Doku: Die Oderberger Straße im Prenzlberg

Oderberger

Mit der Oderberger verbindet mich einiges, schon bevor ich im Prenzlberg wohnte war ich fast jeden Mittwoch in der Berlin Bar direkt gegenüber von der vielleicht lässigsten Feuerwache Deutschlands, jedenfalls der ältesten. Später war das Fleischmöbel, direkt gegenüber dem alten Stadtbad, sowas wie die Stammkneipe, auch wenn man vom Mauerpark aus jemanden treffen wollte ging es meistens durch die Oderberger irgendwo hin. Wer die Oderberger direkt nach der Wende kennen lernte, ahnte schon welche Geschichten diese wichtige Prenzlberg Tangente erzählen konnte, die durch die Mauer einfach ins Leere lief und wie ein Wurmfortsatz der Kastanienalle wirken mußte. Jedenfalls erzählten mir Anwohner dolle Geschichten, wie sich Besucher ausweisen mußten wenn sie Leute in der Straße besuchen wollten.
In den letzten 25 Jahren hat sich die Oderberger so sehr verändert wie vielleicht kaum eine andere Straße im Prenzlberg, ich glaube kaum noch einer der ehemaligen Anwohner wohnt da noch, alles ist renoviert und die Geschäfte und Kneipen sind fast vollständig ausgetauscht. Trotzdem ist sie noch erkennbar.
Nadja und Freya Klier gezeit, die beide lange dort gewohnt haben und die Geschichte und der Veränderung in einer Doku gfestgehalten, die gestern im RBB lief und noch ein paar Tage in der Mediathek zu sehen ist

Clubkastaster, ein Verzeichnis aller Berliner Clubs, auch jener die es mal gab

Clubkataster

Die Club Commission hat im Auftrag des Senats via Musicboard mit dem Clubkataster eine längst überfällige Seite mit sämtlichen Clubs der Stadt gelaunched, die auch bereits viele vergangene Locations aufzeigt, aber bei weitem noch nicht komplett ist. Dank Timeline sieht man viel aufploppen und wieder vergehen, sogar die Größe der Clubs wird angezeigt.
Näturlich ist das kein Selbstzweck, sondern soll in Zukunft als planerische Informationsquelle für Bauverwaltungen und Bauherren dienen. Damit soll eine neue Richtlinie für Baugenehmigungen im Umfeld bestehender Clubs verbunden sein. Investoren müssen künftig per Lärmgutachten nachweisen, dass es an den künftigen Wohnungen nicht so laut wird, dass die Bewohner erfolgreich dagegen klagen können. Fällt das Gutachten negativ aus, müssen Schallschutzfenster eingebaut oder Schlafzimmer verlegt werden. Diese Richtlinie soll auch in der Berliner Bauordnung festgeschrieben werden.
Oha, da bewegt sich was!

(Via Tagesspiegel)

Radwegestrategie in Berlin in einer aktuellen Stunde im Abgeordnetenhaus

Radweg Brücke in Delft, NL

Ich meine ja schon lange das uns dieser allgegenwärtige Reformstau irgendwann mächtig auf die Füße fallen wird, oder glaubt einer tatsächlich mit mehr Homoehe und Kiffen hätten wir weniger als 0 Punkte beim ESC ergattert?
Wie so ein Reformstau funktioniert konnte man eben sehr schon bei der aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses hier feststellen. Da sitzen bräsige Männer, denen man nichtmal einen Gebrauchtwagen abkaufen würde, für die der Fahrradverkehr in Berlin wahrscheinlich lediglich ein Störfaktor für die Dienstlimousine darstellt. Während andere Städte wie London, Wien und Amsterdam schon längst begriffen haben das eine fahrradfreundliche Radwegestrategie im Mitnahmeeffekt noch ganz andere Probleme wie z.B. die Sache mit der Feinstaubbelastung löst, findet die GroKo hier das das schon alles so ok ist, das hier fast täglich ein Fahrradfahrer unter die Räder kommt, wenn auch ärgerlich wegen den Beulen im Lack. Zumindest kein politisches Thema, denn die Leute fahren ja kein Rad weil sie keine Lust darauf haben, weil die Räder ständig geklaut werden und die Aufklärungsrate bzw. Vorbeugung wiederum auch kein politisches Thema ist. Katze, Schwanz, Kopp, Tischplatte.
Eine Auswahl an Tweets aus der #agh:

Bleibt nur zu wünschen das diese Verantwortlichen einmal dazu gezwungen werden ihre Kinder per Bike zur Schule zu schicken.
Man ruht sich hier auf irgendwelchen “Arm aber sexy” Lorbeeren aus, für die man selber nichts getan hat, sondern die trotz der Politik passiert sind, nicht wegen ihr und kriegt vor lauter Selbstgerechtigkeit gar nicht mit wie dieses Pfund zunehmend schwindet.

RBB Doku: Berlin Pankow

Berlin-Pankow
Der Nordosten Berlin’s ist seit der Wende der Teil der Stadt zu dem es mich am meisten hinzieht. Hier wohne ich seit über 20 Jahren, in Pankow habe ich geheiratet, in Buch ist mein Sohn geboren und jetzt wohnen wir in Karow, am äußersten Rand von Pankow, da wo Berlin aufhört und Brandenburg auf dem Barnim anfängt.
Am Montag lief diese Doku über Berlin-Pankow und ist noch bis 1.6 in der Mediathek nachzusehen. Vornehmlich geht es um die Veränderungen die das boomende Pankow gerade durchlebt, mit der Bebauung jeglicher freier Lücken und Grünflächen, dem das alte Pankow mit seinen Künstlern, Originalen, Villen, Hinterhöfen und Märkten gegenüber gestellt wird. Am Ende kommt sogar meine Hood Karow, Buch und Hobrechtsfelde drin vor.
Schöne Bilder sind’s allemal

Berlin-Pankow

Nie wieder Krieg: Berlin 1945 in Farbe und HD plus Bilder damals/heute

Berlin45HD
Etwas zu früh für den Tag der Kapitulation, aber so sah das danach aus. Ich weiß das es eine Menge Bilder gibt, die sich in Schwarzweiß in mein Hirn gebrannt haben, aber in Farbe und bewegt hatte ich das so vorher noch nicht gesehen.

Sensationelles Filmmaterial! Berlin nach der Apokalypse in Farbe und HD from Konstantin von zur Mühlen on Vimeo.

Zusätztlich gab es die Tage noch in der Berliner Morgenpost solche Damals/Heute Schiebebilder, die zeigen wie sich die zerstörten Orte bis heute entwickelt haben
Berlindamalsheute

( Via Peter Glaser und Sixtus)

Doku über den Klunkerkranich: Du mußt dein Ändern leben


Klangsucht kenne ich seit ihren legendären “Reclaim the Park” Open Airs, die die Welle der Park Open Airs in Berlin einleiteten und wurde auch des öfteren zu Parties wie z.B. im Golden Gate gebucht. Seit ca. 2 Jahren ist deren vornehmliches Projekt allerdings der Klunkerkranich, auf dem Parkdeck eines Neuköllner Einkaufszentrums.Das Werden des Klunkerkranichs wurde in diesen 2 Jahren von einem Filmteam begleitet und daraus entstand die Doku “Du mußt dein Ändern leben”, die jetzt in ausgewählten Kinos anläuft und bald als DVD erscheinen wird:

Das Gefühl hier irgendetwas starten zu müssen.“ Dieser Drang und das ungenutzte Parkdeck eines Shoppingcenters in Neukölln sind der Anfang einer Vision. Diese Vision entsprang dem Freundeskreis um das Liebespaar Yosh und Dorle. Um ihren Traum von nicht-kommerziellen Räumen der Begegnung, Kunst und Lebenslust wahr werden zu lassen, gründeten sie, was sie bis heute ihr „Wahlfamilien-Unternehmen“ nennen. Dafür haben sie ihre gesicherten Lebensentwürfe aufgegeben, ob als hochbezahlter Headhunter wie Yosh oder als arrivierte Schulleiterin wie Dorle. Mit Hingabe wollen sie nur noch das schaffen, was sie und eine ganze Stadt wirklich bewegt: den Kulturdachgarten Klunkerkranich.

