IFPI Versuchsballon Schweiz?

Aus UK hat man ja schon ähnliches gehört, nun also auch in der Schweiz:
Die dortige IFPI will DJs, die mit modernen Mitteln auflegen, also nicht nur mit Vinyl, bis zu 5000 Franken jährlich abknöpfen. Und dabei ist es dann egal, ob die Tracks gekauft, von Vinyl gerippt, oder unlauter erworben wurden. Sogar an den für DJs üblichen Promomix wurde gedacht, der soll mit 2000 Franken bedacht werden und wer nur bis zu 12 mal im Jahr auftritt, käme mit gnädigen 500 Franken davon.
Der Branche muß es verdammt dreckig gehen, der örtliche IFPI-Scherge spricht offen davon das die IFPI neue Einnahmequellen erschliessen will. Dumm nur, das man sich mit solchen Aktionen noch die letzten Enthusiasten vergrätzt und das das Geld mit Sicherheit wieder nicht bei den entsprechenden Artists landet sondern die reichen auf’s neue reicher macht dürfte auch so klar wie transparentes Vinyl sein:

Laut Ifpi-Mitarbeiter Högger fliessen Einnahmen aus den Verträgen mit DJs nicht direkt an Musiker, sondern an die Ifpi-Mitglieder, an Musikkonzerne wie Universal, Warner, Sony BMG und EMI. Verteilt wird nach Anzahl verkaufter Alben.

Techno, House und artwerwandetes dient also ein weiteres mal als Melkvieh um den Majors die klamen Kassen zu füllen, während die genreaffirne Infrastruktur weiter ausblutet.
Und als nächstes sind dort Restaurants und Kneipen dran, die ihre Räume mit Mp3-Playern beschallen.
Gier fressen gesunden Menschenverstand
Quelle: Tagesanzeiger.ch

Steve Jobs wettert gegen DRM

Steht ja heute auch überall, ist allerdings auch selten das solch eine Verlautbarung auf der Applesite steht. Was mich allerdings bei der Berichterstattung darüber wundert ist, das die meisten etwas Neues darin finden das Jobs den Schwarzen DRM-Peter an die Musikindustrie rüber schiebt. Wer sich damals, zu Zeiten als der iTMS ins Leben gerufen wurde, für die Sache interessierte weiß doch eigentlich um die zähen Verhandlungen mit der Musikindustrie und um die Verwunderung der Fachwelt, das Apple das unmögliche, nämlich alle Majors unter einen Hut zu kriegen, geschafft hatte. Das war noch vor Sony’s Rootkitgeschickten und mitten in der Zeit als DRMs auf CDs gerade ihre Hochzeit hatten. Ich meine mich sogar an Interviews erinnern zu können, in denen Jobs explizit erwähnte, das der Schutz nur aufgrund der MI drinne sei.
Was mich bei der allgemeinen Berichterstattung dann aber ebenso wundert ist das sie Jobs mit dem Satz

“That’s right! No DRM system was ever developed for the CD, so all the music distributed on CDs can be easily uploaded to the Internet, then (illegally) downloaded and played on any computer or player.

davonkommen läßt. Hatten und haben wir nicht seit geraumer Zeit das Thema UnCDs?
Aber leider ist mit der Verbannung von DRM auch noch keine heile Welt gescchaffen und im Gegensatz zu den ständig kolportierten Aussagen vonwegen “die Majors haben ein Problem, den Indies geht es gut” sieht die wahre Sachlage in der Realität ein wenig anders aus, was sich jedesmal bestätigt, wenn ich bei Indies zu einem Plausch auf Besuch bin. Die Motivation ist im allgemeinen im Keller und manche geben sogar auf. Die nächste zu beantwortende Frage dürfte nun sein, wie bringe ich die Leute wieder dazu die Musik zu kaufen, bzw. den favorisierten Artist zu unterstützen? Die Abschaffung der DRM-Gängelung ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, die Lösung ist es noch nicht.

