Review: Eine Woche mit dem Withings Go Tracker

withings Go
Die Gründe warum ich mir nach dem Mi-Band ausgerechnet diesen Tracker ausgesucht habe, habe ich ja schon bereits hier beschrieben. Nochmal in kurz: Die Uhr ist mit drin, bleibt also ein Handgelenk frei, trackt auch Schwimmen und die zugehörige App Health Mate ist um einiges detaillierter als die, im Vergleich doch etwas rudimentäre, Mi Fit App. Aber hält der Tracker auch was versprochen wurde?
Die Installation mit der App ging wirklich idiotensicher vonstatten, App öffnen, Go anmelden, bing, das Teil funktioniert. Nun trackt es Schritte, Läufe, Schlaf und Schwimmen, anstandslos.

(oben Go, unten links Mi-Band, unten rechts iPhone)

(oben Go, unten links Mi-Band, unten rechts iPhone)

Allerdings, hier schon die erste Überraschung, während es mit dem im iPhone eingebauten Pedometer, als auch mit dem Mi-Band, als Vater und Hundebesitzer täglich ein Leichtes war die 10.000 Schritte voll zu machen, ist der Go da schon etwas strenger, will heißen er misst offenbar nur richtige, echte Schritte und das macht sich in den Zahlen bemerkbar, hier mal ein Bild, wie sich die gemessenen Schrittzahlen unterscheiden, dabei waren Mi-Band und Go über den ganzen Tag am gleichen Handgelenk und das iPhone natürlich in der Hosentasche. Zweite Überraschung: Schwimmen hat kein eigenes Widget auf der Dashboardseite der App, sondern wird nur per Dauer und Kalorienverbrauch auf der Aktivitätsseite oder Tagebuch vermerkt. Schade auch, daß das E-Ink Display lediglich dauerhaft die Schritte anzeigt und nicht den Modus wechselt wenn man z.B. schwimmt. Ebenso kann man ihn nicht so einstellen, das dauerhaft die Uhr eingestellt bleibt, angeblich weil das die Batterie so belastet, die ja nun schließlich 8 Monate halten soll. Einmal drücken auf das Display wechselt in den Uhrmodus, der nach ca. 15 Sekunden zurück auf das Männchen mit den Schritten umschaltet. Hat man die 10.000 Schritte voll wechselt es von Männchen auf Stern und die Striche umrunden erneut das Display. Da hätte man schon mehr aus dem Display machen können.
withings1So ein Tracker steht und fällt aber auch mit seiner zugehörigen App und da fängt der Spaß dann auch an, denn die hat es in sich. Schnell sind die Runkeeper und Myfitnesspal Accounts damit verbunden und dann kann das Spiel um Aktivitäten und Kalorienverbrauch losgehen. Dazu muß man dann lediglich sein Ziel eingeben und die App berechnet wieviele Kalorien man mit Training oder Aktivität auf sein Konto lädt um dieses zu erreichen. Will man z.B. seine 2000 Kalorien pro Tag, gibt’s erstmal 1600, die erst mit den Schritten auf die 2000 anwachsen, Training führt dann dazu das man auch über die 2000er Grenze kommen kann, ohne schlechtes Gewissen zu haben, oder halt ein Plus macht, wenn man bei den 2000 bleibt. Mag für viele albern klingen, aber ich mag solche Gamifizierungen täglicher Bereiche. withings3Dazu dienen dann auch diese wohl unvermeidlichen Badges, die man sich erwirbt wenn man insgesamt 42 oder 100 km schafft hat, oder an einem Tag 10.000 Schritte, 12.000 oder 15.000 usw. Wer’s braucht. Dann schon lieber wie gut man sich in den Bereichen, Gewicht, Aktivität, Schlaf und Herz anstellt. withings2Das zeigt einem dann dieser Schmetterling am oberen linken Rand, der sich entsprechend der eigenen Vorgaben mit Farbe füllt. Wobei ich es etwas schade finde, das man beim Schlaf keine eigenen Werte eingeben kann, wie das bei den Schritten auch möglich ist, denn die default eingestellten und nicht änderbaren 8 Stunden sind für mich definitiv zuviel, da wache ich aus freien Stücken schon vorher auf.
Die Pulsmessung fällt etwas rudimentär aus, ist aber für mich auch nicht so wichtig. Ähnlich wie beim Mi-Band in der neuen Version taugt das nur manuell zur Ruhepulsmessung und passiert hier über die App, indem man den Zeigefinger auf die Kamera legt, wobei dieser dann von der Blitz LED durchleuchtet wird und der Blutstrom als Indikator dient. Für medizinische Belange reicht das sicher nicht, aber natürlich gibt es, wie für das Gewicht, zusätzliche Withings Geräte, die das übernehmen würden. Schön die Option zu haben, aber ich glaube für mich dann eher nicht. Obwohl, diese Bluetooth Waage hat schon was. Und natürlich gibt es eine Apple Health Integration, so das der Trackerwechsel nicht zugleich auch Datenverlust bedeutet.
Nochmal zurück zum eigentlichen, dem Go Tracker, der kommt mit Armband und Clip, lässt sich aber auch einfach ohne irgendwas in der Hosentasche tragen, falls einem die in 5 Farben erhältlichen Tragemöglichkeiten nicht zusagen. Um den Schlaf zu tracken muß dieser aber am Arm getragen werden, dasselbe gilt natürlich für’s Schwimmen. Beides macht er sehr gut, während das Mi-Band über einige Firmware Updates beim Schlaf m.E. nachgelassen hat bzw. überempfindlich wurde. Und Schwimmaufzeichnung geht dort halt gar nicht, was für mich ja der Hauptausschlagsgrund zum Umstieg, gerade im Sommer, war.
Insgesamt bin ich mit der Anschaffung zufrieden und hoffe das an der ein oder anderen Stelle noch etwas geschraubt wird. Das Display könnte mehr Funktionen haben, dafür gebe ich auch gern 1/3 der Batterielaufzeit von 8 Monaten her. Die Strenge bei den Schritten empfinde ich als Herausforderung, andere könnte das demotivieren. Die App könnte noch einige Features wie Monatsübersicht oder frei wählbare Schlafdauer erhalten, ist aber ansonsten schon sehr ausgestattet mit Dingen wie Push Up Erinnerungen, Ranglisten für Battles mit Freunden, die ich nicht brauche. Dafür ist die Integration von Myfitnesspal und Runkeeper ein Gameify Segen, der es ermöglicht alles in einer App zu sehen.
Sicherlich ist der Withings Go noch nicht des Trackerweisheit letzter Schluß, aber wenn man sich ansieht was man da heute für 69,95 € bekommt, so ist das schon erstaunlich, wenn man das mit vor ein paar Jahren vergleicht oder gar mit den ersten Garmin Watches, die für teures Geld noch ein GPS Modul am Arm benötigten um weniger zu tracken.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Und was macht man mit all den gesammelten Daten Sinnvolles?

    Den Schlaf tracken mag ja bei Schlaf-Apnoe Patienten ja noch ganz sinnvoll sein, aber einfach so, damit man irgendwas irgendwo gespeichert hat? Naja. Wer’s mag.

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    • in erster Linie ist das mal so ein Spaß, die selbstgesetzten Ziele wie z.B. 10.000 Schritte und 7 Stunden Schlaf täglich zu erreichen, hilft aber ungemein bei der Motivation. Des weiteren lassen sich Fortschritte bei Laufen und Training so sehr gut aufzeichnen und nachvollziehen. Der Nutzen stellt sich natürlich erst über längere Zeiträume dar und hängt von der grafischen Darstellung ab

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