Thema der Woche 106: Wenn Tanith heute einen Club eröffnen würde

Das ist ja mal ne sehr hypothetische Frage, denn ich käme im Leben nicht auf die Idee selber einen Club zu eröffnen. Ich habe keine Lust mir die Nächte um die Ohren zu schlagen und am Ende der Nacht immer das Gefühl zu haben das zu wenige da waren, so beobachte ich das jedenfalls bei Veranstaltern und Clubbesitzern. Zudem bin ich nicht aus dem Holz geschnitzt das es dafür bräuchte, Sachen nur deshalb gut zu finden weil sie mir die Hütte voll machen, oder Acts und Trends in den Laden zu holen, weil der Markt das verlangt, das ist so ein Fähnchen nach dem Wind hängen, das mir einfach nicht behagt, das aber unabdingbar sein kann, wenn man heute so einen Club erfolgreich und ohne schlaflose Nächte, oder besser Tage über die Runden bringen will. Dazu noch den ganzen Behördenhussle und die ständige Gefahr das irgendwas schief läuft und der Laden in die Bredoullie gerät oder gar schließen muß, just not my cup of tea, da gibt es mit Sicherheit befähigtere Personen als mich.
Aber nehmen wir einfach mal an ich käme in die Verlegenheit einen Club führen zu müssen, wie könnte das aussehen?

Um meine Unbefähigtkeit nochmal zu unterstreichen, ich würde völlig andere Öffnungszeiten einführen, meinetwegen um 21:00 anfangen und spätestens um 6:00 wäre Schluß, wobei ich mir spätestens für die Zeit nach 3:00 einen Geschäftsführer holen würde, alles was später ist korreliert nicht mit meinen normalen Wachzeiten, das kann man zum Auflegen machen, aber ein Club muß ja danach noch versorgt werden, Abrechnungen, Auszahlungen, Saubermachen, Lieferanten und was es da alles so gibt um die Chose zu einer Fulltimebelästigung zu machen.
Das lästige Problem mit dem Aussieben würde ich in meinemn Club ganz geschickt umgehen, indem ich jeden reinliesse, dazu würde ich eine Tür installieren, durch die jeweils nur eine Person durchpasst (Um das Ganze auf die Spitze zu trteiben könnte man ja vielleicht Leuten die nicht ohne zu quetschen durchpassen mehr Eintritt abverlangen, weil sie ja mehr Platz beanspruchen, Pumper und Fette würden heulen und man wäre gleich noch als völlig politisch unkorrekt im Gespräch) und die Aufgabe des Türhitlers wäre dann, die Leute so auszusieben, indem er die einen zur linken Tür hinter ihm weist und die anderen zur rechten. Auf der linken Seite wäre dann der Raum für’s Grobvolk und rechts die Tür zum Raum für die Guten. Jeder hätte seine Party, keiner würde schlecht über einen reden und das Geld flösse in Strömen weil keiner abgewiesen würde. Wie die Sache nicht rauskommt, dafür finde ich schon noch eine Lösung, lineupmäßig liesse sich das mit versetzten Sets ja durchaus lösen. .
Mein Trauminterieur ist ja schon seit Urzeiten das man erst durch so eine sich öffnende und schliessende Gummitür muß, die wie eine Vagina geformt ist und innen drin würde sich das dann so fortsetzen, das auch da dunkle Gummiwände wären, durchzogen mit durchsichtigen Schläuchen durch die Flüssigkeit in giftigen und blutigen Farben flösse, die gleichzeitig die Wände auf Hauttemperatur halten würden und Motoren hinter den Wänden, die es so aussehen und anfühlen lassen als würden die Wände atmen, so als wäre man wieder zurück in die Mutter gekrochen, womit sich ein ganz besonders Heimeligkeitsgefühl erzeugen lassen würde. Bei der Optik wäre ich minimaler, Strobos, Nebel und vielleicht noch ein oldschool Laser täten es da nach wie vor. Natürlich gäbe es auch einen Chillout, einen der seinem Namen alle Ehre macht und nicht nur ein hingeklatschter Raum mit billiger Mindestaustattung, mit lauschiger, leiser Musik, bei der man sich auch nach Stunden im Club noch ohne Anschreien unterhalten kann, gespickt mit optischen und akustischen Effekten die Drogen obsolet machen und iPads auf denen man kritzeln, mit der Außenwelt kommunizieren und sonstigen Kreativquatsch machen könnte, mit Sitz und Liegemöglichkeiten, die das verweilen leicht machen, am besten so gelegen, das man direkt zum Outdoorbereich öffnen könnte.
Musikalisch wäre ich sehr darauf bedacht ohne Rücksicht auf Verluste meinen Geschmack durchzusetzen, wobei ich die neuesten Entdeckungen mit alten Hasen mischen würde und es mir scheißegal wäre ob der/diejenige gerade eine aktuelle Platte draußen hätte oder überhaupt produziert, da es um’s DJing gehen sollte. Ich hätte auch nichts dagegen die Genres zu mischen, denn nichts ist öder als die ganze Nacht der gleiche Stil und ich fand nunmal die Zeit in Clubs am besten, als in einer Nacht musikalisch alles passieren konnte und keiner vorher wußte auf was er sich einlassen würde, seit dieser 3 Tage wach in einem Stil ist meine Zeit in Clubs deutlich weniger geworden. Und ja, es würde auch Residents geben, denn Residents werden heute vielfach unterschätzt, die können einem Club durchaus Charakter geben, dazu müsssen die natürlich menschlich und musikalisch integer sein, dafür dürften die meinetwegen auch Gagen bekommen, die über dem des Gasts liegen, denn die Verantwortung ist dann auch größer wenn man den Clubcharakter formt. Natürlich verhielte sich das ebenso mit dem Stammpersonal ein Club steht und fällt mit seinem Personal, von der Tür bis zur Kloputzfrau tragen schliesslich alle zum Gelingen bei und sollten deshalb auch entsprechend entlohnt werden.
Na, ich ha doch gesagt ich bin untauglich für so ein Projekt, aber wenn man mich fragt kann ich auch mal vor mich hinträumen

Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Der Eingangsbereich würde schonmal 10 Punkte kriegen. Aber nur wenn du deinen Club nicht wie meine alter Kasseler Lieblingsabsteige “Zur Mutter” nennst. Dann würde mich doch ein leichter Ekel packen.

    Antworten

  2. chillout. strobo. laser. nebel. und residents. + abwechslungsreiche musik. da spricht die alte garde. klingt alles in allem nach ‘nem laden, den die welt auf jeden fall brauchen kann. öffnungszeiten klingen auch vernünftig. gekauft.
    mittlerweile ist das ja leider schon so, das mensch eher mit unverständnis angeschaut wird, wenn mensch dem – errm – etwas jüngeren partyvolk davon erzählt, wie so ein 2nd- / 3rd- oder auch chillout floor mal ausgesehen hat und das da meinetwegen tatsächlich mal ne halbe stunde lang auch nur vogelgezwitscher laufen konnte.

    Antworten

  3. ausstattung nich so ganz mein geschmack aber für das musikkonzept und türkonzept bekommst du 100 punkte :) im chilloutfloor wäre auch mal hin und wieder chill@will angesagt so das man da nicht vollends absackt (und eine meiner besten parties in berlin war mit chill@will im pfefferberg im chillraum – hauptsächlich chill aber hin und wieder mal nen tanzknüller – hat extrem gut funktioniert (bis zu dem punkt wo der gesammte chillfloor dann auf den tischen tanzte)) ja und visual/interaktivkonzept dort im chillraum um drogen zu ersetzen bekommen auch 100punkte – ich glaube eh das das die neuen drogen sind – aber ich bin da auch voreingenommen ;) schöner gedankengang ich glaub den greif ich mal bei gelegenheit auf. und ja die leute die immer im club sind geben dem club den flair und die sollte man auch glücklich machen – etwas was in den meisten “modernen” clubs sehr sehr gerne vergessen wird.

    Antworten

  4. i have the same opinions. especially about good resident djs, freestyle djing and no emphasis on whether the dj also produces. actually there are not that many djs who can string a set of different styles together and keep the dance floor full, and eventually everyone and their granny can learn to beatmix 30 of the same record together .it should be about dj skills not record release hype . bring it on, this style weve had for the last 20+ years is getting like a chewing gum thats lost its taste ..time for change …

    Antworten

  5. and of course as someone who has championed chillout culture for quiet some years , any club that combined resident djs, mixed music, breaking down the golden rules that the last 20 years have created about a dj having to be a producer , and was brave enough to have a chill out room that looked and felt like a place where love is rather than an afterthough would get my, and i guess a lot of other peoples support.

    Antworten

  6. coole ideen.
    als fußboden würd ich ein waldboden-imitat (gestampft, ohne kienäpfel) empfehlen. & für den chill einen kicker im hundertwasser-stil.
    falls ich in deinem club dann mal einen dj 2x hören will, muß ich mich doch nur ein bißchen aufpumpen & nochmal reingehn, oder?
    vielleicht erreicht man so einen trennungseffekt auch mit ner senkrechten spiegelwand von der mitte des djpults über die tanzfläche nach hinten.

    träum bitte weiter!

    Antworten

  7. als Fußboden hätte ich gerne Roadkill unter Glas, also so überfahrene Igel und Kröten.
    Die Idee mit der Spiegelwand ist notiert!

    Antworten

  8. ipad’s in clubs ? hm wobei bei aktueller lage passt das ja ganz gut zu dem minimal gesocks…

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.