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Interview: Der ganz andere Sägezahn (Spex ‘99)

Ein Real- Time-Veteran, der weiß, wo die Techno-Kriege am härtesten waren, wo der Speedschweiß in strömen floß, wo der Kopf noch an die Bunkerdecke stiess: Aber TANITH ist kein Teacher, bei Gott, nein!

Was waren das doch für Zeiten, als in Berlin der Techno im Kriechkeller lärmte, als die “Clubs roch Ufos waren und geheime Zugänge Türsteher überflüssig machten; und dann, als die Clubs noch Walfisch hießen, als die Afterhour noch bis zum Zenith der Mitternachtssonne dauerte und alle auf dem grünen Mittelstreifen irgendeiner Hauptverkehrsader flashten – Gott/DJ, was waren das doch für Zeiten.
TANITH: “Klar, ich würde auch gern etwas anderes erzählen, aber da sind eben Dinge passiert, die man nicht in Worte fassen kann, man war einfach eine eingeschworene Gemeinde. im Gegensatz zu Frankfurt wurde in Berlin der DJ ja noch nicht vergöttert, man hing einfach ab. Das war damals noch ´ alles viel schöner und aus Holz oder reinem MDMA. In der OstVariante: Es war ja auch nicht alles schlecht.
Tanith, aufgewachsen in einer rheinland-pfälzischen Kleinstadt und seit ‘84 Dj, 77er Punk und EBM-Konvertierter, Techno-Pionier und Breakcore-Klotzkopf, early Bird bei Love Parade, Mayday und Tekknozid (blablabla) ist ein Opi, der wenigstens weiß, wo der Stellungskrieg am härtesten war. Er kann Geschichten erzählen, die Techno geschrieben haben (oder umgekehrt?). Da hängt einiges im Raum, das Odorama von 10.000 Speed ausschwitzenden Techno-Kiddies auf dem holländischen (Gabba-Mega-Rave) )Hell Razor, die eindringlichen lmpressionen von sanftmütig bedrogten Hooligans vor dem Exit, die Atmosphäre der weiten, niedrigen Räume des Bunkers oder Tresors.
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Interview: Raveline ‘99

Taniths musikalische Entwicklung reicht weiter zurück, als manch Raverleins gesamtes Leben. Die Ursuppe, wie Tanith sich ausdrückt, war Radiohören nach der Schule. Als Tanith dann zu Zeiten von Acid House und den Techno-Anfängen aktiv und maßgeblich an der musikalischen Entwicklung der Szene beteiligt war, hatte er sozusagen schon seine Abschlüsse in Punk, EBM und Industrial in der Tasche logisch, dass sein augenblickliches Steckenpferd Breakbeat von diesen weitreichenden Erfahrungen in Sachen “populäre Musikentwicklung der letzten fünfzehn Jahre” nicht unbeeinßusst bleiben kann. Das Ergebnis in Form seiner aktuellen Single “T.A.N.I.T H.” ist nicht zu überhören.
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Interview: T-Mag vs. Tanith ‘97

>T-Mag: Fangen wir mal mit Deiner Vergangenheit an. Du hattest frueher mit Juergen Laarmann ein Label namens Bash Records, auf dem Du auch selbst produziert hast. Warum gibt es das Label nicht mehr? Was war damals Dein Job bei diesem Label?

>Tanith:
Das war damals mehr als Spass gedacht, es gab zu diesem Zeitpunkt(91),ausser Low Spirit und das laeuft ausser Konkurrenz, keine berliner Labels und wir wollten den Sound of Berlin in die Welt hinaus “bashen”. JL hatte dann mit der Zeit mehr und mehr mit Frontppage zu tun und ich hatte nicht gerade Lust auf den ganzen Papierscheiss der bei so einem Label halt anf‰llt. Also schlief die ganze Sache irgendwann ein. Die Jobs bei Bash waren so verteilt wie jetzt bei Timing Rec. ich mache A&R, producte und kümmerte mich um die künstlerischen Sachen wie Covergestaltung und Gesamterscheinungsbild.

>T-Mag: Nach Bash kennt man Tanith ausschliesslich als DJ und weniger als Producer. Warum hat man so lange nicht eigenes von Dir gehoert?
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Interview: Frontpage ‘95

Wie man an deiner DJ Geschichte sehen kann, gab es einige Breaks, wo du deinen Musikstil geändert hast. Oft waren deine Fans davon vor den Kopf gestoßen. Wie ist es dazu gekommen ?

