Thema der Woche 125: Westbam vs. Sven Väth- Der Kampf in den 90s um den Techno-Olymp

Zu diesem Kampf der Alphatierchen kann ich eigentlich nur recht wenig berichten, die Geschichten darum streiften mich nur am Rande, da mich einfach nicht interessierte wie zwei Alphamännchen um die Spitze der Pyramide fighten. Ich weiß also nicht wie spinnefeind sich die beiden wirklich waren. Mal sah das so aus und mal buchte man den Sven dann doch auf die Mayday, ob da jetzt nur buchhalterische Fakten dahinter standen, keine Ahnung. Klar bekam man mit, wie die jeweiligen Ellenbogen ausgefahren wurden, wenn jemand den Platz streitig machen wollte, oder das ganze Hierarchiegeschacher, das wohl überall vorhanden ist, wo es darum geht irgendwie geartete Vorteile daraus zu ziehen mit dem Arsch auf der Spitze der Pyramide zu sitzen. Es findet ja auch immer genug Fußvolk, das dieses Führer befiel, ich folge dir Spielchen mitmacht, in der Hoffnung ein paar Krümel Ruhm fallen ab und man hätte was davon. Bei Sven war das ein perfides System, wer im Omen mit in der DJ Box stehen durfte, wer drumrum und wer sich überhaupt hinter das Absperrseil bewegen durfte, Frankfurt halt. Bei Max durfte die ganze Bewundererschar hinterm DJ-Pult stehen, je mehr desto besser, Masse macht ja auch was her, sollte wohl Berlin sein. Bei beiden ging es um sowas wie einen Familystatus herzustellen, also so ein amorphes Ding zum Dazugehören. Während das bei Low Spirit darin gipfelte, das man vielleicht im Büro arbeiten durfte und Beifall klatschen durfte, wenn Alphamäxchen die Räume betrat, konnte es bei Sven schonmal passieren das er die ganze Gage dafür draufgehen lies, seine komplette Entourage irgendwohin mitzunehmen.

Sven war dadurch schon immer der unangefochtene King von Frankfurt. Etwas das es in Berlin so nie gab, auch wenn sich da einige gerne so sehen wollten oder generierten. Aber das war einfach nicht Berlin, das da einer den Chef machen konnte, geht so wohl nur in Bankstädten. So ein Status weckt natürlich auch Begehrlichkeiten bei anderen und so sehr das Väth’s Charakter war oder ist desto nerviger kam das bei den vielen Nachahmerzampanos, die jedes Kaff in Folge entwickelte. Kann man ihm nicht vorwerfen. Wir hatten mal im Walfisch den Vorfall, eine fast 100%ige Kopie von Sven dazuhaben, der auch zuerst felsenfest behauptete nämlicher zu sein und das erst in die Enge gedrängt auf den “der Sven von Heidelberg” relativierte, der völlig unabhängig von Väth so aussah, es hätte nur gefehlt das er behauptete Sven mache ihn eigentlich nach. Wie gesagt, solche Phänomene gab es hier nicht.
Das Interessante am System Sven ist ja, das er es schaffte die ganzen Soundwechsel mitzumachen und immer noch authentisch zu wirken, während Westbam sich irgendwann in Ratlosigkeit auflöste und nach dem komischen Bandprojekt mehr oder weniger von der Bildfläche verschwand. Low Spirit löste sich auf, wurde von Kontor aufgekauft und verscherbelt jetzt den alten Katalog.

