20 Jahre Drum & Bass: Damals und heute

20jahredb
Weil mir diese beiden Mixe gerade zufällig hintereinander unterkamen möchte ich sie gerne teilen, da sie sehr schön aufzeigen was da mittlerweile so passiert ist. Der erste kommt von Doc Scott und war eine Beilage zum einem Mixmag Magazin 1998. Das war schon knapp vor dem Abklingen meiner ersten Drum & Bass Begeisterung, Tech Step war gerade der heiße Scheiß, danach ging’s, meiner Meinung nach, eigentlich nur noch bergab:

die Tracklist dazu findet sich hier

Es kamen viele Jahre in denen Drum & Bass vor sich hindümpelte, sich selbst zitierte, im Formelhaften versank, kurzum nicht gerade innovativ daher kam und mich langweilte. Es gab zwar immer wieder mal Produktionen die aufhorchen ließen (Noisia!), aber so ein steter Fluß wollte nicht aufkommen. Das hat sich seit einiger Zeit wieder geändert. Seit ca. einem Jahr kommen mir immer öfter wieder Tracks unter, die an das Begeisterungslevel meiner ersten Euphorie heran reichen. Selten finde ich mal Mixe die das gut aufzeigen, hier kommt so einer. Da sind mittlerweile völlig neue Namen aus aller Herren Länder am Start und so im direkten Vergleich hört man auch, das da mittlerweile fast 20 Jahre dazwischen liegen und was da soundtechnisch alles passiert ist. (Disclaimer: mit dem Crossbreed im letzten Viertel könnten einige überfordert sein, aber ich finde auch das gehört dazu :D)

THE TEKNOIST – JUNGLE SYNDICATE 7th BIRTHDAY 2016:

Kommentare (32) Schreibe einen Kommentar

  1. um ehrlich zu sein langweilt mich der teknoist mix. mir begegnet dieser sound seit mehreren jahren auf der fuckparade. entwicklung? meiner meinung nach keine.

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    • oh, das sehe ich ganz anders, wenn ich das mit Tracks vor ein paar Jahren vergleiche ist da in Sachen Arrangement und Sound eine Menge passiert. Das sind zwar keine Sprünge wie am Anfang mehr, aber die Qualität hat enorm zugenommen

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  2. Fällt letzterer Mix nich sogar schon unter die Kategorie “Breakcore”? Gerade zum Ende hin wird es alles andere als Drum’n’Bass.

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  3. schön, dass der teknoist mix dich sogar zum schreiben (mit)inspiriert hat und hier auftaucht jetzt. aber 20 jahre? klar, 94/95/96 war quasi die transition period zwischen jungle und drum’n’bass, aber imho lassen sich so 1995er-releases wie dj krust ‘maintime’ , roni size ‘step up’, alex reece ‘i want you’ etc. schon sehr eindeutig als drum’n’bass klassifizieren. goldie’s ‘inner city life’ als vielzitierter blueprint-track für drum’n’bass zu jener zeit war sogar schon 94. insofern halte ich das ‘runde’ jubiläum zumindest mal für diskutabel an dieser stelle.

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    • völlig richtig, es passte aber so gut :D und für mich war 1996 das Jahr als Drum & Bass so richtig abging. Die D&B Arena hat 2016 auch das 20 jährige gefeiert, von daher fühle ih mich da in guter Gesellschaft

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    • Ich mag es immer nicht, wenn Goldie’s “Inner City Life” als Blueprint für Drum & Bass bezeichnet wird. Wer sich zu der Zeit Platten gekauft hat, weiss, dass das 1994 nur ein Track von vielen war, der seine spätere Popularität hauptsächlich den Vocals der inzwischen leider verstorbenen Diane Charlemagne zu verdanken hatte. Das 1995 erschienene “Timeless” Album war natürlich ein viel grösserer Wurf. Nur, Goldie, Supertyp, geile Musik gemacht, aber diese Fixierung auf ihn wird vielen anderen nicht gerecht, die damals auch beteiligt waren. Man kann sogar bis 1993 zurückgehen, um auf diverse Tracks zu stossen, die schon die Bezeichnung Drum & Bass verdienen. Photek mit “Code Of Practice – Can We Change The Future”. Das White Label erschien 1993! Oder Photek mit Studio Pressure – First Sequence bzw. Aquarius – Aquatic alles 1994, alles Drum & Bass wie ich ihn mag.