Tanith: Nach einer Weile ists genug: man versucht, etwas zur Vollendung zu bringen, aber man merkt dann, daß der Musikstil nichts mehr bringt. Das war so mit den Breakcore, mit Hardcore und auch mit den Progressive-Sachen. Diese Stile haben ihre Zeit und irgendwann werden die Produktionen klischeehaft, es kommen keine neuen Elemente hinzu, also könnte man im Grunde auch die alten Platten spielen. Dann suche ich lieber nach neuen Sachen, die daran anschließen. Manches ist gar nicht so weit weg. Das meiste an Musikstilen ist eine Mediengeschichte, denn die meisten haben viel gemeinsam. Sei es die Rhythmik oder die Atmosphäre, es ist lediglich ein anderes Deckmäntelchen drüber. Wie bei Happy-Hardcore damals. Bis zu den Sachen wie Force Mass Motion sind die Leute noch dabei, wenn danach dann Breakbeats kommen, ist der Schritt für die Leute groß, obwohl beides im Grunde zusammenhängt. Das ist eigentlich kein Sprung, sondern eine Weiterentwicklung, die evolutionär von statten geht.

Analog dazu läuft bei dir eine Entwicklung von den eher Industrial-geprägten Wurzeln hin zu Tanith, der mittlerweile auch schwarze Housemusik spielt.

Dabei sehe ich keine Trennung. Wenn ich mir frühe Lil-Louis-Stücke wie Videoclash anhöre, das ist für mich auch Industrial, wie es Ministry mit einem anderen Instrumentarium gemacht haben. Schwarz und Industrial passen schon zusammen. Auch sonntags im Tresor hört man jetzt Sachen, die in anderen Läden vielleicht zu hart wären.
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Interview: No Pills Neccessary (Frontpage ‘92)

Zu Tanith muß in dieser Publikation kaum noch etwas gesagt werden, oder etwa doch? Die Dinge ändern sich und spätestens nach dem auch das letzte Medium Tanith als den “härtesten DJ blah blah” vorgestellt hatte, hatte dieser seinen Stil variiert und entsprach gar nicht mehr dem gar zu eingängigen Image des Brettkönigs. Breakbeats, dann und wann gar Pianos, wer hätte das gedacht.

FP: Hat sich Dein Stil geändert oder verstehen die Leute was falsch?

TT: Dadurch das der Stil sich geändert hat, verstehen es manche Leute eben falsch.. Mein Anliegen war es nie gewesen, die Leute bis zum Anschlag zuzubrettern. Zugegeben, 1991 war ein Ausnahmezustand. Ich hab nie viel von Trantütenmusik gehalten. Aber Härte ist nichts eindimensionales. Wenn ich heute softere Passagen in meinem Set habe, dann immer auch aus dem Grund weiL diese in der Kombination mit Hardcore neu sind. Die härteren ELemente vergewaltigen die soften, es gibt immer Ecken und Kanten. Es ist eben Härte mit anderen Mitteln
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Interview: Spex Roundtable ‘91

Ich habe auch die alten Interviews von der Urversion von tanith.org wiedergefunden, ich gehe mal chronologisch vor und präsentiere als erstes ein besonderes Schmankerl, ein Roundtableinterview mit der Spex von anno 91. Lustig im Nachhinein wie sich einige Positionen nach wie vor halten und sich andere wiederum geändert haben. Wolle und ich streiten uns immer noch leidenschaftlich gerne so.

spexbild.jpg
Freie Abfahrt Für Freie Bürger
Die besten Wochenenden Deutschlands oder einfach nur garstiger Größenwahn? Im Vorfeld der ersten definitiven Berliner Tekkno-Compilation baten Ralf Niemczyk und Sebastian Zabel führende Aktivisten zur Expertenrunde.