Vielleicht kann man dieses Olympding auch gar nicht nur an den Personen festmachen, intertessanter ist zu sehen, welches System nachhaltiger fiunktionierte und warum. Das System Cocoon war ja erstmal eine Bauchlandung, Sven’s erste Inkarnation von Cocoon war eine Party mit dem typischen Bling Bling des damaligen Goasven, das ihn an den Rand des Ruins brachte, weil die Rechnung halt so überhaupt nicht aufging. Erst danach und mit tatkräftiger Unterstützung BWL kundigerer Mitstreiter nahm das Unternehmen Cocoon zunehmend an Fahrt auf, die bis heute respektabel anhält.
Im Vergleich dazu legte Low Spirit mit Frontmann Westbam einen fulminanten Start hin, den in den frühen 90ern nichts stoppen konnte und man verstand es, das einsetzende Medieninteresse für Techno volkstümlich einzusetzen um die Aufmerksamkeit weiter zu Max(!)imieren, was mit der Mayday und dem Quasibesitz der Loveparade eine Zeit lang auch hervorragend funktionierte.
Revue passiert kann man sagen, das sich das Cocoonimperium reziprok dazu aufbaute, wie Low Spirit die Puste ausging Ohne das das jedoch irgendwas miteinander zu tun hatte
Man muß also, dem System Sven Väth definitiv die größere Nachhaltgkeit bescheinigen, da es heute noch nach wie vor wie geschmiert läuft, mit vollem Terminplan, Label, Ibizaresidenz und Cocoonclub, während das “We never stop living that way” von Westbam heute wohl eher als Reminiszenz an alte Zeiten angestimmt wird.

Kommentare (36) Schreibe einen Kommentar

  1. Danke Thomas für die freien Worte. Es beschreibt ziemlich genau die damalige Situation, die ansatzweise auch heute noch in FFM herrscht. Ich weiß schon , wieso ich nach Berlin will. Obwohl ich mit fast 40 sicher kein Profi-DJ mehr werde.

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  2. Nicht außer acht zu lassen ist, das Löw Spirit für den Untergang der Love Parade verantwortlich ist ! Kommerzspastiker !

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  3. Westbam und Techno Olymp? Künstlerisch kann man einen Westbam nicht mit dem Olymp in Zusammenhang bringen. Sven Väth, „der Guru“, one man show, Entertainer und Zeremonienmeister, nahm das selbe Zeug wie die Feiermeute, ging richtig ab dabei und das stundenlang. Vielleicht tue ich Westbam unrecht, aber hier im Kölner Raum habe ich den nicht als so großen DJ wahrgenommen. Klar kannte man den, aber mehr so durch Viva und Mayday als durch Partyerlebnisse. Wohingegen der Sven für wirklich garantierten Partyspaß stand, wo man sich besser mal bis Mittwoch freigenommen hat, wenn der in der Nähe war. Mit dem Omen hatte er ja auch seine eigene „Kathedrale“, wo die Menschen hinkamen um den Meister und sich zu feiern. Und das Woche für Woche. Ich finde hier werden Äpfel mit Birnen verglichen

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  4. der erste handschuh wurde geworfen. ring frei für die anhänger beider glaubensrichtungen!
    und wer weiß, vielleicht mischen sich die gläubigen der m_nus-sekte und die des kompaktevangeliums noch dazu… :D

    glaube ja eher an den letzten absatz. 2 unterschiedliche ansätze in unterschiedlichen städten. der rest ist doch mehr so ein presse- oder fanding gewesen…

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  5. Ein Unterschied wurde bisher nicht genannt: Westbam war (ist) meiner Meinung nach ein besser Produzent denn DJ. Ich habe auch 2010 überhaupt kein Problem mit „Celebration Generation“, Wizard of Sonic“ „Hard Times“. Schon dabei fällt auf, dass Westbam seinen Sound kontinuierlich weiterentwickelte und sogar Wegbereiter für so manchen Sound war. Zudem rechne ich ihm hoch an, dass er überhaupt mal ein Buch geschrieben hat bzw. Texte veröffentlichte, die im entferntesten Techno mit etwas Inhalt füllten. Heute spielt er ja eher New-Skool-Breaks.

