Tourbericht: 1.-3.10. 2010 – Night of Unity, Seoul


Das Goetheinstitut in Seoul hatte die Idee zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung etwas spezielles zu veranstalten, schliesslich ist Korea immer noch ein geteiltes Land und da das so schön mit dem gleichzeitigen Jubiläum des Exportschlagers und deutschem Soundtracks zur Wiedervereinigung Techno gut zusammen geht, machte der Kurator das Ganzen Uh-Young Kim daraus einen Kessel Buntes, indem er Hans Nieswandt und mich als deutsche Verteter einlud, die dann in Seoul diverse Aufgaben bestreiten sollten. Dazu noch Wolfgang Voigt, aka GAS, um dem Ganzen auch noch die höheren Weihen der Grenzen zwischen U- und E-Musik zu geben und fertig waren 3 Tage Night of Unity Program.
Aber erstmal hieß es die Reise nach Südkorea zu überstehen und da hatte sich das Schicksal für mich gleich eine Prüfung parat. Mein Flug ging nämlich von Berlin aus über Amsterdam nach Seoul und nach 4 Stunden Aufenthalt in Amsterdam stellte sich heraus das die Maschine nach Seoul hoffnungslos überbucht war und außer mir noch mindestens 5 andere keinen Platz mehr bekommen konnten. Nach einigem Hin und Her und weiteren 2 Stunden Aufenthalt gab’s dann eine elfstündige Ersatzverbindung über Hongkong mit nochmals einer Stunde Aufenthalt und dann nochmal 3 Stunden Flug nach Seoul. Anstatt um 11:30 Ortszeit kam ich irgendwann gegen 22:30 in Seoul an, nicht ohne vor Hongkong nochmal Bammel zu haben den Anschlußflug zu verpassen, weil die Maschine aus Amsterdam über 20 Minuten Verspätung hatte. Ging aber mit asiatischer Präzision, die für die folgenden Tage sympomatisch sein sollte, alles glatt. Lediglich mein Gepäck kam nicht mit, wurde aber am Seouler Flughafen eine halbe Stunde später nachgeliefert.
Nun endlich angekommen stand auch schon der Abholer Van vom Goetheinstitut bereit und fuhr mich nach Myeong-Dong ins Hotel, wo ich für die nächsten 4 Tage residieren sollte. Etwas Energie um mir noch etwas Gescheites zu Essen und Trinken zu kaufen hatte ich noch, dann fiel ich endlich, nach über 30 Stunden Odysee ins verdiente Bett. Der einzige Vorteil den das hatte war, daß ich gleich im hiesigen Rhythmus aufwachte, nach 10 Stunden Jetlagschlaf erwartete mich dieser Blick aus meinem Hotelzimmer

Bald schon traf ich auf unsere kleine deutsche Delegation, bestehend aus Uh-Young Kim, Hans Nieswandt und Ralph Christoph, seineszeichens Veranstalter der Co/Pop in Köln und beide schon seit geraumer Zeit im asiatischen Raum unterwegs. Erster Programmpunkt war der Besuch des Goetheinstituts, den Weg durch die allgegenwärtigen Hochhausschluchten bewältigten wir, nach einem stärkenden koreanischen Essen, zu Fuß und ich ließ mich von Hans und Ralph über deren Exkursionen in Shanghai und Beijing informierten, zu denen auch die Expo und der neue Tresorableger dort gehörten.


