Luke Slater Live Set at Boiler Room

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Damit kann man sich in den Urlaub verabschieden ;) Die Groove hat heute exklusiv den Boiler Room Mitschnitt von Luke Slater’s Set beim Broiler Room in Schottland gebracht. Ich war dann mal so frei den iframe aus dem Quelltext zu extrahieren, ähem.
Ich finde Luke Slater’s Werdegang, von ganz frühem Jelly Jam Label, über Peacefrog, über seine Versuche Ende der 90er auf Mute etwas mainstreamiger zu werden, und zurück zu kompromisslos nach wie vor bemerkenswert. Kaum einer kriegt solche Kurven so gradlinig hin und bleibt dabei glaubhaft, das bleibt nur den wahren Künstlern ihres Fachs vorbehalten. Dabei scheint er mir seit Jahren mit diesem nach vorne Techno wirklich seine Heimat gefunden zu haben, find ich gut

Ich bin dann mal ne Woche an der polnischen Ostsee, vielleicht kommt was von unterwegs, ich will aber nix versprechen

Zu dieser Ten Walls Geschichte

ist eigentlich alles schon gesagt worden, mir fehlte nur das passende Bild

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Seine Musik könnte mir egaler nicht sein, aber Deppen die 2015 noch nicht begriffen haben das es völlig egal ist wie Leute ausgerichtet sind, gerademal im Techno und House Kontext, der historisch schwer von Schwulen profitiert hat, geschieht es nicht besser. Von daher ein gutes Zeichen das die Reaktionen der Veranstalter so einstimmig ausfallen.

Carl Cox @ Time Warp Mannheim 06 April 2015

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Von Carl Cox höre ich mir immer wieder gerne mal ein Set an, weil er m.E. von den ganzen Big Room DJs derjenige ist, der den Rhythmus am meisten gefressenhat. Es gibt Zeiten, da kann ich mit seinen Sets weniger anfangen, aber in all den Jahren ist mir zur Gewissheit geworden das sich das auch wieder ändert, so wie bei diesem Set von der diesjährigen Time Warp, das so mit das tighteste ist was ich seit langem von ihm gehört habe, es rollt und flowed das es, zumindest mir, eine Freude ist. Geht auch gut ohne Bild, andererseits geht einem dann auch der Spaß verloren den schwer an der S8 groovenden Carl zu sehen.
Der Mann versteht es mit seinen Kombinationen immer wieder mir Tracks schmackhaft zu machen, die ich vielleicht kenne, so aber nicht gesehen habe. Was kann man von einem Dj schon mehr verlangen?

Track of the day: Jonny L – Hurt You So ( The L Mix) [1992]

Es gibt so Tracks die an einigen Tagen irgendwie ganz besonders passen,so wie bei mir heute dieser etwas unbekanntere Mix des Jonny L Klassikers, mit großartigen Pianos, Stabs und Stimmungswechseln. Klingt immer noch quicklebendig und hat einen Drive der seinesgleichen sucht

Der Sony Vertrag mit Spotify, oder wo das Geld bleibt (Hint: nicht beim Künstler)

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The Verge veröffentliche vor 2 Tagen einen Vertrag zwischen Sony und Spotify (der mittlerweile wg. Copyright offline genommen wurde) der zwischen 2011 und 2014 galt, also die Anfangszeit bis zu der Zeit als der Streamingdienst Fahrt aufnahm, dessen einzelne Paragraphen für mich als Laien allein schon wirkten wie bestes Mafiamaterial, so Klauseln wie, wenn ein anderer Partner mehr bekommt erhöht sich die eigene Vorauszahlungssumme um das selbige. Kann sein, das sowas durchaus branchenüblich ist, aber das allein wirft aber ein bezeichnendes Bild auf die Branche. Die Summen um die es da geht belaufen sich auf Vorauszahlungen von 42,5 Mio $, der Witz an der Sache ist das diese nie an Künstler ausgezahlt werden mußten, das gilt nämlich lediglich für Tantiemen.
Dazu kommen noch Gratiswerbung im Wert von 9 Mio. zum günstigsten Preis und die Hälfte der nicht verkauften Werbeplätze zur freien Verfügung.
Das weitere Vettragskauderwelsch ist mir böhmische Dörfer, aber Heise fasst zusammen:

Label Fees
Als eigentliche Tantiemen musste Spotify mindestens 60 Prozent seines Bruttoumsatzes an die Label ausschütten. Davon bekam Sony dann seinen “Marktanteil”. Doch Sony konnte auf einer alternativen Berechnung bestehen, falls diese mehr Geld einbrachte.

Dabei wurden 0,225 bis 0,25 Dollar-Cent je werbefinanziertem Stream, plus drei Dollar pro Monat und normalem Abonnenten, plus sechs Dollar und Monat je Premium-Abonnenten veranschlagt. Diese Sätze galten auch dann, wenn ein Abonnent Spotify in einem Monat überhaupt nicht genutzt hatte. Für länger im Voraus bezahlte Abos gibt es maximal 15 Prozent Rabatt.

