David Meiser – Dark Legacy Album

Für mich bislang das Album dieses Herbstes. David Meidser kennt man schon geraume Zeit von Releases auf Nachtstrom, AFU Limited oder Reaktor. Dabei ist seine Soundcharakteriktik immer sehr klar zu erkennen, die für mich sehr von frühen Underground Resistance beeinflußt zu sein scheint, ohne diese jeoch zu kopieren. Dark Legacy ist ein facettenreiches Album wirklich ohne Füller geworden, das es zudem noch als, wie oben gezeigten, schicken USB Stick zu erwerben gibt.

Vanmoofing, oder zurück zum Bike

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Radfahren und ich, das hat eine lange Geschichte, die in den letzten Jahren etwas zum erliegen kam. Man kennt das, man zieht raus, ist meist mit der Familie unterwegs und das Rad bleibt immer öfter stehen, weil man der bequemen Karre den Vorzug gibt. Dabei hatte ich sie alle, Bonanzarad, Rennrad, GT Mountainbike, Cannondale Fully und dann zu guter letzt eben nur noch die pragmatische Stadtschlampe (Tecnobike) für 290 € von Stadler, gekauft um den Kindersitz drauf zu befestigen, damit ich den Bengel in die Kita bringen kann. Nicht das dieser Gaul schlecht gewesen wäre und ich habe auch damit Touren um die 30 km geritten, ohne das er gemurrt hätte, aber Spaß und Pragmatismus gehen nunmal selten Hand in Hand. Das das mit der alten Liebe nicht so weitergehen kann, war mir schon länger klar und dieser neu gewachsene Markt der Ebikes oder Pedelecs schienen mir ursprünglich der Weg um diese neu zu entfachen. Dabei war mir von Anfang an klar, nicht diese Normalobikes mit angeflanschten Motor- und Akkuwarzen, auf denen man oft Rentner beim Ausritt an der Ostsee sieht. Das Interesse flackerte erst auf, als Firmen wie Stromer, Coboc und eben Vanmoof mit Modellen um die Ecke kamen, bei denen der Akku integriert ist. Der Vanmoof Rahmen, mit seinem durchgehenden Oberrohr mit eingebauten Lampen fiel mir dabei schon vor Jahren mal auf, dem schenkte ich in der Pragmatismusphase allerdings weniger Beachtung, lediglich ein „Da muß das Rad erst 200 Jahre alt werden, damit einer auf die naheliegende Idee kommt?“ Aufmerken war da. Für mich teilte sich der Radmarkt bislang in retro (von Rennrad bis Hollandrad), schneller, weiter, häßlicher (Carbon bis Federgabel,) und eben seit geraumer Zeit Pedelecs auf. Die Unterschiede machten lediglich die Schlimmheit der Design und bei näherem Hinsehen noch die Komponenten aus, aber ansonsten sahen alle wie vom gleichen Hersteller, lediglich unterschiedlich gebrandet, aus. Kein Wunder das sich da Pragmatismus breit macht. Vanmoof war da die einzige Ausnahme. Dann kamen die mit dem Electrified und, wie es der Name schon vorgibt, ich war elekritisiert von der Idee dieses Minimalismus, der sich in seiner höchsten Ausbaustufe zwar am guten alten Hollandrad orientiert, aber mit einem Futurismus, den man ja heute überall vermisst. SEit diesem Rahmen waren für mich alles andere nur Fahrräder.
Berlin hat das Glück eins der wenigen Oulets dieser holländischen Firma zu beherbergen und der ca. 8 km weite Weg in die Schliemannstraße war auch mit dem Stadler Esel gut zu bewältigen, ich wollte sowohl das 8 Gang Smartbike, als auch dieses Electrified S zum Vergleich testen, obwohl ersteres eigentlich wohl nur als Alibi gelten sollte, letzteres besser zu finden, es sollte anders kommen.
Natürlich rollt sich so ein Electrified mit halblegalen bis zu 32 km/h und den dicken Ballonreifen dazu wie die Königsklasse. Bike Messenger beim Ampelstart mit Boostbutton spielend hinter sich lassen, den Berg am Weinbergsweg aufrecht und ohne Wiegetritt mit 28 km/h raufzuhuschen, doller Spaß! Aber, und jetzt kommt das große aber: für mich unbefriedigend. So geil ich die Idee von Ebikes finde, ich will nach 30 km Tour meine Beine pumpen spüren! Und genau das passiert eben nicht. Da kann ich mir auch gleich einen E-Roller für die Hälfte des Geldes kaufen. Wobei ich mich da gerade frage, wieso gescheite Ebikes preislich da anfangen, wo die Roller eher aufhören, also so bei 3000 €?
Wie auch immer, nach zweimaligem Testfahren beider Optionen hatte ich mich dann für das Vanmoof Smartbike entschieden, das hat zwar keinen Motor, sondern lediglich eine Alfine 8 Gang Schaltung, die im flachen Berlin/Brandenburg natürlich vollauf genügt, aber trotzdem den coolen Technokram wie GPS und Schloß, das direkt in den Rahmen geht und mittels App oder kleinem Sender am Schlüsselbund geöffnet wird. Dazu hat man auch noch immer die km/h auf dem Touchpad im Blick, ein Feature das mir allein schon den kleinen Aufpreis zum Standardbike ohne Technogedöhns von ca. 200 € wert war.
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Natürlich muß da noch ein wenig customized werden, die billigen Plastikpedale wurden gegen Motos mit Griptape für die nasse Jahreszeit getauscht.
Langfristig kommt noch ein Brooks Cambium Sattel und die passenden Lenkergriffe dran. Ich sagte ja das der Pragmatismus ein Ende hat. Auch schön, wenn auch ich Bikes grundsätzlich nur selten unbewacht draußen stehen lasse. die Komponenten sind recht diebstahlsicher angebracht, da zum lösen spezielles, mitgeliefertes Werkzeug nötig ist.
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Einer der pressierendsten Gründe für die eigene Muskelkraft war, das ich meine Fahrten per Applewatch gerne auf Strava tracke und was würde das noch für einen Sinn haben, wenn die Hauptarbeit der Motor erledigt? Mag sein das das in 10 Jahren vielleicht anders aussieht, wenn ich dann mit meinem Sohn Touren mache und der voll im Saft steht, während ich halbtot hinterher hechele, aber noch ist das nicht soweit. Im Gegenteil, habe ich mir die Prämisse gesetzt Strecken bis ca. 15 km, die ich allein zu bewältigen habe wieder per Bike zu erledigen, dazu gehören auch Gigs innerhalb von Berlin. Und bis dahin macht die Ebike Technik noch solche Sprünge, macht sie ja heute schon in atemberaubendem Tempo, das man sich ärgern würde heute ein Modell gekauft zu haben.
Anyway, ich möchte nochmal zu der Rumnerderei mit Strava kommen, die für mich untrennbar mit der Bikerei zusammen hängt. Ich kann jedem nur empfehlen diese kostenlose App zu installieren, natürlich kann man dort, wie heute üblich, auch kostenpflichtige Premium Features freischalten, aber was die App schon im Free Modus zulässt ist beachtlich und geht weit über die Konkurrenz hinaus, das fängt an mit Segmenten und was sich da herauslesen läßt an und hört bei den ganzen Zusatz Apps der Drittanbieter nicht auf, die sich erstaunlicherweise auch ohne Premiumkauf nutzen lassen.

