David Meiser – Dark Legacy Album

Für mich bislang das Album dieses Herbstes. David Meidser kennt man schon geraume Zeit von Releases auf Nachtstrom, AFU Limited oder Reaktor. Dabei ist seine Soundcharakteriktik immer sehr klar zu erkennen, die für mich sehr von frühen Underground Resistance beeinflußt zu sein scheint, ohne diese jeoch zu kopieren. Dark Legacy ist ein facettenreiches Album wirklich ohne Füller geworden, das es zudem noch als, wie oben gezeigten, schicken USB Stick zu erwerben gibt.

3 x Dubstep

Eine herbstliche Welle Dubstep ergiesst sich aus meinem iPod, auf dem Gebiet ist gerade das Albumfieber ausgebrochen.

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Zuerstmal, Burial -Untrue, das mit Spannung erwartete zweite Album, nach dem Meilenstein des letzten Jahres. Meine Befürchtungen das ihn der Mut verlässt und entweder etwas sehr banales oder sehr anderes herauskommt wurde zuerst befeuert von Interviewfetzen, die besagten, das es diesmal musikalischer und vocallastiger zugehen sollte, dann aber wieder durch die Vorauskopplung Ghost Hardware abgeschwächt. Insgesamt dann doch der klare Nachfolger des selbstbetitelten Erstlings. Die eingearbeiteten Vocals machen einen Soundtrack der nach Afterhour einer 2Step oder Jungleparty klingen lässt. Die herbstliche Melancholie des Vorgängers bliebn erhalten und die Kunst Vocals einzubinden, die sich nicht dominant über die Musik legen, sondern einen zusätzlichen Layer darstellen, die das Gesamtbild unterstützen kann man als durchaus gelungen bezeichnen.

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Hotflush’s Labelcompilation Space And Time bietet dann mehr basslastige Kost, angefangen von Si Beggs Bearbeitung von Toasty’s “Angel” und dasselbe von Vex’d mit Toasty’s “The Knowledge über Intex Systems, über Boxcutter (dessen Beiträge hier mir viel mehr zusagen als sein neues Album “Glyphic“). Search & Destroy liefern nach langer Pause mit “No Big Deal” wieder mal einen minimalen Tiefstwobbler feinster Sorte ab und Labelowner Scuba trägt mit “Out There” ebenso seinen Status Quo an athmosphärischer Bassmassage ab. Vaccine, die Dubstepperin aus den Staaten legt hingegen sanfte Roller hin, die längst vergangenen Drum & Bass Zeiten heraufbeschwören, als z.B. noch auf der Metalbox von Metalheads experimentiert wurde.
Wer wahlweise nicht warten kann bis der Sampler zu erwerben ist oder danach noch nicht genug hat, für den gibt es zur Komplettierung auch noch einen Teasersampler mit 3 weiteren Tracks.

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Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich Pinch mit seinem ersten Album “Underwater Dancehall. Dankenswerterweise wurden zu der CD mit den Vocals auch noch die Instrumentals mitgeliefert. Die Versionen mit Gesang und Stimme hauen hier nicht in so einem Guss wie bei Burial hin und wirken aufgepfropft, als wären die Instrumentals zuerst fertig gewesen und dann hätte man noch die Stimmparts drübergebügelt, aus was für einer Veranlassung auch immer. Bewirken tut das bei mir nix, erinnert höchstens an die Zeit als das jeder bei den NuSkool Breaks auch meinte machen zu müssen, in der Hoffnung neue Märkte zu erreichen, gebracht hat das auch damals nix. Die Instrumentals hingegen wirken rund, fette räumliche Bässe in athmosphärischen Gefilden und auch Housereminiszenzen hört man gelegentlich heraus. Zu verorten genau in der Mitte Mitte zwischen den beiden vorigen vorgestellten Alben

Neil Landstrumm – Restaurant Of Assassins

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Restaurant Of Assassins läuft bei mir gerade in Dauerrotation, großartiges Album! Da hat einer aber seine Hausaufgaben gemacht und die ganze Spannbreite von frühen Breaks über die Warpsche Bleepphase, Unique 3 bis zu Dubstep geschmacklich und handwerklich auf den aktuellen Stand gebracht, ohne dies plakativ zu machen, sondern wirklich im Alleingang das zusammendröseln der losen Enden vorangetrieben, oder wer kümmert sich heute noch um Präjunglebreaks oder Bleeps in der alten und schmerzlich vermissten Variante? Wer das dann noch in den Dubstepkontext zu setzen weiß, vor dem ziehe ich den Hut und vergebe jegliche Schranzphase.
Erschienen ist das Ganze passenderweise auf Planet Mu, für mich bislang sowieso das Label des Jahres.
Gut, wirklich tanzbar ist das meiste für deutsche Tanzflächen wahrscheinlich nicht wirklich, aber in letzter Zeit fällt mir sowieso desöfteren auf, das die Soundevolution nicht mehr ausschliesslich vom Tanzboden ausgeht.

Früher war alles besser!

Was zumindest für Platten von Motor gilt. Gerade das neue Album durchgehört, kein Vergleich mit dem Vorgänger, klingt verdammt oft nach billigem belgischem New Beat anno 88/89, welcher, im Nachinein besehen, definitiv die Überschrift widerlegt!