Controllerism auf dem iPad mit dem richtigen Kabel und ohne

Letztens schrieb ich ja erst das mir deucht das die Ära der Laptops in Clubs dem Ende zugehen könnte und die iPads das Regiment übernehmen. Nun, mit diesem Kabel ist zumindest mal ein weiterer Schritt passiert, denn Controller anschliessen und weiterhin das iPad als Zentrale mit Strom versorgen. Gut, jetzt nicht wirklich weltbewegend ein Kabel mit 2 USB Steckern auszuliefern, aber ich denke Native Instruments wird sich da auch nicht lange lumpen lassen und somit wäre das Rennen vielleicht eröffnet.

Aprospos Native Instruments, hier zeigt DJ Shiftee mittels Traktor DJ das Multitouch auch durchaus seine Vorteile gegenüber der Controllersteuerung hat und am Ende, wie schön sich das alles miteinander verbinden lässt

(via dj-techtools/Native Instruments)

02.04. Mikz, Dienstagswelt Mitternachtstalk zum Gema Tarif VR-Ö

Das könnte interessant werden und trotzdem fehlt da, wie eigentlich immer, was aber wahrscheinlich wieder nicht die Schuld des Veranstalters ist, ein Vertreter der GEMA, die lassen sich bei sowas nämlich nie blicken oder sagen kurz vorher ab. Das Podium ist illuster besetzt und einen Stream soll es auch geben, den werde ich mir geben, reiche ich noch nach wenn ich weiß wo

(via Berlin Mitte Institut)

GEMA Tarif VR-Ö


Ich weiß ja nicht wer in dieser Musikburschenschaft sich diesen Tarif ausgedacht hat und das was im Vorfeld darüber schon ans Licht kam hatte schon schwer groteske Züge, jetzt ist das Undingaus’m Sack und man muß als Mensch aus dem Hier und Jetzt aufpassen wie oft man die Hände über’m Kopp zusammenschlägt, damit das nicht als Beifall missinterpretiert wird. Der De:Bug ist der Versuch hoch anzurechnen sich in diesen Mindfuckeinzutrauen und daraus verwertbare Hinweise zu generieren.
Man fragt sich bei diesem Konstrukt, wer, außer der GEMA und ihren Spezis, davon was haben soll. Das Geld verschwindet, wie immer, in den schwarzen Löchern der GEMA und geradezu hysterisch lachen mußte ich bei dem Hinweis das man sich seine komplette Trackkollektion von vor dem 1.4, also dem Tag ab dem dieser Tarif gilt , egal welcher Herkunft, egal welcher Menge für 125 € nachlizensieren kann. Welches Signal sendet sowas aus, außer “I shut up, as long as I can take your money”? Signale für ein Rechtsempfinden für z.B. ehrliche Käufer von Tracks quasi nichtexistent. Ein 890 Millionen € Verein ist weder willens noch in der Lage auf Anfrage mitzuteilen welche der angeeigneten Tracks überhaupt Vergütungspflichtig sind und ruht sich auf der GEMA Vermutung aus. Dazu noch dieses himmelschreiende Nichtkapieren des Konzepts Kopie im Digitalen Zeitalter macht’s dann komplett, das z.B. die Files, die ein Remixdeck von Traktor auf die Festplatte generiert schon als Kopie gewertet wird, das ein kopiertes File im Gegensatz zum Original (welches Original eigentlich? Ist nicht schon das gekaufte File eine Kopie des Originals vom Server?) lizensierungspflichtig ist, sogar Kopien eigener Tracks für Gemamitglieder lizensierungspflichtig sind, ja tut denn da keiner was? Mit sowas kommt man 2013 durch? Ich fass es nicht!
Mittlerweile wird auch schon die Auslandspresse auf Posse aufmerksam und man darf sich vielleicht noch bei der GEMA bedanken das sie nie etwas für diese Musik getan hat, eher im Gegenteil (Stichwort Pro Verfahren) und durch ihre Verteilungspolitik mit dazugehörigem Abfluß des eigentlich zustehenden Geldes dazu beigetragen hat das diese Szenen heute so prekär dastehen. Man muß schon sagen das man es TROTZ GEMA durch langjährige, ach was sag ich, jahrzehntelange! Aufbauarbeit geschafft hat international nicht nur gut wahrgenommen, sondern sogar weltweit als Nation für Elektronische Tanzmusik respektiert zu werden und dann kommt dieser Verein (es ist ein fucking Verein, das muß man sich immer wieder vor Augen führen!) und mit solch einem quasi mit sich selbst ausgemauschelten Gespött um die Ecke. Ok, natürlich kann man süffisant damit argumentieren das die GEMA es nie schaffen wird sowas wirklich wasserfest zu kontrollieren, aber da sind wir wieder bei den Signalen, was ist mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland? Was mit gesundem Menschenverstand? Was mit Fairness und Rechtsempfinden? Das kann doch alles nicht wahr sein! Das nimmt doch keiner ernst!

