Fake Berghain Shop

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Ein offensichtlicher gefakter Sven Marquart unterlegt mit typischer Berlin Touristik Musikuntermalung als nächster Hauptmann von Köpenick oder Eiserner Gustav am Checkpoint Charly:

Auf dem Segway:

Beim Junggesellenabschied:

aber auf dem Bierbike hat mir am besten gefallen (“Marcel Dettmann, Technogott”, “Len Faki, du bist der beste Mann” :D ):

Als Werbung für einen ebenso gefakten Berghain Shop mit käuflichen Devotionalien von Rummelsnuff Actionfigur über Sven Marquart Maske bis zur Ben Klock Banane. Ich vermisse noch die Dose mit der Berghain Luft.
berghainshop
Dürfte nicht lange online sein, allein schon wegen der unlauteren Be Berlin Angabe. Aber als Satire so wehtuend treffend

Doku: Prenzlauer Berg 1990

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Damals, kurz nach der Wende war der noch Schwarzweiß, ich kann mich erinnern als ob’s gestern gewesen wäre!
Nein, es war eher ein grauer Matsch überall, zumindest draußen, drinnen war es immer so fröhlich und bunt, das ich mich sofort in den Bezirk verliebt hatte und dann auch bald hingezogen bin und fast 20 Jahre dort wohnte. Das damalige Cafe Nord war dann irgendwann meine Sparkasse, die Schönhauser mein verlängerter Balkon, der Mauerpark wurde fast täglich besucht, in der Oderberger nebendran kannte man in jeder Kneipe mindestens einen an der Bar, was die Einkehr sehr billig machte. Damals, als die 120 qm Altbau mit Parkett noch 600 € kosteten. Heute ist die Mischung eine ganz andere, die Clubs sind weg oder woanders hingezogen, so wie die Originale die sie ausgemacht hatten, die Baulücken sind geschlossen. Institutionen wie Prater und Konnopke gibt es immer noch, trotzdem ist alles anders, außen bunt, drinnen vielleicht nicht mehr so

Berlin – Prenzlauer Berg (1990) from uhu on Vimeo.

Programmtip: Raven im Krematorium zu The Mover (aka Alien Christ, PCP) und anderen

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Techno hat ja eine gewisse Tradition düstere Orte von ihrem Fluch zu befreien und in Tempel der Freude umzufunktionieren, seien es Bunker, ehemalige Militärflughäfen oder Stasianlangen, wer hätte aber gedacht das sowas 2016 noch mit einem Krematorium möglich ist? Ich bin begeistert!
Passend zum Ambiente kann man am Mittwoch dem 20. Juli zu The Mover, Acid Dropper, Prrrktzz, Xosar, The Rant, Gato Fritto Rifts und Textasy seine Knochen da durch die Gegend schmeissen, wo sie früher verbrannt wurden.
Das Ganze ist sowas wie die Pre-Party zum am folgenden Tag beginnenen Krake Festival
Anfangen tut’s um 21:00 und das Krematorium findet man in der LilienthalStraße 7, ganz in der Nähe der Hasenheide, sieht BTW so aus:
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Friedrichshain, wenn du nicht aufpasst, könntest du bald ganz anders sein



Vor ein paar Tagen kam die Meldung, daß an dieser Mercedes Benz Arena eine Party Meile entstehen voll, besser gesagt geplant ist, weil was man unter Party versteht ist ja ein sehr weiter Begriff.
Die befürchtete Ergänzung zu diesem Beitrag ließ nicht lange auf sich warten und kam gestern Abend in der Berliner Zeitung, das RAW Gelände vis a vis soll die neue Kultubrauerei werden. Clubs sollen abgerissen werden und teilweise in Neubauten umziehen. Dafür kann man sich dort so in der Gegend unterrespräsentierte Dinge wie “einen Biomarkt, kleine Designerläden und Handwerker, eine Drogerie sowie im Untergeschoss eines Neubaus einen Kaiser’s-Supermarkt” vorstellen. Wie Verhandlungen mit dem Besitzer, der Kurth Gruppe aus Göttingen, aussehen dürften zeigt sich bei Sätzen wie zur Five-O- GMBH, die neben dem Cassiopaia auch den Biergarten, die Skatehalle und den Kletterkegel betreiben und mit denen man bislan keine Einigung erzielen konnte: “„Skaten und Klettern wird es hier auch weiterhin geben, aber beides ist nicht an eine Firma gebunden.“
Uffbasse!
Und mit Blick auf den Berliner Senat will ich dann auch mal sehen wie sehr man sich dort auf die Worte aus der Vergangenheit verlassen kann, oder glaubt dort tatsächlich jemand, daß man gewachsene Clubs einfach in Neubauten verpflanzen kann?

28 Tumblr Seiten Berlin von 1991 – 2002

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Schönes Tumblr hat der Planet91 da entdeckt. Michael Lange, der Betreiber von Berlin in den 90ern, schreibt selbst darüber:
„Berlin in den 90ern“ ist ein temporäres, inzwischen beendetes Blog-Projekt. Von Juni 2013 bis Januar 2015 habe ich nach und nach meine alten Negative mit Berlin-
Fotos eingescannt und die Bilder hier gepostet. Die Aufnahmen sind überwiegend aus der Zeit von 1991 bis 2002 und zeigen hauptsächlich Motive aus Ostberlin. Der Ostteil Berlins war in der unmittelbaren Nachwendezeit ein riesiger Möglichkeitsraum: Ein Stadtzentrum voller Brachen und leer stehender Gebäude, in dem es jede Menge Platz für alternative Nutzungen gab. Während temporäre Clubs und Galerien die Freiräume nutzten und das Szenario belebten, kündeten zahllose Baustellen und Umleitungen vom bevorstehenden Wandel. Gegenüberstellungen von damals und heute zeigt auch mein Buch „Rückblende. Berlin in den 90ern – und heute“, das Ende 2014 im Berlin Story Verlag erschienen ist.

