Der Booking Knigge

Andreas Henneberg hat mal so ziemlich alle Punkte augelistet, die Veranstalter beachten sollten, damit der Abend für beide Seiten in freudiger Erinnerung bleibt, ich zitiere mal:

Das Booking:
Nein, ein „Hey Alter, was kostet Du so pro Stunde“ via Facebook Messenger, ist keine Booking-Anfrage. Ja, Wirklich nicht! Wenn Du all die unübersehbaren Hinweise in Fettschrift welche direkt auf den Booking-Kontakt verweisen übersehen hast, zeugt das lediglich von Ignoranz und wirkt äußerst Unseriös.

Die Location:
Ja, es ist schwer als neuer, unbekannter Veranstalter an die coolen Clubs der Stadt ran zu kommen. Nein, ich kann leider wirklich nicht in der Discothek „Flirt“ für Dich spielen, weil die Leute dort ganz sicher nichts mit meiner Musik anfangen können. Nein, dort kommen auch keine Leute extra wegen mir hin, es ist halt eine Discothek!

Der Name des Events:
Nein, Tekknoattack, Klangextasentherapie, oder Bassocalypse sind keine Veranstaltungen auf denen ich super gern mal spielen möchte.
Ja, der Name, das Design, die Texte und die Wertigkeit der Werbung sagen ungemein viel über Dich und die Qualität deiner Veranstaltung aus.

Die Gage:
Ja, die Booking-Agentur verhandelt mit Dir über den Preis.
Nein, ich kann Dir da keinen Kumpeldeal anbieten.
Ja, ohne Booking-Agentur kann, darf und will ich nichts mit Dir fest machen.
Nein, das hat nichts mit meiner arroganten Art zu tun, sondern mit Fairness meiner Agentur gegenüber.

Die Reise:
Ja, es ist viel günstiger von Berlin nach Istanbul mit Regionalbahnen zu pendeln.
Nein, ich kann da leider keine Rücksicht auf Euer Budget nehmen.
Ja, die Booking-Agentur wird die Reise buchen und nicht Du selber.
Nein ich möchte nicht früh um 6Uhr schon ankommen und am nächsten tag den 22uhr Flug nehmen da ich um 12Uhr schon aus dem Hotel raus muss weil der Late-Checkout zu teuer war.

Das Hotel:
Ja, es muss mindestens ein 4 Sterne Hotel sein! Nein, es geht kein Ibis Hotel!
Wenn man pro Woche (7 Tage) bis zu 4 Nächte nicht im eigenen Bett schlafen kann, ohne sein eigenes Kissen, Kuscheltiere, Gummispielzeug, oder auch jemanden der einem das Frühstück ans Bett bringt, dann möchte man doch bitte wenigstens in einer halbwegs gemütlichen Umgebung aufwachen. Der Wunsch nach Late-Checkout, einem großen & gemütlichen Bett, einem vernünftigen Bad und im Idealfall einer Kaffeemaschine auf dem Zimmer haben nichts mit Star-Allüren zu tun.

Am Club ankommen:
Ja, es ist irgendwie ungünstig, wenn die Türsteher einen nicht rein lassen, weil man einen großen Alukoffer dabei hat, wenn man Eintritt zahlen soll, oder sich bitte hinten in der Schlange anstellen möge, während Du telefonisch nicht erreichbar bist!

Der Technical Rider:
Ja, Ihr erwartet von Euren Künstlern, für die Ihr Geld bezahlt, dass sie Ihren Job gut machen. Also gottverdammt nochmal versucht wenigstens Euren Job ebenfalls zu machen und lest den Technical Rider! Die Leidtragenden sind das Publikum und der Künstler, wenn die Show nur auf halber Kraft, oder im Worst-Case gar nicht gespielt werden kann.
(Der Technical Rider ist eine Auflistung an Technik, welche zur Verfügung gestellt werden muss um den Auftritt des Künstlers zu ermöglichen)

Das Line-Up & der Warm-Up-Dj:
Ja, ich weiß… Euer Kumpel kann super mit Traktor umgehen und kommt sicher bald ganz groß raus. Dennoch sind 138bpm Hardtechno nicht auf jeder Veranstaltung das ideale Warm-Up.
Note to yourself: Wenn man die Leute schon am Anfang verheizt ist den Rest des Abends nichts mehr zu holen!

