Album of the Day: Homemade Weapons – Negative Space

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Of the Day? Was sag ich! Für mich eins der Alben des Jahres, wenn nicht das Album des Jahres. Seit Monaten wie ein kleines Kind drauf gefreut, heute ist es endlich draußen. Und welch passende Ergänzung zum heutigen Adventskalender, was für ein Timing :)
Homemade Weapons, aka Andre Delgado aus den USA, ist für mich der Hauptprotagonist dieser bislang noch namenlosen Spielart von Drum & Bass, die sehr reduziert und düster daher kommt. Das lässt Räume entstehen, die man zuletzt im Dubstep der frühen Hyperdub und Tempa Schule aufgemacht hat. Negative Space ist das erste Album von Homemade Weapons, die Größe des Albums hat sich aber durchaus schon in den letzten Releases angekündigt. Hier ist es:

20 Jahre Drum & Bass: Damals und heute

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Weil mir diese beiden Mixe gerade zufällig hintereinander unterkamen möchte ich sie gerne teilen, da sie sehr schön aufzeigen was da mittlerweile so passiert ist. Der erste kommt von Doc Scott und war eine Beilage zum einem Mixmag Magazin 1998. Das war schon knapp vor dem Abklingen meiner ersten Drum & Bass Begeisterung, Tech Step war gerade der heiße Scheiß, danach ging’s, meiner Meinung nach, eigentlich nur noch bergab:

die Tracklist dazu findet sich hier

Es kamen viele Jahre in denen Drum & Bass vor sich hindümpelte, sich selbst zitierte, im Formelhaften versank, kurzum nicht gerade innovativ daher kam und mich langweilte. Es gab zwar immer wieder mal Produktionen die aufhorchen ließen (Noisia!), aber so ein steter Fluß wollte nicht aufkommen. Das hat sich seit einiger Zeit wieder geändert. Seit ca. einem Jahr kommen mir immer öfter wieder Tracks unter, die an das Begeisterungslevel meiner ersten Euphorie heran reichen. Selten finde ich mal Mixe die das gut aufzeigen, hier kommt so einer. Da sind mittlerweile völlig neue Namen aus aller Herren Länder am Start und so im direkten Vergleich hört man auch, das da mittlerweile fast 20 Jahre dazwischen liegen und was da soundtechnisch alles passiert ist. (Disclaimer: mit dem Crossbreed im letzten Viertel könnten einige überfordert sein, aber ich finde auch das gehört dazu :D)

THE TEKNOIST – JUNGLE SYNDICATE 7th BIRTHDAY 2016:

6 Jahre Boiler Room, das Interview


Boiler Room, einige lieben ihn, einige hassen ihn. Ich weiß noch, als die Berliner Ausgabe noch relativ neu war und wir uns auf Facebook zum lästern verabredeten. Natürlich ist so ein Format immer voyeuristisch, aber ich verdanke ihm auch nicht wenige grandiose Sets und nicht zuletzt auch einen eigenen Auftritt dort und weiß das die Leute die dort arbeiten dies mit sehr viel Herzblut tun. Ich finde es großartig auch in andere musikalische Szenen von zuhause eintauchen zu können und den state of Dubstep oder Drum & Bass via VDSL auch am Rand von Berlin checken kann. Klar ist das ein zweischneidiges Schwert, was die Entwicklungsphasen von Szenen angehen kann und es gab auch Ausgaben die ziemlich in die Hose gingen (Richie Hawtin mit Grimes anyone?), aber grundsätzlich finde ich persönlich das der Boiler Room das Internet noch ein bisschen geiler gemacht hat.
Hier ist das Interview zu 6 Jahren Boiler Room mit Gründer Blaise Belville dazu

