Thema der Woche 126: Drogen! Koks, Gras und XTC in den 90ern Nullern und jetzt. Sind Drogen schlecht?

Thema der Woche 126: Drogen! Koks, Gras und XTC in den 90ern Nullern und jetzt. Sind Drogen schlecht?
Was soll man dazu sagen, was nicht schon überall zigmal gesagt wurde? Ist das tatsächlich noch ein Thema? Zudem, ich bin so aus dem Metier raus, das ich wirklich nichts dazu für die Nuller Jahre sagen kann. Ich finde allein die Bearbeitung des Themas erhöht es über Gebühr, so uninteressant wie das heute für mich ist. Habe wohl ein paar Ketaopfer gesehen und dachte mir, so feiern die also heute, mir wär’s nix und abgehakt.
In den 90ern ging mir das so mit Koks, an den diversesten Stellen gesehen was das mit Leuten und Party anrichten kann und da es, wie Alkohol auch, eh nicht an mich geht, einfach sein gelassen.

Aber das Drogen somit grundsätzlich schlecht seien will ich damit nicht gesagt haben, wenn’s der Party zuträglich ist, jemand weiß damit umzugehen, Spaß dabei hat und sich danach nicht gerade ins Auto setzt um nachhause zu fahren, warum nicht? Das muß jeder für sich entscheiden, wobei das ja auch immer personenabhängig ist, der Kram wirkt ja durchaus unterschiedlich auf Leute und wer mal Opfer so einer nervigen Laberbacke mit Sprechkarte wurde mag berechtigterweise mit dieser Einschätzung nicht unbedingt konform gehen. Das Recht auf Rausch hört nämlich bei der Belästigung anderer damit auf. Wobei mir das immer noch lieber war als Alkoholgelalle oder damit einhergehende Agressivität und Nervigkeit. Mittlerweile belegen ja auch schon einige Studien, das der Alkoholkonsum in Schädlichkeit die meisten illegalen Substanzen weit hinter sich lässt.
Überhaupt denke ich das jede Droge ihre Zeit hat, die mit Zeitgeist und Kultur korreliert. In den 90ern war das im Partykontext bekanntlich XTC in Verbindung mit Techno, aber auch Speed und andere bezeichnenderweise so benannte “Designerdrogen” hatten da ihre Hochzeit. Da wird sich außer, wie ich höre, der Qualität der Drogen und der einhergehenden Veränderung der Machart der Musik nicht viel geändert haben. Obwohl es mir vorkommt als wären die Zeiten insgesamt nüchterner geworden, was neben der Qualität eben auch daran liegen kann, das dies nicht mehr die Drogen der Zeit sind. Nur welche sind es dann? Keta und GHB kann’s ja wohl nicht sein, eine Partydroge macht nunmal auch ihr sozialer Aspekt aus und den sehe ich bei sabbernden Volk, das im besten Falle zuckend in der Ecke liegt nicht gegeben und Reanimationen unter Druffen sind erst recht nicht gerade stimmungsfördernd. Ich glaube gar die Nuller Jahre werden drogentechnisch eher als Alkoholjahrzehnt in die Geschichte eingehen, was natürlich ein bisschen beschämend und gleichzeitig bezeichnend für dieses auf allen Ebenen konfuse Jahrzehnt ist.
Was ich mich allerdings öfter frage ist, was ist mit all den Millionen Leuten passiert ist, die in den 90ern verballert und verschallert auf Loveparaden und Raves waren, wie sehen die ihre Drogenerfahrungen heute? Stehen die dazu oder wird sowas verdrängt, z.B. wegen Job oder weil man mittlerweile selbst Kinder im kritischen Alter hat, die womöglich bei sowas gezeugt wurden?

Kommentare (16) Schreibe einen Kommentar

  1. Jo…
    ich bin, Gott sei Dank, nie an Drogen geraten und habe mich so durch die 90er geschlichen und getanzt. Wenn ich heute einige meiner alten Kollegen sehe, die schon koordinative Probleme haben auf der Leiter zu stehen und der jahrelange Konsum sie etwas verschoben hat, dann bin ich froh.