Stürmisches Wetter

Siehe Überschrift. Nunja, wettermäßig zumindest hier im Prenzlberg lediglich ein laues Lüftchen, nur viel nass, das war’s.
Stürmischer ging’s da ja in der Politik zu, in Wirtschaft und Politik regnet es ja die Tage Köpfe wohin man schaut, aber der verstolperte Stoiberabgang, den die CSU mit Grandesse übersetzt haben will… meine Herrn, für jeden scheidenden Egomanen der dem Politdarwinismus nicht mehr gewachsen ist, wächst eine Hydra derselben Sorte nach.
Die Netzpolitik hat heute auch einen Sturm erfahren, einen der Entrüstung und der Verursacher ist eine alte, unsexy und zunehmend debile Bekannte genannt GEMA. Die hat nämlich eine Einstweilige Verfügung gegen Rapidshare erwirkt, weil auf den Servern urheberrechtlich geschützer Kram läge. Demnach könnte man auch einfach eine Einstweilige Verfügung gegen das gesamte Internet erwägen, weil getauscht wird ja seit Menschheitsgedenken allerorten und, oh gosh!, eben auch hier im Internet, so waren Märkte ursprünglich mal gedacht. Das da auch durchaus Kram dabei ist, für den sich die GEMA für urheberrechtlich zum Hände aufhalten berechtigt hält, mag durchaus sein, aber wieviele Löcher wollen die eigentlich noch stopfen, bevor da einer den Loop merkt. Auch wenn diese geronten Vorführmodelle für die Vorteile des biologischen Todeskonzepts 1000 Filesharer pro Monat verdonnern hätte ich noch nicht davon gehört, das die Geldströme deswegen derart drastisch ausfallen, als das davon etwas spürbar in die Taschen der “verwerteten” Artists fließen würde.
Allein die Aussage: “Insbesondere verlangt die Gesellschaft von ihnen nun Auskunft darüber, wie viele Werke aus dem GEMA-Repertoire vorgehalten werden” zeigt doch schon auf welch merkbefreites Kaliber da wieder keck die Stimme erhebt. Aber sicher, bei angeblichen 15 Millionen Dateien die zumeist komprimiert und auch noch Passwortgeschützt dort rumliegen, weiß der Serverbetreiber wo da was urheberrechtlich geschützt vor sich hin gammelt. Mit mp3s nicht hochladen dürfen kommt man jedenfalls nicht weit, ich kenne genug Label die ihre Promofiles dort ablegen, bzw. Kollaborationsprojekte, die auf ihrem Rapidshareaccount z.B. ihre Ableton Live Spuren tauschen und somit überhaupt nicht gemarelevant sind. Und wieso überhaupt Rapidshare und nicht auch Yousendit oder Megaupload oder wie die vielen Filehoaster alle heißen?
Aber vielleicht geht’s ja tatsächlich um das Teufelswerk DJ-Mixe, in Amiland schickt man nun schon Sturmkommandos auf DJs los. Da will man vielleicht in deutscher Manier nicht hintanstehen sondern auch mal etwas Wind machen und was krasses abliefern, wie so eine Rapidshareaktion.
Um die Waffen mit denen man dann die urhebergeschütze Ware herstellen kann (und wehe einer spielt Songs damit nach, andernorts man kann schließlich schon für’s Pfeifen bekannter Melodien die Abgabenhäscher an den Hacken haben und in Japan wurde im November ein 72 jähriger Maultrommelspieler auch schon für’s Nachspielen von Beatlessongs eingebuchtet!) , sprich Instrumente auf der NAMM, geht’s dann hoffentlich morgen wieder, heute kam von da auch nur ein Lüftchen an News, hoffen wir das der Sturm da noch losbricht. Soviel sei verraten, es gibt noch mehr böse, böse DJ-Controller für diejenigen die da eh nur illegal gesaugte Ware mit abspielen, obwohl der legale Downloadmarkt breits schon 2 Milliarden Dollar abwirft und sich damit innerhalb eines Jahres verdoppelt hat. Und das zu so gesalzenen Preisen, das man denkt da sind die Gemagebühren für’s Mixen gleich mit drin.
Und während sich die Hardwareindustrie noch in Sicherheit wähnt, hört man ein Geräusch das sich anhört wie“Fabber” und was sich jetzt noch liest wie ein Sturm im Wasserglas könnte am Ende auch der berühmte Schmetterlingsflügelschlag sein, der auf lange Sicht auch diese letzte sicher gewähnte Bastion aufwirbeln und einen Sturm der Entrüstung auslösen könnte, den ich bei den Oberfabbern Behringer oder gar China bislang vermisse. Kopie ist eben nicht gleich Kopie, es kommt schon drauf an wer sie macht.

Und sie bewegt sich doch?

