Thema der Woche 225: Wahnmache oder Mahnwache? Was bringen die Montagsdemos?

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Sorry für alle Voter, das Thema “Wenn Tanith einen Club eröffnen würde” hatten wir tatsächlich schonmal, viel hat sich da nicht geändert, so das ich das zweitplazierte genommen habe. Dafür bin ich gestern extra mal zu dieser Montagsdemo gefahren um mir selbst ein Bild von der Sache zu machen. Um’s kurz zu machen, einfacher wurde es dadurch nicht. Ich blieb nur ca. eine Stunde, mir ging es auch gar nicht so sehr um die Reden die da geschwungen wurden, ich wollte sehen wie sich das zusammensetzt und muß bestätigen das es dort tatsächlich bunter wirkt als es im Internet rüberkommt. Da war wirklich alles dabei vom Friedrichshainer Hipster bis zum Anzugsträger von der Oma bis zum nunja, Regenschirm mit Popps’s Plan B drauf. In dem Bunt ist also auch Braun enthalten, der erste auf den ich aufmerksam gemacht wurde war dieser Fitzek von NeuDeutschland gleich in der Nähe der Bühne und deren Konsorten, wie Elsässer, mehr. Ich schätze die Zahl in der Zeit als ich da war auf ca. 1500, also auch nicht mehr als in den Wochen zuvor. Ich kam just im Moment der Rede von diesem Heiko Schrang, auch so ein VTler, der einerseits recht wüst in Immobilien macht, andererseits gegen das Geldsystem wettert und gerade ein Buch rausgebracht hat das sich liest wie die Hitparade der beliebtesten Verschwörungstheorien, die ollen Thesen aber als ungeheuer neu und ganz anders anpreist. Also wieder einer aus diesen Kreisen um Elsässer und Popp, die dort offensichtlich Kunden fischen wollen und sei es nur das sie keine Mainstreammedien mehr lesen, sondern eben ihre Bücher oder die Plattformen auf denen sie vernetzt sind.
Darin mag auch die Stagnation der Besucherzahlen bedingt liegen, denn wer will schon in diesen Dunstkreis geraten? Und das ist schade, denn ich kann sehr gut das zunehmende Bedürfnis auf die Straße zu gehen nachvollziehen und glaube nach Inansichtnahme, das da wirklich mindestens 80% völlig unbedarft naiv auch genau das tun, nur ist das durch die Einflußnahme dieser Spackenfraktion von Verschwörungstheoretikern und Reichsdeutschen die dort Kreide fressen und Reden schwingen, während ihre sonstigen Aussagen in eine ganz andere Richtung gehen, korrumpiert.
Aber wo sollen die Leute auch sonst hingehen? Das muß sich die inhaltlich zerstrittene, mimosenhafte Linke mittlerweile wirklich vorwerfen lassen, da kommt diese nicht sonderlich helle Lampe von Mährholz und wirft ne Demo, die sich in Folge wie ein Schwamm mit allem vollsaugt was sich gerade mobilisieren läßt, dabei will er weder rechts noch links gelten lassen und somit ist dem Unheil natürlich Tür und Tor geöffnet, zumal der Typ offensichtlich eh VT angeschackert ist, wenn ich den Zusatz zum Friedensaufruf gehen die FED sehe. Und die ganzen Organsisationen die vor der Demo, zurecht, warnen? Man hört seit Wochen immer wieder mal das man da etwas plane, passieren tut aber nichts. Auch das ist schade, denn ich vermute das dort geködert wird was das Zeug hält und da das in erster Linie mit Leuten passiert die gerade zum ersten Mal Rumpolitisieren vergibt man eine Chance die Leute dort abzuholen wo sie sind und das den Rechtspoulisten mit den verschwurbelten oder einfachen Antworten zu überlassen. Das die in dieses Vakuum preschen und es mit Bravour schaffen sieht man daran wie sich die Sache im Internet ausnimmt, sei es in Facebookgruppen oder in Kommentaren zu dieser Bewegung, krassestes Beispiel das ich da lesen mußte: “Ich will Frieden und wenn es durch eine Kugel in den Kopf von Rothschild sein muß”. Dazu kommt eine Kritikunfähigkeit, die jegliche Kritik als Angriff wertet, und entsprechend behandelt, das kann dann auch sehr schnell und sehr oft im morastig-trüben enden:
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Das ist die zunehmend häßliche Fratze dieser Mahnwachen im Internet und die traue ich eigentlich dem Großteil derer die ich dort gesehen habe und denen, von denen ich weiß das sie dort hingehen, eher nicht zu. Dieses je abstruser, desto realer ist aber so präsent und nimmt Formen an, die schlecht zu ignorieren sind, so das ich mich da auch künftig von fernhalten werde. Es fühlt sich nicht richtig an für Frieden zu demonstrieren und im gleichen Zug damit Ideen zu unterstützen, die im Endeffekt das genaue Gegenteil bewirken.