Im Goetheinstitut angekommen wurden wir sogleich vom Leiter Stefan Dreier empfangen, plauschten eine Weile und machten uns miteinander bekannt. Dabei erfuhren wir z.B. das das Wetter auch in Südkorea seine Kapriolen schlägt, so das die diesjährige Ernte von Chinakohl als ziemlich ausgefallen bezeichnet werden muß und erstmalig in der Geschichte Millionen Tonnen des Gewächses aus China importiert werden müssen. Dieser ist traditionell wichtig für das Nationalgericht Kimchi, an dem jedes Restaurant und jede Hausfrau gemessen wird und eigentlich zu jedem Essen gereicht wird. Gegessen wird übrigens sehr oft dort, man sagt alle 2 Stunden und die Straßen sind voll von Restaurants und Imbissen die von Ramen Soups über Dumplings bis zu ausgemachten Menüs mit viel Gemüse bis Fisch alles anbieten. Wir waren bis zu 5 mal essen am Tag und es war nie etwas dabei, bei dem der europäische Gaumen gefremdelt hätte. Allerdings verstehe ich nun warum dort alle 2 Stunden gegessen wird, das Zeug sättigt eben nicht lange, so ein Pott voll Nudeln macht schnell satt, aber ebenso schnell kommt der Hunger auch wieder auf. Trotzdem sieht man dort erheblich viel weniger Fettleibigkeit als hier, was mit Sicherheit nicht am hantieren mit Stäbchen liegt.


Der Abend beinhaltete dann auch schon den ersten Programmpunkt in der Platoon Kunsthalle, die ein direkter Ableger der Berliner Platoon Container ist. Die Wege innerhalb von Seoul sind lang und kommen einem durch den trägen Straßenverkehr noch länger vor. Wir wechselten per Taxi von einer Flußseite zur anderen und waren fast eine Stunde unterwegs. Das Platoon steht in einem Stadtviertel das vor ein paar Jahren noch ausgewiesenes Künstlerviertel gewesen sein soll, mittlerweile aber komplett Durchgentrifiziert ist und nun als Reicheviertel gilt. Woran man das festmacht frage man mich nicht, die Hochhäuser sahen für mich überall gleich aus und ein Autohaus neben dem anderen macht hier kein Reichenviertel aus. Dort angekommen trafen wir auf unsere südkoreanischen Kollegen und gingen erstmal? Richtig, Essen. Diesmal die Grillvariante, in jeden Tisch ist ein Grill eingelassen und während wir unsere Vorbesprechung machten garte dort Ente und Schwein, begleitet von diversen Beilagen und Soßen.

Das Panel, das Uh Young Kim dann moderierte und Dong kongenial in Englisch und Koreanisch Dolmetschte, ging um die Geschichte von Techno, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Szenen, was man voneinander lernen könnte etc. Dabei stellten sich doch einige Unterschiede heraus. Techno ist in Südkorea ein noch recht junges und kleines Pflänzchen, wenn auch der Siegeszug von Minimal anscheinend dort gerade in den Anfängen zu liegen scheint und es auch dort Veteranen gibt, die schon seit 1988 dabei sind. Aber eine vergleichbare Clubszene oder Technokultur ist bislang noch nicht daraus entstanden, so zumindest unsere südkoreanischen Kollegen. Ralph machte darauf aufmerksam, das das Netzwerken in der Region ja noch nichtmal richtig funktioniert, der japanische DJ weiß kaum etwas über den koreanischen DJ und der malaysische nichts über seine Kollegen aus Shanghai. Es wurde bestätigt das man sich hauptsächlich Richtung Westen orientiert. So langsam fährt man auch dort untereinander die Fühler aus, woran die Co/Pop und das Goetheinstitut mit einer Veranstaltungsreihe ein paar Jahre zuvor vielleicht nicht ganz unschuldig sind. Allerdings sind die Entfernungen aber auch ganz andere, mal schnell zu einem Gig fahren ist zwischen den Ländern kaum möglich, sondern muß in den meisten Fällen mit dem Flugzeug absolviert werden und das macht den Austausch nicht gerade leichter aber teuer, nicht gerade hilfreich für eine kleine Szene die sich vergrößern will. Auch das Techno und Clubkultur dort keine richtigen Wurzeln haben macht die Sache nicht einfacher, der kulturelle Support von Städten oder Regionen ist quasi nichtexistent und last but not least spielen Drogen, zumindest in Südkorea keine Rolle. Da sind die Behörden ganz strikt, bzw. dort wo so etwas aufkeimt wird es auch sofort erstickt. Ich kam mir ja schon als Zigarettenselbstdreher eher seltsam vor, Drehtabak, geschweige denn Blättchen sind dort nirgends zu finden und wenn man sich in der Öffentlichkeiot eine Zigarette dreht wird man mindestens komisch angeguckt, wenn nicht gar ein Bogen um einen gemacht. Dafür kann aber noch fast überall geraucht werden, sogar in den meisten Restaurants stellte das noch kein Problem dar, wenn auch dort schon entsprechende Gesetze auf dem Weg sind.