Insbesondere sei da Relive erwähnt, das gefahrene Touren zu kleinen Filmen umwandelt die man mit auf der Tour geschossenen Bildern bestücken und teilen kann:

als auch Stravistix das mit diversen Zusatzfeatures wie Jahres Fortschritte aufwartet.
Wer es nicht ganz so aufwändig braucht dem sei seit neuestem Smartmoof empfohlen, womit Vanmoof vielleicht das erste Bike mit Drittanbieter Software ist. Smartmoof wurde von einem enthusiastischen Vanmooffahrer entwickelt, nachdem die Vanmoofsoftware bislang eine Featureversprechen nicht nachgeliefert hat. Mit dieser sind dann Einblicke wie Gesamtkilometer, Tripkilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit, Topspeed, Batteriestand usw. einsehbar und soll unter anderem wohl dahingehend weiterentwickelt werden, das man das Bike auch per AppleWatch entsperren kann.
Die App sagt mir das ich bislang in 3 Wochen über 200 km gefahren bin und ich könnte mir gut vorstellen, das nächstes Jahr noch ein Gravel- oder Roadbike für die ganz langen Touren dazu kommt. Stahlrahmen hin, Alurahmen her, alte Liebe rostet nicht.

Review: Jason Timothy -Music Habits, The Mental Game Of Electronic Music Production

Mental Game

Jason Timothy kennt man als als Tutor von Ableton Tutorials auf www.MusicSoftwareTraining.com, lustigerweise rät er von deren extensivem Gebrauch in seinem Buch eher ab. Was paradox klingt macht aber durchaus Sinn und so geht es in diesem, man möchte fast sagen, Ratgeber öfter zu. So ist das halt mit kreativen Prozessen.
Schon das Inhaltsverzeichnis verrät einen gesunden Pragmatismus und richtet sich in erster Linie an die ewigen Probleme von Musikproduktion wie Prokastination, wie kriegt man einen Track fertig und die neuen, z.B. Ablenkung durch Social Media.
Eingeführt wird mittels 10 goldener Regeln, die da wären:

  1. Your first attempts at making music won’t be great, and that’s the way it should be
  2. Nobody creates in a constant peak state
  3. Most of what you think you ned to know, doesn’t matter
  4. Most of the tools you think you need, you don’t
  5. Your habits count more than your knowledge
  6. Everything you want comes through people
  7. You don’t have to be miserable to make good music
  8. Musicianship is optional
  9. Time is the only difference from you and those who are now sucessful
  10. Everybody steals

Dermaßen geerdet werden dann viele Themen abgeklappert, die einem bei der täglichen Arbeit, nicht nur bei Musikproduktion, so oder in ähnlicher Form begegnen, Sampling vs. Sounddesign vs. Workflow und dabei immer die so wichtige Gewohnheitsbildung im Blick, die die „Ich habe keine Zeit“ Entschuldigung in der Luft zerreisst und darauf drängt einen Track nach dem anderen fertig zu stellen, anstatt sich in zig Projekten oder angefangenen Loopschichtungen zu verlieren, oder ob man das begehrte neue Stück Equipment wirklich braucht, oder ob das nicht nur auch wieder eine Ersatzbefriedigung ist.
Erfreulich das dabei grundsätzlich Elektronische Musik wie Techno, bzw. Clubtracks stets im Vordergrund stehen.
Im Letzten Drittel geht’s dann von der Lebensberatung in die Praxis. Die Essential Tricks beinhalten durchaus brauchbare Pi mal Daumen Hilfen in Sachen Compressor, EQ und Arrangementtips, die vieles erstmal auf simpel herunterbrechen um später erfahrungsgemäß dann doch wieder in der Praxis gebrochen zu werden, aber an Anhaltshilfe durchaus brauchbar. Wie bei so Youtube Tutorials, nur zum lesen und gleich umsetzen, geht zudem viel schneller!

