Thema der Woche 181: Die derzeit interessantesten Clubs und welche Musik man dort bekommt

Das mit dem Interessant ist ja immer so eine Geschmacksache, was dem einen gefällt ist für den anderen Tourischupen und was für den einen Club ist ist für mich nur ne Bar, aber ich versuch’s trotzdem mal.
Natürlich sind die Boliden des Clubgeweses nicht umsonst solche, also kann man Berghain, Suicide, Tresor schonmal nennen, die musikalische Ausrichtung dürfte auch klar sein, es überwiegt der klare, straighte Techno, natürlich aufgelockert durch die jeweiligen Fremdveranstaltungen oder Second Floors wo es von experimentel bis Minimal geht.
Des weiteren haben sich als sichere Bank erwiesen, der Horst Kreuzberg, das About Blank, Mikz und Morlox, letztere 3 alle in Friedrichshain mehr oder weniger am sogenannten Technostrich an der Revaler gelegen.
An Neuzugängen gibt es unter anderem Laden wie das Magdalena, also die Ex-Maria, das Gretchen, die Nachfolge des Icon in Kreuzberg, das Subland am Wiesenweg und das Prince Charles in der Prinzenstraße. Einen Ausreisser im Wedding gibt es mittlerweile auch zu bestaunen, die Panke in der Gerichtstraße.
Dann gibt es noch jede Menge neuer Läden die für mich eher unter die Bezeichnung Bar mit Musikbeschallung fallen, davon gibt es aber massig und die Öffnungs und Schliessungsfrequenz geht dermaßen schnell das nichtmal ich hinterher komme, was da noch existiert oder vielleicht gestern schon zugemacht hat.
Welche Musik man da geliefert bekommt hängt meist von den Veranstaltungen ab, da muß man sich eben im Vorfeld informieren, eine klare Linie ist bei den wenigsten gegeben, von Techno bis Dubstep geht das bei den meisten, was ich sehr positiv finde, einige wie z.B. das Prince Charles oder Kili haben sich eher auf Dubstep bis Hiphop und Breakcore oder noch nischigers wie Cumbia spezialisiert, aber im Großen und Ganzen rult schon der 4/4 Takt und elektronische Tanzmusik in all seinen Facetten.
Diese Aufzählung beansprucht übrigens keinesfalls den Anschein der Vollständigkeit, sondern beinhaltet nur Läden die ich entweder kenne oder mitgekriegt habe, das Feld ist aber so wuselig und unübersichtlich das da gut und gerne was übersehen oder einfach mir nicht bekannt ist. Bei Bedarf kann man das ja in den Kommentaren ergänzen

Kommentare (96) Schreibe einen Kommentar

  1. die bachstelzen haben schon seit mehr als zwei jahren ihren floor auf der fusion und das auch sehr sehr erfolgreich.
    ich versteh nicht, wie sich jemand darauf einlässt irgendwo zu bestimmten konditionen zu spielen und sich dann hinterher beschwert.
    aber der ganze text liest sich ohnehin recht verbittert. von daher wohl einfach nur unqualifizierte rum meckerei eines neiders.

    Antworten

  2. @aha
    Dein Unverständnis teile ich, man hätte mich zu solchen Konditionen auch nicht dahin bekommen.
    Was einfach nur nervt ist das manche ihren Einfluss und Erfolg so negativ zur Show stellen mit Neid hat das gar nichts zu tun. Aus dem Alter bin ich raus wo ich unbedingt wo spielen muss. Ich lege auf weils mir Spass macht und nicht des Geldes wegen.
    Aber auch in dieser Szene solls ja Leute geben die immer noch den Traum haben das sie diese Kunst und das Produzieren von Tracks ernähren kann.