      https://www.youtube.com/watch?v=z3RnMlP_AHs

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      • ich habe zu der zeit durchaus schon platten gekauft – wenn auch als schüler noch mit schmalem bugdet – und auch bewusst in meinem post die wendung ‘vielzitierter blueprint track’ benutzt.
        natürlich gab’s 1994 auch andere sachen, die das label drum’n’bass schon verdient hätten, da bin ich voll bei dir. ABER: das waren halt meistens tunes, die nur denjenigen geläufig waren, die einfach schon sehr deep into it waren soundmässig. ‘inner city life’ hat drum’n’bass einfach erstmalig für eine, nennen wir sie mal, breitere masse auf die landkarte gesetzt, akzeptanz für diese art von sound geschaffen und damit dann den weg geebnet für z.b. die breitere rezeption von sachen wie später meinetwegen ‘brown paper bag’ oder drum’n’bass remixen von everyhing but the girl. ich denke, die hätte es ohne diese musikalische vorarbeit nicht ohne weiteres gegeben und entsprechend würde ich da schon von blueprint sprechen. auch heute noch. mal angenommen, du würdest jemanden, der mit dem sound noch nie zu tun hatte, drum’n’bass nahebringen wollen, ohne gleich den monster-schockeffekt auszulösen, dann bist du mit ‘inner city life’ auch dieser tage noch gut bedient, weil der tune natürlich durch die vocals, aber auch durch’s arrangement anknüpfungspunkte bietet, die jetzt meinetwegen noisia oder teknoist für den nichtwissenden null haben.

        ähnlich ist halt auch das verhältnis von jungle und ‘original nuttah’ – mensch kann die nummer hassen oder lieben, aber sie hat jungle halt auch für verdammt viele leute überhaupt erst auf den plan gesetzt, denke ich. gerade auch ausserhalb englands. und darum ging es mir in der blueprint-aussage, gar nicht so sehr um goldie als person.

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        • Danke, schön geschrieben. Sehe ich genauso. Meine Route damals zum Plattenkaufen war immer Hard Wax, New Noise, Soultrade. Das konnte man immer schön zu Fuss machen. Da hat man schon gemerkt, wann auf einmal viele Leute auf diese Schiene aufgesprungen sind. Kann mich noch gut erinnern, wie auf einmal dieser Hype losging und Leute wie DJ Fetisch von Terranova meinten, dass Photek oder Goldie der letzte Schrei sind, weil die in der englischen Presse gefeiert wurden, obwohl die früher wenig damit zu tun haben wollten. Tanith hat aber schon recht, was 96 das Jahr für Drum & Bass, war 92 das Jahr für Happy Hardcore. Ich habe aber irgendwo noch ein Tape von Monika Dietl, wo sie 1992 im Gespräch mit Paul ‘Ibiza’ von Ibiza Records war und er schon damals was von Jungle erzählte. Ich glaube sogar, dass er das ist, der bei Manix – Hardcore Junglism gesampelt wurde.

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          • Na Tanith, das in der Schönleinstrasse. Nicht da, wo die vorher waren. Nähe Kurfürstenstrasse, Potsdamer Str.? in dem Klamottenladen hintendrin. Das wäre wirklich bisschen weit gewesen. So richtig kriege ich das aber zeitich aber nicht mehr zusammen. Gab es das New Noise in der Schönleinstrasse schon, als das Hardwax umgezogen ist?