Wie es meist so ist, fanden die interessantesten Gespräche danach statt. Ich traf einige Deutsche die mich von hier kannten und sprach auch mit Koreanern und natürlich ging es auch um die Wiedervereinigung. Mein Eindruck war, das diese dort gar nicht so das Thema ist, man hat sich in 60 Jahren damit arrangiert, obwohl auch da natürlich Familien getrennt wurden, nur weiß man eben nicht ob davon überhaupt noch jemand lebt, wo doch in Nordkorea täglich Menschen verhungern. Kommunikation zwischen den Ländern gibt es so gut wie keine, das ist abgeschirmter als es bei uns je war. Die Lage scheint unübersichtlich, die einen sehen Nordkorea gerne als Puffer zwischen den Systemen China und Amerika, andere meinen, in Hinsicht auf Deutschland, das so eine Wiedervereinigung viel zu teuer kommt und wieder andere meinten das Nordkorea eher daran interessiert ist eine chinesische Kolonie zu werden anstatt sich zu wiedervereinigen, trotzdem gehen fast alle davon aus das durch die neuen Gegebenheiten mit dem Machtwechsel dort auch alles ganz anders kommen kann und eine Wiedervereinigung ebenso unverhofft wie bei uns möglich sein könnte. Aus den Gesprächen ging auch nochmal klar hervor, das man von so einer Clubszene und Kultur wie hier noch Lichtjahre entfernt ist, Techno spielt im koranischen Kulturalltag so gut wie keine Rolle und wenn dann eben nur in sehr kommerzialisierter Form. Ein Paul van Dyk ist so ziemlich der einzige bekanntere DJ aus unseren Gefilden dort.
Am Samstag war dann der Tag unseres Auflegens gekommen, ich hatte wieder 10 Stunden geschlafen und war trotzdem müder als zuvor aufgewacht, mein Tribut an den Jetlag. Wir fuhren tagsüber mal wieder in einen anderen Stadtteil um wieder köstlich zu speisen und wollten eigentlich noch Shoppen gehen, da war aber der Regen vor, der einsetzte und dafür sorgte das sich das Shoppen auf Regenschirme für 2 Euro beschränkte.