Top-Up Fees
Spotify verpflichtete sich dazu, mindestens eine Million zahlender Abonnenten in Nordamerika zu gewinnen. Gleichzeitig mussten mindestens zehn Prozent aller User zahlende Abonnenten sein. Indirekte Abonnenten, die etwa über einen Mobilfunkvertrag zu Spotify kamen, wurden nur teilweise angerechnet. In jedem Monat, in dem Spotify diese Ziele nicht erreicht hat, wurden “Top-Up Fees” fällig. Sie waren zusätzlich zu den Vorauszahlungen und Tantiemen zu entrichten.

Richtig lustig werden die Summen wenn man bedenkt das Sony, wie alle anderen Majors, Teilhaber von Spotify ist und für diese Anteile damals 2935 € gezahlt hat. Nun sucht man schon länger einen Käufer, angepeilt ist ein Preis von 10 Milliarden Dollar, womit aus dem Verkauf für Sony eine halbe Milliarde raussprängen, während der vermutlich zu ihren Gunsten mittlerweile geupdatete Vertrag weiter läuft.
Und ihr fragt euch wo das Geld für die Künstler beim Zukunftsmodell Streaming bleibt?

Embrace The Contradictions, die Geschichte von KLF als Mixumentary

Mixumentary meint hier einen Mix aus Hörspiel und, nun ja, Mix eben. Eine passende Weise um die Geschichte von KLF nachzuerzählen von United States of Audio, die auch schon einen meiner anderen Favourites aus Pretechno Zeiten gefeatured haben, Tackhead

Via KFMW

Label of the day: Switched On Records


Es fällt ja zunehmend schwer Labels in ihrer Gänze empfehlen zu können, aber Switched On Records haben da schon einen sehr guten Schnitt. Very british im Sounddesign, erinnert vieles an frühe Bleepzeiten oder Labels wie Catt Records, ohne jedoch Copycats eines alten Stils zu sein. Vor kurzem erst entdeckt ist die Releaseliste doch schon lang und dankenswerterweise gibt’s auch eine Playlist mit kostenlosen Appetithäppchen zum Vorkosten:

Die wahren Perlen verstecken sich natürlich in den Kaufreleases, lohnt sich da mal durchzuhören.

Programmtip 16. Mai 2015: Doku The Sound of Belgium, Second Screening in Berlin @ Renate


Letztes Jahr hatte ich ja selbst das Vergnügen beim ersten Screening der Doku anwesend zu sein und danach u.a. mit Peter van Hoesen zu einer Podiumsdiskussion beizutragen, diesmal schaffe ich das leider nicht, da ich gar nicht in der Stadt bin. Nichtsdestotrotz sollte jeder interessierte dort hin rennen, nicht weil der Eintritt frei ist, sondern weil man diesen Underdog Pfeiler neben Chikago und Detroit im frühen Techno gar nicht genug Wert beimessen kann. Zudem ist die Doku durchaus unterhaltsam und hat mehr als ein paar lustige und selbstironische Momente, lohnt sich auf jeden Fall.
Das Ganze findet diesmal in der Renate statt und bei der anschließenden Podiumsdiskussion sind diesmal Eric Powa B und – Achtung: Sven Van Hees dabei!
Danach gibt’s noch Party mit den beiden Belgiern ebendort, die kost allerdings Eintritt, sollte aber auch keinen wundern.
Hier die Infos zur Party auf Resident Advisor

Über 10 Stunden UK Hardcore von 91-93 von DJ Warlock

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Warlock war mir bislang eher vom Label Rag & Bone bekannt, das er in den frühen 90ern anscheinend auch schon unterwegs war eher nicht. Wie dem auch sei, hier liefert er 7 seiner alten Mixtapes ab und dabei ist es schön zu beobachten wie sich das 1991 gar nicht mal so anders anhört als damals hier, sich aber zunehmend auseinander dividiert.
Die Soundqualität ist nicht besonders gut, alte Tapes halt, aber Spaß machen die Mixe allemal, zumal darin massig Tracks vorkommen die es gar nicht bis hierher geschafft haben. Oder in his own words:
There’s no tracklistings. Some are obvious bangers and anthems of the time which you’ll know, some are not, and some are obscure releases which even I’m struggling to remember what they were. The mixes echo what I was playing on Pulse 90.6FM as well as at raves such as Helter Skelter, Labrynth, Slimetime, Knowledge, VFM and Eurobeat 2000.
Things kick off in the heyday of Dutch and Belgian Euro, inter-spliced with the UK Breakbeats of the time – think CJ Bolland, Altern-8, Tim Taylor. Then there’s a slew of 92 mixes that capture the fast pace changes in Hardcore’s golden year with too many names to mention, but as an example there’s labels like Moving Shadow, Reinforced, Rising High and producers like Nebula II, Guy Called Gerald, Doc Scott and so on. As the mixes move towards the end of 92, Techno starts creeping in, so there’s early Underground Resistance, Aphex Twin and lots of breakbeat stuff that was picking up on this sea change. With the 93 mixes, it’s the darker hardcore that was increasing in tempo (and post ‘Sesame Street’ pitched up vocals) acting as the pre-cursor of what would then become Jungle. The last mixes are predominantly Hard Techno and Gabba but tinged with Rave and Breakbeat, possibly not to everyone’s liking at this point but nonetheless a representation of another very vibrant strand of what was happening on the underground by late 93.

(via dieser Gruppe da)