Über das Laufen

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Seit genau einem Monat habe ich kein schlechtes Gewissen mehr. Das hatte ich zuvor quasi täglich bei der Hunderunde, wenn ich mir überlegte das ich hier quasi direkt an idealen Laufstrecken wohne und nur mit dem Hund spazieren gehe. Letztes Jahr haben die hier auch tatsächlich noch so richtige Laufstrecken ausgezeichnet, mit Wegweisern und so, die wie mahnende Pfosten alle paar hundert Meter stehen, damit war jede weitere Ausrede natürlich Makulatur. Ich hatte zwar schon paarmal mit Laufen angefangen, muß aber halbherzig gewesen sein, jedenfalls schlief das immer wieder von alleine ein. Ich gaube in der Stadt würde mir das nach wie vor nicht gelingen, ich fand das immer zu blöd erstmal auf Bürgersteigen zwischen Menschen zu laufen um dann ein paar Runden um irgendeinen Park zu drehen, oder erstmal rauszufahren um zu laufen. Hier draußen ziehe ich das ziemlich konsequent seit einem Monat durch und wundere mich fast täglich über die Fortschritte, von denen ich sonst immer nur gehört hatte, aber innerhalb eines Monats die Laufstrecke verdoppeln und die km/h um fast 2 zu erhöhen, das hatte ich vorher immer als so Läuferlatein abgetan.
Ich muß zugeben, ich weiß nicht wie es um die Motivation stünde wenn ich mir nicht eine App dazu auserkoren hätte um meine Läufe zu protokollieren und Nerd der ich in solchen Dingen nunmal bin habe ich sie alle ausprobiert, Runkeeper, weil das schon ewig auf meinem iPhone dahin vegetiert, Runtastic, weil ich bei anderen auf Facebook immer sehe das die gerade einen runtastischen Lauf abgehalten haben, Runmeter, weil mir dort dir Grafiken am ehesten zusagten, MapMyRun, weil hier nicht jeder Kleinkram extra kostet und bin am Ende bei iSmoothRun hängen geblieben, weil ich das mal in einer Aktion kostenlos geschossen habe und mir Darstellung der Fortschritte und Statistiken am besten gefällt überhaupt paßt mir das Flatdesign am besten zum iOS7 und das kippen des Displays wechselt von Listenansicht auf Balkenansicht, BÄM, i’m sold. Weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil: die App kann in so ziemlich jede andere App automatisch exportieren, so das man auch diese weiternutzen kann, wenn man denn will, was ja sein kann, wenn laufende Freunde diese benutzen und man mit denen vergleichen will.
Hier mal eine Gallerie wie die App so daher kommt:


Ich bin z.B. deswegen noch bei Runkeeper geblieben, auch weil da der automatische Upload eines Rennens bei mir nach dem Sync zu Facebook tadellos funktioniert, andere Apps haben da so ihre Macken und das Ergebnis posten ist einer der wenigen Schwachstellen von iSmoothRun, weil z.B. nicht eine anklickbare Karte mitgepostet wird, was aber sehr schön wäre, ist es doch die einzige der vielen Apps, die imstande ist, Geschwindigkeitsunterschiede farblich darzustellen.
Und wenn man schon dabei ist sich selbst zu vermessen, habe ich im Hintergrund auch noch immer Moves am laufen, das auch meine Radstrecken und Hunderunden mitzählt, so das ich ein ziemlich genaues Aktivitätenprotokoll habe, das zudem auch noch optisch recht ansprechend daher kommt.
Das Schöne an der Sache ist, das ich nicht darauf achten muß im richtigen Moment irgendwas zu starten, Moves läuft immer automatisch mit und am Ende des Tages oder Monats weiß ich ziemlich genau wieviel Bewegung ich hatte, ich liebe so einen Kram. Trotzdem schade das Moves letztens von Facebook aufgekauft wurde.
Mein vorläufiges Ziel sind 10 km in einer Stunde, ich habe keinen Plan wann das passiert und fühle ich noch weit davon entfernt, gerademal am Ende jedes Laufs, aber es eilt ja nicht.
Und bevor jemand fragt: Nein, ich habe kein Interesse an Marathons oder Wettläufen, das Rennen im Rudel wird mir wohl ewig fremd bleiben. Ich laufe gern allein, sogar ohne Musik auf den Ohren und am liebsten abends in den Sonnenuntergang rein.
lauf

Kommentare (23) Schreibe einen Kommentar

  1. Parallelitäten: ich habe vor 8 Wochen angefangen und hätte jetzt exakt denselben Post schreiben können (außer dass ich na andere App verwende, egal), jedenfalls sogar dasselbe Fernziel (10km in 1 h), obwohl das gar nicht so sonderlich wichtig ist (aber ne nette Orientierung & Anreiz). Toll und überraschend ist vielmehr, wie entspannend tatsächlich ich das Laufen empfinde. Letzte Woche wg. Halsschmerz mal aussetzen müssen und hat mir tatsächlich schon gefehlt.

