Der verlorene, spröde Funk von Ubik, Hi Ryze und Autonation, aka David Campbell


So zwischen 1990 und 1993 gab es mal einen Seitenstrang von Techno, den ich gerne den Bleeps zugehörig zurechnen möchte und der quasi von einem Mann alleine geschaffen und beackert wurde. Die Tracks waren nicht unbedingt Dancefloorfiller und das Genre so klein das es nichtmal einen Namen hatte und trotzdem war ich ein Riesenfan dieses verspielten Maschinenfunks. Was heißt war? Diesen Winter habe ich das für mich wiederentdeckt, was der Mann mit dem Allerweltsnamen David Campbell da unter verschiedenen Pseudonymen angestellt hat.
Am bekanntesten wird vielleicht Hi Ryze‘s Cyberia sein, das damals gerne im Zusammenhang von A Place Called Bliss gespielt wurde

Aber unter Ubik ging’s dann so richtig ab, vertrackt, irgendwo zwischen Detroit, Bleeps undf Rave verortet

Autonation schaffte in früher Inkarnation sogar mal den Sprung auf R&S, siedelte aber erst mit der Cyborg Society EP zwischen Hi Ryze und Ubik an

Ich finde diesen Funk gerade wieder sehr wegweisend. Wieder eins von diesen losen Enden das gerne wieder aufgenommen und aktualisiert werden könnte

Gerahmte Mitsubishis


Ein Denkmal für die weißen und rosanen Instant Gude Laune Drops der 90er wäre eh mal fällig, der geneigte Altraver kann sich diese Devotionale nun zumindest anstatt irgendwelcher Medallien, Urkunden oder sonstigen Trophäen in die Vitrine stellen. Mehr “Ich war dabei” geht ja kaum.
Leider gerade Out of Stock

Ergänzende Interviews zur Doku ” Berlin 90 – Der Sound der Wende”

Letztens lief doch diese neuerliche Doku mit vielen bekannten Protagonisten (ich berichtete). Nun gibt es noch ein paar ergänzende Interviews dazu, die allesamt recht unterhaltsam sind und in denen z.B Wolle seinen Tanzflächenkommunismus erklärt, Danielle de Picciotto den Erfolg von Techno in Berlin mit beiderseitiger Schnörkellosigkeit begründet und auch das Stimmungsbild das Ulrich Gutmair vom damaligen Berlin zeichnet finde ich recht gelungen

Die orale Geschichte von Wax Treatment (und zugleich auch ein bisschen von HRST KRZBRG)


Ich war ja nur ein paarmal da, aber es war seinerzeit ein Segen und ein perfect match für Berlin, als Dubstep groß wurde und Hardwax diese Parties im Horst Kreuzberg abhielt.
Hier ist die Geschichte von beiden von den Protagonisten erzählt

Kraftwerk des frühen Sampleklaus überführt

Nice find! Man höre sich den Anfang dieser Sound FX Platte an (sozusagen die Frühform der Sampling CD)

und vergleiche es mit dem Anfang von Autobahn

zu dem Hütter folgendes meinte:

Ja, genau der Hütter, der heute andere verklagt, wenn sie von Kraftwerk sampeln :D

Danke Jonas!

Ziggy’s Dead

Heute ist David Bowie im Alter von 69 Jahren an Krebs gestorben und auch wenn ich ansonsten eher nicht so der R.I.P. Verkünder bin, für David Bowie mache ich da mal eine Ausnahme. Denn David Bowie war für mich eigentlich immer da, sogar als ich seinerzeit eigentlich nur Punk hörte, liefen immer noch die Alben Station to Station, Heroes und Low, die eigentlich schon dahin zeigten, wo es danach für mich musikalisch hingehen sollte. Auf meinen winterlichen Transitreisen nach Berlin hörte ich immer Warzawa, weil das der beste Soundtrack zu vereisten Reichsbahnabteilen und dem was draußen vorbei zog war. In seiner Tin Man Phase hatte ich neben Techno ebenso eine Metalphase. Aber am wichtigsten war für mich damals, beim Aufwachsen als Alien in der Provinz, das so ein Freak mit diesem Aussehen über all den Proleten stand, die einen dafür auslachten solch ein Freak zu sein und wenn ich für mein Aussehen und Anderssein mal wieder auf die Fresse bekam, dann war das für mich ein unschätzbarer Halt durchzuhalten und nicht klein beizugeben, oder so zu werden wie die tumben Orks mit ihren Mopeds und ihrem biergeschwängerten Musikgeschmack. Schon damals machten die Geschichten die Runde, das Bowie in Berlin lebte und das war dann auch ein Ausschlag hier leben zu wollen, wo eben solche Freaks völlig undrangsaliert und unauffällig existieren konnten.
Danke für alles!

Where are we now?

Had to get the train
From Potsdamer platz
You never knew that
That I could do that
Just walking the dead

Sitting in the Dschungel
On Nurnberger strasse
A man lost in time near KaDeWe
Just walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know, you know

Twenty thousand people
Cross Bose Brucke
Fingers are crossed
Just in case
Walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know
You know

As long as there’s sun
As long as there’s sun
As long as there’s rain
As long as there’s rain
As long as there’s fire
As long as there’s fire
As long as there’s me
As long as there’s you

(Pic via Deviant Art)

Doku: Berlin 90 – Der Sound der Wende

Berlin90

Noch ein Versuch den Geist der Nachwende 90er in Berlin einzufangen und zu vermitteln, mit vielen Protagonisten die man schon aus anderen Dokus kennt, wie Johnny Stieler, Ben DeBiel, Danielle De Piccotto, Motte, Wolle aber auch anderen die noch nicht zu Wort kamen.
Läuft heute auf ZDF Info und ist noch eine Woche in der Mediathek zu finden, ist aber auch schon auf Youtube gelandet:

El pistolero- Music by Housemeister- P-Berg 1993- Directed by Hannes Stoehr

Pberg93
Mehr Prenzlberg 1993 geht eigentlich kaum wie in diesem kleinen Kurzfilm von Hannes Stoehr, der dann paar Jahre später auch “Berlin Calling” drehte. Spiegelt sehr schön in Schwarzweiß die damalige Stimmung wieder und ich erkenne wirklich jede Ecke wieder. Das gezeigte Polizeipräsidium wurde übrigens vor ein paar Jahren zu Eigentumswohnungen umgewandelt, was sonst?

(Via Housemeister)

Die ersten neuen Vinylpressen seit fast 30 Jahren

Werden natürlich in Deutschland gebaut,berichtet The Vinyl Factory. Was dem internationalen Renomee nur förderlich sein dürfte, german engineering und so.
Für mich jetzt nicht soooo interessant, aber ein weiteres Zeichen das man auch mittelfristig Vinyl nicht abschreiben sollte. Immerhin ergibt sich dadurch auch wieder die Möglichkeit Platten schnell zu pressen und nicht ein halbes Jahr warten zu müssen, bis man einen Release in der Hand hält.
Jedenfalls stattet das Startup Newbilt Machinery die neue Vinyldruckerei Third Man in Detroit mit 8 ihrer Maschinen aus.
Wer nun mit dem Gedanken spielt sich sowas zuzulegen, ab 100.000 geht’s los.

Dubstep & Weihnachtsbeleuchtung, Arsch auf Eimer

dubstepweihnachtenLetztens schrob ich noch


aber die beiden passen, zumindest in amerikanischer Üppigkeit, eigentlich sehr gut zueinander. Hier in 11 Minuten full glory:

(Via Mashable)