Getränke:
Ja, es ist völlig in Ordnung, wenn Ihr keine Getränkemarken mehr übrig habt, wegen Euren ganzen Kumpelz. Aber sorgt doch bitte wenigstens dafür, dass ein paar Drinks auf der Bühne stehen, wenn man 3 Stunden bei Saunatemperaturen auf den Beinen bleiben soll.
Nein, ich möchte stattdessen kein Koks, Speed, Peppen, Pillen, Gras, Keta, oder Pfeffi!

Der Light-Jockey & der Techniker:
Nein, keiner der etwa 30 volltrunkenen hier auf der Bühne, scheint zu wissen wo die sind. Ja, die werden sicher bei „den Anderen“ im Backstage sein.

Der Backstage:
Nein! Der Backstage ist keine mit Rauch durchzogene Drogenhöhle hinter der Bühne, in der Eure Kumpelz und Kumpelz-Kumpel damit beschäftigt sind, den Kühlschrank schnellstmöglich leer zu machen.
Ja, klingt total verrückt, aber es könnte auch ein Raum sein in dem man nach dem Gig seine verschwitzten Klamotten wechseln, was Kühles trinken und kurz ausruhen darf.

Die Gagen-Auszahlung:
Ja, die Party war irgendwie nicht so gut besucht, vielleicht lag es an der fehlenden Werbung?! Nein, ich bin kein arrogantes Arschloch, weil ich Dir jetzt nicht mit der Gage entgegen kommen möchte.
Note to yourself: Ich mache meinen Job, Du machst Deinen Job.
Wenn der eine seinen Job nicht richtig macht, sollte der andere dafür nicht bezahlen müssen!

Das Taxi-Geld:
Nein, ich möchte nicht dass Du mich zum Hotel fährst mit 1,8 Promille und tellergroßen Pupillen. Ja, ich kann mir ein Taxi nehmen. Ja, das kostet Geld. Ja, wär super, wenn Du deswegen jetzt EXTRA noch mal zur Kasse gehen würdest um das zu holen. Ja, ich brauch dann auch das Taxi-Geld, um morgen vom Hotel zum Bahnhof/Flughafen zu kommen. Nein, 10,-€ werden dafür nicht ausreichen…

Die Verabschiedung:
Ja, „hau rein Alter, bis zum nächsten mal“ zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit & feel free to share!

gez. A. Henneberg?

Freundlicherweise hat die Dienstagswelt dann auch noch die andere Seite der Medaille beleuchtet und zusammen genommen könnte daraus ein Agreement werden, mit dem beide Seiten zufrieden gestellt sein dürften:

Teil 2:
Nachwuchs Djs und diejenigen, die es einmal werden wollen…
Das Booking:
Nein, ein „Hallo, ick wollt ma fragen ob ich ma für euch Mukke machen kann. Lege mal softer und mal härter auf – je nachdem“ via Facebook Messenger (und mit 4 Rechtschreibfehlern garniert) ist keine ernst zu nehmende Booking-Anfrage. Ja, wirklich nicht! Wenn Du all die unübersehbaren Hinweise in Fettschrift, welche direkt auf das Booking-Formular, die extra eingerichtete Email-Adresse und den Anfrage-Leitfaden auf der Seite der Veranstaltung verweisen, übersehen hast, zeugt das lediglich von Ignoranz und wirkt äußerst unseriös.

