Thema der Woche 159: Der Richie Hawtin Shitstorm


Es war am 19.10, als Richie Hawtin folgendes Bild auf seiner Facebookseite mit dem launigen Spruch “Is this “DJ” pulling records behind him? Is this Berlin 2011 or NYC/Detroit/Chicago 1988? How far wa’ve come and how little we’ve progressed!”
Als ich den Eintrag sah dachte ich noch “Eieiei, wenn das mal nicht nach hinten losgeht!” Da waren’s auch schon 150 Kommentare, der Großteil davon holte Fackeln und Mistgabeln gegen Hawtin raus, als ich kurz darauf nochmal hinklickte war der Lynchmob bereits auf über 350 Einträge angeschwollen und das Posting tauchte in meist entrüstetem Unterton zig mal in meiner Timeline auf. Wenig später war das Posting von Facebook entfernt worden, obwohl Mr. Hawtin mittendrin schon per Relativierung und Entschuldigung versuchte zurück zu rudern:

As I walked down the street in Berlin last night a DJ stepped in front of me pulling his records and it sparked off nostalgic thoughts of the past, present & future.??I never imagined the outpouring of emotions and comments from my post. My apologies to the DJ and anyone who took my comments personally – it categorically wasn’t my intention to suggest vinyl DJs are in any ways ‘lesser’ than digital.??It’s not a dislike for vinyl that drove my comment, only a love of technological innovation & development. Twenty years ago when I first started DJing I found turntables & vinyl extremely exciting and inspiring (as much as any of you now starting for the first time or those who continue this tradition). Respect to everyone who finds happiness and inspiration in doing anything creative or musical. But for me – personally – I enjoy the challenges that I find in new technologies: technologies that continue to challenge my skills & inspire my creativity.??Everyone has their own ideas in their head & each of us have the freedom to use whatever instrument they feel most comfortable with. For me, as everyone already knows, the turntable has been replaced by the computer & other gadgets that I use today. But as I said, that’s just my opinion… ?After all, isn’t that why we call it Techno?

Aber so einen Shitstorm in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf und bald kursierte dieses Bild, das die immerwährende Gültigkeit von Godwin’s Law auf’s Beste dokumentiert:

Ich komme jetzt in die hochnotpeinliche Situation Hawtin verteidigen zu müssen, ich hätte zwar so etwas nie geschrieben, weil ich so nicht denke, aber ich fand seinen kurzen Gedanken zu dem Bild um einiges harmloser als das, was von der anderen Seite sonst gegen Digitale geschossen wird (Emailleser. Youporngucker, Syncbuttondrücker etc.pp). Auch ich hatte das Ganze weniger auf ein Vinyl vs. mp3 runtergebrochen gesehen, lediglich das DJ in Anführungszeichen fand ich etwas over the top, aber auch dann, wieso darf man nicht anderer Meinung sein und wieso wird darauf so humorlos reagiert? Martenstein hat genau zu dem Thema gerade etwas im Tagesspiegel kolumniert, was ich ganz passend finde Widerspruch ist normal – aber warum werden manche Leute so wütend?
Liegt es an Hawtin’s Postion, das er so etwas nicht denken, geschweige denn schreiben darf? Wieso gestatten ihm dann die empörten Wut DJs überhaupt diese Position? Occupy Minus Büro! Ist es weil er seine Vinylkäufer damit verprellt? Aber er sagte ja schon früher, das für ihn Vinyl a pain in the ass sei. Von daher verstehe ich die Aufregung nach wie vor nicht. Er hat sich sicher keinen Gefallen damit getan, aber solange sowas die Sau der Woche ist, die durch’s Technodorf getrieben wird, kann man eigentlich ganz beruhigt um den Status quo sein.

Kommentare (95) Schreibe einen Kommentar

  1. @Maximiliam: Du meintest doch vorhin das man mit Laptop schön in den Club mit Fahrrad fahren kann. Kann man mit Platten auch, einfach alles in den Rucksack reinpacken. Is nur leider ein bisschen schwerer. ;)

    Aber anonsten gibts ja auch so schieke Rolltrolleys.

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  2. >>Fakt ist jedoch, dass die Top-Produktion aus dem finsteren Mittelalter Ende der 80er und Anfang der 90er auf dem veralteten Medium Vinyl so ziemlich alles in den Schatten stellen, was heute in the box produziert und auf Basis von MP3 veröffentlicht wird.

    Oder anderes formuliert seit 15 Jahre hat es in der elektronischen Musik trotz der schönen neuen digitalen und virtuellen Welt kaum Veränderungen gegeben. Ich kann heute noch genauso mit meinen Platten von Mitte der 90er auflegen und keiner würde es merken…<< das haut hin, solange man in dem Metier bleibt. Sobald du aber diese Sachen mit neueren mixt hast du ein Problem und zwar egal ob Digital oder Vinyl, neuzeitliche Produktionen blasen nämlich die alten Produktionen im Sinne von Loudness War und Kompression weg. Dazu kommt noch das ja nun wirklich nicht alles was auf Vinyl erschien mit der legendären Liebe gepresst wurde, die man heute dem Alten so unterstellt. Alte Trax Platten waren schon damals im Mix an ihrer miesen Qualität zu hören und ich habe hier einiges was digital remastert druckvoller und durchsetzungsfähiger daher kommt als damals auf Vinyl, weswegen ich mir gar nicht erst die Mühe machte es zu digitalisieren, sondern gleich neu gekauft habe. Josh Wink’s Higher States of Conciousness auf Strictly Rhythm Vinyl war eine Katastrophe reinzumixen weil das Ding absolut leise gemastert war, die Digitalversion kannste heute noch im Mix mitlaufen lassen ohne das sich da ein Loch auftut und man den Equalizer vergewaltigen muss. ich vermeide es extra irgendwas als besser zu bezeichnen, weil am Ende geht es wirklich nur um Klangästhetik, die man zudem im Club nicht hört. Wir haben ja mit Slices den Vergleichstest gemacht sowohl im Club als auch im Referenzraum und keiner lag über 50% richtig, was man also genausogut unter Guesswork verbuchen kann. Auch die Leute die Stein und Bein schwörten den Unterschied zwischen Vinyl und Mp3 zu hören lagen da nicht besser, Hörempfindung hat nunmal auch viel mit Psychologie zu tun.

