Thema der Woche 93: Was ist aus den DJs geworden die in Scooters Hyper Hyper erwähnt wurden?

Schöne Idee, schauen wir mal und gehen es der Reihe nach durch:

Westbam: Nachdem dem kommerziellen Overkill gingen wohl die Ideen aus. Daraufhin tat Mr. Nomorefuckingrock’nroll das was alle tun wenn das Schiff sinkt, man versucht sich als Liveact. Das letzte was ich von ihm sah war also ein Video, in dem er mit umgeschnallter Gitarre posierte. Tritt heute immer noch auf und lässt sich bestimmt wie eh und je feiern. Hat das Pech das jede authentische Technodoku ohne ihn auskommen will.

Marusha: Kind gekriegt, kurzes Engagement bei der Castingshow Popstars, zwei Alben in den Sand gesetzt, Radiosendung verloren, tourt immer noch durch die Gegend.

DJ Dick: mußte feststellen das das gewählte Pseudonym für eine Weltkarriere eher untauglich ist und hat vielleicht auch deshalb schon früh die DJ-Arena wieder verlassen, dann die Loveparade gemanagt, war am Anfang des neuen Tresor’s beteiligt, ist aber schon bald wieder ausgestiegen, keine Ahnung was er jetzt macht

Steve Mason: hat eine Weile lang Raveline Kolummnen geschrieben, und zuletzt in Kollaboration mit u.a. Jens Mahlstedt Breakstracks in England veröffentlicht, ist jetzt aber auch schon wieder ein paar Jährchen her, seitdem ist es sehr still um ihn geworden.

Carl Cox: unser Dickerchen aus UK ist natürlich immer noch mit vollem Schweißeinsatz weltweit unterwegs und hat angekündigt nächstes Jahr sein Label Intec zu reaktivieren.

Hooligan: Habe seine Wandlung vom Gabberatzen zum “House DJ” Da Hool noch mitgekriegt, macht jetzt komischen Kram zwischen Kommerz und was man wohl im Ruhrpott unter “Progressive” versteht, hab ihn schon lange nicht mehr angekündigt gesehen, legt der noch auf?

Cosmic Baby: Nach raketensteilem Start kam schnell der Abturn für Cosmic, nachdem Sven ihm per Plattendeal den Delfin abgekauft hatte zog sich Cosmic aus dem Ravetrubel zurück und vertone Hörspiele und wandte sich wieder der eher klassischen Musik zu.

Kid Paul: Wer so früh startet kriegt die Sinnkrise wohl auch früher als andere, es muß so 95 oder 96 gewesen sein, da kam er aus einem Urlaub zurück, hatte partout keinen Bock mehr auf den Zirkus und hängte die Slipmats an den Nagel. Wandte sich dem Hiphop zu und startete das Label Ism. Heute ist er glühender Verehrer von Nurave und hat da auch einen Blog, den er aber lieber anonym betreibt.

Dag: Wanderte Mitte der 90er ins gelobte Land USA aus, mußte aber feststellen das Indianer und Easy Rider auch da nicht den Träumen entsprechen die man so hat, siedelte erst in Ibiza an und lebt heute als Alleinerziehender Vater wieder bei seiner Eintracht Frankfurt und legt immer noch auf.

Mijk van Dijk: Immer noch produzierend und auflegend unterwegs, hatte Hell bei seinem letzten Album unterstützt und probiert sich gerade mit seinem neuen Projekt The Change an einem neuen Stil, den er Nu Funk nennt und sich an seinen Roots, dem Funk der 70er und 80er, orientiert.

Jens Lissat: Den hatte ich, als ich ihn das letzte mal sah, schon völlig verloren gegeben, ein Kokswrack vor dem Herrn. Dann hörte ich ein paar Jahre nichts von ihm und plötzlich ist er mit Voltaxx und gesunder Lebensweise wieder da. Musikalisch not my cup of Tea, aber besser als den Löffel abgegeben zu haben, wie der Herr mit gleichem Namen zu dem wir gleich kommen.

Lenny D: Ist seit Industrial Strength auf dem Gabber/Hardcoretrip hängen geblieben und tourt darauf immer noch durch die Weltgeschichte

Sven Väth: Hat immer noch Guude Laune und ist wohl der hardest working man im Technobizz, man kann zu ihm stehen wie man will, aber seinem Einsatz muß man schon Respekt zollen

Marc Spoon: Tja, R.I.P. zuletzt war ich mit ihm noch in der Türkei, wo ich erst erfuhr das er mittlerweile in Berlin lebt. Ein paar Monate später hat er wohl den Preis für seinen Lebenswandel gezahlt.

Marco Zaffarano: Als ich ihn letztes Jahr auf einer Classicsparty traf erzählte er mir, das er mittlerweile irgendwo im Ruhrgebiet lebt und einer ganz gewöhnlichen Arbeit nachgeht.

Hell: Unter dem Zusammenbruch von Electroclash litt auch sein kleines Gigoloimperium. Seitdem befindet er sich in der Neuerfindung, tourt zwar noch heftig durch die Lande, aber das mit dem Opinionleaden haben mittlerweile andere übernommen. Schönes Beispiel was passieren kann, wenn man einem Image zu sehr verhaftet ist.

