Vorsprung durch Techno oder das das transatlantische Epochen-Dreieck aus Apple-Design, Techno und Berliner Republik


Eine weitere soziologische/popkulturelle Betrachtung von Techno im Zuge des Techno Symposiums der UDK, die trotz ihres Unterhaltungswerts dennoch aufzeigt, das gewisse Thesen nur durch Weglassen und Oberfläche zu generieren sind. Immerhin, einige davon machen schon Spaß:

Die Wiener Soziologin Rosa Reitsamer hat 2013 die Karrieren von 40 Techno-DJs untersucht und dabei festgestellt, dass für eine erfolgreiche DJ-Karriere Eigenschaften unerlässlich sind, die der Arbeitskultur des Mittelstands entspringen: Disziplin, Hartnäckigkeit, Selbstorganisation und eine große Affinität zu Technologie. Die Tatsache, dass Techno nur produziert und aufgeführt werden kann, wenn man eine gewisse Freude daran hat, Tag und Nacht an Knöpfen zu drehen, verschwindet für gewöhnlich hinter der öffentlichen Star-Persona des DJs. In Wahrheit sind Techno-Produzenten jedoch die VW-Ingenieure unter den Musikern und werden vom Publikum aus denselben Gründen geschätzt: Sie sind präzise, technikverliebt und berechenbar.

Deutschlands Puls in BPM

Und als wortgewaltigen Gegenpart aus der Praxis noch Airen dazu:
Der Geruch von Trockennebel
Jetzt untersuchen Experten schon die Ästhetik des Techno. Viel Spaß!

Wenn der Mythos Techno von den Tanzflächen der Clubs im Raum 102 der Hardenbergstraße 33 angekommen ist, um nach allen Regeln des Popdiskurses seziert zu werden, teilt er das Schicksal eines jeden Autopsieobjekts: die Totenstarre…
Sicher, man kann versuchen, Techno zu beschreiben wie jedes andere kulturelle Phänomen: in seinen soziokulturellen Auswirkungen, seiner musikhistorischen Genese, seinen medialen Konsequenzen und seinem klangtheoretischen Aufbau. Man kann aber auch einem Blinden eine Menge über Farben erzählen…
Tanzen statt Theorie! Feiern statt Formeln! Die beste Techno-Uni bleibt der Club

Das Buch “Der Klang der Familie” im Detroiter Techno Museum

Lange habe ich auf dieses Foto gewartet, nämlich genau seit dem Zeitpunkt als ich erfahren habe das es existiert. Das Buch “Der KLang der Familie” bei Submerge im Techno Museum, da wo auch Juan Atkins erste 909 steht :D
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(Via Gerald Brunson)

25 Jahre Bleeps, die Bleepstory

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Bleeps aus den frühen Tagen waren ja hier schon diverse Male Thema, einfach auch weil ich diese
immer noch als den Blueprint, die Urzelle dessen sehe, was danach als British Bass kam, sei es Drum& Bass, Garage, Speed Garage, 2Step, you name it und von dem auch Neil Landstrumm meint:

“That period and those producers just hit upon the purest essence of club music…It’s perennially valid, timeless and current-sounding no matter what stage or phase of the musical cycle you are in. For example, it sounded just as relevant in the throes of UK dubstep as it did post-acid house/Summer Of Love.”

Und ich teile auch Luca Lozano’s Sicht:

“The production values, especially on some of the Robert Gordon produced stuff, are fantastically high. When I listen to those records in the studio, they sound completely 3-D and panoramic. Many records from that period haven’t aged well, but a lot of bleep and bass tunes still sound fresh. The 3-D spatial design Rob Gordon achieved on his records was completely nuts.”

Jetzt hat sich der Resident Advisor im Zuge des 25 jährigen Bleep Jubiläums daran gemacht die Geschichte von nachzuerzählen und einige Protagonisten zu Wort kommen zu lassen:

Bleep: The story of Britain’s first bass revolution

The Sound Of Belgium gerade in der Arte Mediathek


Die Doku über die Entstehungsgeschichte des Sounds of Belgium kann man gerade in der Arte Mediathek ansehen. Ich war ja als Paneldiskutant auf der Deutschlandpremiere eingeladen und kann von daher behaupten: lohnt sich! In den Endachtzigern und frühen Neunzigern war Belgien mit Detroit, Chicago und London wirklich auf einer Stufe was Produktionen angeht und die 3 Tage wach Ära fing bei denen auch schon früher an. Man läßt sich die Geschichte von Front 242 über Boccacio bis R&S von CJ Bolland, Renaat von R&S, Laurent Garnier und anderen hier kurzweilig und gut gemacht gerne erzählen.

