Sven Väth live aus dem Dorian Gray 1987

ich wollt’s ja zuerst gar nicht hier reinnehmen, nachdem ich’s aber auf anderen Kanälen verlinkt hatte und gerade lustige Diskussionen darüber passieren also auch hier: Sven Väth in the Mix 1987, damals noch die Popschlampe.
Solche Mischungen waren damals allgegenwärtig, egal ob Frankfurt Dorian Gray oder Berlin Dschungel, mir kam das alles so wahl- und lustlos vor, das ich kurz mal den Spaß am Ausgehen verloren hatte, was sich erst wieder mit Acid änderte. Es hört sich an als hätte man damals schon den heutigen Hipsterhumor vorweggenommen. Hört ihr Hipster? Nicht mal eure Ironie ist originär!
Was mich allerdings wundert ist das fehlen von z.B. Skinny Puppy und anderem EBM in seinem Set, das war ja die Hochzeit in FFM dafür

02. April 2013 von Tanith
Kategorien: Technohistory | 30 Kommentare

Kommentare (30)

  1. eigentlich war auch 88 in der tiefe des westdeutschen raums noch ein komisches limbojahr mit allerlei pop und den anfängen des 70er retros und diesem undeutlich und schlecht zu decodierenden acid trend der in uk vorrüberzog. 89 fing eigentlich alles an in den clubs. es wurden neue gegründet und es wurde klar das es in richtung beats gehen würde. zuerst hieß das noch tribal oder acid jazz aber tina turner und phill colins waren tot.

  2. stimmt, aber 87 war am schlimmsten, absolute Orientierungslosigkeit, musikalisch alles am Ende. 88 hat man bei Interesse das Licht am Ende des Tunnels namens Acid ja schon erkennen können

  3. ich habe den sven noch in der alten ddr auflegen sehen. das war so 1989 – genau gesagt in der werner-seelenbinder-halle. aber da war definitiv noch kein “licht am ende des tunnels” zu hören. da lief größtenteils chartpop.

    (das stellt seine späteren fähigkeiten als techno-dj jedoch nicht in frage)

  4. in der retrospektive lässt man sich irgendwie zu dem gedanken täuschen, dass house noch nicht “gefunden” war und sets wie dieses quasi die suche darstellen.

  5. haha wow! Sven hat die Dorian Gray Audience schon damals gerickrollt. :-D

  6. Lässt einen als Spätgeborenen ja doch die Sache mit der Vernetzung heute mit ganz anderer Dankbarkeit betrachten. Als ihr ’87/’88 noch den neuen Sound gesucht habt, wurden die Platten aus Chicago ja fast schon wieder schrecklich :)

  7. Der Sven hatte irgendwie nie so richtig was mit EBM am Hut. Das war die Kernkompetenz vom Talla Freitags im großen Club. Und wenn ich an das ganze OFF- und 16-Bit-Zeugs denke, hat der Sven noch ganz ordentlich die Kurve gekriegt ;)

  8. @lame: Chicago hieß damals auch Waxtrax, also Ministry und Revolting Cocks und so :D

    @uwrh: jo, und Talla hat’s dafür kräftig aus der Kurve geschleudert ;)

  9. naja, es gab auch 87 schon interessantere Sets zu hören, aber das geschah dann doch eher im Spanien- oder Italien-Urlaub. Die DJs dort mixten damals schon & hatten viele Platten wesentlich eher als man sie in D-Land bekommen konnte. Ein gutes Beispiel ist da Steve Silk Hurleys Jack Your Body.

    Man sollte nicht vergessen, dass auch das eigene Alter eine Grundlage der Betrachtung ist. Wenn man 87 Mitte Zwanzig war, so konnte einen das Clubgeschehen sicher langweilen, für einen 17jährigen war das erst einmal alles toll & interessant. Außerdem gab es da durchaus interessante Produktionen, die damals noch unter Funk & Soul bzw. Black Music rangierten, die mit House wesentlich mehr gemein haben, als viele Produktionen aus dem EBM-Sektor, denen nicht selten so etwas wie Groove völlig abging. Alles eine Sache der Perspektive.

  10. oh mein Gott! :-)

  11. die Party war tatsächlich nicht 1989 sondern irgendwann Anfang 1990. Und trotzdem war da weder von House und schon gar nichts von Techno zu spüren.
    Auf dieser Party habe ich nebenbei meine erste Groove mitgenommen… und weggeschmissen, weil das eine für mich völlig uninteressante Zeitung über Pop und Blackmusic-Scheisse war.
    Dazu muss ich erwähnen, dass wir bereits Anfang 1990 das erste Tekknozid am Start hatten. “Soul II Soul” und ähnlicher Kram war zu dieser Zeit für uns fast so eine Art musikalische Steinzeit.

