Butter bei die Fische: Streamingvergütungen oder 1 Millionen Streams und was davon ankommt


Über Streaming hatten wir es ja letztens erst.The Trichordist hat mal dankenswerter Weise einige Quellen zusammen dividiert um die Vergütung von Streams auszurechnen, betonen aber auch selbst, das das keine endgültige Rechnung ist, da die Transparenz von Seiten der Dienste nach wie vor fehlt. Trotzdem unterstreicht es m.E. meine These das hier die falschen reich werden, die man dort präsentiert bekommt. Wie man an obiger Liste ersehen kann, ergeben die 1 Millionen Plays eines Indieartists 5210 Dollar bzw. 0.00521 Cent pro Play, ist m.E. nur nominal von Diebstahl entfernt. Das Listing bezieht auch andere Streamingdienste mit ein, die Zahlen unterscheiden sich aber kaum,bzw. je höher die Vergütungen desto mieser wird der Dienst überhaupt genutzt. Man muß in Millionen rechnen und auch dann rechnet sich’s kaum, wer errreicht schon Millionen Plays? Auf Youtube sind das laut Rechnung 0,33%. Eine weitere Rechnung die aufgemacht wird, ist, das ein Artist 3 Millionen Plays auf den beiden größten Streaming Plattformen benötigt um den Gewinn von 1125 verkauften Alben auf iTunes zu generierern oder: “Each 10,000 albums sold on iTunes (or 100,000 song downloads) generates $70,000 in revenue for the solo artist or band. To achieve the same revenue per 10,000 fans in streams, the band has to generate 30 million streaming plays (as detailed above) if they are distributing their music across the most common streaming services including Spotify and YouTube.” Wenn man nun noch einberechnet, das die meisten Projekte und Bands aus mehr als einer Person bestehen, was bleibt da noch?
Man schließt mit dem Resumé:
“This appears to confirm our suspicion that the internet has not created a new middle class of empowered, independent and DIY artists but sadly has sentenced them to be hobbyists and non-professionals”

Noch mehr ernüchternde Statistiken eben dort

Kommentare (18) Schreibe einen Kommentar

  1. Verdienen daran tun nach wie vor nur die “Großen”.

    Wieso sollte ich als “Underground Producer” da meine Tracks anbieten?

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  2. Im Grunde bin ich hier voll dabei. Nur, die einzigen Zahlen die ich aufgrund persönlicher Erfahrungen verifizieren kann sind falsch. Man verdient an 10.000 verkauften iTunes Alben nicht 70.000 Dollar. Wenn man Artist und Label zugleich ist vielleicht. Ansonsten ist das falsch. Man könnte (sehr sehr ungenau geschätzt) davon ausgehen das da nochmal die Hälfte an ein Label geht.

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    • Die Zahlen sind nicht “falsch”, man geht selbstverständlich vom Direktvertrieb (Artist -> ITunes) aus.

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      • joa.. wenn ich die gabe habe 10.000 titel bei iTunes zu verkaufen, bin ich sicherlich kein newcomer, der sich mit artist -> iTunes direktdeals herumschlägt..
        da wir hier von dollar reden, kann das schon ganz gut hinkommen mit den 70.000,-..
        50.000,- wären wahrscheinlich realistischer bei nem 50/50% label-deal.

        die streaming zahlen sind kein geheimnis und schon lange ein thema.
        aus label-sicht katastrophal! aus artist-sicht allerdings eher rudimental, da man es eher als eine art “promotion-plattform” sehen kann/muss. -> NOCH!

        der artist verdient sein geld durch gig’s, weniger durch plattenverkäufe. das gilt meiner meinung nach für den majoy, indie und underground bereich..

        küsschen

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        • …wenn ich die gabe habe 10.000 titel bei iTunes zu verkaufen, bin ich sicherlich kein newcomer, der sich mit artist -> iTunes direktdeals herumschlägt…

          Nicht Direktdeals, sondern Direktvertrieb! :-) Damit sind Rebeat/Feiyr/Labelworx usw. gemeint, welche deine Tracks in alle Verkaufsplattformen befördern. Das ist i.d.R. kinderleicht und keine “Herumschlägerei” :-) Wir kriegen für iTunes-Downloads jeweils 0,63 Eurocent.

          …der artist verdient sein geld durch gig’s, weniger durch plattenverkäufe.

          Mittlerweile ja, ging aber vor paar Jahren auch noch ohne jegliche Gigs. Zumal der Großteil der Produzenten gar keinen Bock hat “rauszugehen” :-) Stell dir mal vor, nur 10% der Produzenten würden jetzt alle auflegen wollen – soviele Locations und Events gäbe es gar nicht.