Monika Dietel’s Acid Flashbacks

Ich weiß es gibt ja genug Leute da draußen die Moni’s Stimme gerne wieder im Radio hören würden. Nun, als kleine Abhilfe gehen vielleicht die Folgen von Monika Dietel’s Acid Flashbacks durch. In den bisherigen 14 Teilen erzählt sie ihre Version von Acid zu Techno und stellt dazu die entsprechenden Tracks vor. Ich weiß auch nicht ob da jetzt noch mehr kommt, aber die bisherigen Teile, bitteschön, hier:

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 1 + 2 by Monika Dietl on Mixcloud

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 3 + 4 by Monika Dietl on Mixcloud

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 5 + 6 by Monika Dietl on Mixcloud

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 7 + 8 by Monika Dietl on Mixcloud

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 9 + 10 by Monika Dietl on Mixcloud

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 11 + 12 by Monika Dietl on Mixcloud

Monika Dietl “Acid Flashbacks” Part 13 + 14 by Monika Dietl on Mixcloud

(Via Andre Langenfeld)

Mix of the Day: Jeff Mills @ Rave Satelite 1995


Tja, es war nicht alles schlecht bei Marusha könnte man jetzt sagen :D Der Mix machte jedenfalls damals nach der Ausstrahlung schwer die Runde und hat bis heute nichts von seinem Charme verloren. Jeff Mills noch in seiner ruppigen Phase, bevor er das toolige fand, aber schon auf dem Weg dahin:

(Via Alexander Kowalski)

25 Jahre Mauerfall = 25 Jahre Techno


Ich selbst hab von den Feierlichkeiten gestern nur wenig mitbekommen, da ich ja in Kattowicz auf der Mayday in Polen war und erst gegen Abend zurück kam. Immerhin, dadurch das die Böse Brücke an der Bornholmer gesperrt war (was ja auch irgendwie paradox ist, das die Stelle die zuerst aufging am Jahrestag gesperrt ist) hatte ich die unfreiwillige Gelegenheit parallel dazu am Mauerpark entlang die Lichterballons abzufahren. Ganz nebenbei fuhr ich deshalb auch noch an den beiden Häusern vorbei, in denen ich im Prenzlberg seit 1995 bis Anfang 2013 wohnte, auch das wäre ohne Mauerfall nicht möglich gewesen. Dimitri sagte gestern irgendwo “Ohne Gorbi kein Tresor” und ohne Wiedervereinigung kein Techno wie wir ihn heute kennen, möchte ich noch hinzufügen.
Natürlich fand sich darüber auch einiges in den Medien, zwei Artikel möchte ich verlinken. Erstens Felix Denk’s “Das kurze Glück der Anarchie”, welches auch dieses Set von mir aus dem Tresor’91 enthält

Zum zweiten habe ich dazu dem Bayrischen Rundfunk ein Interview gegeben, daraus entstand dieser Artikel (mit dem Malus das ich als Organisator von Tekknozid bezeichnet werde, dem ist bekanntlich nicht so):
130 bpm deutsche Einheit

Das Bild oben habe ich aus dem Artikel, ist direkt von meinem Loveparade Panzer geschossen worden, wie man am ragenden Rohr erkennt, kannte ich noch nicht :D

    Update:

hier noch der Artikel von NPR, quasi der Deutschen Welle er USA “In Berlin, A Beat That Bloomed From Rubble”

8. November: Book Release in englisch: Der Klang der Famile – Berlin, Techno and the Fall of the Wall

Nächste Woche Samstag gibt’s in der Berghainkantine den Release der englischen Version des Buchs “Der Klang der Familie”.
Ich bin ein bisschen traurig das ich nicht dabei sein kann, weil ich in Polen auf der Mayday versuchen werde die Tracks von damals zu vermitteln. Aber ihr solltet da hin gehen, es haben sich auch viele von den Protagonisten des Buchs und der Doku angesagt, die im Anschluß mit englischen Subtiteln gezeigt wird.
Und hier nochmal die ganze Doku zum schmackhaft machen

Die E-Werk Party bevor es das E-Werk gab

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Schon bevor das E-Werk anno 93 seine Pforten so halböffentlich öffnete gab es da schon ab und an Parties, das hier muß so anno Sommer 90 gewesen sein, wenn ich mich recht erinnere, in der Schaltzentrale des E-Werks. Ich schätze einige dürften sich hier wiedererkennen :D

E Werk Warte Berlin – Party 90 er from Rene M on Vimeo.

(via Jauche)

Die Oral History des Münchner Ultraschall


Sven VT did it again, hat sich die Protagonisten des Ultraschall geschnappt und diese die Geschichte dieses für München so wichtigen Clubs erzählen lassen. Ich war in beiden, dem Original auf dem alten Flughafen München Riem und dem Nachfolger auf dem Kunstpark Ost Gelände oft und habe da immer sehr gerne aufgelegt, allein wahrscheinlich schön deshalb weil es so unmünchen war. Wie einige in dem Artikel auch, fand ich jedoch die erste Inkarnation besser, nicht nur wegen dieser surrealen Location auf einem Flughafen, auf dem ich vor kurzem noch eingecheckt hatte, sondern auch weil mir das Saufmeilenambiente des Kunstpark Ost nie wirklich gefallen hatte, auch wenn man das, erstmal im Ultraschall drin, sehr schnell vergessen hatte.
Beiden zueigen war jedenfalls ein sehr klirrender, kalter Sound, was wahrscheinlich mit den reflektierenden Fliesen an den Wänden zu tun hatte, das paßte aber unglaublicherweise sehr gut zum musikalischen Programm.

Nightclubbing: An Oral History of Munich’s Ultraschall

Update: gerade wurde mir eine virtuelle Besichtigung des Clubs von Christian Seiler und Patrick Gruban und zugespielt, die bereits seit 1995 im Netz ist