    Ich würde sagen heute werden genausoviele, wenn nicht soagr mehr Drogen konsumiert.

    Jedem das Seine…

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  2. meine erfahrungen waren schon in den 90ern eher nüchtern, xtc und koks waren nie meins. vielleicht mal ein joint, oder zwei, das war es dann schon so gut wie.
    dennoch fand ich als nüchterne die druffies durchaus nicht unangenehm, wie es ja vielen geht, die nicht selber auf der reise sind. auch anders herum habe ich niemanden von seinem flug geholt und wurde als nüchterne unangenehm empfunden.
    ich hatte (fast) alles einmal versucht, zwar nicht im partykontext, wusste dadurch aber, was mit den leuten so los ist. da kann man sich auch ohne konsum ein stückweit mittragen lassen – es gab momente, da war ich schon durch die gesellschaft von verpeilten selber ein bisschen geschickt.
    viele jahre später: einige sind auf der strecke geblieben, andere sind heute noch fröhlich am spicken. der grossteil ist aber keineswegs mehr exzessiv unterwegs, höchtens so einmal-im-jahr-wenn-überhaupt.
    so stelle ich aus deren erfahrungsberichten fest, dass die drogen wohl tatsächlich schlechter geworden sind. die bösen pillen nehmen zu, ebenso finden neue, andere drogen ihren weg in die partykultur, die die stimmung aber nicht wirklich auf ein gemeinsames level heben. alkohol ist heute auf absolut jeder party präsent, nicht nur das bierchen, öfter der jägi. ich mochte die zeiten allerdings lieber, als es schlicht keinen alk auf parties gab, weil es “die pille versaut” – heute ist die einhergehende aggression und auch das plumpe gegrabsche der betrunkenen sehr viel öfter zu beobachten.
    pillenwarnungen gibt es nach wie vor, allerdings stelle ich fest, dass den kiddies die qualität fast egal ist. richtiges mdma soll sehr selten geworden sein. auch die “hausdealer”, die bei parties schon für den richtigen film mit guter qualität sorgten, sind geschichte, das ist doch mittlerweile in fester hand von mal ganz anderen, sehr windigen gestalten, denen es null um die partyatmosphäre geht.

    alles nur meine wahrnehmung, von jemandem, der gestern wie heute nicht bis zum hals in dem thema steckt.

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  3. Ein Thema was in höchstem Maße subjektiv ist. Objektiv über Drogen zu sprechen ist m.E. kaum, wenn nicht sogar unmöglich. Geltendes Recht als Maßstab ob Drogen gut oder schlecht sind heranzuziehen ist aufgrund der offensichtlichen Doppelmoral des Gesetzgebers ebenfalls nicht möglich.
    Also kann man sich über Drogen nur eine Meinung bilden, wenn man damit tatsächlich zu tun hatte, also selbst einmal Konsument war.
    Ich für meine Begriffe hatte auch so meine Zeiten und bereue im nachhinein nichts. Ich hatte fantastische Erlebnisse aber auch ernüchternde. Hört sich etwas pauschal an, ist aber so gewesen. Fakt ist das ich Erfahrungen gesammelt habe, welche mich durchaus geprägt haben und ich meinen Kindern später Tatsachen berichten kann statt aus der “Verbotsbibel” vorzulesen.
    Ich kann Tanith da nur zustimmen, wenn er sagt, dass Drogen durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, wenn sie einer Party zuträglich sind bzw. jemand sich mitels Drogen seine Party und damit ein Teil seines Lebens, verschönert. Seine Grenzen findet das Ganze logischerweise in der Belästigung oder gar Gefährdung anderer. In Maßen und zweckgerichtet eingesetzt sind Drogen also per se nicht verurteilenswert. Da sind wir aber auch schon bei dem entscheidenten Punkt. In Maßen und zweckgerichtet. Drogen sind nunmal Drogen weil sie in hohem Maße Suchterzeugend sind und man mit der Zeit bzw. dem fortdauernedem Konsum das Gefühl für einen Maßvollen und zweckgerichteten Umgang mit diesen verliert. Inwieweit das auf jeden persönlich zutreffen mag sei dahingestellt. Ich persönlich habe so empfunden und eingesehen, dass ich nicht zu denen gehöre, die auf Dauer mit Drogen umgehen können. Dazu mußte ich aber meine Erfahrungen machen. Und diese Freiheit sollte man jedem zugestehen. da bin ich einfach mal im höchsten Maße normativ.
    Das Hauptproblem liegt m.E. nach wie vor darin, dass man die Leute nicht ordentlich aufklärt. Man sollte doch jedem Bürger in diesem Land die Mündigkeit unterstellen, dass er in der Lage dazu ist abzuwägen ob das was er tut gut oder schlecht für ihn ist. Wenn ich mich recht entsinne baut unsere hochgelobte freiheitlich demokratische Grundordnung u.a. auf dieser Prämisse auf, oder? Drogen a priori als schlecht zu verurteilen, den Umgang damit zu verbieten und zu kriminalisieren, auf der anderen Seite jedoch Alkohol und Tabak freizugeben und diese gar gesellschaftlich zu integrieren ist nicht nur ein Widerspruch, sondern führt auch dazu, dass die Drogenverteufelungen von Seiten des Staates und der Gesellschaft von den meisten gar nicht mehr ernstgenommen werden, was in der Folge zu Drogenmißbrauch führt.
    Wenn man sich schon damit abfindet, dass Rausch nunmal zum menschlichen Dasein gehört dann sollte man endlich damit aufhören zwischen “guten” und “schlechten” Drogen zu unterscheiden. Oder aber man schwingt die Moralkeule, erklärt den Rausch für gesellschaftlich nicht tragbar und verbietet konsequenter Weise sämtliche Rauschmittel, auch Tabak und Alkohol. Entweder also den Rausch anerkennen alles freigeben und verantwortungsvoll aufklären oder aber alles verbieten. Punkt.