    Heutzutage gehts bei Erfolg nicht mehr darum der beste zu sein sondern nur noch um Kontakte und sind hinter diesen Kontakten noch so viele Egomanen und Sozialversager man beißt die Zähne zusammen und macht gute Miene zum schlechten Spiel….ich kann Dir unzählige Beispiele nennen von Leuten die seit Jahren wirklich gut sind gut produzieren gut Auflegen aber kein Erfolg haben weil sie sich nicht verbiegen lassen. Ich kann Dir unzähligen Beispiele nennen von Leuten die in der Szene Erfolg haben ihr Zeugs nur Ghostproducen lassen und am Mixer eher durchschnittlich schlecht sind.

    Mich persönlich stimmt sowas eher traurig, denn zu meiner Zeit war es tatsächlich noch so das man den Menschen der dafür gesorgt hat mit seiner Mugge das die Party zum Erfolg wurde auch ordentlich entlohnt hat.

    Und zu meiner Zeit galten Labels noch als innovativ wenn sie Newcomer released und gefördert haben ala wir haben den entdeckt!
    Heute? eher fail! Verkaufszahl und Pressefoddos is die halbe Mieteder Rest wird mit Pressetext und Netzkosmetik schon hingerückt.

    Antworten

  3. @ flic – aber die zwingen doch niemanden, da zu spielen. das ist ne ganz eigene selbstsändige entscheidung. und wenn man nicht da spielt, dreht aich die welt ganz sicher trotzdem weiter. aber da zu spielen bringt ziemlich sicher riesen fun und gaudy und dicke eier. zumindest hat man gute chancen, das es eben dies tut. und grad die bachstelzen geben auch unbekannten künstlern die möglichkeit dazu. ob sie dann damit ihren lebensunterhalt bestreiten können liegt an zig verschiedenen faktoren. und nicht allein an diesem einen wochenende im jahr.. und abgesehen von den bachstelzen werden auf der gesamten fusion mini mickrige poplige gagen gezahlt. weil es eben um das grosse ganze geht. wenn man auflegt um spass zu haben, und da angefragt wird, hat man ne grosse chance spass zu kriegen. und spass wird man haben, wenn die mugge stimmt. die normalen gäste hören nur die mugge und feiern nur die mugge und ganz sicher keine egos. von daher … leben und leben lassen.
    mein cup of tea ist nicht der tresor. aber dennoch hat der von mir aus seine dasseinsberechtigung. denn ich bin nicht technogott, der darüber urteilt, was gut oder schlecht ist (obwohl , wie gesagt, nicht my cup of tea). erfolg setzt sich durch. das ist auch heut immer noch so. denn raver gucken keine pressefotos. lange rede, kurzer sinn – rave on!

    Antworten

  4. @aha
    nochmal
    der Kerl ist kein noname von daher “unbekannt fail”
    Natürlich ist das jedem selbst überlassen aber ist es auch gold auf der Bio. So schauts nun mal aus…wer verzichtet auf den wird verzichtet und das wissen darum und die Macht darum auszuspielen ist für mich “krüppel” auch wenns die Feiercrowd nicht juckt.
    Gute Geschäfte sind keine in denen man übervorteilt wird

    Antworten

  5. @resistance88…ich hab mir auch schon sehr viel Hardware angehört und war teileweise entäuscht, da ich sehr vieles als Vodoo empfinde. Ich hab mir auch in den letzten 3 Jahre ein kleines Studio aufgebaut, verzichte aber total auf alte Hardware und nutze eigentlich nur Software. Die Software Synths von Arturia und Native klingen fantastisch und wit haben vor einem Jahr mal den Gforce Minimonsta gegen einen Voyager antreten lassen und dafür, dass der Minimonsta 1/10 des Preises kostet wie der Vogager war ich ein wenig von dem Hardwareboliden Entäuscht. Klar einezelne Sounds klingen unterschiedlich und ein wenig mehr druck ist auch da, aber im endmix…total egal. Witzig auch mal einen Vergleich zwischen Waldorf Attack und einen Hardwaredrummer. selbst Reason klingt in der neuen Version fantastisch und thor gehört immer noch zu den besseren Softsynths…

