Friedrichshain, wenn du nicht aufpasst, könntest du bald ganz anders sein



Vor ein paar Tagen kam die Meldung, daß an dieser Mercedes Benz Arena eine Party Meile entstehen voll, besser gesagt geplant ist, weil was man unter Party versteht ist ja ein sehr weiter Begriff.
Die befürchtete Ergänzung zu diesem Beitrag ließ nicht lange auf sich warten und kam gestern Abend in der Berliner Zeitung, das RAW Gelände vis a vis soll die neue Kultubrauerei werden. Clubs sollen abgerissen werden und teilweise in Neubauten umziehen. Dafür kann man sich dort so in der Gegend unterrespräsentierte Dinge wie “einen Biomarkt, kleine Designerläden und Handwerker, eine Drogerie sowie im Untergeschoss eines Neubaus einen Kaiser’s-Supermarkt” vorstellen. Wie Verhandlungen mit dem Besitzer, der Kurth Gruppe aus Göttingen, aussehen dürften zeigt sich bei Sätzen wie zur Five-O- GMBH, die neben dem Cassiopaia auch den Biergarten, die Skatehalle und den Kletterkegel betreiben und mit denen man bislan keine Einigung erzielen konnte: “„Skaten und Klettern wird es hier auch weiterhin geben, aber beides ist nicht an eine Firma gebunden.“
Uffbasse!
Und mit Blick auf den Berliner Senat will ich dann auch mal sehen wie sehr man sich dort auf die Worte aus der Vergangenheit verlassen kann, oder glaubt dort tatsächlich jemand, daß man gewachsene Clubs einfach in Neubauten verpflanzen kann?

28 Tumblr Seiten Berlin von 1991 – 2002

tumblr_nhjt61n2Sd1suwzndo1_1280
Schönes Tumblr hat der Planet91 da entdeckt. Michael Lange, der Betreiber von Berlin in den 90ern, schreibt selbst darüber:
„Berlin in den 90ern“ ist ein temporäres, inzwischen beendetes Blog-Projekt. Von Juni 2013 bis Januar 2015 habe ich nach und nach meine alten Negative mit Berlin-
Fotos eingescannt und die Bilder hier gepostet. Die Aufnahmen sind überwiegend aus der Zeit von 1991 bis 2002 und zeigen hauptsächlich Motive aus Ostberlin. Der Ostteil Berlins war in der unmittelbaren Nachwendezeit ein riesiger Möglichkeitsraum: Ein Stadtzentrum voller Brachen und leer stehender Gebäude, in dem es jede Menge Platz für alternative Nutzungen gab. Während temporäre Clubs und Galerien die Freiräume nutzten und das Szenario belebten, kündeten zahllose Baustellen und Umleitungen vom bevorstehenden Wandel. Gegenüberstellungen von damals und heute zeigt auch mein Buch „Rückblende. Berlin in den 90ern – und heute“, das Ende 2014 im Berlin Story Verlag erschienen ist.

Interaktive Karte: Berlin aus der Luft im Vergleich 1928<->2015

Berlin19282015

Sehr interessante interaktive Karte vom Tagesspiegel, bei der man die Entwicklung zwischen 1928 und heute hin und her schiebenderweise sehr gut nachvollziehen kann. Bei einigen Orten wundert man sich das zumindest die Form so lange überlebt hat, bei anderen ist kaum etwas wiederzuerkennen. Ich hab interessehalber mal bis hoch nach Karow geschoben und tatsächlich, vor fast einem Jahrhundert war hier fast nur Ackerbau und etwas Viehzucht, siehe Bild oben. Lustigerweise gab es damals tatsächlich schon die S-Bahnstation -mitten im Feld :D.