Abgesehen von der down to earth Attitüde und den wirklich brauchbaren Anstößen hat mir das Buch vor allem durch seinen Verzicht auf jegliches Audio Voodoo und Kunst Blabla gefallen.
Gibt’s bei KindleUnlimited für kostenlos, ansonsten sind 8,92 für die Kindle Version fällig und zur Abwechslung gibt es Print mal nicht.
Der Blick ins recht lange Inhaltsverzeichnis lohnt sich falls irgendwelche Fragen offen geblieben sind:

Music Habits – The Mental Game of Electronic Music Production: Finish Songs Fast, Beat Procrastination and Find Your Creative Flow (English Edition)

Elastic Drums V. 2.0

Elastic Drums

Eine meiner, wenn nicht gar DIE Lieblings App, zum musizieren auf dem iPad hat gerade ein kostenloses Update auf die Version 2 erhalten und jetzt mag ich sie noch mehr. Durch Funktionsweise und Soundcontent baue ich immer wieder fantastische Grooves, auf die ich in anderen Apps oder gar DAWs gar nicht gekommen wäre. Dabei verlässt sich Elastic Drums eben nicht auf Samples, sondern auf Synth Engines zur Soundkreation und ich finde das hört man. Seit Version 1.9 kann man auch noch einen Sampler freischalten lassen und zusammen mit Modstep ergeben die beiden ein wundervolles Team, bei dem man sich nur noch wünscht, 2 iPads zu haben, eins pro App, die man dann per dem implementierten Ableton Link Seite an Seite bedient Das steht einer DAW am Rechner in kaum noch etwas nach, zumindest für meine Bedürfnisse. Trotzdem natürlich großartig, das man seit der Version 2.0 seine Ergüsse als Ableton Sets exportieren kann, die man dann in Ableton öffnen kann. Ein wirklich naheliegendes Feature, das Elastic Drums nun, meines Wissens nach, als erste realisiert haben.
Aber der V.2. Spaß hört da nicht auf, auch der eh schon recht komfortable Import eigener Samples wurde nochmals verbessert und ein nicht so ganz für mich passendes Sample Kit läßt sich erstmals In App kaufen, aber das läßt auf die Zukunft hoffen, wenn man bedenkt wer da bislang schon alles exklusiv Sounds beigesteuert hat.
Rundherum wieder ein wirklich großes Update. Läuft als Universal App auf iPhone und iPad, aber ehrlich, hätte ich nicht bereits ein iPad, ich würde es mir glatt allein für Elastic Drums gönnen.

Hier noch die Videos zu den neuen Features:

Ableton Live Set Export:

Sample Import IAP:

Und der Trailer zur Version 2, mit Sounds aus dem DJ Elephant Sample Kit, das auch die App gut zeigt

Review 2016

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Es hat sich bislang immer als schwierig und somit falsch angefühlt das Review vor dem letzten Tag des alten Jahres zu schreiben und deshalb kommt es auch diesmal erst im neuen. Das andere das können bewundere ich oft, aber bei den ganzen Rückblicken, die schon Anfang Dezember genau das tun, dann auch eher die Chuzpe. Hat man ja gesehen wie sich der sterbende Drache 2016 da nochmal erhoben und wild um sich geschlagen hat.

Ich sagte es bereits letztes Jahr und dieses Jahr ist es nicht anders: mein Leben läuft antizyklisch, umso beschissener es auf der Welt aussieht, desto besser läuft’s bei mir. Well, vielleicht nicht ganz, während ich das vergangene Jahr fast ebenso positiv wie das davor bewerten möchte, hat sich die Welt im vergangenen Jahr ja nochmal eindeutig verschlechtert, was gesellschaftliche Tendenzen betrifft. So gesehen hätte mein Jahr eigentlich noch eine Steigerung erfahren müssen, so weit zu gehen das zu behaupten möchte ich jedoch nicht gehen, ich will mal spoilern und behaupten es ging sich ziemlich gleich geil an.
Ich möchte jetzt auch gar nicht groß auf die gesellschaftlichen Faktoren eingehen, die hatten wir ja schon an anderer Stelle über das Jahr genügend durchgekaut, sei es AfD, Trump, Brexit, you name it und all das sind keine schönen Vorzeichen für eine bessere Welt im folgenden Jahr. Ich behandele das mittlerweile auch nur selten hier im Blog, weil ich erstens befürchte das man damit nur Gesocks anzieht, mit dem man, das gehört schon zu Zweitens, solche Tendenzen nur weiter manifestiert. Das ist übrigens auch schon die erste Bitte an euch da draußen: Verbreitet den Schwachfug von den Deppen nicht auch noch weiter, was mich 2016 nämlich am meisten nervte war, das jedes Stöckchen von denen bereitwillig aufgenommen wurde um sich entrüstet davon abzuwenden und somit gleich die eigene gute Gesinnung zur Schau zu stellen. So hat am Ende jeder diesen Quatsch weiter gehyped, da wird es dann auch inkonsequent sich über Talkshows aufzuregen, die deren Sprachröhren eine Bühne bieten. Also lasst euch 2017 nicht mehr von denen die Agenda setten.