    Sven Väth – vor dem ich nicht weniger Respekt für sein Lebenswerk habe – war maßgeblich Vollblut-DJ und mit seinen Produktionen nie sonderlich erfolgreich. Weder bei Kritikern noch beim Publikum. Er hatte einfach diesen oftmals beschriebenen Link als DJ. Er spielte auch konsequent Technohouse im weitesten Sinne und nichts anderes. Bis heute. Väths Einstellung zum Thema „Techno-Inhalt“ macht er ja in „We Call it Techno“ deutlich. Für ihn ist da nichts. Ich persönlich finde das schade, ja fast bedauerlich. Denn so bliebe nichts von dieser Bewegung übrig außer einem Sack voll Drogengeschichten.

    Für mich ist die heutige Mayday wieder näher am „Spirit“ als das Cocoon-Konzept, das mich teils etwas an die FDP des Techno erinnert. Die Briten würden sagen „Seems very snobby.“

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  6. @Björn: Westbam als der bessere Produzent? Darüber lässt sich streiten. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Klaus Jankuhn von anno dazumal bis heute sein Produzent ist (korrigiert mich, falls ich mich irre).

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  7. @Shizzle
    Du irrst nicht. Wobei ich nie bei einer Westbam-Produktion zugegen war. Ich weiß also nicht, wer von beiden nun was gemacht hat. Ich vermute die musikalischen Ideen stammen von Westbam, die technische Umsetzung von Jankuhn. Letztlich wurde der Mann auch bei wirklich jeder Produktion mitaufgeführt, was natürlich auch grundehrlich ist. Das machen ja nicht alle so.

    Ich finde es eben wichtig, dass die elektronische Musik solche Figuren wie Westbam oder den Babba Väth hat. Man kann sich daran reiben, sie geben der Sache ein Gesicht, was vielleicht ursprünglich nicht gewollt war, rückblickend aber die Monumente sein werden, die aus dem Staub der Vergangenheit herausragen. Ich will nicht einfach in diesen Chor einstimmen: “Bäääh, die haben’s kaputt gemacht!” Ich sehe das etwas anders – was nicht bedeutet, dass ich hemmungslos alles unterstütze, was bsp. Low Sprit über die Jahre so tat.

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  8. naja beide wurden produziert… der westbam vom klaus und der sven vom ralf (hildenbeutel) übrigens is aktuell vom letzteren ein nettes interview in der keys … nachdem hardhouse nach berlin ging und pleite war ging dann auch der ralf in die richtung pop und sven machte aufeinmal andere musik… und hat nen ziemlichen wandel…hört man sich das cocoon geplätscher an…da ging bei hardhouse eye q ja einiges mehr :-)

    westbam ja wurde ja alles gesagt…am anfang war da die hölle los und dann abrupt nix mehr

    ich hab noch so ne werbe 7″ hier rumfliegen wo man nen tragbaren kasettenspielergheottoblaster dings gewinnen konnte…da wird auf der ein seite auch gesabbelt das er nahe gott is und so :-)

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  9. aus dem Thema lässt sich nun mal nicht viel rausholen. hat sowas BRAVO-mäßiges. Wer hat die schönere Freundin? wer trägt die cooleren Klamotten? wer hat die schrillere Frisur? wer mehr Charthits?

    Musikalisch ist das Geschmackssache und da die beiden soundtechnisch schon ab 1992 weit auseinanderlagen, ist auch ein Vergleich müßig.

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  10. @maximilian: Yeah! Du meinst TEST THE WESTBAM! Whatafuck!

    Nee, die Geschichte hat mich auch nie interessiert, zumal die beiden nichtmal für die BILD taugen. Da hat jeman was wahres gesagt, als der Begriff C- Promi fiel. Ich finde auch, die beiden geben als Persönlichkeiten so wenig her, als dass man da ´ne Homestory lesen würde wollen.

    Beide haben ggf. nen Durchhalteorden verdient, da sie tatsächlich gut mitgefeiert haben und den Absprung geschafft haben- siehe Mark Spoon. Aber weder als Produzenten noch als innovative DJs(was für mich immer eine gewisse Radikalität in der Auswahl der Tracks beinhaltet) sehe ich sie nicht.

