NAMM Neuigkeiten

Tja, wie schon angedeutet ist das wohl die Namm der DJ-Controller, woher aber das plötzliche Interesse der Branche kommt, bleibt mir ein Rätsel. Mag ja sein, das in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt wurde, aber von einem aufstrebenden DJ-Markt ist mir nix bekannt. Wie auch immer, es schmeissen sich so einige in die Nische als hätten wir immer noch die 90er und jeder wolle DJ werden. Ich liste mal kurz auf:

M-Audio hat ja im Vorfeld schwer geteasert und am Ende kam dann doch nur die typische M-Audio Plastikkiste raus. Die nennt sich Torq Xponent bietet neben viel buntem eine eingebaute Audiokarte und will dafür stolze 679 Euro haben!
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Behringer hofft mit Erhöhung der Versionszahl die Jugendsünden des Vorgängers auszumerzen und bietet für 261 Euro die BCD3000 an
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Numark kommt mit Total Control auf den Markt. Auch schön bunt und ich befürchte ebenso Plastik Audio scheint nicht drin zu sein und Preise waren noch nicht zu hören:
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Nach wie vor mein Favorit in Sachen Verarbeitung und Eleganz bleibt daher Vextax VPC100 den ich aus Vergleichgründen hier nochmal mit Bild vorstelle
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Interessant auch was aus der Scheidung von Stanton und Native Instruments wurde, beide bieten ihre Nachfolger an. Bei Native Instruments nennt sich das jetzt folgerichtig Traktor Scratch und, Überraschung!, man kommt nicht etwa mit einem weiteren Controller, sondern mit der Audio8 Audiokarte, da der Scratchamp für Final Scratch ja auf Stanton’s gefilden bleibt.
Mit 4 Stereo Ein- und Ausgängen mit Cirrus Logic AD/DA Wandlern bestückt klingt das auch recht vielversprechend und macht mit den 4 Decks der neuen Traktorversion auch Sinn. Natürlich ist mit Traktor Scratch auch nach wie vor Vinylsteuerung möglich, die Timecodevinyls liegen bei.
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Stanton macht mit Final Scratch weiter und vermeldet als Neuerung eine Öffnung des Scratchamps für andere Audioprogramme- wenn das mal reicht um den ramponierten Ruf zu retten.

Nicht ruhiger wird es Softsynthmarkt, nur guckt man vor lauter Überangebot kaum noch hin. So jede Bude hat da etwas neues im Angebot, aber die zigste virtuelle Auferstehung noch so edler Nischensynthies kann mich im Jahre 10 nach den Anfängen auch nicht mehr so recht vom Hocker hauen.

Aprospos Anfänge, was machen eigentlich die Propellerheads? Nun, Reason4 scheint noch auf sich warten zu lassen, dafür bekommt es aber einen Modularsynth namens Thor verpaßt, was ich nur für konsequent halte. Kann aber noch ne Weile dauern, wie auch in diesem Demonstationsvideo[/url] betont wird.
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Zu guter letzt noch große Freude für die Laptopfraktion, die beliebte UAD Karte gibt’s in Zukuft auch für’s Laptop und Macbook Pro User können sich endlich freuen und ihren verwaisten PCI-Express Steckplatz mit den bekannt guten Kompressoren, EQs, Synthies und der besten Spaceechosimulation auf diesem Planeten beglücken. die UAD-Xpander Kommt in 3 Versionen von 999 Dollar bis zu 2199 Dollar, wobei in letzterer schon alle Plugins dabei sind.

Digital Djing Status Quo aus gegebenem Anlaß

Weiter geht’s in der Evolution. Wie bereits berichtet hat M-Audio hat gerade Torq auf den Markt gebracht, ein weiteres Produkt das auf Controlvinyls setzt, aber zudem rewirefähig ist, VST-Plugins aufnimmt und auch mit Midicontrollern arbeitet. Die ersten Berichte klingen recht positiv, wenn auch das Killerfeature Rewire (z.B. um Torq und Ableton als Performancecombi zu nutzen) ernüchternderweise keine Vinyltimecontrol zuzulassen scheint.
Aber die Konkurrenz schläft nicht und so weiß Creative Digital Music zu berichten, das die FinalScratchEhe von Native Instruments und Stanton wohl kurz vor der Scheidung steht . Native Instruments will sich in Zukunft auf Traktor konzentrieren und dazu eigene Hardware liefern. Zitat dazu aus einer Pressemitteilung, die mir leider nicht vorliegt:

In the future, the DJ Division of Native Instruments will completely concentrate its operations on the TRAKTOR platform, and will also develop integrated solutions for the DJ market based on its own internal hardware engineering capabilities and expertise.

Bleibt zu hoffen das man damit nicht lediglich ein weiteres Audiointerface als Dongle meint, sondern endlich mal Hardware richtig angeht, so das man nicht weiterhin auf Plattenspieler und fehleranfällige Kabeleien angewiesen ist.
Bis dahin kann man sich auf OS X kostenlos z.B. mit djay vergnügen, einer wirklich netten Software für den Zwischendurchgebrauch, die auf iTunes Playlisten zurückgreift.
iScratch gibt’s dann noch für den geneigten Scratchbauer, welcher ohne Platten Scratchen will oder Scratches komponieren und editieren will und am Ende die Kreationen abspeichern mag.

Nachtrag: Auch Numark kommt nun mit einer FinalScratch/SSL Kopie namens Cue Professional unter’m Stein vorgekrochen und eine Traktorkopie namens Virtual Vinyl gibt’s ebenso. Fehlen jetzt nur noch Behringer und Reloop im Reigen ;)