Review: Felix Denk und Sven van Thülen – Der Klang der Familie


Im letzten Jahr wurde ich von Felix Denk und Sven van Thülen diverse Male zum Thema Techno und Berlin Interviewt, so wie die anderen Protagonisten in diesem Buch wahrscheinlich ebenfalls und im Lauf der Interviews wurden die Fragen stets konkreter und bezogen sich auch teilweise auf das was diese bereits gesagt hatten.
Am Ende waren auf diese Weise wohl über 240 Stunden Audiomaterial zusammen gekommen und so ein bisschen hatte man das Gefühl bei der Entstehung des Buchs mittendrin dabei zu sein. Von daher erwartete ich das Endergebnis natürlich mit Hochspannung.
Um es gleich vorweg zu nehmen, das Warten hat sich gelohnt, das Buch gibt die Stimmungen und Denken der unterschiedlichen Charaktere sehr gut wieder und sogar ich konnte noch einiges für mich Neues in den unterschiedlichen Kapiteln erfahren. Gliedern tut sich das in drei Teile, die 80er Jahre, also Pre-Techno, bis UFO und Mauerfall, 1990-91, von Nachmauerfall bis Tresor und Tekknozid und Mayday, 1992-1996 mit allem von E-Werk bis Frontpage und im Epilog versuchen wir uns dann nochmal alle zu erklären.
Es muß eine Heidenarbeit gewesen sein, das ganze Rohmaterial so zusammen zu schnippeln und in die Form zu bringen als wäre man bei einem großen Roundtablegespräch dabei, maximum Respekt dafür.
Natürlich kommen beim Lesen auch wieder die unterschiedlichen Ansätze und Wahrnehmungen der einzelnen Mitglieder und Gruppierungen dieser Urfamilie des Berliner Techno zum Vorschein, die man ja auch schon in der Doku “We call it Techno” wahrnehmen konnte, trotzdem ist das in Schriftform natürlich noch tiefer schürfend, nicht nur weil sich hier ausschliesslich auf die Berliner Geschichte konzentriert wird, sondern eben auch weil man sich in der Fortdauer der Interviews auf gegenseitige Aussagen beziehen konnte und dezidiert nachfragte.
Das einzige was mir im Laufe des Buchs negativ auffiel war, wie oft hier Erster! geschrien wird, wo man doch seit David Bowie weiß das es eigentlich wichtiger ist der Zweite zu sein, der nämlich heimst den Erfolg ein.
Jedenfalls kann sich unsere Generation 1 des Techno nun wirklich nicht mehr beschweren, wahrscheinlich ist keine Entwicklungsgeschichte einer kleinen Subkultur bis zum großen Knall der Kommerzialisierung und einhergehendem Kater jemals besser dokumentiert worden als mit diesem Buch und der schon erwähnten “We call it Techno” Doku. Wer es noch ergattern kann dem sei als Supplement noch das hier auch schon öfter erwähnte Love Parade Story 89 – 99. O- Töne einer Bewegung empfohlen.
Aber wie gesagt, hier geht es eben mal in gelungener Weise einzig und allein um die Geschichte und Entwicklung der Berliner Urzelle mit all seinen Protagonisten, deren Namen und Werdegang im Anhang auch nochmal nachzulesen sind und spätestens nach dieser kurzweiligen und amüsanten Lektüre finde ich, so unterhaltend wie das ist haben wir uns das auch verdient

Kommentare (49) Schreibe einen Kommentar

  1. fand es auch eine wirklich tolle lektüre, beim lesen wünschte ich mir, 10 jahre früher geboren zu sein um das alles selbst mitzuerleben.
    obwohl, am liebsten 30 jahre früher, und die 60er mitzuerleben, das wärs gewesen.. ;)

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  2. Nur so als Nebeninfo. Von We Call It Techno gibts noch ca. 50 DVDs im Shop unter http://www.sensemusic.de dann ist Ende. Wird auch definitiv nicht mehr nachgepresst.
    Falls noch wer Interesse hat und die Doku verpasst hat.

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  3. Hab das Teil während dem Time Warp Wochenende gelesen, was die Veranstaltung noch widerlicher dastehen lassen hat. Ist aber anderes Thema.

    Fand es auch spannend. Allerdings ist es wohl für die damals involvierten leichter manches werten zu können. Die Einzelinterviews stellen ja jedes mal die Sicht des Interviewten da und müssen ja nicht unbedingt die Wahrheit darstellen.

