Nachtrag zu 25 Jahre Mauerfall: Die Hausbesetzer

Es war ja nicht nur alles Techno nach der Wende, die Hausbesetzungen im leeren Osten machten ebenso viel der damaligen anarchistischen Stimmung aus und oft überschnitten sich diese beiden Welten ebenso wie Ost und West.
Schon kurz nach dem Mauerfall machten sich viele auf, in Mitte, Prenzlberg oder Friedrichshain leerstehende Wohnungen, Läden oder auch Barracken in Hinterhöfen zu besetzen, zu renovieren und neuen Verwendungen zuzuführen. Schon bald hatte der halbe Freundeskreis zumindest eine Zweitbleibe im Osten. Wie einfach das geht sprach sich schnell rum und wurde so quasi zu einer Welle. Our Own Private Germany hat nun einige der Besetzer aus der Tucholsky Straße in Mitte zu ihrem Werdegang befragt, neben den unterschiedlichsten Biografien aus ehemals Ost und West sind da auch tolle Bilder einer Wiedervereinigung dabei, die bei offiziellen Feiern gern mal übersehen wird, die aber nichts destotrotz sehr wichtig für die Zeit waren und von der heute kaum noch etwas zu sehen ist.

(Via Sven VT)

25 Jahre Mauerfall = 25 Jahre Techno


Ich selbst hab von den Feierlichkeiten gestern nur wenig mitbekommen, da ich ja in Kattowicz auf der Mayday in Polen war und erst gegen Abend zurück kam. Immerhin, dadurch das die Böse Brücke an der Bornholmer gesperrt war (was ja auch irgendwie paradox ist, das die Stelle die zuerst aufging am Jahrestag gesperrt ist) hatte ich die unfreiwillige Gelegenheit parallel dazu am Mauerpark entlang die Lichterballons abzufahren. Ganz nebenbei fuhr ich deshalb auch noch an den beiden Häusern vorbei, in denen ich im Prenzlberg seit 1995 bis Anfang 2013 wohnte, auch das wäre ohne Mauerfall nicht möglich gewesen. Dimitri sagte gestern irgendwo “Ohne Gorbi kein Tresor” und ohne Wiedervereinigung kein Techno wie wir ihn heute kennen, möchte ich noch hinzufügen.
Natürlich fand sich darüber auch einiges in den Medien, zwei Artikel möchte ich verlinken. Erstens Felix Denk’s “Das kurze Glück der Anarchie”, welches auch dieses Set von mir aus dem Tresor’91 enthält

Zum zweiten habe ich dazu dem Bayrischen Rundfunk ein Interview gegeben, daraus entstand dieser Artikel (mit dem Malus das ich als Organisator von Tekknozid bezeichnet werde, dem ist bekanntlich nicht so):
130 bpm deutsche Einheit

Das Bild oben habe ich aus dem Artikel, ist direkt von meinem Loveparade Panzer geschossen worden, wie man am ragenden Rohr erkennt, kannte ich noch nicht :D

    Update:

hier noch der Artikel von NPR, quasi der Deutschen Welle er USA “In Berlin, A Beat That Bloomed From Rubble”

Berlin 1990 im Video

berlin90
Ich habe lange überlegt was ich zum 25. des Mauerfalls bringen soll, meine Geschichte davon habe ich jetzt so oft erzählt, das es mir müßig erschien das nochmal zu bringen, aber diese 3 Videos bringen die Atmosphäre der Wendezeit sehr gut rüber. Immer wieder erstaunlich, auch für mich, der ich das alles mitgekriegt habe, zu sehen wie sich alles in doch so relativ kurzer Zeit verändert hat. Ich würde sagen ich kenne über 90% der Orte aus den Videos und doch erinnert man sich erst wieder daran, wie das mal aussah, wenn es einem wie hier vor Augen geführt wird.
Und wie schnell dann doch alles ging

(Via Alexis van Schlonz und Berliner Daf Gabriel)

Die Geschichte des Killasan Soundsystems und wie es nach Berlin zu Hardwax kam


Jeder der mal bei einer der Wax Treatment Parties im Horst KZRBRG war wird sich mit Sicherheit an das massive Soundsystem dort erinnern, groß, laut und crisp. Die Geschichte dazu wurde schon 2009 erzählt, allerdings in japanisch, jetzt gibt es sie auch in englisch

