Twittermemes einmal anders
Twitter erstaunt mich doch immer wieder auf’s neue. Heute kam ich gerade von der großen Nachmittagshunderunde wieder und schaute in mein Twhirl um zu überfliegen was zwischenzeitlich so in Twitter passiert war. Die Timeline quoll über von Retweets über die Abmahnung von Netzpolitik von Seiten der Bahn und sein Gesuch auf Twitter um Hilfe. Ausgehend von diesem Tweet

verbreitete sich die Sache innerhalb von 2 Stunden wie ein Flächenbrand aus Twitter heraus, innerhalb kürzester Zeit gab es Interviews mit Markus, dem Betreiber des Netzpolitikblogs, Medien nahmen die Sachen auf und bis zum Abend hatte es die Geschichte schon bis zu SPON geschafft.
An Twittermemes wie #famouslasttweets oder #Beleidigung2.0 hatte man sich ja schon gewöhnt und Neuauflagen wirkten daher immer etwas schal, das das aber vielleicht nur eine Übung war um im Falle des Falles, wie heute, so ein Mem aus Twitter herauszutragen und damit die eigentlichen Bestrebungen der Abmahnung zu konterkarieren. Das besagte pdf, das aus dem Blog entfernt werden sollte fand sich in Windeseile auf diversesten Stellen im Netz wieder und bekam nun genau die Aufmerksamkeit die die Bahn verhindern wollte.
Für die Bahn ein neuerliches PR Debakel, das sich ja nun schon zu einer ganzen Serie auswächst, aber für Twitter und das Netz ein neuerlicher Beweis, das die Zeiten sich geändert haben und man aus Zeitverschwendungstools wie Twitter durchaus auch basisdemokratische Waffen gegen Mundtotmacherei entwickeln kann. Nicht nur in entfernten Schurkenstaaten, auch hier und jetzt, wobei es neben all der Freude über das gelungene Mem die Sorge bleibt, das solches überhaupt nötig ist.
Mehr dazu bei Netzpolitik: hier und hier und auf Twitter
hat sich ja zum Glück um Guten gewendet