Nein, ich will diese Spiele nicht in Berlin 2024

nolympia

Wem die Aktion des Senats gegen Metronaut oder diese Farce von Bürgerbeteiligung die nur Zustimmung zuläßt noch nicht genug Futter war gegen diese Bewerbung zu sein, der findet bei Mit Vergnügen noch einen schönen Aufsatz dazu, der daran erinnert was 2012 in London los war:

Brand Exclusion Zones. Damit werden ganz offiziell die Zonen um olympische Sportanlagen benannt, in denen die Rechte von Menschen und Unternehmen zu Gunsten des IOC und der Sponsoren eingeschränkt werden. In diesen Zonen bestimmt das IOC die Regeln. Polizei und Justiz des Landes werden zum exekutiven Organ des Komitees. Wer Kleidung mit dem Logo des Wettbewerbers des Sponsors trägt, muss diese abdecken oder die Zone verlassen. Wer Essen oder Getränke gekauft hat, die nicht von einem der Sponsoren sind, darf diese nicht mit in die Zone bringen usw. Und das sind nur die einfachen Unannehmlichkeiten, die mit einem Abtreten des öffentlichen Raums und der persönlichen Rechte einhergehen.

Zur Unterstreichung noch ein Artikel von 2012 über die Olympiade in London:

“Trotz der Dominanz der Spiele durch die Konzerne, belaufen sich die geschätzten Kosten für den Steuerzahler zwischen 11 und 24 Milliarden Pfund, während Grossbritannien tiefer in eine Rezession schlittert und die Briten gezwungen sind Sparmassnahmen zu tragen, für eine Krise, die sie nicht verursacht haben.”

Ganz London ist in eine Festung verwandelt worden, mit tausenden Soldaten, Polizisten, Geheimagenten auf den Strassen, Abwehrraketen auf den Dächern und Hubschrauber und Kampfflugzeuge am Himmel.

Öffentliche Plätze wurden übernommen, das Kleingewerbe ausgeschlossen und die lokalen Bewohner aus ihren Wohnungen vertrieben. Überall sind Sicherheitssperren und speziell die Jugend wird von der Polizei schikaniert.

Geschäfte in der Umgebung, die Souveniers anbieten, die nicht “offiziell” sind, werden von einer “Markenpolizei” aufgefordert die Produkte zu entfernen. Sie dürfen nicht mal Wörter wie “Olympiade, Sommer oder Gold” in ihrer Werbung oder auf Waren benutzen.

Wer mit einem T-Shirt bei den Spielen als Zuschauer erscheint, die von der “Konkurrenz” sind, nicht als Aufschrift einer der Marken der Sponsoren hat, wird weggewiesen.

Brauch ich persönlich jetzt nicht so unbedingt hier

Kommentare (22) Schreibe einen Kommentar

  1. Natürlich ist das IOC mächtig und selbstverständlich geht es um viel Geld, welches sich das IOC sichern möchte. Mit diesem Argument kann dann aber auch jede Stadt auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele verzichten. Ich glaube nicht, dass dies im Sinne des Sports und der Sportler ist. Wenn wir die Spiele in Deutschland ausrichten, besteht zumindest eher die Möglichkeit die Finanzinteressen des IOC zurückzuschrauben, als wenn die Spiele in Boston oder Rom stattfinden. Schließlich ist das NOK auch nicht ganz ohne Einfluss. Wichtig ist nur, dass sich Politik und Verbände nicht vom IOC über den Tisch ziehen lassen. Aber die Olympischen Spiele bleiben letztlich eine Großveranstaltung mit all ihren Risiken. Daher finde ich den Vergleich, dass London 2012 einer Festung glich unfair. Leider laufen viel zu viele Spinner auf der Welt herum, die derartige Veranstaltungen auch für Terroranschläge nutzen. In München und Atlanta hatten wir die Anschläge schon. Und in London gingen auch schon einige Bomben hoch. Ich war 2012 in London und habe mich dort nicht unwohl gefühlt. Meinen glauben an friedvolle und fröhliche Spiele in Deutschland habe ich nicht verloren – ich will die Spiele aber auch nicht um den Preis, dass wir dann kein Geld für wichtigere Dinge haben. Aber letztlich ist Deutschland ein reiches Land. Und da ich Berliner bin, möchte ich die Spiele lieber hier als in Hamburg.