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  3. @ sandy joa gut aba so 120 platten im koffer aufm gepäckträger stell ich mir schon sehr heikel vor… da is das fahr feeling ganz anders… :-D

    @tanith das wahr…die ganz alten sachen klingen manchmal dann doch sehr dünn da hab ich einges auf platte wo ich heude denk die nochma neu abmischen und neu pressen…

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  4. Auf ein letztes,

    mir geht der momentane Sound auch ziemlich auf die Nüsse, was aber nix mit Digital zu tun hat, sondern – komplett anderes Thema – eher mit der Generation, imho.

    Freigeister wie Tanith sind selten, früher wars jeder der Techno machte oder in Technoclub ging. Früher war neu gut, heute frisst doch der Publikums-Hund net was er nicht kennt.

    Hat aber imho nix mit Digital oder Analog zu tun, weil anderen Musikstilen gings ähnlich. Nur die Masse an bullshit ist natürlich stark angestiegen, aufgrund der quasi nicht vorhandenen Produktionskosten.

    Geile Tracks gibts heute wie damals, geil klingende gabs damals wie heute, geile DJ´s gabs damals wie heute.

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  5. Man hätte diskutieren können, wo genau die technischen Neuerungen und Innovationen gegenüber dem herkömmlichen Auflegen liegen, stattdessen wurde wieder die alte Fehde Digital vs. Analog aufgenommen. Was hat denn Hawtin schon schlimmes gesagt, man könnte ja anhand der Entrüstung annehmen Vinyl-DJ’s stünden schon unter Minderheitenschutz. Wo es aber richtig eklig wird, wenn es gegen Hawtin als Person geht – egal wie man zu seiner Mucke steht, aber der Mann war nicht nur Anfang der 90er Jahre innovativ, vielleicht haben einige der hier Schreibenden nur Anfang der 90er Elektronische Clubmusik gehört – wovon auszugehen ist, und sein Erfolg ist nicht ganz unverdient – das mal nebenbei.

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  6. @tanith, maximilian

    ich habe von Top-Produktionen gesprochen. Das es früher genauso Mist gab ist unbestritten. Die Demokratisierung per Digital hat dazu geführt, dass der generelle Standard mE. höher ist, aber die absoluten
    Perlen auch wegfielen. GoodLife von InnerCity oder auch Headhunter von Front242 sowie die Todd Terry Beats würden heute wohl die wenigsten hinkriegen ohne das Original zu sampeln.

    Zudem ist jetzt Lautstärke kein Qualitätskriterium. Man kann auch einfach die Lautstärke anpassen ;-)

    Higher State war aber wirklich bzgl. Laustärke wirklich eine Katastrophe, obwohl das Stück sonst zeitlos ist.

    Im übrigen haben auch aktuell so hochgelobte Produzenten, die es sich leisten können die Hütter voll analoger Geräte (z.B. apparat, deadmau5 oder auch shitkatapult). Irgendwas muss also dran sein.

    Und bei dem Vergleichstest MP3 gegen Vinyl wurde Sound aus Software-Plugins verglichen. Dann kann ich mir den Vergleich auch gleich sparen. Ob der Unterschied im Club aber hörbar ist würde ich bestreiten. Es geht mir aber nicht nur um den Club. Gute Tracks höre ich auch gerne mal so.

    Das Problem von Hawtin war ja auch die arrogante Aussage und als öffentliche Person muss ich halt mit dem Echo leben. Abgesehen davon ist es bei seinem aktuellen Sound völlig egal mit welchen Medium der aufgelegt wird. Die Sets gehen problemlos auch mit Vinyl. Kann man sich auf Youtube ansehen. Der Mann wollte halt im Gespräch bleiben.

    Die alte Helden tun ja fast alles das der Geldbeutel stimmt. Bei Jeff Mills kannst Du auf der Axis page inzwischen auch Sonnebrillen und Skateboards kaufen. Hier stimmt dann der Satz wriklich “How far wa’ve come and how little we’ve progressed!”. Traurig…

    @Tapewormer
    gebe Dir Recht. Bei aller Kritik gehen manche Beleidigungen (Hitlerbild usw.) daneben. Tut mir leid. Das ist geschmacklos und hat nichts mehr mit freier Meinung zu tun…

    Abschließend trotz der kontroversen Meinungen vielen Dank an alle für die interessante Diskussion und ein schönes Wochenene mit gutem Sound!

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  7. Hey cool jetzt könnte der Beitrag “Tanith Blog Shitstorm” heißen…. ;)
    in diesem Sinne Jungs…macht Euch mal Locker!

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  8. Ich glaube, was Menschen allgemein nicht mögen, ist, wenn sich jemand elitär benimmt und sich über die anderen stellt. Das hat Hawtin gemacht, indem er den DJ in Anführungstriche setzte und sozusagen als Zurückgebliebenen oder Hängengebliebenen bezeichnete (little progress).

