Rave Strikes Back Interview

ravestrikesback

UPDATE: sogar der Flyer von damals ist jetzt noch aufgetaucht:
Tanith1992Jena

24 Jahre ist das nun auch schon wieder her das ich in der Stadt aufgelegt mit dem wohl verheißungsvollsten Bahnhofsnamen, Paradies, aufgelegt habe. Morgen ist es dann wieder soweit und ich spiele in Jena’s Kassablanca zu Rave Strikes Back. Zum fast 25 jährigen Jubiläum gibt’s dann auch noch ein Interview, das liest sich so:

Tanith, woher kam schon früh bei dir das Interesse für Cyberspace und die damit verbundene elektronische Musik. Gab es da ein “Aha-Erlebnis“?

Das Interesse für Elektronische Musik fing bei mir schon Ende der 70er/Anfang der 80er mit so Sachen wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire, Skinny Puppy an. Dann kam Cyberpunk in Form von Literatur Mitte der 80er Jahre dazu. Also so ein richtiges “Aha Erlebnis” kann ich da nicht bieten, das morphte halt alles so zusammen und spätestens ab Acid war das dann auch richtig rund, also Cyberpunk lesen und per Walkman neueste Acidtapes hören, das war so Zukunft und Cyberspace wie ich mir das immer gewünscht hatte.

Angefangen im Berliner UFO, wo es noch ziemlich eng, klein, neblig und verraucht zur Sache ging. Vermisst du heute diese speziellen Momente von damals? Auch in bezug natürlich auf deine Vorliebe für Rauch?

Eigentlich nein, denn diese Momente gibt’s glücklicherweise immer noch mal wieder. Wenn man jetzt nicht nur von Bookingagenturen in die poshesten Clubs gebucht wird, sondern sich auch selbst darum kümmert, kommt man auch noch in solche Locations und wenn man da freundlich anfragt nebelt und strobt’s auch noch ordentlich.

Tekknozid und Tekkno im allgemeinen mit “Doppel-kk”. Woher kam das, wieso die Mutation des Wortes Techno und wer dachte es sich aus?

Das ist auf Wolle XDPs Mist gewachsen und wird häufig als Härtegrad missverstanden, so war’s aber nicht gemeint. Das sollte damals unterscheiden zwischen unserer Definition von Techno zu der, die z.B. in Frankfurt mit späten EBM und Indianer Einflüssen oder auf den Detroiter Techno Samplern definiert wurde.

In der früheren Zeit konnte man besonders deine Liebe zum Camouflage-Look und vorallem Militärutensilien wie Armyhosen und Panzer sehen (man erinnere an deinen Sowjetpanzer auf der Loveparade). Woher resultierte das, war es eine Art Rebellion gegen “vorherrschende Strukturen“?

Ich bin damals, also schon vor Techno, immer so rumgelaufen, weil die Klamotten billig und praktisch waren. Die vielen Taschen z.B. um Flyer mitzunehmen und zu verteilen. Zudem hat mich fasziniert, wie die eigentliche Tarnung in nicht so vorgesehenem Areal wie Stadt zu Warnung wurde, also sich ins Gegenteil verkehrte. Da kommt dann eins zum anderen und man kriegt plötzlich einen Panzer angeboten, der natürlich einen schönen Kontrastpunkt zu dem ganzen Friede, Freude, Eierkuchen Heitidei seinerzeit abgab. Somit ging das dann los.

Im Jahre 1990 orderte man dich über die Frontpage zum Interviewtermin mit Underground Resistance. Wie hast du dich darauf vorbereitet, wie hast du dich gefühlt und gab es im Laufe des Interviews überraschende Momente?

Ich brauchte mich da gar nicht groß vorzubereiten, weil ich war ja absoluter Fan ihrer Platten. Das Interview fand via Fax statt, da fühlt man wenig, höchstens wenn dann tatsächlich Antworten auf Thermopapier auf dem heimischen Multifunktionsgerät rauskamen. Persönlich kennen gelernt haben wir uns dann erst kurz später, als die, nicht nur aufgrund des Interviews natürlich, endlich im Tresor spielten.

Berlin, du lebst mittlerweile seit fast 30 Jahren dort, was bedeudet diese Stadt für dich persönlich und deinen musikalischen Kosmos?