Paul Elstak: Hab ich völlig aus den Augen verloren, seine Myspaceseite sagt er sei “one of the most booked deejays in the hardcore scene” was immer das heißen mag und scheint auch schon länger nicht geupdatet zu sein. Nach dem was man da hört widmet er sich immer noch der verzerrten Bassdrum.

Mate Galic: Der ehemals durchgeknallteste Kölner ist heute Mitbetreiber von Native Instruments in Berlin.

Roland Casper: Ist immer noch ein Vertreter der alten DJ Schule und legt nach wie vor bevorzugt im Kölner Raum auf
Sylvie: Wenn damit Sylvie Marks gemeint ist, die produziert nach wie vor unter dem Namen Hal 9000 unter anderem auf BPitch und hat eine Radioshow auf Radio X

Miss Djax: feierte dieser Tage groß den 20 Geburtstag ihres DJAX-UP Labels, realeaste in diesem Zuge sogar eine DVD mit der Geschichte des Labels und tourt noch fleissig im Namen des harten Techno um die Welt

Jens Mahlstedt: Traf ich letztens in Frankfurt zu einer Classicsveranstaltung, lebt jetzt wieder in Deutschland, nachdem es ihn nach England verschlagen hatte und produziert nach wie vor, aber eben nicht nur für den Dancefloor und hat verschiedene Projekte am laufen.

Tanith: Nun, hier bin ich

Laurent Garnier: Produziert und tourt nach wie vor

Special: war kurz auf Facebook, ist aber schon wieder weg da. Schraubt wohl immer noch an alten Autos. Gemeinsame Freunde erzählen unterschiedliche Geschichten über ihn, ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen, auflegen tut er nicht mehr.

Pascal FEOS: Produziert und tourt nach wie vor

Gary D: weiß jetzt nicht ob er seine D-Trance Compilations immer noch betreibt, wenn dann müßte die schon in den Hunderternummern angekommen sein. Wenn dann legt er wohl immer noch im Hamburger Tunnel auf und liegt wohl irgendwo zwischen Trance und Hardstyle.

Gizmo: Keine Ahnung was mit Gizmo passiert ist, sein letztes Werk ist eine Compilation seiner Werke, die 1997 aufhört

Insgesamt war es bei der Recherche erschütternd zu sehen, das viele Webseiten und sogar Myspaceseiten der ehemaligen Helden völlig verwaist sind, man sieht fast das Tumbleweed über die Seiten rollen. Die alten Helden scheinen zum großen Teil, bis auf ein paar gut gemanagte Ausnahmen, vergessen zu sein und haben sich entweder aus dem Business zurückgezogen oder sind auf andere Felder ausgewichen. Bei vielen hat man das Gefühl das sie einfach viel zu lange auf dem hängengeblieben sind mit was sie mal groß wurden. Man kriegt richtig Lust auf eine “Was wurde eigentlich aus” Interviewreihe

Kommentare (129) Schreibe einen Kommentar

  1. Westbam ist schuld und basta, waeren wir nur nie auf seine Partys gegangen um ihm unser Geld (das liebe) noch in den Rachen zu werfen.

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  2. LoL ;) was habe ich damals über HP und Scooter gelacht, aber mal ganz ehrlich… Von den ganzen bekannten Grössen der Szene kann kaum einer von sich behaupten, sich finanziell ein grosses Polster verschafft zu haben;). HP kann das und schläft beruhigter als viele so coole DJs, die sich treu geblieben sind und schon ergraut hinter den Tellern stehen;)) Also jedem das Seine;) Da Hool legt hier bei uns regelmässig auf… Sylvester in Bottrop…”kommste nach Bottrop kriegste aufn Kopp drop”;) kennt mann noch. Westbam habe ich 2004 in Bochum erlebt…naja ich glaube er wusste selbst nicht, was er da macht!
    Friede mit den alten…Es war eine geile Zeit und Danke an die Opas der Szene.Möget ihr gesund bleiben!

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  3. Jetzt bin ich via YPS-Seite doch noch über dich gestolpert, nachdem ich die Hirnschraube geschwänzt habe. Aber Ketschy wollte ja auch um’s Verrecken meine idee eines Seniorenraves inkl. Sitztanz nicht umsetzen, das hätte angeblich den zahlenden Partypeoplenachwuchs abgeschreckt. Mumpitz, die können von uns noch was lernen, z.B. wie man Kurzatmigkeit mit dem Satz “Der Track ist mir zu kommerziell!” kaschiert! Das “Was wurde eigentlich aus…”-Konzept ist noch ausbaufähig, ich denke da an Seiten mit Titeln wie http://www.formertechnostars.com und http://www.bizarredjdeaths.com. Nur welcher Wahnsinnige macht sich die Mühe? Und was macht eigentlich Michael Fuchs-Gamböck?

    http://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/Fuchs-GamboeckMichael

    Na toll, unter die Räder gekommen, schreibt nur noch über Autoradio… :-D

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  4. Eine Frage hätte ich mal Kid Paul betreffend (Ja, Topic ist alt).