    Es zum Thema zu machen, das es gegenläufige Strömungen oder Änderungsgeschwindigkeiten in Gesellschaften gibt ist natürlich OK (und hoch interessant). Habe mich letztens erst darüber unterhalten, wie lange es häufig dauert, bis neue Technologien vollständig den Siegeszug vollstattet haben. z.B. hat der Übrergang von der Dampflock zur E-Lock von den 50ern bis Mitte 70er gedauert und es fuhren noch lange Zeit Kutschen parallel zu Autos rum :-)

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  9. nächsten Donnerstag Zeitmaschine im Horst … und mich juckt nicht die Bohne, mit was da aufgelegt wird.

    @ Tanith
    die “Higher State …” ist in der Tat ein gutes Beispiel, habe die glücklicherweise damals als Promo-CD bekommen und bin froh, dass ich den Track mittlerweile digital spielen kann. Gleiches gilt für sehr viele DJ Pierre-Sachen, die ich als Vinyl nur selten gespielt habe, weil die Pressungen z.B. auf Nervous einfach mies waren. Konnte einen großen Teil davon letztes Jahr digital nachkaufen und das ist ein Segen.

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  10. Hi,

    ich habe schon dutzende dieser Analog vs. Digital-Diskussionen verfolgt, nun sag ich zum ersten Mal was dazu, weil m.E. fast überall ein paar entscheidende Punkte nicht angesprochen werden.

    Grundsätzlich solte es egal sein, ob ein DJ-Set vom Laptop oder von Turntables kommt. In der Wirklichkeit gibt es da aber ein paar Faktoren, die doch für einen Unterschied in musikalischer Qualität sorgen können.

    Wenn sich früher jemand entschlossen hat, DJ zu werden, dann hat er im Normalfall lange auf die Decks sparen müssen, und später hat er manch anderen Konsum zugunsten Plattenkaufs zurückgestellt. Das erfordert eine gewisse Hingabe. Im Idealfall führt das dazu, dass man sich tiefgehender mit der Musik beschäftigt, lernt, mit welchen Tracks man eine Stimmung erzeugen und mit ihr spielen kann. Da (wenn man nicht gerade ein Q-bert ist), die Möglichkeiten nicht weit über das ineinandermixen von Platten (auf mehr oder weniger hohem handweklichen Niveau) hinausgehen, stehen die Tracks und deren Auswahl an erster Stelle.

    Da man nur begrenzt Platten kaufen und mitschleppen kann, hat man (falls einigermassen geschmackssicher) überwiegend echte Bomben in der Kiste, mit denen man den Floor rocken kann. So weit, so gut.

    Geht natürlich auch mit Downloads und Laptop. Nur: einen Laptop hat heute fast jeder. DJ will heute auch fast jeder sein.
    Von Oma gibts dann zu Weihnachten Traktor, dann wird einn bisschen runtergeladen, meist eher ein bisschen viel. Fertig ist ist die Laube. Mixen, beatmatching muss man auch nicht mehr lernen, dafür gibts ja Autosync.

    Im Hier und Jetzt sieht das so aus, dass der Anteil von uninspirierten Heinis, die die Clubs beschallen, stark zugenommen hat. Die schielen auch nur noch auf den Dancefloor wie das Kaninchen auf die Schlange, dass bloss nicht mal drei Leute weggehen. Zu tun hat man nicht soviel, da muss man die Zeit mit ordentlich posen füllen.

    Unten stehen die Schafe, für die die Musik eh nur Tapete ist. Solange es schön gleichmässig tsk-bumm macht, alles wunderbar.

    Das ist jetzt sehr überspitzt ausgedrückt, und natürlich ist klar, dass es DJs gibt, die hervorragend mit Laptop, und solche, die beschissen mit Vinyl auflegen. Tatsache ist aber, dass die Qualität der DJs und der Sets nachgelassen hat, wenn man sich das mal so insgesamt anschaut. Das hat naürlich nicht nur mit Laptops zu tun, sondern, dass Club / Techno mittlerweile Mainstream gworden sind. Früher gingen da die Freaks hin, die sich für die Musik interessiert haben, heutzutage überwiegend Leute, weil man da eben hingeht.

    resistance88 hat weiter oben geschrieben: “Und genau deshalb haben die Techno-DJs zu Zeiten der digitalen CD anno 1988 mit dem alten Vinyl aufgelegt und die ganzen Produzenten wieder die alten analogen Synths aus dem Keller geholt, die Ende der 80er Jahre keiner mehr haben wollte.”

    Damit hat er es gut getroffen: Dieses ganze Future-Ding hatte eben immer mehr mit der Vision, mit der Musik zu tun, und nicht mit den Mitteln, mit denen sie erzeugt wurde.

    Hier oder im entsprechen RA-Thread wurde auch gesagt, mit den alten 1200ern hätte man ja nur Tracks ineinandermixen können, mehr nicht – und das sei Stillstand. Wenn das so ist, dann ist die Foor to the Floor Bassdrum auch Stillstand. Bereitet uns allen aber jede Menge Freude, dieser Stillstand!

    Zudem nutzen 90% der Laptoppler die weitergehenden Möglichkeiten gar nicht aus, das meiste kann man ebenso mit zwei 1200ern machen. Halt, man kann natürlich mal eben schnell noch loopen, damit man noch n bisschen mehr Zeit zum posen hat.

    ich finde diese Beschränkung der Mittel ganz sinnvoll, auch früher hat es die Option gegeben, mit handlichen DJ-Samplern, FX, Beatbox etc. die Möglichkeiten zu erweitern. Haben wenige gemacht, wenige haben es vermisst. Wenn es gemacht wurde, war es häufiger nervig als gut. Wir reden ja hier von vom Discjockey und nicht vom Live-Act.

