Thema der Woche 159: Der Richie Hawtin Shitstorm


Es war am 19.10, als Richie Hawtin folgendes Bild auf seiner Facebookseite mit dem launigen Spruch “Is this “DJ” pulling records behind him? Is this Berlin 2011 or NYC/Detroit/Chicago 1988? How far wa’ve come and how little we’ve progressed!”
Als ich den Eintrag sah dachte ich noch “Eieiei, wenn das mal nicht nach hinten losgeht!” Da waren’s auch schon 150 Kommentare, der Großteil davon holte Fackeln und Mistgabeln gegen Hawtin raus, als ich kurz darauf nochmal hinklickte war der Lynchmob bereits auf über 350 Einträge angeschwollen und das Posting tauchte in meist entrüstetem Unterton zig mal in meiner Timeline auf. Wenig später war das Posting von Facebook entfernt worden, obwohl Mr. Hawtin mittendrin schon per Relativierung und Entschuldigung versuchte zurück zu rudern:

As I walked down the street in Berlin last night a DJ stepped in front of me pulling his records and it sparked off nostalgic thoughts of the past, present & future.??I never imagined the outpouring of emotions and comments from my post. My apologies to the DJ and anyone who took my comments personally – it categorically wasn’t my intention to suggest vinyl DJs are in any ways ‘lesser’ than digital.??It’s not a dislike for vinyl that drove my comment, only a love of technological innovation & development. Twenty years ago when I first started DJing I found turntables & vinyl extremely exciting and inspiring (as much as any of you now starting for the first time or those who continue this tradition). Respect to everyone who finds happiness and inspiration in doing anything creative or musical. But for me – personally – I enjoy the challenges that I find in new technologies: technologies that continue to challenge my skills & inspire my creativity.??Everyone has their own ideas in their head & each of us have the freedom to use whatever instrument they feel most comfortable with. For me, as everyone already knows, the turntable has been replaced by the computer & other gadgets that I use today. But as I said, that’s just my opinion… ?After all, isn’t that why we call it Techno?

Aber so einen Shitstorm in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf und bald kursierte dieses Bild, das die immerwährende Gültigkeit von Godwin’s Law auf’s Beste dokumentiert:

Ich komme jetzt in die hochnotpeinliche Situation Hawtin verteidigen zu müssen, ich hätte zwar so etwas nie geschrieben, weil ich so nicht denke, aber ich fand seinen kurzen Gedanken zu dem Bild um einiges harmloser als das, was von der anderen Seite sonst gegen Digitale geschossen wird (Emailleser. Youporngucker, Syncbuttondrücker etc.pp). Auch ich hatte das Ganze weniger auf ein Vinyl vs. mp3 runtergebrochen gesehen, lediglich das DJ in Anführungszeichen fand ich etwas over the top, aber auch dann, wieso darf man nicht anderer Meinung sein und wieso wird darauf so humorlos reagiert? Martenstein hat genau zu dem Thema gerade etwas im Tagesspiegel kolumniert, was ich ganz passend finde Widerspruch ist normal – aber warum werden manche Leute so wütend?
Liegt es an Hawtin’s Postion, das er so etwas nicht denken, geschweige denn schreiben darf? Wieso gestatten ihm dann die empörten Wut DJs überhaupt diese Position? Occupy Minus Büro! Ist es weil er seine Vinylkäufer damit verprellt? Aber er sagte ja schon früher, das für ihn Vinyl a pain in the ass sei. Von daher verstehe ich die Aufregung nach wie vor nicht. Er hat sich sicher keinen Gefallen damit getan, aber solange sowas die Sau der Woche ist, die durch’s Technodorf getrieben wird, kann man eigentlich ganz beruhigt um den Status quo sein.

Kommentare (96) Schreibe einen Kommentar

  1. Das Ding ist doch, das Hawtin definitiv beides kann. Das Mixen von Vinyls und besser noch, sich den heute technischen Inovationen hingeben. So gut, wie kaum ein anderer.

    Deshalb kann er sich derlei, vielleicht sogar kalkulierte, Statements auch leisten. Ich fand es gut – sogar die Kommentare. Denn über die habe ich herzhaft lachen können. Vinyl-Nazis.