d(- -)b, noch eine DJ-App für’s iPad, diesmal modular


Allmählich scheinen die Tage der Laptops hinter’m DJ-Pult wirklich angezählt zu sein, neben dem Platzhirsch Traktor der seine App letztens ins Rennen warf (ich berichtete), kommt jetzt noch d(- -)b daher, von den Machern von TouchAble, also auch jemand der schon bewiesen hat das er es kann. Trotz gleichem Einsatzzweck könnten die Konzepte kaum unterschiedlicher sein. Hier Traktor, mit 2 Decks, Loops per Gesten, Sync zum großen Traktor und Effekten, da d(- -)b, mit bis zu 6 Decks, die angeordnet werden können wie man will, also horizontal oder senkrecht im Seratostil und eben: modular! Das heißt, man kann sich sein Setup beliebig zusammenstellen. Bei beiden vorhanden ist Zoomen in die Wellenform per Gesten, iTunes Integration, Bpm Analyse und Sync.
Sehr schön gelöst ist die Sache mit dem Routing, der Kopfhörerausgang ist genau das für Cueing und per Camera Connection Kit läßt sich per Soundkarte ein weiterer Stereoausgang als Master Out hinzufügen. Das Ganze läßt sich auch intern aufnehmen und für das nächste Update sind bereits Audiobus Unterstützung, Midi in, Midi Clock (mehrere iPads syncen!!!) und Effekte versprochen.
Wer sich beeilt kriegt’s noch für 8,99

Traktor DJ für’s iPad

Da ist sie also, das iPad Pendant zu Traktor auf dem Rechner und es ist gut geworden. Nicht nur das es endlich mal jemand geschafft hat den verfügbaren Platz ordentlich zu nutzen, also ohne Anlehnung und Simulierung an typische Hardwarekonsole, dafür mit vollem Fokus darauf was mit Multitouch möglich ist, ohne dabei unaufgeräumt zu werden.
Ich hab das Ding jetzt seit 2 Tagen und bin schon ganz verliebt in die Möglichkeiten Musik besser als je zuvor anfassen zu können, ja, auch besser als Vinyl, sei es um die Wellenform zum Gridden größer und kleiner zu pinchen, oder die Loopmodes, Loops mit den Fingern zu setzen und zu bewegen fühlt sich auf Anhieb so natürlich an und dann noch der Freezemode! Bei dem kann man die einzelnen Parts eines Loops mit den Fingern drummen oder spielen, so das man sich fragt warum da nicht schon längst jemand drauf gekommen ist, genau das ist was Multitouch jeglicher anderen Controllerart und Hardware voraus hat (Ok, gibt’s auch in der Samplr App, aber das ist ne andere Baustelle). Der Freezemode jedenfalls ist ein Killerfeature das mich schon überlegen lässt ob ich dem iPad zukünftig einen Kanal an meiner S4 spendiere.
Gesynct werden die Playlisten via iTunes, das kommt mir persönlich sehr entgegen, da das eh mein Workflow ist, iTuneshasser wiederum wird es stören, es scheint mir aber der logischste Weg, alles andere hat bislang nicht so überzeugt. Traktor greift dann auf die iTunes Playlisten zu und man kann auf den 2 Decks Sachen zusammen mixen das einem das Scratchen vergeht, was zwar auch geht, aber einem so von anno dunnemals vorkommt, ob der neuen Möglichkeiten die sich aus den neuen Modes ergeben. Das liegt nicht zuletzt eben auch am Autosync, auch wenn das der Antisyncfraktion wieder nicht schmecken wird, aber wozu noch Beats angleichen wenn der Algorhythmus das heute so zufriedenstellend hin bekommt und diesen einstige Skill zunehmend obsolet und hinderlich erscheinen lässt? Dafür lassen sich nun eben ganz andere Sachen realisieren, sei es mit den schon erwähnten Loops oder den integrierten, bewährten Traktor Effekten, von denen sich bis zu 3 in Reihe schalten lassen und wie XY Achse, also wie in Ableton oder Kaosspad steuern lassen, 1 Finger vs. 2 Hände, auch das ein Vorteil gegenüber der Rechnervariante. Dafür werden nicht alle Effekte von Traktor Pro mitgeliefert, die wichtigsten sind aber dabei, ich persönlich vermissen keinen.
Natürlich stellt das so keinen Ersatz für ein ausgewachsenes Traktor Pro mit Controller dar, das sollte klar sein, wenn auch das größtenteils hardwarebedingt ist und hauptsächlich auf dem nur einen Stereoout des iPads gründet. Wie mir aber versichert wurde werden auch Soundkarten dazu in der Lage sein die Core Audio können, mittels des Camera Connection Adapters angesprochen werden zu können, dann steht Vorhören und Stereo Masterout nichts mehr im Wege. Trotzdem glaube ich eher nicht das der Laptop mit Traktor und Controller dadurch mittelfristig abgelöst wird, langfristig ist eine andere Frage und da könnte die Antwort anders aussehen. Dabei spielen aber so Faktoren mit wie ernst es Native Instrument damit meint und welche Richtung das iPad nimmt, einer der wenigen Gründe gegen ein iPad Mini wäre für mich Traktor iPad. BTW: ich nutze ein iPad 2 und die App läuft sehr flüssig und bislang ohne Mankos.
Das vornehmliche Einsatzgebiet sehe ich vorerst bei typischen Barjobs, als Couchkonsole (mein vorwiegender Einsatz bislang und I’m loving it!), Einsteigeranfixer und nicht zuletzt auch als Notbackup für Traktoruser, das wenig Platz beansprucht und nicht nur Notlösung darstellt. Toller Nebeneffekt: mit dem Traktor iPad lassen sich Tracks viel schneller und besser gridden als auf dem Rechner und via Dropbox lassen sich dann die Metadaten bidirektional mit der neuesten Traktor Pro Version syncen, heißt einmal gegriddet, auf beiden Traktoren verfügbar, yay! Konnte ich zwar selber noch nicht austesten, da ich nach dem Umzug immer noch auf meinen DSL Anschluß warte und mit einem lahmen Krücke von UMTS Stick unterwegs bin, aber so muß das! Dieses UMTS Manko ist auch leider der Grund warum ich hier keine eigenen Bilder mitliefern kann, der Upload ist leider so zum heulen, das er abbricht und ich zusammen, dafür liefere ich die Videos von der De:Bug und DJ-Techtools mit, das ich selber auch nicht ansehen konnte, aus eben genannten Gründen.
Ich würde sagen Native Instruments hat damit die Latte sowas von hoch gelegt, was DJing auf dem iPad angeht, und ich vermute bei einigen Features das da gerade einige Entwickler kräftig in die Tischkante beißen, weil man da nicht selber drauf gekommen ist, weil es so naheliegend ist, wenn man sich komplett auf das Konzept Multitouch statt z.B.Controller via Midiplus Multitouch einläßt, aber so ist das eben oft mit den kleinen genialen Ideen, sieht man’s erstmal fällt’s einem wie Schuppen von den Augen.
Ich bin gespannt wie sich die App weiterentwickelt, mir wurde versichert das das erst den Anfang darstellt und weitere Features mit der Zeit kommen werden.