    Ebenso sieht es mit der Beschränkung bezüglich der Tracks aus. Ich habe den Eindruck, dass einige mit den zigtausend Tracks auf ihrer Festplatte überfordert sind. Ich selbst habe ähnliche Erfahrungen mit Platten gemacht. Früher habe ich ganz viele mitgenommen, um nur ja für alle Fälle gewappnet zu sein. Ich hatte dann immer mal wieder Situationen, wo ich ziellos durch die Kiste geblättert habe, nee, die jetzt nicht, die auch nicht, die auch nicht.

    Ich habe dann angefangen, die Zahl der mitgenommenen Scheiben massiv zu begrenzen, Ergebnis: die Sets sind tighter, schlüssiger, ich staune immer mal wieder, wie flexibel man mit relativ wenigen Platten sein kann, und: man hat weniger zu schleppen.

    Jetzt mal zum technischen:

    1. Seine Platten zu digitalisieren und zu behaupten, dass klinge super ist nun wirklich extrem albern. Ich behaupte mal, dass das in fast 100% der Fälle mit minderwertigen Tonabnehmern und durch einem DJ-Mixer in einen schlechten AD-Wandler geschieht. Das heisst, man hat ein Signal, welches ursprüngich mal digital erzeugt wurde, dann analog und danach elektromechanisch gewandelt (Mastercut) wurde. Dieses wird dann auf Vinyl gepresst, wobei je nach Qualität mehr oder weniger starke Störgeräusche dazukommen. Das ganze mit schrottigen Concordes durch den Gurkenmixer und den Behringer-Wandler wieder digitalsiert, bei der Wiedergabe wieder auf analog gewandelt. Bravo! Also da kann ich wirklich nur lachen. Bei dieser Methode bleiben nur die Nachteile von sowohl analog als auch digital, während man die Vorteile beider Welten verschenkt.
    Da würde ich mir doch lieber den digital download geben.

    2. Was bei keiner dieser Digital vs. Analog Diskussionen zur Sprache kommt: nahezu alle Tracks werden schneller oder langsamer abgespielt. Bei 0% Pitch mag der Unterschied zwischen Platte und CD noch gering sein. Spätestens beim pitchen (auch bei nur +/- 1%) kommt bei digital ein hörbarer konstanter Glitch dazu, und den höre ich auch im Club.
    Bei Platte klingt es moderat hochgepitcht einfach nur ein bisschen knackiger.

    3. Eine Platte kann natürlich schlechter klingen als die digitale Version, wenn einer oder mehrere folgender Faktoren im Spiel sind: schlechte, druckarme Produktion, schlechtes Mastering, schlechter Cut, schlechte Pressung. Das muss und kann man vermeiden. Solche Platten sollte man auch nicht zum Vergleich analog vs. digital heranziehen.

    So, war jetzt ziemlich lang, aber war auch das erste Mal, dass ich mir diesbezüglich Luft gemacht habe. Sinn dieses langen Postings nicht, Laptop Djs generell zu verteufeln, sondern mit ein paar Missverständnissen auzuräumen.

    Ach ja, und dieser Hawtler: interessant ist schon, wie die Qualität seiner VÖs ziemlich parallel in dem Mass abgenommen hat, mit dem er sich mehr und mehr mit Zukunftstechnologie und Zauberwürfeln beschäftigt, und das nicht nur musikalisch sondern ertaunlicherweise auch gerade soundmässig.

    Nice weekend an alle Laptop- und Vinyl-DJs,

    CGB

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  11. und nochmal…vinyl unterliegt einen ganz anderen masteringprozess. dazu kommt kompression und störgeräusche, die den klang von vinyl ja ausmachen, aber eine sehr gutgemasterte Digital abmischung, die sehr gut von 96kHz auf 44,1 kHz runtergerechnet wurde klingt digital sauberer, klarer und detaillierter. ich hatte vor kurzen selber das vergnügen eine sehr gute jazzaufnahme über 2x B&W 800er, einmal von vinyl und einmal von cd zu hören…die störgeräusche und die kompression waren beim vinyl einfach nur störend, während die cd glasklar und sauber klang…leute vinyl ist eine veraltetet technik…da führt kein weg drumherum.

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  12. Hi Sonicdestroyer,

    ich will Dein Beispiel in keinster Weise anzweifeln, aber: wie gut ist diese Vergleichsplatte gefertigt?
    Leider sind heute auch gerade viele sogenannte “audiophile” Reissues von alten Aufnahmen ziemlich minderwertig.
    Wenn man die Originalpressungen von damals (sofern in gutem Zustand) mit den entsprechenden neuen Pressungen vergleicht, ist man erschüttert.
    Das hat auch wirtschaftliche Gründe: es rechnet sich gerade für Presswerke nicht mehr, bei den jetzigen geringen Auflagen so sorgfältig zu arbeiten wie damals.
    Dazu kommt, dass einige Auftraggeber, sprich Labels keine Ahnung vom Herstellungsprozess haben und auch sparen müssen. Da wird dann auf billig und lieblos im Presswerk umgeschnitten, dann noch mal n bischen Chemie in die Galvanik geschüttet, so dass das Bad noch ne Woche länger hält. Das Vinylgranulat ist auch nicht mehr so gut wie früher, und am Ende rauscht, knackt und knistert es. Dem Auftraggeber wird dann erzählt, dass ginge nicht anders. Oder er hat selbst gar keinen Plattenspieler und kriegt das gar nicht mit – kein Witz: ich kann da krasse Geschichten erzählen…

    Es gibt aber zum Glück noch Ausnahmen.

    Diese Fehler fallen bei sehr dynamischer Musik mit leisen Stellen und einem allgemein geringeren Pegel (Albumlänge) eher auf als bei einer Club-Maxi, die wesentlich lauter geschnitten wird und fast die ganze Zeit Maximalpegel hat – da ist der Störabstand (signal to noise ratio) so viel höher, dass es nicht so ins Gewicht fällt.

