Crowdfunding Zug der Liebe #4

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Ich geb’s ja zu, ich war anfangs sehr skeptisch was den Zug der Liebe anbetraf, Neuaufguss der Loveparade usw., habe mich aber eines besseren belehren lassen und hab mir das letztes Jahr dann auch mal ausgiebigst angeschaut. Fand ich gut was ich da sah, die Wägen könnten noch etwas kreativer gestaltet werden, aber allein die Idee gemeinnützige Vereine und Musikteams zusammen Wägen betreiben zu lassen (und keine Motte Reden!) macht schonmal einen ziemlichen Unterschied. Gemeinnnützige Vereine und Musikteams sind aber auch beide nicht dafür bekannt das die Geld zuhauf übrig haben, daher vielleicht auch die etwas karge Deko an den Wägen. Und auch sonst ist das Projekt bei weitem noch nicht finanziell gesichert, Gema, Versicherung etc. müssen ja auch gezahlt weden.
Das Crowdfunding läuft noch 6 Tage und steht momentan bei 4.595 €, bei einem Fundingziel von 8995, heißt über die Hälfte ist schon drin, der kleine Rest wird auch noch zu wuppen sein, oder?
Unterstützen kann man hier auf Startnext in beliebiger Höhe oder so:

Fake Berghain Shop

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Ein offensichtlicher gefakter Sven Marquart unterlegt mit typischer Berlin Touristik Musikuntermalung als nächster Hauptmann von Köpenick oder Eiserner Gustav am Checkpoint Charly:

Auf dem Segway:

Beim Junggesellenabschied:

aber auf dem Bierbike hat mir am besten gefallen (“Marcel Dettmann, Technogott”, “Len Faki, du bist der beste Mann” :D ):

Als Werbung für einen ebenso gefakten Berghain Shop mit käuflichen Devotionalien von Rummelsnuff Actionfigur über Sven Marquart Maske bis zur Ben Klock Banane. Ich vermisse noch die Dose mit der Berghain Luft.
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Dürfte nicht lange online sein, allein schon wegen der unlauteren Be Berlin Angabe. Aber als Satire so wehtuend treffend

Spendenaufruf Pudel: Pump up Pudel

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Wie da momentan aussieht zeigt folgendes Schockvideo

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Man könnte meinen, jo, war ne geile After Hour, aber bekanntlich hatte ja der Pudel erst mit Unglück zu kämpfen und dann kam noch das Pech mit dem Brand hinzu. Seitdem ist Hamburg nicht mehr das was es mal war. Damit sich das wieder ändert ist man jetzt dabei den Pudel wieder auf Vordermann zu bringen, aber das kostet halt, ca, 5 nigelnagelneue SUVs.
Deshalb gibt es da einen Spendenaufruf, den ich gerne weitergebe.
Mittlerwile gibt es da auch schon eine illustere Unterstützergarde wie z.B.

Modeselektor

Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris)

Der Golden Pudel ist gerettet

Endlich mal gute Nachrichten! Wir erinnern uns, um den Pudel stand es zuerst schlecht und dann auch noch Feuer. Nun aber ist er gerettet und alles in trockenen Tüchern, wie auch die Website verkündet:

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Alles gut also, alle sind hoch motiviert, Hamburg hat ab sofort immer gutes Wetter und darf sich wieder Weltstadt nennen. Ich freu mich für die Hamburger, das war dringend nötig

Programmtip: Raven im Krematorium zu The Mover (aka Alien Christ, PCP) und anderen

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Techno hat ja eine gewisse Tradition düstere Orte von ihrem Fluch zu befreien und in Tempel der Freude umzufunktionieren, seien es Bunker, ehemalige Militärflughäfen oder Stasianlangen, wer hätte aber gedacht das sowas 2016 noch mit einem Krematorium möglich ist? Ich bin begeistert!
Passend zum Ambiente kann man am Mittwoch dem 20. Juli zu The Mover, Acid Dropper, Prrrktzz, Xosar, The Rant, Gato Fritto Rifts und Textasy seine Knochen da durch die Gegend schmeissen, wo sie früher verbrannt wurden.
Das Ganze ist sowas wie die Pre-Party zum am folgenden Tag beginnenen Krake Festival
Anfangen tut’s um 21:00 und das Krematorium findet man in der LilienthalStraße 7, ganz in der Nähe der Hasenheide, sieht BTW so aus:
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Doku über den Klunkerkranich: Du mußt dein Ändern leben