    Haach! Ich ärgere mich jedesmal, wenn wenn auf Radio Eins Fad Gadget “Collapsing New People” im Westbam Remix gespielt wird, es aber nicht erwähnt wird, dass der Scheiss nicht das Original ist! Was solln da die Leute denken? Dafür bekommt Svennie 1 Pluspunkt, ich kenne keine blöden Coverversionen von ihm. Gibt´s überhaupt ´n Sven- Väth- Mix? Man soo uninteressant ist das hier schon wieder..

    Oder gibts da reziproke Parallelen zur Hochkultur? Der Alte Kampf Salieri/Mozart? Goethe/ Schiller? Punks/Popper?
    @Succubus: Nimm den Handschuh! It´s KARTON Time! ;)

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  11. Nun ich denke, man muß auch diese Diskussion etwas differenzierter sehen. Es ist ja nicht so, als hätte Väth dieses “Battle” gewonnen während der arme Westbam unter der Brücke haust…
    Lustig ist ja auch das auf den 08er und 09er Mayday beide mehr oder weniger hintereinander spielten, mit eingeworfenen Live Acts…

    Dem guten Väth und seinem Cocoon kann man natürlich seinen Erfolg zu Gute halten, der Sound von Cocoon ist für mich aber absolut belanglos und gehört für mich in diese nervige minimal Techno-Schublade, die andere Labels (Kompakt, Ostgut…nur um mal populäre zu nennen) deutlich besser bedienen.
    Wobei ich mich da immer frage wo die Tanzmusik geblieben ist, bei lauen, warmen 120 bpm Kicks und 2 Synthies aus den 70ern…

    Westbam hat auf jeden Fall jede Menge Mist produziert – sein Bandprojekt fand ich dabei rein musikalisch sogar noch gelungen…aber die Mayday ist für mich jedoch dadurch dass sie jetzt bei iMotion ist, deutlich besser geworden. Mit der Nature One haben diese Leute ja schließlich das einzige wirklich gute, funktionierende reine Technofestival in Deutschland aufgebaut. Mal schauen wohin die Reise geht…

    Ich denke jedoch trotzdem das beide langsam an Popularität verlieren werden…man wird ja auch älter…

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  12. Find es mal ziemlich genau dargestellt vom Tanith. Genauso stellt man sich Väth und Westbam vor, wie sie früher waren und heute entprechend ihrem Alter sind. Tanith dürfte da aber der Älteste sein, und rotzefrech wie früher, nur mit Anstand :)
    Ich denke auch, dass beide, sowohl Väth als auch Westbam Vollblut-DJs sind, jeder auf seine Weise. Der eine Entertainer und Showmaster, der andere Virtuose mit guten Skills und Tricks, auch wenns vielen auf den Sack ging. Beides ist Kunst, muss man auch erstmal draufhaben. Was man auch zu Gute halten kann, m. E., dass beide nach wie vor mit Vinyl zelebrieren. Sofern sich da nix geändert hat?! Beide waren eine Bereicherung, zumindest für mich. Alte tracks kann ich mir nach wie vor anhören, und auch immer wieder gern. Wenn wir die beiden nicht gehabt hätten, wen willste denn dann noch nennen können in Techno-Deutschland, die polarisiert haben? (Tanith jetzt mal ausser Konkurrenz)

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  13. Karton: The House of God

