TruckReview: Freiheit statt Angst Demo

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Das war die erste Demo seit langem an der ich mal wieder aktiv teilgenommen hatte. Hintergrund war, das mich ursprünglich das Planungskommitee der Demonstration anfragte ob ich nicht auf der Abschlusskundgebung auflegen wolle, was ich natürlich gerne zusagte, was dann aber später wieder abgesagt wurde, weil sich die Gremien darauf geeinigt hatten das bei der Abschluskundgebung keine Musik laufen solle. Die Piratenpartei mich fragte daraufhin ob ich auf deren Truck, der u.a. schon auf diversen Loveparades fuhr, nicht die Musik gestalten wollte. Ich fand die Idee toll und bin ja eh Sympathiesant, so das ich da gerne zusagte. Zu guter letzt sollte dann doch noch Musik auf der Abschlußkundgebung laufen und so hatte ich plötzlich zwei Engagements, die übrigens beide völlig unentgeldlich waren, auf ein und derselben Demonstation, so kann’s kommen.

Tags zuvor war ich noch in Grimma gebucht und so hieß es am Samstag früh aufstehen, damit man zeitig wieder in Berlin ist. Dafür noch mal ganz herzlichen Dank an meine Frau, die mich beide Strecken gefahren hat, weil ich völlig verschnupft und auf Paracetamol kaum dazu in der Lage gewesen wäre. Eigentlich wollte ich um 14:00 am Truck sein, allerdings war es dann doch kurz vor 15:00 und somit knapp vor Beginn der Demonstration, bevor ich diesen erreichte. Genauso hektisch wie dort alles war stöpselte ich meine Technik an und dann verzögerte sich die Abfahrt doch fast eine Stunde, was zur allgemeinen Entspannung auf dem Truck führte. In der Zeit lernte ich einige Piraten kennen, wirklich alles ganz liebe Leute, die mit sehr viel Enthusiasmus und Elan an der Sache arbeitenund stolz darauf sein dürfen so ein Projekt gewuppt zu haben. Nicht nur das der Piratentruck allein schon ob der Größe und Lautstärke aus der Masse herausstrach, auch die vielen Piratenflaggen drumherum waren ein klares Statement, das es eine so junge und kleine Partei schafft solch eine Präsenz zu zeigen hat mich schon beeindruckt und verdient Respekt.
Als es losging mußte sich alles erstmal eingrooven, aber spätestens als ich ein paar alte Technoklassiker wie Prodigy’s “No Good”, Wink’s “Higher States of Conciousness” oder Hardfloor’s “Acperience” spielte kam da richtige Loveparadestimmung auf und das Meer von orangenen Shirts und Flaggen in Wogen. Obwohl ich penibel darauf achtete neue und alte Tracks zu mischen waren es mal wieder die alten Kracher, die die meiste Abfahrt ausmachten.
50 Meter vor dem Potsdamer Platz mußte die Musik laut Auflagen leider schon wieder aufhören, da war es ca 4km später, also kurz nach 18:00 und alle auf und neben dem Truck glücklich über das Ergebnis. Die Ordner hatte ich teilweise mittanzen gesehen, einige erzählten mir später das Techno eigentlich ja nicht so ihr Ding sei, aber hier hätte das total gepasst. Mein Ansprechpartner Dennis und ich fielen uns glücklich in die Arme und freuten uns das alles so reiungslos geklappt hatte. Hier nochmal ein Hoch auf die Digitaltechnik, nicht nur weil ich mit Plattencases den Truck bestimmt nicht rechtzeitig erreich hätte, sondern auch weil es bei Controllern keine springenden Nadeln mehr gibt und teilweise hatte der Truck schon ganz schön gebebt und gewackelt, wenn die Flaggenschwingende Horde auf dem Oberdeck im Rhythmus mitschwoofte.
Nach dem Truckerlebnis hatte ich jetzt noch ca. 2 Stunden Zeit bis zu meinem Set auf der Hauptbühne der Demonstration. Erst traf ich ein paar Freunde und verbrachte mit denen eine Stunde auf der Wiese am Potsdamer Platz, dann traf ich hinter der Bühne den Organisator Padeluun, der da mit Franziska Heine stand, der Initiatorin der ePetition gegen Netzsperren, die mir erzählte das sie sich schon sehr auf mein Set freue und mich damit verblüffte, das sie mich überhaupt kennt. Nachdem die Band also fertig war gab’s eine kleine Umbaupause und ich legte vor mittlerweile auf ca. 500 Leute geschrumpfter Menge auf der Hauptbühne auf. Mit zunehmender Dunkelheit stellte sich auch ein kleines Ravefeeling ein und es war von da oben lustig zu beobachten was für eine bunte Menge sich da zusammengefunden hatte. Auch hier gab es noch Transpartente und hochgehaltene Plakate und Slogans aller Couleur, die Piraten feierten noch auf dem nebenan abgestelltebn Truck beim abbbauen mit und dazu gesellten sich noch zufällig vorbeilaufende Kids und sogar Passanten gab es die mich fragten in welchen Clubs man solche Musik heute noch hören könne. Gegen 21:30 sollte dann Schluß sein ich drosselte und beendete das Set mit dem Swing Bop vom Dritten Raum, Padeluun verabschiedete die verbliebene Menge und ich ließ mich zufrieden aber fertig vom Tag von einem Taxi nachhause kutschieren.
Kaum zuhause angekommen mußte ich dann auf Twitter lesen das das wohl nicht für alle ein solch friedliches Fest war wie ich es erlebt hatte, das mittlerweile weitverbreitete Video von diesem Polizeiübergriff machte da schon die Runde.
Und hier noch ein paar Impressionen von anderen:
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via rmayda
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via tom beltor