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          • ja, das sind dann immer diese ignoranten Ausreden vonwegen der Artist macht die Kohle mit Gigs und Merchandise, was Quatsch ist, denn so viele Auftrittsmöglichkeiten wie Artists gibt es gar nicht und Musik machen aber durch T-Shirts und Kaffeetassen das Geld verdienen ist jetzt auch keine so pralle Idee mehr

  3. Ich brauch jetzt hier keine müßige Diskussion ob der Artist heutzutage noch Labels braucht aber ich wage doch zu behaupten das eher wenige Artists im Direktvertrieb mehr als 10.000 Alben verkaufen.

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    • Nun, im Technokontext ist das ja auch eine eher sekundäre Frage, da meist Label und Artist bzw. Crew eine Kombi sind, da ist das Label meist die Klammer drumrum

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  4. Ich hatte in den letzten Jahren im Labelbusiness nicht mit allen Streaming Anbietern Kontakt aber bspw. die Youtube Zahlen hauen hin. Unser Vertrieb zahlt pro 1000 YT Plays 2€. Das macht 0,002€ pro Play. Spotify checke ich nochmal. Aber gerade mittlere und große Labels können ohne die Straming Einnahmen nicht mehr leben. Das ist Fakt!

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  5. “Man muß in Millionen rechnen und auch dann rechnet sich’s kaum, wer errreicht schon Millionen Plays? Auf Youtube sind das laut Rechnung 0,33%.” – Ja muss man, und vielleicht macht ein Blick auf andere Bereiche von Youtube das etwas deutlicher. Auf Youtube kann man vielleicht ab 500.000 Klicks pro Monat davon leben, das schaffen auch einige Comedy-, Vlog-, Beauty- und LetsPlay-Channels. Bei Pewdiepie (32 Mio. Abonnenten) wird inklusive Werbedeals ein zweistelliges Millioneneinkommen pro Jahr kolportiert, aber das ist natürlich die Ausnahme. Für die große Mehrheit ist es ein Hobby, für manche ist es ein Nebeneinkommen, und nur ein sehr kleiner Teil macht Youtube als Beruf. Bei Musik ist das nicht anders.

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  6. Wie immer bei dem Thema muss ich fragen: Ist ja schön und gut, aber könnte es nicht auch einfach sein, dass “Musik verkaufen” inzwischen einfach ein echt schlechtes Geschäftsmodell ist? ^^

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    • Und was hast Du als Alternative anzubieten? ;) Auflegen, Liveact, T-Shirts? ;)

      Solange paar Kinder damit noch Taschengeld verdienen, wird die Maschinerie erstmal so weiter laufen. Verdienen tun nur iTunes, Beatport, Spotify usw.

      Bald werden aber auch die Kinder merken, dass 5 Stunden Arbeit bei McDonalds den gleichen Betrag einbringen wie irgendein eigener Track auf Beatport. Ohne stundenlange Produzierei, ohne aufwendige Promo.

      Die richtig guten Produzenten haben längst das Schiff verlassen und spielen jetzt in anderen Gewässern.

      Der Produzent der Zukunft ist gleichzeitig sein einzigster Hörer! ;)

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      • Alternativen? Was für Alternativen? Hat vielleicht Gott irgendwann auf Steintafeln geschrieben “Mit Musik muss man soundso viel Geld verdienen können”?

        Ich halte die ganze Diskussion einfach für unfassbar sinnlos. Wer meint, von den Streamingdiensten zu wenig zu bekommen, sollte vielleicht aufhören, mit ihnen Geschäfte zu machen und sich irgendeine Tätigkeit suchen, die besser entlohnt wird. Ja, schade um die ganze Musik, die dann nicht entsteht und die man sich dann nicht anhören kann, aber mei – das Leben ist kein Wunschkonzert. ¯\_(?)_/¯

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  7. danke für die zahlen!
    hab mich persönlich mental davon verabschiedet von meiner studioarbeit direkt zu leben. ist auch im menschheitsgeschichtlichen gesamtkontext immer schon so gewesen dass musiker rausmussten und vor leuten spielen. dass es technisch anders geht, und vor allem dass die musik besser wäre, weil so leute wie ich sich nicht immer nach nem wochenende erholen müssten (selbst ohne zu feiern) steht realistisch gesehen leider auf nem anderen blatt.
    können wir spotify zumindest irgendwie dazu bringen anständige bzw. vollständige credits anzuzeigen? das wäre schonmal ein anfang, weil dann zumindest der promo effekt für ‘insider’ vollständig wäre…

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    • davon leben zu können sollte auch nicht die Maxime sein, aber eine Kompensation die den Namen verdient wäre schon nett, bzw. muß es mit jedem Schritt noch schlimmer werden?
      Ich wüßte nicht wie man Spotify tzu irgendwas bringen könnte, aber ich nutze den Dienst auch eigentlich nie, weil die paar Mal als ich es tat hat’s nur genervt und Vorschläge als Next Play geliefert, die so daneben waren, das ich’s gleich wieder aufgegeben habe. Bei den Algorhythmen könnte man tatsächlich auch bei Radio bleiben

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  8. Pingback: dadalus.TV » Blog Archive » Stream it!

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