Jahresrückblick 2017

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Und wieder ist ein Jahr rum, was bedeutet das da eine nachträgliche Betrachtung möglich ist. Gleich vorweg was mich am meisten genervt hat: Amateurpolitik. Nicht nur von denen die es eigentlich professionell machen sollten, sondern auch dieses wahlweise weinerliche bis ängstliche oder auch immer wieder gern inflationär zum Skandal hochstilisierte Mutmaßen. Was früher mal eine Domäne der Stammtisch Experten von nach Bier und kaltem Rausch geschwängerter Lokalitäten war, brüllt einen heute aus jeder Ecke an und verdirbt einem schon am frühen Morgen den Tag. Ich verstehe diese Polithysterie nicht. Mir ist einer, der Lebenszeit dafür draufgehen läßt, das Deutschland so bleibt wie er es vermeindlich in Erinnerung hat, obwohl er gerademal in seinen Mittzwanzigern ist, genauso suspekt wie einer, der den ganzen Tag in der Politjauche wühlt um irgendeine Bestätigung seiner Vermutungen zu finden, die er anschließend mit Likes und Followern vergolden kann. Warum verplempert man sein Leben mit sowas? Natürlich gibt es unzählige Misstände im großen wie im kleinen auf der Welt und man sollte achtsam und mit offenen Augen und gutem Seismograpfen durch die Welt gehen, aber diese Fixierung auf politisches, gerne auch einhergehend mit Verrohung der Sprache, kann man denn wirklich nur über negatives von anderen mit der Welt kommunizieren? Ich kann dem nix abgewinnen und habe diesbezüglich auch dieses Jahr ordentlich in meiner Timeline aufgeräumt.

Das soll’s auch schon gewesen sein mit dem Gerante, was nicht heißen soll das bei mir alles eitel Sonnenschein war, gerade gegen Ende hat das Jahr nochmal so richtig gezeigt was ne Harke ist und der Tod unseres Hundes Sy ist auch heute noch nicht so richtig fertig verdaut. Dann kommste von den Weihnachtsbesuchen wieder nachhause und die ganze Bude stinkt, hat der Kühlschrank noch auf den letzten Metern des Jahres beschlossen den Geist aufzugeben und nu finde mal einen zwischen den Jahren! Ist zwar gelungen, aber was für eine Hetzerei! Der Anfang des Jahres war davon geprägt, die eigene Mutter im Altersheim zu haben und dafür zu sorgen das das alles läuft, mit Rechnungen bezahlen und dem ganzen Papierkram der so dazu gehört. Im Sommer ist uns dann hier auch noch nach einem Regen der Keller vollgelaufen und das was sich Hausverwaltung nennt zeigte sich, wie man das vom Klischee her kennt, von seiner schlechtesten Seite. Trotzdem würde ich sagen überwiegen die positiven Aspekte deutlich.
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Ich hörte z.B. oft davon das der Sommer ein schlechter gewesen sei, was ich von meiner Seite aus überhaupt nicht behaupten kann. Was natürlich auch daran liegen mag das ich das Stand Up Paddling für mich entdeckt habe und sowieso oft mit Wasser zu tun hatte. Oder auch daran das ich das Biken wieder mehr in den Alltag und darüber hinaus integriert habe. Dazu hatte ich mir ja im August noch ein Vanmoof Smartbike gegönnt, was das bei der Sache bleiben um einiges erleichtert bzw. versüßt. Im Spätsommer kam dann Aaron in die Schule und auch dafür läßt sich das gut nutzen. Heißt für mich nun allerdings jeden Tag noch ne Stunde früher aufzustehen, was mit meinem Nachteulen Biorhythmus nur schwer in Einklang zu bringen ist, aber muß ja.

Ansonsten hab ich, außer eben dem Paddling Board und dem Bike, für Sport nix ausgeben müssen, mein kleiner Bodyweight Wintergarten ist perfekt so wie er ist und die Apple Watch sorgt mit ihren Ringen dafür das man auch schön am Ball bleibt, das Resultat sieht dann so aus:
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Das ganze Jahr durch gab es, neben meinen Residencies bei Double Impact im Suicide oder Tekknozid wieder viele tolle Gigs und ich genieße das nach wie vor, sei es hier in Berlin oder unterwegs und das damit einhergehende Jagen nach neuen Tracks für die Sets oder für meine TNT Sendung. Ich feiere dieses Jahr 30 Jahre Techno und kann nicht behaupten das es langweilig würde. Dieses Menschen treffen mit Musik bedeutet mir eine Freiheit die ich sehr wertschätze, womit ich auch wieder meine Altraver Crew ganz herzlich grüßen möchte, ihr seid der Hammer! :D
Auffällig fand ich das mich, im Gegensatz zu den anderen Jahren, kein Seitengenre zum Ausgleich so richtig begeistern konnte. Sonst gibt’s ja immer sowas wie Dubstep, 2Step, Drum & Bass, das ich so zum Ausgleich verfolge, aber da hat mich dieses Jahr nichts so richtig gekickt, es blieb ein reines Technojahr.
Bleiben wir noch ein bisschen beim Audio, (ich pack das jetzt extra hier unten hin, weil Nichtproduziernerds können das wahrscheinlich getrost überlesen, mir ist das aber ziemlich wichtig) nach vielem Hin und Her habe ich mir dann tatsächlich mal die Push 2 für Ableton gegönnt und es nicht bereut. Eher im Gegenteil, so das ich mich frage warum ich das eigentlich nicht schon früher gemacht habe. Wenn die DAW zum Instrument wird öffnet das noch mal eine ganz andere Ebene und ich habe das Gefühl ich habe da bislang gerade mal die Oberfläche gekratzt, jedenfalls macht so alles noch viel mehr Sinn und Spaß. Gekauft habe ich sonst eigentlich nichts und freue mich schonmal auf das Update auf Live 10 vor. Ein paar Freeware Sachen gibt es aber schon noch, die ich gerne empfehlen möchte und die es geschafft haben dauerhafter auf meiner Festplatte zu verweilen, als da wären:

