Nie wieder Krieg: Berlin 1945 in Farbe und HD plus Bilder damals/heute

Berlin45HD
Etwas zu früh für den Tag der Kapitulation, aber so sah das danach aus. Ich weiß das es eine Menge Bilder gibt, die sich in Schwarzweiß in mein Hirn gebrannt haben, aber in Farbe und bewegt hatte ich das so vorher noch nicht gesehen.

Sensationelles Filmmaterial! Berlin nach der Apokalypse in Farbe und HD from Konstantin von zur Mühlen on Vimeo.

Zusätztlich gab es die Tage noch in der Berliner Morgenpost solche Damals/Heute Schiebebilder, die zeigen wie sich die zerstörten Orte bis heute entwickelt haben
Berlindamalsheute

( Via Peter Glaser und Sixtus)

Doku über den Klunkerkranich: Du mußt dein Ändern leben


Klangsucht kenne ich seit ihren legendären “Reclaim the Park” Open Airs, die die Welle der Park Open Airs in Berlin einleiteten und wurde auch des öfteren zu Parties wie z.B. im Golden Gate gebucht. Seit ca. 2 Jahren ist deren vornehmliches Projekt allerdings der Klunkerkranich, auf dem Parkdeck eines Neuköllner Einkaufszentrums.Das Werden des Klunkerkranichs wurde in diesen 2 Jahren von einem Filmteam begleitet und daraus entstand die Doku “Du mußt dein Ändern leben”, die jetzt in ausgewählten Kinos anläuft und bald als DVD erscheinen wird:

Das Gefühl hier irgendetwas starten zu müssen.“ Dieser Drang und das ungenutzte Parkdeck eines Shoppingcenters in Neukölln sind der Anfang einer Vision. Diese Vision entsprang dem Freundeskreis um das Liebespaar Yosh und Dorle. Um ihren Traum von nicht-kommerziellen Räumen der Begegnung, Kunst und Lebenslust wahr werden zu lassen, gründeten sie, was sie bis heute ihr „Wahlfamilien-Unternehmen“ nennen. Dafür haben sie ihre gesicherten Lebensentwürfe aufgegeben, ob als hochbezahlter Headhunter wie Yosh oder als arrivierte Schulleiterin wie Dorle. Mit Hingabe wollen sie nur noch das schaffen, was sie und eine ganze Stadt wirklich bewegt: den Kulturdachgarten Klunkerkranich.

Der Klunkerkranich ist ihre neue Utopie. Die asphaltierten Parkbuchten sollen sich in einen prächtigen Garten verwandeln. Über den Dächern der Stadt soll ein Freiraum geschaffen werden für Do-It-Yourself, Begegnungen oder auch zur Erholung vom Stress der Großstadt. Offen für alle: Künstler, Phantasten oder einfach die Nachbarn.

Doch bevor das Dach-Paradies entstehen kann, muss nicht nur die Finanzierung gelingen und Dekors gebaut werden, es müssen auch die Berliner Ämter zufriedengestellt werden. Das monetäre Risiko ist für alle enorm und die Nächte im Angesicht der nahenden Eröffnung zunehmend schlaflos. Um die vielfältigen Aufgaben zu meistern, hat sich die Crew über die Jahre spezialisiert, mit Selfmade-Experten fürs Bauen, Gärtnern oder Rechnungswesen. Trotz aller Hindernisse hält die Wahl-Familie zusammen und in der geteilten Opferbereitschaft zeigt sich schon vor der Vollendung der Geist des Klunkerkranichs: Da hilft der Nachbar und pensionierte Müllmann genauso wie der auf Urban Gardening spezialisierte Physik-Student. „In den letzten drei Monaten habe ich mehr gelernt als in den ganzen Jahren davor.“ Das schafft Gemeinschaft.

DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN ist ein lokaler Film mit einer global gültigen Geschichte. Er erzählt von Individualität und Zusammenarbeit, von den Chancen und Fallen neuer Arbeitsweisen, von einem großen Erfolg, der dennoch von Prekarisierung bedroht bleibt. Der Klunkerkranich wird ein Schatz für Neukölln, Yosh und Dorle trennen sich und versprechen trotzdem mit ihrer Wahl-Familie weiterzumachen. Ihre Visionen sind größer als sie.

Berliner RAW Tempel Gelände wechselt den Besitzer


Und zwar für 20 Millionen, womit der Vorbesitzer, der die Fläche 2007 für 4 Millionen erworben hatte, ohne eigenes Zutun mal lockere 16 Millionen Gewinn einstreicht. Was jetzt zukünftig mit dem Gelände an der Warschauer- und Revaler Straße passieren wird, auf dem Clubs wie das Suicide und Cassiopaia beheimatet sind, kann anscheinend noch keiner sagen, aber Worte aus Politikermund wie „Wir hoffen, dass der neue Investor die bestehende Beschlusslage im Bezirk respektiert“ klingt jetzt nicht so wirklich überzeugend.
Ich sag mal, solange sich die mehr oder minder selbstausbeutende Kultur dazu benutzen läßt für andere aufzuwerten, ohne an den daraus gewonnenen Gewinnen beteiligt zu werden kommen wir nie aus dem Schlamassel raus und bleiben eigentlich nur die hilfreichen Deppen für die grauen Herren

Kartiert: Wo in deutschen Städten am meisten gefeiert wird

BerlinNacht

Paßt doch bestens in eine berliner Sonntagnacht: Der Stadtplaner Jakob F. Schmid hat im Rahmen seines Forschungsprojektes “Stadtnachacht – Management der Urbanen Nachtökonomie” untersucht, in welchen deutschen Städte nachts wo am meisten gefeiert, bzw. Geld damit verdient wird.