Interaktive Karte: Berlin aus der Luft im Vergleich 1928<->2015

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Sehr interessante interaktive Karte vom Tagesspiegel, bei der man die Entwicklung zwischen 1928 und heute hin und her schiebenderweise sehr gut nachvollziehen kann. Bei einigen Orten wundert man sich das zumindest die Form so lange überlebt hat, bei anderen ist kaum etwas wiederzuerkennen. Ich hab interessehalber mal bis hoch nach Karow geschoben und tatsächlich, vor fast einem Jahrhundert war hier fast nur Ackerbau und etwas Viehzucht, siehe Bild oben. Lustigerweise gab es damals tatsächlich schon die S-Bahnstation -mitten im Feld :D.

Prenzlberg früher und heute zum Wischen

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In der Morgenpost ist, in deren interaktiven Fotovergleichs Reihe, letztens der Prenzlberg dran gewesen. Dabei werden Motive aus dem Bildband “1055 Berlin. Der Prenzlauer Berg 1980 – 1990″ aus der gleichen Position mit dem Heute gegenübergestellt. Das hin und her Wischen zwischen den Ist-Zuständen ist schon faszinierend, wenn man fast die ganze Entwicklung über dort gelebt hat.
Die Wischfotos findet man hier

Weitere Folgen sind bisher Kreuzberg,
1945 und heute

(Via Lars B.)

El pistolero- Music by Housemeister- P-Berg 1993- Directed by Hannes Stoehr

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Mehr Prenzlberg 1993 geht eigentlich kaum wie in diesem kleinen Kurzfilm von Hannes Stoehr, der dann paar Jahre später auch “Berlin Calling” drehte. Spiegelt sehr schön in Schwarzweiß die damalige Stimmung wieder und ich erkenne wirklich jede Ecke wieder. Das gezeigte Polizeipräsidium wurde übrigens vor ein paar Jahren zu Eigentumswohnungen umgewandelt, was sonst?

(Via Housemeister)

Doku: Die Oderberger Straße im Prenzlberg

Oderberger

Mit der Oderberger verbindet mich einiges, schon bevor ich im Prenzlberg wohnte war ich fast jeden Mittwoch in der Berlin Bar direkt gegenüber von der vielleicht lässigsten Feuerwache Deutschlands, jedenfalls der ältesten. Später war das Fleischmöbel, direkt gegenüber dem alten Stadtbad, sowas wie die Stammkneipe, auch wenn man vom Mauerpark aus jemanden treffen wollte ging es meistens durch die Oderberger irgendwo hin. Wer die Oderberger direkt nach der Wende kennen lernte, ahnte schon welche Geschichten diese wichtige Prenzlberg Tangente erzählen konnte, die durch die Mauer einfach ins Leere lief und wie ein Wurmfortsatz der Kastanienalle wirken mußte. Jedenfalls erzählten mir Anwohner dolle Geschichten, wie sich Besucher ausweisen mußten wenn sie Leute in der Straße besuchen wollten.
In den letzten 25 Jahren hat sich die Oderberger so sehr verändert wie vielleicht kaum eine andere Straße im Prenzlberg, ich glaube kaum noch einer der ehemaligen Anwohner wohnt da noch, alles ist renoviert und die Geschäfte und Kneipen sind fast vollständig ausgetauscht. Trotzdem ist sie noch erkennbar.
Nadja und Freya Klier gezeit, die beide lange dort gewohnt haben und die Geschichte und der Veränderung in einer Doku gfestgehalten, die gestern im RBB lief und noch ein paar Tage in der Mediathek zu sehen ist

Clubkastaster, ein Verzeichnis aller Berliner Clubs, auch jener die es mal gab

Clubkataster

Die Club Commission hat im Auftrag des Senats via Musicboard mit dem Clubkataster eine längst überfällige Seite mit sämtlichen Clubs der Stadt gelaunched, die auch bereits viele vergangene Locations aufzeigt, aber bei weitem noch nicht komplett ist. Dank Timeline sieht man viel aufploppen und wieder vergehen, sogar die Größe der Clubs wird angezeigt.
Näturlich ist das kein Selbstzweck, sondern soll in Zukunft als planerische Informationsquelle für Bauverwaltungen und Bauherren dienen. Damit soll eine neue Richtlinie für Baugenehmigungen im Umfeld bestehender Clubs verbunden sein. Investoren müssen künftig per Lärmgutachten nachweisen, dass es an den künftigen Wohnungen nicht so laut wird, dass die Bewohner erfolgreich dagegen klagen können. Fällt das Gutachten negativ aus, müssen Schallschutzfenster eingebaut oder Schlafzimmer verlegt werden. Diese Richtlinie soll auch in der Berliner Bauordnung festgeschrieben werden.
Oha, da bewegt sich was!

(Via Tagesspiegel)