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  2. war doch sowieso eher ironisch gemeint oder?

    aber die vinylgemeinde dreht ja bei sowas immer gleich ab…

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  3. Ich liebe Vinyl, ich habe auch einige Platten von Plastikman. Hawtin war schon immer ein Freund des digitalen, warum würde er sonst bei final scratch und Native Instruments mitmischen? In einer frühen Ausgabe der Raveline stand, sein Vater sei ein “Roboter-Programmierer”. Das muß lange her sein, seitdem hat sich viel getan. Ich liebe viele meiner alten Scheiben, aus manchen anderen gestalte ich unter hitzeeinwirkung Obstschalen. Vinyl ist, was man draus macht!

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  4. Klar darf er seine Meinung haben. Wir sind aber nimmer in 93 und jeder kann seine Meinung gleich drunter schreiben. Hab ich auch gemacht, vielleicht moderater, aber ich fands auch komisch, und ich bin eher pro vinyl.

    Er wird halt getrollt. ;)

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  5. Seine Position ist ja hinlänglich bekannt und auch für mich als Vinyl-Liebhaber irgendwie verständlich. Aber die launischen Anführungszeichen bei “DJ” gingen klar nach hinten los. Zu recht. Übrigens waren es vor der Löschung mehr als 1.000 Kommentare :)

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  6. Warum Hawtin überhaupt ernst nehmen. Der Mann hat doch seit 15 Jahren nichts mehr wirklich Interessantes gemacht.

    Wo ist denn bei ihm die Weiterentwicklung. Er lebt von seiner Vergangenheit wie soviele Andere im “Techno-Business” auch.

    Jeder soll doch mit dem Medium auflegen, das für ihn selbst passt.
    Warum dann immer die Angriffe von Seiten der digitalen Fanboys auf Leute, die nicht jede neue Entwicklung kritiklos übernehmen. Selber immer Toleranz einfordern, aber sich dann selber nicht dran halten.

    Abgesehen davon: who cares about hawtin anymore…?

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  7. im grunde hat er doch recht. wie weit ist denn die vinyl fraktion? beherrscht doch nach so langer zeit im gros gerade mal die basics des mediums. und der mangel wird verbal um einiges aggessiver gegen die digitalfraktion in stellung gebracht als zwar typisch arrogante aber doch eigentlich harmlose post vom hawtin.

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  8. Zitat Hawtin: “….After all, isn’t that why we call it Techno? ”

    Und genau deshalb haben die Techno-DJs zu Zeiten der digitalen CD anno 1988 mit dem alten Vinyl aufgelegt und die ganzen Produzenten wieder die alten analogen Synths aus dem Keller geholt, die Ende der 80er Jahre keiner mehr haben wollte…

    Manchmal sollten Leute erst denken und dann schreiben…

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  9. weil man ja auch 1988 auf dieselbe weise mit cds auflegen konnte wie mit vinyls. hätte die cd dieselben kreativen und technischen möglichkeiten geboten damals, dann wäre vinyl gar nicht erst so wichtig geworden.

    aber hier sehen wir schon wieder schön, warum es zu solchen auseinandersetzungen kommt. nicht nur gibt es auf jeder seite fundamentalisten und dogmatiker, die für sich die einzige gültige wahrheit gepachtet zu haben glauben, es ist in solchen debatten außerdem praktisch unmöglich eine aussage zu treffen, die nicht die andere seite in irgendeiner weise diskreditiert. sobald jemand sagt, “ich mag vinyl weil …” oder “ich mag digital, weil …” muss er automatisch die vorzüge seines systems der wahl gegenüber dem anderen benennen. das wiederum veranlasst die jeweiligen gegner dazu, darauf zu antworten und gegenargumente vorzubringen, was wiederum dazu führt, dass darauf eine antwort kommt usw.

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  10. Hehe, ich hab das garnicht mitbekommen. Erst als Tanith drüber auf Facebook was geschrieben hat.

    Achja und ich liebe Vinyl. Ansonsten ists mir eigenltich egal! Solln die doch aufn Syncbutton drücken wie se wolln. ;)

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  11. @spacecake

    die Wahl von Vinyl wurde damals, wie auch heute noch, mit dem besseren Klang begründet. Mit der Technik hatte dies nur sekundär zu tun. Pitchbare CD-Player z.B. von Pioneer gab es schon Anfang der 90er…

    Mir persönlich ist das Medum egal. Nur das Geschwätz von der digitalen Traumwelt nervt gewaltig. Der Sound und die DJs sind heute so langweilig und festgefahren, wie noch nie zuvor.