          • 1992 und jungle müsste eigentlich hinhauen, zumindest dahingehend, dass es da im londoner underground schon schwer gebrodelt hat dahingehend. und wenn ich überlege, dass hierzulande alec empire ja auch schon 1993 mit seiner ‘bass terror ep’ um die ecke geschossen kam, die ich – vor allem wegen halftime-passagen und den omnipräsenten ragga-vocals im titeltrack – eher in der tradition resp. unter dem einfluss von jungle sehe als jetzt von klassischem breakbeat / happy hardcore geprägt, dann passt das zeitlich. obwohl die ‘bass terror’ das ganze natürlich empire-typisch extrem überzeichnet.

            und was 1996 als jahr des drum’n’bass angeht – da gab’s ja mit sachen wie ‘peace love and unity’ von dj hype & mc fats schon die ersten veritablen dancefloor hits des genres. bewegung war auf jeden fall viel drin zu der zeit und hier in hamburg gab’s mit don q (der ersten heimat von current value btw…) damals dann auch schon das erste drum’n’bass label aus’m norden, das aufgrund seines recht eigenständigen sounds zumindest meines wissens nach im UK von teilen der dortigen szene auch wahrgenommen wurde

    • in den niederlanden, gerade im benelux bermuda eck, dauert diese “transition phase”, bis heute an. richtig doof, finde ich nur die leute, die dann fern der heimat,- im tresor-shirt -, ihren laptop aufklappen und sich als liveact (!), feiern lassen. peinlich!
      da ist mir dj storm, um einiges symphatischer, wenn man sich nach NL, in D wiedererkennt und dann die huette abfackelt. der sampler, (20 year d&b) hat mir manche runtergerittene 12″ ersetzt und klingt qualitativ, um klassen besser, als jede meiner selbstgerippten vinylaufnahmen, von selbigen tracks. planet jungle, funktioniert immer noch in kleinen raeumen. bloss nicht uebertreiben, sonst ist die tanzflaeche ausgepumpt. den roten faden, nimmt man dann nicht mehr auf.

      RAVE ON

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  4. Nachdem ich mich neulich schon überrascht über deinen Geballermix gefreut habe verlinkst du jetzt eines meiner liebsten Sets dieses Jahr. Geiler Typ!

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  5. An das was Photek und Source Direct von 1994 – 1996 produziert haben, reicht wirklich kaum was heran. Wie futuristisch das damals war, kann man heute kaum noch nachvollziehen. Man muss sich nur mal das Photek – Complex reinziehen, was inzwischen 21 Jahre auf dem Buckel hat. Da weiss man, wovon ich rede. Klingt heute noch genau so frisch wie damals.

    2 Source Direct Mixe Tribut Mixe habe ich mal gemacht gehabt.
    https://soundcloud.com/bostryx/the-back-to-the-future-source-direct-tribut-mix-part-2/comment-314893219

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    • das ist aber auch schwerlich zu vergleichen, ich würde das eher mit Ed Rush und Panacea vergleichen. Source Direct oder Photek eher mit dem was Homemade Weapons und Konsorten heute so abliefern

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  6. “Marusha: Mein größter Traum war tatsächlich, meinen 50. auf einer Tanzfläche zu feiern, bei Drum & Bass. Diesen Wunsch erfülle ich mir und feiere mit Freunden in einem Klub in Oxford. Dort treten zwei meiner Lieblingsacts auf: Andy C und das D&B-Duo The Prototypes aus Brighton. Und ich, mitten auf dem Dancefloor, die Hände hoch – es könnte nicht besser sein.”