  12. Aus der Zeit gabs deutlich bessere Ansätze als die von dem SV.
    Nebenbei gesagt. Jedoch konnt sich jedoch SV sich besser anbiedern und schneller anpassen als manch anderer. Musikalisch erstaunt hatte mich seinerzeit The Harlequin – The Robot & The Ballet-Dancer. Was jedoch weniger an SV als mehr an RH lag. Wie man besonders aus RH letzten Veröffentlichungen klar heraushört.

    Das jubelnde “der Sven, der Sven hat…” war schon immer ein sicherer Komposs für die Ahnungslosigkeit des Aussprechenden. Ist ja auch, zum Glück, nicht Deine Art. Weder das Jubeln, noch die Ahnungslosigkeit, werter Tanith.

    Aber die ihm zugesprochene Originärität des Hipstertums…
    …daran hatte ich noch nicht gedacht. Passt.

  13. @ Wolle XDP
    also ich hab sowohl 88 schon reine Acid-Parties erlebt als auch 1989 das, was man im weitesten Sinne als House-Party bezeichnen kann. Da liefen als warm up besagte Soul II Soul, Coldcut, viel HipHop und zu fortgeschrittener Stunde Acid, HipHouse & Garage-Kram. Die Stunde Null für Techno lässt sich ganz einfach nicht bestimmen und das ist auch gut so. Das Ganze war zwischen 88 und 90 schlicht nicht ausdefiniert und varierte je nach Club, Disco & DJs.

  14. Wenn das live aus dem DG ist, dann allerhöchstens im kleinen Club. Im großen lief sowas eher nicht. Schon 1984 wurde im großen Club eher sowas gespielt (wenn das Nobelvolk so gegen 2:00 Uhr gegangen war).

    http://www.youtube.com/watch?v=JUJARoQ_1y8

    http://www.youtube.com/watch?v=8q6d1fmMaYQ

  15. Witzig! Und jetzt aktuell isser auch wieder so poppig.

  16. @lacasa: acidhousepartys waren vielerorts so ein trenddingens… dabei war das sehr wahrscheinlich sogar eine art “vorrevolution”.
    was ich jedoch auf dieser “sound of frankfurt”-party zu hören bekam, hatte nichts progressives. das war fast ausschliesslich mainstreamdisco… genau wie bei westbam am gleichen ort etwas früher oder später (?)

    vielleicht haben die in dieser zeit selbst was anderes gehört. aber gespielt haben sie großraumdissensound.

  17. in FFM bin ich zu der Zeit nicht ausgegangen, dass kam erst ab 1991. in NRW, speziell Köln und in der Krefelder Königsburg war der Sound vor allem 88 & 89 schon sehr speziell, 90 faserte das wieder etwas auf, dass war auch der Zeitpunkt, wo man sich schon wieder nach neuen Festivitäten umschaute und weiter weg fuhr (Belgien, Holland).

  18. ich weiß gar nicht mehr genau, aber 89 müssten auch die Macht der Nacht-Parties in Düsseldorf gelaufen sein. Mit Westbam. Aber da lief dann schon ausschließlich verschiedene House-Varianten + HipHop/ HipHouse a la 2LiveCrew u.a. ……

  19. An die ersten unter Acid-House-Partys laufenden Verantstaltungen in Magdeburg kann ich mich so für Ende 1990 erinnern. Noch teilweise vom Tape und der Diskjockey hat auch noch Ansagen dazu getätigt. Das ganze fand in Jugendclubs statt. Auch lief da in meiner Erinnerung von den Pet Shop Boys irgendein Remix von “Always on my Mind”. War schon irgendwie lustig.

  20. @Tanith
    Nun, ich höre hier schon auch EBM Elemente, wenn ich sie auch nicht die ID angebe kann. Weatherman und Poison habe ich herausgehört….oder ist und war das zu Hippster :-) oder nicht der reinen Leere entsprechend? Ich weiss nicht ob in dem Gemischwarenladen jemals was wie Too Dark Park im Dorian Gray zu hören war…ich kann mir die Karottenhosen und Golf GTI Fahrer schon gut vorstellen die zu dem Sound abgehen….

  21. Holy .. der Sound, mal durch gezappt, geht mal gar nicht. Zu dieser Zeit wurde ich wenigstens schon durch Kraftwerk / New Order etc. geprägt. Eh alles “too future”. ;)

  22. @wollexdp: Lies dir mal auf mixesdb.com die Playlists der HR3-Clubnight mit Sven von Anfang bis etwa 1994 durch. Die eigentliche Entwicklung weg vom Charts-DJ ist beim Väth da sogar erst ab 1992 klar zu erkennen.

