTunes bis zum anfänglich euphorischen Start des Beatport Pro Players, heute so behandelt wird. Bei jedem Update hat man fast Angst darum, das die Fileabspiel Funktion diesem zum Opfer fällt.
Und genau in diesem Moment betritt ein neuer hübscher Client den Markt, der all das verspricht und zudem noch einen Shop eingebaut hat, in dem man tatsächlich Tracks kaufen kann und verspricht die Gewinne zu 100% an Künstler bzw. Label weiterzugeben. Finanzieren tut sich das über diverse Premium Funktionen, die für 10 € monatlich zu haben sind.
Wer Musik nach wie vor gerne kauft und nicht auf die XML Sync Fähigkeiten von iTunes zu Serato oder Traktor angewiesen ist sollte sich dort mal auf die Betaliste von Voltra setzen lassen, ich hab’s trotzdem schon getan und bin gespannt.

Musikverlage ereilt das VG Wort Karma

und ich begrüße das, sogar außerordentlich. Ich kann mich noch gut erinnern, als sich damals zu Napsterzeiten u.a. diverse Musikrechtsanwälte und Labelowner nur so mit Verlagen eindeckten, als die Contentersteller nicht mehr den nötigen Zaster hatten und dementsprechend unattraktiv wurden. Verlage stellten eine schöne Möglichkeit dar, doch noch an ihnen zu verdienen, ohne das man sich dem Ärger ausliefern mußte, die 40% kommen halt immer rein, ohne das man auch nur den Finger krumm machen müßte. Mit dabei immer, die Kumpanei zwischen Gema und Verlagen, wo diese ja in Schlüsselpositionen sitzen, um nicht zu sagen zusammen im Bett sind. Es gab damals wahre Einkaufsexzesse und ein Verlagsgecluster, das mit dem gestrigen Urteil etwas weniger attraktiv geworden sein dürfte.
Verlage dürfen sich nun eben nicht mehr einfach 40% der Urheber einheimsen und das rückwirkend bis zum Jahr 2010, ich bin gespannt ob die Milliönchen fließen werden und inwieweit die überhaupt noch da sind, daran dürften nun einige Verlage zu knapsen haben.
Damit ereilt die Musikverlage das gleiche Schicksal wie die Buchverlage, die ebenfalls nicht mehr pauschal an den Einnahmen der VG Wort beteiligt werden dürfen.
Es wird nun spannend zu sehen sein, wie man trotzdem versuchen wird die Pfründe zu sichern, in Sachen der Buchverlage hat sich ja die Politik schon als willfähriger Gehilfe gezeigt

Orfium, Soundcloud, respektive Bandcamp Alternative, verspricht 80% Revenue

ORFIUM1
Schon mutig, während andere laut darüber nachdenken den Download ganz zu killen und sich Soundcloud nach Käufern umschaut, noch einen Dienst zu starten, der verspricht 80% der Einnahmen an die Künstler zurück zu geben. Anderseits vielleicht auch gerade deswegen ein guter Zeitpunkt. Aber Orfium verspricht noch mehr:
orfiumdeal

orfiumdeal2
Ob der Dienst abhebt oder floppt ist tatsächlich davon abhängig, ob er das Zeug dazu hat den beiden Platzhirschen User abspenstig zu machen, da habe ich momentan bei dem überfrachteten GUI noch so meine Zweifel, aber könnte ja noch werden.

Vinylize.it, Vinyl on demand

Vinylize

Kann sein das Vinylpuristen jetzt ganz stark sein müssen, ich glaube aber eher nicht. Vinyl On Demand, wie Vinylize.it das nennt, ist ja grundsätzlich ja keine so abwegige Idee, gerademal mitten im Hype um die schwarze Scheibe. Ich weiß zwar nicht genau wie das funktionieren soll,”rally support for your vinyl record release” scheint mir so als müsse da eine Mindestmenge abgenommen werden bevor die Presse überhaupt anläuft und “Once approved by the artist, your record (with the proper vinyl ready audio files) will be made available to order” klingt mir nach einem für gewöhnlich recht langwierigen Prozess mit ungewissem Ende. Preise sind da auch noch nicht genannt und das wird vermutlich seinen Grund haben.
Also wenn schon Start Up Shizzle würde ich mein nicht vorhandenes Risikokapital vertrauenswürdiger anlegen.