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  2. Erst mal Respekt. Alter ist keine Ausrede, sondern Argument für Sport/Laufen. Und Laufen in der Natur, vor allem wo du/wir wohnst/wohnen ist einfach nur GEIL. (Wenn da nicht die Hunde(sitter) wären… Aber bei uns sind die meisten “gut erzogen” – die Hunde). Falls wir uns beim Laufen begegnen (ich eher Sonnabends oder Sonntags), grüße ich mit Namen.
    10 k in einer Stunde ist aber schon ehrgeizig! Das “Problem” beim Laufen ist, dass sich viele schnell überschätzen. Marathondurchschnittsalter 50+…

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    • ja das mit dem überschätzen ist schwierig, gibt dann schnell seitenstechen, und vorbei ists mit der progression.
      also wie immer gilt, lansam anfangen, langsam steigern, und hintenraus zur vollen stunde gas geben bis man nicht mehr kann.
      zeigt dem körper(schaft) man will mehr, langt noch nicht.
      auch 15 minuten länger sind nicht schlecht, um das ziel zu erreichen. machen übrigens sprinter so, also 115 statt 100 laufen.
      ich weiß nicht wie es mit 50+ ist, aber der eine oder andere sprint oder intervalle helfen wunder, das merkt man daran wenn die ersten kilometer sich anfühlen wie auf federn zu laufen….kennt jeder fussballer….

      bis bald;-)

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      • so ähnlich gehe ich das auch an, man braucht eigentlich nur auf den Körper zu hören und fordert ihn am Ende bisschen mehr als er geben will :)

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    • also mit Hunden hab ich nie Probleme, wahrscheinlich weil ich selbst einen habe.
      Ich laufe auch oft Samstag und Sonntag und ich finde es hier auch toll das sich Läufer unterwegs grüßen, in der Stadt war das ja eher so ein gekrampftes Ignorieren

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  3. Laufen ist ja auch seit einigen Jahren ein wichtiges Thema für mich. Seit ich ähnlich wie Tanith mehr oder weniger an den Stadtrand gezogen bin und ein tolles Laufrevier direkt vor meiner Haustür liegt.

    Mich reizt dabei aber mehr immer größere Strecken in schöner Umgebung zu laufen. In welcher Zeit und in welchen Tempo das dann passiert, ist eher zweitrangig. Wer langsam läuft, hat mehr von der Strecke! ;-)

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  4. Hab vor 3 Monaten nach über 5 Jahren Pause auf wieder mit dem Laufen angefangen. Früher war ich auch nur gemütlicher Hobbyjogger. Jetzt hat mich allerdings der Ehrgeiz gepackt! Nächste Woche steht mein allererster “offizieller” Lauf auf dem Programm: Halbmarathon, den ich versuchen werde in 2:06h zu laufen. Ich dachte auch nicht, dass ich jehmals bei einem Wettkampf in so einem Tempo mitmachen werde. Nachdem ich aber so riesige Trainingsfortschritte gemacht habe, bin ich heiss darauf!

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  5. Vor ca. zwei Jahren begann ich ebenfalls mit dem Laufen (nicht auf Asphalt, ich wohne direkt an der Hasenheide). Leider offenbarten sich dabei auf einmal eine Bindegewebsschwäche sowie ein bis dahin unbemerkter Defekt am Meniskus (beides im linken Knie) – was dann tatsächlich auch in einer Knie-OP gipfelte. Seitdem bin ich, was das Laufen angeht, doch ein wenig verzagt und konzentriere mich lieber aufs Schwimmen… :O(

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  6. Na wenigstes hast du keinen Arbeitgeber, der dir deine Laufkilometer auf Facebook nachweisen kann, obwohl du krankgeschrieben bist. Soviel zum Thema Lauf-App

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