Review: Ein Monat mit dem Garmin Vivoactive HR Tracker

Vivosmart HR

Meine Trackergeschichte ist mittlerweile schon etwas länger, es fing mit dem Xiaomi Mi-Band für 24€ an, das sich wacker bis vor ein paar Monaten hielt, als ich dann auf das Withings Go umstieg. Das gefiel mir auch ursprünglich ganz gut, bis auf die doch sehr überstrenge Schrittzählung, die täglich mindestens 1/3 unter dem lag, was andere Tracker so trackten. Zudem kommt einem auf die Dauer das e-Ink Display doch etwas verschenkt vor, mit seiner lediglichen Anzeige von getanen Schritten als Striche und der fehlenden Möglichkeit die Uhr als Hauptanzeige zu nutzen. Die automatische Erkennung von Schwimmen ist zwar nett, aber was nützt’s wenn lediglich die Dauer gemessen wird, aber nicht die Strecke? Gut, ich will nicht meckern, für 69 € ist das schon ordentlich, reichte mir aber langfristig dann doch nicht, auch weil mir bei allen Trackern bislang eine kontinuierliche Herzfrequenzmessung fehlte und die will man schon irgendwann um zu wissen ob man noch im aeroben Bereich trainiert.
Und dann betritt dieser Garmin Vivoactive HR die Bühne. Ein kleiner Tausendsassa, der für immerhin 269 € und dank des eingebauten GPS Empfängers natürlich einiges mehr tracken kann als seine Vorgänger. Von Standards wie Schritten, Schlaf und Laufen über nicht so alltägliches wie Schwimmen, Rudern (auch Indoor!) oder Stand Up Paddling und Radfahren, bis zu Krafttraining und Indoor Läufen reichen die mitgelieferten Möglichkeiten, dazu noch Spezialitäten wie Golf, Skifahren und dabei auch noch sehr wandelbar ist. Wem das nicht reicht oder mitgelieferte Uhrendisplay nicht mag kann sich im Shop (wo keine App was kostet) z.B. sowas installieren:
VivoPunish

Ich bleibe in den meisten Fällen jedoch beim mitgelieferten Aussehen, da sich dieser rote Streifen an der linken Seite mit der Zeit weiß färbt, was bedeutet, das man zu lange bewegungslos rumgesessen hat, für mich dann immer eine Aufforderung ein paar Schritte zu machen und dabei eine Übung in meinem Wintergarten zu absolvieren. Ansonsten gibt es noch Apps für Triathlon, Crossfit, Gym und was das Sportlerherz halt sonst so begehrt.
Wermutstropfen: Outdoor Schwimmen wird nicht wirklich unterstützt, das mit GPS unter Wasser scheint wohl noch eine Wissenschaft für sich zu sein, die nur spezielle Tracker für noch deutlich mehr Geld beherrschen. Allerdings funktioniert die Einstellung für Schwimmbad, also ohne GPS, auch draußen bei mir recht zuverlässig. Ich habe da eine Strecke von 250 Metern ziemlich genau abgemessen und in 9 von 10 Fällen zeigt mir die Uhr hin und zurück genau 500 Meter. Ansonsten gäbe es wohl noch die Möglichkeit die Uhr beim Schwimmen am Kopf zu tragen und die Aktivität als Lauf zu starten und später in der App umzutragen, aber da wird’s dann auch ein bisschen überambitioniert.
Überhaupt GPS im Tracker, ist natürlich toll, weil man theoretisch das iPhone zuhause lassen könnte. Ich sagte theoretisch, weil praktisch will ich immer noch nicht auf meine iSmooth Run App verzichten, mit der ich bislang jeden Lauf aufgezeichnet habe. Die Aufzeichnungsdaten dieser App sind auch bis heute unerreicht.
Die Aufzeichnung des Vivosmart muß man, im Gegensatz zu anderen Trackern, immer manuell auslösen, was bei GPS und seinem Akkuverbrauch natürlich Sinn macht. Zwar hat er eine sogenannte Aktivitätserkennung namens MoveIQ, die beängstigend gut funktioniert, allerdings tauchen diese Daten nicht im Aktivitätsfeed und der Datenanalyse auf, lassen sich aber später bei Bedarf manuell in der App nachtragen.
Smartwatch Funktionen sind zwar vorhanden, aber da sollte man nicht zu viel erwarten, beim Kopplung mit dem iPhone sind es lediglich die Pushnachrichten aus den Apps die vibrierend angezeigt werden. Mir nur recht, denn lesen auf dem für diese Fälle doch zu kleinen Display, braucht es für mich nicht und so beschränkt sich das darauf mit einem Blick auf den Tracker zu entscheiden, ob es nun die Sache wert ist das Phone aus der Tasche zu holen. In Bluetooth Verbindung mit dem Smartphone seiner Wahl hat man dann auch noch das Wetter und die Termine am Handgelenk bereit. Ein klarer Fall von nimmt man gerne mit, ist jetzt aber nicht wirklich essentiell für eine Kaufentscheidung. Will man sowas funktionell ist man sicher mit einer richtigen Smartwatch besser bedient, hier geht’s ja um Sport. Mir war da viel wichtiger das die Vivactive, im Gegensatz zur Apple Watch, garantiert wasserdicht ist.
Die Akkulaufzeit ist dabei erfreulich hoch, ich komme so auf ca. 7 Tage ohne aufladen, your mileage may vary, kommt natürlich immer darauf an, wie oft das GPS eingeschaltet ist.