    Antworten

  6. @sonicdestroyer: zwar komplett off Topic, aber stimme dir zu, daß es von der Klangqualität keine großen Unterschiede mehr zwischen Hard- und Software gibt. Allerdings ist das Handling, das “wie” man zu seinen Ergebnissen kommt, ein ganz anderes und ich behaupte mal, daß die meisten analogen Aufnahmen deswegen so nicht mit Software möglich gewesen wären. Ich persönlich liebe es einfach, nur den Modularsynth und Analogsequenzer anzuschmeissen und ohne die Tastatur und Mouse überhaupt anzufassen, Mucke zu machen. Liegt aber wahrscheinlich auch daran, daß ich beruflich schon viel vorm Bildschirm sitze. Sicherlich ist mit Reaktor auch alles möglich, wie mit einem analogen Modularsystem, aber oft kommen einem die Einfälle, wie man die Module patcht, erst mit dem Kabel in der Hand ;) Mir persönlich geht es auch so, daß ich das auschließliche Arbeiten mit Software als etwas “seelenlos” empfinde, die analogen Gerätschaften haben halt alle ihren ureigenen Charakter und irgendwie baut man als Mensch da wohl eine intensivere Beziehung zu nem Hardware-Kästchen als zu virtueller Software auf… ;) Aber klar erfordert es wie von r88 beschrieben viel mehr Einarbeitungszeit als mit Software.. bei Software Synths gibt es ja meistens auch schon fette Preset Sounds als Einstiegspunkt..

    Antworten

  7. Berlin war und ist immer was besoderes gewesen, wenn es um Clubs ging…so wenig berlin Vorreiter in Sachen Techno war, aber ide Club waren es und werden es auch in Zukunft sein. Auch wenn ich persönlich keine Aalglatten Clubs mag sondern auch lieber die rauhen und ungehobelten…das Cocoon in Frankfurt z.B geht gar nicht.

    Antworten

  8. @sonicdestroyer
    @JOIX

    ist auch off-topic, aber als Antwort glaube ich erlaubt.

    Will keine neue Hard- u. Software Diskussion anfangen, aber wenn ich z,B. eine 909 oder 808 Kick will, dann bleibt mir nichts anderes übrig als die Originalhardware, gute Hardware-Emulationen oder eben Samples zu nehmen. Software klingt halt anders. Anders soll jetzt keine Wertung sein, sondern nur sagen, dass da ein Unterschied ist. Mir persönlich passt dieser Unterschied nicht, daher nehme ich keine Software außer im Bereich Effekte (Universal Audio).

    Dito bei Synthesizern. Einen Jupiter4 bekommen ich halt in Software so nicht. Wenn mir jetzt der Sound wichtig ist, dann bleibt nur das Original oder Sample.

    Zudem sind viele alte Kisten halt einfach schlechter vom Klang, was aber für den Charakter wieder ganz nützlich sein kann.

    Der Punkt ist halt einfach, dass es jeder für sich entscheiden muss, ob ihm das Original wichtig ist oder nicht. Aber Unterschiede sind einfach da. Und wer den Unterschied zwischen einem echten analogen Synth und der Emulation nicht hört kann ich persönlich nicht helfen.

    Nur würde ich nicht mehr unbedingt jeden Preis für das alte Orginal zahlen, wenn es adäquaten Ersatz gibt. Mein Prophet 08 ist auch kein Prophet 5, aber er hat halt ähnliche Eigenschaften und ganz klar analoge Grundeigenschaften. Genaus die DX von Yamaha. Die haben halt nun einmal digitale Artefakte im Klang.

    Antworten

  9. @ resistance88

    das du in der Lage bist dir Hardware zu kaufen, nur alte Platten toll findest und alle Clubs der letzten 10 Jahre scheiße findest beweist dein Expertise für aktuelle Tanzmusik nur sehr bedingt.