Du und meine Veranstaltung:
Ja, es ist schwer als neuer, unbekannter DJ auf die coolen Events in den coolen Clubs der Stadt gebucht zu werden. Nein, ich kann dich leider nicht am kommenden Wochenende noch mit auf’s Lineup quetschen, weil die Leute dort ganz sicher nichts mit deinem Geballer anfangen können. Und deine 4 Kumpelz, die extra wegen dir kommen (und natürlich auf der Gästeliste stehen sollen) sind vermutlich auch die einzigen, die wegen dir auflaufen. Das macht deine Anfrage nicht attraktiver!

Der Name des DJs:
Nein, Schnulli & Bulli, DJ Bratze, Techno-Manni oder Alois Gumfelkrebsler sind keine Künstlernamen, die man als Veranstalter unbeding mal auf dem Lineup des eigenen Events sehen wollte. Ja, der Name, die Assoziationen, deine Promotexte und die Wertigkeit der Selbstdarstellung sagen ungemein viel über Dich und die Qualität deiner Musik aus.

Die Gage:
Ja, die Gagenhöhe richtet sich in erster Linie nach der zu erwartenden Resonanz beim Publikum. Du brauchst und solltest nicht umsonst spielen – aber Beschwerden, dass der Mainact zehn mal so viel bekommt, sind unangebracht. Denn wegen ihm kommen sicher nicht nur seine 4 Kumpels – und im Zweifel hat er auch schon 10 mal mehr Releases raus als deine zwei Homrecordings, die man auf deinem Soundcloud-light Account runterladen kann.

Die Anreise:
Ggf. zu zahlende Reisekosten werden beim Booking vereinbart. Dazu gehören auch Taxifahrten. In deinem Zweitjob als Kellner im Café der Mutter deiner Freundin fragst du auch nicht am Abend, ob man dir nicht noch 20 Euro Taxigeld auszahlt. Du fragst nicht mal nach nem Busticket – du kümmerst dich selbst drum! Also erwarte das auch nicht vom Veranstalter – oder kläre das rechtzeitig vor dem Event.

Am Club ankommen:
Ja, du solltest rechtzeitig vor der vereinbarten Zeit vor Ort sein – und nicht 10 Minuten nach dem Beginn deiner Playtime mit den Worten“ Sorry du, ich hab’s irgendwie nicht gefunden“ auflaufen. Auch solltest Du zusehen, dass Du telefonisch erreichbar bist – denn auf so einer Party kann alles mögliche passieren, was eine unmittelbare Absprache mit dir erforderlich macht – auch wenn du noch nicht vor Ort bist!

Der Technical Rider:
Ja, Ihr erwartet von den Veranstaltern, dass sie Ihren Job gut machen. Also gottverdammt nochmal versucht wenigstens Euren Job ebenfalls zu machen und kommt mit den technischen Anforderungen rechtzeitig rüber. Am besten ist es, ihr verfasst mal sowas wie einen Technical Rider! Da steht drin, was ihr an Technik haben wollt, wieviel Platz ihr auf dem Pult benötigt und ob es irgendwelche Besonderheiten zu beachten gbt. Das Leben ist kein Wunschkonzert – aber nur wenn der Veranstalter weiß, was ihr erwartet, kann er dafür sorgen, dass ihr zufrieden seid. Die Leidtragenden seid sonst am Ende ihr und das Publikum, wenn kurz vor Setbeginn wieder improvisiert und umgebaut werden muss – oder deine Show im Worst-Case gar nicht gespielt werden kann, weil leider niemand zufällig dieses Spezialkabel für deinen in Kleinasien erworbenen, namenlosen Supercontroller mit diesem komischen Stecker hat.

Das Line-Up & der Warm-Up-Dj:
Ja, ich weiß… Du kannst super mit Traktor umgehen und kommst sicher bald ganz groß raus. Dennoch sind 138bpm Hardtechno nicht auf jeder Veranstaltung das ideale Warm-Up. Note to yourself: Ein Warmup DJ führt die Gäste gefühlvoll und mit geschicktem Setaufbau in den Abend und sorgt dafür, dass die Gäste in Tanzlaune geraten – und erwartet nicht, dass sie beim Ankommen auf der Veranstaltung schon fit für’s extatische Finish sind.