    Nicht desto trotz spannende Einblicke in die Babyjahre von Techno.

    Ansonsten wirklich toll zu erfahren das es den Over-Underground Beef schon so lange gibt wie die Szene selbst. Was wäre wohl möglich gewesen ohne das ganze….

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  4. ähm ne Frage zu diesem Interference Festival das während der Love Parade ’95 stattfand, war das die allererste Planet-Location ??

    P.S Buch ist sehr gut , voll das Blixa Bargeld gedisse aber lol

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  5. Und wieder einmal zelebriert sich Berlin und seine Protagonisten selbst:

    “Jedenfalls kann sich unsere Generation 1 des Techno nun wirklich nicht mehr beschweren, wahrscheinlich ist keine Entwicklungsgeschichte einer kleinen Subkultur bis zum großen Knall der Kommerzialisierung und einhergehendem Kater jemals besser dokumentiert worden als mit diesem Buch und der schon erwähnten “We call it Techno” Doku”

    Wenn es nicht so traurig wäre, dann müsste man fast darüber lachen. Bin mir sicher noch ein paar Jahrzente gut gemachte Propaganda und die nachfolgenden Generationen glauben wirklich Techno wäre ein Berliner Ding.

    Woher kommt eigentlich dieses Berliner Selbstbewußtsein und Ego? Wobei die meisten der Beteiligten noch nicht mal echte Berliner waren, gell Tanith ;-)

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  6. @ipanema, jep, da war’s

    @resistance88: sach ma, was ist eigentlich dein Problem? Keiner behauptet Techno erfunden zu haben aber das es eine Berliner Ausprägung dieser Kultur gibt lässt sich schwerlich widerlegen.
    Echte Berliner, wat willste denn jetzt mit der Kamelle? Berlin war schon immer Einwandererstadt und die Beteiligten haben zur Kultur und Geschehen dieser Stadt beigetragen, ob man dann hier geboren ist interessiert doch dabei nicht wirklich.
    Andere Rechnung: ein hier geborener Berliner ist 18 und lediglich Konsument, ein anderer ist vor 30 Jahren hierher emigriert und hat seitdem wirtschaftlich und kulturell hier gewirkt und die Stadt mit geprägt, was zählt da der Geburtsort für die Echtheit? Auch die Gründe warum einer nach Berlin kommt und hier bleibt würde ich noch in die Rechnung mit einbeziehen

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  7. ist es ein zufall, das roland die tb mit der nummer 303 bezeichnet hat? oder liegt es daran das es die inverse vorwahl von berlin ist? hmmmm…. seltsam? aber so steht es geschrieben.

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  8. Techno wurde bei umme Ecke erfunden, nicht in Berlin.

    Aber tatsache ist, du konntest in Berlin rund um die Uhr Techno feiern, wo andere Städte und Länder sich noch schwer taten überhaupt was an den Start zu bekommen.

    @Resistance88

    wo sind denn die guten historischen Detroiter Clubs z.B., NewYork überhaupt in U.S.A. Frag mal nen DJ der da war…..nix, nada…
    Oder warum waren die alle in Berlin – so ab 91 denke ich???
    Warum sind viele dort hingezogen???
    Warum sind so viele Technotouristen in Berlin?

    Die gründe sind sicherlich nicht die Berliner, sondern imho liegt das mehr an der Stadt nach dem Mauerfall, aber wenn du Weltweit nachfragst wird Berlin immer anbgenickt. Das kennt in dem Kontext jeder.

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  9. @tanith
    @spaceace

    ich habe kein Problem mit Berlin. Ich würde nur sagen, dass sie in London, NY, Chicago, Ibiza usw. schon lange auf House und Techno abgefeiert haben, da wusste man in Berlin nicht mal das es den Sound gibt.

    Und ich habe hier nicht Berlin kritisiert, sondern Deine Fomulierung. (siehe Zitat in meiner Anmerkung oben) Fact ist doch, dass der Sound in den o.g. Städten schon lange durch war, bevor er überhaupt nach Berlin kam.