Klangsucht kenne ich seit ihren legendären “Reclaim the Park” Open Airs, die die Welle der Park Open Airs in Berlin einleiteten und wurde auch des öfteren zu Parties wie z.B. im Golden Gate gebucht. Seit ca. 2 Jahren ist deren vornehmliches Projekt allerdings der Klunkerkranich, auf dem Parkdeck eines Neuköllner Einkaufszentrums.Das Werden des Klunkerkranichs wurde in diesen 2 Jahren von einem Filmteam begleitet und daraus entstand die Doku “Du mußt dein Ändern leben”, die jetzt in ausgewählten Kinos anläuft und bald als DVD erscheinen wird:

Das Gefühl hier irgendetwas starten zu müssen.“ Dieser Drang und das ungenutzte Parkdeck eines Shoppingcenters in Neukölln sind der Anfang einer Vision. Diese Vision entsprang dem Freundeskreis um das Liebespaar Yosh und Dorle. Um ihren Traum von nicht-kommerziellen Räumen der Begegnung, Kunst und Lebenslust wahr werden zu lassen, gründeten sie, was sie bis heute ihr „Wahlfamilien-Unternehmen“ nennen. Dafür haben sie ihre gesicherten Lebensentwürfe aufgegeben, ob als hochbezahlter Headhunter wie Yosh oder als arrivierte Schulleiterin wie Dorle. Mit Hingabe wollen sie nur noch das schaffen, was sie und eine ganze Stadt wirklich bewegt: den Kulturdachgarten Klunkerkranich.

Der Klunkerkranich ist ihre neue Utopie. Die asphaltierten Parkbuchten sollen sich in einen prächtigen Garten verwandeln. Über den Dächern der Stadt soll ein Freiraum geschaffen werden für Do-It-Yourself, Begegnungen oder auch zur Erholung vom Stress der Großstadt. Offen für alle: Künstler, Phantasten oder einfach die Nachbarn.

Doch bevor das Dach-Paradies entstehen kann, muss nicht nur die Finanzierung gelingen und Dekors gebaut werden, es müssen auch die Berliner Ämter zufriedengestellt werden. Das monetäre Risiko ist für alle enorm und die Nächte im Angesicht der nahenden Eröffnung zunehmend schlaflos. Um die vielfältigen Aufgaben zu meistern, hat sich die Crew über die Jahre spezialisiert, mit Selfmade-Experten fürs Bauen, Gärtnern oder Rechnungswesen. Trotz aller Hindernisse hält die Wahl-Familie zusammen und in der geteilten Opferbereitschaft zeigt sich schon vor der Vollendung der Geist des Klunkerkranichs: Da hilft der Nachbar und pensionierte Müllmann genauso wie der auf Urban Gardening spezialisierte Physik-Student. „In den letzten drei Monaten habe ich mehr gelernt als in den ganzen Jahren davor.“ Das schafft Gemeinschaft.

DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN ist ein lokaler Film mit einer global gültigen Geschichte. Er erzählt von Individualität und Zusammenarbeit, von den Chancen und Fallen neuer Arbeitsweisen, von einem großen Erfolg, der dennoch von Prekarisierung bedroht bleibt. Der Klunkerkranich wird ein Schatz für Neukölln, Yosh und Dorle trennen sich und versprechen trotzdem mit ihrer Wahl-Familie weiterzumachen. Ihre Visionen sind größer als sie.

Ausgehtip: 14.11 Killekill Charity Rave @ Suicide


Ok, ich selber kann da leider nicht, weil an anderer Stelle Walfische wiederbelebe, aber wem nicht nach Klassikern zumute ist oder eine gute Sache unterstützen will sollte sich das geben, was meine Freunde von Killekill und Suicide da aufgezogen haben. Nicht nur das Line Up kann sich sehen lassen, auch der Zweck ist ein guter und nobel:

All money from the door will be give to Doctors without Borders, who fight bravely against Ebola and oher illnesses in West Africa and all over the world.