Prenzlauer Berg im Wandel der Zeit

Sehr schönen Bilderfundus mit über 300 Bildern hat der Tagesspiegel da zusammen getragen, oftmals mit vorher/nachher Aufnahmen hintereinander. Allein in den 18 Jahren die ich da wohnte ist eine Menge passiert, man muß sich schon weit zurück erinnern um eine Schönhauser Allee ohne Arcade vor Augen zu haben

Doku: Berlin – Lost In Time And Space. Der Sound der geteilten Stadt

BlnLsS
Lief letztens wohl auf Phönix, Berlin in der Zeit als ich beschloß herzuziehen. Wenn man sich die Diskussionen und Themen und Frisuren! aus der damaligen Zeit ansieht will man definitiv nicht mehr zurück, muß aber auch andererseits konstatieren, im Grunde hat sich so viel eigentlich gar nicht geändert, oder doch.
Jedenfalls ein schönes Zeitdokument über ein Berlin das es so nicht mehr gibt, das wievielte eigentlich?

Berlin – Lost In Time And Space from r_3ne on Vimeo.

Berlin Wonderland, Bilder aus den Jahren 1990-1996


Mal wieder ein Berlinbuch aus der Zeit die den Berlin Mythos wohl am meisten geprägt haben, weil eben alles ging. Das sieht man den Bildern von Ben de Biel und Rolf Zöllner deutlich an. Ganz in Schwarzweiß gehalten wirken die umso mehr wie aus einer Zeit die längst vorbei ist. Hier wird sich angenehmerweise mal nicht auf Nachtlebenfotografie konzentriert, sondern der Tag derer beleuchtet, die man dann nachts sah.
Wieder so ein Buch das ich definitiv lieber in Print haben würde.
Hat 240 Seiten und kostet 29,90 im Gestalten Verlag

(Via Das Filter)

Aufbau bis Abriss des Exit/Ahornblatt

PanzerExit
Über das Exit im Ahornblatt, hatte ich ja hier schon geschrieben, letzte Nacht wurde mir dann von Felix FX ein Video zugespielt das im Zeitraffer die Zeit vom Bau des Gebäudes bis zum Abriss zeigt, leider ohne unsere Afterhourzeit darin, und das ich gleich mal auf Youtube hochladen mußte. Keiner von uns hat eine Ahnung woher das Video stammt, es fand sich zufällig auf einer Festplatte.
Nach wie vor eine Schande das dieses Bauwerk mit seiner fantastischen Akustik, ich möchte behaupten es gab und gibt keinen Club mit einer besseren, trotz Denkmalschutz (der offensichtlich nur dafür vergeben wurde das wir damals keine Schalldämmung einbauen konnten) einfach so abgerissen wurde, was da heute steht ist mit Sicherheit keine Verschönerung des Stadtbilds.

Berlin Schöneberg, Goltzstraße 1975-2000

Viele schöne(berger)Bilder von Esther Colton aus der Zeit als ich da mal wohnte, insbesondere die Goltzstr. Das auch hier prominent vorkommende Cafe M war in der Zeit von 1987-1992 sowas wie mein zweites Wohnzimmer, ich wohnte nur paar hundert Meter von diesem damaligen Szenetreff entfernt und ich erkenne auch nach der langen Zeit einige Gesichter wieder.

(Via Alexandra Dröner auf fb)

Zeitmaschine Interview und Gallerien

tanithSpecial
Inthemix hat meinen alten Camorad Tilman zu seiner Zeitmaschine interviewt und massig Bilder von selbiger in Gallerien verpackt, schön die mal alle so durchklickbar zu sehen:
Gallery 1: A candid glimpse inside the 90s Berlin rave scene
Gallery 2: A candid glimpse inside the 90s Berlin rave scene
Vintage photos of Berlin’s wild Love Parade: 1991-2002
Techno’s famous faces partying at E-Werk: Berlin
Inside Berlin’s techno scene: 1993-97

Und wenn wir schon dabei sind, da gibt’s auch einen Augenzeugenbericht über “How Berin became techno’s epicentre” von Thilo, der früher im Tresor und Bunker gearbeitet hat