    Und lustigerweise, wenn man internationale Dokus z.B. auf Youtube ansieht, dann spielt da Berlin kaum ne Rolle, wenn es um die Historie von House und Techno geht. Viel größer ist da z.B. London, der größere Bruder von Berlin ;-)

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  10. mal ne blöde frage ..gibts da schon n ebook von?
    zum selber lesen hab ich keine lust und ausserdem finde ich es so entspannend wenn jemand einem was vorliesst :)

    google findet iwie nix…und mich macht diese elende internetsuche immer halb wahnsinnig :D

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  11. ja.klar.das meinte ich….schade. hoffe das kommt irgendwann noch

    und so mit originalsoundschnipseln wäre echt der hammer !
    darüber sollten die autoren und verleger unbedingt mal nachdenken.

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  12. jetzt muss ich Berlin aber mal in Schutz nehmen, natürlich spielt Berlin in Internationalen Dokus eine Rolle…man siehe nur die ARTE Doku Universal Techno, da liegt zwar der Schwerpunkt auf Detroit, aber es wird auch London,Sheffield, Tokyo und Berlin beleuchtet…natürlich war damals Berlin nicht der Nabel der Technowelt, da waren Detroit und London schon früher viel weiter. dass die deutschen den Technozug erst verpennt haben, ist aber eine Tatsache. den Techno, so wie wir ihn kennen kam damals nunmal aus detroit nach berlin…wird in der Doku sehr schon von Dimitri erzählt, dass er die ersten Kontake herstellte und glaubte, dass der Techno, der in Dertroit schon lange entwickelt war, perfekt zu Berlin passte…und die Detroiter hatten endlich eine Base, wo ihre Musik erst genommen wurde, da sich selbst in detroit kein grösseres Publikum für die Musik gefunden hat.

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  13. Bei dem Buch geht es doch nicht um die Entstehung von Techno. Hier geht es doch vorrangig um die Geschichte. Wenn dann maximal um die Entstehung von Raves in Deutschland und die Partykultur in Berlin. Vorrangig doch aber, um das Glück das die Möglichkeiten vom Westen mit den Möglichkeiten vom Osten gepaart wurden. Und das einzige was London erfunden hat sind MDMA geschwängerte Cheese Hooks mit Breakbeat :D

    Im Buch wird eher über die Entwicklung und das “erwachsen” werden von Techno gesprochen, und da war Berlin zwecks Loveparade und Mayday, die ja heut noch Institutionen darstellen, nunmal Vorreiter. Über die Erfindung von Techno können wir ja nen Celebrity Deathmatch zw. Talla und Atkins starten. Nur die Gewichtsklassen sind net fair^^

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  14. ja los doch. endlich mal wieder eine diskussion darüber, wer techno erfunden hat. dass erhöht die anzahl der kommentare und damit die relevanz des bloggs. ;)

    dass es in diesem buch gar nicht um diese frage geht, spielt dabei eigentlich keine rolle oder doch?

    ich finde das buch super. für mich ist das thema techno darin eigentlich nur eine art soundtrack. es geht um berlin und die wende und wie ein teil der berliner diese äre erlebt hat. dass das heutige “kulturtelle” berlin von den im buch beschriebenen dingen geprägt ist, das wird sicher niemand leugnen?

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  15. @wolle…genauso ist es…keine Angst…keine Diskussion über wer hat was erfunden, aber mal aus dem Lehrbuch, warum gerade No-Ufos als erste Platte gilt, weil es die erste Produktion war, die 808 und 909 in einer 4/4 Produktion vereinte…jetzt seit ihr alten Hasen gefragt, ob das stimmt? gab es eine 4/4 Produktion vor Model 500 No ufos vor 1985 wo beide Roland Klassiker zusammen spielen??? Ich kenne keine, jedenfalls nicht vor 85???

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  16. In meiner Bemerkung ging es auch nicht um “Wer hats erfunden?”.

    Ich habe lediglich Probleme damit immer wieder die gleiche alte Leier über die Historie von Techno in Berlin zu hören. Wieviel Bücher Videos usw braucht es denn dazu noch?

    In Berlin feiern sie sich jetzt seit 20 Jahren dafür, dass dort Techno eine Heimat gefunden hat und die ganzen alten Zeitzeugen klopfen sich gegenseitig auf die Schultern wie cool sie denn mal waren.

    Ehrlich gesagt die größte Berliner Leistung ist in meinen Augen die eigene Selfpromotion und Bedeutungserhöhung.

    20 Jahre Berliner Technokultur und nichts ist übrigen geblieben außer ein paar 0815 Clubs, die vom Ruhm des Berlins von 91 leben.