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  4. vor 3-4-5-6 jahren wo so meine druffi zeit war gabs eigentlich nur speed und xtc, koks fand ich langweilig und viel zu teuer… mich hat irgendwann einfach erschrocken wie lang die lines bei manchen leuden wurden und warum sich welche sonntag morgens um 8 noch ne 10 cm line reinziehn

    ein gutes hat der ganze zirkus ja immer gehabt…tonnenweise an abgefahrenen storys…

    wie ich mit n freund um 5 uhr morgens hier in hamburch anna kiez tanke standen und ziemlich verschallert waren und soo unglaublich viel und schnell und vorallem blödes zeug von uns gegebene haben das selbst die abgehärtete tankstellen dame etwas erschrocken war, als dann noch der junge azubi laut durchn laden fragte “sagtmal jungs was habt ihr euch denn reingezogen” und ich laut “kaffeeee!” antwortete…ja das war ein fest…

    oda wenn ein kumpel aufa fusion is sich aus nem beutel ne e nimmt und den beutel dann doch bei sich behält und beim tanzen stück für stück den beutel leer naschte und am ende auf 12 dingern war….

    hm in der kurzen zeit könnt ich nen dickes buch an geschichten schreiben… immer wieder gut

    die kehrseite war als ich mit besagtem tankstellen kumpel inna flora stand, es war 6 uhr morgens, es war eine der alles fliessst partys (als es die noch gab waren das wohl so mit die vollsten und derbsten partys in hh) und wir waren komplett nüchtern und stellten dann fässt das wir wohl die einzigen waren, rein optisch war das einfach nur eine verstrahlte masse an leuden… einfach abgefahren das bild

    was mir natürlich gefehlt hat und immer fehlen wird für all die anderen feierschweine… eine komplette legalisierung und einen kontrollierten verkauf… is der stamm ticker nich da und man will trotzdem feiern und hat am ende ne pma vergiftung hört der spass dann doch auf…

    nun bin ich raus aus der ganzen ecke und hör nur ketamin, ghb und sowas neues was ja viel besser als xtc sein soll…irgenwas mit m… mety irgendwie sowas ?!

    der nebenwirkungskatalog is aufjedenfall ne seite länger als von ner ollen e…

    wobei ich zu den 90ziger jahren null sagen kann… ich hör das nur von der generation davor das ne pille damals 20 mark gekostet hat und so geschallert haben soll wie 3 heude ?

    ich glaub von tanith hab ich den link bei twitter…aber immer wieder schön

    http://www.fr-online.de/panorama/ecstasy-sammelalbum-gestohlen/-/1472782/3188302/-/index.html

    das verschollene xtc sammel album :-D

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  5. Was ich mich allerdings öfter frage…
    =>
    Ich stehe dazu, verdränge nichts und erinnere mich gerne zurück.
    Ich bereue nichts.

