Goodbye Sy (28.4.2005 – 6.12.2017)

goodbyesy

Nach 12 1/2 Jahren war es gestern soweit dem Hund Goodbye zu sagen, der hier sogar eine eigene Rubrik hat. Sy kam durch Zufall gleich nach einem halben Jahr in unsere Beziehung, ich sah das Welpen Verkaufs Inserat an einem Pinboard im Extramarkt am Arnimplatz, auf das ich sonst wirklich nie schaute, wir riefen an, kamen hin, er sah uns, lief auf uns zu und wir nahmen ihn gleich mit. Es war der Tag der Loveprarade 2005 und ich mußte nachts noch im Icon auflegen. Gezeugt im Mauerpark und in den Jahren wo wir noch im Prenzlberg wohnten passierte auch seine Sozialisierung dort. Seitdem er bei uns war, war er fast überall mit dabei, von Festivals bis zu unserer Hochzeit, Aaron kriegte er schon im Bauch mit und wurde sowas wie ein großer Bruder. Ich weiß das das wahrscheinlich jeder über seinen Hund sagt, aber Sy war wirklich ein außergewöhnliches Charakterexemplar, das wahrscheinlich auch dieser Mischung aus Rottweiler, Labrador und Dogge geschuldet war. Ein wirklicher Bulle von Hund, der zwar sehr laut seinen Standpunkt kundtun konnte, aber nie aggressiv wurde außer zu Möpsen, die konnte er partout nicht ab. Es klingt auch klischeehaft wenn man sagt, das man sich mit seinem Hund wortlos versteht, aber es war wirklich so, bis zum letzten Tag. Diese gegenseitige Empathie ist etwas das wir nie vergessen werden und das ist nur eine der wunderbaren Facetten die nun fehlen werden.
Das dieser Tag kommen würde deutete sich schon länger an, schließlich ist 12 1/2 ein Methusalem Alter für einen Brocken, der in seinen besten Jahren über 50 kg wog. Ein großer Laufhund war er daher nie, aber unsere 3-4 km pro Tag legte ich mit meinem 10.000 Schritte pro Tag Partner, trotz seiner Athrose, bis vor kurzem, immer noch hin. Die plagte ihn bereits ab seinem 7. Lebensjahr und wären wir nicht hier raus auf’s Land gezogen, wäre dieser Tag mit Sicherheit viel früher gekommen. So ab diesem Sommer wurden aber auch hier die Wege kürzer und ebenso seine große Leidenschaft Schwimmen traute er sich nicht mehr zu. Vor ein paar Wochen war dann nach einem Kilometer genug und jetzt gegen Ende hin ging es nur noch ums Eck bis die Hinterläufe irgendwann gar nicht mehr mitmachten und wacklig versagten. Er versuchte zwar immer noch tapfer mitzuhalten um beim Rudel zu sein, allein es ging nicht mehr. So richtig glücklich war er dann nur noch wenn er dann abends mit dem ganzen Rudel auf der Couch knuddeln konnte.Was umso trauriger ist, weil der Kopf noch absolut klar und alert war. Diesen Teamplayer, der ansonsten noch völlig intakt war, so einschläfern lassen zu müssen war hart, sehr hart. Es sind zwar “nur” 12 1/2 Jahre, aber was man in dieser Zeit alles miteinander erlebt hat, sich von der Nähe und Vertrautheit sich da etwickelt hat verabschieden zu müssen, da verschwindet erstmal alles andere in die Unwichtigkeit. Wir haben die letzten Tage wirklich jede freie Minute miteinander verbracht, er hat seine geliebte Dönerbox als last supper bekommen und ein würdiges Grab erhalten.
Da schwankt man nun zwischen möglichst bald einen Ersatz zu holen und dem Gedanken das dies eh nicht möglich ist.
Sy du fehlst!

Kommentare (15) Schreibe einen Kommentar

  1. Tiefes Beileid! Sy bleibt ein wichtiger Teil Eures Lebens. Großartig, daß er so lange mit Euch sein konnte. Hab die Story hier von Beginn an verfolgt und traute mich gar nicht zu fragen ob seines hohen Alters. Ruhe wohl, Sy!