Auch wenn ich nicht mehr mittendrin, sondern ganz am Rand lebe, Berlin ist Heimat, hier fühl ich mich wohl, die Stadt war immer gut zu mir :D Wenn man die Veränderungen der letzten 30 Jahre so mit erlebt hat, dann bleibt einem wohl auch gar nichts anderes übrig als damit verbunden zu sein. Immerhin, als ich hier ankam stand ja die Mauer noch!
Auch musikalisch bin ich hier nach wie vor gut aufgehoben, die Bandbreite an Clubs und Musikern in der Stadt gibt immer wieder neue Impulse die man verarbeiten oder motivieren können. Ich glaube auch das Klima hier paßt sehr gut zu dem was ich musikalisch mache.

Musikauswahl, du siehst dich besonders nicht als ein Verfechter nur einer Richtung an, sondern eher als Selektor, der auch immer wieder gerne neue Genres ausgräbt. Würdest du das heutztage noch genauso unterschreiben und was ist für dich gerade der “heiße” Scheiß?

Ja, es muß ja schließlich interessant bleiben und dazu muß man sehen was links und rechts vom eigenen Tellerrand passiert, wenn’s paßt nehme ich das gerne in die eigenen Sets mit auf oder kreiere neue Alter Egos wie Tanith BRX für die Breaks damals oder Desastronaut für mehr UK Garage angehauchte Bassline House Sachen. Für mich ist da ein roter Faden drin, den wahrscheinlich nicht alle nachvollziehen können, deswegen trenne ich das gern von den Tanith Sets, obwohl es da, wenn es geht, auch mal Schnittmengen gibt.
DEN neuen heißen Scheiß finde ich momentan nicht, aber es gibt genügend Fäden die gerade weitergesponnen werden, auf ganz unterschiedlichen Gebieten, Special Request, Joe Farr, Dax J, Chambray, Luca Lozano, oder das was Low Stepper teilweise auf seinen Simma Labels rausbringt, oder das Night Bass Label, oder.. oder.. also an heißem Scheiß mangelt es definitiv nicht, nur besonders neu klingt der meist nicht, sondern spinnt halt nur Fäden weiter, das aber oft sehr zu meiner Beglückung.

Du erhieltest auch mal eine Remixanfrage von Rammstein, wie bist du damit umgegangen und was ist daraus geworden?

Ich hab mich einfach mit ein paar versierten Leuten in ein Studio verkrochen und drauf los gemacht. Am Ende wurde er dann doch nicht released, weil irgend wer was dagegen hatte, Majors halt.

Silvester sah ich mir ein Konzert der Einstürzenden Neubauten im mittlerweilen schicken Radialsystem zu Berlin an. Alles pikfein, kein Dreck, geordneter Bühnenaufbau, kein Ausflippen der Künstler. Die Zeit hat sich gewandelt. Hörst du dir auch heute noch alte Einflüße aus Industrial und Independent privat an und sieht man dich auch mal auf Konzerten?

Naja, mit den Neubauten war es eigentlich auch schon vorbei als sie mit dem Speed und Koks aufgehört und das gegen Literatur und Schönklang eingetauscht haben, irgendwo im Sinne der Lebenserhaltung verständlich, aber seitdem interessiert mich das nicht mehr sonderlich.
Industrial und artverwandtes höre ich auch heute noch gerne, würde sogar sagen davon ist viel in den Techno aufgegangen, wie ich ihn verstehe. Auf Konzerten sieht man mich hingeghen eher selten, wer Skinny Puppy von 83 bis 88 live erlebt hat oder auch Throbbing Gristle, SPK und andere, dagegen ist heute eher alles weich gespült, was natürlich nicht zuletzt auch an den Auflagen liegen mag. Jedenfalls ist man damals aus solchen Konzerten anders rausgegangen als man reingegangen ist und das habe ich eigentlich seit Mitte der 90er bei Konzerten nicht mehr erlebt, von daher ist das eher selten geworden.

Wir freuen uns besonders auf dein Set im Kassablanca, was kann der Gast an diesen Abend von dir erwarten?