Getränke:
Ja, es ist völlig in Ordnung, wenn Ihr wegen Euren ganzen Kumpelz nach 20 Minuten schon keine Getränkemarken mehr übrig habt. Aber erwartet nicht, dass der Veranstalter Euren ganzen Tross den Abend über mit Vodka Red Bull versorgt. Wenn ihr Eure Kumpelz den Abend frei halten wollt, so ist das Eure Entscheidung – die Eurer Budget betrifft. Der Veranstalter kann im Zweifel helfen, faire Deals mit der Bar zu treffen.
Darüber hinaus kommt es auch nur in Ausnahmefällen gut an, wenn ihr vollkommen betrunken oder zugedröhnt ans Pult geht und dem DJ vor Euch auf die Platten sabbert, während ihr an den falschen Knöpfen rumfummelt. Und der Veranstalter ist auch nicht der ideale Ansprechpartner für Koks, Speed, Peppen, Pillen, Keta, oder die schnelle Nummer im Backstage!

Der Techniker:
Nein, der Techniker wird nicht bezahlt, weil der Veranstalter sonst zu viel Geld verdienen würde. Und auch nicht, weil er keine Ahnung von Veranstaltungstechnik hat. Am Besten, du hörst ihm mal zu, beherzigst seine Anweisungen und machst ihn dir nicht zum Feind. Weil du in dem Spiel immer den Kürzeren ziehst.

Der Backstage:
Nein! Der Backstage ist keine Raucherhöhle, in dem Du mit all deinen Kumpelz und Kumpelz-Kumpelz den Abend über die Bong kreisen läßt – während ihr Euch beeilt, den Kühlschrank schnellstmöglich leer zu machen. Ja, klingt total verrückt, aber er soll ein Raum sein, in dem man seine Klamotten lassen, nach dem Gig runter kommen und auch mal das ein oder andere nette Gespräch führen können soll.

Die Gagen-Auszahlung:
Ja, die Party war voll und alle hatten viel Spaß. Vielleicht lag es am guten Ruf des Veranstalters oder dem hohen Werbeaufwand?! Nein, ich bin kein arrogantes Arschloch, weil ich Dir jetzt nicht noch was extra on top auf die vereinbarte Gage lege. Weder kennst du meine Kosten noch jammer ich rum, wenn’s mal nicht so gut läuft. Ein professioneller Veranstalter schaut über die Einzelveranstaltung hinaus und kalkuliert seriös – und zahlt nicht nach Kassenlage.
Das Taxi-Geld:
Du hast mit dem Veranstalter ein Taxigeld vereinbart? Prima – dann kann ja beim Heimweg nichts schief gehen! Ansonsten darfst du dich gerne fragen, ob dieser Luxus aus der Gage bestritten wird, die du gerade erhalten hast.

Die Verabschiedung:
„Digger – ich mach mal los, beim nächsten Mal will ich aber die Primetime haben“ zeugt von einem gesunden Selbstbewusstsein.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit & feel free to share!
gez. R. Reintjes (nach einer Idee von A. Henneberg)

Kommentare (29) Schreibe einen Kommentar

  1. gut vollständig. nur ein paar dinger dazwischen fehlen noch.

    zb der:
    nein lieber booker. mein club fast nur maximal 250 leute und wenn ich deshalb was von einem maximalen “budget” geschrieben habe, dann meine ich das auch so. es ist mir egal, ob der dj mit seiner familie anreisen möchte, meilen bei delta airlines sammelt oder noch 3 tage in berlin bleiben möchte, diese kosten sprengen das budget und die angeblichen 10% gagenreduzierung geben mir nicht die möglichkeit, diese kosten zusätzlich zu übernehmen…”

    und nein, lieber dj. wenn wir vereinbaren, dass du mit eigenem auto anreist und ich dafür die fahrkosten übernehme, bedeutet das nicht, dass ich die verleiher-miete für eine mercdes s-klasse und deinen fahrer bezahlen werde.