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  12. Ist schon seltsam wie sich das entwickelt hat mit dem shitstorm, habe es auch verfolgt, zumal 99% der “DJs ” :) keine Chance gegen Hawtin in einem Battle hätten. Weder digital, und schon 2 Mal nicht mit Vinyl. Wer Hawtin mit Vinyl auflegen sah weiss wovon ich spreche.
    Aber das ist wohl auch der Punkt an dem sich die Geister scheiden.
    Hawtin war halt mit Vinyl ein aussergewöhlicher DJ, und gehörte was Mixkunst anbelangt damals in eine ganz andere Liga.
    Viel davon übrig geblieben ist aufgrund digitaler Effekt-Hascherei leider nicht. Und da versteh ich die Puristen schon, in Vinyl steckt halt nunmal mixtechnisch wesentlich mehr Potential, wenn man s denn kann, naja – und er konnte es eben und macht es nicht mehr, that s the story :)

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  13. Der erste pitchbare DJ CD Player von Pioneer war von 1994 der CDJ-500 und der war mit Verlaub ein Witz. Das ist so mit das größte Pseudoargument seit langem, daß Vinyl wegen dem Klang gewählt wurde.

    Weil Techno in den Hifi Studios zuerst gespielt wurde.

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  14. @skp

    Klang der CD galt Ende der 80er Jahre als kalt und der Klang der Vinyl als warm und angenehm. Frag doch mal den Tanith. Der wird Dir bestätigen, dass es damals die gleiche Diskussion gab zwischen Vinyl und CD wie heute mit MP3…

    Und auch wenn der CDJ-500 damals vielleicht ein Witz war es gab trotzdem DJs die dies damals schon ganz toll fanden. Ich kanns nicht beurteilen ich habe immer schon die 1210 bevozugt und bevorzuge
    die Eigenschaften von Vinyl. Aber das ist Geschmacksache. Qualitativ besser wurde mit den digitalen Medien nämlich gar nix…

    Aber abgesehen fehlt mir immer noch die Erklärung, warum die ach so zukunftsgewandten Techno-Produzenten mit altem analogen Equipment produziert haben. Auch der Hawtin hat mal so angefangen. Und wenn er jetzt Bock hat mit Software zu produzieren, dann soll er das machen. Ich fand seinen Sound ab mitte der 90er eh belanglos. Der Name “Minus” trifft es ganz gut ;-)

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  15. ja, aber das war 1994! da war der keks doch schon gegessen. und seit dem gibt es auch schon die argumentation von vinyl djs was bei vinylauflegerei alles beser wäre. ich weiß was qbert macht und ich wei was fast alle vinyl djs nicht machen. wenn der sagen würde er könnte aus bestimmten gründen nur vinyl fände ich das glaubhaft, so ist das nur distinktion gegenüber der digitalen konkurrenz. da hat man als clubbesucher aber auch nichts davon.

    die diskussion ob es damals analoge instrumente gab ist jetzt auch nicht mehr stimmig: damals gab es noch die große wahrscheinlichkeit von der quelle bis zum tonträger analog zu produzieren, den klangunerschied von analogen instrumenten also wirklich auszuschöpfen. heute ist eine vollständige analoge kette im gros nicht mehr vorhanden, weshalb das argument extrem an gewicht verliert.

    außerdem war analoginstrument auch nur eine mode, das hat auch wieder nachgelassen. mit sicherheit war as am anfang auch so, daß die alten analogen dinger auf dem gebrauchtmarkt relativ günstig zu haben waren.

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  16. @skp

    ich mag die Diskussion analog vs. digital bzw. Vinyl vs. MP3 vs. CD nicht nochmals aufmachen, aber analoge Medien haben Eigenschaften, die digital nicht machbar sind bzw. digitalen Medien klanglich überlegen sind. Die heutige Rechnergeneration kann nur gute Näherungen von analogen Zuständen generieren. Analog entspricht halt nun mal unendlich vielen möglichen Zuständen. Digital kann das nicht, dafür aber andere Dinge (total recall usw.)