    Wenn selbst Marusha schon auf D&B abfährt, dürfte es wohl endlich bald auch in DE Mainstream werden ;)

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    • das marusha auch auf breakbeats / happy hardcore und drum’n’bass abfährt und das zeug auch gelegentlich auflegt ist doch schon seit ewigkeiten kein geheimnis mehr… da hat sie meines wissens nach zwar nie gross wirbel drum gemacht oder ihre entsprechenden sets dick promotet, wahrscheinlich um ihre kommerziellere fanbase nicht zu irritieren, aber das zeug im endeffekt schon auch immer mal wieder in irgendwelchen kleinen läden oder auf’m 2./3. floor irgendwo aufgelegt. ich meine mich sogar erinnern zu können, irgendwann – 10 jahre her mindestens – mal sowas wie’n inoffizielles 2er CD-set mit entsprechenden rave-mitschnitten von ihr gesehen zu haben, so im stile der drum’n’bass tapepack-kultur.

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  7. Nicht alles ist schlecht, ob nun Tech Step oder Neurofunk. Ich persönlich mag eher die “Drumfunk” VÖ, weil meistens tiefere Struktur in den Produktionen vorhanden sind bzw. teilweise noch “alte” Einflüsse greifbar.

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  8. Na das ist doch mal n Thema für mich :-)

    @ Tanith – Sorry – aber wenn dass dein Verständnis von DnB ist, dann tuts mir für dich leid (nicht böse gemeint) Speziell von dir hätte ich da eigentlich etwas mehr erwartet. Vor allem mehr Weitblick in die Szene – dieser feht dir anscheinend völlig.

    Ich selbst bin eigentlich 90er Techno-Fan und war extrem frustriert als die letzten guten Sounds mitte des letzten Jahrzenhts zu hören waren. Mit dem Minimal und Hous-Kram ging ich nie konform. Stattdessen kam ich über Kruder & Dorfmeister in die Drum and Bass Schiene rein und so unweigerlich am DJ-Kicks Album von Chemistry & Storm vorbei. Das Teil beeindruckt mich bis heute. Er ist düster aber enorm energetisch. Das war gegen ende des Jahrtausends als DnB nochmal n kleines Hoch hatte dann aber wie von dir beschrieben in der Bedeutungslosigkeit verschwand.

    Bis – ja bis ich 2009 auf französischen Free-Tekno aufmerksam wurde. Ab 2012 fing ich an einen Neueinstieg in den DnB Breich auf Basis des Gehörten aus Frankreich zu formulieren. Und diesmal eröffnete sich mir eine bis dato verborgene, exmtren diversivizierte und inmachen Strecken unendlich geile musikalische Welt.

    Um ein paar Beispiele zu nennen:
    Aphrodide, Dispatch, Demand, Inside um Vertreter der klassischen Varianten zu nennen. Tw. sehr düster, technisch sehr anspruchsvoll, vorwiegend aus England – aber nicht ganz mein Ding.
    Dann – die für mich eigentlich wertvolle Erkenntnis – dass DnB die Basis für Genreübergreifende Produktionen herhielt. Es entstanden vor allem mit dem damals schon recht populären Jungle, den sog. Tekno und dem daraus entwickeltem Hardtek völlig neue Sounds und Stücke die mit dem althergebrachten Verständnis von DnB wenig zutun haben, aber mir persönlich damit den Weg aus der Techno-Kriese ebneten. Aber das ist ja nicht ganz das Thema.
    Die DnB-Szene ist nachwievor England-dominiert. Da hat sich mit dem Zusammenschluss des Ragga /Jungle und DnB eine ganz neue Spielart etabliert. Vorwiegend im fröhlichen Outfit und nicht selten basierend auf alten Ragga oder sonstigen Klassikern oder Ohrwürmern.