  23. Im ersten Mix DAF – The Gun im 12″ Extended :D
    Der Rest, naja – viele Stücke von Off (Organisation for Fun LP), LL Cool J, Alexander O’Neal, Rick Astley, A Split Second, ABC, Front 242 usw. hör ich da
    Fliegt hier alles noch bei mir rum und setzt seit Jahrzehnten fett staub an *g*
    Trotz alles dem finde ich solche “Zeitdokumente” immer ganz interessant

  24. @whiskytrinker: ist mir bestens bekannt. Ich plaudere dazu mal aus dem nähkästele: ich hatte im april 1991 mein mittlerweile neuntes tekknozid durchgeführt. der tresor hatte frisch eröffnet. ich war am dienstag darauf im fischlabor (ein kleines cafe in schöneberg von den tresormachern). dimitri oder achim stellten mir an diesem abend den sven vor. “ja, richtig… du bist ja in der stadt” sagte ich zu ihm. “ich habe die plakate der dr.alban tour “hello africa” überall gesehen”. wie wars denn in der TU MENSA ??? :)

    trotzdem lasse ich auf den väth nichts kommen. er ist der geborene entertainer. ich kenne keinen anderen dj, der mit so einer magie selbst riesige floors hypnotisieren konnte. ich habe mir das unzählige male angesehen und war jedes mal sprachlos.
    sein musik war nicht immer mein ding, aber als techno-dj war er niemals eine hithure, sondern wirklich souverän.
    dazu ist er ein mensch mit einem offensichtlich exzellentem gesichter-langzeit-gedächtnis. wer ihn einmal persönlich gesprochen hat, den erkennt er wieder. selbst nach jahren. und grüßt freundlich. das ist wohl auch der grund, warum fast jeder meint, der beste freund vom sven zu sein. :)

  25. Egal was für ein Thema Tanith hier vor gibt am Ende liest sich jeder Kommentar so als ob jeder der erste war der Techno gehört oder vielleicht sogar erfunden hat

  26. @fragezeichen finde ich nicht.
    um hier auch im themenkontext zu bleiben, 1987 tief im hinterland der deutschen demokratischen republik, kurz vor der polnischen grenze im land der 3 meere hat mich das alles nicht die bohne…..

    depeche mode schon eher!

    ach und zu den “erfindern” von “techno” nur so viel: http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoxenos
    ansonsten schau dich bei den indischen oder auch afrikanischen naturvoelkern um.

    deshalb ist rhythmus auch von grund auf SCHWARZ. ;-)
    nicht nur in detroit!

    herzlichst

  27. “[...] hat der Sven noch ganz ordentlich die Kurve gekriegt ”

    Kann ich so unterschreiben. Außerdem gehört, wie ich finde, “fusion” zu den besten Alben, die je in der elektronischen Musik produziert worden sind – wenn auch nicht von Väth, sondern von Hildenbeutel.

  28. Zitat Wolle: “dazu ist er ein mensch mit einem offensichtlich exzellentem gesichter-langzeit-gedächtnis. wer ihn einmal persönlich gesprochen hat, den erkennt er wieder. selbst nach jahren. und grüßt freundlich.”

    Das kam mir die Jahre über eigentlich auch immer so vor…aber vllt grüßt er auch einfach nur alle so freundlich!?

    ; )

  29. oh man hier wird eine menge Mist geredet. Fakt ist, dass Sven Väth zu der Zeit viel Pop gespielt hat. War halt so, aber in Frankfurt wurde viel EBM gespielt, sehr viel EBM…kaum House und Techno…und die Berliner waren da auch nicht viel weiter. Klar gab es 90 die erste Tekknozid party. Aber auch dort wurde EBM/ Industrial/Breakartige Beats gespielt. Als Support waren damals And One am start. Dass hatte alles noch nix mit Techno-House zu tun, geschweige denn von dem was aus Detroit rüberschwappen sollte. Ich bin mir noch nicht mal sicher ab wann UR wirklich in Berlin gespielt wurden. Ob sowas wie “eye of the Storm” von 89 wirklich schon auf der ersten Tekknozid lief, das bezweifel ich sehr stark. habe vor kurzen auf einer Detroithompage einen mix aus dem Music Institute von 88 gehört. da lief defenitiv schon der Sound, der erst Jahre später in Berlin angekommen ist. ist leider so.

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