    Entscheidend ist der Einsatzzweck. Du wirst keinen Top-Produzenten oder Mastering-Engineer finden, der nicht auf analoges Equipment setzt. Eine analoge Kette nach der Aufnahme in der DAW ist heute state of the art. Da ist wenig mit digital. In the box alleine wirst Du da nicht finden. Auf der anderen Seite nüzten wenige noch ihre Bandmaschinen. Da passiert heute alles voll digital.

    Und ja die analogen Instrumente damals waren billig. Ohne dies Instrumente hätte es aber Techno, House oder Electro nicht gegeben…

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  17. ooaaar..gäääääähn

    hat doch echt das langweiligste thema gewonnen..tss tss

    sich über so einen schwachsinn auszulassen ist doch absolut unnötig.
    immer das gleiche gefasel vinyl vs digi …kann doch keiner mehr hören

    an Tanith seiner stelle hätte ich das Thema schlicht verweigert..echt ma ey :)

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  18. also meistens sind sets von djs die mit vinyl auflegen um einiges interessanter als die sets der djs mit dem apfel-logo vorm gesicht. Das was angeblich(Tanith redet doch auch davon?!) zu mehr Vielfalt führt, führt in meinen Augen einfach zu Langeweile. Wo früher der DJ eine neue Platte aussuchen, cuen und schließlich mixen musste-drückt er heute ein paar Knöpfe und loopt und loopt und loopt-Das hört sich dann oft tatsächlich nach einer Platte an die drei Stunden läuft. Und die achso tollen Effekte und Möglichkeiten werden von den meisten doch eh nicht genutzt. Mal abgesehen vom tatsächlichen Effekt, mehr Musik mitnehmen zu können(wegen des Gewichts der Platten) – Wenn man sich Videos von Richie Hawtin auf Youtube ansieht, auf denen zu sehen ist was er denn da mit seiner Hochtechnologie vollführt, dann könnte man auch drei Platten mitnehmen, die immer hin und her mixen und mit der Effekt Bank eines DJM 500 rumschrauben-Ich bin mir sicher, keiner hört den Unterschied. Also lieber ein paar Kilo tragen und dann dafür tatsächlich kreativ arbeiten und nicht dieses 0815 Knöpfe drücken….my2cents

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  19. @resistance88 und djölaf: Nichts gegen Eure Argumente, aber: Warum darf der Fortschritt nicht auch am DJ-Pult Einzug halten? Kreativiät hat in meinen Augen nichts mit Vynil oder Digital, sondern mit einem selbst, zu tun und durch die ganzen Effekte, Knöppe etc. hat man doch vielmehr Möglichkeiten sich auszutoben als nur mit ´nem “ollen” (nicht falsch verstehen) 1210er den Cue-Point zu halten!?

    Was der jeweilige DJ daraus macht liegt doch an ihm.

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  20. djölaf, könnte deine voreingenommene haltung evtl. damit zu tun haben, dass du schlicht die falschen sets / djs hörst? als gegenbeispiele zu der von dir beschriebenen langeweile wären etwa surgeon oder der hausherr dieses blogs zu nennen.

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  21. Analog vs. Digital is a Pain in Ass. Richi Hawtin hat ne Meinung, gut so. Muss nicht meine sein, aber….

    lustig daran ist eher, mit welchen teils schwachsinnigen Argumenten die Einen Ihr Ding gegen die Anderen verteidigen und umgekehrt.

    Speziell wenns um den Klang geht…einfach nur blubb.

    Die Musikauswahl hängt auch nicht vom Medium ab, sondern dass ist was ich “Talent” nennen würde. Die einen haben es, die anderen eben nicht, egal ob mit mp3, Vinyl oder Bandmaschine.

    Als ich bin froh so manches “flying Disc” set vom Wizard gehört bzw. gesehen zu haben sowie loop, sampling ich mach den Übergang wanns mir passt Nächte von Holden z.B..

    Und Hawtin ist ein großer Meister an TTs, hat der bestimmt nicht verlernt.

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  22. wie auch hier wieder zu sehen. statt sich über die musik und deren fortschritt zu kümmern, wird über die be- oder nichtgenutzte technik und deren fortschritt schwadroniert.
    dabei bleibt eine langweilige unpersönliche trackauswahl eine langweilige unpersönliche trackauswahl und umgekehrt. und da krankt es leider bei zu vielen.

    was ich an der hawtin aktion dämlich fand, auch wenn wohl besoffen geschrieben: die arroganz, die da mitschwang.

