Traktor DJ für’s iPad

Da ist sie also, das iPad Pendant zu Traktor auf dem Rechner und es ist gut geworden. Nicht nur das es endlich mal jemand geschafft hat den verfügbaren Platz ordentlich zu nutzen, also ohne Anlehnung und Simulierung an typische Hardwarekonsole, dafür mit vollem Fokus darauf was mit Multitouch möglich ist, ohne dabei unaufgeräumt zu werden.
Ich hab das Ding jetzt seit 2 Tagen und bin schon ganz verliebt in die Möglichkeiten Musik besser als je zuvor anfassen zu können, ja, auch besser als Vinyl, sei es um die Wellenform zum Gridden größer und kleiner zu pinchen, oder die Loopmodes, Loops mit den Fingern zu setzen und zu bewegen fühlt sich auf Anhieb so natürlich an und dann noch der Freezemode! Bei dem kann man die einzelnen Parts eines Loops mit den Fingern drummen oder spielen, so das man sich fragt warum da nicht schon längst jemand drauf gekommen ist, genau das ist was Multitouch jeglicher anderen Controllerart und Hardware voraus hat (Ok, gibt’s auch in der Samplr App, aber das ist ne andere Baustelle). Der Freezemode jedenfalls ist ein Killerfeature das mich schon überlegen lässt ob ich dem iPad zukünftig einen Kanal an meiner S4 spendiere.
Gesynct werden die Playlisten via iTunes, das kommt mir persönlich sehr entgegen, da das eh mein Workflow ist, iTuneshasser wiederum wird es stören, es scheint mir aber der logischste Weg, alles andere hat bislang nicht so überzeugt. Traktor greift dann auf die iTunes Playlisten zu und man kann auf den 2 Decks Sachen zusammen mixen das einem das Scratchen vergeht, was zwar auch geht, aber einem so von anno dunnemals vorkommt, ob der neuen Möglichkeiten die sich aus den neuen Modes ergeben. Das liegt nicht zuletzt eben auch am Autosync, auch wenn das der Antisyncfraktion wieder nicht schmecken wird, aber wozu noch Beats angleichen wenn der Algorhythmus das heute so zufriedenstellend hin bekommt und diesen einstige Skill zunehmend obsolet und hinderlich erscheinen lässt? Dafür lassen sich nun eben ganz andere Sachen realisieren, sei es mit den schon erwähnten Loops oder den integrierten, bewährten Traktor Effekten, von denen sich bis zu 3 in Reihe schalten lassen und wie XY Achse, also wie in Ableton oder Kaosspad steuern lassen, 1 Finger vs. 2 Hände, auch das ein Vorteil gegenüber der Rechnervariante. Dafür werden nicht alle Effekte von Traktor Pro mitgeliefert, die wichtigsten sind aber dabei, ich persönlich vermissen keinen.
Natürlich stellt das so keinen Ersatz für ein ausgewachsenes Traktor Pro mit Controller dar, das sollte klar sein, wenn auch das größtenteils hardwarebedingt ist und hauptsächlich auf dem nur einen Stereoout des iPads gründet. Wie mir aber versichert wurde werden auch Soundkarten dazu in der Lage sein die Core Audio können, mittels des Camera Connection Adapters angesprochen werden zu können, dann steht Vorhören und Stereo Masterout nichts mehr im Wege. Trotzdem glaube ich eher nicht das der Laptop mit Traktor und Controller dadurch mittelfristig abgelöst wird, langfristig ist eine andere Frage und da könnte die Antwort anders aussehen. Dabei spielen aber so Faktoren mit wie ernst es Native Instrument damit meint und welche Richtung das iPad nimmt, einer der wenigen Gründe gegen ein iPad Mini wäre für mich Traktor iPad. BTW: ich nutze ein iPad 2 und die App läuft sehr flüssig und bislang ohne Mankos.
Das vornehmliche Einsatzgebiet sehe ich vorerst bei typischen Barjobs, als Couchkonsole (mein vorwiegender Einsatz bislang und I’m loving it!), Einsteigeranfixer und nicht zuletzt auch als Notbackup für Traktoruser, das wenig Platz beansprucht und nicht nur Notlösung darstellt. Toller Nebeneffekt: mit dem Traktor iPad lassen sich Tracks viel schneller und besser gridden als auf dem Rechner und via Dropbox lassen sich dann die Metadaten bidirektional mit der neuesten Traktor Pro Version syncen, heißt einmal gegriddet, auf beiden Traktoren verfügbar, yay! Konnte ich zwar selber noch nicht austesten, da ich nach dem Umzug immer noch auf meinen DSL Anschluß warte und mit einem lahmen Krücke von UMTS Stick unterwegs bin, aber so muß das! Dieses UMTS Manko ist auch leider der Grund warum ich hier keine eigenen Bilder mitliefern kann, der Upload ist leider so zum heulen, das er abbricht und ich zusammen, dafür liefere ich die Videos von der De:Bug und DJ-Techtools mit, das ich selber auch nicht ansehen konnte, aus eben genannten Gründen.
Ich würde sagen Native Instruments hat damit die Latte sowas von hoch gelegt, was DJing auf dem iPad angeht, und ich vermute bei einigen Features das da gerade einige Entwickler kräftig in die Tischkante beißen, weil man da nicht selber drauf gekommen ist, weil es so naheliegend ist, wenn man sich komplett auf das Konzept Multitouch statt z.B.Controller via Midiplus Multitouch einläßt, aber so ist das eben oft mit den kleinen genialen Ideen, sieht man’s erstmal fällt’s einem wie Schuppen von den Augen.
Ich bin gespannt wie sich die App weiterentwickelt, mir wurde versichert das das erst den Anfang darstellt und weitere Features mit der Zeit kommen werden.