Prenzlberg früher und heute zum Wischen

Wasserturm
In der Morgenpost ist, in deren interaktiven Fotovergleichs Reihe, letztens der Prenzlberg dran gewesen. Dabei werden Motive aus dem Bildband “1055 Berlin. Der Prenzlauer Berg 1980 – 1990″ aus der gleichen Position mit dem Heute gegenübergestellt. Das hin und her Wischen zwischen den Ist-Zuständen ist schon faszinierend, wenn man fast die ganze Entwicklung über dort gelebt hat.
Die Wischfotos findet man hier

Weitere Folgen sind bisher Kreuzberg,
1945 und heute

(Via Lars B.)

El pistolero- Music by Housemeister- P-Berg 1993- Directed by Hannes Stoehr

Pberg93
Mehr Prenzlberg 1993 geht eigentlich kaum wie in diesem kleinen Kurzfilm von Hannes Stoehr, der dann paar Jahre später auch “Berlin Calling” drehte. Spiegelt sehr schön in Schwarzweiß die damalige Stimmung wieder und ich erkenne wirklich jede Ecke wieder. Das gezeigte Polizeipräsidium wurde übrigens vor ein paar Jahren zu Eigentumswohnungen umgewandelt, was sonst?

(Via Housemeister)

Doku: Die Oderberger Straße im Prenzlberg

Oderberger

Mit der Oderberger verbindet mich einiges, schon bevor ich im Prenzlberg wohnte war ich fast jeden Mittwoch in der Berlin Bar direkt gegenüber von der vielleicht lässigsten Feuerwache Deutschlands, jedenfalls der ältesten. Später war das Fleischmöbel, direkt gegenüber dem alten Stadtbad, sowas wie die Stammkneipe, auch wenn man vom Mauerpark aus jemanden treffen wollte ging es meistens durch die Oderberger irgendwo hin. Wer die Oderberger direkt nach der Wende kennen lernte, ahnte schon welche Geschichten diese wichtige Prenzlberg Tangente erzählen konnte, die durch die Mauer einfach ins Leere lief und wie ein Wurmfortsatz der Kastanienalle wirken mußte. Jedenfalls erzählten mir Anwohner dolle Geschichten, wie sich Besucher ausweisen mußten wenn sie Leute in der Straße besuchen wollten.
In den letzten 25 Jahren hat sich die Oderberger so sehr verändert wie vielleicht kaum eine andere Straße im Prenzlberg, ich glaube kaum noch einer der ehemaligen Anwohner wohnt da noch, alles ist renoviert und die Geschäfte und Kneipen sind fast vollständig ausgetauscht. Trotzdem ist sie noch erkennbar.
Nadja und Freya Klier gezeit, die beide lange dort gewohnt haben und die Geschichte und der Veränderung in einer Doku gfestgehalten, die gestern im RBB lief und noch ein paar Tage in der Mediathek zu sehen ist

Clubkastaster, ein Verzeichnis aller Berliner Clubs, auch jener die es mal gab

Clubkataster

Die Club Commission hat im Auftrag des Senats via Musicboard mit dem Clubkataster eine längst überfällige Seite mit sämtlichen Clubs der Stadt gelaunched, die auch bereits viele vergangene Locations aufzeigt, aber bei weitem noch nicht komplett ist. Dank Timeline sieht man viel aufploppen und wieder vergehen, sogar die Größe der Clubs wird angezeigt.
Näturlich ist das kein Selbstzweck, sondern soll in Zukunft als planerische Informationsquelle für Bauverwaltungen und Bauherren dienen. Damit soll eine neue Richtlinie für Baugenehmigungen im Umfeld bestehender Clubs verbunden sein. Investoren müssen künftig per Lärmgutachten nachweisen, dass es an den künftigen Wohnungen nicht so laut wird, dass die Bewohner erfolgreich dagegen klagen können. Fällt das Gutachten negativ aus, müssen Schallschutzfenster eingebaut oder Schlafzimmer verlegt werden. Diese Richtlinie soll auch in der Berliner Bauordnung festgeschrieben werden.
Oha, da bewegt sich was!