We are grateful for all the support we have got from the artists playing as well as from Suicide Circus. The line up is already quite superb we’d say, and it grows day by day.

Let’s rave!

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Während wir uns hier in Berlin meist mit unseren Erste-Welt-Problemen rumschlagen, sterben in West-Afrika täglich Menschen an einem Virus, gegen dass es wahrscheinlich schon längst medizinische Hilfe gäbe, wenn es dort um ein zahlungskräftiges Klientel ginge. Aber kann man sich deshalb zurücklehnen, und die Verantwortung den anderen zuschieben? Nein.
Die Menschen vor Ort leiden extrem. Nicht nur diejenigen, die selbst an dieser schrecklichen Krankheit, sondern auch die, die indirekt betroffen sind. Da das Virus ja durch körperliche Nähe übertragen wird, sterben oft mehrere sich nahe stehende Menschen aus Dorf- und Familiengesellschaften, so dass Einzelne hilflos zurückbleiben, deren Geschwister, Kinder, Eltern, Großeltern und nahe Verwandte gestorben sind.
Wir wollen gerne einen kleinen Beitrag im Kampf gegen diese Krankheit leisten und organisieren daher diese Veranstaltung, um erstens dem Thema etwas Öffentlichkeit zu verschaffen, und zweitens um konkrete Hilfe zu leisten, indem wir die gesamten Türeinnahmen dieser Veranstaltung an Ärzte ohne Grenzen spenden werden, die in West Africa und vielen anderen Teilen der Welt oft unter Einsatz ihres Lebens arbeiten, um anderen zu helfen.

Linup:
DASHA RUSH (fullpanda)
PHON.O (50 weapons)
BNJMN (rush hour, delsin)
DAN CURTIN (metamorphic)
CHARLTON (mord, krill)
ACID WASHED (record makers)
ANDREA BELLUZZI (limited)
BENI (suicide)
DJ GLOW (trust)
I.NOMAC (da da revolution)
DIRTY INSTRUCTED (funk injacktion)
& many, many more coming up

Der Booking Knigge

Andreas Henneberg hat mal so ziemlich alle Punkte augelistet, die Veranstalter beachten sollten, damit der Abend für beide Seiten in freudiger Erinnerung bleibt, ich zitiere mal:

Das Booking:
Nein, ein „Hey Alter, was kostet Du so pro Stunde“ via Facebook Messenger, ist keine Booking-Anfrage. Ja, Wirklich nicht! Wenn Du all die unübersehbaren Hinweise in Fettschrift welche direkt auf den Booking-Kontakt verweisen übersehen hast, zeugt das lediglich von Ignoranz und wirkt äußerst Unseriös.

Die Location:
Ja, es ist schwer als neuer, unbekannter Veranstalter an die coolen Clubs der Stadt ran zu kommen. Nein, ich kann leider wirklich nicht in der Discothek „Flirt“ für Dich spielen, weil die Leute dort ganz sicher nichts mit meiner Musik anfangen können. Nein, dort kommen auch keine Leute extra wegen mir hin, es ist halt eine Discothek!

Der Name des Events:
Nein, Tekknoattack, Klangextasentherapie, oder Bassocalypse sind keine Veranstaltungen auf denen ich super gern mal spielen möchte.
Ja, der Name, das Design, die Texte und die Wertigkeit der Werbung sagen ungemein viel über Dich und die Qualität deiner Veranstaltung aus.

Die Gage:
Ja, die Booking-Agentur verhandelt mit Dir über den Preis.
Nein, ich kann Dir da keinen Kumpeldeal anbieten.
Ja, ohne Booking-Agentur kann, darf und will ich nichts mit Dir fest machen.
Nein, das hat nichts mit meiner arroganten Art zu tun, sondern mit Fairness meiner Agentur gegenüber.

Die Reise:
Ja, es ist viel günstiger von Berlin nach Istanbul mit Regionalbahnen zu pendeln.
Nein, ich kann da leider keine Rücksicht auf Euer Budget nehmen.
Ja, die Booking-Agentur wird die Reise buchen und nicht Du selber.
Nein ich möchte nicht früh um 6Uhr schon ankommen und am nächsten tag den 22uhr Flug nehmen da ich um 12Uhr schon aus dem Hotel raus muss weil der Late-Checkout zu teuer war.

