Your Shot, Amiland sucht den Super DJ

Nicht der erste Versuch so eine DJing Competition zu basteln wie man es von Formaten wie DSDS kennt, mit allem Drum und Dran, rührende Bios, Erfolgsgehechel, in 3 Monaten vom Noob zum Profi, das ganze Programm halt. Scheint auch schon eine Weile zu gehen, zumindest lässt sich das in Australien bis auf 2010 zurück verfolgen. Diesmal halt USA bigger und bolder mit Tiesto und einem 25 MINUTEN!!! Set in, Viva!, Las Vegas als Ziel für angehende gleichgerichtete EDM Apiranten. BTW: Trance muß so tot sein wenn Tiesto jetzt schon als EDM durchgeht
Von hier aus betrachtet ist das alles ziemlich surreal bis albern und ich bin mal wieder gespannt wie sich sowas in 10 Jahren anguckt.

weitere Trailer hier

(Via BMI)

Stefan Goldmann über Presets: Digital Shortcuts

Presets, bzw. deren schlechte Konotation in vermeindlich echten Musikerkreisen sind ja auch hier immer wieder als Thema für einen hyperventilierenden Aufreger gut. Wahre und echte Musik muß im Schweiße des Potidrehens und eigener Parameter gemacht werden, sonst ist sie eben keine solche. Ich war ja schon immer ein Skeptiker dieser zutiefst protestantischen Theorie, bzw. halte diese Denke für konservativ. Wenn man ganz pingelig sein will muß man nämlich auch die Bassdrum der 909 oder den Klang der 303 als Preset verstehen. Presets sind für mich nur Ausgangspositionen und das Gemäkel über diese meist nur Selbstpositionierung am professionellen Ende, weil nunmal eigentlich jeder auf dieser Augenhöhe mitreden will. Dabei sind Presets seit jeher auch Stil- bis Epochenbildend, seien es die der K1 im Detroit Techno oder der Juno und die M1 Pianos und Samples im UK Hardcore.
Ich selbst hatte z.B. vor Jahren großen Spaß daran ausgemusterte 2Step Sampling CDs zu erstehen, die keiner mehr haben wollte und en masse auf Ebay UK für kleines Geld angeboten wurden, einfach nur weil ich die Sounds und Rhythmen mag und damit gerne arbeite. Klar kann man sich auch die Mühe machen das alles selbst zu programmieren und hinzuediten, aber eben: Digital Shortcuts.
So heißt auch das Buch von Stefan Goldmann zu dem Thema, das ich noch nicht gelesen habe und mit Interviews u.a. mit Robert Henke und bietet laut Klappentext:

“For his first book, “PRESETS – DIGITAL SHORTCUTS TO SOUND”, Stefan Goldmann has talked to industry leaders, programmers, producers, musicians and fine artists to collect a comprehensive description of the world of preset audio: from synthesis to sample libraries, from instrument emulations and gear cloning to automated composition and performance – short cuts in electronic music, classical and traditional musics, guitar rock & fine arts are covered. Disruptive gear and iconic presets, their background and impact – from Korg’s M1, Yamaha’s DX7 and Roland’s 909 to Ableton Live, Native Instruments Reaktor, Sidechain compression and Auto-Tune – are discussed with unprecedented depth and clarity.”

Das Interview Am schöpferischen Nullpunkt mit dem Autor in Das Filter liest sich auch sehr interessant, wo auch noch näher auf das begleitende Album “Industry” eingegangen, das mit den schön provokanten Worten “0% Sounddesign, 100% Presets” untertitelt ist

Mix of the day: Zinc – trust me chapter 24 – 1993 pt3

Zinc selbst hashtagt den Mix mit #1993foreverrr und indeed, 1993 war diesbezüglich ein Transitionsjahr UK Hardcore war noch nicht ganz tot, Drum & Bass aber auch noch nicht wirklich fertig. Das hört man dem Mix aus Zinc’s Favoriten seiner Sets aus der Zeit auch raus.
Wem es wie mir geht und bei dem Wetter eigentlich kaum was besser passt kann sich auch noch pt.2 und pt.1 geben. Ach, am besten gleich die ganze ‘trust me i was there’ Serie. Big ups an Zink für die Arbeit

Arte Doku: Bob Marley

Excerpt from an interview of Bob Marley, when asked if he is a rich man, this is his response… as HD as I could make this gif since the footage is from the 70s.