Komm ich mal zu mir, und ich erwähnte es ja bereits am Rande, da gibt es eigentlich keinen Grund zur Klage, der Gigs waren viele und es war wieder keiner dabei den ich im Nachhinein bereut hätte. Dabei ist es egal ob das nun drinnen oder draußen stattgefunden hat, der Sommer mit seinen vielen Festivals war super, wobei ich da, neben alten Bekannten wie Fusion, Simsalaboom und Hexenwerk, wieder einige neue entdecken durfte, aber die Drinnensachen brauchen sich dagegen auch nicht zu verstecken, die Club The Rest Sache im Tresor, Tekknozid, meine Suicide Residency, aber auch außerhalb von Berlin gab es viele schöne und außergewöhnliche Sachen. Insbesondere möchte ich da meiner Altraver Crew danken, die dieses Jahr bei so vielen Gigs dabei war und so manches Mal noch den jungen gezeigt hat wie das geht mit dem Raven und diese damit angesteckt hat, auf das die Party explodiert. Danke, Danke, Danke, für die Motivation und den Spaß ihr wisst wer ihr seid!
Der Sommer macht ja immer vieles anders und in diesem hatte ich meine alte Liebe zu Drum & Bass wieder entdeckt, was auch mit meinem Sohn zusammen hängt der mich im Auto immer darum bittet, ob ich nicht wieder „die krasse Musik“ anmachen könnte. Mach ich natürlich gerne und zum Autofahren ist das ja auch ideal. So kam es zu den Mixen die ich dann auch mal veröffentlichte. Die Initalzündung kam da natürlich durch die Hauen vs. Dresche Competition, die mir so viel Spaß machte, das ich schon überlege, wie die nächste aussehen könnte.
Im Herbst kam dann noch überraschend und aus heiterem Himmel, aber sehr willkommen, meine regelmäßige Sendung TNT auf FluxMusic dazu, bei der ich mich musikalisch austoben kann. Ich bin gespannt wohin sich das noch entwickeln wird, ich sehe mich da noch sehr am Anfang dessen was man damit anfangen kann.

locynEs war ein an Techniknerdereien eher volles Jahr, für das Studio kam Die Maschine Jam dazu, die sich als wahrer Tausendsassa von Controller herausgestellt hat, neben Maschine lässt die sich nämlich auch perfekt für Ableton und Bitwig nutzen, welche natürlich zu meinem Arsenal gehören.
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Aber die wahre Nerderei ging eigentlich eher in den Sportbereich. War ich noch bis März mit dem einfachen Mi-Band zufrieden, das lediglich Schritte und Schlaf trackt, änderte sich das mit dem Withings Go, welches, im Hinblick auf den Sommer, versprach auch automatisch Schwimmen zu tracken. Tat es auch, das sogar recht zuverlässig, dafür war es in der Schrittzählung allerdings eher eine Katastrophe und die anfängliche Begeisterung für das E-Ink Display, das gleichzeitig als Uhr fungiert wurde ein wenig dadurch getrübt, das man die Uhrfunktion nicht standardmäßig als Hauptdisplay einstellen kann. img_9438Bühne auf für die Garmin Vivoactive HR, die ich mir im Juli zulegte, weil mittlerweile zusätzlich das Begehr entstanden war, meine täglichen Sportsessions zu tracken und dafür ist so eine Sportuhr natürlich prädestiniert. Läufe, Schwimmrunden, Trainings und Workouts wurden seitdem akribisch auf Dauer und Herzdaten gemessen und die rudimentären Smartfunktionen, wie Messages des iPhones auf dem Display sehen zu können, nahm man gerne mit, ohne das ich das als essentiell angesehen hätte. Als großen Vorteil, zu der zum iPhone eigentlich logischen Verbindung Apple Watch, sah ich da noch Wasserfestigkeit und somit auch Schwimmapps und die relativ seltene Aufladeratio von ca. 1 mal pro Woche. img_9938Dann kam allerdings die Apple Watch 2 raus, ebenfalls wasserdicht und halt viel besser in iOS eingebunden als alles andere, zudem noch in der Nikeversion mit Watchface das auch für Lesebrillenträger eindeutig ohne Augenkneifen abzulesen ist. Gab’s zu Weihnachten geschenkt, daher erst seit knapp 2 Wochen, dazu dann später an anderer Stelle mehr.

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Ansonsten ist mein NerdFokus eher in den Sport Wintergarten gewandert, der sich halt auch immer wieder weiter optimieren lässt. img_9590Ob nun 6 Meter Seil von der Decke, Dipstation oder zweite Stange, damit man die Ringe separat aufhängen kann und derer kleinen Dinge mehr, auf das man auf kleinstem Platz die größte Effizienz für die eigenen Belange erlangt. Ich gebe zu, das kann von außen etwas spleenig wirken, aber welches Generde tut das schon nicht? Dann am besten da wo’s weh tut und auch noch nützt.img_9538
img_9745 Wenn wir schon beim Sport sind, schönstes Ergebnis diesbezüglich sind knappe 11 verlorene kg auf der Waage. War früher wiegen eine eher nicht so schöne Sache zu der man sich höchstens einmal die Woche traute, hat sich das mit dem aktuellen Gewicht und der Withings Waage, die ich mir dazu gegönnt habe radikal geändert. Die ist an das Wlan angebunden und schreibt Werte wie Gewicht, Muskelmasse, Wassermasse, Fettmasse, sowie BMI automatisch in die App, von wo aus sie in Health importiert wird und von dort aus allen anderen Apps zur Verfügung steht. Interesting times to live in! Das erste was ich morgens mache ist mich auf die Waage zu stellen und zu schauen wie die Pfunde weiter purzeln. Das geht natürlich mit einer veränderten Ernährung einher. Eier anstatt Weißbrot zum Frühstück z.b.. Mindestens 2-3 mal nur Salat mit Hühnerbrust zum Abendbrot etc. Es sind oft nur kleine Stellschrauben die man stellen muß um langfristig Erfolge zu feiern wie ein knappes Kilo Gewicht pro Monat zu verlieren.