Das Hotel:
Ja, es muss mindestens ein 4 Sterne Hotel sein! Nein, es geht kein Ibis Hotel!
Wenn man pro Woche (7 Tage) bis zu 4 Nächte nicht im eigenen Bett schlafen kann, ohne sein eigenes Kissen, Kuscheltiere, Gummispielzeug, oder auch jemanden der einem das Frühstück ans Bett bringt, dann möchte man doch bitte wenigstens in einer halbwegs gemütlichen Umgebung aufwachen. Der Wunsch nach Late-Checkout, einem großen & gemütlichen Bett, einem vernünftigen Bad und im Idealfall einer Kaffeemaschine auf dem Zimmer haben nichts mit Star-Allüren zu tun.

Am Club ankommen:
Ja, es ist irgendwie ungünstig, wenn die Türsteher einen nicht rein lassen, weil man einen großen Alukoffer dabei hat, wenn man Eintritt zahlen soll, oder sich bitte hinten in der Schlange anstellen möge, während Du telefonisch nicht erreichbar bist!

Der Technical Rider:
Ja, Ihr erwartet von Euren Künstlern, für die Ihr Geld bezahlt, dass sie Ihren Job gut machen. Also gottverdammt nochmal versucht wenigstens Euren Job ebenfalls zu machen und lest den Technical Rider! Die Leidtragenden sind das Publikum und der Künstler, wenn die Show nur auf halber Kraft, oder im Worst-Case gar nicht gespielt werden kann.
(Der Technical Rider ist eine Auflistung an Technik, welche zur Verfügung gestellt werden muss um den Auftritt des Künstlers zu ermöglichen)

Das Line-Up & der Warm-Up-Dj:
Ja, ich weiß… Euer Kumpel kann super mit Traktor umgehen und kommt sicher bald ganz groß raus. Dennoch sind 138bpm Hardtechno nicht auf jeder Veranstaltung das ideale Warm-Up.
Note to yourself: Wenn man die Leute schon am Anfang verheizt ist den Rest des Abends nichts mehr zu holen!

Getränke:
Ja, es ist völlig in Ordnung, wenn Ihr keine Getränkemarken mehr übrig habt, wegen Euren ganzen Kumpelz. Aber sorgt doch bitte wenigstens dafür, dass ein paar Drinks auf der Bühne stehen, wenn man 3 Stunden bei Saunatemperaturen auf den Beinen bleiben soll.
Nein, ich möchte stattdessen kein Koks, Speed, Peppen, Pillen, Gras, Keta, oder Pfeffi!

Der Light-Jockey & der Techniker:
Nein, keiner der etwa 30 volltrunkenen hier auf der Bühne, scheint zu wissen wo die sind. Ja, die werden sicher bei „den Anderen“ im Backstage sein.

Der Backstage:
Nein! Der Backstage ist keine mit Rauch durchzogene Drogenhöhle hinter der Bühne, in der Eure Kumpelz und Kumpelz-Kumpel damit beschäftigt sind, den Kühlschrank schnellstmöglich leer zu machen.
Ja, klingt total verrückt, aber es könnte auch ein Raum sein in dem man nach dem Gig seine verschwitzten Klamotten wechseln, was Kühles trinken und kurz ausruhen darf.

Die Gagen-Auszahlung:
Ja, die Party war irgendwie nicht so gut besucht, vielleicht lag es an der fehlenden Werbung?! Nein, ich bin kein arrogantes Arschloch, weil ich Dir jetzt nicht mit der Gage entgegen kommen möchte.
Note to yourself: Ich mache meinen Job, Du machst Deinen Job.
Wenn der eine seinen Job nicht richtig macht, sollte der andere dafür nicht bezahlen müssen!

Das Taxi-Geld:
Nein, ich möchte nicht dass Du mich zum Hotel fährst mit 1,8 Promille und tellergroßen Pupillen. Ja, ich kann mir ein Taxi nehmen. Ja, das kostet Geld. Ja, wär super, wenn Du deswegen jetzt EXTRA noch mal zur Kasse gehen würdest um das zu holen. Ja, ich brauch dann auch das Taxi-Geld, um morgen vom Hotel zum Bahnhof/Flughafen zu kommen. Nein, 10,-€ werden dafür nicht ausreichen…

Die Verabschiedung:
Ja, „hau rein Alter, bis zum nächsten mal“ zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit & feel free to share!

gez. A. Henneberg?