    Ich hatte mal die Gelegenheit, einen ganzen Batzen 70er Klassik, Jazz und Ethno-Platten günstig zu ersteigern, alle quasi ungespielt.

    Das hat mir fast die Tränen der Freude in die Augen getrieben: Das Vinyl absolut tiefschwarz, ich lege die Nadel auf die Einlaurille und denke, ich hätte vergessen, den Verstärker einzuschalten: absolute Stille, Rauschabstand über 70 dB. Kein Knacksen, kein Knistern, keine Verzerrungen.

    CD hat zwar theoretisch 96 dB, aber in der Wirklichkeit rauscht der Ausgang des CD-Players, dann der Verstärker, dazu Hintergrundgeräusche in fast jeder Hörsituation, am Ende bleibt da auch nicht mehr als 70 dB, und das reicht auch völlig aus.

    Interessant wäre ja, was Du in diesem Fall genau mit Kompression meinst, und wo diese denn herkommt.

    Die oft erwähnte “Vinylkompression” (ein sehr ungenauer Begrif) kommt erst bei wirklich extrem hohen Pegeln zustande, ähnlich wie beim Tonband. Das dürfte bei Deiner Jazz-Platte kaum der Fall sein.

    Späta,

    CGB

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  13. @CGB

    Profunde Argumentation. Danke.

    Habe mir gestern übrigens Legowelt angehört. Gig per Laptop (Apple eh klar) mit Ableton (eh klar). Grottenlangweiliger mid 90ies Techno.
    Gut produziert, aber vollkommen uninspiriert und leider halt nur ein müder Abklatsch der damaligen guten Tracks (z.B. UR etc.)

    Legowelt vor 2 Jahren. Live Set u.a. mit einer 707 auf der Bühne. Sound quer durch die letzten 20 Jahre Techno, House und Electro. Einfach cool.

    Aber inzwischen ist der Mann nur noch über ne Agentur zu booken, dauern im Stress – Zeitplan musste lt. Agentur genau eingehalten werden – und nicht billg.

    Ich würde sagen, das ist das Hawtin Phänomen – Prinzip Business Kasper, weltbürger.org und im Nebenberuf noch Visionär.

    Ich habe die Nase voll von diesen Typen. Bin nach 15 Minuten gegangen…

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  14. der vergleichstest war für mich erschütternd…der plattenspieler war ein schwergewichtiger highendplayer(dem 1210 um welten klanglich voraus), der keine schwankungen durch gewichte zulässt und ein ebenfalls sünhaftteurer cd player. das vinyl war im topzustand und die cd war nicht übergemastert(lodnesswar) und trotzden klang die cd knackiger, runder , detaillierter und das vinyl schwammig, als wenn ein leicher schleier vor dem intrumenten wäre, und als ob die oberen frequenzen ein wenig abgeschnitten wären…ich weiss, dass war ein krasser test, aber gerade bei clubmusik finde ich es dann schwachsinnig, noch auf vinyl zu setzen, da die digitaltechnik heute so verdammt weit ist und warum soll man noch ne kiste mit verlaterter technik mit sich rumschleppen? der clubgänger hört sowieso keinen unterschied, und traktor klingt mit der richigen audiohardware(die native instruments karten fand ich bisher nicht so prall…find die einfach nur laut, aber nicht so feingeistig…) fantastisch…

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  15. @sonicdestroyer

    absolut richtig die Höhen werden bei Vinyl tlw. abgeschnitten. Deswegen sagt man der Platte auch nach, dass sie wärmer klingt.
    Ob das stimmt ist Teil des Sound-Voodoos. Ich kann es nicht beurteilen.

    Auch das Vinyl schwammiger klingt stimmt. Dies ist die schöne Eigenschaft, dass Vinyl genauso wie Tape eine Art natürliche Kompression besitzt, wenn Material mit hohem Pegel aufgenommen oder gepresst wird (=”heißen Mix fahren”). Das ist dann der sog. “glue factor”, der das ganze Stück als Einheit klingen lässt und gerade nicht jedes Instrument noch einzeln hörbar ist. Deswegen klingt der Sound vielleicht nicht so analytisch detailgenau, aber aus musikalischer Sicht im Clubkontext druckvoller und mächtiger (nicht mit lauter verwechseln!)

    Digital geht dies leider nicht so schön. Ein paar Plugins helfen aber dabei genau diesen analogen Effekt nachzuahmen.Wie gut lässt sich streiten.

    Und ebenfalls kannst Du auf Vinyl nicht jede Kompression technisch machen. Sprich weniger als 7 oder 8 RMS (Maß für Durchschnitts-lautsärke) wird schwierig auf Platte zu pressen. Sprich die ganze Diskussion mit Loudness-War stellt sich bei Vinyl nicht. Und damit
    entgegen der Meinung von Tanith (lauter=besser) werden tot komprimierte Mixe ohne Groove zumindest technisch vermieden.

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  16. “[...]Das hat naürlich nicht nur mit Laptops zu tun, sondern, dass Club / Techno mittlerweile Mainstream gworden sind. Früher gingen da die Freaks hin, die sich für die Musik interessiert haben, heutzutage überwiegend Leute, weil man da eben hingeht.[...]”