    Antworten

  10. @Resistance88: Ja, also wegen deinem Vinyl, was ma mal kommt, bin ich auf alle Fälle sehr gespannt. Würd mich auch ne Platte freuen. Ich könnte dir um Gegenzug “nur” ne CD zukommen lassen. ;)

    Antworten

  11. Was in der Panoramabar bzw. neuerdings auch wieder im Berghain ab sonntags mittags abläuft, ist nach heutigem Stand weiterhin unangefochten: Durchweg professionell mit ungefakten Energien, eine gerechte Verteilung des Technokuchens!

    Antworten

  12. Clubs sind gut noch mehr Clubs vielleicht Besser, aber gibt es in Berlin keine OpenairFreetek Fatschen?!

    Antworten

  13. “aber es ist auch gold auf der Bio” vs. bachstelzen. finde den widerspruch… ;)

    ernsthaft, dieser im wahrsten sinne des wortes zirkus als krude fortsetzung von minimal, ist in 2-3 jahren durch. konfetti, glitzer, maske hier, verkleidung da, omas gardine und lampen als deko. scheinindividualität als schablone. knicklichter von karstadt. demnächst auch garantiert in deiner dorfdisko. glaubt keiner? zitat von facebook: “Hallo *stadt*. Ihr fahrt doch alle gern zur Fusion. Wer Bock auf Bachstelzen, Katermukke und Bar25 hat ist am Freitag recht herzlich eingeladen!” noch fragen? das ist blech auf der bio, für jeden, der längerfristig denkt…. und jeder der tatsächlich mit herz bei techno/house dabei ist, weiß dies seit mindestens 2 jahren. dazu ist das ein zu großes klischee, was nicht nur da gefeiert wird. ganz zu schweigen, dass der aktuelle musikalische fortschritt welten davon entfernt ist, was dort gespielt wird(unter 120 bpm schunkelmucke, wahlweise mit volksmusik-, pop- oder houseausleihen).
    und nein, ich bin nicht neidisch, denn: worauf? auf eine regionale wahrnehmung? ich find nur die musik und den zur schau gestellten habitus und deren gerade zahlreiche mitläufer sehr dämlich. und da das hier halb thema war, muss ich da mal meine meinung zu loswerden…

    Antworten

  14. @rudi

    es beweist aber zumindestens, dass ich mich mit dem ganzen Thema insoweit beschäftigt habe, dass ich entscheiden kann auf was ich Lust habe und auf was nicht.

    Und dass ich halbwegs unterscheiden kann was eine gute Produktion ist und was nicht. Der Rest ist sowieso Geschmacksache.

    Und nochmal für Dich ich muss kein Expertise über Dinge habe, die mich nicht interessieren. Es reicht, dass ich mir die Dinge angesehen bzw angehört haber…

    Antworten

  15. @Resistance88 …also TAE Engine von Arturia klingt im 24Bit/96 Khz Modus fantastisch…nicht umsonst klingt der Origin auch wahnsinning gut. Besonders der Moog Moddular und CS 80 haben es mir angetan. den Minimoog find ich von Gforce besser umgesetzt. Aber du sagst es ja selber…Hardware…rauscht, klingt teilweise nicht so gut und sauber, anfällig und und und. dass ist nichts für mich. und hör dir mal den Waldorf Attack über ne gute Soundkarte + Abhörer an. Der drumsynthesizer ist ein wenig in Vergessenheit geraten, da man das plugin ja für wenig geld bekommt. aber gerade die 808 und die 909 beherrscht er mit links und die Sounds sind nicht so statisch wie samples…

    Antworten

  16. von den arturia sachen bin ich auch sehr begeistert… aber es bleibt nunmal ein anderes feeling…mauszeiger oda hand…das hier die frage :-)

    Antworten

  17. @sonicdestroyer

    Ich habe nichts gegen das Arturia Zeugs, aber wieviele CS-80 oder Moog Modular-System hast Du denn schon gespielt, um behaupten zu können, dass die Emulationen gut klingen.

