6 Jahre Boiler Room, das Interview


Boiler Room, einige lieben ihn, einige hassen ihn. Ich weiß noch, als die Berliner Ausgabe noch relativ neu war und wir uns auf Facebook zum lästern verabredeten. Natürlich ist so ein Format immer voyeuristisch, aber ich verdanke ihm auch nicht wenige grandiose Sets und nicht zuletzt auch einen eigenen Auftritt dort und weiß das die Leute die dort arbeiten dies mit sehr viel Herzblut tun. Ich finde es großartig auch in andere musikalische Szenen von zuhause eintauchen zu können und den state of Dubstep oder Drum & Bass via VDSL auch am Rand von Berlin checken kann. Klar ist das ein zweischneidiges Schwert, was die Entwicklungsphasen von Szenen angehen kann und es gab auch Ausgaben die ziemlich in die Hose gingen (Richie Hawtin mit Grimes anyone?), aber grundsätzlich finde ich persönlich das der Boiler Room das Internet noch ein bisschen geiler gemacht hat.
Hier ist das Interview zu 6 Jahren Boiler Room mit Gründer Blaise Belville dazu

Download: Hörspiel “The Future Is Ours – Als Techno durch die Decke ging”

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Hatte ich zwar schonmal, gibt’s aber jetzt zeitlich begrenzt zum Download und könnte zeitlich kaum besser kommen als zur am Samstag anstehenden TEKKNOZID. Ein kleines Hörspiel von Maike Wüllner über die Ursprünge von Techno, hauptsächlich Berlin und alle kommen zu Wort, Wolle, Motte, Laarmann, Dimitri Hegemann, Johnny Stieler, Arne Grahm, icke, unterlegt mit einer wirklich gelungenen Musikauswahl aus der Zeit.
Wurde seinerzeit so beworben:
1989. Die Wende. Im gerade wiedervereinten Berlin herrscht ein neues Lebensgefühl und liefert die perfekten Bedingungen für eine neue Subkultur: In leer stehenden, vergessenen Kellern entstehen Clubs. Mit neuem, urbanem Sound. Und diese Musik schafft das, was die Politik lange Zeit nicht erreicht: sie vereint. Zumindest die unterschiedlichsten Leute auf einer Tanzfläche, mit einer Musik, mit einer Art, zu feiern. Diejenigen, die damals die Tanzfläche beschallt haben, sie gebaut haben oder auf ihr standen, erzählen, wie in den Trümmern der Berliner Mauer die Subkultur Techno groß wurde. Und dass die Raver schon bei der zweiten Loveparade 1990 wussten: „The Future Is Ours“!

Download hier, lohnt sich!

(via Mike Litt)

Mit der Frankfurt Posse im Love Train zur Loveparade 1992

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Es begab sich im Jahr 1992, das die Frankfurt Posse mit einem Sonderzug charterte und zur Love Parade nach Berlin fuhr. Schön das das jemand dokumentiert hat und zwar nicht nur die Fahrt, sondern auch die Loveparade und das Feiern. Teil 1 geht bis zur Rückfahrt und man sieht viele auch heute noch bekannte Gesichter in ganz jung. Dazu natürlich auch noch viel Mode der Zeit und viel Musik von damals

(via Electronic Beats)

Apropos Musik von damals: einiges davon wird man mit Sicherheit heute auf der Walfisch Revival Party im Kitkat Club hören können. Ich weiß es, ich leg da auch auf.

136 UK Rave Tapes

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Das sind die Tapes, bevor sie auf CDs wechselten, die seinerzeit in diesen voluminösen Hüllen verkauft wurden, die an Serien auf VHS erinnerten und manchmal auch den Weg hierher fanden. Ich hatte mir davon mal einige allein wegen des der exorbitanten Verpackung mitgenommen, weil ich das von hier nicht kannte und famos fand, diese vergänglichen Momente so aufgebretzelt präsentiert zu bekommen.
Bei Archive.org lagern nun 136 ca. einstündige Tapes davon was theoretisch einen durchgängigen 5 Tage Rave ergibt. Sollte also gut durch die Arbeitswoche bringen, bis wieder Wochenende ist. Die Mitschnitte reichen von 93-97 von LTJ Bukem über Slipmatt und Grooverider bis zu Carl Cox ist wirklich alles dabei was den Sound dort geprägt hat
Wer dann noch nicht genug hat kann die nächsten Arbeitswochen hiermit vertreiben

