Record of the day: Skinny Puppy – VIVIsectVI (1988)

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Läuft hier gerade und dabei fällt mir auf wie gut die eigentlich wieder paßt. Für mich in Sachen Collagierung und Sounddesign bis heute eigentlich unerreicht, aber auch in Sachen Konsequenz und Radikalität fehlt mir sowas gerade heute. Wohlgemerkt das war 1988! Und neben Acid hörte ich eben sowas, ging bestens zusammen. Will sagen, mein Techno kommt eher von da als von Disco :D Auch wenn das in der Geschichtsschreibung wohl unter EBM laufen wird, hatten sich für mein Empfinden Skinny Puppy spätestens ab diesem Album davon verabschiedet, bzw. weiterentwickelt. Wirklich tanzbar war das nicht und wollte es wohl auch gar nicht sein, dafür aber ein sehr prophetisches Ausloten was mit der Elektronik so möglich ist, das den Test of time bis heute besteht,wie eben bei Acid und Techno zur gleichen Zeit auch, nur eben auf einer anderen Ebene, aber mit ähnlichen Mitteln. Interessant wie unterschiedlich die Ergebnisse aussahen, aber als Soundtrack zu Cyberpunk taugten beide gleichermaßen.
Ich hatte seinerzeit das Glück einige Konzerte in ihrer damaligen Gore Hochphase, also etwa zur Zeit dieses Albums, miterleben zu können und das war optisch mindestens ebenso konsequent umgesetzt wie das Audio, da flogen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen, blutig und dreckig, das wo sich Trent Reznor und Marilyn Manson später, nicht nur in Sachen Mummenschanz, wohl inspiriert haben lassen. Der Wahnsinn sah live so aus:

Das Album hatte ebenso wie die Liveshow eine Geschichte zu erzählen, gegen die die heutigen LED Wände einfach mal schlapp wirken.

Hier das ganze Album in all seiner Pracht zum komplett durchhören

Arte Tracks: Nachtleben, Berlin 1997

Berlin1997

1997, damals, als der alte Tresor noch neben dem noch nicht fertigen Potsdamer Platz lag und im Matrix an der Warschauer noch Techno lief und keiner die Computer Zapfanlagen mochte. Als die letzten Ausläufer der anarchistischen 90er zwar noch da waren, aber jeder wußte das das jetzt schneller als einem lieb ist, zuende ging. Das Jahr in dem es die Frontage schon nicht mehr gab und das E-Werk schloß. Die Konfusion war jetzt nicht mehr außerhalb der Szene sondern in ihr und manche versuchten das mit Glamour aufzufangen, zurück zum Koks oder so. Die anderen wollten genau das nicht, kannte man ja noch aus den 80ern.
Kurze, aber im Nachhinein aussagekräftige Doku von Arte Tracks damals

(via Zeitmaschine)

Releasefest: Luke Vibert Presents UK Garave Vol. 1, Leftfield – Leftism 22, 4 To The Floor Presents Fourth Floor Records

Wenn der Frühling schon nicht so richtig aus’m Mustopp kommen will, machen wir ihn uns halt selber. Alles etwas retro, aber zumindest scheint mir bei diesem Output die Sonne aus’m Arsch.
Fangen wir an mit dem alten Kumpel von Aphex Twin, Luke Vibert. Der hat hat gerade seine UK Garage Rave Zeiten musikalisch verarbeitet und bietet sie unter Luke Vibert Presents UK Garave Vol.1 an. Wobei mich das Vol.1 hoffen läßt das da noch mehr kommt

Weiter geht’s mit der remasterten Jubiläumsausgabe von Leftfield’s Leftism, was anno 95 für mich ein ähnlicher Meilenstein war wie Underworld’s Dubnobasswithmyheadman ein Jahr zuvor, paradoxerweise aber dubbiger. Heute nach wie vor sehr gut hörbar. Kommt mit massig Remixen u.a. von Ben Sims, Adrian Sherwood, die aber natürlich alle nicht an die zeitlosen Originale heranreichen.

Und zu guter Letzt haben es Fourth Floor Records endlich hingekriegt viele ihrer besten ollen Kamellen auf eine Compilation packen zu lassen. 4Th Floor war damals auf gleicher Augenhöhe mit Labels wie z.B. NuGroove, Breakin Records, Apexton oder City Limits. Auf 4 To The Floor Presents Fourth Floor Records gibt’s ein Wiederhören mit so prägenden Tracks wie: Fallout – The Morning After (The Aftermath), Masters At Work – Alright Alright, Black Riot – A Day In The Life, The Break Boys – My House Is Your House And Your House Is Mine (Miami Beach Break mix) und vielen anderen, die seinerzeit House und Garage geprägt und als Blaupause gedient haben. Natürlich auch wieder mit den unvermeidlichen neuen Remixen, die m.E. den Tracks nichts wesentliches hinzufügen und ebenso gut weggelassen hätten werden können, oh well…

Rave! Halle! 1992!