    Es sind halt gute Soft-Synths, die mit dem Original nicht wirklich viel zu tun haben. Man kann sich den Unterschied auf Youtube geben. Wie gesagt sie erfüllen ihren Zweck, aber wenn ich unbedingt Ferrari fahren will, kaufe ich mir halt auch keinen Fiat. Ob jemand sich dies dann leisten möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir persönlich wäre es dies nicht wert. Aber wenn ich z.B. Vangelis Fan bin… ;-)

    Und dass der Waldorf Attack die 808 oder 909 Sounds authentisch hinkriegt halte ich für ein Gerücht. Selbtst die hochgelobten d16 Drummies sind da meilenweit weg., Ich persönlich würde Samples dann vorziehen. Aber wie schon gesagt ich mag den Plastik-Sound der Soft-Synths persönlich nicht.

    Antworten

  18. aber 808 und 909 Sounds müssen doch nicht 100% authentisch wie bei den Originalen klingen, warum auch…druck macht der Waldorf attack mit den richtigen Effekten ohne Ende und seine 808 Sounds finde ich fantastisch…
    …und was juckt es mich, ob der Moog-Modular 100% so klingt wie das Original…seine Bässe sind sehr Moog like…da hätte ich gar keine lust mir ein 200kg monster hinzustellen und das geld dafür würde auch nicht reichen ;-) von einem CS 80 mal ganz abgesehen mit seiner gewöhnungsbedürftigen Tastatur und dem dauernden nachstimmen…fällt bei Software komplett weg(ob wohl man das verstimmen sogar emulieren kann bei der Arturia Software)
    und sowas wie Massive, Absynth findest du als hardware gar nicht. Selbst Propellerheads Thor(der immer belächelt wird) kann eine Menge an Sounds.

    Antworten

  19. @sonicdestroyer

    wollte wie gesagt nicht die Arturia Sachen schlecht machen. Ich mag nur Software Plug-Ins nicht, da sie mir zu clean sind und der Druck nicht da ist.

    Und da Du ja gerne, wie ich ja auch, die Detroit Sachen magst, dann mekrt man schnell, das die i.W. durch eine sehr gute Soundauswahl glänzen. Und da spielt es dann schon eine Rolle, ob ich Plugins oder eine Original 808 oder 909 nehme. Atkins hat sogar Samples abgelehnt und wollte nur mit den Originalen produzieren. So eng würde ich das jetzt nicht sehen ;-)

    Und bei Synths ist der Unterschied noch gravierender. Wenn Du daran interessiert bis würde ich einfach mal den 1:1 Vergleich machen. Am Ende wird immer die Hardware die Nase vorne haben. Und was Absinth oder Massive angeht, mag ich den NI Sound sowieso nicht. Die Leute von der Firma sind nett, aber der Klang hat m.E. keinen eigenen Charakter. Zudem brauche ich diese Sounds für meine Musik nicht ;-)

    Antworten

  20. Bei dieser ganzen Diskussion hier kommt die gesamte Frage der Türpolitik zu kurz. Ausgehend von elitärem bzw. willkürlichem Türsteherverhalten bei Clubs wie Bar 25 oder Berghain hat sich bei einer ganzen Reihe von Läden eine geradezu asoziale Selektion durchgesetzt – auch im Kater Holzig, bei der Wilden Renate, im Watergate etc.

    Jedem, der bereits früher in Berlin feiern ging – Tanith oder Wolle inklusive – und immer für Toleranz und Open Mindness gekämpft hat und selbst vielleicht nicht gerade ein Adonis ist, müsste sich hierbei eigentlich der Magen umdrehen. Dass große Männerhorden, zu Betrunkene oder Minderjährige nicht erwünscht sind: geschenkt. Aber Massen von lustigen, feierfreudigen und toleranten Berlinern und Nicht-Berlinern, die einfach einen schönen Abend haben wollen, auftretende Künstler möglicherweise bereits seit Jahrzehnten unterstützen und Techno lieben, nicht reinzulassen, finde ich geradezu skandalös und das passt auch nicht zu Berlin.