    Ist aber, anscheinend, in der Ganzen EDM Branche so. Ob nun Techno / DnB / Dubstep u.a – Liegt sicher nicht am guten Sound .. *fg*

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  17. schon witzig, dass mir da recht gegeben wird mit weniger höhen und matschiger sound..also mir ist es schon wichtig, dass auch ein clubstück analytisch und sauber klingt und ich hasse matschige bässe…die müssen kicken und die bassline muss sich sauber von der kickdrum abheben..vinyl, ich sage ja, verlaterte technik, dass ist genauso, als wenn ich sagen würde, das bild vom röhrenfernseher find ich aber besser, warum full hd…die röhre har ein wärmeres bild gemacht…leute ihr macht euch selber was vor…

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  18. @sonicdestroyer

    Warum soll ich dir nicht Recht geben, wenn es den Tatsachen entspricht.

    Die Kunst ist aber nicht, dass sich alles sauber voneinander abhebt, sondern dass es zu einer Einheit verschmilzt. Und das ist eine Domäne der analogen Technik.

    Aber ich schlage Dir einfach vor Dich erst einmal zu informieren, bevor Du wieder Aussagen von alter Technik triffst.

    Du sprichst wie jemand, der sich noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt hat und von Produktion leider keine Ahnung hat. Tut mir leid. State of the art ist heute eine gute Kombination aus digitaler und analoger Technik.

    Und einfach TV-Technik mit Audio-Technik gleichzusetzen, heißt Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Einfach mal ein gutes Fachbuch über Audio-Technik lesen. Know-how hilft manchmal…

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  19. Echt erstaunlich wie manche ihr Halbwissen, welches teilweise komplett falsch ist, auch noch in mehreren Posts bis aufs Blut verteidigen. Obwohl Tanith von seinem Slices Test und Guesswork schreibt.

    Manche können sogar nach 15 Minuten, weil dann sind sie gegangen, eine DJ Set beurteilen. Nicht gleich mit 90s hits losgelegt???

    spaßig zu lesen…

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  20. @spaceace
    informiere Dich einfach mal. Du hast in Deinen ganzen Ausführungen aus nicht ein einziges Argument angeführt. Ich diskutiere gerne, aber dazu sollte man auch Argumente haben, Erst dann kann man sie auch austauschen… ;-)

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  21. @ickemalwieder
    Transmat fand ich eigentlich gar nicht so schlecht von der Pressung, dann schon eher die Trax Sachen, wie Tanith geschrieben hat.

    Und die eine oder andere deutsche EBM-Pressung aus Frankfurt war auch grauenvoll, obwohl der Sound cool war (z.B. Armageddon dildos).

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  22. @lacasafiesta
    Sorry, aber ich finde man muss analog auch mal verteidigen und zeigen, dass beide Sachen ihren berechtigten Platz haben.

    Es gibt ha Leute hier im Forum, die analog als alten Mist bezeichnen. Dies kann man einfach nicht stehen lassen.

    Beide Sachen haben ihre Berechtigung.

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  23. Und ebenfalls kannst Du auf Vinyl nicht jede Kompression technisch machen. Sprich weniger als 7 oder 8 RMS (Maß für Durchschnitts-lautsärke) wird schwierig auf Platte zu pressen. Sprich die ganze Diskussion mit Loudness-War stellt sich bei Vinyl nicht. Und damit
    entgegen der Meinung von Tanith (lauter=besser) werden tot komprimierte Mixe ohne Groove zumindest technisch vermieden.

    Dass stimmt nicht. Dass Mass der Kompression hängt vom Mastering ab, dieses Master schneidet man dann auf die Masterfolie.
    Dabei ist es eigentlich unerheblich, wie stark das Master komprimiert ist.
    Deshalb findet der Loudness-War auch auf Platte statt.

    Wobei natürlich gilt: bei extremer Dynamik und/oder sehr leisen Stellen kommt das weiter oben beschriebene Problem der Störgeräusche zum Tragen, wenn die Fertigungsqualität der Platte nicht top ist.

    Ebenso klingen ultramaximised Tracks auf Vinyl auch Kacke.

    Es wäre gut, bei solchen Diskussionen eindeuting zwischen Cut (Schnitt) und Pressung zu unterscheiden. Ersteres hat einen grossen Einfluss auf den Klang, letzteres bildet diese Masterfolie 1:1 ab, beeinflusst den Klang nicht (normalerweise), kann aber Störgeräusche hinzufügen.

    Von all den hier beschriebenen Eigenschaften wie matschig, dumpf, verschleiert kann ich nichts feststellen, wenn ich eine gut gemachte Platte höre. Wenn jemandem Digitalsound besser gefällt, auch gut.

    Ich glaube aber, dass hier oft Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    Und noch was: Platten haben nicht weniger, sondern mehr Höhen als CDs, wenn auch nicht unbedingt bei Clubmaxis.

    Bei der CD ist bei 20 kHz Schluss, die Platte geht bis 40 kHz, bei Experimenten sogar bis 100 kHz!

    Das Problem besteht weniger beim Schneiden, sondern beim Abtasten.

    Gruss,

    CGB

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  24. @CGB

    Ich glaube jetzt wird es dann akademisch. Denn Mastering und alles danach hängt ja zusammen und ergibt dann den abschließenden Klang. Daher würde ich den ganzen Prozess als Einheit betrachten und nicht jedes einzeln Flöhehusten betrachten. Sicherlicht spielt auch die Temparatur, der Luftdruck und die Mondphase dann auch noch eine Rolle ;-)

    Denn entgegen Deinen Aussagen behaupten Experten bzgl. Lautstärke genau das Gegenteil. In meinem Fall mein eigener Vinyl Cutter. Der hat gemeint, dass sonst mit der Nadel Probleme gäbe. Ich kanns nicht nachvollziehen, habe aber an anderen Stellen genau das gleiche schon öfters gelesen. Mein Mix sollte daher für optimale Qualität max. 7-8 RMS haben. Das man ggf. auch andere Sachen machen kann mag ja sein, aber es geht nicht um technische Machbarkeit, sondern um das Resultat.