    Böse sind sie beide. Sehr böse sogar. Beide herrschen über ein mächtiges Imperium, das sich gegenseitig durchdringt . Der Unterschied dabei ist, daß Maximilian nach außen für Glaube, Religion und Gottes Stellvertreterschaft steht, deshalb -logo- auch der alte Papstname, während Sven mehr der Herrscher des weltlichen Reiches ist, also eher die Königsrolle übernimmt. Wie immer vermischen sich dabei die verschiedenen Interessen, viele Unstimmigkeiten werden diplomatisch gelöst, aber hin und wieder sind zeitlich begrenzte Kriege unausweichlich.
    Beide Personen haben einen faustischen Pakt abgeschlossen, der ihnen auf Erden eine Fülle von Macht, Regentschaft, materiellen Annehmlichkeiten und die Sympathie der Massen garantierte. Bezahlt wird bekanntlich danach mit der Seele. Max, einer alten gälisch-keltischen Hexenfamilie entsprungen, bekam seine Initiation am 30. April, Datum der Walpurgisnacht und Frühlingsanfang, und ist deshalb der Vorsteher oder Sabbath-Zeremoniemagister von Veiths-Tanz, Fruchtbarkeit (=Wollust) und bewußtseinserweiternden Drogen (Hexentrank). Deshalb völlig unkodiert der Name Lenz und das Datum der Mayday.
    Der Pakt von Sven Väth (früher Veith, siehe Veithstanz, siehe Stephan Veith, Force Inc, nomen aber erstmal Omen) einem Abkömmling einer alten Wikingerdynastie, wurde mit dem Frankfurter Rotlicht und Unterwelt-Paten Ossi Büttner unterzeichnet, dem auf der 1. OFF Maxi ganz ungeniert ein “Thanks to…” gewidmet ist. Tja, gute Freunde kann niemand trennen. Der Rotleuchtstab wies den Weg und es konnte also losgehen.
    Max bereiste, von Karol Wojtyla (auch Papst, aber genauso Fake wie Talla XLCDUPDS) entflammt und von dessen visionären Prophezeihungen (Mayday Polska) beflügelt flugs hinter den eisernen Vorhang, um dort Agenten wie Eastbam auszubilden, da die Walpurgisnächte (“Marushilla, der Lenz ist da”) näher rückten und bald eine neue Zeitrechnung beginnen sollte. Nix mehr backward, nur noch forward zum SONIC EMPIRE.
    Natürlich bekam das Sven, der kleine Wickie mit, kümmerte sich erst aber mehr um die regionale Vormachtstellung, und rief auch schon mal seine starken Männer wie Hooligan Kumpel Löffel (auch als Bud Spencer und Terence Hill als Leinwandhelden aktiv) zur Schlacht. Um beispielsweise mal eigenhändig die Mainzer Techno-Schwemme M zu demolieren oder alles zu steinigen was an “seinem” Freitag nicht dem König huldigte. Low Spirit verbreitete nämlich schon längst äußerst schlechte Stimmung, deshalb mußten auch dringend Hits im Radio her.HR Clubnight war zwar Kult, aber brotlos, verglichen zur Hitparade und Wetten Daß. Es wurde der edle Ritter Heinz Roth beauftragt, der dem Großfürstentum Sony Music für EVE Q gleich 3 oder 4 Millionen Vorschuß aus dem betuchten Kreuz leierte. Das reichte auch locker um Sven noch mit einer kleinen Harthouse Underground Spielwiese zu beschenken. Ritter Heinz Roth durfte nach Herzenslust alte Männer wie Helmut Zerlett, Harald Großkopf u.a. RECYLCLEn OR DIE-en. Nun hatte jeder sein zwar sein Steckenpferdchen,die Hits blieben aber -oh weh-leider aus, die kamen immer noch aus der preußisch besetzten Zone. OK, dann wird eben im Sommer zurückgeraved. OMNI ward geboren und sollte dem ex-Sponti Röttger und seinen Mayday Sloganklopfern mal zeigen wo der MC Hammer hängt. Nach zwei Versuchen jedoch wards grimmig an den Nagel gehängt, warum ganz genauweiß man nicht, vielleicht ja Böhse Berlin Mafia! Ja, ganz bestimmt.
    Die Frankfurt Posse reiste aber auch mal ganz gern notgedrungen zum Feind, mal um auf der schieß leisen Love Pardade den Lauten zu machen, oder als Agent Azary mit ganzem Körpereinsatz wild knutschend versuchte, während Dicks DJ SET (!!!) auf der Mayday Backstage die ehemalige Nürnberger Schuhgeschäft-Mätresse Marusha, damals aber schon Prinzessin des Hochadels (“Ich bin noch Jungfrau”) vergeblich Richtung Main zu entführen versuchte.
    Da die kargen wirtschaftlichen Ergebnisse insgesamt die tatsächlichen Bedürfnisse bei weiten nicht decken konnten, suchten sich beide Parteien notwendigerweise noch steuerfreie Nebeneinkommen und kurbelten den Drogenhandel etwas an. Low Spirit kümmerte sich -angeblich- aufopferungsvoll ums Koks, Sven der mit selbigem nicht mehr so richtig gut drauf kam, verblieb mit seinen Ressortleitern immerhin noch der völkische Stimmungsmacher Extasy. Daß es dabei manchmal zu kleinen Pannen kam, war angesichts der hektischen Großwetterlage natürlich kaum zu vermeiden. Eine Anekdote sei dabei stellvertretend erwähnt, als Sven mit 10.000 Pillen, die er sich von Hamburger Zuhältern besorgte, zum nächsten Rießenrave düste, dort aber am VIP-Eingang wieder Erwartens (“Ihr wißt wohl nicht wer ich bin” -”Doch,grade deswegen”) den Plattenkoffer öffnen mußte, und die Ware an eben diese Herren wieder artig zurückgeben durfte. Auflegen durfte er aber freilich noch. Motto an diesem Anbend war aber eher “Music is the only Drug”.