    Wie an kaum einem anderen Ort in Deutschland sind gerade die Menschen in Berlin auf Toleranz angewiesen, weil sie bestimmten Schönheits- oder sozialen Idealen nicht entsprechen. Berlin schickt hier ein peinliches Zeichen an die Welt. Soll man doch bei Mitte-Locations wie Cookies, Asphalt, King Size Bar aussortieren, aber als Technoanhänger erwarte ich von Clubs ein anderes Verhalten: Studenten tanzen neben Hemdträgern, Druffis neben Feierveteranen, nett hergerichtete Frauen neben alternativen Freaks. Die Musik filtert die Leute doch von ganz alleine.

    Diese Selektiererei ist auch international gesehen geradezu provinzial. In anderen weltweit dem Berghain mindestens gleichwertigen Clubs wie Sankeys in Manchester, Fabric oder früher The End in London, Row 14 in Barcelona oder Womb in Tokio, wird auch nicht aussortiert und der Stimmung hat es sicherlich keinen Abbruch getan. Selbst bei Clubs in Deutschland wie dem P1 in München oder früher dem Tribehouse in Neuss gibt oder gab es eine klare Door Policy, während in Berlin einfach danach gegangen wird, ob jemand die coolste Sau auf diesem Planeten ist und bestimmte Einheitskriterien bei Frisur, Klamotten und Alter erfüllt.

    Antworten

  21. ja aber er hat recht. Techno hat doch immer für Toleranz gestanden. Und es waren gerade immer die nicht-Mainstream Leute, die diese Musik geliebt haben. Jetzt nur Model Typen in einen Club reinzulassen ist echt ein No GO und eine sehr trauriges Bild für einen Club wie das Berghain, der ja doch eine gewisse Underground Attitude haben möchte. wie oben geschrieben, dass man agressive Leute und angetrunkene aussortiert ist ok, aber nicht jeder will sich bis zum geht nicht mehr aufdressen, wenn er einfach nur tanzen will…

    Antworten

  22. @misc, also ob Massen von Friseusen oder Bodybuildern sich beispielsweise Planetary Assault System oder Adam Beyer anhören wollen. Das ist doch totaler Quatsch.

    Es geht auch gar nicht ums aufstylen. Auch das finde ich noch akzeptabel, wenn es klar kommuniziert ist. Lächerlich ist eher, dass in verschiedenen Clubs zwei oder drei Männer nicht auf einmal reinkommen, Leute mit bestimmten Jacken abgewiesen werden genauso wie diejenigen, die so aussehen, als ob sie einer regelmäßigen Beschäftigung außerhalb der Musikszene nachgehen.

    Es gibt Menschen, die legen durchaus beachtliche Strecken zurück, um mal einen bestimmten Dj in bestimmten Clubs zu hören und das Ergebnis ist häufig, dass sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause dackeln dürfen, weil sie irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Kriterien nicht entsprochen haben. Wie gesagt: provinziell und der Clubkultur sicherlich dauerhaft nicht förderlich.

    Antworten

  23. @Bob: Das war natürlich nicht so ganz ernstgemeint. Es war nur ein Versuch, der Selektion an sich ein Argument zu geben. Denn dass irgendeine Auswahl getroffen werden muss bei einem Laden wie Berghain, ist wohl logisch, da vermutlich nicht alle reinpassen, die reinwollen.
    Darüber kann ich aber auch nicht mehr sagen und auch nicht über die Art Publikum, die sich das Berghain aussucht. Da war ich nämlich noch nie und will auch nicht hin. Bestimmte Dinge muss ich nicht unbedingt mitbekommen. Mit dem “ausuferndem Hedonismus” der Generation Porno kann ich nichts anfangen. Zu viele verstrahlte Leute sind mir auch zu anstrengend. Außerdem ist es vermutlich zu laut und zu voll für mich.

    Ganz im Ernst, ich verstehe den Hype nicht. Weil ich nie da war. Aber warum überhaupt muss man da hin? Und warum sind die Leute so aufgebracht, wenn sie nicht rein kommen? Würde jeder reinkommen, wäre der Reiz weg. Da bin ich mir sicher.