    Mit Höhen das gleiche Thema. Hier gabe es ein Interview, ich glaube mit Sascha “Busy” Bühren, in der Keys vor 1 bis 2 Jahren in denen er die Aussage getroffen hat, dass man Vinyl-Mixe im Allgemeinen mit etwas weniger Höhen abmischt, wenn man hinterher Vinyl pressen möchte. Hat glaube ich ebenfalls technische/qualitative Gründe. Vom reinen Parallel-Hören meiner Aufnahmen auf Vinyl und auf WAV würde ich das auch so annehmen. Habe es jedoch nicht nachgemessen.

    Deswegen auch meine Meinung, dass die ganze Diskussion hinfällig wird, wenn Du z.B. irgendwelche Software Tracks direkt auf Platte presst. Das Zeug ist digital und warum dann nicht digital publizieren. Schlechter kanns dadurch eh nicht mehr werden…

    Anders sehe ich es, wenn Du einen riesen Aufwand treibst. Angefangen mit analogen Klangerzeugern, analogem Recording über gutes analoges Mischpult und guten Preamps mittels gutem D/A-Wandler in eine DAW und dort nach dem Mischen u.a. auch wieder über das Mischpult und zurück. Und später ein heißes Master über das Mischpult mit viel Headroom durch gute Preamps (Kompression !!) auf ein gutes Band und dann auf Vinyl. Dann macht auch Vinyl als Medium Sinn. Über den Klang brauch man dann auch nicht mehr reden.

    Vinyl ist nur das Medium, wenn der Inhalt (wie heute oft der Fall) schon Müll ist, brauchts auch kein entsprechendes Medium mehr.

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  25. Des wird ja immer besser….

    lnbrünstiger Schwachsinn durchglüht die Gemüter, gestählt durch den Mut der Unwissenheit!

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  26. Ich hatte auch für dieses Thema gevotet. Allerdings ohne von der FB-Story gewußt zu haben….
    Vorwort 1:
    Mir hatte nur ein Freund, welcher längere Zeit in Berlin verbracht hat, berichtet dass der Herr Hawtin z.B. im Berghain wohl Hausverbot hat…. Da dachte ich mir – welch Ironie: Zum einen im Bezug Richie (Da zieht er vor Jahren von Toronto nach Berlin und ist wies aussieht dort musikalisch völlig isoliert. Und dann noch dieses Foto mit dem Spruch – was erhofft er sich davon???) Und zum anderen im Bezug Berghain (Dieses Hausverbot hat ja wohl was mit dem Vinyl-DJ-Ding zu tun. Aber fürs Berghain kein Grund auf die Vorzüge des digital-jaying zu verzichten: Das digitale musizieren ist auch dort kein Problem. Und wie weit diese Technik ohne die damalige Innovationskraft Herrn Hawtins jetzt wäre – wer weiß. Widersprüchlich & oberflächlich, oder?)
    Vorwort 2:
    Ich schätze Richie als Produzent erster Stunde sehr. Seine Plastikman-Releases sind m.M. nach ganz große Kunst und einzigartig.

    Nun mal zum Thema, im Gegensatz zu vielen anderen Meinungen hier halte ich den technischen und klanglichen Aspekt für eher zweitrangig da es mit Sicherheit auf der analogen als auch der digitalen Strecke Möglichkeiten gibt die Sache jeweils positiv als auch negativ zu gestalten. Will sagen man kann beides gut oder schlecht rüberbringen.

    Für mich ich das Entscheidende was das DJaying eigentlich ist: eine Kunstform. Kein technisches Wettrüsten. Keine Selbstdarstellung. Sondern die Kunst Musik dem Publikum dem jeweiligen Rahmen entsprechend nahe zu bringen. Und dies macht der DJ, nicht die Technik. Und damit er dies ordentlich machen kann brauch er den Kontakt uim Publikum – und wie soll das gehen wenn er anstatt mit diesem optisch zu interagieren nur auf Bildschirme und Controller schaut? Er gar keine Zeit vor lauter Parameter- & Musikauswahl mehr hat? Was ist das dann? Die o.g. Selbstdarstellung, finde ich zumindest.
    DJ heißt DiscJockey. Disc=Scheibe=Vinyl. Damit ist eigentlich alles gesagt.

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  27. Dieses Diskussionsthema wird auch nie alt…

    Kern des ganz Verbalkrieges hier war ja eigentlich die etwas abfällig wirkende Äußerung von Mr. Hawtin. Etwas unglücklich formuliert von Ihm und mit viel Raum zur ganz eigenen Interpretation versehen. Warum wir allerdings noch immer die Schlacht analog vs. digital schlagen müssen verstehe ich nicht so ganz, doch im Endeffekt ist das nur ein Spiegelbild bzw. ein Stellvertreterkrieg für den doch zerrütteten Gesamtzustand der Szene, wo sie doch schon vor Jahren ganz im Establishment angekommen ist. Jeder soll doch bitte so tolerant sein und den DJ zu seiner Linken und zu seiner Rechten nutzen lassen, was er möchte. Ich bin z.B. ein sehr großer Vinylfreund und doch spiele ich auch mal Tracks von CD und habe mich auch schon mit einem Laptop Setup auseinander gesetzt. Keine dieser Erfahrungen hat mir geschadet, bei keiner meiner “Experimente der Medien” hat mir ein Engel oder Teufel Vor- oder Nachteile mantrartig ins Gehirn gesäuselt. Vinyl mag ich, wie als Kind schon Bauklötze mochte, weil die so schön greifbar waren. Ich mag in Plattenkisten wühlen, schöne Cover angucken und berühren, ich mag kleine Messages in Auslaufrillen und bunte Pressungen, die keinen sinnigen Zweck erfüllen,doch einfach schön anzuschauen sind und ich mag es auch, morgens angetrunken und weichgeklopft von der Nacht aus dem Club/ der Bar meiner Wahl zu stolpern und 20 Kilo verformtes Rohöl hinter mir herzuziehen. Doch dies sind ganz eigene und persönliche Gesichtspunkte und Liebhabereien, die mit dem Erlebnis im Kleinen wie im Großen an sich zu tun haben und nichts mit einer Beurteilung eines Formates oder Mediums. Jeder bitte so wie er es gerne hat! Und zwischen Datenstick und Plattencase ist es doch jedem gerne selber überlassen, was Ihn oder Sie nun beglückt. Hauptsache Musik!