    Um nicht zu viel zu labern mal eine Auswahl verschiedenster DnB-Jungle-lastiger Tracks die ich ganz besonders mag. Das empfinde ich für meine Ohren ehrlich gesagt als eine krachmachende Zumutung.
    Hydro, War & Mateba – Black Light ( https://www.youtube.com/watch?v=S8f51kgR1aw )
    Aphrodite – Stalker ( https://www.youtube.com/watch?v=ShH_9FoSO0k )
    Aphrodite – Fanfare ( nicht bei Youtube)
    Jacky Murda, RCola & Pinchers – Junglist Bandelero ( https://www.youtube.com/watch?v=9E1MpGKh1K4 )
    Congo Natty ( https://www.youtube.com/watch?v=mK3E2eSn7pQ )
    Tribe of Issachar and Top Cat – Original Ses ( https://www.youtube.com/watch?v=3BfkuyeizNU )
    Das selbe nochmal im Serial Killaz Remix ( https://www.youtube.com/watch?v=qb6BFr1LSuc )
    Rebel MC and Top Cat – Champion DJ (Serial Killaz VIP Remix) ( https://www.youtube.com/watch?v=WJUmClaXXVM ) Den Track liebe ich ganz besonders g
    The Wildlife Collective – Ragga Tip (Walk And Skank) (Jungle Cake Records) ( https://www.youtube.com/watch?v=uFaKB2olhho )
    Deekline – Still Passin ( https://www.youtube.com/watch?v=s2j0TaQeJV8 )
    Dancefloor Outlaws & JFB – Israelites (Original Mix) ( https://www.youtube.com/watch?v=l1MjE3-ltBw )
    General Levy – Professional Ganja Smoker (Serial Killaz Remix) ( https://www.youtube.com/watch?v=Z8M-MXiyZfQ ) auch so’n riesengeiles Teil
    MIA – Paper Planes (Calculon Remix) ( https://www.youtube.com/watch?v=gQAMYIriGzA )
    MIA – Paper Planes (unknown UK Remix) Vinyl: “Planes #001″ aus dem Jahre 2009 – leider nicht bei Youtube
    Deekline & Tippa Irie Good To Have The Feeling ( https://www.youtube.com/watch?v=yqLNmv-Oh8Q )
    Jungle Cake ist hier mein LabelFavorit :-)

    Den Ausflug in den französischen Raggatek spare ich mir mal jetzt.

    Zuguterletzt @ Tanith
    Ist dir Benjamin Bosch ein Begriff?

    zum Gruße euch allen und viel Inspiration

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    • hm, ja, kenne ich einiges von, aber das ist halt so D&B der mich persönlich jetzt nicht so abholt oder interessiert. Du nennst das da oben also “krachmachende Zumutung”, genau das suche ich halt :D Mir geht’s bei meiner Suche ja eher um die Grenzüberschreitung, denn um die Genreformung. Aber eben each to his own :)

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  9. Ja, du hast die das ganz gut beschrieben worauf dein Fokus liegt. Nachvollziehen aus höhrerischer Sicht kann ich ihn aber nicht ganz. Um Grenzerfahrende Stimmungen zu produzieren müssen es nicht die extremsten Töne und Sequenzen sein wie ich gelernt habe.

    DnB an sich ist für mich persönlich trotzdem immernoch eher ein Randgenre. Was mich in Extase bringt ist wenn die Musik so gestaltet ist, dass sich Geist und Körper wie von alleine lösen. An der Stelle muss ich dann wirklich mal auf Frankreich verweisen. In Form des Künstlernamens MSD hat sich mir da vor knapp 2 Jahren eine völlig neue Welt innerhalb des frz. Free-Tekno, die man am ehsten mit dem Begriff “Tribe” bezeichnen kann, aufgetan. Als vor einiger Zeit dann das Album “Bon Baiser Du Tekos” über den Äther kam hats mich einfach nur gefesselt. Mit der entsprechenden Hingabe zur Musik gelang man damit in Sphären die ich so nur vom besten 90er Techno kannte. Ich habe auch nochmal den Blog durchgeschaut, ob diese Musikrichtung bisher überhaupt von dir erfasst wurde – leider habe ich den Eindruck nicht. Drum lass ich mir es nicht nehmen mal hier im DnB Thread draufhinzuweisen, da es sonst scheinbar nirgends anders reinpasst.