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  23. Kommt ja auch drauf an wer sowas schreibt. Hätte das ein eher unbekannter geschrieben, hätts doch kaum jemanden gejuckt, aber weils ein Hawtin war, musste dort jeder seinen Senf zur Bockwurst geben, weil viele drauf klicken, man möchte doch bitte gelesen werden. An und für sich hat er eben seine Meinung kundgetan, und Hawtie ist dafür verantwortlich was er schreibt, aber nicht was andere darunter verstehen.

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  24. Die Vinyl-Fraktion kann es auch einfach nicht lassen, das digitale Zeitalter kaputt zu schreien. Man kann sich doch auch einfach mal die Hand reichen, das ist doch schließlich keine entweder-oder-Angelegenheit. Gibt ja beides noch.

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  25. @two-face

    Wer schreit hier was kaputt. Soweit ich es richtig sehe hat sich der Hawtin doch lustig gemacht über DJs, die noch mit Vinyl auflegen.

    Die Kritik und Besserwisserei kommt doch immer von den Leuten, die
    unbedingt immer dem neuesten Trend folgen und den Rest immer als
    “stehen geblieben” bezeichnen.

    Tut mir leid, auch Tanith selbst hat dies in der Vergangenheit schon öfter gemacht. Ist auch ok, da es seine Meinung ist. Aber zur Meinungsfreiheit und Toleranz gehört es halt auch andere Meinungen zu akzeptieren. Und genau das hat der Hawtin nicht gemacht mit seiner öffentlichen Äußerung. Also muss er mit dem Echo auch leben…

    Zudem: wer ist überhaupt Richie Hawtin…?

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  26. ermüdende Diskussion … wen interessiert das Medium? Mich interessiert nur das Ergebnis bzw. Set, Hörerlebnis. Und das kann meinetwegen auch mit ‘ner Ratsche & ‘nem Kamm erzeugt werden.
    man darf allerdings fragen, welcher Teufel Hawtin da geritten hat, solch dummes & abgehobenes Zeug von sich zu geben. Ist ja nicht so, als ob er in den letzten Jahren musikalisch was nach vorne gebracht hätte. Sein ganzes Konzept-Getue wie das unsägliche Cube-Geschichte soll doch einfach nur die Substanzlosigkeit und Leere verbergen, die diesem ganzen Zirkus eigen ist. Erinnert mich irgendwie an die 70er, als viele Bands vorrangig ihren Rausch am eigenen Ego und am Koks mit musikalischer Innovation verwechselten und das Publikum mit Bombast, viel Licht und artyfarty langweilten. Genau da ist Hawtin gelandet …..

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  27. geht doch gar nicht um vinyl vs. digital oder das können am medium der wahl, es geht um den ton, der die musik macht. und da war klar zu erkennen, dass hawtin seine bodenhaftung vor einiger zeit verloren hat. abgehobene arroganz, so einen text zu posten. unangenehmer charakter.

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  28. Ihr sagt es, es soltle nicht die Frage sein “technik a vs technik b” sondern “gute musik vs. schlechte musik”. ich war vor kurzem mal im Westen der republik ein paar Platten drehen und habe auch ein paar Diskussionen mitbekommen, die mir persönlich relativ neu waren. Da ging es rein um DJing und Technik. Es fielen 3 Stunden lang überhaupt keine Aspekte zum Thema Tracks … a la “boah kennst du die Nummer – fett oder?”, es ging rein um Konsolen und jegliche Arten von Playern undundundund, vielleicht ganz am Rande noch um Software A oder Software B.