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via alexkid pirat

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und noch 2 videos von tom beltor:

kurz vor der Abfahrt

mittendrin

und noch mehr Videos:

Kommentare (17) Schreibe einen Kommentar

  1. Uii, auf dem letzten Bild sieht man mich als Ordner im orangen T-Shirt! =)

    War eine gelungene Demo mit guter Musik! Danke an die Organisatoren und natürlich auch an Tanith. ;-)

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  2. Danke Danke Danke, dass ich in freier Wildbahn noch einmal den OhrenSchmaus “Josh Wink – Higher State of Consciousnes” erleben & genießen durfte … Passte emmotional wie die Faust aufs Auge, als der PiratenTruck “Uter den Linden” abgebogen ist. Danach auch noch diese HardflorScheibe -> GänseHaut .. Deine PolitikParadenPatch war perfekt

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  3. Pingback: sixumbrellas » Blog Archiv » Freiheit statt Angst – Ein paar Eindrücke

  4. Vielen Dank für das Set! Das war stellenweise wie eine Zeitreise in die frühen 90ger. Ich muss gestehen das mir die Oldies doch die heftigste Gänsehaut verpasst haben :)

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  5. schön, dass die piraten auf täschno stehen! ;-) wir (dept. of volxvergnuegen) hatten auf einer unserer letzten veranstaltungen auch einen piraten stand (sozusagen als special floor) und denen hats auch sehr gut gefallen…. super! immerwieder gerne! wird die wahl wohl leicht fallen…

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  6. Pingback: webesetzer » Blog Archive » Piraten lebten “Freiheit” statt “Angst”

  7. Das war ein klares Statement und zeigt, das wir trotz aller Ernsthaftigkeit den Spass am Leben nicht verloren haben ;-)

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  8. da wir unsere kids dabei hatten, sind wir dann doch gefluechtet bei so viel executive. schade eigentlich…

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  9. selten eine so perfekt umgesetzte öffentlichkeitswirksame kampagne gesehen, bei der alles stimmte. bin bestimmt 80% der parade erst mal hinter und schräg hinter dem wagen gelaufen, bevor ich dann mal gecheckt habe, dass DU da grad auflegst! :)

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