Nachtrag: Nach einigen Kommentaren und Wehklagen hab ich das Gefühl das damit die Hierarchie so gegamechanged wird wie damals, als Laptops plötzlich die CD salonfähig machten. Wird jetzt der Laptop DJ in den Kreisen kredibel, während auf der untersten Stufe der Hackordnung der iPad DJ steht ;D

Kommentare (15) Schreibe einen Kommentar

  1. Aha geht es darum bald nur noch 1nen knopf zudrücken?

    Die welt voller playback djs und ipad futzis wird immer nerviger… Genauso sinnvoll wie cubase auf dem ipad…

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  2. wieso Playback? Wieso 1 Knopf? Die Möglichkeiten die sich ergeben sind doch viel vielfältiger als was es je vorher gab, man kann jetzt Musik mit den Fingern manipulieren, das was Record Art immer wollte und dann doch zu hakelig war

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  3. wenns ja mal nen anständiges touchscreen gerät für solche anwendungen gäbe… Ipad is zu klein und für andere zwecke gedacht…

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  4. ich find die entwicklungen großartig und wenn man lust drauf hat, hindert einen ja niemand daran, mal wieder irgendwo mit viynl zu spielen… (und parallel effekte u d samples mit dem ipad einzuspielen .. he he) interessant und toll finde ich auch, dass viele der djs die diese musik etablierten, das digitale ding so forcieren. dahin sollte doch die reise gehen. unbegrenzte möglichkeiten. cross the fingers and mess up the waveform ;)

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  5. zum nachtrag…ne die lapjays verachte ich genauso :-P

    bei all der hochumjubelten neuen technik find ich das was dabei raus kommt ehrlich gesagt sehr mau…

    zum thema ipad zu klein… google stellt grad nen touchdisplay laptop vor…ich denke ma darin wird dann auch die zukunft liegen und die pads werden wieder uninteressant da man doch auf dauer zu sehr eingeschränkt ist…

    ach und das playback bezog sich auf die andere gattung djs die nerven zwar nich mit n ipad aufa bühne aber mit ausgeschalteten cd spielern *lach*

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  6. Das irgendwann auch die Tablet’s ins Visier der Softwareschmieden genommen werden war doch eigentlich abzuwarten und ist doch eigentlich eine logische Konsequenz. Zumal auch die mobilen Computer nicht davor gefeit sind irgendwann doch neuere Mobile Geräte ins Abseits zu geraten. Das ist noch alles Zukunftsmusik und die Laptops werden uns noch eine Weile begleiten dürfen, doch wenn die Verkaufszahlen immer stärker rückläufig werden wird mancher Hersteller sich nach und nach aus den nicht profitablen Märkten zurückziehen. Und dann wird wegen ein paar Musikfreaks nicht weiter brav Laptops produziert sondern man richtet sich nach der Masse der Konsumenten. NI hat seine Hausaufgaben gemacht und fängt an sich auf neue Plattformen zu begeben.

    Umso lustiger finde ich wie in manchen Blogs, Gesichtsbüchern und Foren jetzt schon der Teufel an die Wand gemalt wird und man befürchtet das in nächster Zeit sämtliche DJ’s nur noch mit IPads auf der Kanzel stehen.

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  7. Ich sehe schon die ersten, die versuchen “Turntablism” auf einem Tablet zu verbrechen. Aller Fortschritt in ehren, aber wie weit möchte die Industrie diese Spielereien (es gibt auch recht brauchbare Apps / Schnittstellen) noch ausschlachten.

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  8. … wies der Teufel will haben wir heut tatsächlich zum ersten Mal jemanden mit iPad-only da stehen – jetzt grade noch zum Warmup im Foyer.

    Später spielt er im großen Saal mit nem Numark-Pult, in das er das iPad dann reinschiebt. Der Kerl is ü40 und hat zigtausend Vinyls im Keller stehn. Steht aber grinsend und schwingend an seinem weissen iPad :D

    Solange der DJ sichtlich Spass hat und nicht stocksteif nur auf das Tablet glotzt, gibts auch genug fürs Auge. Alles in Butter, ich finds gut. Wenn die iPadsoftware irgendwann ans S4 (oder den Nachfolger o.Ä.) passt, wirds für mich definitiv ein Thema werden.

