Alexander Shulgin RIP und Danke für die Pillen


Das muß man auch erstmal schaffen, 88 werden obwohl man sicch als Versuchstier der eigenen Forschung verschrieben hat. Jetzt ist er wohl friedlich eingeschlafen und auch wenn wahrscheinlich in den meisten Nachrufen wahrscheinlich die Warnung vor MDMA dominiert und immer noch davon gefaselt wird das Langzeituntersuchungen bezüglich der Ungefährlichkeit von Exstacy noch ausstehen (wie lange eigentlich noch?) muß man den Pillen, in sauberem Zustand, immerhin zugestehen das sie vielen Menschen eine Musik näher gebracht haben, die sie sonst wahrscheinlich nie verstanden hätten, Menschen miteinander bekannt gemacht haben, die sich sonst nie etwas zu sagen gehabt hätten und dadurch eine Kultur geprägt haben, die bis heute anhält. Manche Dinge warten nur auf das Zeitfenster, bis sozusagen die Chemie stimmt und so war das auch mit MDMA, das bereits 1912 erfunden wurde, von Shulgin wiederentdeckt wurde, aber erst die Kombi aus elektronischer Musik und dem Wirkstoff in Pillenform hat so richtig gezündet, hier in Berlin kam noch die Wiedervereinigung als Faktor dazu. Wer weiß wie das alles ohne diese puddingbrumselige Wirkung der Es, die er gerne als “low-calorie Martini” bezeichnete abgelaufen wäre?
Auch wenn man schon lange aus der Sache raus ist, gilt mein Respekt für Shulgin’s Arbeit und für diese Momente und die Wechselwirkungen, die ohne seine Arbeit vielleicht nicht so möglich gewesen wären.

Kommentare (14) Schreibe einen Kommentar

  1. Zu den Drogen:

    Pillen aus deiner Zeit / meiner Teeny Zeit sind nicht das gleiche wie heute. Früher ging es den Leuten gut, die haben im Schlimmsten Fall ne Kirmes im Gesicht gehabt, aber immer ein dickes Grinsen.

    Heute: Halb tote Menschen, liegen rum oder sitzen rum, im Wachkoma, sind aggresiv, streiten, kämpfen, sind uncool. Vollkommen fertig gemacht von komischer Musik und übertriebensten Lichtern, weichgekocht von psychologisch durchgeplanten Shows.
    Der Konsum ist ein anderer, die bringen sich entweder halb in der Dosis/Mischung um oder machens um coole Koks aus Vagina Bilder zu posten.

    Ich bin Spaßdrogen/Alk sowas von durch und vollkommen dagegen :(

    #notomolly

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    • ich sag ja, solche Dinge haben immer nur gewisse Zeitfenster. Ich bin da auch komplett raus und glaube auch nicht das die Teile heute so wirken können wie damals, allein schon weil die Umstände anders sind. Kenne aber Leute die meinen es gäbe durchaus ab und an noch Qualität. Mich interessiert’s nicht mehr, ich glaube ich habe alles damit erlebt was man erleben kann, der Rest wäre Wiederholungen. Dagegen kann ich nicht sein, weil das muß die jetzige Generation schon mit sich selbst abmachen

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    • naja man kann auch in allem was man sehen will genau dies sehe, aber auch heute gibt es noch genau die (jungen) menschen die wissen, wie und wo und zu welcher musik sie was nehmen.
      Aber ich werd vermutlich auch mal so greisenhaften Dinge propagieren wenn bei mir das “Verfallsdatum” näher rückt. ;-)

      …peace

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    • Die Drogen sind sehr wahrscheinlich oft die gleichen (mal abgesehen von neuen Substanzen, die inzwischen ebenfalls angeboten werden, teils ebenfalls unter dem Namen XTC). Auch war es früher wie heute so, dass auf Partys nicht unerheblich wenige Leute anzutreffen sind, die weniger wegen der Musik als vielmehr wegen des Rausches dort sind.
      Was sich jedoch sehr verändert hat, ist die Gesellschaft. Arbeitsbedingungen/Leistungsdruck/Neid/Stress haben sich massiv verschlechtert in den letzten 20 Jahren und genau das führt weitverbreitet zu den beschriebenen Anzeichen von Depression, Aggression, Streit usw. Die Drogen verstärken sowas mitunter noch massiv – das war aber früher auch nicht anders. Auffällig ist auch, dass Veranstaltungen heute im großen und ganzen, ebenfalls wie beschrieben, “professioneller” (=kommerzieller) durchgezogen werden, ohne sonderlich auf Harmonie, Wohlfühlathmosphäre etc. zu achten. Auch das wirkt sich immer auf die Gesamtstimmung einer Party aus.
      Fazit: Es liegt an den Gästen und den Veranstaltern, nicht an “schlechteren” Drogen und nicht an der Zeit, die vermeintlich nur einen kurzen Moment gut gewesen sei.

