Release of the day: Secret Rave 01

Wieder eine namenlose Fourtracker EP, wieder auf Bandcamp gefunden, genau wie der Release des Tages gestern und wieder mit Blick zurück, damals als Drum & Bass noch nicht erfunden war und auch Broken Beats noch unter Techno firmieren konnten.
Secret Rave ist der erste Release des neuen italienischen Labels Art-Aud und sie versprechern das die beiden ersten Tracks die Richtung der zukünftigen Releases vorgeben werden. Nice one!
Irgendwas ist da 2015 vielleicht in der Luft mit dem Style, und den namenlosen Fourtracker EPs.
Gibt’s wie, gesagt auf Bandcamp, wo man sich auch die limitierte 12″ bestellen kann

Release of the day: R-Zone 12

Mittlerweile hat diese sympathische Reihe bereits die Nummer 14 erreicht, aber die 12 finde ich die bislang beste. Das durchnummerieren ohne weitere Namen ist hier durchaus Programm und nicht nur das erinnert hierbei an die Anfangszeiten von Techno und Breakbeat, als dieses EP Format ohne weitere Angaben durchaus ein eigenes und oftmals spannendes war, man erinnere sich an Automation, Techno Grooves, Space Trax und natürlich B-Sides. Stilistisch geht das ebenfalls in die Richtung, man weiß nie was einen erwartet, aber interessant ist dass Wundertütenformat allemal, die 12 habe ich gewählt weil wirklich jede Nummer ein Kracher ist.
Viel findet man über R-Zone nicht und das scheint Absicht zu sein, aber zumindest ein Interview, in dem DJ TLR die Idee hinter R-Zone erklärt. Oldschool ohne altbacken zu klingen scheint mir die Programmatik zu sein, das von den gleichen Leuten wie die altehrwürdige Creme Organisation betrieben wird.

R-Zone, is not a vehicle for nostalgia. It is simply a way of trying return to a more naïve state away from what he calls Facebook’s “constant stream of shit.” Relentless self publication is not TLR’s style.

Alle R-Zone Releases sind über Bandcamp zu bekommen

Track of the day: Holy Ghost Inc. – The Dub

Ein fast vergessener hit aus 1989, damals als auch sowas auch unter Acid lief, die Zeit als eben noch nichts durchformuliert war, auch nicht beim Coverdesign wie man sieht.
Die andere Seite der Maxi “The Word” lief oft bei Moni Dietl, ich hingegen spielte meist diese Version. Eigentlich wär’s sowieso mal an der Zeit für eine Holy Ghost Inc. Retrospektive, zumindest für die Jahre 89-93

Butter bei die Fische: Wie das Vinyl Comeback wirklich aussieht

Nur um das mal in die richtigen Relationen zu rücken und deckt sich so ziemlich mit dem, wie sich dieses Comeback bei mir so anfühlt. Das ist dann doch recht überschaubar und zeigt vielleicht auch auf, wieso die Plattenspielerproduktion nicht unbedingt mutwillig zurück gefahren wurde:

(Via Blogrebellen)

Track of the day: Dub War – Murderous Style

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Mir ist gerade ein Ordner alter Digitalisierungen vor den Mauszeiger gefallen und dabei war auch das hier.
Irgendwie zeitlos und wenn man bedenkt das es aus dem Jahr 2001 stammt, hat es mittlerweile auch den Test of time bestanden diesen Titel zu tragen, geht auch heute noch als frisch durch.
Das war die Zeit, als ich sowas im Nachgang zu 2Step mitnahm und der Name Dubstep nichtmal existierte, im Nachhinein aber durchaus dort einzuordnen ist, was ich jetzt nicht nur am Label Tempa festmache, sondern hauptsächlich musikalisch, auch wenn das was heute unter diesem Tag firmiert nur noch wenig mit diesem Beispiel zu tun hat. Aber war schon ein geiler Lauf den Dubstep da in der letzten Dekade hingelegt hat.