    Antworten

  2. Das tut mir sehr leid das zu lesen.
    Danke für die bewegenden Worte, die Du gefunden hast.
    Mir hast Du von Sy zum ersten Mal bei der Planet Pro Berlin auf dem 17.Juni erzählt, als wir auf der Nature One-Bühne spielten und Du völlig aus dem Häuschen über Deinen neuen Gefährten warst. Seitdem habe ich ihn immer nur sporadisch gesehen.
    Ich denke, er wird nicht nur Euch, sondern auch vielen anderen in Herz und Hirn verhaftet bleiben.
    R.I.P.SY

    Antworten

  3. Ergreifende Worte. Als Hundehalter fühlt man richtig mit.
    Wir hoffen die guten Erinnerungen helfen über den herben Verlust manchmal ein wenig hinweg.
    Sy hatte es gut bei Euch.
    Aufrichtiges Beileid & viel Kraft.
    Alex

    Antworten

  4. Oh Mann, das ist traurig – und so schön geschrieben. Wir haben vor zwei Jahren genau das gleiche durch gemacht, und es war wirklich hart. Wochenlang hat man den Hund hinter der Tür zur Begrüßung erwartet. Da sind viele Tränen geflossen…

    Alles Gute für euch!

    Antworten

  5. Das Ding ist: du bist einer der letzten “konsequent Harten” und trotzdem Reflektierten und wirklich guten Leute. Und ich bilde mir ein, zwischen den Zeilen lesen zu können, wie sehr dir dieser Verlust wehtut. Also wirklich weh tut. Und ich verstehe das total.

    Ich wünsche dir alle Kraft der Welt.

    Antworten

    • da kannste hart sein wie du willst, wenn der beste Kumpel in deinen Armen stirbt, dann heulste und das nicht nur einmal oder man ist kein Mensch

      Antworten

  6. Mein Beileid.
    Ich hatte nie Tiere, kann daher die Emotionen nur so aufnehmen, wie Du sie schilderst.
    Und die berühren.