(Via Nerdcore)

BGH kippt Samplingurteil Hütter vs. Pelham

Pelwerk

Schöne Wendung in diesem Krieg um einen Tonfetzen aus “Metal auf Metal” zwischen zwei Unsympathen. Nachdem alle vorhergehenden Instanzen der Kraftwerkversion des Diebstahls recht gaben, stellte das BGH nun fest, das die Verwendung von Samples zur künstlerischen Gestaltung einen Eingriff in Urheber- und Leistungsschutzrechte rechtfertigen können. Die Begründung lautet kurz, Der BGH muß die Kunstfreiheit stärker berücksichtigen. Aus dem 2 Sekunden Sample sei letztlich doch ein eigenes musikalisches Kunstwerk entstanden. Kraftwerk habe durch die Verwendung keinen finanziellen Schaden zu beklagen.
Damit steht es jetzt wohl endlich ein wenig besser, für eine Rechtsprechung in einer Zeit, in der Copy & Paste zu einem Standardtool geworden ist, das man lieben oder hassen kann, dessen Allverfügbarkeit aber in Sachen künstlerischer Freiheit endlich auch juristisch seinen Niederschlag finden sollte und dessen Anwendung nicht von Abmahnungen und Geld abhängen sollte.
Aber abgemacht ist da noch nichts, lediglich die Vorinstanzen gekippt, dennoch ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg dahin

Soundcloud Go, wenn das Aboangebot schon im Namenszusatz den Sterbehinweis trägt

Darauf hat die Welt gewartet! In den USA gibt es nun, wo man alle Majors im Boot hat, wohl ein Abo Modell für Soundcloud das per inApp Purchase 12,99 € kosten soll und dafür ermöglicht die Tracks auch offline zu speichern. Also dasselbe was Spotify und Apple Music für 9,99 anbieten. Faierweise muß man daztu sagen das dieser Preis auch durch Abschluß über die Soundcloud Seite möglich ist, Apple will halt 30% für Verkäufe.
Ich als Pro Unlimited Kunde habe dann auch noch das generöse Angebot für einen zusätzlichen limitierten Betrag von 4,99 € neben meinen Uploads auch anhören zu dürfen.
Angepriesen wird das Ganze mit einem PR Gesabbel, das man einem Steve Jobs vielleicht abgenommen hätte. Der “an expanded catalog of tracks that are new to the platform” ist halt nix weiter als das Major Gedöhns das eigentlich kein Soundcloud Kunde haben wollte. Das wird auch nicht besser wenn man es 3x als established and emerging artists wiederholt. Da hilft auch kein Ad free und offline.
Immerhin, das kostenlos Angebot für Listeners soll wohl erstmal fortbestehen bleiben. Und ich prophezeie es wird länger als dieses Soundcloud Go Angebot überleben, dem das Ableben ja schon im Zusatz innewohnt.

Die ersten neuen Vinylpressen seit fast 30 Jahren

Werden natürlich in Deutschland gebaut,berichtet The Vinyl Factory. Was dem internationalen Renomee nur förderlich sein dürfte, german engineering und so.
Für mich jetzt nicht soooo interessant, aber ein weiteres Zeichen das man auch mittelfristig Vinyl nicht abschreiben sollte. Immerhin ergibt sich dadurch auch wieder die Möglichkeit Platten schnell zu pressen und nicht ein halbes Jahr warten zu müssen, bis man einen Release in der Hand hält.
Jedenfalls stattet das Startup Newbilt Machinery die neue Vinyldruckerei Third Man in Detroit mit 8 ihrer Maschinen aus.
Wer nun mit dem Gedanken spielt sich sowas zuzulegen, ab 100.000 geht’s los.

Techno wird museal

Irgendwie ein komisches Gefühl zu sehen das der Scherz von einst offenbar Wirklichkeit wird. Gemunkelt wurde es schon lange, jetzt stehen die Macher zum ersten Mal Rede und Antwort zu den Plänen. Ab 2017 also, im Herzen von Frankfurt auf 1000 qm und die Pläne sind sehr ambitioniert. Trotzdem sagt mir mein Bauchgefühl, das ein Museum dieser Sache nicht gerecht werden wird, schonmal gar nicht mit einer Daueraustellung, aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren.

Ach, natürlich läßt sich Berlin dann auch nicht lumpen und so will Dimitri Hegemann ähnliches in hier realisieren. Womit zumindest die geschichtliche Kontinuität der beiden Städte zueinander fortgeschrieben würde ;)

Wenn Praktiken aus der Kreativwirtschaft auf die echte Welt treffen

Jeder kennt das, in jeder Nische der Kreativbranche, sei es Musik, Design, Schreiben, aber:
Architects don’t give away their blueprints. Diners don’t fork out free meals. Personal Trainers don’t sign over their intellectual property on spec. This video pokes fun at the speculative creative bidding process in new business pitches.
Munition für die nächsten Verhandlungen, lasst euch nicht verarschen!

(Via Mit Vergnügen)