Zum Schluß noch die Kennzahlen des letzen Jahres upgedated:

12 Jahre Beziehung
8 Jahre verheiratet
6 Jahre Vater
5 Jahre rauchfrei
4 Jahre Karow
10.085 Schritte pro Tag im Jahresdurchschnitt
Gewicht Januar 2016: 100,5 kg
Gewicht 31.12 2016: 89,5 kg

Meine beiden Platten des Jahres habe ich bei Rave Strikes Back schon bejubelt.

Hier nochmal alle 31 Mixe des Jahres in einer Playlist:

So, und jetzt fahr ich erstmal in den Urlaub :D

DayOne jetzt mit IFTTT Channel

Ich finde ja jeder sollte Tagebuch schreiben, vielleicht schämt man sich später mal darüber was man mal dort so abgelassen hat, vielleicht haut man es irgendwann sogar in die Tonne, so wie ich es mal gemacht habe, weil mir das alles zu sehr eine falsche, negative Routine wurde und heute könnte ich mich doch dafür ohrfeigen das ich das getan habe, nur damals war es halt genau das richtige und eine Befreiung. Aber dann kann man irgendwann wieder damit anfangen, wenn man aus den Fehlern gelernt hat. Für mich sind Dinge erst verarbeitet, wenn ich mich mittels Schrift mit ihnen beschäftigt habe, dann sind sie fertig und aus dem Kopf. Ist irgendwie wie bloggen, nur halt für einen selber.
Das ich das mittlerweile mit DayOne mache hatte ich ja schon geschrieben, auch die neue Version hatte ich schon vorgestellt. Nun habe ich mich ein paar Wochen eingearbeitet und muß sagen, die Investition hat sich, trotz des frechen Preises, der damals noch zur Hälfte des heutigen aufgerufenen betrug, gelohnt. Die Möglichkeit und Vorteile mehrere Journale zu führen hatte ich ja auch schon ins Feld geführt, aber seit neuestem gibt es nun auch bei IFTTT tatsächlich den versprochenen DayOne Kanal, so das die automatische Befüllung mit eigenen Tweets,
IFTTT Recipe: Post your tweets to Day One connects twitter to day-one

Facebookeinträgen
IFTTT Recipe: Save your Facebook status updates to Day One connects facebook to day-one

Instagramm Bildern

IFTTT Recipe: Post your Instagram photos to Day One connects instagram to day-one

oder auch Likes und diversen anderen Plattformen und Apps ins Tagebuch ohne krude Umwege tatsächlich funktioniert.
Sogar so Sachen wie gesavte Tracks in Spotify samt Player nach DayOne zu holen klappt
IFTTT Recipe: Add new saved tracks to journal entry connects spotify to day-one
Auch mein Zentraltool Todoist liefert alle erledigten Dinge eines Tages zuverlässig in das zugehörige Journal
IFTTT Recipe: Todoist completed task to Day One work journal connects todoist to day-one
Sehr schön übrigens auch, das man in den Recipes gleich einstellen kann, welches Journal jeweils damit automatisch bestückt werden soll.
Bis auf die immer noch versprochene, aber nach wie vor fehlende Verschlüsselung, bleiben bei mir eigentlich nun keine Wünsche mehr offen. Ich war ja anfangs skeptisch ob da wirklich so schnell geliefert wird, aber was seit dem Release der V.2 und jetzt eben mit der IFTTT Integration passiert ist, hebt diese App in eine ganz eigene Liga, an die andere Journaling Apps, und derer gibt es ja nun zuhauf, in keinster Weise heran reichen.
Von daher erklärt sich dann auch der sehr selbstbewußte Preis, wer diese Möglichkeiten schätzt kommt momentan an DayOne nicht vorbei.