Thema der Woche 226: Themen bitte hier rein

Themen in die Kommentare schreiben, ich setze Mittwoch den Poll auf, bis Freitag kann gevotet werden, Anfang nächster Woche hat das Siegerthema einen Text von mir. Strictly: keine Personen oder Läden der Vergangenheit, die nehm ich nicht mehr mit rein!

Warum knallt das MDMA/die Pillen nicht mehr so schön wie früher?

Mich darf man da eigentlich nicht fragen ich bin da ja schon ewig raus, aber gefragt habe ich mich auch desöfteren schon, wo all die schönen Gesichtsentgleisungen, Jabberjaws und sonstigen Freidreher geblieben sind. Früher war das ja das eigentliche Fest, am Ende einer Veranstaltung, wenn das Putzlicht anging, den Rest vom Fest zucken zu sehen, von zum Kaputtlachen bis zum Fürchten war da alles dabei und wehe man schenkte dem Falschen kurz Aufmerksamkeit, Ruckzuck hatte man einen dadaistischen Laberflash an der Backe, “Einer flog über’s Kuckucksnest” war ein Scheiß dagegen. Ich möchte nicht behaupten wollen, das das heute gar nicht mehr passiert, aber es ist doch auffällig selten und oft anders induziert geworden.
Letztens rauschte bei mir eine Warnungsmeldung über extrem potente Pillen durch die Timeline und ich fragte mich, ob mittlerweile vielleicht die durchaus erwünschte Nebenwirkung des Kontrollverlusts irgendwie rausdestilliert wurde. Wenn ja, warum? Ich kenne jetzt die aktuellen Preise nicht, zahlt man für diese Lightvariante am Ende sogar mehr als für das was damals so richtig ballerte. Wieviel nimmt man davon, oder braucht’s am Ende vielleicht sogar 3 bis man was merkt? Wir konnten noch halbieren und vierteln und es reichte durch die Nacht.
Vielleicht liegt’s ja auch daran das die Partydroge nicht mehr so knallt, das Geschmeisse war eine verbindende Sache, man teilte die Dinger untereinander, heute braucht wahrscheinlich jeder eine Ganze um überhaupt was zu merken. Wahrscheinlich würde vor einer Mitsubishi heute auch gewarnt werden. Ich weiß es nicht.
Meine Lieblingsthese aber ist, das die unterstützende Wirkung der Musik fehlt, weil diese heute für andere Zustände komponiert wird. Ich meine, diese euphorisierende Naivität in der Musik, die zu den Hochzeiten des MDMA allgegenwärtig war, gibt’s ja heute eher nicht mehr so und als die Pillen schlechter wurden kam Trance, als die Pillen nicht mehr wirkten kam wahrscheinlich Minimal auf, kein Wunder das dann Keta und GBH übernahmen. Ich vermute mal das MDMA mit denen im Mischkonsum nicht funktioniert, was eine weitere Erklärung wäre.
Vermutlich hat aber auch einfach nur jede Droge ihr eigenes Zeitfenster wo sie so richtig knallt, weil sie paßt, so das die Teile heute so stark sein könnten wie sie wollten und es knallt nicht mehr so richtig.

Thema der Woche 225: Themen bitte hier rein

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Thema der Woche 223: Homosexualität in der Technoszene

Eigentlich schon bezeichnend das sowas wie Homosexualität überhaupt Thema ist, sollte es doch eine Selbstverständlichkeit sein, über die man nur wenig Worte verlieren muß. So egal wie Herkunft und Aussehen im Techno sind, so egal ist eben auch die sexuelle Ausrichtung. House und Techno verdankt den Schwulen und Lesben eine ganze Menge was Musik und Feierkultur angeht und ich als Hetero bin froh das ich somit einer Kultur angehöre, die nicht solche unnötigen Probleme wie Fußball oder anderen Musikkulturen produziert, wo es nach wie vor eine Menge Mut bedeutet und Karrieren zerstören kann, wenn man sich zu seiner Sexualität bekennt. Seit jeher haben Heteros und Homos im Techno zusammen gefeiert, gestaltet und gearbeitet und vielleicht ist ein bisschen davon ja sogar im Mainstream angekommen, wenn man sich ansieht, welche Akzeptanz das hierzulande, im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich oder Russland, geniesst, was ja nun auch nicht immer eine Selbstverständlichkeit war. Womit ich nicht sagen will, das für Homosexuelle hierzulande gesamtgesellschaftlich alles zum Besten steht, solange z.B. Gleichgeschlechtliche Paare nicht die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben wie in einer Ehe, aber es war ja nur nach Homosexualität in der Technoszene gefragt.