    Habe erstmal fertig. Ich bitte nur zu berücksichtigen, daß es bei diesem Report um unveröffentlichte Auszüge aus dem Buch der Lügen handelt. Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen wären deshalb rein zufällig und keinesfalls gewollt.

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  14. @civ31:
    Befehl ist Befehl, s.o. Falls ich nicht wieder Prügel krieg – es gibt noch mehr investigativen Sprengstoff. Ob aber die Öffentlichkeit jetzt dafür schon reif ist?

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  15. auf diesen olymp passen mindestens 12 götter.
    sagen jedenfalls die griechen, die sich sogar noch zusätzliche außer-haus-gottheiten leisteten. was nachhaltigkeit & langzeitwirkung angeht legen die olympier auch gut was vor.

    ansonsten: ich hab vielleicht ne halbe stunde getanzt um das väthsche imperium mal außer kraft zu setzen ;-)
    es geht alles & wir haben uns beide gefreut.

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  16. Also eins muss man aber beiden lassen. Wäre die Mayday nicht, wäre ich nicht so früh zum Techno gekommen. Hab haufenweise alte Kassetten zuhause die ich alle vom Radio aufgenommen habe.
    Und auf der anderen Seite war Eye Q / Harthouse eins meiner Lieblingslabels. Da kauf ich mir heute noch ganz gerne mal den einen oder anderen verschollenen Tranceklassiker auf Platte.

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  17. “Eine Anekdote sei dabei stellvertretend erwähnt, als Sven mit 10.000 Pillen, die er sich von Hamburger Zuhältern besorgte, zum nächsten Rießenrave düste, dort aber am VIP-Eingang wieder Erwartens (“Ihr wißt wohl nicht wer ich bin” -”Doch,grade deswegen”) den Plattenkoffer öffnen mußte, und die Ware an eben diese Herren wieder artig zurückgeben durfte. Auflegen durfte er aber freilich noch. Motto an diesem Anbend war aber eher “Music is the only Drug”.”

    ich hab so tränen inne augen, das is so göttlich…dein ganzer text :-D

    zum thema eye Q der postbote hat grad geklingelt und nun halte ich die EYE Q 001 in der hand… cafe del mar :-) hat eigentlich irgendwer an der platte verdient, wo sie doch unautoriesiert veröffentlich wurde und kurz darauf wieda verschwand ?!