    Bei uns in Köln gibt es ja sowas wie Doorpolicy eigentlich nicht. Das ist zwar ganz schön, aber ich habe mich auch schon das ein- oder andere Mal gefragt, warum man bestimmte Leute reinlässt (z.B. diese Horden auf Tour) , die schon völlig hinüber sind, wenn sie ankommen, mit der Musik nichts anfangen können, sich trotzdem (oder gerade deswegen) irgendwas reinpfeifen und dann rumgrölend und rumklatschend nerven. Das mag es in Berlin auch geben und da ist man eben konsequenter.
    Ein guter Club hat eben meist auch ein gutes Publikum. Nein, es geht da nicht nur um Äußerlichkeiten, sondern eher darum, mit dieser Musik und dieser Art zu feiern vertraut zu sein. Die Kriterien obliegen dem Clubpersonal und eben nicht dem Publikum selbst. Im Idealfall hat ein Club Stammpublikum und ist so speziell, dass sich die, die man nicht dahaben will, da sowieso nicht wohlfühlen.

    Antworten

  24. bei allem Verständniss, sowas hab ich in der EMB/Industrial Szene nie gesehen. Dort ist es heute auch noch übelich, dass die Grufties neben Metal-Leuten und neben ” normal gestylten Leuten” tanzen.

    Antworten

  25. Wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt das es bei der Türselektion um Aufgressen, Schönheitsideal und solche Sperenzchen geht? Glaubt da mal schön weiter an die RTL II Berichterstattung, so wird das nie was mit dem Reinkommen :-D Ich jedenfalls sehe in den Clubs nach wie vor eine gesunde Mischung aus so ziemlich allem was die Gesellschaft zu bieten hat.
    Türselektion ist beileibe kein neues Phänomen, das gab es bei den Clubs schon immer von Tresor bis E-Werk, das Berghain hat den Titel “härteste Tür der Welt” nur von Mac vom Planet geerbt. Und die muss auch sein, nicht nur wegen der Fülle, ein guter Türsteher ist genauso ein Selektor wie der DJ oder käme ein Produzent auf die Idee das seine Tracks in dem und dem Club gespielt werden müssen, weil Toleranz und so?
    Ich fand die Door Policy des Tribehouse ja eher provinziell. Provinziell ist zudem sich darüber aufzuregen mal nicht reingekommen zu sein, passiert eigentlich jedem mal, urban ist im Vorfeld einen Plan-B in der Tasche zu haben ;)
    Falls in Köln jeder reingelassen wird mag das vielleicht dem Umstand geschuldet sein das es jeden braucht um den Breakeven zu schaffen? Nur ne Vermutung

    Antworten

  26. So ist es vermutlich, Tanith. Wäre auch kein Wunder. Clubsterben wäre hier am Ort fatal. Derzeit schießen Veranstalter wie Pilze aus dem Boden und überbieten sich gegenseitig mit immer abgefahreren locations und promoten was das Zeug hält das ultra-geheime-Underground-einzigartige-Rave-Erlebnis für jedermann, der sich im Vorfeld irgendwo anmeldet, um sämtliche Updates mitzubekommen. Die DJs sind selbst Veranstalter oder legen eben umsonst auf. Der kleine Club (z.B. das Gewölbe) als Ort, wo sich Gleichgesinnte treffen oder kennenlernen, hat gegen diesen schnelllebigen Hype schlechte Chancen, kann sich aber immerhin das Stammpublikum mit hochkarätigen Bookings warmhalten. Mit ein wenig mehr Promotion wäre die Toleranz wegen des Break-even-points vorbei, die besondere Atmosphäre vielleicht aber auch.
    Schwierige Sache das.

    Antworten

  27. Ins Berghain geht man nicht, im Berghain landet man. Und wenn du dort landest, kommst du immer rein. Das riecht die Tür auf 200 Meter Entfernung :)

    Antworten

  28. Es geht ja nicht nur ums Berghain. Außerdem weiß ich mit 100-prozentiger Sicherheit, dass ich in dem Zustand und Outfit, mit dem ich früher in den Tresor gegangen bin, in keinen einzigen der derzeitigen Clubs reinkommen würde.