    In diesem Sinne ‘ne schöne Zeit,
    p.

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  6. Ja. Es war vor diesem Thema der Woche zu dem Thema schon alles gesagt.

    Bemerkenswert finde ich jedoch, wie es DIE Bremer Brauerei geschafft hat, die Flasche Bier als Trendgetränk zu vermarkten und IHRE Marke als Standard zu definieren. Mittlerweile ist ja das “Lemon” oder “Gold” (oder auch ehemalige Prollmarken) eher ein Accesssoire aufm Weg in den Club, was nicht mehr heimlich hinter der Hand versteckt wird.. Im Übrigen der Altherrenkräuter mit dem Hirsch genauso.. Dabei ist die Zuckerplörre das übelste was es gibt- Versucht mal herauszufinden was da drin ist! Is natürlich BETRIEBSGEHEIMNIS! Wo wir wieder bei der Zusammensetzung der Pillen sind die´s heute aufm Markt gibt..

    Anyway.

    Viel wichtiger ist doch die Frage ob´s hier ab morgen wieder einen Adventskalender gibt! ich wünsch mir eine TOP 24! Aus gegebenen Anlass P18! Ist vielleicht das letzte Mal hier! (SPK Videos oder sowas, immer ansprechend in der Adventszeit..)

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  7. Ich finde das Thema auch total GÄÄÄÄHHHN!

    Dazu wurde schon mehr als oft alles gesagt und wer hier mal in den alten Themen der Woche suchen würde, der würde auch ein paar nette Anekdoten aus den 90ern bezüglich des Themas erfahren.

    Google findet bei der Schnellsuche 8.9 M Einträge zum Thema Drogen. Bei XTC immerhin 7.1 M. Bei Koks 6.8 M und bei Gras sogar 22.2 M Einträge.

    Wie man es dann trotzdem zum “Thema der Woche” gevoted hat, bleibt mir ein Rätsel.

    Nun bin ich ja mal gespannt auf die vielen anspruchsvollen Texte derjenigen die für das Thema gestimmt haben und nicht in Erfahrungsberichten wie bei maximilian seinem Post enden.

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  8. Eben, die unsichtbare Mauer um die Berliner Techno-Szene herum fände ich als Thema auch interessanter als ständig das periphere Drogen-Thema.

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  9. Hallo,

    Alkoholjahre?! Tja, nette Anekdote… Wenn nan beachtet, dass die ersten Technoclubs mit wenig Alkohol ausgekommen sind und jetzt der Jägermeister in Strömen fliesst!

    Alkohol verträgt sich halt kaum mit einer anderen Droge – und das macht das Partyfeeling und die Kommunikation untereinander aus!

    Sicher, GHB, Koks sonstewas ist nicht die erste Wahl von jedem – dann sollte der Partykultur aber auch wieder beigebracht werden, ohne Alkohol zu feiern!

    So etwas vermisse ich – genauso wie die Ansage “wir feiern hier gemeinsam” ….

    Naja, wenns nur noch Kommerzclubs gibt….

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  10. Also den letzten Absatz kann ich Dir beantworten:
    Ich gehörte früher zu den von Dir angesprochenen Leuten.
    Grundsätzlich sehe ich eigentlich schon gerne auf die Zeit zurück, und wenn mich mal jemand drauf anspricht, hab ich auch kein Problem damit, darüber zu reden oder es zu zu geben.
    Warum sollte ich das verdrängen? Die 90er waren ne geile Zeit, Ich habe dadurch ne menge Erfahrungen gemacht (gute wie schlechte), es hat mir geholfen, die Musik noch besser zu verstehen, und dadurch ist eigentlich auch dieses “wir” Gefühl, was man damals noch hatte erst richtig entstanden.