    Als Buch würde ich lieber mal einen Nachruf auf Berlin schreiben.

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  17. @wolle…das war jetzt tatsächlich mal ne ernste Frage. Ich versuch gerade echt herauszufinden, wer mal als erster gesagt hat, dass “no ufos” die erste Technoplatte gewesen sein soll. Ich wurde in einem spanischen Forum nur daraufhingewiesen, dass es halt No ufos sei und mir wurde halt gesagt, weil man eine Definition brauchte, welche platte denn nun die erste seit, hätte man sich daraud geeinigt, dass es sich um eine platte handeln muss, in der 808 und 909 im 4/4 kontext arbeitet. Im ausland gint es darüber anscheinend gar keine Diskussion…

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  18. Eventually, Atkins started producing his own music under the pseudonym Model 500, and in 1985 he established the record label Metroplex.[50] The same year saw an important turning point for the Detroit scene with the release of Model 500′s “No UFOs,” a seminal work that is generally considered the first techno production. [51][52][53][54][55] Of this time, Atkins has said:

    “ When I started Metroplex around February or March of ’85 and released “No UFOs,” I thought I was just going to make my money back on it, but I wound up selling between 10,000 and 15,000 copies. I had no idea that my record would happen in Chicago. Derrick’s parents had moved there, and he was making regular trips between Detroit and Chicago. So when I came out with ‘No UFOs,’ he took copies out to Chicago and gave them to some DJs, and it just happened.[24] ”

    Juan Atkins also believes that the first acid house producers, seeking to distance house music from disco, emulated the techno sound.[66] Atkins also suggests that the Chicago house sound developed as a result of Frankie Knuckles’ using a drum machine he bought from Derrick May.[67] He claims:

    “ Derrick sold Chicago DJ Frankie Knuckles a TR909 drum machine. This was back when the Powerplant was open in Chicago, but before any of the Chicago DJs were making records. They were all into playing Italian imports; ‘No UFOs’ was the only U.S.-based independent record that they played. So Frankie Knuckles started using the 909 at his shows at the Powerplant. Boss had just brought out their little sampling footpedal, and somebody took one along there. Somebody was on the mic, and they sampled that and played it over the drumtrack pattern. Having got the drum machine and the sampler, they could make their own tunes to play at parties. One thing just led to another, and Chip E used the 909 to make his own record, and from then on, all these DJs in Chicago borrowed that 909 to come out with their own records.[24]

    Muss sagen um weiter man forscht umso spannender werden die Geschichten rund um Detroit und Chcago…

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  19. Hehe, jetzt gehts doch wieder los. Ich sehe in No UFOS auch den bzw einen Prototypen in Sachen Techno. Aber es gibts glaube ich nicht DIE eine Geburtsstätte von Techno oder DEN ersten Technotrack. Denn No Ufos st von 1985. Throbbing Gristle haben aber sowas ähnlches auch zwischendurch mal gemacht, und zwar schon 1979:

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  20. Man hätte natürlich auch ein Buch über den Klang der Familie in Detroit machen können. Aber dann hätte man wahrscheinlich nicht soviele Interviews zusammenbekommen (oder vielleicht doch?). Denn ausser dem Music Institute und der einen Clubnacht mit Ken Collier gabs doch da glaub ich eh nicht soviele Clubs. Das lief doch dort mehr Radiomäßig ab. Oder weiß da jemand mehr?

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  21. Schließe mich den Lobesbekundungen hier an, top Buch und echt interessant zu lesen, all die Stories.

    Nur eine Frage hab ich. In dem Kapitel “Tresor” ist immer die Rede von Tilman Brembs, dessen Ding es offenbar war, zu putzen. Nur zur Auffüllung meiner Wissenslücken, ist das dieser ältere lustige Typ mit Brille, der auch im neuen Club anfangs das Klo gemacht hat? :)

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  22. @electrosandy

    Throbbing Gristle haben aber keine 808 und 909 benutzt und wenn man es so sieht hat ja auch Giorgio Moroder schon Proto-techno gemacht. es geht um eine ganz gewisse Definition und da ist No Ufos nunmal das erste stück, dass dieses im Technokontext(808+909+Bassline+Lead) erfüllt…wie schon gesagt, im Ausland gibt es darüber gar keine Diskussion…atkins selbst hat nie gesagt, dass er techno erfunden hat, nur, dass er am Anfang ganz vorne stand, als die Musik sich entwickelt hat, trotzdem würde es heute diese Szene ohne Detroit so in der Form nicht geben, da bin ich mir ganz sicher.