Der Klunkerkranich ist ihre neue Utopie. Die asphaltierten Parkbuchten sollen sich in einen prächtigen Garten verwandeln. Über den Dächern der Stadt soll ein Freiraum geschaffen werden für Do-It-Yourself, Begegnungen oder auch zur Erholung vom Stress der Großstadt. Offen für alle: Künstler, Phantasten oder einfach die Nachbarn.

Doch bevor das Dach-Paradies entstehen kann, muss nicht nur die Finanzierung gelingen und Dekors gebaut werden, es müssen auch die Berliner Ämter zufriedengestellt werden. Das monetäre Risiko ist für alle enorm und die Nächte im Angesicht der nahenden Eröffnung zunehmend schlaflos. Um die vielfältigen Aufgaben zu meistern, hat sich die Crew über die Jahre spezialisiert, mit Selfmade-Experten fürs Bauen, Gärtnern oder Rechnungswesen. Trotz aller Hindernisse hält die Wahl-Familie zusammen und in der geteilten Opferbereitschaft zeigt sich schon vor der Vollendung der Geist des Klunkerkranichs: Da hilft der Nachbar und pensionierte Müllmann genauso wie der auf Urban Gardening spezialisierte Physik-Student. „In den letzten drei Monaten habe ich mehr gelernt als in den ganzen Jahren davor.“ Das schafft Gemeinschaft.

DU MUSST DEIN ÄNDERN LEBEN ist ein lokaler Film mit einer global gültigen Geschichte. Er erzählt von Individualität und Zusammenarbeit, von den Chancen und Fallen neuer Arbeitsweisen, von einem großen Erfolg, der dennoch von Prekarisierung bedroht bleibt. Der Klunkerkranich wird ein Schatz für Neukölln, Yosh und Dorle trennen sich und versprechen trotzdem mit ihrer Wahl-Familie weiterzumachen. Ihre Visionen sind größer als sie.

Berliner RAW Tempel Gelände wechselt den Besitzer


Und zwar für 20 Millionen, womit der Vorbesitzer, der die Fläche 2007 für 4 Millionen erworben hatte, ohne eigenes Zutun mal lockere 16 Millionen Gewinn einstreicht. Was jetzt zukünftig mit dem Gelände an der Warschauer- und Revaler Straße passieren wird, auf dem Clubs wie das Suicide und Cassiopaia beheimatet sind, kann anscheinend noch keiner sagen, aber Worte aus Politikermund wie „Wir hoffen, dass der neue Investor die bestehende Beschlusslage im Bezirk respektiert“ klingt jetzt nicht so wirklich überzeugend.
Ich sag mal, solange sich die mehr oder minder selbstausbeutende Kultur dazu benutzen läßt für andere aufzuwerten, ohne an den daraus gewonnenen Gewinnen beteiligt zu werden kommen wir nie aus dem Schlamassel raus und bleiben eigentlich nur die hilfreichen Deppen für die grauen Herren

Kartiert: Wo in deutschen Städten am meisten gefeiert wird

BerlinNacht

Paßt doch bestens in eine berliner Sonntagnacht: Der Stadtplaner Jakob F. Schmid hat im Rahmen seines Forschungsprojektes “Stadtnachacht – Management der Urbanen Nachtökonomie” untersucht, in welchen deutschen Städte nachts wo am meisten gefeiert, bzw. Geld damit verdient wird.

Mittels des data mapping sollten für 12 Fallstudienstädte, die im Rahmen der Vorrecherche betrachtet wurden, sowie die Freie und Hansestadt Hamburg eine möglichst umfassende Kartierung der Betriebe der Abend- und Nachtökonomie erstellt werden, die es dem Betrachter erlaubt einzelne räumliche Konglomerate bzw. hot spots des lokalen Nachtlebens zu identifizieren.
Als Datenbasis wurden Geschäftseinträge auf Empfehlungsplattformen genutzt. Hierfür wurde im Zeitraum zwischen 07.01. – 09.01.2014 ein möglichst großer Datenauszug gewonnen. Es wurden sämtliche Einrichtungen in relevanten Kategorien (»Nachtleben«/»Nightlife«) sowie Kinos, Orte für Theater & Performance sowie Eventlocations in den Städten sowie deren unmittelbarem Umland abgefragt. Insgesamt konnte für ca. 65 % aller in der Datenbank existierenden Einrichtungen ein geographischer Standort ermittelt werden…