    ich will jetzt auch nicht das altbekannte “früher war alles besser” von mir geben, aber was definitiv anders war – vermutlich sehe das auch nur ich so – es gab die medium diskussion nicht, weil die Leute quasi keine Wahl hatten. klar wurde schon immer über PA und Mischpulte und weiß der Geier geredet. Aber anstatt sich über software und konsole und 238 verschiedene player zu unterhalten, ging es einfach um die Mucke. Geile Trax, Hits, Filler und Killer und Labels undundund. In meinem Umfeld ist das immer noch halbwegs so, es geht schlichtweg um gute MUCKE, egal wer sie wie abspielt. Und dorthin sollte doch der Weg doch eher wieder gehen. Es läuft halt nunmal immer noch “Musik” (ich nenn das jetzt einfach mal so ;) durch die Geräte. Ich bilde mir ein, bei vielen (meist eher kommerziell-orientierten) DJs hat diese Medium/Technik Diskussion einen Großteil der Musikauswahl überholt. Es gilt nicht mehr die Jagd nach dem Hit von morgen, den Trax die sonst keiner spielt, die einen “outstanding” machen und irgendwie anders… es geht darum, die geilste neueste (?) oder vermeintlich beste Technik am Start zu haben. Leute, nicht vergessen.. ganz am Ende steht der Raver auf dem Floor und will raven. Und sind wir mal ehrlich – ravt es sich geiler mit Technik A oder Technik B? Eben, es ravt sich am besten mit den tightesten Tracks….

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  29. interessant is doch nur warum er dj in tüdeln gesetzt hat… is er doch eher der lapjay ;-)

    zu ihm selber keine ahnung…langweilig… ich hörte nur vom drumherum seines letzten hamburg gigs…hohe summen ne limo..ein rockstar…

    zum thema vinyl cd mp3 und “das ergebnis zählt”

    das ergebnis wird nunmal vom medium gemacht…die 4 spuren traktor loopen und durch effekte ziehn geschichte wird natürlich immer anders klingen als 2-3-4 platten ineinander mixen oder eben cds… und umgedreht auch…was man dann lieber mag is dann wohl jeder manns/fraus eigene geschmacksfrage :-)

    vom “handwerksfaktor” kann man nur nen glass wasser innen laptop kippen… da werden die 250 verschiedenen controller auch keine besserung bringen… andere farben andere formen…das ergebniss bleibt das selbe… eben kein “richtiges” handwerk…. so issas halt auch aufm bau mit alten handwerkern und neuen :-P

    nur das hier die alten hasen neu umsatteln… sicherlich die praktischen vorteile das zb tanith ma eben mit n fahrad zum gig fahren kann… mit plattenkoffer sicherlich riskant…

    und ein hawtin muss halt auch die ganze kohle innem großen koffer mitnachhause schleppen…da würd ich auch nur mit nem laptop antanzen :-P

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  30. herr hawtin wollte sich eben ins gespräch bringen. keine ahnung was für musik der macht. interessiert mich gar nicht.

    bin pro vinyl und das wird sich auch nicht ändern.

    aber auch ich muss eingestehen, schon ganz große cj-, lapjay- und traktorsets gehört zu haben. es ist sogar passiert, dass es mir völlig egal war, oder dachte, da läuft vinyl, war aber nicht sol.. überzeugt war, es darf nicht belanglos sein, was gespielt wird. das wird es leider zu oft bei nahezu unbegrenzter file-verfügbarkeit.

    das thema ist das beste seit langem, finde ich.

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  31. ich stimme voll zu : das wichtigste ist die musik die läuft.
    dabei ist es auch völlig egal ob sich der dj hinter seinem apfel versteckt oder vinyls, cassetten oder tonbänder auflegt. nur hier schwingt ja immer mit, dass der dj von heute, also der ganz ganz vorne dabei ist, unbedingt digital auflegen muss. man darf sich ja nicht den neuesten technologien verweigern und die möglichkeiten sind doch so ungleich höher…..mag sein, dass ich die falschen dj-sets höre, aber es ging ja um r.hawtin. und wenn ich den höre, bzw, wie gesagt videos von dem kreativen output als dj sehe, dann muss ich ehrlich gesagt schmunzeln. mag auch sein, dass tanith die möglichkeiten der digitalen vielfalt voll ausnutzt, aber das nun als evolution des djing zu verkaufen ist meiner meinung nach einfach verblendet. ich war im sommer irgendwann irgendwo bei dj harvey( man darf musikalisch von dem halten was man will-auch nicht unbedingt meins), aber der legt fast ausschließlich vinyl auf-und das hört man. der hat halt nicht 5000000 tracks auf der festplatte, sondern 200-300 Maxis am start. die reduktion auf das, was man dabei hat ist ja auch kreativ-die meisten sind eben komplett überfordert mit der bandbreite. e.g. sie wird nicht genutzt-was bringen mir 5000000tracks wenn das resultat sich wie ein einziger anhört?