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  2. Zieh dir einfach diese neuartigen Pille rein. Molly, angeblich MDMA, Pulver in Kapsel zum Spottpreis. NOCH nur in America vor allem, habs selber probiert. Der absolute wahnsinns Horrortrip, der Gefährlich war, Kokainüberdosis + Besoffen + Hirntot, so ist mensch dann drauf. Uncool und kein Vergleich zu dem, was ich mal als MDMA kennen lernen durfte

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  3. Also ich habe ab und zu ganz selten immer noch viel freude mit xtc und kann nicht bestätigen, dass man davon aggressiv wird oder komatös in der ecke rumliegt. Das machen andere drogen. Meth macht aggro oder keta knocked dich kurz aus. Aber diesen mist nehme ich ja auch nicht. Ein hoch auf die glückspillen! Aber alles, wie so immer im leben, in maßen.

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  4. “Denn seine große Stunde kam, immer wenn er Pillen nahm.”

    war schon eine feine Zeit, als die ersten Dinger geknallt haben. Unvergessen. Für mich bis heute die Substanz, die am meisten Spaß macht(e).

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  5. puuuuh….

    “Menschen miteinander bekannt gemacht haben, die sich sonst nie etwas zu sagen gehabt hätten und dadurch eine Kultur geprägt haben, die bis heute anhält”

    steht irgendwie für sich

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  6. naja, wiederkehrende “sturm und drang” phasen, nehme ich denn sehr wohlwollend bei der heutigen jugend wa(h)r.
    mir immer noch am liebsten, wenn der drummer und lehrer meiner kinder, nach dem unterricht so unterwegs ist, als auf aggro oder k.
    rauchen provoziert ja mittlerweile sowas von, das das eigentlich nur noch beim angel´n oder auf hoher see geht. selbst auf e-zigarrette.

    leider viel zu wenige, die sich wirklich noch auskennen in natur, latein und reagenzglas.

    danke und RAVE ON

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  7. Shulgin fand die Entwicklung seiner “Neuentdeckung” mehr als besorgniserregend. Die Verbindung aus Techno, MDMA und tagelanger Feierei war weit entfernt von seiner Intention.

    Die Umstände mögen sich verändert haben, viele Drogen sind gleich geblieben. In romantischen Gedanken schwelgend und die heutige Feiergeneration überwiegend ablehnend waren die Pillen damals natürlich besser ;) Vielleicht sieht man die Sachen heute selbst nüchterner, im wahrsten Sinne des Wortes.

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  8. erstmal meinen größten respekt und tiefste dankbarkeit für die forschung von shulgin. er hat ja nicht nur das mdma modern gemacht sondern uns alle möglichen tryptamine und phenethylamine versucht in sinn und zweck näher zu bringen und die welt zu einem besseren ort zu machen.

    ich persönlich durfte die “große” zeit leider nicht aktiv miterleben aber fühle mich gekränkt bei so stigmatisierenden aussagen bezüglich meiner generation. ich bin selber anfang zwanzig und meine nachvollziehen zu können, was es mit dem augenöffnenden, philantropischen, die welt als größeres zu begreifenden und charakter bildenden effekten von drogen auf sich hat. nur weil ihr was erfunden habt und euch eure szen

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  9. erstmal meinen größten respekt und tiefste dankbarkeit für die forschung von shulgin. er hat ja nicht nur das mdma modern gemacht sondern uns alle möglichen tryptamine und phenethylamine versucht in sinn und zweck näher zu bringen und die welt zu einem besseren ort zu machen.

    ich persönlich durfte die “große” zeit leider nicht aktiv miterleben aber fühle mich gekränkt bei so stigmatisierenden aussagen bezüglich meiner generation. ich bin selber anfang zwanzig und meine nachvollziehen zu können, was es mit dem augenöffnenden, philantropischen, die welt als größeres zu begreifenden und charakter bildenden effekten von drogen auf sich hat. nur weil ihr was erfunden habt, euch selbst neu erfunden habt und euch euren platz erkämpfen musstet heißt es nicht dass wir kein recht darauf haben. ich mache selber gerade eine aufregende, anstrengende, wunderbare jugend durch und fuhle mich durch solche erfahrungen positiv bereichert. leute ohne selbstreflektion und kontrolle, ohne verantwortung und empathie, die gab es sicherlich schon immer und die wird es auch immer geben. das sind dann die leute die den “anderen” ein solches bild von uns geben. im großen und ganzen ist es ja nicht falsch, die trends gehen nicht alle in die richtigen richtungen und der umgang ist vielleicht “unreflektierter” geworden aber alles andere ist sicherer geworden und die moglichkeit sich allumfassend zu informieren ist so leicht wie nie zuvor, von daher ist es eher traurig dass so eine räudige aufklärung betrieben wird, die das bewusstsein für sowas erst so lockert. ich kenne coole leute und wir haben allen möglichen exzessiven spaß aber vergessen wir nie ein größeres ganzes dabei. in diesem sinne. peace <3

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