(Via Tagesspiegel)

Radwegestrategie in Berlin in einer aktuellen Stunde im Abgeordnetenhaus

Radweg Brücke in Delft, NL

Ich meine ja schon lange das uns dieser allgegenwärtige Reformstau irgendwann mächtig auf die Füße fallen wird, oder glaubt einer tatsächlich mit mehr Homoehe und Kiffen hätten wir weniger als 0 Punkte beim ESC ergattert?
Wie so ein Reformstau funktioniert konnte man eben sehr schon bei der aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses hier feststellen. Da sitzen bräsige Männer, denen man nichtmal einen Gebrauchtwagen abkaufen würde, für die der Fahrradverkehr in Berlin wahrscheinlich lediglich ein Störfaktor für die Dienstlimousine darstellt. Während andere Städte wie London, Wien und Amsterdam schon längst begriffen haben das eine fahrradfreundliche Radwegestrategie im Mitnahmeeffekt noch ganz andere Probleme wie z.B. die Sache mit der Feinstaubbelastung löst, findet die GroKo hier das das schon alles so ok ist, das hier fast täglich ein Fahrradfahrer unter die Räder kommt, wenn auch ärgerlich wegen den Beulen im Lack. Zumindest kein politisches Thema, denn die Leute fahren ja kein Rad weil sie keine Lust darauf haben, weil die Räder ständig geklaut werden und die Aufklärungsrate bzw. Vorbeugung wiederum auch kein politisches Thema ist. Katze, Schwanz, Kopp, Tischplatte.
Eine Auswahl an Tweets aus der #agh:

Bleibt nur zu wünschen das diese Verantwortlichen einmal dazu gezwungen werden ihre Kinder per Bike zur Schule zu schicken.
Man ruht sich hier auf irgendwelchen “Arm aber sexy” Lorbeeren aus, für die man selber nichts getan hat, sondern die trotz der Politik passiert sind, nicht wegen ihr und kriegt vor lauter Selbstgerechtigkeit gar nicht mit wie dieses Pfund zunehmend schwindet.

RBB Doku: Berlin Pankow

Berlin-Pankow
Der Nordosten Berlin’s ist seit der Wende der Teil der Stadt zu dem es mich am meisten hinzieht. Hier wohne ich seit über 20 Jahren, in Pankow habe ich geheiratet, in Buch ist mein Sohn geboren und jetzt wohnen wir in Karow, am äußersten Rand von Pankow, da wo Berlin aufhört und Brandenburg auf dem Barnim anfängt.
Am Montag lief diese Doku über Berlin-Pankow und ist noch bis 1.6 in der Mediathek nachzusehen. Vornehmlich geht es um die Veränderungen die das boomende Pankow gerade durchlebt, mit der Bebauung jeglicher freier Lücken und Grünflächen, dem das alte Pankow mit seinen Künstlern, Originalen, Villen, Hinterhöfen und Märkten gegenüber gestellt wird. Am Ende kommt sogar meine Hood Karow, Buch und Hobrechtsfelde drin vor.
Schöne Bilder sind’s allemal

Berlin-Pankow

Nie wieder Krieg: Berlin 1945 in Farbe und HD plus Bilder damals/heute

Berlin45HD
Etwas zu früh für den Tag der Kapitulation, aber so sah das danach aus. Ich weiß das es eine Menge Bilder gibt, die sich in Schwarzweiß in mein Hirn gebrannt haben, aber in Farbe und bewegt hatte ich das so vorher noch nicht gesehen.

Sensationelles Filmmaterial! Berlin nach der Apokalypse in Farbe und HD from Konstantin von zur Mühlen on Vimeo.

Zusätztlich gab es die Tage noch in der Berliner Morgenpost solche Damals/Heute Schiebebilder, die zeigen wie sich die zerstörten Orte bis heute entwickelt haben
Berlindamalsheute

( Via Peter Glaser und Sixtus)