Review: Karl Ove Knausgård – Träumen

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Ich habe den norwegischen Schriftsteller Knausgård eigentlich relativ spät entdeckt, nämlich erst bei Band 5 „Träumen“ seines autobiografischen Romanzyklus, der, verständlicherweise außer im deutschen, mit „Mein Kampf“ betitelt ist. Die anderen Bände heißen Sterben, Lieben, Spielen und Leben, die habe ich noch nicht gelesen, es läßt sich aber auch gut bei Band 5 einsteigen, soviel sei vorweg gesagt.
Knausgård wird, insbesondere in seiner Heimat, als literarische Sensation und Faszinosum wahrgenommen, er schildert Alltagsdinge und Banalitäten in einer skandinavisch, knorrigen Tagebuchgenauigkeit, die aber erst diesen Fluß ergibt, auf den man sich halt einlassen muß um durch die immerhin ca. 800 Seiten zu kommen und, ich weiß nicht ob es am Alter liegt und der gleichen durchlebten Epoche, man findet sich gerade dadurch, oft darin wieder.
Träumen behandelt die Zeit von den frühen 80ern bis ca. 9/11, die Zeit als Knausgård mit 19 auf einer Schreibakademie verzweifelt, Schriftsteller werden will und nichts gelingt, sich als Krankenpfleger über Wasser hält und die Einsicht der fehlenden Fantasie für die Berufung und das Eingeständnis des Scheiterns im Suff und auf Parties ertränkt. Wobei Alkohol ihm definitiv nicht gut tut, daran zerbrechen nicht nur zwei Beziehungen. Er ist einer dieser Typen, die jeder kennt, kaum ist Alk im Spiel wird es maßlos und zuweilen aggressiv. Ob da eine Präposition von seinem Vater, der Alkoholiker war und daran in Buch stirbt, vorliegt, weiß man nicht, man ahnt es aber. Geraucht wird auch viel in dem Buch, quasi auf jeder Seite, aber so war das nunmal seinerzeit, als auch noch Raucherabteile in Flugzeugen und Bahnen gab.
Später dann gelingt ihm dann, nach den üblichen Literaturzeitschriftbeitrag Geplänkel tatsächlich ein Roman, aber glücklicher macht ihn das auch nicht, Selbstzweifel und ewiges Nichtgelingen eines Nachfolgers lassen das nicht zu. Als das dann doch endlich gelingt, geht darüber die Ehe kaputt. Man möchte danach das Los der Einsamkeit eines Schriftstellers nicht unbedingt teilen.
Das Buch ist fast brutal in seiner Genauigkeit, Reflexion und Offenheit der inneren Vorgänge des Protagonisten. Je tiefer man in der Geschichte drin ist, desto empathischer wird man für ihn, der sich hier erbarmungslos für die Icherzählform entschieden hat und gerade Menschen, die sich nicht unbedingt den üblichen Karriereweg entschieden haben dürften einige Facetten von sich darin wieder erkennen.
Ich bin jedenfalls nach diesem Band schon sehr auf die anderen gespannt, die keineswegs kürzer ausfallen.

Serato Pyro, der private Hosentaschen DJ

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Ich komme oft nicht dazu anderer Leute Mixe zu hören, weil ich schon gut damit beschäftigt bin die eigene Musik durchzuhören. Ich mache das gerne auf einem alten iPhone, das mir als iPod dient. Dabei nervt es immer ein bisschen das die Sachen so abrupt stoppen und der nächste Track unvermittelt nach einem kurzen Moment Stille loslegt. Wäre doch nett wenn die, wie in einem Mix, zumindest halbwegs ineinander übergehen. Genau das geht jetzt mittels dieser kostenlosen Pyro App von Serato und das auch mit Spotify Tracks, wie man verspricht. Ich kann das nicht verifizieren, ich habe kein Spotify, geschweige denn Premium, das es dafür bräuchte. Aber wenn das mit den Spotify Tracks, oder gar gemischt, eigene Files mit Spotify Tracks in einer Playlist so erschütternd gut funktioniert wie mit meinen Files aus der iTunes Mediathek, dann Chapeu!
Bei aufeinanderfolgenden Tracks mit etwa gleichen Bpms ist tatsächlich oft der Übergang kaum zu hören, der ist fließend. Dazu analysiert Pyro die Files auf dem iPhone und blendet, Algorhythmus gesteuert, über, bei zu großen BpM Sprüngen macht das dann (noch?) ein verschämter Echoeffekt, der die Übergänge eher verschmiert als überblendet. Sehr schön auch gemacht, wie sich beim Übergang die Cover übereinander schieben und der Playbutton Feuer fängt. Allerdings sind wir hier gerade mal bei Version 1.1, ich bin gespannt wohin sich das entwickelt. Klar die Übergänge haben jetzt nicht epische DJ Länge, das handelt sich eher um die letzten 10-15 Sekunden, aber die Nahtlosigkeit bei einigen fand ich schon erstaunlich.
Playlisten lassen sich auch ordnen, Tracks löschen und umstellen, das eignet sich bei diesem System allerdings vornehmlich für kürzere spezialisierte Playlists, längere damit zu editieren artet schon in arge Rödelei aus.
Trotzdem, für die einstündige Jogging Playlist oder die Musikeinkäufe der Woche durchzuhören taugt diese Abspiel App auf alle Fälle, gerade auch wegen diesem Überblendungsfeature.
Ich find’s super, damit wir uns da nicht falsch verstehen, weil das auch wieder die Frage aufwirft, wieviel Prozent Beatmatching die zukünftige Definition des DJs ausmachen wird und welche neuen Räume mittels sowas aufgemacht werden. Die Algorhythmen mögen da noch sehr am Anfang sein, aber das werden sie nicht bleiben. Umso erstaunlicher das so eine App dann ausgerechnet von Serato kommt. Erwähnte ich schon das ich es super finde?

Ein Video von Serato das ein bisschen das Voodoo hinter der GUI erklärt gibt’s natürlich, das aber auch ganz gut die Funktion derselben aufzeigt:

Review: Journaling mit Day One Version 2

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Über DayOne hatte ich hier ja schonmal berichtet. Ich glaube wer Journaling betreibt wird kaum etwas besseres finden als diese App. Nun ist die Version 2 rausgekommen und hat mich ob des Preises erstmal abgeschreckt, so das ich das erstmal sinken lassen mußte, bevor ich dann doch zuschlug, 19,99 € für die Mac Version und 4,99 für die iOS Version. Ab morgen, nach der Einführungswoche, sollen dann beide gar doppelt soviel kosten, verrückt!
Nun gibt es halt ein zeitgemäßeres Design, ein Photoview, einen Mapview, der Orte anzeigt wo man schon etwas geschrieben hat und einige schon lange gewünschte Neuerungen, wie mehrere Fotos pro Eintrag. Sehr schön auch das man bis zu 10 Journale anlegen kann, das habe ich dann auch gleich mal für die unterschiedlichen Einträge wie Weekly Review, Sport, Texte und Social Media Posts gemacht, was ein sehr schön aufgeräumtes Dayone ergibt, hätte nicht gedacht das man sich gleich so dran gewöhnt. DayOneEmbed
Auch sehr schön, man kann nun Iframes direkt einbetten, also YouTube Videos oder Soundcloud sind via Embed Links direkt im Beitrag abspielbar, ohne das ein Browser extra aufgeht, fetzt!
Dafür fehlt Dropbox und iCloud Sync und man geht den momentan sehr beliebten weg der haueigenen Datenwolke, hier DayOne Sync genannt, mittels dem die Apps zukünftig ausschließlich syncen werden können. Datenschützer werden die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. dayonesetup
Der Sync klappt zuverlässig und schnell, auch alle Einträge vom alten auf das neue DayOne wurden tadellos übernommen, diesbezüglich kein Grund zur Klage. Trotzdem bleibt da ein schales Gefühl, dieser einen Möglichkeit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, zumal die bislang nichtmal verschlüsselt ist. Soll nachgeliefert werden, was allerdings in der alten Version auch über Jahre versprochen wurde. Bislang fehlt mir am schmerzlichsten die IFTTT Anbindung, die ich in der Classic Version mittels eines Workarounds mit Hazel und Dropbox hingekriegt hatte, so das RSS, Instagram, Soundcloud und Twitter Posts automatisch da rein liefen, ohne das ich groß was machen mußte. Soll auch noch nachgeliefert werden, bis dahin muß ich wohl die alte App noch drauflassen und das händisch erledigen, was eher ein pain in the ass ist.
Mit dem Kauf hat man also quasi einen ziemlichen Vorschuss geleistet für das was noch kommen soll und da wird einiges versprochen:

*Apple ID Login—Day One will use your device’s Apple ID for enabling Day One services, including Day One Sync, Publish, and more.
*IFTTT—We will support this popular platform for connecting various web-based services and web-enabled devices.
*Favorite Locations—GPS is only so accurate. We’ll make the location setting for entries more precise.
*Publish—Similar to what exists in Day One Classic, we will provide the ability to post selected entries to Day One-hosted webpages.
*Encryption—Day One Sync will include private-key encryption, the gold standard for data security.
*Localization—We will translate the Day One apps into several international languages.
*Activity Feed—Social media activity and other imported data.
*Book Printing—We will integrate with a physical book printing service.
*Android and Web Clients—We will commence work on these platforms.

Ich bin gespannt wann geliefert wird, aber alle anderen Alternativen sind leider keine wirklichen.
Bis die IFTT Erweiterung kommt hat im automatischen Sammeln lediglich Momento die Nase vorn, dafür gibt es aber auf dem Rechner keine App. Diaro macht einiges richtig, kommt aber weder vom Design, noch von den Funktionen wirklich ran, noch gibt es eine native Mac App, dort muß alles via Browser gepostet und angesehen werden.
Bleibt also: Wer mit dem irrsinnigen Preis und den Datenschutz Risiken leben kann wird mit der neuen Version wohl kaum eine schönere und bessere App finden, die nach wie vor auch Markdown Language beherrscht, um alles Geschriebene und Gepostete in einer App zu kumulieren.

Mein 2015 Review

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Irgendwie läuft mein Leben antizyklisch, umso beschissener es auf der Welt aussieht, desto besser läuft’s bei mir, so auch dieses Jahr. Ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll, während Griechen darben, Pegida Ziegen so laut blöken, das sie im Rausch der Lautheit dem Größenewahn verfallen das Volk zu sein und alles anzünden wollen was ihnen nicht in den Kram paßt, eine IS den arabischen Mad Max in Real Life probt, lief es bei mir eigentlich recht super.
IMG_8320Ich hatte einen der entspanntesten und superbsten Sommer meines Lebens und hechtete nur wahlweise von Garten 1 oder Garten 2 zu den Gigs, die nicht minder fantastisch waren. Es gab wirklich nicht einen Gig, wo ich mir danach gesagt hätte, hätte man sich auch sparen können, trotzdem stach wohl der auf der Fusion am weitesten heraus. Nicht nur weil ich direkt vom sonnigen Urlaub an der polnischen Ostsee quasi direkt auf’s Gelände purzelte, sondern eben auch weil das auf der Turmbühne so mit dem Techno lief, wie ich es gar nicht erwartet hätte, ich hatte ja extra noch ein etwas braveres Set vorbereitet, das es aber gar nicht brauchte. IMG_8465

Aber auch der Rest der Feste, und da gab es ja dieses Jahr erfreulich viele, sei es Indoor oder Outdoor, seien es meine Residencies im Suicide, Tresor oder Kitkat, oder die vielen Auswärtsgigs die es für mich 2015 gab, oder solche One Offs wie dieser Kopfhörerrave am Spreeufer, oder auch so Gigs in kleinem Rahmen, wo man vielleicht nur 50-150 Leute glücklich macht, die aber so richtig, oder letztens erst meine Boilerroom Premiere. Kurz ich hatte diesbezüglich dieses Jahr wirklich keinen Grund zur Klage.ezgif

Techno macht auch wirklich wieder Spaß, die Perlen sind zwar selten, wie immer, aber dafür, wie soll ich sagen, breitbandiger akzeptiert, die Spanne dessen was ich in meinen Sets verbraten konnte reichte ja wirklich von Retro über Dancemania inspiriertem über chordiges bis zu dem was nicht wirklich in Genres zu packen ist und gern mit Future House oder Wobble House umschrieben wird. IMG_8691Von daher war es auch leicht verschmerzbar, das der Desastronaut dieses Jahr wieder mal ein bisschen unterging. Immerhin, es gab einige Situationen, in denen ich ihn hervorholen konnte und das mache ich nach wie vor gerne.