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  23. und ohne Atkins hätte leute wie Derrick May, Carl craig, Mike Banks niemals Techno Produziert…daher sehe ich Atkins schon als Erfinder…wenn auch indirekt..

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  24. wer hats erfunden ? nerver ending story

    zum buch wer kam denn da alles zuwort ?

    zur we call it techno doku
    warum wird die eigentlich so rar gehalten ?
    ich hab die damals nirgends gefunden…das erste ma das ich sie kaufbar seh…

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  25. “Das einzige was mir im Laufe des Buchs negativ auffiel war, wie oft hier Erster! geschrien wird, wo man doch seit David Bowie weiß das es eigentlich wichtiger ist der Zweite zu sein, der nämlich heimst den Erfolg ein.”

    Was es uns wirklich wichtig Erfolg zu haben und was bedeutet Erfolg? Ich war Idealist und einfach nur froh, dabei zu sein. Es war cool, neu, abgefahren, interessant – ein schöner Abschnitt meines Lebens. Die Frage des Erfolgs sollte aus meiner Sicht relativ gesehen werden – wirtschaftlicher, publikumswirksamer oder persönlicher Erfolg. Für mich ist es ein persönlicher Erfolg durch meine Teilnahme Geburtshelfer einer neuen Musikrichtung gewesen zu sein.

    Und Euren Bashauftritt mit der Flex werde ich wohl nie vergessen…

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  26. techno erfunden? ach, einfach mal die gesamte voherige entwicklung mit ansehen: da gibts kein erfunden. das war logische konsequenz aus disco 4/4 bums und synthi einsatz. (s. a number of names “shari vari” )
    man stelle sich kurz mal vor: zeitreise zu atkins ’85 und ihm die frage gestellt: “und du sitz jetzt hier und erfindest gerade techno?” – is doch quark.

    zum buch: naja. bin da eher der meinung, dass das doch alles schon bekannt war, durch viele interviews, hintergrundberichte, dokus, dem blog hier usw. vielleicht aber dahingehend brauchbar, das so mal gebunden im schrank stehen zu haben..

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  27. Ein Buch geradezu buddhistischen Ausmaßes!
    Zeigt es doch auch die Vergänglichkeit auf, die in allem steckt!

    Das Schlußwort von Jonzon.. Hammer!

    Das hier wieder die alte “Wer hat Techno erfunden” Leier abgeht, zeugt nur davon, daß viele das Buch noch nicht gelesen haben.. da tuen sich nämlich größere Dinge auf, z.B. wie die Mechanismen sind, daß aus Subkultur Kultur, bzw. Kommerz wird.

    Die Kapitel über die Detroit-Berlin Connection und die inneren Einblicke der Veranstalter (Loveparade und Clubs) fand ich am spannendsten..

    Ich dachte vorher immer in Berlin wären die behördlichen Hürden, wenn man einen Club betreibt niedriger als anderswo in Deutschland, .. ok klar direkt nach der Wende war es dort einfacher, weil die Zuständigkeiten unklar waren, aber trotzdem sind die im Buch geschilderten Steine im Weg (bauliche Mängel, Deckenhöhe, Fluchtwege, Lärm, etc) bundesweit ja nur allzu bekannt

    Herrlich zu lesen, daß das Loveparade-Orga-Team auch intern so Endlosdiskussionen geführt hat.. das mußten wir uns als damalige Organisatoren eines Techno Open Airs in der Provinz immer vorwerfen lassen, weil das ja so “unprofessionell” ist ;)

    Irgendwie schön, melancholisch, witzig und traurig zugleich das Buch. Kann man wirklich nur weiterempfehlen! Mir wurde auch klarer, was mir an den heutigen Veranstaltungen so fehlt und warum ich nicht mehr so oft weggehe…

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  28. Um auf das buch zu kommen:
    ist eine schöne Ergänzung zum Film “we call it techno” und man erfährt noch mehr Hintergrundwissen auch von Leuten, die in we call it techno nicht oder kaum zu wort gekommen sind.

