Kurztest Melodyne editor

Melodyneeditor
Seit einer Woche ist Melodyne editor, nach fast einem Jahr Verspätung also erhaltlich. Schon im Vorfeld rankten sich die Legenden um diese Software, von der ich mal behaupte, das sie die Musik in Zukunft so verändern könnte, wie es der Sampler getan hat oder man es von der Granularsynthese erhofft hätte. Die einzige Hexerei die das neue Melodyne verursacht ist, polyphone Samples wie Akkorde in ihre Einzelnoten zu zerlegen und die Spannung wie gut es das erledigt war hoch. Jetzt kann man sagen das die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt wurden. Seit Freitag spiele ich mit der Demo herum und bin zwar schon an die Grenzen gestoßen, aber die sind weit gesteckt. Zwar kann man mit der Demo nur zehnsekündige Schnipsel ausprobieren, aber das reicht durchaus um die Fähigkeiten des Programms auszuloten. Akkorde und Melodien kann Melodyne auf erstaunliche Weise in Einzeltöne trennen, bei schwierigem Material gibt es zwar desöfteren Artefakte, was aber nicht unbedingt schlecht sein muß, vielleicht nicht so intendiert, aber daraus läßt sich schönes Sounddesign basteln, ich mag ja auch das Alienising von Samplern ganz gerne. Schwierig wird es wenn Instrument und Stimme auf der gleichen Note liegen, da ist man dann bei den Grenzen angelangt, eine saubere Trennung habe ich da noch nicht erlebt. Anders allerdings wenn Instrument und Stimme einigermaßen getrennt vorliegen, da erstaunt die genau Trennung des Klangmaterials schon wieder. Es bleibt also nach wie vor beim Gebot, bei Sampes möglichst saubere Stellen ohne Überlagerung zu wählen, wer hätte auch wirklich anderes gedacht? Mit einigermaßen sauberem Ausgangsmaterial lassen sich dann wirklich hervorragend Tonhöhe verbiegen oder Akkorde völlig neu zusammensetzen. Als weiteres Feld ergibt sich daraus auch die Analyse von Klangmaterial, Akkorde entschlüsseln und solche Sachen, aber auch z.B. die Extraktion von Einzelsounds. Jedenfalls einiges was vorher so noch nicht möglich war und was man vor noch nicht allzulanger Zeit als Science Fiction erachtet hätte.
Der Preis von 349 Euro für das Gebotene mag einige abschrecken, ist aber für das Gebotene und den Durchbruch durchaus angemessen

Kommentare (9) Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Melodyne editor: ein neues Audio-Zeitalter? | myoon

  2. also ich hab mir grade die drei beta videos angesehen und halte das ganze auch heute noch für hexerei ; ))

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  3. Demo gestern abend gesaugt …und ….na klar ersma hängengeblieben…die Software ist ein großartiges Werkzeug..

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  4. Für die Möglichkeiten und eine inländischen Entwicklung finde ich den Preis Ok. Ein schönes Stück Software und nebenbei arbeiten da auch sonst gute Leute.

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  5. Ich habe es kommen sehen … Das Teil verschlingt noch den Rest von meiner übrigen spärlichen Zeit. Bin zwar noch in der Ausprobier-Phase, aber ich ahne schon was hier noch geht. :-) Feines Tool!

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