Abfahrt und Katharsis :D

Danke für deine Zeit & see ya in the Dancefloor*

Auf der Rave Strikes Back Seite gibt’s dann auch noch mehr Bilder vom damaligen Gig

Kommt gut rüber und bis bald im neuen Jahr. Für beides hab ich was


Ich verabschiede mich für dieses Jahr, war schön mit euch, kann ruhig so weitergehen. Und wer mit mit das neue Jahr begrüßen will, der kann das gerne im Suicide zum New Years Eve. Das Programm verspricht einiges:

DJ Tanith
Wolle XDP
BENI alias SDX
DJ MORI
KOLJAH
Axiom

Tent Floor:
ERICH LESOVSKY
Benno Blome
JACOB RICHTER
DJ ARZT
MITCH

Meine Zeit ist von 2-4, also genau richtig. Wird das ein Spaß mitten durch’s Feuerwerk durch Berlin zu fahren :D

Wer dann am Samstag soweit wieder hergestellt ist, dem lege ich folgendes ans Herz:

Lost in Time ist in erster Linie eine richtige Jungle und UK Hardcore Party mit
Nicky Blackmarket
Bleed
CGB-1
UTA
DJ Geil
und MC Fatman D

Wolle und ich beschallen den Nebenfloor mit Acid und verwandtem. Ich werde sicher nicht nur auf unserem Floor sein, sondern mir auf jeden Fall auch den Hauptfloor geben und dort abfeiern.

Dazu noch zwei Mixe aus den Comments der Veranstaltung gefischt, die hier gerade rauf und runter laufen

Liquid Wax Recordings Tribute Mix by Dave Junglist on Mixcloud

Nächste Woche, 2.12., icke Boilerroom

Bas-Mooy-Berlin-Flyer1

Premiere! Ihr könnt mir also bequem vom Sofa aus zugucken, was mich natürlich extrem freuen würde :D
Der Rest des Lineups liest sich auch formidabel, ich fühl mich gut aufgehoben da.

Music Ahead, Plattform für informellen Austausch der Clubszene im Ritter Butzke 29.10 – 12.11

Im Ritter Butzke findet an 3 aufeinander folgenden Donnerstagen ein sehr breit gefächerter Austausch über wirklich auf den Nägeln brennender Dinge statt, die sonst eher bei launigen Gesprächen im Backstage angerissen werden.
Das Programm von Music Ahead sieht folgende Punkte vor:

29.10. // BACKSTAGEDINNER
Gruppe 1: Den Algorithmus kuratieren. Programmfragen. Clubs. Leitung : Ben de Biel & Daniel Meteo & Heiko Zwirner
Gruppe 2: Strategien der Wirtschaftlichkeit: Verwertungsgesellschaften, Verlage, Lizenzierung, Synching. Leitung: Tobias Hagelstein
Gruppe 3: Festivalisierung und die Folgen für die Clubkultur. Leitung: Raimund Raintjes, Claudia Schwarz
Gruppe 4: Netzcommunities: Was kommt nach SoundCloud und Facebook? Leitung: Marcus Beckedahl

05.11. // ACADEMYTAG & COMMUNITY SESSION
Technologien im Club: Haben neue Technologie im Club noch einen Platz? Oder sind wir wieder in der Saturiertheit der 80er angelangt? Leitung: Jens Bollmann
Vermarktungsstrategien für Labels in Zeiten des digitalen Overkills – sind Streams das Ende kleiner Labels? Leitung : Aroma P.Schmidt
ab 22 Uhr Community Session: In einer Art Krautrock-Happening kann man zusammen live spielen. Es wird ein zentrales Tool zur Verfügung gestellt, in das man sich Plattform-übergreifend einklicken kann.

    1. // DISKURSTAG (PUBLIC DAY)
      17 Uhr: Panel 1, Vorstellung der Ergebnisse „Technologie”
      19 Uhr: Panel 2, Vorstellung der Ergebnisse „Kultur”
      Anschließend informelles Beisammensein und weiterführende Gespräche

Ich bin gleich am ersten Tag mit von der Parie und zwar werde ich im bold hervorgehobenen Panel, u.a. mit Marcus Beckedahl, meinen Senf zu Social Media dazu geben. Leider ist dieser Part nicht öffentlich, aber welcher Backstage ist das schon? Die Ergebnisse werden dann, unter anderem, am letzen Donnerstag, der öffentlich und kostenlos ist, präsentiert

Jetzt offiziell: Tekknozid 10.10.2015


Jetzt wo es offiziell ist kann man die Katze mal aus dem Sack lassen. Gemunkelt wurde ja schon länger und ein paar Leaks gab es auch schon. Yes, Tekknozid is back.
Noch ist allerdings nicht alles bekannt, neueste Infos gibt’s hier oder halt hier bei mir.
Ich freu mich drauf :)