    MSD hat sich eigentlich sonst eher mit dem Raggatek verdient gemacht, das verwiesene Album ist nun auch wieder schon 13 Jahre her glaub ich. Ich empfand den Sound als ich ihn 2015 zum ersten mal hörte aber grandios. Hart, schnell, französischsprachig und richtig was für die Birne. Der Gipfel ist der musikalische Einbau der Kriegserklärung von G. Bush Senior gegenüber dem Irak 1990. Die Wurzeln der Musik sind sicherlich im Tribal den einige noch kennen zusuchen. An diesem wurde angeknüpft und der Schulterschluss mit anderen benachbarten Gernres gesucht. Heraus kam dann der Raggatek, so mitte des letzten Jahrzehnts. Überhaupt, ist der Tekno in Frankreich viel politischer hab ich den Eindruck. Und dass macht sich dann eben auch in der Musik dahingehend bemerkbar, dass der Musik eine natürliche Form der Energie inne wohnt, wohl auch als Unzufriedenheit über die Lebensumstände. Und gerade solche Thematiken sind es doch, die nicht selten ein neues Genre begründen. Denken wir nur an den musikalischen Anspruch des frühen Techno aus Chicago in der ein Mantra in Form der Übertechnisierung und deren folgende Reduktion des Menschen geistige Basis der Musik waren bis hin zum interstellaren Zusammenhang a la UR.
    Zu einer guten Musik gehört auch immer eine gute Story ;-)

    Und die Story des Free-Tekno könnte hier ruhig auch mal diskutiert werden. Ist sie doch für mich heute zur Hauptquelle guter technoider Musik geworden, die eben nicht wie von dir zurecht angeprangert weichgespült daherkommt.

    Also, ich hoffe auch dem alten Hasen Tanith, doch noch die ein oder andere bisher unbekannte Sichtweise und Niesche näher gebracht zu haben, mit der es sich vielelicht mal löhne sich näher mit zu beschäftigen.

    zum Gruße, Vorwärts Immer – Rückwärts Nimmer! :-)

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    • eigentlich bin ich ja weniger der typ ‘selbstpromo für releases in fremden foren / auf fremden websites’, aber da mujo hier das thema raggatek und artverwandtes schon angesprochen hat, verweise ich hier doch mal des soundbeispiels wegen auf die zweite hälfte des previews-snippets zu meinem neuen mixtape auf dem muenchner label jahmoni music, weil ich auf der zweiten seite des tapes – ja, cassette! – im gegensatz zum darkjungle auf der a-side eben unter anderem genau diesen raggatek mit tribe / hardcore und einer prise breakcore verwurstet habe.

      snippet läuft 12 minuten durch, ist leider auf der EPK website nicht skipbar, aber für den ein oder anderen hier vielleicht interessant zum thema. link hier > http://schamoni.de/pressdesk/transmissions/#home

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  10. es ist ja nicht so das ich diese Art von Musik nicht kennen würde, allein sie spricht mich nicht an, ich finde da nix was ich als vorwärts empfinden würde.
    ich bewerte aber auch Techno nicht danach ob er politisch ist, wenn er das kann, schön, wenn nicht, ist auch gut. Techno als Protestmusik hingegen ging doch meistens eher schief, da kommt dann meistens so ein Rockism durch, der mir persönlich zu retro ist.
    Und das der Chicago Techno irgendwas mit Reduktion des Menschen durch Übertechnisierung zu tun hatte, das hätte ich jetzt schon gern mit eispiel belegt, höre ich nämlich zum ersten Mal ;)
    Du kannst hier gerne mehr über Free Tekkno schreiben, ich bin da definitiv der falsche für, weil nicht mein Kiez, ich habe da sowohl ästhetisch als auch ideologisch kaum Anknüpfungspunkte

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