    Antworten

  29. Outfit und Zustand waren damals aus Sicht der Türsteher OK für den Laden. Der Zeitgeschmack und Lebensstil verändert sich.

    Mit guter Planung kann man fast überall reinkommen. Da hatte ich noch nie ein Problem. Früh kommen, Stempel besorgen, rausfinden, wann der Main Act spielt und dann wiederkommen. Wenn man nicht von sich ausstrahlt, dass man da unbedingt reinmuss (die Türsteher sehen das dann meist genauso :-) kann man sich ja auch erkundigen, was da für Leute hingehen und was in Punkto Stil No-Gos sein dürften. Da ich nicht oft ausgehe, zelebriere ich Vorbereitung und Recherche geradezu, dabei steigt die Vorfreude. Der Plan B ist superwichtig! Den brauche ich sogar hier. In Berlin wird es doch für aufgeschlossene Musikliebhaber täglich mindestens 5 Alternativen geben…
    Nur mal so aus Neugier: Was für Jacken gehen denn nicht im Berghain ?

    Antworten

  30. @misc: Gibst dasOdonien in Köln noch? Ich war da 2mal und fands ziemlich genial. Zum einen, wegen der Locations schon, wegen der Musik, und auch den Leuten. Da kam das auch zum tragen, das die keine Selektion an der Tür brauchten. Da sind eh nur die Leute hingegangen, die da auch hinwollten.

    Antworten

  31. Ja, das Odonien gibt es noch. Da gehe ich vielleicht Dienstagmorgen hin (Smallville-Nacht). In der Tat eine tolle location, das Atelier des Schrottkünstlers Odo Rumpf. Da kommt wirklich jeder rein, stimmt. Und es ist trotzdem nicht prollig (obwohl, naja..) Gutes Beispiel für überflüssige Türpolitik. Warst Du auch “nebenan” im Schrebergarten? “Cologne Summer of Love 2011″…

    Antworten

  32. das einzige was mich persönlich nervt ist, dass ich in letzter zeit irgendwie die ganze höre: nö sorry is ab 21 ?! is ja schön und gut, ich mag parties auch lieber wo der altersdurchschnitt tendeziell über meinem eigenen liegt… aber dann so ne sachen wie im sisyphos wo man über nen jahr regelmäßig hingegangen ist und von einer woche auf die andere wird das personal gewechselt und dann heißtes: nö du kommst hier nicht rein…. seh ich nicht ein dass ich als berliner hier nicht wegehen darf -,-

    und es is jetzt nicht so dass ich erst seit gestern auf den geschmackt gekommen bin, schon mit 15 hab ich besagte musik gehört und 5 jahre später darf ich dazu nich feiern gehen… lächerlich

    Antworten

  33. Ach so. Also Jeansjacke, Parka, Hoodie oder Trainingsjacke. “Szeneleute” – arm aber sexy..

    Nicht, dass ich da hinwollte…

    Antworten

  34. Der Schrebergarten war die Nachfolge der im letzten Frühjahr abgerissenen (legendären) Papierfabrik. Eine Freiluftarena, aus Brettern gezimmert, mit phänomenalem Soundsystem. War gar nicht angemeldet, aber die Behörden haben entweder ein Auge zugedrückt oder sie haben es wirklich nicht gefunden. Die Konstruktion hat den Winter nicht überstanden und wird wohl auch nicht noch mal aufgebaut.

    Antworten

  35. Besten Dank für euren tollen Artikel.

    Ich stöbere schon seit Längerem auf eurem informativen Weblog.
    Und gerade musste mich mal einen kurzen Kommentar schreiben und ein “Danke” hinterlassen.

    Macht genauso weiter, freue mich schon auf die nächsten Beiträge

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar zu Jacqueline Antworten abbrechen

Pflichtfelder sind mit * markiert.