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  18. My Definition of a boombastic Blog Beitrag
    2. Karton

    Nachdem die Vergangenheit nun weitgehend aufgeklärt ist (siehe “House of God”) müssen wir natürlich auch die Gegenwart näher beleuchten, und größere geopolitische Aspekte berücksichtigen.
    Also kurz von vorne: Low Spirit war Teil und auch Ergebnis der geheimen LSD-Versuche des CIA im kalten Krieg und war nur die Abkürzung für Low Spirit Deutschland. Nach Rosinenbomber, Kaugummi, Coca Cola und Elvis wußten die Amis natürlich um die längerfristig kulturellen Ambitionen Richtung Eigenständigkeit des gerühmten Kulturvolks, in dem jede Schuhverkäuferin angeblich Dichtung, Musik und Organisation in der vererbten Blutbahn hat.
    Nun, die Phase mit dem Rave-Experiment hatten wir ja grob umrissen.
    Wir bleiben in Berlin. Ein wesentlicher Punkt muß aber hierbei beachtet werden: Wer Westbam sagt, muß auch Dick sagen. Dick war nämlich immer schon mehr als der kleine Bruder. Auf Geschäftssinn und visionäre Ideen vom CIA getrimmt, übernahm er nach dem Auslaufmodell Rave sofort die geheime Operation AG Wort, vermischte sie als alter Phallokrat mit einfach, rhytmischer Musik und seinem Hobby, der Pornographie Das Ergebnis hieß Aggro Berlin. Dabei war er im Falle S.I.D.O. (Sonic Imperialistic Dortmund Olympia) natürlich der Mann hinter der Maske, aber auch Fler (Fabian Lenz Ecstasy Raver) und andere entstammen seiner Giftküche. In etlichen Songs wie “Endlich wieder Wochenende”, “Neue Deutsche Welle” und vor allem in “Mein Block” bietet er intensiven Einblick in seinen Kosmos und erzählt in diversen Insideranspielungen relativ unverschlüsselt was Sache ist. Die Produktion verlief genauso wie bei Frank Fahrian und Milli Vanilli. Wenn die Mucke fertig ist, sucht man sich ein paar Arbeitslose und gibt ihnen ab und zu ein bißchen Crack.
    “Mein Block”.Aus Platzgründen sei hier nur auf die Zusammenhänge mit den Low Spirit Immobilien Investionen (ein altes Laster des Beta Blockers) hingewiesen, sowie seine Ambitionen Im neueren Literatur- und Theaterbetrieb. “Mein Blog”. Sein neues Schreibergirlie Helene Hegemann und ihr sog. Roman “Aoxolotl Roadkill” in dem es natürlich! wieder um Sex, Drogen und Techno geht. Verplapperte sich die Dumpfbacke doch sogar öffentlich, als sie meinte, der Inhalt wäre “von so ´nem Blogger”. Noch Fragen?
    Zurück zum Ponifex Maximus alias Westbam.
    Dieser konzentrierte sich in den Nullern vornehmlich um die neuen Märkte in Osteuropa. Jetzt zalten sich endlich die Geheimverträge mit Eastbam aus, welche damals mit kokaininduziertem Weitblick geschlossen wurden. Man wählte wegen Breitwandwirkung (O-Ton Röttger: “Wir wollen die Masse”) clevererweise den Europäischen Schlager Grand Prix und hievte nach und nach jedes Ostblockland aufs Treppchen. Als die Sache aufzufliegen drohte, zog er letztes Jahr den Joker Lena und lenkte geschickt die Aufmerksamkeit auf seinen Laufburschen Stefan Raab.
    Um den alten Derby-Geist Frankfurt-Berlin nicht ganz einschlafen zu lassen, arrangierte man jüngst einen Studiotermin für “die rechte und die linke Hand des Teufels”, Dag und Motte. Peace und so im Trance Gipfel sollte Traditionsbewußtsein und soziales Engagement andeuten. Funktioniert immer.
    Und wo bleibt jetzt der Svennie? Keine Angst. Als die Allierten die neue europäische Ordnung ausriefen, wurde Väth Südeuropa zugesprochen, das er ebenso vorsorglich mit “Electrica Salsa” früh genug weichgekocht hatt. Regierungssitz und neue Königsstadt ab nun Ibiza. Über Geschäfte mit Techno oder Drogen kann er aber nur milde lächeln, denn “wer heute noch richtig abkassieren will, muß ins Investment Geschäft”. Gesagt, getan sagte sich der Sohn der Bankenstadt, legte ordentlich Hand an, und die Ergebnisse aus Griehenland und Portugal kennen wir ja aus den Nachrichten. Sein Gastgeberland Spanien wird mit Italien ähnlich “mstrukturiert”, werden, aber keine Angst, der Staat, also wir alle, steht ja grade dafür.