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  29. Hab gestern endlich auch mein Exemplar bekommen und musste lachen, dass ja sogar im Eröffnugstext steht, dass Techno in Detroit entstanden ist…hihi. Anscheinend sehen dass jedenfalls die Autoren so.
    Sonst ist das Buch echt interessant…auch wenn Dimitri in den Buch genau das erzählt, was ich ja auch schon mal geschrieben hab, dass er den ersten Kontakt mit Jeff mills über ein Label in Chicago bekommen hat…Tanith hatte doch mal gepostet, dass er Dimitri auf final Cut aufmerksam gemacht hat??? was stimmt denn nun? Nur das Buch gibt mir ja in allesn Punkten recht, gerade im Bezug auf Detroit…

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  30. Pingback: Rave-Geschichte « frohfroh – we like dance music from leipzig

  31. Hab´s nun auch endlich mal geschafft. Kann mich nur anschließen: tolles Buch und sehr kurzweilig geschrieben.

    (Mindestens) einen Widerspruch in Bezug auf heute ist mir allerdings aufgefallen. Am Anfang des Buches steht u.a. drin, dass Techno auch ein Mittel war, um alte Songstrukturen aufzubrechen bzw. sie obsolet zu machen…eine Musik, die kein Intro oder keine Strophen oder was weiß ich braucht…nun kann man heutzutage allerdings schon seit einigen Jahren beobachten, dass es genau wieder in Richtung dieser Songstrukturen geht – die Revolution frisst ihre Kinder!?

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  32. hat es immer gegeben. wird es immer geben. der eine ist dj, der andere songabspieler. vollkommen egal, welches medium. und ja, der party ist nicht selten sogar egal, ob wer songs oder trax spielt.

    für mich ist die digitale erweiterung in dieser beziehung ein segen. sie gibt mir nämlich die möglichkeit, auch songs in den mir gewünschten format zu benutzen, ohne dabei auf die vorgegebenen songstrukturen angewiesen zu sein.

    ps: track= stück was produziert wurde, um vom dj benutzt zu werden
    song= stück, welches mit klassischen strukturen, also zb mit intro, strophe, refrain, etcpp produziert worden ist.

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  33. (ein “song” muss in diesem sinne verstanden, nicht zwangsweise gesang enthalten. eine melodie reicht genauso. viel wichtiger ist jedoch die vorgegeben struktur im aufbau)

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  34. Ich habe im Urlaub nunmehr Zeit gefunden, das Buch zu lesen. Ich fand das Konzept, die Aktivisten der damaligen Zeit sprechen zu lassen, sehr interessant und kurzweilig. Obwohl ich die Zeit ab 1993 recht intensiv erlebt habe, war das Buch sehr aufschlussreich. Insbesondere der Einfluss einzelner Protagonisten – insbesondere von Wolle XDP – war mir in dieser Form nicht bekannt. Zusammenfassend lässt sich für mich festhalten, dass eine bunte und vom starkem Enthusiasmus geprägte Gruppe mittlerweile einem auf zahlreiche Sparten konzentrierten Kommerz gewichen ist. Es wäre interessant zu wissen, ob eine wilde Zeit wie Anfang der 90er Jahre auch im heutigen Internetzeitalter noch möglich wäre. Auch glaube ich, dass viele Aktivisten nicht wirklich den Sprung in die Jetztzeit geschafft haben und noch der alten Welt und Ihrer damaligen Rolle hinterhertrauern.

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    • letzteres höre ich immer wieder, kann ich aber nie nachvollziehen, weil die meisten derjenigen die ich kenne tun das mit Sicherheit nicht und jene die damit gar nichts mehr zu tun haben (was ja dem verpassten Sprung in die Jetztzeit widerspricht) erst recht nicht. Ich würde hinterfragen ob da ein Vorurteil vorliegt das man da immer im Hinterkopf hat und somit mitliest

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  35. es liegt in der menschlichen natur, bei rückblicken eine rosarote brille aufzusetzen. menschen, die einen daran hindern, indem sie an details erinnern, die so rosarot gar nicht waren, wirken dabei eher störend.
    man möge doch die dinge in sich belassen und das negative ausblenden… wer das nicht tut, wird gern als gestrig bezeichnet.

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    • … vielmehr gestrig, als der, der ständig in seinen rosaroten erinnerungen schwelgt und dabei ständig was von “früher war alles besser” faselt.
      ok, die “nörgler” sind schlimmer. deren “früher” liegt chronologisch noch weiter zurück bzw liegt im nicht eingetroffenen wahrscheinlichem ;)

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