    Antworten

    • mir reicht, wie gesagt, schon wie im Vorfeld damit umgegangen wird, da brauche ich nicht noch einen IOC der die Stadt okkupiert. Wenn schon im vorauseilendem Gehorsam abgemahnt wird und unter Bürgerbeteiligung lediglich Jubelpersertum vorgesehen ist kann ich mir ausmalen wie das wieder weitergehen wird. Aus Tempelhof nix gelernt und einfach weiter wie bisher als wäre nix passiert. Ich mache mir eigentlich wenig Sorgen darum das das hier nicht gern gesehen wird und sehe dem Bürgerentscheid gelassen entgegen, aber auf dem Weg dahin wird’s mit Sicherheit noch einige Entblödungen geben die das politische Klima nicht gerade günstig beeinflussen

      Antworten

  2. Dass UK ein stärkeres Wachstum als die BRD hat (vor allem durch die kleinen und mittleren Unternehmen, die Olympiade, den Flughafen Heathrow), oder München ohne Olympia so bedeutend wie Augsburg wäre kann man bei der Diskussion ruhig ausblenden. Interessiert die Anti-Herde eh nicht…

    Antworten

      • Stimmt. Berlin steht in vielen Bereichen bedeutend schlecht da. Geniesst quasi Weltruf. Muss man nix ändern. Ist eh schon alles viel schlimmer als vor dem Mauerfall ;-)

        Antworten

    • Barcelona ruht sich immer noch auf den Lorbeeren von Olympia ’92 aus.

      Ich habe auch keinen Bock auf die Korruption, die hohen Kosten und einen Teil der Bauten die nachher ungenutzt oder nur fuer eine Minderheit nutzbar sind.

      Aber andererseits ist es auch geil wenn die Spiele in der eigenen Stadt oder dem eigenen Land sind. Und es besteht zumindest die Chance auf erzwungene Infrastrukturverbesserungen.
      Hey, vielleicht bekommt ihr sogar einen neuen Flughafen ;-)

      Antworten

  3. London hatte aber auch fast 50.000 Sicherheitskräft wenn ich mich nochh richtig erinnere. In Berlin geht das wahrscheinlich weniger gut und selbst wenn die euch da ruhig kloppen würde vermutlich mind. 1 Demo pro Woche in ner anderen Stadt stattfinden, einfach um es richtig teuer und chaotisch zu machen, das Gegenteil von 36 halt. Nie wieder Schland und so! Ich glaub daran ja nicht, hab ich München auch nicht zugetraut und da sind se ja erfolgreich auf die Barrikaden gegangen und haben das im Vorfeld schon versenkt mit der Bewerbung.

    Antworten

  4. So gehört sich eine vernünftige Anti-OlympiaausrichtungunterdenjetzigenBedingungen-Argumentation

    Antworten

  5. Andererseits hätte D aufgrund seiner Stärke – und der in der Vergangenheit bewiesenen Innovationsfähigkeit – als Olympiaausrichter die Chance, als zumindest gleichberechtigter Partner, der olympischen Idee ihren ursprünglichen Sinn zurückzugeben. London hat es zwar nicht geschafft, aber Berlin hat mehr Potential, auch durch Einbeziehung und Berücksichtigung der Kritiker des bisherigen IOC/Ausrüster/”Medienpartner”-Kritiker!
    Warum soll uns das IOC seine Olympiaidee aufzwingen? Wir könnten es besser und der olypischen Idee – die wohl niemand schlecht findet – eine Zukunft geben! wzbw

    Antworten

    • fängt doch schon gut an mit Abmahnen und Suggestivbefragungen. Um ein Wir geht es doch eigentlich gar nicht, sonst würde das im Vorfeld schon anders aussehen. Zudem finde ich es zumindest fraglich die dazugehörigen zig Ausnahmen, Spezial- und Sondergesetze die angeblich notwendig sind dem Klima der Stadt wirklich zuträglich sind