    Heute sehe ich das freilich schon mit ein wenig Abstand, gerade wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was ich damals für Aktionen gemacht habe:
    (z.B. Im Januar bei -15 Grad mal eben mit der 50er über 100km nach Bingen ins Palazzo fahren, oder mit selbiger mal eben über 300 km nach Holland und wieder zurück…)
    Aber all das sind auch wiederum schöne Erinnerungen, die ich sonst wohl niemals hätte. Warum sollte ich das alles also verleugnen?

    Solange man Rechtzeitig den Absprung schafft, ist das, denke ich auch kein Problem.
    Viele meiner damaligen Feierkollegen haben ihn geschafft, und jetzt Familie einen guten Job und mehr.
    Andere haben es leider nicht geschafft, und liegen jetzt unter der Erde oder bekommen zumindest ihre regelmäßigen Mahlzeiten.

    So gesehen sehe ich keinen Grund, mich für damals zu schämen. Ich könnte sogar nicht ausschließen, das ich mir, wenn Leute, Atmosphäre und die Musik stimmen, vllt sogar nochmal eine klicke.
    Allerdings halte ich das für sehr unwahrscheinlich.
    Das letzte mal war es auf der NO 2008, das ich mir nochmal so ein ding reingepfiffen hab, und davor vllt 7-8 Jahre her.

    Und ich muß echt sagen: Es war Grauenhaft! Nicht von der Wirkung, aber von den Leuten her.
    Die ganze Szene hat sich enorm verändert;
    sei es im Umgangston miteinander, oder das mittlerweile Drogen genommen werden, von denen ich entweder noch nie gehört habe oder die damals in der Technoszene einfach absolutes “No go” waren, (z.B. Crack, Heroin).
    Auf jedenfall war es für mich sowas wie ein Kulturschock, als ich nach 7 Jahren wieder auf einem Rave war.

    Genau deswegen bin ich eigentlich sogar fast “Stolz” darauf, daß ich meine Erfahrung noch “in der guten, alten Zeit” machen durfte;
    Eine Zeit, in der es eben noch nicht ganz so viele Assis in der Szene gab wie heute :-)

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  11. Ach ja: Und @Kinder: Ich denke, das es das schlimmste ist, was Eltern machen können, wenn sie ihre Drogenerfahrungen vor den Kindern verschweigen würden. Im Gegenteil:
    Früher oder später kommt jedes Kind in irgendeiner Form mit dem Mist in Kontakt, und da ist es vllt ganz gut, wenn sie einen Ansprechpartner haben, der sich ein wenig damit auskennt und eigene Erfahrungen hatte.

    Daher werde ich mit meinen Kindern darüber sprechen, wenn die Zeit kommt. Allerding verde ich wohl mehr die negativen Erfahrungen ausführen, als die positiven ;-)
    Verbieten kann ich es ihnen sowieso nicht, weil das nix bringt. Ich werde sie halt nur bitten, es nicht zu tun.

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  12. bin in westberlin der 1980er groß geworden. seit 1991 (da war ick 17) wurde ich von meinem älteren bruder mit elektronischer mukke beschallt. tanith, dich hab ich irgendwann 1992 oder 1993 auf der fischerinsel gehört (war das das exit?!?) und war fett begeistert.
    ein kumpel meines bruders ist regelmäßig nach holland gefahren und hatte feinste sorten im gepäck. kiffen zu den xmix videos hat einfach mehr als gepasst. meine erste love parade war 1993.

    bei mir gab es in den frühen 1990er überwiegend psychedelische chemikalien, meist wenig speed, bissel bier und extrem viel gras.

    1992 erste mal xtc im bunker: witzig. happy-gabba und diese happy-breakbeats aus u.k. fand ich anfangs echt witzig.