(via Nerdcore)

Doku Party auf dem Todesstreifen mal wieder in der Arte Mediathek

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Die Doku hatten wir hier schon paarmal, aber jetzt gerade ist sie mal wieder in der Mediathek von Arte. Wer sie noch nicht gesehen hat: lohnt sich! Ist quasi das Supplement zum Buch “Der Klang der Familie”

Der verlorene, spröde Funk von Ubik, Hi Ryze und Autonation, aka David Campbell


So zwischen 1990 und 1993 gab es mal einen Seitenstrang von Techno, den ich gerne den Bleeps zugehörig zurechnen möchte und der quasi von einem Mann alleine geschaffen und beackert wurde. Die Tracks waren nicht unbedingt Dancefloorfiller und das Genre so klein das es nichtmal einen Namen hatte und trotzdem war ich ein Riesenfan dieses verspielten Maschinenfunks. Was heißt war? Diesen Winter habe ich das für mich wiederentdeckt, was der Mann mit dem Allerweltsnamen David Campbell da unter verschiedenen Pseudonymen angestellt hat.
Am bekanntesten wird vielleicht Hi Ryze‘s Cyberia sein, das damals gerne im Zusammenhang von A Place Called Bliss gespielt wurde

Aber unter Ubik ging’s dann so richtig ab, vertrackt, irgendwo zwischen Detroit, Bleeps undf Rave verortet

Autonation schaffte in früher Inkarnation sogar mal den Sprung auf R&S, siedelte aber erst mit der Cyborg Society EP zwischen Hi Ryze und Ubik an

Ich finde diesen Funk gerade wieder sehr wegweisend. Wieder eins von diesen losen Enden das gerne wieder aufgenommen und aktualisiert werden könnte

Gerahmte Mitsubishis


Ein Denkmal für die weißen und rosanen Instant Gude Laune Drops der 90er wäre eh mal fällig, der geneigte Altraver kann sich diese Devotionale nun zumindest anstatt irgendwelcher Medallien, Urkunden oder sonstigen Trophäen in die Vitrine stellen. Mehr “Ich war dabei” geht ja kaum.
Leider gerade Out of Stock

Ergänzende Interviews zur Doku ” Berlin 90 – Der Sound der Wende”

Letztens lief doch diese neuerliche Doku mit vielen bekannten Protagonisten (ich berichtete). Nun gibt es noch ein paar ergänzende Interviews dazu, die allesamt recht unterhaltsam sind und in denen z.B Wolle seinen Tanzflächenkommunismus erklärt, Danielle de Picciotto den Erfolg von Techno in Berlin mit beiderseitiger Schnörkellosigkeit begründet und auch das Stimmungsbild das Ulrich Gutmair vom damaligen Berlin zeichnet finde ich recht gelungen

Die orale Geschichte von Wax Treatment (und zugleich auch ein bisschen von HRST KRZBRG)


Ich war ja nur ein paarmal da, aber es war seinerzeit ein Segen und ein perfect match für Berlin, als Dubstep groß wurde und Hardwax diese Parties im Horst Kreuzberg abhielt.
Hier ist die Geschichte von beiden von den Protagonisten erzählt

Doku: Berlin 90 – Der Sound der Wende

Berlin90

Noch ein Versuch den Geist der Nachwende 90er in Berlin einzufangen und zu vermitteln, mit vielen Protagonisten die man schon aus anderen Dokus kennt, wie Johnny Stieler, Ben DeBiel, Danielle De Piccotto, Motte, Wolle aber auch anderen die noch nicht zu Wort kamen.
Läuft heute auf ZDF Info und ist noch eine Woche in der Mediathek zu finden, ist aber auch schon auf Youtube gelandet: