Musikgeschichte am praktischen Beispiel, Pit+ Soundcloud Kanal

pit+
Ich hatte ja hier letztens schon mal den längst vergessenen Mix von mir für Barry Graves verlinkt, der war von Pit ausgegraben worden und auf seinen Soundcloud Kanal gepostet. Nun, seitdem hat sich viel getan, der Kerl macht ernst und digitalisiert seine gesamte Tapesammlung der Spätachziger bis Mitte 90er und er kündigt an das das hunderte sind. Was da noch kommt wird sehr spannend sein, wenn ich vion dem ausgehe was da jetzt schon zu finden ist. Sehr schön auch das die gesamten Sendungen mit Moderation gepostet sind. Einige Beispiele:

Wer die Sachen nochmal nachhören will die einen damals prägten, schließlich saßen wir Berliner seinerzeit so ziemlich alle vor diesen Sendungen und sogen sie wie Schwämme auf, oder wer auf der Suche ist, wie das kam wie es so kam, der ist hiermit bestens beraten.
Ich hoffe da kommt noch viel mehr

Kommentare (14) Schreibe einen Kommentar

  1. sehr nice… gleich mal gefolgt, dem guten.
    zu dem ‘electric dream trance’ mal die frage, ob wolle das damals tatsächlich so postuliert hat und das damalige ‘dream trance’ als formulierung eventuell indirekt die vorlage für eine unsägliche compilationreihe ähnlichen namens (‘dream dance’) geliefert haben könnte?

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    • während wir von großen teilen der damaligen berliner tekknoszene für unser “trance-project” eher belächelt wurden, erfüllten teile von dessen musik wohl eher die möglichkeit, electronische tanzmusik im großen stile zu vermarkten… nicht durch uns, sondern durch die majors.

      paul van dyk (unser damaliger shooting-star) spielte (im mix unüberhörbar) progressive musik, aber vor allem ein extremst innovatives und experimentelles dj-konzept. das wesen dessen wurde dann klischehaft in diese unsägliche kommerzielle trancegülle übernommen. ich kenne die sampler nicht. aber ich glaube kaum, dass sich dort die auf brain gespielte musik a la b12-, warp record- oder ruhigere detroittracks finden lassen.
      klar liefen auf “the brain” auch sachen von cosmic baby und eyeq. aber sie liefen dort eben nur “auch”.

      nach der schliessung des quartiers im frühjahr 92 wollte ich “the brain” eigentlich andernorts fortsetzen. aber paul van dyk hatte sich innerhalb kürzester zeit musikalisch derart verändert, dass ich darin keinen sinn mehr sah. ruhigere sounds braucht zudem auch kein feature mehr. im gegenteil. harter techno schien grad auszusterben. deshalb war das nächste xdp auch die hartware im bunker. :)

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      • anmerkung: es kann natürlich auch ganz anders gewesen sein. das jedoch war unsere wahrnehmung. denn diese komischen (kommerz-)trancetypischen epci-breaks ohne beats, waren ursprünglicher bestandteil unseres party-konzeptes. dort kamen die jedoch nicht in jedem track vor, sondern waren die höhepunkte der partys. paul führte die leute tatsächlich auf einen film, bei dem sie phasenweise (teilweise mehrere minuten) ohne hörbare beats weitertanzten. dazu liefen unterschwellig die signale einer brain-oder mindmachine.
        während dieser “mind-frequencie-tests” liefen dann spährische klänge von the orb, klf, art of noise uä…

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      • die ‘dream dance’ war dann schon eher die richtige delphin- und kitschnummer – die von dir angesprochene unsäglichkeit, die dann irgendwann im trance einzug hielt.
        mir ging’s auch konkret eher um die formulierung ‘dream trance’ per se als mögliche inspiration für die namensgebung der compilationreihe als um die musikalischen bezüge, weil zwischen dem xdp brain-ansatz und der compilationreihe dann doch welten liegen.

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  2. lieber tanith,
    magst Du bitte das: “…. schließlich saßen wir Berliner….”, bitte auf ein WIR,
    oder meinetwegen, – “Berliner” –
    durch “interessierte Schwämme”, korrigieren.
    Da nicht nur Berliner diese Sendung goutierten, wäre es nur von Anstand geprägt, wenn dieses unsägliche “wir Berliner”,
    die ohnehin zu Ost-, wie West-, überhaupt allen Zeiten,
    ihre Überprivilegierung gegenüber dem Umland, nicht nur durch arrogantes Gehabe zum Ausdruck brachten,
    mal antigeschichtsklitterisch, – im besonderen auch von Dir -, behandelt würde.

    Mach was Du willst, jetzt ist es wenigstens raus, wo nun schon seid lägerem,
    die ehemals Schöneberg/Prenzelberg/Kreuzberg/Friedrichshein/Mitte “Mischpoke” ;-), mein heimatliches Umfeld,
    durchgehend durch alle “neuen” Bundesländer,
    “verseucht”. :-) ;-) :-)

    Ein Glück, gibt es da noch so etwas wie “Wllkommenskultur”! :-)

    RAVE ON aus dem Antipfannkuchenlandspeckgürtel

    herzlichst,
    ich, aka, aka, aka, ……..

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  3. Tolles Ding!
    An die Sendung vom 15.04.1989 kann ich mich noch gut erinnern. Hatte ich auch alles auf Tape. Leider wurde mir ein Grossteil meiner Tapes in den 90ern gestohlen. In irgendeiner Sendung hat Monika auch einen Mix von Rok gespielt. Wenn ich mich nicht irre, kam da auch einer meiner Lieblinsgtracks aus dem UFO vor. Critical Rhythm – Fall Into A Trance (Brooklyn Funk Essential Mix )

    Von Monika Dietl hab ich auf Soundcloud auch ein paar Sendungen hochgeladen.
    Ein paar Tapes habe ich noch.
    https://soundcloud.com/bostryx/monika-dietl-big-beat-01-02

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  4. @wollexdp … ich kann mich erinnern das viele leute bei den brain parties das konzept nicht verstanden haben und dauernd in ihre trillerpfeifen geblasen haben was mir persönlich tierisch auf den sack ging.

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    • auf der ersten wa es unbestritten so. da lief auch noch nicht die richtige musik. auf der zweiten (erstmals statt kidpaul spielte paul van dyk) lief dann die richtige musik. die leute mit den trillerpfeifen wurden enttäuscht. beim dritten und vierten brain waren keine trillerpfeifen mehr..

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  5. Nur eine kurze Anmerkung von jemandem, der “erst” 93 dazu kam:
    Immer wieder faszinierend, wie nah der Acid Sound dem aktuellen Techno Sound ist und wie abgefahren die Sound der frühen Neunziger. Das vermisse ich ja heute doch sehr. Das meiste Zeug kling theute doch alles sehr ähnlich.

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    • im endeffekt kannst du tatsächlich viele der minimalistischen chicago house- / acid-sachen der späten 80er heute noch problemlos spielen, ohne das die ihre wirklung verfehlen… zumindest wenn man davon absieht, dass das mastering in der zeit halt noch nicht den technischen standards von heute entsprach, aber selbst das lässt sich ja durch sinnvoll eingesetzte EQs ausleveln in vielen fällen.

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      • das stimmt. das habe ich selbst bis zu meinem wechsel auf digital auch so gemacht. ich hatte in meinem plattencase immer bis zu 50% richtig alten kram dabei.
        komischerweise liefen bei mir bis etwa 2004 sogar noch euro-tekkno-tracks ziemlich erfolgreich mit. dann kam dieses minimal-techhouse-diktat und die leute wollten mehr quatschen als raven.

        zum glück scheint diese phase überwunden. es gibt wieder mehr und mehr orte, an denen auch mal richtige abfahrt gefragt ist.
        seit ich nicht mehr auf die kleine welt des vinyls angewiesen bin, finde ich jedoch mehr als genügend neuen krams und habe tatsächlich keine lust, alte platten zu spielen.
        außer natürlich bei reinen oldschool-partys :)

        ps: ich habe nix gegen mnml. ich habe sowas immer gespielt und spiele es auch noch heute. nur eben nicht ausschliesslich.

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        • 50% sinds bei mir nicht, aber zumindest immer ne handvoll alter scheiben und zuweilen gibt’s dann auch sehr schöne überraschungsmomente…. erinnere mich da gerade spontan an mein set in atlanta im märz, wo sich spontan eine total verquaste oni ayhun-12″ perfekt mit der nachpressung einer 1989er black dog-nummer zusammenfügte und das breakbeat-gedöns der letztgenannten platte überhaupt niemanden aus dem konzept gebracht hat. eher im gegenteil.

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  6. hey tanith, kannst du den guten pit+ vielleicht bitten, das er bei den tracks die downloads aktivieren kann? dein wort hat das sicher etwas mehr gewicht, wäre schön wenn man solche schätze selber auf festplatte sichern kann. bei sowas geht es ja eigentlich nicht um copyrights oder änhliches :)

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