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  32. m.E. geht diese ganze Mediumdiskussion am Thema vorbei, es kommt darauf an seinen Stil zu finden und da sind die Möglichkeiten heute nunmal vielfältiger als zu Zeiten des Setups von 2x 1210 + Mixer Ich habe gegen kein Medium was, für mich ist Digital besser, aber was andere nutzen ist mir völlig egal. Ob nun einer die Beatport Charts oder die Decks.de oder Deejay.de Charts runterspielt, auch egal, weil nicht ernstzunehmen. Ob ich mich mit Kollegen über Controller oder Tracks unterhalte, auch egal, wobei ich eher zur Technik tendiere, weil zu Musik tanzt man besser und über Tracks spricht man am ehesten wenn sie laufen.
    Es kommt auch in beiden Fällen nicht darauf an die Technik auszureizen, ein Scratchwütiger oder Übergangsmixingposer nervt mich genauso wie ein Effektjongleur. Was einer aus der Technik rausholt sollte dem Stil den er entwickelt überlassen bleiben. Könnenposing ist genauso überflüssig wie Technikposing. Ich will von einem Mix mitgerissen werden und wie das einer anstellt, da lasse ich mich am liebsten überraschen, anstatt mit fertigen Erwartungen heran zu gehen. Ich will gar nicht das Digitalsets wie Vinyl klingen, oder Vinyl irgendwas wett macht was Digital kann, Die Musik und die Mischung macht’s und Hauptsache das Set erzählt mir irgendwas und hat einen wie auch immer gearteten Spannungsbogen, weil am Ende zählt eben doch der Mensch hinter der Technik und was er damit anstellt.

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  33. Eine Sache ist mir jedoch nicht klar:

    Warum bleibt der DJ nicht gleich zu Hause und mixt via Web.

    Würde ein Haufen Kosten sparen…

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  34. @resistance88: für das cutten auf vinyl muss das originalstück schlichtweg kaputt gemacht werden, weil das medium nicht alles abbilden kann. ende der diskussion, weil das schlichtweg eine geschmacksfrage ist und keine von irgendwelchen besseren daten.

    wenn man mit digital das selbe wie mit vinyl machen kann, dann spricht doch nichts dagegen, das jemand digital spielt. dafür muss man nicht ein ominösen mehrwert generieren. das bisschen beatmatching ist schon immer langweiliges handwerk gewesen und wer nur das kann, der kann nicht viel. die diskussion ist langweilig und nur weil die vinylfraktion nicht müde wird immer das selbe zu erzählen, um ihre konservative haltung zu legitimieren wird das nicht richtiger. lasst doch einfach jeden machen wie er will!

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  35. Richie hst für mich heute künstlerisch keine bedeutung mehr und auch sein label minus nicht, er hatte seine grosse innovative zeit anfang der 90er mit jon aqa. und die ersten platten als plastikman…die musik LP ist für mich heute ein klassiker. als dj war er immer top , ob analog oder digital…übrigens klingt vinyl nur wegen dem anderen mastering anderst…technisch gesehen ist es veraltet und jede gute digital aufnahme ist viny weit überlegen. es gab da mal einen schöne test, wo man high endern 2 reine digitalaufnahmen vorgespielt hat und denen gesagt hat , dass eine von vinyl kommt..prombt haben die angeblich unterschiede gehört…obwohl es die indentische aufnahme war…

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  36. @skp und sonicdestroyer

    auch wenn die Diskussion langweilig wird.

    Hier einmal was zum Nachlesen zum Thema Digital vs. Analog.
    Der Autor ist der Nr. 1 Mischpultbauer in Deutschland und stellt Konsolen auf Niveau von SSL und Neve her. Zudem ist er auch
    noch Toningenieur.

    Das die digitale Technik sich durchgesetzt hat liegt einfach daran,
    dass sie billiger ist und die Musikindustrie nicht mehr den finanziellen Background hat wie noch in den 80er und 90er Jahren.

    Rein vom Klang wird die analoge Technik der digitalen Technik immer überlegen sein, solange die Rechner auf Siliziumbasis gebaut sind.
    Ist ein einfaches Rechenspiel, das die Zunahme der Leistung sich exponentiell zur Zunahme der Qualität verhält.