Gerade im De:Bug Blog entdeckt, das unmögliche scheint tatsächlich, wenn auch etwas schwerfällig und nicht gerade begeistert zu gehen: Die GEMA erlaubt nun ihren Mitgliedern das, was der gesunde Menschenverstand sowieso für selbstverständlich hält, nämlich das man als Musiker seinen Fans (blödes Wort, aber nennt mir bessere) kostenlos seine Werke auf der Website anbieten darf, ohne das die GEMA dafür die Hand aufhält, in die man seine Beiträge als Mitglied ja eh schon bezahlt hat. Klar, es darf nur gestreamt werden und die ganze Sache muß freilich dort angemeldet werden. Dämlich dabei, es darf kein E-Commerce auf der Site betrieben werden, also Sites mit Merchandising z.B. sind da nicht mit inbegriffen.
Krass genug, das man bei solch kleinen Selbstverständlichkeiten schon Hossiana zu rufen gewillt ist und ich grübele gerade ob dieser Durchbruch am Ende dann doch mit dem ganzen Myspacehype zusammenhängt, wo eh jeder Musiker, ob Gemamitglied oder nicht, seine neuesten Tracks streamt und ob es dann tatsächlich eines miesen Medienmoguls wie Murdoch bedarf um Selbstverständlichkeiten bei einer GEMA auszulösen?
Wie würde die Sache wohl aussehen wenn Myspace eben nicht unter schlimmkapitalistischer Obhut stünde?
Kapitalismus kann schon komisch sein.

Dem schliesse ich mich doch gerne an

Wohl aus diesem Grund hat Spreeblick Johnny diesen Offenen Brief an Musikschaffende geschrieben, den ich Wort für Wort unterschreiben kann. Auszug:

Diejenigen, die an der Situation etwas ändern können, sind Sie: Musiker, Text-Autoren, Komponisten, Musik-Verlage und Labels. Denn solange Sie sich von Unternehmen vertreten lassen, deren Köpfe noch vor einigen Jahren in meinem Beisein die Erfindung von MP3 mit der Erfindung der Neutronenbombe gleichgesetzt haben und die an Reaktionszeit und Konsensbereitschaft nicht zu unterbieten sind, solange wird sich die Situation nur verschlechtern, auch für sie, die Musikschaffenden.

Bitte setzen Sie sich daher bei den entsprechenden Stellen und Personen für Lösungen und Gespräche ein, überlassen Sie die Art und Weise, wie mit Ihren Kunden umgegangen wird nicht einigen wenigen Personen, die sich an ihren Produkten auf ihre eigene Art bereichern, oftmals sicher sogar ohne dass Sie davon etwas mitbekommen.

Sie, die Musikschaffenden, werden, das ist meine feste Überzeugung, seit längerer Zeit extrem schlecht vertreten. Bitte tun sie etwas dagegen. Dankeschön.

Dasselbe würde ich zudem noch für DJ-Mixe vorschlagen und. liebe Künstler und Kollegen, endlich mal dafür kämpfen das die Margen des Verdienstes an den eigenen Werken ein Niveau erreichen, für das man sich als Autor nicht schämen muß, denn offensichtlich wird da, in Blick auf die Zukunft, ganz frech weiter an der Schraube nach unten gedreht

GEMA how low can you go?

Hätte ja nicht gedacht das die WM auch hier Einzug hält, aber bitteschön:
Aus der Abteilung die, die den Hals nie voll genug kriegen:
Während Infont, die Agentur der WM, keine Sondergebühren für Gastwirte erhebt, die WM Spiele auf TV oder Großbildleinwand zeigen wollen, macht, wer hätte auch anderes erwartet, die GEMA freilich die Bettelhand auf:

Für die öffentliche Wiedergabe der während der WM gespielten Musik erhebt die Gema einen Sondertarif – unabhängig davon, ob der Wirt Eintritt verlangt. Jedes aufgestellte Fernsehgerät oder jede angebrachte Großbild-Leinwand muss bei der Gesellschaft angemeldet werden. Pro TV-Gerät sind einmalig 25,62 Euro inklusive Mehrwertsteuer fällig. Wesentlich teurer ist ein Großbildschirm ab einer Bildschirmdiagonale von 106 Zentimetern: Hier beträgt die Gebühr 97,17 Euro

Urheberrechte laufen 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers aus, wie die Gema-Sprecherin sagte. Allerdings gebe es noch Nationalhymnen, die unter das Urheberrecht fallen. Beispiele konnte sie indes nicht nennen

Das G in GEMA scheint für Gier zu stehen

Kanadische Musiker zu P2P Strafverfolgung: Not in our name!

in einem sehr lesenswerten Pdf machen sich kanadische Musiker von Rang Luft bezüglich der Gebahren ihrer Plattenfirmen:

We are a growing coalition of Canadian music creators who share the common goal of having our voices heard when it comes to making the laws and policies that affect our livelihoods. We are the people who actually create Canadian music. Without us, there would be no music for copyright laws to protect.