Musikverlage ereilt das VG Wort Karma

und ich begrüße das, sogar außerordentlich. Ich kann mich noch gut erinnern, als sich damals zu Napsterzeiten u.a. diverse Musikrechtsanwälte und Labelowner nur so mit Verlagen eindeckten, als die Contentersteller nicht mehr den nötigen Zaster hatten und dementsprechend unattraktiv wurden. Verlage stellten eine schöne Möglichkeit dar, doch noch an ihnen zu verdienen, ohne das man sich dem Ärger ausliefern mußte, die 40% kommen halt immer rein, ohne das man auch nur den Finger krumm machen müßte. Mit dabei immer, die Kumpanei zwischen Gema und Verlagen, wo diese ja in Schlüsselpositionen sitzen, um nicht zu sagen zusammen im Bett sind. Es gab damals wahre Einkaufsexzesse und ein Verlagsgecluster, das mit dem gestrigen Urteil etwas weniger attraktiv geworden sein dürfte.
Verlage dürfen sich nun eben nicht mehr einfach 40% der Urheber einheimsen und das rückwirkend bis zum Jahr 2010, ich bin gespannt ob die Milliönchen fließen werden und inwieweit die überhaupt noch da sind, daran dürften nun einige Verlage zu knapsen haben.
Damit ereilt die Musikverlage das gleiche Schicksal wie die Buchverlage, die ebenfalls nicht mehr pauschal an den Einnahmen der VG Wort beteiligt werden dürfen.
Es wird nun spannend zu sehen sein, wie man trotzdem versuchen wird die Pfründe zu sichern, in Sachen der Buchverlage hat sich ja die Politik schon als willfähriger Gehilfe gezeigt

Mix of the day: Homemade Weapons – Samurai Music Official Podcast 32

homemadeweapons

Ich will aus meiner neu erbrannten Hochschätzung für neueren Drum & Bass gar keinen Hehl machen und Homemade Weapons ist z.B. einer der Gründe dafür. Eine wahre Hochpräzisonswaffe was minimaler gehaltenen Drum & Bass angeht. Im Dezember kommt sein Album auf Samurai Music, auf das ich schon mit Spannung warte und in diesem Podcast sind schonmal einen Preview darauf.

Ilsa Gold – Donald Grabs To Washington

So verrückte Zeiten sind natürlich wie für Ilsa Gold gemacht. Ich glaube das ist Ilsa’s erstes Lebenszeichen seit “Jörg Haider ist schwul” und wir wissen ja was dann passiert ist. Donald watch your step!

Download: Hörspiel “The Future Is Ours – Als Techno durch die Decke ging”

futureisours

Hatte ich zwar schonmal, gibt’s aber jetzt zeitlich begrenzt zum Download und könnte zeitlich kaum besser kommen als zur am Samstag anstehenden TEKKNOZID. Ein kleines Hörspiel von Maike Wüllner über die Ursprünge von Techno, hauptsächlich Berlin und alle kommen zu Wort, Wolle, Motte, Laarmann, Dimitri Hegemann, Johnny Stieler, Arne Grahm, icke, unterlegt mit einer wirklich gelungenen Musikauswahl aus der Zeit.
Wurde seinerzeit so beworben:
1989. Die Wende. Im gerade wiedervereinten Berlin herrscht ein neues Lebensgefühl und liefert die perfekten Bedingungen für eine neue Subkultur: In leer stehenden, vergessenen Kellern entstehen Clubs. Mit neuem, urbanem Sound. Und diese Musik schafft das, was die Politik lange Zeit nicht erreicht: sie vereint. Zumindest die unterschiedlichsten Leute auf einer Tanzfläche, mit einer Musik, mit einer Art, zu feiern. Diejenigen, die damals die Tanzfläche beschallt haben, sie gebaut haben oder auf ihr standen, erzählen, wie in den Trümmern der Berliner Mauer die Subkultur Techno groß wurde. Und dass die Raver schon bei der zweiten Loveparade 1990 wussten: „The Future Is Ours“!

Download hier, lohnt sich!

(via Mike Litt)

The Art of Sampling visuell

polygraph

Sampling, eine Kunstform ohne die moderne Musik kaum vorstellbar wäre. Ach, was sag ich, seit der Digitalisierung ist eigentlich alles Sampling und mit der aufkommenden 3D Drucker Technik, denke ich mal, das wir da trotz mittlerweile 30 Jahren Erfahrung, immer noch am Anfang stehen.
Polygraph ist eine Seite, die sich visuellem Erzählen widmet, hat dies nun mit der Kunst des musikalischen Sampelns gemacht und zwar indem sie aufzeigt, wie der Jazzmusiker Robert Glasper, der durchgängig mit Samples aus dem Werk von Miles Davis arbeitet aus einem 2 sekündigen Sample einen neuen Track baut.
Auf der Seite Samplestitch kann man das dann mit anderen Tracks via Tastatur auch probieren

(via irightsinfo)