Thema der Woche 224: Themen bitte hier rein

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Thema der Woche 222: Kreuzallergien


Ok, ich weiß Kreuzallergien sind eine fiese Sache, Heuschnuppen und dann auch noch vielleicht keine Nüsse essen dürfen, schlimm, ehrlich. Nur ich bin in keinster Weise davon betroffen, kann also wenig dazu beitragen, geschweige den Praxistips geben. Um das Thema dennoch gebührend zu behandeln möchte ich über eine etwas andere Art der Kreuzallergie berichten, der ich in meiner Zeit als Zivi angesichtig werden durfte und die ich bis bis dahin eher im Reich der Fiction oder Fantasy verortete. Also, es begab sich das ich desöfteren einen Bus begleiten mußte, der sogenannte Behinderte fuhr, mir wurde schon im Vorfeld erklärt das das ganz besonders spaßig wird wenn der Antichrist mitfährt, weil wir dann jegliche Kirche weiträumig umfahren müßten, da das nicht gut für die anderen Insassen wäre. Die Sache war schon fast vergessen und deshalb hat wohl auch keiner mehr dran gedacht, als eines Tages dann mal eine Baustelle über einen anderen Weg führte und dann passierte es. Keine Kirche zwar , aber ein Krankenhauseingang über dem ein massives riesiges Kreuz angeracht war und ab ging’s der sonst ruhige und unauffällige Autist. Der schrie wie am Spieß, schlug um sich und zeigte panisch, mit weit aufgerissenen Augen, auf den Christenprügel, man hatte das Gefühl es hätte nicht viel gefehlt und der Typ wäre wie Graf Dracula zu Staub zerfallen. Unnötig zu erwähnen das die Panik auf die gesamte Besatzung des Busses überschlug und wir zwei Zivis mit der Situation komplett überfordert waren, die so plötzlich und unvermutet über uns herein brach. Eine Kakophonie aus Heulen, Zittern, Stöhnen und Wehklagen aller Mitfahrer brach sich Bahn, als wären wir direkt im Höllenexpress gelandet und Antichrist ließ sich auch nicht mehr beruhigen. Der folgende Weg mußte also zum Schutz der weiteren Insassen wiederum geändert werden, da Antichrist eigentlich am Schluß der Fuhre ausgeladen wurde. Nun war aber angesagt den möglichst schnell ans Ziel zu bringen, auf das wenigstens beim Rest wieder Ruhe einkehren konnte und dabei immer schön drauf achten das bloß kein Kreuz unseren Weg kreuzt. Es waren so die längsten 10 Minuten meines gesamten Zividienstes und auch meine einzige Begegnung mit Kreuzallergie überhaupt.

Thema der Woche 223: Themen bitte hier rein

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Thema der Woche 222: Themen bitte hier rein

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Thema der Woche 221: Ordungsämter – und wie Clubs und Veranstalter mit Ihnen auskommen, müssen, sollten, können

Ich glaube da liegt eine Verwechselung vor, solange man keine Open Airs in öffentlichen Parks abhält hat man als Club oder Veranstalter für gemeinhin eher weniger mit diesem Amt zu tun. Die Hölle sind eher Bauaufsicht, Umweltämter und derer mehr, die zwar alle irgendwo ihre Berechtigung haben, aber wie das in Deutschland nunmal der Fall ist, gerne bis ins kleinste Kleindetail gehen, bzw gerne von der Konkurrenz instrumentalisiert werden. Auskommen heißt in diesem Fall meist, die sitzen am längeren Hebel und man muß, wie es so schön heißt Folge leisten. Es ist jedoch immer von Vorteil sich schon im Vorfeld bekannt zu machen und mit den zuständigen Personen auf gutem Fuß zu stehen, so das zumindest die Ermessensspielräume weiträumig ausfallen und ein Ansprechpartner bei Problemen da ist. Was sich natürlich schwierig gestalten kann, wenn das Personal ständig wechselt.
Im Grunde verhält sich das wie überall anders bei Behörden auch, man sollte um die ganzen Paragraphen und Gesetze Bescheid wissen um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, Cheats und Workarounds sind ja nicht nur in diesem Segment Real Life eher unzuverlässige Kandidaten um den Endgegner zu besiegen und wer meint, bloß weil man es selbst ist gelten die Regeln an denen sich die anderen auch abarbeiten nicht, well, there’s a thin line between Naivität und Größenwahn.
Das soll nicht heißen das ich alles gut heiße was da an Regelwerk und Gesetzen existiert, die Überregelung führt auch hier oft einfach nur dazu, das einfach mehr Geld für Humbug verbrannt werden muß und Einstiegshürden unverhältnismäßig hoch gelegt werden und sicherlich gab es Zeiten in denen das alles einfacher zu bewerkstelligen war, für alles andere gibt’s immer noch die Illegalität, mit allen Risiken die sie nunmal birgt.
Aber zurück zum Ordnungsamt, wenn man sich in Parks mit seinem Open Air, zumindest in Berlin, nicht gerade an prominenter Stelle aufbaut, also da wo z.B. Familien mit ihren Kindern die Erholung suchen, was ja auch deren Recht ist, Lautstärkelimits einhält und um spätestens 22:00 Schluß macht, kommt man meist sogar mit dem Ordnungsamt klar, so ist zumindest meine Erfahrung hier bislang gewesen. Wenn danach natürlich nicht aufgeräumt wird, beim ersten Kontakt mit Polizei oder Ordnungsamt gleich der laute Anarcho rausgekehrt wird, dann muß man sich nicht wundern wenn diese Ämter irgendwann von dem Treiben die Nase voll haben und auch nachfolgende Veranstaltungen anderer genervt auflösen.