Freundlicherweise hat die Dienstagswelt dann auch noch die andere Seite der Medaille beleuchtet und zusammen genommen könnte daraus ein Agreement werden, mit dem beide Seiten zufrieden gestellt sein dürften:

Teil 2:
Nachwuchs Djs und diejenigen, die es einmal werden wollen…
Das Booking:
Nein, ein „Hallo, ick wollt ma fragen ob ich ma für euch Mukke machen kann. Lege mal softer und mal härter auf – je nachdem“ via Facebook Messenger (und mit 4 Rechtschreibfehlern garniert) ist keine ernst zu nehmende Booking-Anfrage. Ja, wirklich nicht! Wenn Du all die unübersehbaren Hinweise in Fettschrift, welche direkt auf das Booking-Formular, die extra eingerichtete Email-Adresse und den Anfrage-Leitfaden auf der Seite der Veranstaltung verweisen, übersehen hast, zeugt das lediglich von Ignoranz und wirkt äußerst unseriös.

Du und meine Veranstaltung:
Ja, es ist schwer als neuer, unbekannter DJ auf die coolen Events in den coolen Clubs der Stadt gebucht zu werden. Nein, ich kann dich leider nicht am kommenden Wochenende noch mit auf’s Lineup quetschen, weil die Leute dort ganz sicher nichts mit deinem Geballer anfangen können. Und deine 4 Kumpelz, die extra wegen dir kommen (und natürlich auf der Gästeliste stehen sollen) sind vermutlich auch die einzigen, die wegen dir auflaufen. Das macht deine Anfrage nicht attraktiver!

Der Name des DJs:
Nein, Schnulli & Bulli, DJ Bratze, Techno-Manni oder Alois Gumfelkrebsler sind keine Künstlernamen, die man als Veranstalter unbeding mal auf dem Lineup des eigenen Events sehen wollte. Ja, der Name, die Assoziationen, deine Promotexte und die Wertigkeit der Selbstdarstellung sagen ungemein viel über Dich und die Qualität deiner Musik aus.

Die Gage:
Ja, die Gagenhöhe richtet sich in erster Linie nach der zu erwartenden Resonanz beim Publikum. Du brauchst und solltest nicht umsonst spielen – aber Beschwerden, dass der Mainact zehn mal so viel bekommt, sind unangebracht. Denn wegen ihm kommen sicher nicht nur seine 4 Kumpels – und im Zweifel hat er auch schon 10 mal mehr Releases raus als deine zwei Homrecordings, die man auf deinem Soundcloud-light Account runterladen kann.

Die Anreise:
Ggf. zu zahlende Reisekosten werden beim Booking vereinbart. Dazu gehören auch Taxifahrten. In deinem Zweitjob als Kellner im Café der Mutter deiner Freundin fragst du auch nicht am Abend, ob man dir nicht noch 20 Euro Taxigeld auszahlt. Du fragst nicht mal nach nem Busticket – du kümmerst dich selbst drum! Also erwarte das auch nicht vom Veranstalter – oder kläre das rechtzeitig vor dem Event.

Am Club ankommen:
Ja, du solltest rechtzeitig vor der vereinbarten Zeit vor Ort sein – und nicht 10 Minuten nach dem Beginn deiner Playtime mit den Worten“ Sorry du, ich hab’s irgendwie nicht gefunden“ auflaufen. Auch solltest Du zusehen, dass Du telefonisch erreichbar bist – denn auf so einer Party kann alles mögliche passieren, was eine unmittelbare Absprache mit dir erforderlich macht – auch wenn du noch nicht vor Ort bist!