Mittels des data mapping sollten für 12 Fallstudienstädte, die im Rahmen der Vorrecherche betrachtet wurden, sowie die Freie und Hansestadt Hamburg eine möglichst umfassende Kartierung der Betriebe der Abend- und Nachtökonomie erstellt werden, die es dem Betrachter erlaubt einzelne räumliche Konglomerate bzw. hot spots des lokalen Nachtlebens zu identifizieren.
Als Datenbasis wurden Geschäftseinträge auf Empfehlungsplattformen genutzt. Hierfür wurde im Zeitraum zwischen 07.01. – 09.01.2014 ein möglichst großer Datenauszug gewonnen. Es wurden sämtliche Einrichtungen in relevanten Kategorien (»Nachtleben«/»Nightlife«) sowie Kinos, Orte für Theater & Performance sowie Eventlocations in den Städten sowie deren unmittelbarem Umland abgefragt. Insgesamt konnte für ca. 65 % aller in der Datenbank existierenden Einrichtungen ein geographischer Standort ermittelt werden…

Auf der Seite gibt es zoombare Karten von Berlin, Bochum, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mannheim, München und Stuttgart
Mich hat natürlich Berlin am meisten interessiert, deshalb hier unten noch die zoombare Karte:

(Via Interweb3000)

Nein, ich will diese Spiele nicht in Berlin 2024

nolympia

Wem die Aktion des Senats gegen Metronaut oder diese Farce von Bürgerbeteiligung die nur Zustimmung zuläßt noch nicht genug Futter war gegen diese Bewerbung zu sein, der findet bei Mit Vergnügen noch einen schönen Aufsatz dazu, der daran erinnert was 2012 in London los war:

Brand Exclusion Zones. Damit werden ganz offiziell die Zonen um olympische Sportanlagen benannt, in denen die Rechte von Menschen und Unternehmen zu Gunsten des IOC und der Sponsoren eingeschränkt werden. In diesen Zonen bestimmt das IOC die Regeln. Polizei und Justiz des Landes werden zum exekutiven Organ des Komitees. Wer Kleidung mit dem Logo des Wettbewerbers des Sponsors trägt, muss diese abdecken oder die Zone verlassen. Wer Essen oder Getränke gekauft hat, die nicht von einem der Sponsoren sind, darf diese nicht mit in die Zone bringen usw. Und das sind nur die einfachen Unannehmlichkeiten, die mit einem Abtreten des öffentlichen Raums und der persönlichen Rechte einhergehen.

Zur Unterstreichung noch ein Artikel von 2012 über die Olympiade in London:

“Trotz der Dominanz der Spiele durch die Konzerne, belaufen sich die geschätzten Kosten für den Steuerzahler zwischen 11 und 24 Milliarden Pfund, während Grossbritannien tiefer in eine Rezession schlittert und die Briten gezwungen sind Sparmassnahmen zu tragen, für eine Krise, die sie nicht verursacht haben.”

Ganz London ist in eine Festung verwandelt worden, mit tausenden Soldaten, Polizisten, Geheimagenten auf den Strassen, Abwehrraketen auf den Dächern und Hubschrauber und Kampfflugzeuge am Himmel.

Öffentliche Plätze wurden übernommen, das Kleingewerbe ausgeschlossen und die lokalen Bewohner aus ihren Wohnungen vertrieben. Überall sind Sicherheitssperren und speziell die Jugend wird von der Polizei schikaniert.

Geschäfte in der Umgebung, die Souveniers anbieten, die nicht “offiziell” sind, werden von einer “Markenpolizei” aufgefordert die Produkte zu entfernen. Sie dürfen nicht mal Wörter wie “Olympiade, Sommer oder Gold” in ihrer Werbung oder auf Waren benutzen.

Wer mit einem T-Shirt bei den Spielen als Zuschauer erscheint, die von der “Konkurrenz” sind, nicht als Aufschrift einer der Marken der Sponsoren hat, wird weggewiesen.

Brauch ich persönlich jetzt nicht so unbedingt hier

Metronaut für Berliner Olympia Bewerbungs Satire abgemahnt


So schnell kann’s gehen, vorgestern waren noch alle Charlie, seit gestern sind Charlie wieder die anderen und dann am besten gleich doppelt. Und so kam es das das Magazin Metronaut gestern für satirische Olympia-Motive im Zuge der Berliner Olympia Bewerbung gleich doppelt abgemahnt wurde, mit Unterlassungsfrist von 24 Minuten unter anderem vom Land Berlin, das vorher noch meinte man wolle sich offen mit der Olympia Vergangenheit Berlin’s auseinandersetzen. So sieht das dann also aus. Ein kleiner Vorgeschmack auf das was blüht wenn die Spiele tatsächlich hier stattfinden sollten?