Until now, a group of multinational record labels has done most of the talking about what Canadian artists need out of copyright. But let’s be clear: major labels are looking out for their shareholders, not for Canadian artists.

We, as Canadian music creators, have identified three simple principles that should guide copyright reform and cultural policy: (1) Suing our fans is destructive and hypocritical, (2) Digital locks are risky and counterproductive, and (3) Cultural policy should support actual Canadian artists.

The labels have been suing our fans against our will, and laws enabling these suits cannot be justified in our names.

Lawsuits unfairly alienate our fans. Artists cannot expect to say, “see you in court,” and then, “see you at Massey Hall next fall.” A few other countries have created a legal climate where suing fans is the norm. Lawsuits against music fans benefit no one. If there is a threat to Canadian artists, it is not p2p downloading or sharing music but lawsuits brought by the recording industry against our fans.

Fans who share music are not thieves or pirates. Sharing music has been happening for decades. It is hypocritical for labels to sue fans for something that everyone in the music industry has done him or herself.

Kleiners Tutorial: Imagedesaster

Man schaue sich diese Meldung auf Heise an, in der bekannt wird, das Kollegen wie Moses Pelham oder eben auch Mousse T Logistep damit beauftragen massenweise P2P User zu verklagen um wohl so an das Geld zu kommen, das offensichtlich in den Kassen fehlt.
Man schaue danach auf Mousse T’s Website und schaue unten rechts in die Shoutbox, solange es die noch gibt. ich hab mir das Desaster jedenfalls mal zur Sicherheit gesaved, als leuchtendes Beispiel wie man sich’s verscherzen kann. Immerhin, in dieser Shoutbox gibt Mousse T zu verstehen:

“Kritik finde ich gut & wichtig…Stecke leider niicht im Detail wg. Logostep, aber trage natürlich die Verantwortung für die taten unserer Platternfirma. Dahher mache ich mich mal schlau & dann gibt´s ein Statement.”

Gespannt wäre ich im übrigen auch wie die Firma Superstar ihren Künstlern wie z.B. Mylo, Green Velvet, Tok Tok und Märtini Brös ihre neuen Labelkollegen die Grup Tekkan vermittelt (bewußt ohne Link!).
Scheint ganz schön eng im Dancesektor geworden zu sein ;)

Es wird Zeit das die Künstler etwas gegen ihre Verwerter unternehmen

Das Hauptanliegen eines jeden Künstlers sollte sein von der Welt wahrgenommen zu werden und nicht von der Welt abgeschottet zu werden. Genau das scheint aber das Anliegen der IFPI zu sein, die sich nun anmaßen will darüber zu entscheiden wer wie oft im Radio gespielt wird – reguläres Radio, Internetradio würde man nämlich samt Privatkopie am besten verbieten]:

Die Musikindustrie fordert, das so genannte Sendeprivileg auf den “traditionellen Hörfunk” einzugrenzen. Das Sendeprivileg erlaubt Radio-DJs, nach Lust und Laune jede beliebige Platte zu spielen, ohne dafür vorher die Genehmigung der Plattenfirma oder des Musikers einzuholen. Anstelle einzelner Verträge tritt dabei eine Vergütung über die Verwertungsgesellschaften.

Liebe Urheber, wer solche Verwerter hat braucht keine Feinde mehr!
Mehr zur totalitären Gesinnung der IFPI gab’s auch im DMC Blog.
Es wird wahrlich Zeit, dass sich die Urheber gegen ihre Verwerter verwahren, die zudem auch noch lediglich das Sprachrohr der 4 verbliebenen Majors sind.
Lieber Staat, man fühlt sich als Artist recht verlassen, wenn man so hilflos einem Lobbyismus ausgeliefert ist, der aber auch so gar nichts mit dem eigentlichen künstlerischen Schaffen zu tun hat und der auf allen Ebenen kontraproduktiv wirkt, er bringt nicht dem Künstler zum Publikum, noch das Publikum zum Künstler, bereichert lediglich die, die ihn _verwerten_ (!) und für das gesellschaftliche Klima bringt es auch nichts wenn ambitionierte Projekte, zu denen ich viele Internetradios zähle, zusätzlich zu den gestiegenen GEMApreisen torpediert werden.