    und nein. lieber veranstalter, wenn wir vereinbaren, dass ich in einem kleinen und günstigen hotelzimmer mit spätauscheck wohnen werde, ist damit weder ein platz im schlafsaal einer jugendherberge und auch kein zimmer in deiner afteraua-butze gemeint, sondern ein kleines, günstiges hotel mit laidcheck.

    und ja, ich möchte das vereinbarte taxigeld für die fahrt zu flughafen jetzt haben. wenn dein bruder mich morgen tatsächlich pünktlich vom hotel abholt und mich bringt, dann gebe ich es ihm gern zurück.

    und ja, wenn in meinem technical rider was von monitorbox rechts oder recht und links steht, dann muss dein techniker jetzt eben einen zusätzlichen monitor für die rechte seite heranschaffen oder den linken auf die rechte seite umbauen.

    und ja, “monitorbox vom dj regelbar” heisst nicht, dass ich dafür jedes mal einen techniker rufen muss, sondern dass da ein regler zumindest in der nähe des dj-pultes sein sollte.

    und ja, wenn du mit mir eine feste auflegezeit vereinbarst und ich pünktlich am veranstaltungsort bin, dann möchte ich nicht darauf warten, bis dein zugekokster dj-kumpel endlich damit fertig ist, sich selbst zu feiern, sondern akzeptiere maximal eine verzögerung nach meinem ermessen. die halbe stunde überziehung reichen jetzt. auch zum wohle deiner gäste.

    und nein. ich finde deinen aufwand mit den vielen verschieden farbigen vip-bändchen, deinen riesengroßen und aufwendigen backstage mit buffet und freigetränken nicht cool. ich hätte mich mehr darüber gefreut, wenn du in dieser drecksdisse mittels ton, licht und deko dafür gesorgt hättest, dass deine zahlenden gäste hier eine party feiern wollen.

    und nein liebe bookingagentur. ich habe dj xy gebucht. wenn dieser jetzt nicht kann, weil er lieber in ibiza auflegen will, möchte ich nicht dich oder deinen kumpel als ersatz, sondern meine vorrauszahlungen auf heller und pfennig zurück und werde euch die kosten für meinen ausgefallenen event in rechnung stellen.

    und nein lieber veranstalter. wenn ich schreibe, 50% vorkasse bis zum 1. des nächsten monats, ich euch am 2., 4, und 6 mehrfach deshalb anmahne und dann am 14. immer noch kein geld auf dem konto habe, dann fühle ich mich nicht mehr an das booking gebunden und nehme selbstverständlich ein anderes booking war.

    und ja, lieber veranstalter. ich habe mit verständnis für deine zahlungsprobleme. deshalb habe ich mit dir auch eine ratenzahlung vereinbart. wenn du deine raten trotz unzähliger mahungen über monate nicht zahlst, ohne mit mir in kontakt zu treten, dann wundere dich bitte nicht über post vom gerichtsvollzieher und dass dein name auf der “schwarzen liste” der bookingagenturen steht.

    die liste könnte ich unendlich fortsetzen. :)

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    • monitorboxen… guter punkt, der von veranstalterseite wirklich gern vernachlässigt wird. durch lange kabelwege oder diverse zwischengeschaltete verstärker verursachtes delay auf den dingern macht ja auch immer riesenspass beim auflegen ;)

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      • der gast

        ist sauer, weil er erst nach den tuerstehern und eintritt zahlen, nicht oder sehr spaet erfaehrt, das er fuer dj xyz nur 850 km anreise in kauf genommen hat, aber dj xyz weder anwesend ist, noch auftauchen wird. meistens nicht mal gebucht.

        ist sauer, weil an der bar red bull vodka verkauft wird, aber weder red bull, noch vodka in seinem glas sind. dafuer ein ganzer eisberg gefrorenen wassers.