Outstanding Artists für mich dieses Jahr:
Kink: den ich für seine Livesets sehr liebe. Für den müßte eigens ein eienes Format gefunden werden, denn das was er released kommt nicht im mindesten an das ran was er live abfeuert.

Slam: was haben diese Veteranen geliefert dieses Jahr, seien es eigene Tracks oder Remixe, was auch immer es war, es war eine Bombe.

Dax J: Der Mann kann nicht nur hart, sondern hat die Technogeschichte auch mit Löffeln gefressen, wie er immer wieder unter Beweis stellt, einer der wenigen von dem ich jeden Release auch ungehört kaufen würde.

Special Request: Paul Woolford unter seinem Alias Special Request hat mit seinem Minialbum Modern Warfare für mich vielleicht das Album des Jahres hingelegt, mich aber auch mit fast jeden Remix erfreut. Diese Oldschool mit neuesten Mitteln dürfte gerne Schule machen.

Chambray: Die meisten Tracks, die ich in meinen Sets von ihm spielte, stammen zwar schon aus 2014, aber zusammen mit seinem Oevre aus 2015 waren das wohl die Tracks auf die sich alle einigen konnten, überall. Die Mischung aus Dance Mania, Rave und Piano auf Steroiden drückte für mich die neuerliche Akzeptanz der mittlerweile auch schon fast 30 Jahre umfassenden Geschichte unserer elektronischen Musik vielleicht am besten aus.

Luca Lozano, DJ Fett Burger, DJ Haus: diese drei schreiben die Geschichte des Frühtechno mit einer Bravour weiter, die mir mir sehr viel Spaß macht. Reminiszenzen und Zitate findet man heute ja zuhauf, aber hier klingt auch die Unbekümmertheit und einfach drauf los Mentalität wieder zurück in die Tracks.

Dieses Blog litt derweil etwas unter der Wucht des musikalischen Ansturms, ich hätte gerne mehr geschrieben und gepostet, allein es fehlte an der Zeit und der Muße, manchmal auch an der Lust, wenn man sich seinen RSS Feed anschaut und sich denkt, jetzt ist dazu schon alles gesagt, aber halt noch nicht von jedem. Politisch werden ist in diesen Zeiten mit einem gehörigen Rattenschwanz verbunden, bei dem ich schon die Traute hätte mich dem zu stellen, andererseits aber auch denke, diesen Deppen, die dann unweigerlich auf der Matte stehen, auch noch teure Lebenszeit in Moderation und Löschen zu investieren, während ich die Zeit besser in die Aufzucht des Sohnes und angenehmer mit der Familie verbringen könnte? Ihr ahnt in welche Richtung da das Pendel schwenkt, auch wenn ich oft ein schlechtes Gewissen dabei habe. Ich lasse das daher meist bei Twitter oder Facebook bewenden, wo die Freundeslisten mittlerweile so gut sortiert sind, das zwar ab und an immer noch unerfreuliche Überraschungen passieren, aber sie verschwinden eben auch schnell in den Orkus der Massenposterei, was ja auch eigentlich ganz richtig ist für die schnelle Wisch und Weg Tagesmeldung.
Ich fühle mich diesbezüglich ziemlich gesegnet, das die Diskussionen auf Facebook bei mir einigermaßen zivilisiert ablaufen, so das jeder sein Gesicht wahrt und auch bei Meinungsexzessen eigentlich keiner so über die Stränge schlägt wie ich das andernorts des öfteren kopfschüttelnd beobachten kann. Wobei man sich ja schon fragt was da eigentlich passiert ist, wenn Leute die durch Techno sozialisiert wurden plötzlich „Ich bin ja kein, aber…“ Menschen werden. Obwohl, geahnt hat man es bei so manchem ja schon, simple Gemüter hatten schon immer den Hang zu simplen Lösungen, egal woher die kommen.
Was mich allerdings ebenso befremdet ist oftmals die andere Seite, deren ganzer Lebens Postingzweck darin zu bestehen scheint, sich durch diese Scheiße zu wühlen und anzuprangern, richtig zu stellen und sich plakativ auf die richtige Seite zu stellen und in Wünschen und Verdammungen aber oftmals auch ganz nah an der Seite sind die man so verachtet . Ich möchte das gerne mit einem Tweet von Sibylle Berg kommentieren:


That beeing said, so wichtig mir die eingangs erwähnten Dinge sind, nichts geht mir über meine Familie und meine Vaterrolle. Daher ein paar private Kennzahlen:
11 Jahre Beziehung
7 Jahre verheiratet
5 Jahre Vater
4 Jahre rauchfrei
3 Jahre fast auf dem Land wohnen
11606 Schritte pro Tag im Jahresdurchschnitt

An Silvester machte ich die letzte Hunderunde spät abends mit Stirnlampe durch unser übliches Gebiet, in zenartiger Ruhe vorbei an Feldern und Wiesen, gesäumt durch Kanäle und Bäche. In der Ferne flogen die Raketen, es krachte und blitzte und es kam mir vor wie die beste Analogie zu unserem Leben hier draußen und zu meinem 2015.
Ich wünsche euch allen ein so tolles 2016 wie es mein 2015 war und hoffe man sieht sich.