Thema der Woche 116: Das Loveparade Desaster
Tja, da hat sich aber auch wirklich keiner mit Ruhm bekleckert, seien es Veranstalter, Stadt, Polizei, die sich danach und bis heute gegenseitig die Schuld zuschieben, aber auch die üblichen Technogazetten, die im Vorfeld hyperventilierend für den Event Werbung machten, um danach in den großen Chor der Kritiker miteinzustimmen oder auch ein gewisser Herr, der sich effektvoll von Boulevardmedien dabei ablichten ließ wie er eine Woche später vor dem Ort des Geschehens zusammenbrach – um dann abends doch bei einer Großveranstaltung vergnügt auflegen zu können.
Sicherlich nicht ganz einfach in solch einem Falle das richtige Maß an Pietät an den Tag zu legen, aber was da im Nachhinein alles an ekligem Ego und geheucheltem Bedauern, nicht nur von der Politik, von denen man das ja gewohnt ist, abgesondert wurde, das war und ist schon harter Tobak und war, wenn man den noch brauchte, der letzte Beweis das die Sache so tot ist wie es nur tot sein konnte. Was mal als harmlos naiver Umzug einer kleinen Meute enthusiastischer Andersseiender angefangen hatte, ist zum Spielball und Prestigemonstrum für Leute verkommen, die von der Sache nicht den blassesten Schimmer hatten und die damit auch gar nicht hatten zu tun haben dürfen. Für mich war das ja schon anno 97 der Grund zu sagen, das ich damit nichts mehr zu tun haben will, aber es brauchte wohl noch ein paar Jahre und eine dumme vermeidbare Katastrophe um das so offensichtliche zutage treten zu lassen.
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