        ist angepisst, weil die tuersteher und clubangestellte an der tuer abgenommene btm einer zweitvermarktung zufuehren.

        ist stinksauer, weil an der garderobe trotz vorhandenem personal und wertmarke, weder jacke, noch portemonaie, noch brille, noch medikamente, noch gummi´s, noch btm, noch was auch immer zurueckerhaelt.

        sieht die roten led´s und denkt, der mixer macht gerade einen selbsttest, weil der dj mit ausgeschalteten CD-playern, ausgeschalteten plattenspielern, einer nicht angeschlossenen mixconsole und vom dj nicht mit den grell roten led´s korrespondierenden fadern auflegt.

        wird wuetend, wenn er streit schlichten will und dafuer von den tuerstehern, oder irgendwelchen marodierenden jugendbanden mit hintergrund welcher art auch immer verpruegelt wird.

        wird zum dj verschwinden lassenden ehemann, weil der dj im backstage die ehefrau des gastes anmacht und sie dem dj auch nach einem btm-cocktail vom dj ueberreicht, immer noch keinen in der dj kanzel blasen will.

        kommt nicht mehr in diesen club, weil die anlage vom techniker falsch eingestellt, verzerrend, halb kaputt, vom dj mit den greLL roten LED´s auf dem master-out, das trommelfell zerfetzt bekommt. diesen irreversiblen schaden am gehoer, nicht als berufskrankheit anerkennen lassen kann, so wie der dj und techniker und dem veranstalter gerne mal selbiges mitteilen wuerde.

        genervt von dannen zieht, weil der dj scheisse auflegt, nicht mixen kann und auf der deklarierten angekuendigten DEEP HOUSE Party, nur uralter detroit techno und bunker hardcore gabba laeuft.

        nicht staendig von anderen gaesten auf btm angesprochen wird, nur weil er ueber 40 oder 50 ist und auch so aussieht.

        als an der bar, respektive auf der bar oder den boxen tanzender oldskoolraver abgestempelt wird und von den anderen gaesten, dem veranstalter, den dj´s e.t.c. auf seine auf tasche liegende btm angesprochen wird.

        die roten LED´s am dj-pult, sich zu spiralfoermig mutierenden rotaugenklapperschlangen verwandeln, weil an der bar kein red bull vodka im glas war, sondern der btm cocktail, den die ehefrau mit dem ehemann vom dj getauscht hat.

        es generell zu voll, zu laut, zu billig, zu teuer und vor allem keine tanzflaeche vor all den rumstehenden spacken zu erkennen ist.

        endgueltig benommen zur naechsten party wankt, weil der dj voellig besoffen, mit dem verstrahlten techniker und dem saeckeweise geld scheffeldem veranstalter, voellig zugekokst als LIVE-ACT brillieren, waehrend die anderen dj´s auf ihre gage hoffen, jedoch von den security´s verpruegelt werden, weil die dealer mit dem grossteil des geldes verschollen sind, was sich auch in der nun nicht ganz so prall gefuellten abendkasse niederschlaegt.

        schlussendlich laengst wieder zu hause ist, waehrend die polente die party stuermt, um minderjaehrigen prostituierten den ausweis zu kontrollieren, waehrend luden, kutten, e.t.c. eine zuenftige schlaegerei mit auf die tanzflaeche fliegenden, plattenspielern, CD-Playern, voller roten LED´s leutenden nicht angeschlossenen, im selbsttest befindlichem mixer und laptops anzetteln.

        auch das koennte man beliebig fortsetzen.

        nicht nur als gast, sondern auch als musiker, dj und veranstalter.
        soweit auseinander, sind da alle nicht. :-) :-) :-)

        RAVE ON

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  2. Ein dreckiges business und auch ein Grund, warum ich sowas nie mehr intensivierte, als ich Bock drauf hatte.

