Das Ahornblatt bzw. Exit

1993 war Schluß mit dem Walfisch und ich fühlte mich mit Special verpflichtet der Afterhour Gemeinde etwas adäquates anderes bieten zu müssen, das fand sich dann auch im dahin dümpelnden Ahornblatt, einem architektonisch einmaligen Bau mit ebensolcher Atmosphäre und Akustik. Allein, der Spaß sollte nicht lange dauern, denn in den umliegenden Hochhäusern wohnte noch viel ehemals privilegiertes DDR Gesocks, das es überhaupt nicht leiden konnte das die vereinte Jugend da vor ihrer Nase ihren Spaß in der Neuzeit hatte. Überhaupt scheint der Bau unter keinem guten Stern gestanden zu haben, denn 2000 wurde er unter kruden Umständen abgerissen, obwohl er unter Denkmalschutz stand. Heute steht dort ein häßliches Novotel.
Marco hat zwei Videos über das Ahornblatt gefunden, die ich nicht vorenthalten will.
Video 1 zeigt die Eingeweide des Ahornblatts, in den Kellern war so einiges untergebracht von Studio bis zu meiner Siebdruckerei die ich kurzzeitig mal hatte

das zweite Video zeigt Aufbau und Abriss der Schönheit Ahornblatt

17. Dezember 2009 von Tanith
Kategorien: Berlin, Technohistory | 9 Kommentare

Kommentare (9)

  1. em, junger mann. der spruch “ehemals privilegiertes DDR Gesocks” is ja wohl mehr als unangebracht. sollten alle bürger der ehemaligen ddr ihr häuser verlassen, damit deinesgleichen sich gemütlich austoben kann?

    ich stelle in zweifel, das du wüßtest was privilegien im osten war, noch welches klientel dort wohnhaft war und selbst wenn es solche genießen durfte, herr genoßen, dann könntest du ebenso wenig einschätzen, was es hieß “an der leipziger zu wohnen” das war lämnich nich halb so schick, wie du vllt denkst, weil gleich nebenan, der “andere sektor” verlief.

    interessant, wie schnell doch “sensible anwohner” zu gesocks werden …

  2. Das Exit war eigentlich ein klasse Laden, bin gern dort hingegangen.

    Ich erinnere mich noch wo Du und Special am Eingang Eier verteilt habt, Ostereier versteht sich :-)

    Hätte gern noch ein Paar Fotos….

  3. @TET: Moooment,wo habe ich gesagt das irgendwer wegziehen soll? und ich weiß sehr wohl welches klientel dort wohnte, denn ziemlich bald nachdem wir im ahornblatt anfingen gab es trouble mit der nachbarschaft. angeblich lärmbelästigung, eine messung ergab aber das der straßenlärm lauter war als was das gebäube emittierte, dann tat sich das klientel mit der cdu zusammen und startete eine bürgerinitiative die zu der auflage führte das wir das exit schallmäßig abdichten sollten. als das dann in eigeninitiative erledigt war, war’s natürlich auch nicht genug, weil angeblich die vibrationen in die hochhäuser geleitet wurden und ähnlicher quatsch. es ging aber im endeffekt nur darum, das die miesepetrigen anwohner unseren spaß nicht mitansehen konnten

  4. Naja in den Häusern wohnen immer noch ein paar Tausend Leute (damals übrigens auch meine Schwester und ich konnte ihre Wohnung damals des öfteren als homebase für viele Exitbesuche nutzen)…also ich finde es auch ziemlich dreist alle damaligen Anwohner der Fischerinsel als priviligiertes DDR-Gesocks zu bezeichnen.
    Das es unter mehreren tausend Leuten immer auch einige Miesepeter und Spassverderber gibt ist ja wohl überall der Fall und muss eigentlich nicht gesondert erwähnt werden, hätte ich gedacht…

    Trotzdem Tanith…geile Zeit damals…viele schöne Sonntagnachmittage/abende gehabt damals…dafür nachträglich meinen ergebensten Dank!!! :)

  5. mir fällt gerade ein..da war damals immer so ein eigenartiger geruch im exit sowie ab und an im walfisch…war das ‘chanel No5′ der da zusätzlich noch im nebelfluid gemacht wurde ?? mmmh…war gut! ;o)

  6. “Für den Schwung sind Sie zuständig”

    doku über ahornhornblatt sowie andere betonschalenbauten und deren protagonisten…

    http://www.iwf.de/iwf/do/mkat/details.aspx?Signatur=C+12654

  7. Danke, bekomme ich bald :)

  8. Ich weiß noch, wie ich einmal – so ziemlich in der Anfangszeit des Exits – aus dem Laden kam, nach Luft schnappend in die Höhe plierte und mir nichts, dir nichts auf ein neonbeleuchtetes Plakat starrte, das direkt links neben der Tür stand und auf dem großformatig Steffi Graf abgebildet war. Heftig genug, aber der Hammer war die Überschrift: Keine Macht den Drogen! Das war die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ich bin vor lauter Lachen beinahe die Treppen runtergekugelt und kam einem Herzkranzgefäß-Katarrh gefährlich nahe… ;O)

  9. mhm. etwas spät. aber dennoch:

    die frage, ob der straßenlärm laut messung lauter war oder nicht, spielt für die betroffenen eine relativ untergeordnete rolle.
    bässe sind tückisch. denen sind fenster nämlich ziemlich egal (im gegensatz zu autolärm). man muss nicht besonders empfindlich sein, um durch eine disco an diesem ort um den nachtschlaf zu kommen. das hat mit den “privilegierten” recht wenig zu tun.
    mit den heutigen auflagen würde das exit niemals öffnen dürfen.

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