    Welchem Umstand ich leider recht geben muss ist, dass wir DJ’s im Allgemeinen nicht wirklich kreativer, innovativer oder risikofreudiger geworden sind und langweilige auf-Nummer-sicher-Sets haben ja eine Vielzahl von uns zu bieten, vollkommen egal, ob Sie nun mit einem Laptop spielen, mit Vinyl oder CD’s.

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  28. Pingback: Frank Krings: Don’t save the vinyl! – Warum digitale Musik besser ist. | Leander Wattig

  29. Mich würde echt mal interessieren wer hier denn noch mit einem soliden Röhrenverstärker Vinyls am lauschen ist.
    Wahrscheinlich die allerwenigsten.

    Da ist sie also die gute alte Vinyl die ich dann durch einen dsp Verstärker jage um zu behaupten…klingt ja alles besser.

    Ich selbst habe die Leidenschaft “Vinyl”

    Der unterschied zwischen Warm & lebendig und Kalt & digital, liegt weniger im Medium mit dem man es darreicht denn mehr in der eigentlichen Produktion.

    Grade im Sektor Nigthlifebeschallung ist es absolut “bums” ob jemand digital auflegt oder analog. Analog kann er den selben Dreck auflegen wie digital vielmehr kommts wohl auf die Auswahl an.

    Mit die Hörgewohnheiten unserer Szene geht es genauso einher wie mit ihren Essgewohnheiten und Chemiekonsumgewohnheiten. Alles wird flacher und zwar so schleichend das man den Unterschied nur findet wenn man Dinge vergleichen kann. Weil man erstens schon lange genug dabei ist und zweitens ein wenig Ahnung hat.

    Ich selbst hab jahrelang Vinyls gedreht und habe es geliebt. Mittlerweile gehöre ich zu diesen verteufelten Syncbutler….und….es macht die Hölle spass.

    Qualität hat weniger mit “Analog vs Digital” zutun, vielmehr mit dem Können und dem nötigen Gehör.

    Dem Gast ist es bums ob jemand die Meute mit Platte zum kollektiven Orgasmus führt oder mit Console. Letztlich zählt IMMER das Gespür für die Meute und wenn das nicht da ist nutzen auch die tollsten Platten nichts.

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  30. die diskussion digtal vs. vinyl ist ja nun wirklich mehr als überholt.
    jeder so, wie er mag. in allen lebenslagen.
    SO fortschrittlich sollten wir doch wirklich alle im jahre 2011 sein!
    beachtlich, wie hartnäckig darüber immer noch diskutiert wird.

    was ich mich hier frage ist etwas ganz anderes:
    warum verkauft herr hawtin denn noch vinyl, wenn es ein pain in the ass ist? soll er es doch einfach lassen, wenn es ihm nicht fortschrittlich genug ist.
    aber so viel schneid hat er anscheinend nicht, da seine käufer ganz offensichtlich immer noch eine ernstzunehmende zielgruppe sind und einen beachtlichen anteil am umsatz ausmachen.

    denn aus reiner nostalgie wird es minus und co. sicher nicht auf vinyl geben. da stehen ganz klare sales- und marketing ziele dahinter.
    und verwerflich ist das ganze nur, wenn man naiv an den “künstler top-DJ”, dem das wichtigste auf der welt einzig und allein seine kunst ist, glaubt und dem es nicht ums geld geht.
    jeder, der einen job macht, möchte schliesslich auch geld damit verdienen. wer seine brötchen nur mit seiner “kunst” verdient, der sollte aber auch nicht in die suppe spucken, die ihn nährt. so professionell sollte er dann schon sein.

    seine äußerung diesbezüglich sind also wirklich nicht ernst zu nehmen- er kann es ja nur anders gemeint haben, wie es so manchereiner verstanden hat. der teufel steckt in der kargen kommunikation eines facebook-postings…

    so oder so: am ende steckt hinter jedem facebook account eben doch ein mensch und keine maschine! das zu verstehen, ist wohl der wahre fortschritt – für leser, als auch autor.

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  31. @resistance88:
    Nach wie vor sind viele HiFi Enthusiasten der Meinung, dass die analoge Schallplattenwiedergabe den besten Klang liefert. Auch bei Fachmessen wird noch immer gerne mit diesem Medium vorgeführt. Sicher spielt dabei auch etwas Oppositionsgeist mit und die nicht zu unterschätzenden optischen Reize, die vergleichsweise dazu ein digitales Abspielgerät nie bieten kann. Auch wirken Leute die so eine Vorführung machen immer kompetent, denn hier kann stark mit dem Hinweis “wir sind die Spezialisten” gearbeitet werden. Tatsächlich ist es aber so, dass die Wiedergabequalität einer analogen Schallplatte nicht einmal der vor ca. 45 Jahren festgelegten HiFi DIN-Norm entspricht! Dass sie trotzdem gut klingen kann, ist unumstritten und hat seine Gründe.

    Weiter geht es hier: http://www.hifiaktiv.at/?page_id=184

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