    Und immer wieder kommen mir die ganzen Technodokus der letzten Zeit in den Sinn, wodurch man zwangsläufig das Gefühl bekommt, dass sich o.g. Auswüchse so gar nicht mit dem decken, wie und wofür “Techno” einst mal angetreten ist…

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    • nenn mir ein Business das mehr heitideiti läuft, Techno befindet sich ja schließlich nicht außerhalb der Gesellschaft sondern mittendrin, von daher sind auch hier keine paradiesischen Zustände zu erwarten.
      Trotzdem finde ich in der Branche oft noch mehr Freiheiten für die Protagonisten, als in vielem was mir andere aus ihren Branchen berichten

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  3. Die Forderung mit den 4 Sternen und Kaffeemaschine auf dem Zimmer halte ich mal sowas von ätzend und übertrieben. Es kommt doch auf die Veranstaltung,den Ort und die Uhrzeit an. Zum Ausschlafen reichen auch zwei Sterne, genauso wie das Bett zwei Kategorien höher eben auch ungemütlich sein kann…

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    • vielleicht braucht niemand 4 sterne. aber du kannst dir sicher sein, dass die “besternung” in der regel einiges über das hotel aussagt.
      ich persönlich mag keine minizimmer mit eckliger trockender dauerbelüftung (zb ibis-hotels), keine durchgelegenen betten, fehlende gardinen, eisenbahngeräusche, dünnwandige schlafkabinen, gemeinschaftstoiletten etcpp.. ich mag auch keine unbesetze rezeptionen bzw abgeschlossene hotels, vor denen man 6 uhr morgens eine stunde in der kälte steht, bis die betreiber dann endlich die tür aufschliessen…
      ich mache meine bookings jedoch am liebsten selbst. da können die veranstalter immer auch nachfragen, wenn sie zb eine günstige pension haben, über die sich keine ihrer künstler beschwert hat. aber in den vertrag muss es erstmal richtig rein. da macht man so seine erfahrungen.

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  4. Das könnte man von den verschiedensten Positionen erweitern. Vielleicht wird ja mal ein Almanach daraus…

    Der Techniker:
    - Ja, die roten LEDs sind bezahlt, das heißt nicht das die auch leuchten müssen.
    - Schön das Du mir vorher nen Rider geschickt hast, Dumm nur, das es der alte aus dem letzten Jahr ist, und der Platz jetzt nicht mehr reicht. Nein ich kann nicht während die Party läuft an der Bühne anbauen.
    - Ach doch Plattenspieler?
    - Nein, ich kann dir keine Getränkemarken mehr geben, wende dich doch bitte an den Veranstalter.
    - Nein ich glaub nicht das deine Kumpels an der Bar Freigetränke kriegen, wenn sie sagen das es für dich ist.
    - Nein ich habe deine Gage nicht auf Tasche, wende dich bitte an den Veranstalter. Kleiner Tip: Halte die Rechnung bereit.
    - Wie gesagt…Rote LEDs und so…
    - Nein, neben den Stromanschlüssen auf dem Pult, ist nicht der richtige Ort für dein Bier. Nein auch nicht für deinen Vodka-E.
    - Nimm die Kippe vom CD-Player, aber ganz schnell! Da steht der Ascher.
    - Nein ich habe immer noch keine Marken für dich.
    - Doof… Das war der Netzstecker vom Mixer… Ich hab doch gesagt, das ich dein Traktor anschliesse.
    - Wir haben erst 20 Minuten geöffnet…. Dir ist schon klar, das die Gäste wissen, das DU der Opener bist, und lieber später kommen?

    Naja, und so weiter…

    Antworten

  5. Find das reichlich gehässig gegenüber denen, die ja jeweils Partner für eine Nacht sind, nicht Gegner. Den Witz versteht ich da wohl nicht.

    Antworten

    • @quinto:

      gehässigkeit seh ich hier mal überhaupt nicht, nur erfahrungswerte. heisst ja nicht, dass gleich alles auf einmal kommen muss, was nun wirklich der absolute worst case wäre, aber im endeffekt kann mensch mit ein paar jahren aktiver nachtlebenerfahrung als dj und/oder promoter jeden der genannten punkte als “schon erlebt” abhaken, auch wenn das zuweilen natürlich überspitzt formuliert ist.