Zeit also sich noch müder zu schlafen. Schon gegen 19:30 machten wir uns dann auf den Weg zum Club Vera, um eine erste Inspizierung und Soundcheck vorzunehmen. Diesmal nahmen wir die U-Bahn, weil wir schon vorgewarnt wurden, daß die Stadt aufgrund des Shoppens und Wetters total zugestaut sei und wir nahmen die Herausforderung gerne an. Das Ticket kostet 1000 Won, das sind ca. 75 Cent, dazu kommen nochmal 500 Won Pfand für das Ticket, die man bei Rückgabe wieder bekommt, jedes Land hat so sein Pfandsystem, bei uns die Flaschen, dort U-Bahn Tickets.
Auch der Weg zur U-Bahn ist gepflastert mit Einkaufsmöglichkeiten, wie übrigens ganz Seoul, man weiß gar nicht wer die ganzen Brillen kaufen soll, die da angeboten werden, allein die Brillenmenge auf dem Weg von der Fußgängerzone bis zur U-Bahn würde für die Grundversorgung des gesamten Planeten reichen.
Der Stadtteil in dem dieser Club Vera liegt ist ein bekannter Ausgehspot und tatsächlich brummte es dort von jüngeren Menschen und Ausgehangeboten, endlich unterschied sich mal ein Kiez so, das auch ich das registrieren konnte. Der Soundcheck war schnell gemacht, da traf auch schon Wolfgang mit seiner Tourage bei uns ein, blieb aber nicht lange und so gingen wir alsbald? Richtig: Essen. Diesmal mehr Japanstyle, was in erster Linie heißt das man Tickets ziehen muß, die Suppe die dann kam hatte aber ebenso Nudeln in sich. Im strömenden Regen ging es danach zurück in den Club und wirklich alle hatten Regenschirme aufgespannt, was bei der Menschendichte zu ständigen Schirmkollisionen führte, die hierzulande mit Sicherheit zu einem angespannten Aggressionspotential geführt hätte, dort aber mit einem selbstverständlichen Gleichmut hingenommen wurde, so das man schon ahnen konnte das hier in Bezug auf Menschenmengen anders getickt wird, muß ja wohl auch in einer 15 Millionen Metropole.
Nun kam also die Auflegerei immer näher, Uh-Young Kim machte von 22:00- 24:00 den Anfang, während wir es uns im Backstage gemütlich machten. Dann war Hans an der Reihe und hatte bis 2:00 schon gut einen vorgelegt, so schmissig hatte ich ihn mir gar nicht vorgestellt. Es lief auch alles toll für ihn, sogar die Bühne wurde mehrere Male von begeisterten Tänzern gestürmt bis, ja, bis der darauffolgende Liveact East Collective, der schon am Vortag mit im Panel saß, mit seinem Aufbau loslegte. Hans ist ja nach wie vor einer der Vinyl in Ehren hält und durch die erste rutschende Nadel wurde offensichtlich das die Jungs von dem Kolletiv gar nicht mehr wußten wozu so ein Plattenspieler gut ist. Letzte Zweifel daran wurden dadurch ausgeräumt, das einer seinen Controller auf die laufende Platte stellte und dabei noch den Pitch ganz nach unten schob. Hans war außer sich, fühlte sich in allen seinen Vorbehalten gegenüber der Laptopfraktion bestätigt und keifte im Backstage wie ein Rohrspatz. Trotzdem lieferten die East Colletives ein sehr passables Liveset ab, das nicht zuletzt mit sehr tricky Visuals überzeugte, die per ferngesteuerter Robocam zustande kamen

Um 3:00 war ich dann an der Reihe und zog nochmal gehörig an, ich wußte ja nicht ob das ankommen würde, aber spätestens eine Viertel Stunde später war klar das das ging, es war ein Toben sowohl auf der Tanzfläche als auch auf der Bühne und ich traute meinen Augen kaum, als ich neben und vor mir unsere ganze Truppe samt Stefan Dreier, dem Chef des Goetheinstituts heftigst am Tanzen und feiern sah und zwar nicht etwa mal eine kurze Einlage sondern durchweg! Die Stimmung war am Kochen und ich konnte mich im Set bewegen wie ich wollte, von Techno bis Dubstep bis zu UK Funky, alles ging, die Menge ging mit und feierte als gäb’s kein Morgen oder Halten mehr. Am Schluß legte ich noch ein paar Klassiker hin und bei Born Slippy gab’s dann bei “Lager, Lager, Lager” noch eine Bierdusche in die Menge von Hans. So ging das bis 5:00, bis ich fertig war und wiederum ein koreanischer Kollege aus dem Panel des Vortags übernahm.



Backstage zurück wo es nochmal lustig einher, Interviews gegeben wurden und mit neu gewonnenen Freunden angestoßen wurde, bis dann doch die Müdigkeit einsetzte und der Weg zurück ins Hotel angetreten wurde.


Nach langem Ausschlafen hatten wir uns dann gegen 15:00 am Sonntag verabredet um erneut eine Shoppingtour zu versuchen. Erstmal gingen wir in das gegenüber liegende Lotte Kaufhaus um uns in der Esensabteilung zu stärken. Wer bis jetzt stolz auf die Essensabteilung des KDW war, kann sich hier nicht nur flächenmäßig sein Mütchen kühlen.

