Interview: T-Mag vs. Tanith ’97

>T-Mag: Fangen wir mal mit Deiner Vergangenheit an. Du hattest frueher mit Juergen Laarmann ein Label namens Bash Records, auf dem Du auch selbst produziert hast. Warum gibt es das Label nicht mehr? Was war damals Dein Job bei diesem Label?

>Tanith:
Das war damals mehr als Spass gedacht, es gab zu diesem Zeitpunkt(91),ausser Low Spirit und das laeuft ausser Konkurrenz, keine berliner Labels und wir wollten den Sound of Berlin in die Welt hinaus “bashen”. JL hatte dann mit der Zeit mehr und mehr mit Frontppage zu tun und ich hatte nicht gerade Lust auf den ganzen Papierscheiss der bei so einem Label halt anf‰llt. Also schlief die ganze Sache irgendwann ein. Die Jobs bei Bash waren so verteilt wie jetzt bei Timing Rec. ich mache A&R, producte und kümmerte mich um die künstlerischen Sachen wie Covergestaltung und Gesamterscheinungsbild.

>T-Mag: Nach Bash kennt man Tanith ausschliesslich als DJ und weniger als Producer. Warum hat man so lange nicht eigenes von Dir gehoert?

Tanith:
Wenn man 3 Tage pro Woche am auflegen ist bleibt nun mal nicht viel Zeit zum Produzieren, insbesondere nicht wenn man noch andere Interessen hat, ich lese nunmal auch noch gerne, habe ne Menge Freunde und eine Freundin die auch einen Teil meiner Zeit wollen und dann steht hier noch der Comp und Internet macht auch Spass! Dann muss man in dem Business auch ab und an mal ausspannen, sonst dreht man durch, nur Party, Techno und feiern alleine wuerde ganz schoen bloed machen. Ich hab mir durch das viele Auflegen halt ein passables Studio zusammengespart und lege seit geraumer Zeit nur noch hoechstens zweimal pro Woche auf, dadurch ist jetzt mehr Zeit zum Produzieren und auch fuer ein Label.

>T-Mag: Als DJ war es lange Zeit so, dass in Klammern hinter Tanith “Dubmission” gestanden hat. Warum kam der Wechsel zu Timing Booking?

Tanith:
Der Wechsel kam als ich Holgi und Armin ’94 dazu uebereden konnte eine eigene Agentur aufzumachen, schliesslich hatten die beiden durch das organisieren der Frontpage das Business von der Pieke auf gelernt und wir kannten und schaetzten uns schon seit anno ’92, es war nur ein logischer Schritt mit den Leuten mit denen man auch sonst gut klarkommt zu Arbeiten.

>T-Mag: Timing ist ja nun seit kurzem nicht mehr nur ausschliesslich Bookingagentur sondern auch Recordlabel. Du bist A & R Manager. Wie kam es zur Gruendung des Labels, und wie kommt es, dass man von Tanith nach so langer Zeit wieder etwas eigenes hoert?

>Tanith:
Wieso und weshalb man jetzt wieder neues von mir hoert hab ich ja oben schon erklaert. Zur Gruendung kam es weil wir auf der Suche nach einem neuen Terrain fuer Aktivitaeten waren, immer nur DJen oder Booken ist auf Dauer ja nix, man muss schon mal den Aktivitaetsradius erweitern damit’s spannend bleibt. Die Ideee eines Labels lag auf der Hand, denn ueber die Jahre hat man halt viele leute kennengelernt mit denen man sowieso gerne arbeitet und zudem schwebt uns halt vor das wir das was wir unter guter,neuer Musik verstehen damit besser als nur durch DJing promoten koennen. Das gesamte Timing Team hat halt schon einen etwas anderen Musikgeschmack als das was sonst hier in der Labellandschaft Deutschlands angeht, das wollen wir auf unserem Label buendeln und der Welt anbieten.

>T-Mag: Wir hatten vor fast drei Jahren ja schon einmal das Vergnuegen eines Interviews. Damals hattest Du etwas geaeussert, dass Du mit Olli von Genlog ein Label gruenden wolltest. Was ist daraus geworden?

Tanith:
Wir mussten feststellen das die raeumliche Entfernung doch ein arges Handicap darstellt, jetzt ist es so das wir uns pro Jahr so 3-4 mal gegenseitig besuchen und dabei produzieren und als Labelfuer unsere gemeinsamen Sachen haben wir jetzt Timing Rec.

>T-Mag: Du hast ja, wenn ich mich richtig entsinne, mit einem Freund eine Siebdruckerei fuer T-Shirts. Gibt es die Druckerei noch und wenn ja, hast Du denn ueberhaupt noch Zeit dafuer?

>Tanith:
Nein, wir mussten feststellen das soiwas Profis billiger und besser hinkriegen, zudem ist der T-Shirt Markt ja mittlerweile total ueberreizt, wenn man nicht gerade im richtigen Modemarkt taetig ist kann man sowas nur als “Liebhaberei” betreiben und danach stand uns eigentlich nicht der Sinn. Die Zeit investiere ich lieber in mein Studio.

>T-Mag: Der Kuenstler Tanith hat immer den gewissen Touch, Punk zu sein. Siehst Du das genauso?

>Tanith:
Punk sind meine Wurzeln, ich wuerde mich aber nicht mehr als Punk bezeichnen, aber ich stehe immer noch zu den Idealen der Sache, wenn auch im 90er Update. Ich hoere auch immer noch Musik aus dem Bereich, gestern erst war ich bei Henry Rollins auf dem Konzert, der war ja damals in den 80ern Saenger bei Black Flag und ich muss sagen Hut ab! Der Mann hat’s geschafft ueber die Jahre an sich zu arbeiten, seine Sache zu perfektionieren und das ohne sich an Trends zu haengen oder sich billig zu verkaufen.Das meine ich mit den Punkidealen: stay true to yourself, accept nothing, do your own thing und dazu stehe ich auch heute noch.

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