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    • Nachdem in dem ganzen Biz eine Menge Leute mit Ego und mangelhaften Selbstreflektion stecken… Das sind Schwanzvergleich.

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  6. Viele Probleme entstehen durch Ignoranz für die Aufgabe des anderen.

    DJs

    Playtime überziehen ohne Absprache mit dem Veranstalter und den nachfolgenden DJs

    an den Einstellungen der Anlage ungefragt rumspielen und die Gains, obwohl sie abgeklebt sind trotzdem aufreissen

    Getränke ansaufen und nicht leertrinken und wieder neue fordern

    Barpersonal

    zuviel labbern und flirten, statt den wartenden Gästen Getränke zu verkaufen

    im Leerlauf nicht die das Leergut ordentlich stappeln und die Getränkekühlschränke nachfüllen

    Gäste

    Getränke reinschmuggeln, den Dj vollabern im Set, Autos auf dem Parkplatz beschädigen und Rumgröhlen vor dem Club

    Veranstalter

    Ohne Grund ins Mischpult greifen, sich abschiessen währen dem Event und unauffindbar sein in der Mitte der VA.

    Antworten

  7. “an den Einstellungen der Anlage ungefragt rumspielen und die Gains, obwohl sie abgeklebt sind trotzdem aufreissen”

    Nicht schlecht. Eines der wichtigsten Werkzeuge des DJs funktionsuntüchtig machen und dann rummaulen, wenn er es ignoriert.

    ;-)

    Antworten

  8. meine top 3

    gast
    wird mit give aways überrascht
    roxy, prag & now & wow, rotterdam

    va
    food-rider, war vor 10 jahren wichtig und ist heute bestimmt ein muss, außer man ist alleinunterhalter

    artist
    eine professionelle rundumbetreuung durch autorisierte person(en), außer man ist alleinunterhalter

    Alles was oben muckiert wurde kann man auch andreasrum sehen. Demnach kann ich nur positve Bespiele anbringen wie das Stammheim, Kassel; Kassablanca, Jena; Sziget Budapest; und für marinelli Boogaloo, Pfarrkirchen
    In Berlin haben die Lady (Christine, Ina, Vela…) gerockt. Auch in guter Erinnerung der Abend mit Wolle, Boris und Hans Nieswandt.
    http://www.youtube.com/watch?v=V04AYdW7w4o

    Antworten

  9. Ja, es gibt sie noch die Veranstalter die professionelle Dienstleister buchen wollen und nein es gefällt uns nicht, wenn du dank Konsum, mit deinem tollen Egofilm ein Set spielst, was du schon immer ausprobieren wolltest und damit den Club leerst. Nein, es gefällt uns auch nicht wenn Du auf play drückst und Dich dann deinen kiffenden Kumpels zuwendest… übrigens wenn wir “live” bestellen, meinen wir live! Das Abspielen Deiner eigenen tracks, ist nicht zwingend live und nein es juckt uns nicht das sie bei soundcload tausende likes haben. Wir wissen natürlich auch das wir promoter sind und für Publikum sorgen müssen…aber, 5 Minuten vor dem Gig kommen…schnell sein Set runterleiern und dann nach abfingern der Gage, in seinen Stammclub feiern gehen…den Du im Vorfeld ausgiebig beworben hast und alle Deine Freunde dahin bestellt hast…Lieber Profimusikant, dass ist alles aber nicht professionell….

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  10. grüße an mc schäumer, vor 15 jahren haben wir unsere boys & girls b2b besser untergebracht, da war berlin ein experimentierfeld unter der woche, mehr nicht – sorry – obwohl 2nice, irie daily und barney millah haben sich sehr bemüht. aber das war ne komplett andere va

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  11. immer türdeal im glashaus, für mehr hats nicht gereicht, aber für unsere boys & girls – war das ne nummer.

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