    1992 auch das erste mal acid eingeworfen (grau weiße), gemischt mit pilzen. nüscht richtig gemerkt. im linientreu allerdings auch nicht mit anderen konnekten können. um 05.00h nach hause gefahren und die welt nicht richtig verstanden. 1993 nochmal acid probiert (miraculix) – einschlag vom feinsten. witzigste halluzinationen, weinen und lachen gleichzeitig. unfassbar genialer zustand. aber wahnsinnig kräftzehrender landeprozess.

    xtc hab ich erst 1995 richtig für mich entdeckt, war mir vorher immer ein wenig suspekt, weil es hieß, dass die synapsen davon beim ausschütten von serotonin zu hart zerschossen werden. hab mich dann mit xtc in kombi mit l-tryptophan anfreunden können. pilze, xtc und acid in kombi ist aus meiner sicht bis heute der breiteste rausch mit weitesten effekten. sex ist in diesem zustand ungefähr das unfassbarste, was ich jemals machen durfte.

    1995 – 2000 “zuweilen” etwas mehr als nötig genommen. schwierige herunterkommprozesse am sonntagabend mit viel gras und bier bearbeitet. bis montag feiern fand bei mir nur zweimal statt. zuweilen hab ich mich sonntags extrem fremd auf openairs gefühlt, weil die anderen doch schon finster zerstört aussahen und ich mir nicht so recht eingestehen wollte, auch so auszusehen ;-)

    1999 kurze erfahrungen mit ketamin: nicht empfehlenswert. ähnkich enthoben wie bei acid, nur leider ohne die emotionen und völlig bewusstlos. nicht meine droge. dreimal probiert zu verstehen, was andere daran finden und dann komplett wieder sein gelassen.

    ab 2000 drug-(ab)use auf ein minimum reduziert. acid 2000 zum letzten mal angefasst. dich und oder oder edi2000 in der pfefferbank genossen. und auch mal ne halbe mitsubishi dazu eingeworfen.

    zwischen 1998 und 2003 selten aber immer mal wieder ne nase koka: hat mich aber nie angezeckt. chicks standen immer auf koka, offenbar werden die davon einfach geil. mir waren diese monolog-labernummern von selbstüberhöhenden oberego-weißnasen echt immer zu nervig.

    bei xtc fand ich, dass den leuten das lächeln ins gesicht kommt, bei koks oder speed bildete ich mir immer ein, dass die leute dann so verspannt und fertig aussehen. aber ehrlich gesagt: schon am nächsten morgen sehen alle fertig aus.

    seit 2003: ca. 4 joints pro jahr, alle zwei jahre mal ne halbe bis ne ganze xtc. kein speed oder koka (echt obereklig). und ansonsten: kaum zigaretten, 2xsport pro woche, normales arbeiten à la 0815, ein kind. nach langer zeit im prenzlberg, wieder nach x-berg zurückgekehrt…

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  13. Ich bin wegen Techno in den 90ern nach Berlin gezogen, auch weil ich instinktiv wusste, dass die Stadt mir Türen öffnen würde, die ich in meiner Heimat nicht einmal finden würde. Und ich denke sehr gern an diese Zeit zurück. Die Feierkultur von damals ist mit dem, was jetzt in den Clubs abläuft, kaum vergleichbar. Das war sicher zum grossen Teil der Wiedervereinigung geschuldet. Ecstasy war jedenfalls ein massgeblicher Faktor und das Werkzeug, mit dem die Wiedervereinigung auch wirklich, also aus dem Herzen heraus stattfand. Um die Jahrtausendwende herum begann sich die Stimmung in den Clubs zu verändern. Techno wurde kommerzieller und spätestens mit dem Umzug der Regierung wehte in Berlin ein unfreierer Wind. Der Mischkonsum nahm zu. Mit dem Berghain bekam Techno ein Prestige, das es nie haben wollte, wurde zum Hipster-Magneten. Das RAW-Gelände lockt Partytouristen, die von Feierkultur keine Ahnung haben.
    Dass zur Zeit Ketamin, Koks und GHB die Drogen der Wahl zu sein scheinen, ist ein Zeichen der Zeit. Die zur narkotischen Lethargie hypnotisierte Masse, leicht zu lenken.
    Aber manchmal gibt es sie noch, die goldenen Raver, die versteckt nahe den Boxen tanzen, und das immernoch den Dreh raushaben, wie sie mit minimalem Risiko und maximalem Hochgefühl, die Musik und ihren Körper benutzen, um zu „fliegen“.
    Summa Scientia Nihil Est

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