Danach also wieder ab ins Myeong-Dong Einkaufviertel, es barst vor Kaufwilligen und nicht nur dadurch ahnt man was hier schiefläuft und wo das Geld fliesst das hier fehlt. Im asiatischen Raum wird gearbeitet und konsumiert und zwar in einer Menge die hier unvorstellbar ist. Auf einen Sonntag schieben sich noch mehr Menschen durch die Geschäfte als unter der Woche und da ist es schon voll. Mir wurde es irgendwann zu voll, ich brauche Muse zum Einkaufen, hier schob sich alles durch die Gassen und Geschäfte. Die Sache hat natürlich zwei Seiten, einerseits geht es dort mit Lebensstandard und Wohlstand mit einer Schnelligkeit voran, das einem Hören und Sehen vergeht, andererseits geht das auch mit so Dingen einher, das Feiertage nachgearbeitet werden müssen und sich Leute höchstens 2 Wochen Urlaub im Jahr gönnen, dazu noch eben die Schattenseiten des Konsums wie Oberflächlichkeit und die allgegenwärtige Hetze. Wie auch immer man dazu stehen mag, das Siegersystem dieses Jahrhunderts, ich glaube ich hab’s gesehen. Die Ironie der Geschichte könnte sein, das der untergegangene Kommunismus mit dieser Modifikation den alten Kapitalismus amerikanischen Schlages schon bald alt aussehen lassen wird. Welche Implikationen das noch auf unsere Gesellschaft haben wird, das wird noch spannend werden. Ironischerweise passierte dieses S21 Gemetzel genau zu dem Zeitpunkt, als ich hier ankam und zur gleichen Zeit sah ich wie selbstverständlich hier gerade mal 30-40 Jahre alte Häuser abgerissen werden um neue Wolkenkratzer drauf zu stellen und zwar in einer aberwitzigen Geschwindigkeit, die dokumentiert wieso es hier immer prekärer wird. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet bleibt sich dabei ziemlich egal, passieren tut es trotzdem. Es kommt einem vor als würde sich unser Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre dort unter neuzeitlichen Vorzeichen und in Fast Forward wiederholen. Ich kann nur jedem empfehlen, der noch von der Überlegenheit Deutschlands oder des westlichen Systems überzeugt ist mal einen Kurzbesuch in solch einer Boomregion zu machen, es fängt schon mit dem überall zu verfügbaren kostenlosen Wlan an, das sogar in der U-Bahn funktioniert und hört mit diesem Tempo an Neubauten sicher nicht auf. Während wir zum Billiglohnland degenerieren werden dort die Löhne staatlich subventioniert um die Binnenkonjunktur anzukurbeln, es scheint einfach alles komplett andersrum als bei uns zu laufen.
Abends ging es dann noch ins Nationaltheater um dem Konzert von Wolfgang beizuwohnen, der dort sein GAS-Konzert zum Besten gab. Ich hatte vorher noch keins gesehen und war gespannt. Unsere Truppe traf sich mit vielen die wir in den Tagen zuvor kennen gelernt hatten vor dem Theater und dann ging es los, mit Bestuhlung! Das GAS Projekt war gegenüber dem tagsüber erlebten Konsumrausch dann wieder ein total deutscher Backlash, raunende Bässe, angedeutetes Valhalla, Ungefährheiten in Bild und Ton, Technowagner, Digitalbombast und viel, viel Wald, wir kamen überein das dies der perfekte Prototyp für ein modernes Bayreuth wäre.

Danach dann noch großes Essen mit allen Beteiligten, inklusive Goetheinstitut und Nationaltheater mit leckersten Speisen im 3 Gänge Menü. Zur Abwechslung wollten wir es danach noch etwas legerer angehen und den Abschluß in einer Bar feiern.