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  19. Die zwei im gleichen Abwasch abzuhandeln hat was, irgendwie fast schon keck. Väth vs. Westbam ist wie klassische Koryphäe vs. Volkstribun.
    Was der Tom da oben sagte, kommt hin. Könnte ich so auch für Hamburg stehen lassen. Väth war, obwohl Kult- authentisch. Zigarette im Mundwinkel, bis die Asche von selber abfiel. Die verschwitzte Menge in einer so engen Kontrolle, wie ich das selten gesehen habe. Und, irgendwie im Gegensatz zu Westbam, nicht so bemüht oder wichtig wirkend- sondern einfach nur cool by nature. Die Leute gingen geil ab. Westbam dagegen, meist smalltalkend und schnellsprechend in E-Werk oder Tresor. Wenn die Sets begannen, war es immer rappelvoll- und zwar derart, dass man da raus, zumindest auf den Hof musste, um sich vom, im wahrsten Wortsinn, tanzwütigen Plebs nicht auf die Füße latschen zu lassen. Die Tendenz zur Massenveranstaltung war da lange vor dem Gipfel auszumachen.
    Andererseits, die Balance zwischen Begeisterung und Exklusivitätsanmutung, die Väth seit Jahrzehnten schafft, ist schon was Besonderes. Westbam traf den Zeitgeist von Techno, war, durchaus begabt, quasi im richtigen Moment am richtigen Ort. Väth ist der Entertainer mit der Fähigkeit, sich universell auszudrücken.

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  20. Der eigentliche Witz ist doch, daß den Olym keiner von beiden erklimmen konnte, da Paul von Dyck schon draufhockt. Hätte mir damals jemend gesagt, daß ausgerechnet dieses Früchtchen mal Weltstar wird, hätt ich das für einen schlechten After Hour Scherz gehalten. Grad kam er bei “Zimmer Frei” im TV und sang das alte Smiths-Lied mit dem “Hang the DJ” Refrain. Bizarre Welt…

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  21. Ich hab am gestern bei nem Bücherflohmarkt in einer kleinen Bibliothek im idylischen Arzberg für 50 Cent (!) Ein Techno Lexikon erstanden, was 1998 vom Raveline Magazin herausgegeben wurde. Der Eintrag bezüglich Sven Väth ist etwa 1 1/2 Seiten lang und es befindet sich ein halbseitiges Foto von ihm darin während der Eintrag von Westbam über 2 Seiten fasst und sein Foto eine ganze Buchseite einnimmt. Ich würde sagen, dass Battle ist damit enschieden :-)
    PS: Über Tanith stehn nur n paar Zeilen drin, ohne Foto.

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  22. das techno lexikon hab ich auch, sehr witzig

    und paule bei zimmerfrei kann man sich auch auf deren page anschaun…
    müsst nur googlen

    und wenn ihr das schon schaut lohnt es sich auch zimmer frei mit martin sonneborn anzuschaun…das wollden die ja erst garnich veröffentlichen weils ausn ruder gelaufen is haha :-)

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  23. Pingback: Links Links Links 6 | TANZDURCHDENKIEZ

  24. Das wieder zeigt alles warum ich mit Techno im Ibiza Stil nix anfangen und nix zu tun haben will. Lahme party…Frauen die sich auch so toll finden und lahme Musik…gähn…

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