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Remote Forensic Software

Also allmählich kann ich diese Bundeslachnummer wirklich nicht mehr ernstnehmen. Ein paar Tage nachdem bekannt wird, das gewisse Ministerien von Trojanern befallen waren oder sind, freilich auch das Innenministerium, welches umgehend beteuert das eine Ungeheuerlichkeit, aber bestimmt nix passiert ist.
Abgesehen vom augenscheinliche fehlenden Sachverstand um Dinge wie, z.B. Powerpointdateien aus China ungeprüft zu öffnen, wirft das auch nicht gerade ein strahlendes Licht auf die IT-Abteilung des Ministeriums, die mit sowas selbst in Zukunft rumspionieren will.
Umso mehr muß man prusten, wenn man das Dokument, welches gestern per Netzpolitik.org das Licht der Öffentlichkeit erblickte, liest. Das strotzt nur so von Ungereimtheiten und unwahrscheinlichem Digitalvoodoo, das man sich fragt, ob sich da geballte Inkompetenz an verkoksten DAU-Träumen über die eigene Weltherrschaft delektiert, oder ob da der Verdacht greift, das hier absichtlich diffuser Unsinn erzählt wird. Wer sich die diversen Erklärungen, zu Gemüte führt kommt nicht umhin zu bemerken, das der Ansatz vorne und hinten nicht stimmig ist, weder kommt es hin, das der Ausgespähte nichts davon bemerken würde wenn gigabiteweise Saugaktionen sein DSL ausbremsen, noch sind die versprochenen Attribute dieser Software in ihrer Gesamtheit so möglich, mal ganz abgesehen davon das man damit wirklich nur DAUs erwischen kann. Und vielleicht auch will? Bei allen nebulösen Beschwichtigungsversuchen des Hernn Ziercke das die zu recht nun folgende Debatte eine “Angstmacher-Diskussion, die zu Verunsicherung führen soll” wäre und man an höchstens 5 bis 10 solcher Maßnahmen denke, das greift nach den Versicherungen bezüglich der Daten der Mautstationen und der zentral registrierten Passfotos nun nicht mehr wirklich. Dazu sind die Aussagen bezüglich “Unikat, das speziell auf die Rechner-Umgebung eines Verdächtigen zugeschnitten wird” zu unglaubwürdig, so viele unterschiedlichen Rechnerumgebungen gibt’s ja nun auch wieder nicht.
Weiterhin fragt man sich, wieso dann für höchstens 10 Onlinedurchsuchungen pro Jahr das Grundgesetz geändert werden muß und wie da um die Verhältnismäßigkeit bei dieser Sache steht, wobei noch gar nicht mal klar ist, ob die dadurch gewonnenen Daten überhaupt vor Gericht bestand haben und wenn sie es hätten, dann nicht für lange, nämlich lediglich bis zu dem Moment wo einer nachweist, das man damit auch Beweise unterschieben kann.
Und wenn man glaubt, das es abstruser und debiler nicht mehr geht, dann kommt eine Meldung, die besagt, das man sich auch vorstellen kann, den zu observierenden Subjekten den Trojaner auch per Fakemail einer Behörde oder eines Amtes unterzujubeln. Abgesehen davon, das man mittels solcher Aussagen das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat und Onlinepläne zur Entbürokratisierung von Ämtern und Behörden um Jahre zurück wirft, scheint die anvisierte Zielgruppe wohl am ehesten bei den DAUs und AOL-Usern zu liegen, niemand sonst öffnet heute noch Mails vom Kriminalobermeister aus Wiesbaden oder anderen vermeindlichen Ämtern, Banken, etc und dann gar irgendwelche Attachements. Offensichtlich sitzen im Innenministerium aber genau solche, siehe oben, die chinesischen Trojaner. Man sollte aber nicht dem Irrglauben anheimfallen, der gemeine Internetnutzer verhielte sich so blöde, liebes Ministerium, das macht wirklich nur ihr so, hihi. So fängt man keine Terroristen, zumal man auch noch zugeben mußte, das man gegen Attentäter, die z.B Internetcafes für ihre Konspirationen benutzen, damit auch keine Handhabe hätte.
Klingt für mich alles sehr unausgegoren und inkompetent – auch wenn das Verschleierungstaktik bezüglich der eigentlichen langfristigen Ziele dienen soll, das hätte man durchaus besser kommunizieren können, aber in PR-Dingen hat diese Regierung in letzter Zeit eh kein so sonderlich glückliches Händchen

Blast from the past

Nochmal Retro. Dieses Bild ist mir bei der Suche nach der alten Bilergallerie auch noch vor die Maus gekommen. Es handelt sich dabei um eine Graffity von Frankie Bones, die er während eines Interviews mit Monika Dietl so anno 90/91 anfertigte. Moni hat die dann vervielfältigt und einigen Freunden und Bekannten ausgehändigt.
Wir waren ja damals alle Frankie Bones Fans, wegen der ganzen tollen Releases auf NuGroove und Apexton.
Ich hab’s mal in der Originalgröße gelassen, ein Klick auf’s Bild macht’s groß:
bonesgraffity.jpg

Return: Ich in Bildern

Wo ich gerade dabei bin den alten Content hier rein zu schaufeln ist mir auch eine Bildergallerie aus Zeiten auf den Desktop gefallen, als das hier noch eine statische Website war und kein Blog. Muß so um 2000 gewesen sein und nach vielfachem Wunsch, bitte sehr, jetzt in modern und Web 2.0 als Slideshow:

Konsequenz ist wenn man’s trotzdem tut?

Tut mir leid, eigentlich wollte ich zu dem Thema ja nix mehr äußern, aber wenn’s einem beim Feeds lesen dermaßen auf die Augen gedrückt wird

Dr. Motte zur heutigen Loveparade diese Woche im Stern:

Ich kann keinem empfehlen, an so einem Werbe-Event teilzunehmen. Das ist so geistlos, buäh!

versus Dr Motte am selben Tag in der Netzzeitung zur heutigen Loveparade:

Am Samstagabend will er dennoch in einem Essener Club bei einer offiziellen Loveparade-Party am DJ-Pult stehen. «Das kann mir ja keiner verbieten.»

Aua!



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