Der Geheimtip Roof hatte leider geschlossen und wir landeten ausgerechnet in einer Lokalität mit Namen Berlin Bar im ehemaligen Amiviertel der Stadt, dem man seine Vergangenheit an den dortigen Läden und Verkaufwaren aber noch sehr anmerkte. Die Nächte sind allerdings nicht so lange wie man das von hier, also Berlin, gewohnt ist, als wir gegen 23:00 ankamen wollte man dort gerade schliessen, entschied sich aber schnell um, als unser nicht gerade kleiner Trupp dort aufschlug. Unsere sehr gemischte Gruppe zischte dann noch einige Kaltgetränke bis man so gegen 1:00 zerstob.
Am Montag ging es dann für die meisten wieder zurück in die Heimat, ich hatte es diesmal vorgezogen mich online einzuchecken, so ein Malheur wie auf dem Hinweg sollte mir nicht nochmal passieren und tat es dann auch nicht. Gegen 10:00 wurden wir vom Goetheinstitut zurück zum Flughafen gefahren und auch hier war wieder der große Unterschied in Sachen Wlan zu bemerken, sowohl im Hotel, als auch auf dem Flughafen gab es das überall kostenlos, bei meinem Zwishenstop in Amsterdam hingegen hätten mich 15 Minuten 3 € gekostet, da ist ja UMTS Roaming billiger, so wird das nix.
Gegen 22:00 landete ich in Tegel und der Moloch Berlin wirkte auf einmal so gemütlich und beschaulich.

Hier noch unsere Nacht im Bewegtbild:

Hans on the Decks

Ich fange an, die Bühne füllt sich

Feierei!

Optics!

Hans und Ralf steppen

Lager Lager Lager!

GAS

Vielen Dank an Uh-Young Kim für alles und insbesondere für’s zur Verfügung stellen vieler Bilder und Videos!
Aber auch an Hans, Ralf, Dong, Hyun, Moritz, Wolfgang und alle anderen mit denen ich dort mächtig Spaß hatte.

Kommentare (17) Schreibe einen Kommentar

  1. Dein Bericht liest sich wie Zucker. Reise ich seit Januar auch durch den asiatischen Raum, kann ich deine Eindrücke völlig nachvollziehen, auch wenn ich nicht dabei war. Die Kombination von Asien und Techno hingegen müsste ich tatsächlich mal live erleben. Bis jetzt ist mit diese Kombi vorenthalten geblieben.
    Deine WLAN-Kosten-Erkenntnis teile ich. Hier in Japan habe ich überall dicken Netzzugang – kostenlos. Selbst in den Shinkansen-”Bullet Trains” habe ich mehr WiFi-Hotspots als irgendwo sonst in Hamburg oder Berlin. Ganz zu schweigen von den Access-Point an Flughäfen.
    Hier drüben ist das Internet schon richtig angekommen.

    Zehre schön von deinen Eindrücken. Die Videos sind 1a!

    H aus Kyoto

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  2. Ich bin begeistert und spüre, dass Dir das mächtig Spaß gemacht hat.
    Einmalige Erlebnisse und Begegnungen.
    Behalte alles in guter Erinnerung.
    Bestimmt hast Du auch viele Anregungen erfahren, Neues zu probieren und zu entwickeln.

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  3. Pingback: Das Kraftfuttermischwerk » Just my daily two cents

  4. Hey Tanne, wie schön) I feel you reading this. um vier Uhr morgens war der Text sogar noch zu kurz.. Goethe Institut hat in den vergangenen Jahren wirklich ne Menge zum elektronischen Musik Export aus Deutschland beigetragen. Wird viel zu wenig erwähnt. Hat mich sehr gefreut zu lesen. Liebe Grüsse. Hardy

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  5. Wegen solcher Texte surfe ich immer wieder auf Tanith.org!

    Fliege auch viel, deswegen volle Empathie beim WLAN-Thema.

    Ansonsten hatte ich großen Spaß am lesen.

    Es wäre sicher spannend den Aufbau von etwas, wie einer Szene in Südkorea zu dokumentieren. Eigentlich können die aus dem Vollem schöpfen, aber dieser wirtschaftliche Boom und die enorme Regelmentierung werden eine ähnliche Szene, wie wir sie hatten (haben) wohl leider verhindern.

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