Prodigy – Nasty

Die neue Prodigy klingt dann leider wie aus Prodigy Construction Kit Samples zusammen gesetzt. Man könnte jetzt argumentieren das das halt der Prodigystyle wäre, was mir aber nicht behagt ist dieses kalkuliert rotzige vom Reissbrett oder, Rebellenattitüde via Patternblocks. Was in den 90ern mit seiner Crossover Gedanken durchaus noch zeitgemäß und neu geklungen haben mag tut es heute in der Wiederholung eben nicht mehr. Gerade im Sounddesign kann man sich da ganz schnell auf der konservativen Seite wiederfinden, auch wenn’s noch so punkig klingen soll bleibt es dann steril und wirkt wie gewollte Attitüde vom Fließband. Bei Aggregatzuständen wie Wut wirkt dieses Wiederholungskalkül natürlich tödlich, weil unauthentisch. Rotz und Rebellentum muß auch weh tun und das tut dieser Sound eben nicht mehr, diese Kombination ist jetzt so radiotauglich das sie ohne weiteres unbemerkt bei Das Beste aus den 90ern und Nuller Jahren oder einer Betriebsfeier nach genug Bier mitlaufen könnte ohne als neu aufzufallen
Da hilft auch das gute Video nix.

Album of the day: Death Grips -Fashion Week (Instrumentals)


Mit Vocals hab ich mich ja so, weil es für mich die Musik meist so in den Hintergrund drückt, deswegen waren Death Grips für mich sonst eher nix, aber dank der Instrumentals geht das hier gut für mich rein. Stilistisch nicht einzuordnen, was ja schonmal gut ist, ein rohes und unbezimmertes Brett möchte ich meinen. Das mit den Alben geht ja 2015 schonmal gut los.
Und das beste: gibt’s legal und kostenlos hier und auch via dem Player:

Vorsprung durch Techno oder das das transatlantische Epochen-Dreieck aus Apple-Design, Techno und Berliner Republik


Eine weitere soziologische/popkulturelle Betrachtung von Techno im Zuge des Techno Symposiums der UDK, die trotz ihres Unterhaltungswerts dennoch aufzeigt, das gewisse Thesen nur durch Weglassen und Oberfläche zu generieren sind. Immerhin, einige davon machen schon Spaß:

Die Wiener Soziologin Rosa Reitsamer hat 2013 die Karrieren von 40 Techno-DJs untersucht und dabei festgestellt, dass für eine erfolgreiche DJ-Karriere Eigenschaften unerlässlich sind, die der Arbeitskultur des Mittelstands entspringen: Disziplin, Hartnäckigkeit, Selbstorganisation und eine große Affinität zu Technologie. Die Tatsache, dass Techno nur produziert und aufgeführt werden kann, wenn man eine gewisse Freude daran hat, Tag und Nacht an Knöpfen zu drehen, verschwindet für gewöhnlich hinter der öffentlichen Star-Persona des DJs. In Wahrheit sind Techno-Produzenten jedoch die VW-Ingenieure unter den Musikern und werden vom Publikum aus denselben Gründen geschätzt: Sie sind präzise, technikverliebt und berechenbar.

Deutschlands Puls in BPM

Und als wortgewaltigen Gegenpart aus der Praxis noch Airen dazu:
Der Geruch von Trockennebel
Jetzt untersuchen Experten schon die Ästhetik des Techno. Viel Spaß!

Wenn der Mythos Techno von den Tanzflächen der Clubs im Raum 102 der Hardenbergstraße 33 angekommen ist, um nach allen Regeln des Popdiskurses seziert zu werden, teilt er das Schicksal eines jeden Autopsieobjekts: die Totenstarre…
Sicher, man kann versuchen, Techno zu beschreiben wie jedes andere kulturelle Phänomen: in seinen soziokulturellen Auswirkungen, seiner musikhistorischen Genese, seinen medialen Konsequenzen und seinem klangtheoretischen Aufbau. Man kann aber auch einem Blinden eine Menge über Farben erzählen…
Tanzen statt Theorie! Feiern statt Formeln! Die beste Techno-Uni bleibt der Club

Track of the day: Zinc – Vampires


Ich freue mich ja immer noch auf jedes neue Release von olle DJ Zinc, das ist schon so seit Super Sharp Shooter und 138 Trak. Nicht jeder Track sagt mir zu, aber eins bis zwei finden sich meistens auf dem Release. So auch auf seinem neuesten “Structures 2″, wo mir nur Backup und eben Vampire taugen. Vampire hat’s dafür aber auch richtig in sich, letztens las ich das Prodigy nächstes Jahr ein neues Album rausbringen, nun hiermit hat Zinc die Messlatte im Vorfeld schonmal ziemlich hoch gehängt, würde ich sagen.
Weiß auch nicht was das ist, das in letzter Zeit breaksbasierte Tracks wieder so einen Lauf haben