Auf der Seite gibt es zoombare Karten von Berlin, Bochum, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Mannheim, München und Stuttgart
Mich hat natürlich Berlin am meisten interessiert, deshalb hier unten noch die zoombare Karte:

(Via Interweb3000)

Nein, ich will diese Spiele nicht in Berlin 2024

nolympia

Wem die Aktion des Senats gegen Metronaut oder diese Farce von Bürgerbeteiligung die nur Zustimmung zuläßt noch nicht genug Futter war gegen diese Bewerbung zu sein, der findet bei Mit Vergnügen noch einen schönen Aufsatz dazu, der daran erinnert was 2012 in London los war:

Brand Exclusion Zones. Damit werden ganz offiziell die Zonen um olympische Sportanlagen benannt, in denen die Rechte von Menschen und Unternehmen zu Gunsten des IOC und der Sponsoren eingeschränkt werden. In diesen Zonen bestimmt das IOC die Regeln. Polizei und Justiz des Landes werden zum exekutiven Organ des Komitees. Wer Kleidung mit dem Logo des Wettbewerbers des Sponsors trägt, muss diese abdecken oder die Zone verlassen. Wer Essen oder Getränke gekauft hat, die nicht von einem der Sponsoren sind, darf diese nicht mit in die Zone bringen usw. Und das sind nur die einfachen Unannehmlichkeiten, die mit einem Abtreten des öffentlichen Raums und der persönlichen Rechte einhergehen.

Zur Unterstreichung noch ein Artikel von 2012 über die Olympiade in London:

“Trotz der Dominanz der Spiele durch die Konzerne, belaufen sich die geschätzten Kosten für den Steuerzahler zwischen 11 und 24 Milliarden Pfund, während Grossbritannien tiefer in eine Rezession schlittert und die Briten gezwungen sind Sparmassnahmen zu tragen, für eine Krise, die sie nicht verursacht haben.”

Ganz London ist in eine Festung verwandelt worden, mit tausenden Soldaten, Polizisten, Geheimagenten auf den Strassen, Abwehrraketen auf den Dächern und Hubschrauber und Kampfflugzeuge am Himmel.

Öffentliche Plätze wurden übernommen, das Kleingewerbe ausgeschlossen und die lokalen Bewohner aus ihren Wohnungen vertrieben. Überall sind Sicherheitssperren und speziell die Jugend wird von der Polizei schikaniert.

Geschäfte in der Umgebung, die Souveniers anbieten, die nicht “offiziell” sind, werden von einer “Markenpolizei” aufgefordert die Produkte zu entfernen. Sie dürfen nicht mal Wörter wie “Olympiade, Sommer oder Gold” in ihrer Werbung oder auf Waren benutzen.

Wer mit einem T-Shirt bei den Spielen als Zuschauer erscheint, die von der “Konkurrenz” sind, nicht als Aufschrift einer der Marken der Sponsoren hat, wird weggewiesen.

Brauch ich persönlich jetzt nicht so unbedingt hier

Metronaut für Berliner Olympia Bewerbungs Satire abgemahnt


So schnell kann’s gehen, vorgestern waren noch alle Charlie, seit gestern sind Charlie wieder die anderen und dann am besten gleich doppelt. Und so kam es das das Magazin Metronaut gestern für satirische Olympia-Motive im Zuge der Berliner Olympia Bewerbung gleich doppelt abgemahnt wurde, mit Unterlassungsfrist von 24 Minuten unter anderem vom Land Berlin, das vorher noch meinte man wolle sich offen mit der Olympia Vergangenheit Berlin’s auseinandersetzen. So sieht das dann also aus. Ein kleiner Vorgeschmack auf das was blüht wenn die Spiele tatsächlich hier stattfinden sollten?

Mittlerweile kann man mittels Flattr Button und Paypal für den Metronaut spenden