      Antworten

  6. Das Problem ist doch eigentlich, dass in Deutschland niemand mehr eine Großveranstaltung haben will. Alle haben nur Angst, dass sich etwas zum Nachteil entwickeln würde. Insbesondere der (West-) Berliner meiner Generation möchte anscheinend , dass sich nichts mehr ändert. Mauerfall war schon genug Veränderung, mit dem Großflughafen klappt es ja auch nicht und am liebsten soll alles so sein wie in den guten alten 80ern auf der Insel West-Berlin: Wir können hier machen was wir wollen, es blüht die Subkultur und so richtig braucht sich auch keiner für uns zu interessieren. Berlin soll eine Weltstadt sein? Olympische Spiele bedeuten, dass wir einige Wochen Gastgeber für den Rest der Welt sein dürfen. Wir können zeigen, dass wir Berliner eine weltoffene, fröhliche Stadt ist. Und Jubelperser brauchen wir hier garantiert nicht. Das das ganz gut gelingen kann, haben wir doch schon zur WM 2006 beweisen können? Natürlich gebe ich Tanith recht, dass wir uns hier vom IOC nicht unterbuttern lassen dürfen. Und das Recht auf freie Meinungsäußerung und Satire ist allemal höher zu bewerten als eine Olympiabewerbung. Aber ein Nein zu Olympia bedeutet doch nur, dass die Spiele dann an Länder vergeben werden, in denen man es mit Menschen- und Bürgerrechten nicht besonders gut meint. Wir hatten schon eine EM in Weissrussland und werden eine WM in Katar haben. Das IOC fühlte sich auch nicht gehindert die olympischen Spiele nach Peking zu vergeben. Warum sind wir Berliner nicht stolz uns für Olympia bewerben zu können? Ist doch eine tolle Stadt mit einem guten Spirit! Wie wäre es mal mit einem bischen mehr Lokalpatriotismus? Es liegt doch an uns, was hier in der Stadt geschieht. Wir Berliner müssen die Olympischen Spiele 2024 prägen und nicht das IOC.

    Antworten

  7. Stimmt auch wieder. Aber ich halte – wie gesagt – die Abmahnung immer noch für einen Fake bzw. eine gezielte Aktion. 1. ist “wwds” keine Kampagne des Senats/Land Berlin, sondern von Eisbären, ALBA, Union usw. unter der Führung von Berlin Partner – also Private. 2. reagiert der Senat/Land Berlin niemals so schnell und schickt irgendeinen Rechtsanwalt, 3. interessiert den Senat/Land Berlin nicht irgendein Internetblog.
    Olympia unter den bestehenden Umständen ist nicht akzeptabel.
    Aber wer kann die olympische Idee retten/reaktivieren? Das kann nur in einem Land mit wenig Korruption gelingen. Ich denke, die Berliner Zivilgesellschaft könnte das hinbekommen. Sonst fallen mir nur die Chinesen und vielleicht die Russen ein (zu den Russen habe ich jedoch keine unabhängigen Infos, wie das jetzt in Sotschi gelaufen ist).

    Antworten

    • wie kommst du auf Fake, ist doch alles schön dokumentiert?

      Die Länder die du mit wenig Korruption aufzählst, entschuldige, das ich da ein bisschen lachen Muß. Deutschland als eins der wenigen die das internationale Anti-Korruptionsabkommen nicht unterschrieben hat und dazu noch ausgrechnet China :D Und dann noch Berlin das sprichwörtlich für seinen Baufilz ist. Aber egal, schau dir an was der IOC von Vertragspartnern verlangt, da braucht’s auch keine Korruption mehr

      Antworten

  8. Korruption im Ländervergleich! Das heißt nicht, dass es in D keine Korruption gibt. Aber welches Land hat die Kraft/Macht den globalen Interessen von IOC & Co. KG etwas entgegenzustellen? Entweder eins mit ausgeprägten demokratischen Strukturen (Deutschland ist bei weitem nicht perfekt, aber welche Gesellschaft ist besser?) oder ein Staatengebilde mit starke Strukturen, die nicht blind IOC und Co. KG gehorchen oder mit ihnen verwoben sind (wie bspw. China oder Russland in der Nach-Oligarchen-Ära).