screenshotVCV Rack ein Modularsystem für den Rechner, so richtig mit virtuellem Strippenziehen, für das in ziemlich kurzer Zeit immer mehr Module, auch von Drittherstellern, angeboten werden. Soll wohl bald auch als Plugin verfügbar sein.

DRUMR
Drumr ist praktisch um Drums via Push im Mix einfach auszutauschen und nach Belieben zu Formen. Geht mit den mitgelieferten Samples, aber auch mit den eigenen Sample Foldern.

OneKnobsOne Knobs Ebenfalls wie der Drumr von Elphnt, eine Racksammlung von 24 Ableton Racks, die, wie der Name ja schon verrät, mittels eines Knopfs zu bedienen sind und gerade in Kombination mit Push herrlich zur Entfaltung kommen.

abletunesoneknobsABLETUNES KNOBS Ähnlich wie obige One Knobs, 3 einzelne Plugins die lediglich einen Button zur Bedienung mitbringen, einer für Attack, einer für Drive und einer für Space, aber in Kombination ziemlich wirkmächtig sind

bd808Synsonic’s BD-909 und BD-808 Die beiden können nix weiter als die bekannten Bassdrums der jeweiligen Rolandmaschinen emulieren und shapen, lassen sich allerdings eben auch chromatisch spielen und geben somit auch schöne Basssynthsizer mit viel Bauch ab

Wie immer zum Schluß, das Jahr runtergebrochen auf reine Kennzahlen:

13 Jahre Beziehung
9 Jahre verheiratet
7 Jahre Vater
6 Jahre rauchfrei
5 Jahre Karow
10.265 Schritte pro Tag im Jahresdurchschnitt
Gewicht 1.1.2017: 89,5 kg
Gewicht 1.1 2018: 85,1 kg

Und zu Guter Letzt noch die Playlists mit allen Mixen aus 2017

Und die TNT Playlist mit allen Sendungen:

Jetzt bin ich mal gespannt was 2018 bringen wird und freue mich schonmal auf unseren bald kommenden Doberdor Welpen der Pankow heißen wird :D

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Tanith, ich nutze mal Deinen lesenwerten Rückblick für eine kleine “Hommage” an Dich. Als spätberufener Techno-Liebhaber habe ich in den letzten Jahren versucht, ein wenig von der “goldenen Raver-Zeit” nachzuerleben und dabei haben sich unsere Wege hin und wieder gekreuzt: Zusammen mit Ellen letztes Jahr im Tresor, immer wieder mal beim Walfisch Revival. Du strahlst dabei immer eine sympatische Mischung aus dem souveränen Helden der Berliner Szene und gleichzeitig immer noch mit großer Freude dabei, aus. Macht einfach Spaß, Dich bei den Set´s zu erleben!

    Letztlich habe ich ja überhaupt keine “Kompetenz” für Techno, bin froh, wenn ich die Stilrichtungen einigermaßen auseinanderhalten kann, aber letztlich find ich es einfach geil und als ein unbeschreibliches “Ganzkörper-Erlebnis” , und damit ist der Zweck ja schon erfüllt… So lese ich dann mit besonderem Interesse hier Deine Bloggs und überhaupt Deine “Sicht der Dinge”, und freue mich, darin auch meist meine Ansichten wiederzufinden.

    Und so ist so ein persönlicher Rückblick von Dir ja auch mal eine gute Gelegenheit, “danke” für Deinen Einsatz zu sagen. Du machst das ja auch, weil Du was zu sagen hast und da kann man dann ja auch mal melden : angekommen!

    In diesem Sinne – ein erfolgreiches und begeisterndes Jahr und bis bald mal (auch wenn nur ich was davon habe….-:)) bei diesem oder jenem Set!
    Muehli

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  2. …ja Tanith, herzlichen Dank für die Musik, die Informationen und die Inspiration die du uns übermittelst. Hura und endlich sind die “Next Dates” am Start ;-) Die ganze Zeit schon überlegt: hat er die vergessen oder sind keine vorhanden?
    Ok. weiter geht´s :-)

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