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  9. Ich finds ein lustiges Spielzeug.
    Die Sachen die man damit machen kann sind schon echt abgefahren.

    Da mich die ganze Technikdiskussion, ob nun mit Schallplattenspieler aufgelegt werden muss oder ein Laptop Dj die coolere Sau ist, überhaupt nicht interessiert. (ebenso wenig wie die aktuelle Techno/House Szene)
    …..
    ist mir das eigentlich fast egal….

    Das geilste sind, wie immer bei solchen Beiträgen, die drolligien Diskussionen in den Kommentaren :D

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  10. @Maximilian: Diese nervige “save the Vinyl” Fraktion geht mir noch mehr aufn Sack als jeder iPad- oder LaptopDJ. Hab Anfang der 90iger Jahre auch Vinyl only gelegt. Und?! Gab halt nix anderes. Und vor lauter schieben und bremsen, is man gar nich richtig dazu gekommen die Tracks richtig zu zerlegen. Das ist heute eben anders und auch völlig Ok. Muß niemandem mehr beweisen das ich in der Lage bin zwei Schallplatten synchron auf zwei MK2s zu bekommen.
    Kommt halt immer auf die Performance an und was man aus dem Mehrwert an Möglichkeiten macht.

    Was mir nämlich am meisten aufn Sack geht sind die Unmengen an Produzenten, die die Clubs belagern und anstatt mit nem anständigem Liveact zu glänzen, mich mit Ihrem langweiligen Dj Sets langweilen, bei denen Sie die überragende Technik nur dazu benutzen, zwei Tracks mit bißchen Filter überzublenden. Wo jeder Vollblut DJ, der jeden Tag seine 2-3 Stunden auf den Geräten übt, die Croud in Grund und Boden stampfen würde. Dazu bekommt er aber nie die Chance, weil die Clubbetreiber einzig und allein daran interessiert sind mit großen Namen Effekthascherei zu betreiben. Wenn solche DJs nämlich wieder mehr den Weg in die Clubs finden würden, dann würde sich auch nich mehr jeder Heini, der rein Koordinativ in der Lage ist n Controller zu bedienen mit dem Teil auch in nen gut besuchten Club trauen und zuhause erstmal weiter schön üben…so wie wir das früher gemacht haben.
    Hach wie waren wir damals aufgeregt…ob der zweifel das wir so weit sind oder doch besser wieder nach Hause gehen und noch etwas üben :D.

    Jaja früher war alles besser…Blahblahblubber

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  11. Ach ja…fast vergessen. Das Teil fetzt…!!!!! Freu mich schon wieder auf die sommerlichen Grillabende an der Elbe inkl. Bluetooth Carhifi und nem iPad statt ner Gittare am Lagerfeuer sitzend. Und das in meinem Alter…herlichst.

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  12. An sich ist der Trecker für’s iPad ne prima Sache, wie es scheint.
    “Gegamechanged” wird ab sofort in meinen Sprachschatz integriert.
    Ich gebe bei aller Hoffnung, das wir irgendwann mal keinen hochempfindlichen Laptop mehr in die DJ booth stellen müssen (sondern ein iPad mit Traktor nebst Soundcard und optional dem Hardware-Controller unserer Wahl) zu bedenken, daß eben das taktile Erlebnis des Schraubens und Drückens fehlen wird. Das Drehen an einem Knopf, der einen definierten Reglerweg hat. Dazu kommt, das man halt immer auf das Teil starren muss, anstatt auf den auf den Dancefloor.. Bisher kam NI ja noch gut weg, weil das Laptop-gestarre gemeinhin als »Serato Face« bezeichnet wird. Reden wir bald von »iPad-Gazing«?
    Also Augen auf, und auf den Dancefloor,

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  13. jeden tag 2-3 stunden ueben? dat schaff ich heute ob all der verpflichtungen eh´ nicht mehr. bischen aufgeregtheit bevor es los geht, ist eigentlich immer ein gutes zeichen. auch heute noch! nach “4 deck wizard” ist fuer mich die neue messlatte “HDJ´ing”. also in etwa sowas wie ne´n hybrid dj, der nicht nur eye´s on floor, sondern auch vinyl on mk´s, mit cd´s in dvj´s und pad´s mit controller´n auf ne´m alten erwuerdigen djm-500, oder auch schon mal ne´m alten dynacord m1 verbindet. das rockt wie hulle und den fraktionen welchen lager´s auch immer, kann ich so mal beherzt mit gudder laune begegnen. diese applefixierung mangels alternativen, macht es da leider nicht unbedingt leichter. schade eigentlich. nice weekend und multitasking koennen frauen auch da besser. (wink to femalesiam)

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