GarminConnect

Wie ich schon beim Withings Go erwähnte, steht und fällt so ein Tracker natürlich mit seiner angebundenen App und da hat mir die von Withings eigentlich sehr gut gefallen, sehr aufgeräumt und trotzdem alle Infos auf einen Blick parat, die App zu verlassen war eigentlich trauriger als den Tracker liegen zu lassen. Garmin Connect ist da etwas nüchterner, zeigt aber auch mehr an, so das es erstmal ein bisschen braucht, bis man weiß, wo man alles findet. Auch hier besteht die Möglichkeit sein Myfitnesspal Konto zu verbinden, allerdings habe ich die Kalorienzählungsmethode von Garmin bis heute noch nicht wirklich kapiert, ginge es nach denen, müßte ich fressen als gäbe es nichts anderes mehr. Ansonsten sind die Kerndaten schon recht übersichtlich angeordnet, für tiefere Inspektion muß man eben auf „Mehr“ gehen, da verbergen sich die Statistiken und Durchschnitte für 7 Tage, 4 Wochen und 12 Monate. Meldet man sich bei Garmin Connect an kann man die Daten auch im Browser sehen und sich frei konfigurierbare Seiten zusammenstellen. Auch die sind m.E. optisch nicht ganz so gelungen wie bei Withings, bieten dafür ebenfalls tiefere Einsicht in die Daten und natürlich kann man alles auch in Apple Health importieren lassen.

Obligatorisch heute, der Social Faktor, man kann sich mit anderen verbinden und so um die Wette Schritte machen, Läufe und Schwimmen vergleichen, dazu gibt es auch noch eine gut funktionierende Verbindung mit der Strava API. Wer sich mit mir messen will, nur zu! Die Verbindung gibt es auf Nachfrage, oder sollte ich wem folgen? Sagt’s mir in den Kommentaren.

Kommentare (11) Schreibe einen Kommentar

  1. GPS unter Wasser, ist unmöglicher technischer Unsinn, da die Mikrowellen, max. 2 mm in das Wasser eindringen. Die erwähnten (“besseren”) Tracker, zumeist für Taucher, arbeiten anders. Frag bei Gelegenheit mal Wolle, der weiss da sicher mehr.

    RAVE ON

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  2. Wie werden bei diesen Geräten die zugeführten Kalorien ermittelt? Selbst ausrechnen und manuell eingeben? Was anderes kann ich mir nicht vorstellen.

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    • die gibt man in Myfitnesspal ein, deren Datenbank ist diesbezüglich unschlagbar und verbindet die beiden Apps, so das Garmin Connect die Daten von Myfitnesspal verarbeiten kann, bzw. vice versa, also die Trainingskalorien werden auch in Myfitnesspal angerechnet

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      • Aber wenn man ueber Garmin weiss wieviel Kalorien man verbraucht und ueber eine Waage wie das Gewicht sich veraendert, dann kann man auch leicht raus finden wie viel Kalorien man zu sich nimmt.

        Interessant ist auch Trendweight https://trendweight.com/ , mit einer Withings oder Fitbit Waage wie viel Kalorien du am Tag zu viel oder wenig zu dir nimmst und wann du dein Ziel Gewicht erreichst wenn du so weiter frisst wie im Moment.

        Ich benutze zwar auch MyFitnesspal, aber das ist in der Tat nervend immer die Speisen einzugeben, und genau kann das nicht sein. Ich verwende es hauptsaechlich um ungefaehr zu wissen was ich zu mir nehme, also Fett / Carbs oder Protein. Aber nach ein paar Wochen kann man das auch ohne App im Kopf machen.

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  3. Eigentlich doch eine spaßige Sache, obwohl ich es mit dem Fitness-Tracking nicht so habe. Der Knackpunkt: Ich will meinen Automatik-Chrono nicht gegen eine Digitaluhr tauschen. Und zwei Uhren am Handgelenk? ich weiß nicht…

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    • Ich hatte fuer eine kurze Weile beim Radeln eine Fitbit, Mio HRM und Sony Smartwatch an den Armen.
      Im Moment ist es nur die Vivoactive :-) Und ich mochte vorher eigentlich gar nichts am Handgelenk.

      Soweit ich weiss gibt es im Moment keine gute Alternative wenn man auch die Herzfrequenz messen will, sonst koennte man auch eins der Geraete nehmen die man in der Hosentasche bei sich hat.

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  4. Wenn das Ding jetzt noch einen eingebauten mp3-Player mit 4gb Speicherplatz hätte und ne Bluetooth Anbindung für Kopfhörer, dann könnte ich mein Handy beim Laufen oder Biken endlich mal zuhause lassen.
    Ich weiß, die TomTom kann das aber ich hätte das gern von Garmin.

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  5. Die Garmin vivaro find ich super bei Herzfrequenz usw. Nur Wasser mag sie nicht. Meine Erste nach 5 mal schwimmen …Display schwarz, und Wasseraustritt. Reklamation, schwimmen vermieden, einmal 45 Minuten schwimmen ( nicht tauchen), Display gestreift wie ein EAN-Code. Keine Längenanzeige, gar keine Anzeige mehr.
    Mal sehn wies mit der Garmin weiter geht, oder obs ein “Billigprodukt” wird.
    Liebe Grüße

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  6. Ich habe die Uhr seit einem Jahr und hätte Interesse an einer Challenge. Interessant finde ich die Auswertung der Herzfrequenz und die Anzahl der Schritte im Clubbesuch. Da kommt ja echt ein Marathon an Schritttanz km zusammen. Doof nur, das erst das Display einen Riss bekam und jetzt die Uhr nach den Schwimmbadbbesuch schwarz blieb. Bisher konnte ich die Uhr immer einschicken gegen kostenlosen Ersatz, aber ewig hab ich darauf kein Bock.

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