Mittlerweile kann man mittels Flattr Button und Paypal für den Metronaut spenden

B-Movie, ein Film über das Berlin wegen dem ich damals hierher gezogen bin


Und dann auch noch von Mark Reeder, hat auf der diesjährigen Berlinale seine Premiere. Muß ich natürlich sehen!
ich freue mich auf ein Wiedersehen mit dem Risiko, Cafe M, Dschungel, SO36, Loft und wie die Locations damals alle hießen.
Ein richtiger Film zur richtigen Zeit, denn dieses Berlin ist mittlerweile genauso weit weg wie das der 90er und damit auch viele Freiheiten die es, paradoxerweise trotz Mauer drumrum, bot

Hier der Trailer von B-Movie, Lust & Sound in West Berlin 1979-1989

Nachtrag zu 25 Jahre Mauerfall: Die Hausbesetzer

Es war ja nicht nur alles Techno nach der Wende, die Hausbesetzungen im leeren Osten machten ebenso viel der damaligen anarchistischen Stimmung aus und oft überschnitten sich diese beiden Welten ebenso wie Ost und West.
Schon kurz nach dem Mauerfall machten sich viele auf, in Mitte, Prenzlberg oder Friedrichshain leerstehende Wohnungen, Läden oder auch Barracken in Hinterhöfen zu besetzen, zu renovieren und neuen Verwendungen zuzuführen. Schon bald hatte der halbe Freundeskreis zumindest eine Zweitbleibe im Osten. Wie einfach das geht sprach sich schnell rum und wurde so quasi zu einer Welle. Our Own Private Germany hat nun einige der Besetzer aus der Tucholsky Straße in Mitte zu ihrem Werdegang befragt, neben den unterschiedlichsten Biografien aus ehemals Ost und West sind da auch tolle Bilder einer Wiedervereinigung dabei, die bei offiziellen Feiern gern mal übersehen wird, die aber nichts destotrotz sehr wichtig für die Zeit waren und von der heute kaum noch etwas zu sehen ist.

(Via Sven VT)

25 Jahre Mauerfall = 25 Jahre Techno


Ich selbst hab von den Feierlichkeiten gestern nur wenig mitbekommen, da ich ja in Kattowicz auf der Mayday in Polen war und erst gegen Abend zurück kam. Immerhin, dadurch das die Böse Brücke an der Bornholmer gesperrt war (was ja auch irgendwie paradox ist, das die Stelle die zuerst aufging am Jahrestag gesperrt ist) hatte ich die unfreiwillige Gelegenheit parallel dazu am Mauerpark entlang die Lichterballons abzufahren. Ganz nebenbei fuhr ich deshalb auch noch an den beiden Häusern vorbei, in denen ich im Prenzlberg seit 1995 bis Anfang 2013 wohnte, auch das wäre ohne Mauerfall nicht möglich gewesen. Dimitri sagte gestern irgendwo “Ohne Gorbi kein Tresor” und ohne Wiedervereinigung kein Techno wie wir ihn heute kennen, möchte ich noch hinzufügen.
Natürlich fand sich darüber auch einiges in den Medien, zwei Artikel möchte ich verlinken. Erstens Felix Denk’s “Das kurze Glück der Anarchie”, welches auch dieses Set von mir aus dem Tresor’91 enthält

Zum zweiten habe ich dazu dem Bayrischen Rundfunk ein Interview gegeben, daraus entstand dieser Artikel (mit dem Malus das ich als Organisator von Tekknozid bezeichnet werde, dem ist bekanntlich nicht so):
130 bpm deutsche Einheit

Das Bild oben habe ich aus dem Artikel, ist direkt von meinem Loveparade Panzer geschossen worden, wie man am ragenden Rohr erkennt, kannte ich noch nicht :D

    Update:

hier noch der Artikel von NPR, quasi der Deutschen Welle er USA “In Berlin, A Beat That Bloomed From Rubble”

Berlin 1990 im Video

berlin90
Ich habe lange überlegt was ich zum 25. des Mauerfalls bringen soll, meine Geschichte davon habe ich jetzt so oft erzählt, das es mir müßig erschien das nochmal zu bringen, aber diese 3 Videos bringen die Atmosphäre der Wendezeit sehr gut rüber. Immer wieder erstaunlich, auch für mich, der ich das alles mitgekriegt habe, zu sehen wie sich alles in doch so relativ kurzer Zeit verändert hat. Ich würde sagen ich kenne über 90% der Orte aus den Videos und doch erinnert man sich erst wieder daran, wie das mal aussah, wenn es einem wie hier vor Augen geführt wird.
Und wie schnell dann doch alles ging

(Via Alexis van Schlonz und Berliner Daf Gabriel)