    Und hier ist das white paper. Erst mal lesen. Dann können wir auch gerne weiterdiskutieren:

    http://www.adt-audio.de/ProAudio_WhitePapers/GrenzenDerDigitaltechnik_1.html

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  37. @resistance88: es ist doch völlig wurst was analoge GERÄTE machen, wenn es um ein analoges MEDIUM geht, was nicht mal das analoge klangspektrum abbilden kann. was auf vinyl ist, das ist schon kaputt gemacht worden, weil es 1:1 wie es aus den supertollen analog gräten kommt überhaupt nicht abbildbar ist. ergo ist die diskussion um vinyl vs. irgendein anderes medium als tonträger eine geschmäcklerische und deine gegenstandswechsel zu irgendwelchen gerätschaften, ein rethorischer taschenspielertrick wie ihn jeder vertreter kennt, langweilig und auch ziemlich irrelevant. egal, mach doch was du willst aber hör auf einem auf den keks zu gehen.

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  38. @skp

    es geht nicht um die Geräte, sondern um die Eigenschaft. Und digital zerlegt den Klang hier nun mal in 1 und 0. Und dabei geht mehr Information flöten, als dies bei Vinyl der Fall ist. Die CD bspw. hat nur 16 bit bei 44,1 KHz und wurde gerade so ausgelegt, dass für das menschliche Ohr der Informationsverlust nicht hörbar ist.

    Warum meinst Du, dass die DAWs mit 96 KHz oder noch mehr arbeiten.

    Aber he, ignoriere einfach weiter die Fakten und mach Dir Deine eigene kleine Welt. Früher glaubten sie auch die Erde war ne Scheibe…

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  39. @skp

    Zudem hast Du beim Pressen von Vinyl noch ne wunderbare Kompression, die für genau den wunderbaren druckvollen Klang sorgt, den viel so daran lieben. Ok, bei Dir ist das ja dann zerstören…

    Ich höre offen gesagt Musik genauso auf digitalen wie auch auf analogen Medien. Beides hat seine Vorteile und ist daher für sich eine Bereicherung. Aber wo ich die Vorteile von digitalen Medien anerkennen muss, da muss ich objektiv auch die Vorteile von Vinyl sehen.

    Fakt ist jedoch, dass die Top-Produktion aus dem finsteren Mittelalter Ende der 80er und Anfang der 90er auf dem veralteten Medium Vinyl so ziemlich alles in den Schatten stellen, was heute in the box produziert und auf Basis von MP3 veröffentlicht wird.

    Oder anderes formuliert seit 15 Jahre hat es in der elektronischen Musik trotz der schönen neuen digitalen und virtuellen Welt kaum Veränderungen gegeben. Ich kann heute noch genauso mit meinen Platten von Mitte der 90er auflegen und keiner würde es merken…

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  40. “Oder anderes formuliert seit 15 Jahre hat es in der elektronischen Musik trotz der schönen neuen digitalen und virtuellen Welt kaum Veränderungen gegeben. Ich kann heute noch genauso mit meinen Platten von Mitte der 90er auflegen und keiner würde es merken…”

    so wahr- das gehört vor jeden club in stein gemeißelt!

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  41. Des wird ja immer bizzarer.

    also wenn einer so engstirnig ist, dass er zwischen 90ern und jetzt keinen Unterschied hört, dann ist dem eh nicht zu helfen.

    Und die Leute die mit Ihren Ohren an einer PA Anlage dass Nyquist theorem widerlegen sind auch echt spannend.

    @resistance88

    erkläre doch mal bitte einem unbedarften wie mir, ohne Wikipedia link, warum ein Vinyl eine so tolle Kompression hat, die alle so lieben.

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  42. immer dieses herum gesabbel..ihr habt doch ohren…da brauch man keine formeln… den absoluten aha effekt hatte ich beim aktuellen underworld album barking… vinyl kann man nich nur anfassen …sogar den sound !!! :-))))…so glass klar und druckvoll… die mp3s dagegen nicht zubeachten…

    digital is einfach nur ne bequemlichkeit und ne kostengünstige alternative… loopen und 4 decks und mixen geht auch mit vinyl is nur etwas umständlicher und der koffer ziemlich groß… :-P

    die digitale track masse is schlimmer als die von vinyl inna hochzeit… aber macht ja nix…man hat ja genug platz aufa festplatte…und so lang es klackert kommt es auch an :-P danke ableton danke digital…einheitsbrei wohin man schaut… *gähn*

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