In der Arte Mediathek gibt es gerade die Doku Marley zu sehen, welche genau das richtige für so eine laue Sommernacht war, geht mir weg mit eurem Tatort!
Zu sehen gibt es den Werdegang von Bob Marley, zu einer Zeit als Musik noch richtig was bewegen konnte, was heute in dieser Wirkung schon fast anachronistisch wirkt. Außerdem einen Musiker der alles gibt und dessen Musik mich in meiner heißen Punkphase als einzigste neben Punk begeistern konnte. Ein Phänomen dabei war, das kaum lief Marley ich jedes Spiel am Kicker gewonnen hatte. Und ich möchte sogar behaupten das Reggae und Ska der Urvater von Breakbeat und all seinen Derivaten bis hin zu Drum & Bass und 2Step und ihren Nachfolgern ist.
Auf jeden Fall eine sehenswerte Doku über einen wichtigen Menschen und seine Musik, die durchaus dazu taugt einem das Verständnis für diese näher zu bringen und Marley’s One Love Message ist heute auch noch oder wieder wichtiger denn je.

(Gif via Das Kraftfuttermischwerk)

Alter Mix: Tanith@ DT64 Dancehall 1991

Update: Nachdem der Mix so gut ankam und sogar Das Filter ihn als Mix der Woche kürte, hab ich den mal von Youtube gerippt und auf Soundcloud hochgeladen um euch die Arbeit zu sparen. Hier also nochmal auf meiner Soundcloud

Und Danke nochmal an tekknobody bln und seinen Kanal, da lassen sich auch noch schöne andere Perlen finden!

DT64Tanith
Da hat doch tatsächlich einer diesen uralten Mix ausgegraben den ich mal in Marusha’s Dancehall damals ablieferte. Ich bin ganz froh den jetzt wieder zu haben, weil der so ziemlich der erste Radiomix ist den ich abgeliefert hatte. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich damals zu diesem ollen, riesigen Radiogebäude gefahren bin und ziemlich motiviert dort Scheibe an Scheibe gezimmert habe. Was dann rauskam war schon ähnlich wie das, was ich zu der Zeit im Tresor ablieferte, aber gleichzeitig vom Spannungsbogen her auch anders. Jedenfalls kann ich nach all den Jahren immer noch voll und ganz hinter dem Mix stehen, auch schön :D

(Via Toti)

Record of the day: Zomby – Where Were U in ’92?


Ist das jetzt schon alt oder gilt ein Release von 2008 noch als neu? Egal, mehr retro geht jedenfalls kaum, klingt genau so wie es der Name verspricht, Uk Hardcore wie aus dieser Zeitschleife. Was habe ich die Platte damals gefeiert, obwohl damals so einen Sound kaum einer hören wollte. Würde man die heute rereleasen würde das, glaube ich, ganz anders aussehen, wenn ich mir den Erfolg von z.B. Special Request ansehe. Ach was rede ich, er soll gleich einen Nachfolger hinterher schmeissen!
Ist mir heute mal wieder per Zufallsgenerator in die Playlist gerutscht und ich feiere das Ding immer noch. Eigentlich jetzt schon ein Klassiker, schade das es um Zomby so ruhig geworden ist:

Altraver und Frühblogger Rainald Goetz bekommt den diesjährigen Büchner-Preis

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Das freut mich insbesondere deswegen, weil es quasi einer von uns ist, ein altes Feierschwein aus dem Techno der ersten Generation. Dabei verfolge ich ihn schon viel länger, „Irre“ war für mich DAS Buch 1983, aber kennenlernen sollten wir uns erst 1991, auf der Leuchtmitteltraverse der Mayday, über der Bühne in der Halle Weissensee, auf die wir uns beide, unabhängig voneinander hochgehangelt hatten um mal aus der Masse rauszukommen und einen Blick von da oben auf diese zu wagen. Ich war nicht schlecht geflasht, als ich erkannte wer da gerade neben mir tanzt, zumal ich eigentlich erwartete das es ein Ordner ist, der mich gleich runterschmeisst. In Folge traf ich ihn in den 90ern ziemlich oft auf irgendwelchen Raves und Afterhours, weil er die akribisch verfolgte, was ja später auch in Buchform aufbereitet wurde. Meist in München, aber auch überall sonst wo was los war, immer in seinem Markenzeichen seinerzeit, der orangener Weste über einem Hoodie, weithin zu erkennen. Zu der Zeit hatte er mich literarisch aber schon ein bisschen verloren und auch sein alles toll Gefinde konnte ich nicht nachvollziehen, bzw. konnte mir in Gesprächen hart auf die Nerven gehen, kam mir immer etwas hilflos vor, aber nach den distinktionsreichen 80ern war das für ihn offensichtlich eine erfrischende Wohltat.
Ändern tat sich das erst wieder mit „Abfall für alle“, dafür gebührt ihm mein größter Respekt, noch mehr als für „Irre“, “Rave” Stirnschlitzen für den Bachmannpreis oder seine Stamina als radfahrender Raver. Als er so 1998 quasi den ersten Blog führte, war das für mich auch der finale Ansporn meine eigene Website zu konzipieren, dafür bin ich ihm bis heute dankbar. Ich fragte ihn mal warum er da kein Kommentarfeld hat, weil das für mich eins der wichtigsten Dinge des Internets ist, der Rückkanal, er meinte er hätte Angst vor den Lesern. Wenn ich mir heute die Kommentare unter vielen Artikeln im Internet ansehe kann ich diese Angst nachträglich sehr gut nachvollziehen.
Literarisch hat er mich übrigens seit „Johann Holtrop“ auch wieder.

(Bild via Zeitmaschine)

Slices Feature: Gabriel Ananda

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Ok, mit seiner Musik kann ich jetzt nicht sooo viel anfangen, ist mir persönlich zu melodisch und melancholisch, aber nichtsdestotrotz eine sehr sympathische Type und ich finde es ja immer interessant wenn sich Kollegen auch von der Stadt verabschieden und mehr ins ländliche ziehen. Ich meine bei solchen Leuten immer mehr Ausgeglichenheit, Reflektion und generelle Entspanntheit feststellen zu können. Eigentlich ein faszinierendes Phänomen, das Leute die Musik, die hauptsächlich aus urbanen Räumen kommt, zunehmend die Ruhe der Natur suchen um diese zu produzieren. Ich möchte da noch nicht von einem Trend sprechen, aber auffällig finde ich das in letzter Zeit schon. Wäre vielleicht auch mal ein Thema das man tiefer erörtern sollte

Luke Slater Live Set at Boiler Room

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Damit kann man sich in den Urlaub verabschieden ;) Die Groove hat heute exklusiv den Boiler Room Mitschnitt von Luke Slater’s Set beim Broiler Room in Schottland gebracht. Ich war dann mal so frei den iframe aus dem Quelltext zu extrahieren, ähem.
Ich finde Luke Slater’s Werdegang, von ganz frühem Jelly Jam Label, über Peacefrog, über seine Versuche Ende der 90er auf Mute etwas mainstreamiger zu werden, und zurück zu kompromisslos nach wie vor bemerkenswert. Kaum einer kriegt solche Kurven so gradlinig hin und bleibt dabei glaubhaft, das bleibt nur den wahren Künstlern ihres Fachs vorbehalten. Dabei scheint er mir seit Jahren mit diesem nach vorne Techno wirklich seine Heimat gefunden zu haben, find ich gut

Ich bin dann mal ne Woche an der polnischen Ostsee, vielleicht kommt was von unterwegs, ich will aber nix versprechen