Der Technical Rider:
Ja, Ihr erwartet von den Veranstaltern, dass sie Ihren Job gut machen. Also gottverdammt nochmal versucht wenigstens Euren Job ebenfalls zu machen und kommt mit den technischen Anforderungen rechtzeitig rüber. Am besten ist es, ihr verfasst mal sowas wie einen Technical Rider! Da steht drin, was ihr an Technik haben wollt, wieviel Platz ihr auf dem Pult benötigt und ob es irgendwelche Besonderheiten zu beachten gbt. Das Leben ist kein Wunschkonzert – aber nur wenn der Veranstalter weiß, was ihr erwartet, kann er dafür sorgen, dass ihr zufrieden seid. Die Leidtragenden seid sonst am Ende ihr und das Publikum, wenn kurz vor Setbeginn wieder improvisiert und umgebaut werden muss – oder deine Show im Worst-Case gar nicht gespielt werden kann, weil leider niemand zufällig dieses Spezialkabel für deinen in Kleinasien erworbenen, namenlosen Supercontroller mit diesem komischen Stecker hat.

Das Line-Up & der Warm-Up-Dj:
Ja, ich weiß… Du kannst super mit Traktor umgehen und kommst sicher bald ganz groß raus. Dennoch sind 138bpm Hardtechno nicht auf jeder Veranstaltung das ideale Warm-Up. Note to yourself: Ein Warmup DJ führt die Gäste gefühlvoll und mit geschicktem Setaufbau in den Abend und sorgt dafür, dass die Gäste in Tanzlaune geraten – und erwartet nicht, dass sie beim Ankommen auf der Veranstaltung schon fit für’s extatische Finish sind.

Getränke:
Ja, es ist völlig in Ordnung, wenn Ihr wegen Euren ganzen Kumpelz nach 20 Minuten schon keine Getränkemarken mehr übrig habt. Aber erwartet nicht, dass der Veranstalter Euren ganzen Tross den Abend über mit Vodka Red Bull versorgt. Wenn ihr Eure Kumpelz den Abend frei halten wollt, so ist das Eure Entscheidung – die Eurer Budget betrifft. Der Veranstalter kann im Zweifel helfen, faire Deals mit der Bar zu treffen.
Darüber hinaus kommt es auch nur in Ausnahmefällen gut an, wenn ihr vollkommen betrunken oder zugedröhnt ans Pult geht und dem DJ vor Euch auf die Platten sabbert, während ihr an den falschen Knöpfen rumfummelt. Und der Veranstalter ist auch nicht der ideale Ansprechpartner für Koks, Speed, Peppen, Pillen, Keta, oder die schnelle Nummer im Backstage!

Der Techniker:
Nein, der Techniker wird nicht bezahlt, weil der Veranstalter sonst zu viel Geld verdienen würde. Und auch nicht, weil er keine Ahnung von Veranstaltungstechnik hat. Am Besten, du hörst ihm mal zu, beherzigst seine Anweisungen und machst ihn dir nicht zum Feind. Weil du in dem Spiel immer den Kürzeren ziehst.

Der Backstage:
Nein! Der Backstage ist keine Raucherhöhle, in dem Du mit all deinen Kumpelz und Kumpelz-Kumpelz den Abend über die Bong kreisen läßt – während ihr Euch beeilt, den Kühlschrank schnellstmöglich leer zu machen. Ja, klingt total verrückt, aber er soll ein Raum sein, in dem man seine Klamotten lassen, nach dem Gig runter kommen und auch mal das ein oder andere nette Gespräch führen können soll.

Die Gagen-Auszahlung:
Ja, die Party war voll und alle hatten viel Spaß. Vielleicht lag es am guten Ruf des Veranstalters oder dem hohen Werbeaufwand?! Nein, ich bin kein arrogantes Arschloch, weil ich Dir jetzt nicht noch was extra on top auf die vereinbarte Gage lege. Weder kennst du meine Kosten noch jammer ich rum, wenn’s mal nicht so gut läuft. Ein professioneller Veranstalter schaut über die Einzelveranstaltung hinaus und kalkuliert seriös – und zahlt nicht nach Kassenlage.
Das Taxi-Geld:
Du hast mit dem Veranstalter ein Taxigeld vereinbart? Prima – dann kann ja beim Heimweg nichts schief gehen! Ansonsten darfst du dich gerne fragen, ob dieser Luxus aus der Gage bestritten wird, die du gerade erhalten hast.

Die Verabschiedung:
„Digger – ich mach mal los, beim nächsten Mal will ich aber die Primetime haben“ zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit & feel free to share!
gez. R. Reintjes (nach einer Idee von A. Henneberg)

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