    Antworten

  7. Das ist hart und tut mir sehr leid! Wenn der beste Freund stirbt, ist man am Boden zerstört! Ich hab selbst 2 Schäfer, einen seit Welpenalter, der wird im Juni 10 und ein Mädel aus Italien, die übern Tierschutz hier nach Deutschland kam, die die ersten 5 Jahre ihres Lebens dort in nem Keller eingesperrt war und misshandelt wurde, dadurch dass sie nie raus kam verkümmerte Hüftmuskulatur hatte und “watschelte” und für die ein Platz gesucht wurde und da ich ne Kumpeline für meinen Besten suchte fuhr ich hin und die beiden kamen gleich super miteinander klar, ein Herz und eine Seele! Sie ist jetzt 4 Jahre da wird mittlerweile auch 9 Jahre und ich hab sie genau so ins Herz geschlossen wie meinen Besten… sie weicht mir nicht mehr von der Seite und beide kommen jetzt ins gesetzte Alter. Mein bester hat momentan Schilddrüsen Probleme und muss seit paar Wochen täglich Tabs nehmen. Die Lebenserwartung liegt so bei 9-14 Jahren, so dass ich auch immer damit rechnen muss, dass da was kommt.
    Den Vorgänger musste ich auch einschläfern lassen, der war ca. 11 Jahre… war auch ein Tierheimhund den ich mit 3 Jahren bekam, der hatte von Anfang an eine Allergie und die wurde die letzten Jahre immer schlimmer, er bekam Kortison, damals gabs noch kein “Apoquel” und bekam am Ende Darmkrebs, das war dann das Ende. Ich hab geheult wie Schlosshund und hab über 2 Jahre gebraucht drüber weg zu kommen, es fiel mir so schwer, auch weil das Einschläfern nicht so funktionierte wie es sollte und er selbst durch die Spritze mitten ins Herz nicht gehen wollte… der Hund war wie mit mir verschweisst…. und mir geht es immer noch schlecht, wenn ich wieder dran denken muss. Aber es war nur noch ein Leiden und das darf man halt auch nicht vergessen. Auch die Beerdigung werd ich nicht vergessen – bei strömendem Regen hab ich ihm das Grab geschaufelt und ihn beerdigt und jedesmal wenn ich das Video von “November Rain” sehe, kommt das wieder in mir hoch, verdammt! :-(
    Bei mir war es so, dass, als der alte starb ich nur ca. 2 Monate ohne Hund sein konnte… anfangs dachte ich, dass ich keinen mehr will/brauche, da “er” mein Bester war. Aber es fehlte einfach was… und wenns oft nur das Gassi gehen war… man wurde immer irgendwie auf Trab gehalten!
    Muss sagen, dass das Mädel aus Italien mittlerweile sich trotz Tierheim wie mein Bester eingelebt hat (entgegen aller Aussagen die es da so gibt). Klar ist es eine Herausforderung so einem Hund eine Chance zu geben, aber sie gibt auch alles zurück was man ihr gibt… man braucht nur VIEL Geduld ! :) Sie wusste mit 5 Jahren nicht was ein Ball ist, rannte davon wenn man ihn warf… es hat fast 2 Jahre gedauert die Angst vor dem Ball aus ihr raus zu bekommen, da scheinbar auch mit Gegenständen nach ihr geworfen wurde… bzw. sie wusste nix damit anzufangen…. und nach 2 Jahren hat es plötzlich “klick” gemacht und seit dem ist der Ball ihr Ein und Alles… jede Minute die ich in die 2 Jahre Balltraining investiert habe war es wert… und seit 2 Jahren geht sie auch ohne Leine beim Gassi… da wär so mancher sicher schon verzweifelt… nach dem Motto (aus Tierheimhund machst du nix!) …muss sagen, dass das zu 100% am Halter liegt und eine reine Vertrauenssache ist. Sie war auch absolut Wasser scheu, wurde im Keller wohl mit Schlauch abgespritzt und lief davon wenn sie Wasser nur sah. 180 Grade Wende! Hat sie früher um Wasserpfützen beim Gassi einen Bogen gemacht, rennt sie jetzt mit Hurra in den Fluss und schwimmt! Ich hätts nicht für möglich gehalten, das schafft man sonst oft nicht mal bei nem nicht Tierheim Hund! :D Ich kann immer noch nicht verstehen wie man so einem tollen Hund sowas wie 5 Jahre dunklen Keller antun konnte, ich hatte wirklich das Problem, dass sie im Haus anfangs nicht ins Untergeschoss wollte, wegen ihrer Erinnerungen, mittlerweile hat sie das Untergeschoss voll aktzeptiert und fast alles was war ist “vergessen”.
    Ich wünsche dir viel Kraft und ich weiss, dass es sehr lange dauern kann bis die Zeit die Wunden heilt… denn für Hundebesitzer ist der Hund eben nicht nur “ein Hund”… er ist ein “Schatten”, ein Teil von einem selbst, der einem überall hin folgt.
    Bekam dein Hund gegen die Arthrose noch Medikamente… Metacam, Rimadyl ? Der Vorgänger meiner beiden jetzigen hatte da auch Probleme mit Hüfte, bekam die Medikamente… leider gingen die letzten Endes dann wohl auch auf Magen und Darm… da ist das Ende dann praktisch besiegelt…. das geht 3-4 Jahre, aber leider nicht ewig.
    Alles Gute!

    Antworten

    • kann ich alles sehr gut nachvollziehen was du da schreibst, bzw. geht mir ähnlich.
      Sy bekam seit einem Jahr Cymalgex, weil Rhimadyl nicht angeschlagen hatte, aber meistens kam er eigentlich gut mit seiner Arthrose klar. Von Winter zu Herbst gab es immer Schübe, der dieses Jahr war einfach zuviel.
      Die Trauer ist zwar groß, aber seit Sonntag steht der Nachfolger schon fest, bzw. ist angezahlt und kommt Mitte Januar zu uns, wenn er 9 Wochen alt ist. Ein Leben ohne Hund ist einfach keins :)

      Antworten

      • Ein Leben ohne Hund ist einfach keins :) <<

        Wie sagte schon Heinz Rühmann:
        “Natürlich kann man ohne Hund leben – es lohnt sich nur nicht!” :D hehe

        auch ein gutes Zitat:
        “Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnnlos!” :D

        Gibts auf T-shirts… denke so eins werd ich mir mal holen, oder eins mit nem Abdruck einer Hundepfote neben einem Fussabdruck, mit dem Schriftzug “Dream Team” :D
        Oder ein Shirt mit der Aufschrift: “Ohne Hundehaare ist man nicht richtig angezogen!” Das find ich den Knaller! :D

        Antworten

  8. Mein tiefstes Beileid.
    Als regelmäßiger Blogleser, der das gesamte Leben von Sy mitverfolgt hat, kann man nur zu gut den Verlust nachempfinden.
    Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.