    Antworten

    • und wieso sollten ausgerechnet die Berliner, deren Stadt ja eh schon symbolisch komplett überfrachtet ist, 11 Millarden aufbringen um den globalen Interessen des IOC’s irgendwas entgegen zu stellen? Das Geld ist in Schulen, Unis und bezahlbarem Wohnen wahrlich besser aufgehoben.

      Antworten

  9. die sollen ihr Olympia mal schön woanders machen. Wenn – wie früher – die Einwohner der Stadt direkt mit vom ganzen Trubel profitieren könnten, dann ok. Aber man braucht sich ja nur am die WM 2006 erinnern, wo auch nirgendwo was stattfinden und verkauft werden durfte, es sei denn man schmiss das Geld der FIFA in den Rachen. Braucht kein Mensch … sowas.

    Antworten

  10. Nochmal!
    Olympia in der jetzigen (seit 1936) Art ist NICHT zu befürworten.
    Aber Kinder (und manche Erwachsenen) wünschen sich Olympia, weil sie an die olympische Idee glauben – die es LEIDER (derzeit) nicht gibt.
    Entweder fahren wir die Doppelmoral weiter (was Kinder nicht verstehen können) oder wir versuchen die olympische/humanistische/menschenverbindene Idee neu zu beleben.
    Der erste Schritt wäre, dass der AUSRICHTER in einem transparenten Verfahren über die Verwendung der Mittel bestimmt, und dem organisierenden IOC den nachgewiesenen Aufwand Anteil vergütet. Desweiteren ist verbindlich festzulegen, dass die im Zusammenhang mit Olympia entstehende Infrastruktur direkt und unmittelbar ” Schulen, Unis und bezahlbarem Wohnen” usw. zu Gute kommt, gleich in der Planung, gleich mit verbindlicher Zusage. Dann erst kann sich die olympische Idee gegen Profitinteresse durchsetzen. ABER – Welcher Ausrichter hätte dazu die Macht? (Vorschläge von mir oben) Ich mag überhaupt keine Massenveranstaltungen, alle Konzerte über Huxley/Kulturbrauerei sind zu groß und machte bei keinem der folgenen Events mit, aber Berlin schaffte friedlich: einen Mauerfall, die Loveparade (egal was man von ihr auf dem Höhepunkt hielt, aber die logistische Leistung war groß), unzählige Fanmeilen und Silvesterfeiern, ca. 3.000 Demos im Jahr (trotz “heißer” Unterstützungskräfte aus anderen Bundesländern).

    Antworten

  11. Das war 2006 in Deutschland ähnlich. Ich wollte mit einer Getränkedose in der Hand in Frankfurt auf die Fanmeile. Mir wurde der Zugang nicht gestattet. Drin verkauften sie auch Getränke, aber halt nicht nicht die Marke, die ich in der Hand hatte.

    In Münche wollte einer ins Stadion, der hatte ein T-Shirt mit der falschen Marke an. Er musste es ausziehen.

    Nee, sowas brauche ich nicht. Feiert Eure Spiele in Katar oder Turkmenistan, da passt das hin.

    Antworten

  12. Ich frage mich warum es noch kein Bündnis für einen Volksentscheid zu diesem Thema gibt?

    Muss man wieder alles selber machen..

    PS: Ich bin gegen Großveranstaltungen im allgemeinen in meiner Heimatstadt! Ja, auch die Love Parade fand ich scheiße! Schränkt meinen Bewegungsradius enorm ein und das Spackenvolumen vervierfacht sich gefühlt. Ganz zu schweigen von security etc..

    Antworten

      • Na da hat sich doch die Aufregung im Herbst erledigt. War schon in den 90ern bei den Anti Olympia Demos dabei, was lt. IOC auch der Grund war weshalb damals Sidney den Zuschlag bekam.

        Nee. Das Geld bitte in staatl. Wohnungsbau mit 4,50€ qm Fixpreis. Damit würde sich jede/r Bürgermeister/in ein Denkmal setzen. Leider finden sich dafür keine Sponsoren. Obwohl es vielen egal wäre ob sie in einer Cola Cola Werbefläche wohnen, oder ein Mc Doof gefliestes Bad hätten..

        Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.