    War der bei seiner ersten Veröffentlichung wirklich erst 13 Jahre jung und da hat niemand im Hintergrund die Fäden gezogen?
    Wie kam der denn in die Scene in so jungen Jahren?

    Ein “Medien”-Gag scheint es ja nicht gewesen zu sein.

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  5. Unter Roland Caspar steht noch was von Sylvie Marks. Die kam in dem Song aber nicht vor. Sie war zu der Zeit noch Aushilfsbedienung in ner bald darauf bankrotten Großraum-Disco in der hessischen Provinz (Name leider entfallen).

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  6. Hallo Tanith,
    Wir kennen uns aus dem Walfisch.
    Sag mal was ist aus dem Würfler geworden?
    Habe damals öfter als Gast dj aufgelegt.
    Gruß Thorsten F.

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  7. Hi Tanith,

    kennen uns noch aus dem Ufo aus Anfangszeiten.
    Gibt es sowas noch in Berlin?
    Gruß aus alten Zeiten :)

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  8. War selbst von der zweiten LP an dabei, ’95 war dann Schluss weil meine Traumfrau kam. Habe damals in Kassel die Lolitabar-Parties geschmissen, wo Du mit camouflagefarben Minirocktragenen Militarygirlies gefeiert hat…egal, war mit die bewegenste Zeit meines Lebens, u.a. auch im Walfisch, Planet, Turbine, MusicHall, XS, Bunker, etc. Irgendwie beruhigt es zu wissen, dass man nicht alleine “abgesprungen” ist.
    Der Tanithsound war für mich DER Sound, danke für die vielen, verspulten Nächte/Tage/wieauchimmer

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  9. Pingback: Was wurde aus … I » Horst-Working

  10. Eine Info habe ich zu Pascal F.e.o.s. Früher als resistance d hoch gefeiert und etwas arrogant ist er auch ganz unten angekommen. Ich war seit Jahren in der Diskothek Nightlife in der Nähe von Aschaffenburg. Eine großraumdisco die auch einr spasskneipe etc. hat. Bin fast vom Glauben abgefallen als ich dann ein Plakat sah, dass demnächst Pascal dort auflegt. Das zeigt leider das Pascal mittlerweile um jeden Auftritt dankbar ist.

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  11. Also “Scotty” alias VOOV-Erfinder (vor der Antaro-Phase) kommt in dem Song jedoch leider nicht vor. Punkt. Dat Goa….

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  12. R.I.P. Gary D. Irgendwie kommen die Einschläge immer näher.
    http://www.dtrance.com/2016/09/gary-d-ist-tot/

    Der Verlust dieses großen Künstlers ist für uns als Label nicht fassbar, weil es nicht zu begreifen ist. Er war einer der liebsten und nettesten Menschen auf der Welt. Niemals hatte er Starallüren. Immer war er da bei Problemen anderer.

    Es ist ein Schock, der so völlig unerwartet kam. Mitten an der Arbeit an einer Produktion (D.Trance 76).
    Der deutsche Techno Gott, einer der Erfinder dieser Musikrichtung, Gerald Malke aka Gary D ist im Alter von 52 Jahren an einer Lungenembolie gestorben.
    Eine ganze Generation wurde von ihm und seiner Musik geprägt. Viele Jugendliche haben aufgrund seiner Präsenz angefangen zu Hause aufzulegen, um dann irgendwann als Produzent oder DJ Kariere zu machen.
    Bereits im Alter von 16 Jahren begann er als DJ in Hamburg Platten aufzulegen. In den Clubs „Gala“ oder „Nach 8“ spielte Gary Dee eine Mischung aus Disco und Black Music.
    Im Jahre 1988 kam er erstmals mit House, Techno und Acid in Kontakt. Er veränderte seinen Musikstil und wurde fortan Resident im Unit – einer der ersten Anlaufstellen für Techno in Hamburg. Nach dessen Schließung im Jahr 1994 wurde Gary D Resident im populären Tunnel.
    1995 begann er dann zusammen mit Bas van den Eijken alias Ecki die D.Trance Serie.
    Bis heute einer der erfolgreichsten Trance CDs weltweit. Jeder DJ hat die D.Trance in seinem Set. (ob in Moskau, Südafrika oder Australien)
    Wenn Gary die Bühne betrat, gab es einen Ruck. Der ganze Club tobte und war befangen von seinem Charisma. Doch Gary blieb immer bodenständig.

    Seine Musik bleibt. Die D.Trance 75 war schon im Sommer fertig. Die 76. Ausgabe war in Arbeit. Sein neuer Track wurde nicht mehr fertig.

    Doch wir „das D.Trance Team“ sind es ihm schuldig die D.Trance weiterleben zu lassen.
    Er wird uns unendlich fehlen und ohne ihn müssen wir uns gewaltig anstrengen. Aber wir werden alles tuen, um diesem großartigem Künstler genüge zu tragen und in seinem Sinne die D.Trance Serie weiter zu veröffentlichen.

    R.I.P. Dein Freund Ecki und das gesamte D.Trance Team

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