Programmhinweis: Icke heute auf BLN.FM bei Maschine brennt

Maschinebrennt3
Olle Mad Max hat ja jetzt einen festen Sendeplatz auf BLN.FM und mich gefragt ob ich nicht mal in seine Sendung Maschine brennt kommen will. Natürlich hab ich nicht lange überlegt und wir haben dann bei ein paar mitgebrachten akustischen Perlen aus der Zeit bis 1995 über alles mögliche gequatscht. Das Ergebnis kann man heute abend um 20:00 hier hören. Weitere Sendeplätze sind Mittwoch um 21:00 und am Sonntag nochmal um 22:00. Wenn die Sendung dann auf Soundcloud geladen ist verlinke ich natürlich wieder

Programmtip: Sonntag 10:00, FluxFM, Icke bei Spreeblick


Johnny Häuslers Spreeblick Talk auf Flux FM gehört für mich zu den Highlights der Berliner Radiolandschaft und so brauchte ich nicht lange überlegen, als Johnny mich fragte ob ich nicht mal Gast in seiner Sendung sein wollte. Ein Termin war schnell gefunden und die eine Stunde Palaver über Techno, Digital Djing, Dampfen, Blogging und was wir sonst noch so alles streiften, schnell vorbei.
Der Sendetermin ist jetzt am Sonntag, die Wiederholung am Montag von 22:00 bis 24:00 und danach auch auf Soundcloud zum Nachhören, was ich selbstverständlich verlinken werde.
Ach ja, ein paar eigene und fremde Tracks hab ich natürlich auch mitgebracht.

Tanz mit mir in den Mai

Erstmal sorry für die Funkstille hier in den letzten beiden Tagen, aber es hieß zwei gänzlich unterschiedliche Sets für die heutige Nacht vorzubereiten, Doppelbooking, ganz so wie früher!

maifestspiele6
Ganz wie früher wird’s dann auch beim ersten Stop klingen, bei den Maifestspielen 6.0 im ://about blank sind außer mir nämlich auch noch Alec Emire und Ilsa Gold zugange und angeregt von der Facebookgruppe über die ich in letzter Zeit viel gepostet habe, sind da diesmal auch einige durch diese wieder in Eriunnerung gerufene Perlen dabei, soviel ist mal sicher.
Dort mache ich den raverentnerfreundlichen Anfang von 0:00 bis 2:00.
Weiter geht’s im So36:

longtimenosee
Hier kommt dann traditionell mehr aktuelles, härteres zum tragen.
Longtime No See meint, wir hatten ja schon lange kein Montech mehr! Genau besehen exakt ein Jahr lang, da hatte die eingestellte Veranstaltungsreihe nämlich ein Revival, das so gut war, das man es dieses Jahr wiederholt. Mit an den Decks sind Wolle und Nico. Ich ab 4:00, dann Nico und das Ende macht Wolle, der, wie ich ihn kenne, kein Ende finden wird.

Ich freue mich diesmal eine Schar aus ganz Deutschland mit im Pulk zu haben, die zu beiden Veranstaltungen mitkommt, auch das ist diesmal wie früher. Wer sich anschliessen mag, nur zu!

Desastronaut morgen im Archiv in Potsdam


Endlich mal wieder Potsdam, liegt zwar quasi um die Ecke und ich kenne viele Leute die da wohnen, trotzdem bin ich viel zu selten da, und dann gleich noch als Desastronaut!
Los geht das Ganze schon um 22:00 und ich lege mit olle Gaya Kloud auf, der das auch veranstaltet und organisiert.
Alle weiteren Details hier

10 Jahre Netzpolitik PARTYYYY!


Ich laß die Katze mal so halb aus dem Sack, der secret Desastronaut Gig am kommenden Freitag gehört zu der Sause von Netzpolitik.org.
Tagsüber gibt’s im Kesselhaus der Kulturbrauerei Vorträge und abends gibt’s dann eben Party, wo neben mir auch so illustere Gestalten wie
Fresh Meat
Barbnerdy
Tasmo
Por.no
Arne Bense (Stil & Bense)
Musikat
Musik zum Besten geben. Die Location ist, wir sind hier schließlich in Berlin, aus diversen Gründen geheim, man kann sich aber auf die Party Mailingliste setzen lassen und kriegt dann Bescheid. Mehr dazu hier