Halle92

So war das damals, icke, voll in Tarn :-D , mit u.a. Rec De Weirl, Marusha und ihrem damaligen Freund DJ Dick in Halle an der Saale anno 1992.
Schön das es gleich mit Aphex Twin losgeht, ab Minute 49 sieht man mich nochmal. Taugt auch gut zum Homeraven

(Via Toci)

Voltra: Neuer Desktop Musikplayer mit Shop, 100% für Labels und Artists

Voltra

Ich weiß, Streaming ist in Sachen Musik so ziemlich das Medium der Stunde. Menschen wie ich können sich allerdings nicht an den Gedanken gewöhnen, das von heute auf morgen, wegen irgendwelchen Lizenzgedöhns teile der eigenen Playlisten einfach weg sein können und deshalb lieber weiterhin Musik kaufen. Ganz zu schweigen von all dem Kram den man halt so über die Jahre gesammelt hat und der nie in irgendwelchen Spotifys auftauchen wird, man denke nur z.B. an Whitelabels aus den frühen 90ern.
Das Musik kaufen und besitzen nicht mehr der letzte Schrei ist merkt man auch daran, wie stiefmütterlich allerseits Musikplayer, angefangen von iTunes bis zum anfänglich euphorischen Start des Beatport Pro Players, heute so behandelt wird. Bei jedem Update hat man fast Angst darum, das die Fileabspiel Funktion diesem zum Opfer fällt.
Und genau in diesem Moment betritt ein neuer hübscher Client den Markt, der all das verspricht und zudem noch einen Shop eingebaut hat, in dem man tatsächlich Tracks kaufen kann und verspricht die Gewinne zu 100% an Künstler bzw. Label weiterzugeben. Finanzieren tut sich das über diverse Premium Funktionen, die für 10 € monatlich zu haben sind.
Wer Musik nach wie vor gerne kauft und nicht auf die XML Sync Fähigkeiten von iTunes zu Serato oder Traktor angewiesen ist sollte sich dort mal auf die Betaliste von Voltra setzen lassen, ich hab’s trotzdem schon getan und bin gespannt.

Das ZDF 1995 über Kassel’s “Aufschwung Ost”, Carl Cox und Ecstasy

Aufschwung Ost

Quasi als Ergänzung zu den Aufschwung Ost/Stammheim Sets von letztens. Was Das ZDF anno 1995 dazu recherchierte. Mit Wolle am Anfang :D Carl Cox und einigen anderen bekannten Gesichtern

Gefunden von Das Filter

“We Call It Techno” Doku nun frei auf Vimeo zugänglich

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Über “We Call It Techno” hatten wir es hier schon öfter, die Doku war der Beginn eines ganzen Reigens, der versucht hat die Anfänge Von Techno in Deutschland zu erörtern. Die Liste der Protagonisten der ersten Stunde, die zum Thema befragt wurden ist lang (ja auch icke) und es kommt Bildmaterial zum Zuge, das so vorher noch nie das Licht der Öffentlichkeit gesehen hatte.
War bislang nur käuflich, in Zeitfenstern von Mediatheken oder über halblegale Wege zu sehen, nun frei für alle auf Vimeo:

Lost Tapes aus dem Stammheim/Aufschwung Ost

Lost Tapes

DJ Marky ist gerade dabei in seinen alten Kassetten und Dat Kisten zu digitalisieren und läßt uns an dem Spaß teilhaben. So stellt er in kurzen Abständen neue alte Mixe von so illustren Größen wie Laurent Garnier, DJ Rush, Carl Cox etc in diese Lost Tapes Playliste. Alle garantiert live zwischen 1994 und 2002 im Stammheim bzw. Aufschwung Ost aufgenommen.
Lohnt sich immr mal wieder reinzugucken, ob was neues dazu gekommen ist, wie z.B. heute Laurent Garnier am 14.04.2000 im Stammheim

The Dominator swagged up

Kommt ja genau richtig zur bald wieder stattfindenden Tekknozid. Der Dominator mal ganz anders, musikalisch immer noch gleich, aber so wurde der bestimmt noch nicht choreografiert :D

(Via Zeitmaschine)

Album of the day: PZG & Dubsknit – We Rob Rave 2


Es ist noch gar nicht lange her das ich die polnischen Footworker PZG & Dubsknit mit ihrem ersten Album entdeckt habe und schon folgt, BÄM!, der zweite Streich. “We Rob Rave 2″ klaut genau da weiter, wo “We Rob Rave” aufgehört hatte und geht vielleicht noch etwas furioser zur Sache, läuft auf jeden Fall sehr flüssig hintereinander und bringt UK Hardcore in ein sehr zeitgemäßes Gewand, bei dem der ihm eigene Humor gut gewahrt, wenn nicht gar verstärkt wird. Erscheint diesmal auf Cockrock Disco und ist bei Bandcamp auch wieder für den Pay what you want Preis zu haben.