Nachtrag: Nach einigen Kommentaren und Wehklagen hab ich das Gefühl das damit die Hierarchie so gegamechanged wird wie damals, als Laptops plötzlich die CD salonfähig machten. Wird jetzt der Laptop DJ in den Kreisen kredibel, während auf der untersten Stufe der Hackordnung der iPad DJ steht ;D

(ehemaliger)Red Bull BPM DJ Player für iOS kurzzeitig kostenlos


Den von/für Red Bull entwickelten DJ PLayer gibt’s gerade für kurze Zeit kostenlos, da Red Bull sich aus der Entwicklung zurückzieht. Der Partner Stereomusik Systems will die Sache aber weiterführen und so gibt’s den DJ Player, die sonst knappe 45 € kostet eben mal geschenkt
Vorteile: eine App für alle iOS Geräte, flexibles Audiorouting, Wireless Audio um das Cueing von einem weiteren iOS Gerät zu leiten Midimapping für Controller.
So als Notsystem nimmt man das doch gerne mal mit

Music Making Apps Schnäppchen plus Bonus für Fotos

Die Black Friday Sales in Amerika sorgen dafür das man sich gerade ziemlich günstig die iOs Geräte mit Musik Apps füllen kann, was ich bisher entdeckt habe:


Beatmaker, ein komplettes Ministudio 50% billiger für 7.99 €


iMaschine der kleine iOS Maschinebruder von NI für 1,59 €


iSequence HD ein weiteres Ministudio für das iPad 80% billiger für 2,39 €


djay Algoriddim’s Auflege App für iPhone und iPod Touch für 79 Cent


Sunrizer Synth für iPad und Sunrizer Xs Synth für iPhone für 1,59 € bzw. 79 Cent

Für die Fotoapps hat sich schon das iPhoneography Blog die Mühe der Zusammenstellung gemacht

meta.dj

Whoa, gestern meinte ich noch das aufgrund meiner Fotoeditierspielereien vielleicht doch mal an der Zeit für ein iPad sei und heute kriege ich noch einen Grund geliefert. meta.dj ist fast sowas wie ein Traktor Pro mit 4 Decks für’s iPad und greift auf die iTunes Library zu. Die Site fragt zurecht
“Are you ½ producer and ½ DJ? Has your style outgrown the abilities of 2 virtual decks, digital wax and a mixer?”

(via wire to the ear)