Todoist: die Todolisten App to rule them all

Y9mnhYd5_400x400Todolisten und ich, das ist eine lange und spröde Geschichte, schließlich sind Todolisten im Grunde nichts anderes als runtergebrochene Excellisten und genauso sexy. Aber man braucht sie eben, gerademal als Selbstständiger, Homeworker und nicht zuletzt Familienvater, also ich zumindest, sonst geht’s drunter und drüber und trotzdem bleibt die Hälfte (meist das unangenehme) liegen wegen Vergessen.

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Ich habe mich in meinem Leben schon durch ganze Dschungel an Apps und Behelfen durchgeschlagen, von Papier und Stift, welches die unpraktikabelste Lösung war, über das für seine Zeit damals fantastische iGTD, über Wunderlist bis zu Clear und Konsorten, bis ich letztes Jahr bei Any.do gelandet war und sie die schöne Lösung mit einer Chrome App vermasselt hatten, die lediglich die Webansicht in ein Appfenster holte, die viel zu viel Platz auf dem Monitor benötigte um damit arbeiten zu können. Mittlerweile gibt es sogar eine native Mac App, aber zu spät. Denn zwischenzeitlich hatte ich bei der Suche nach Alternativen Todoist entdeckt und kurz darauf gab es sogar via App Sumo ein halbes Jahr Premium für die App kostenlos. Zur gleichen Zeit schickte sich Todoist an seine API für IFTTT zu öffnen und das änderte alles, zum positiven. Seitdem ist Todoist für mich die Zentrale für so ziemlich alles, Texte die ich erst später lesen will landen via Pocket in der Leseliste „Zu lesen“, ebenso landen neue Kalendereinträge automatisch als Aufgabe im Eingang von Todoist, abends landet ein Digest mit allen erledigten Todos in meinem Journal Day One, das sich so auf magische Weise selbst füllt, dort landen via IFTTT auch sämtliche Tweets, Foursquare Checkins, Blogeinträge, Instagrammbeiträge etc automatisch, aber das ist nochmal eine andere Geschichte.

todoist2Die minimalistische Aufmachung, sowohl der Desktop App, als auch der iPhone App (Todoist gibt’s für so ziemlich jede Plattform) gefällt mir in ihrem Understatement, welches gar nicht so in den Vordergrund schiebt welch mächtiges Werkzeug man da in der Hand hält. Projekte können Unterprojekte beinhalten, die mittels Ettiketten an den GTD Standard angepasst werden können, man kann diese filtern, man hat Übersichten für den Eingang, Heute und was die nächsten 7 Tage anliegt. Verschieben der Einzelpunkte klappt via Drag & Drop und Erinnerungen an Termine klappen via Mail und Push Benachrichtigung auf’s Smartphone, weshalb ich mittlerweile für Termine mehr Todoist als den Kalender nutze.
Aprospos Kalender, Todoist synct auch bestens mit Sunrise Kalender (einen Kalender den ich Menschen aus meiner Branche nur empfehlen kann da er zugesagte Facebook Events automatisch integriert), so das die Tasks und Zeiten, wie DueDates, auch dort angezeigt werden.

todoist4All diese Dinge machen es schon schwer das irgend ein anderes Tool für mich hier konkurrieren könnte, aber dann kommt noch dieses Karmatool hinzu, was für den ein oder anderen vielleicht unötig gimmickige Spielerei ist, für mich aber, als Sucker für alles was mit Fortschrittsbalken und Piecharts zu tun hat definitiv der Punkt ist mit dem keine mir bekannte App mithalten kann. Das Karmatool zeigt die Menge der erledigten Todos pro Tag und Woche in farblicher Unterscheidung an, man kann einstellen wieviele man täglich und wöchentlich erledigen möchte und bekommt dies in Form einer Balkengrafik und einer Kurve, dem sogenannten Karmatrend zu sehen. Punkte gibt es für rechtzeitig erledigte Todos, Todos hinzufügen und Benutzung von Features wie Etiketten, Unterprojekten oder Erinnerungen. Die Kurve kann aber natürlich auch nach unten zeigen, wenn man z.B. seine eigenen Vorgaben nicht erfüllt. Ebenso lassen sich Tage einstellen an denen das Karmatool nicht zählt und die Punkte erhalten bleiben, Wochenenden oder Urlaub z.B. Ich habe mich mittlerweile vom Anfänger über Neuling, über, Fortgeschrittener bis zum Meister mit über 10.000 Punkten aufgeschwungen, zum Großmeister fehlen mir noch 9630 Punkte, danach wartet nur noch Erleuchtet auf mich. Wem das zu klickibunti ist, kann dieses Feature aber auch komplett abstellen.

Es gibt sicher noch viel mehr Punkte die zu erwähnen wären, z.B. die Kollaboration und Delegierung mit anderen an Projekten, die ich aber nicht nutze und von daher nur wenig dazu sagen kann.
Todoist ist jetzt bei mir seit über einem halben Jahr in täglicher Benutzung und ich möchte es nicht mehr missen. Der einzige Kritikpunkt der mir bleibt ist die fehlende Integration von zu beantwortenden Mails via Apple Mail, klar da gäbe es Workarounds, dennoch wäre mir eine Lösung in Todoist lieber. Für Gmail gibt es immerhin schon ein Plugin. Trotzdem eine der wenigen Apps für die ich die jährliche Premiumgebühr gerne zahle, die beträgt ca. 23€ und erlaubt mehr Farben, Erinnerungen, automatische Backups, mehr Projekte und Unterprojekte, Suche, Notizen und Anhänge zu Aufgaben, Standort Erinnerungen und diverses mehr, das es mir die knapp 2€ pro Monat definitiv wert ist.
Aber auch die freie Version kann schon viel und wird den meisten wahrscheinlich ausreichen, zumindest zum austesten ob das was für einen ist allemal.

Neuer Mix: Mein Sunday Joint für die Blogrebellen

Sunday Joint
Marinelli von den Blogrebellen fragten mich letztens “Tanith, ich möchte einen Joint von Dir! “Gibs zu, du hast doch eine gechillte Seite. Und wenn es nur Frau und Kind zuliebe ist.” Meine Antwort: “Ja klar, hab massig Kram für da.”
Und in Marinelli’s own words:
“Jetzt ist das Ergebnis endlich da und Tanith hat getan, was für den Tanith, den ich kennengelernt habe, typisch ist: Er liefert zuverlässig ab, aber nie genau das, was man von ihm erwartet. Als altgedienter Technoveteran hat er im Gegensatz zu mir natürlich auf dem Schirm, dass sonntägliche Vormittage für Menschen mit Affinität zu elektronischer Musik noch ganz klar zur Feierzeit gehören. Und so ist sein Sunday Joint auch der erste, der eine After Hour genauso gut beschallen könnte, wie ein ausgedehntes Frühstück mit oder ohne Sportzigarette. Chapeau!”

Also macht’s euch gemütlich, die Sonne scheint, hier kommt der Mix:

Tracklist:
23 Skidoo -Just Like Everybody
Kaitaro – Sakuran
Fehlzündung – Drei
Kevin Schwatzer – Tirold D Connective (Rodrigo DP Remix)
DJ Biopic – Rush
Ra.pu, Nekow & Mickey – Studio 129 (Tim Scala Remix)
Paul S, Antony Pl – Dub City
Luna Ludmila – One Way Or Another
S-Ampel – With Intent
Reset Robot – The Measure
House of Black Lanterns – The Smack (Mosca’s Dread At The Controls Version)
Mr Jefferson, Nobody Else – Meow Clouds
Ejeca – Dazed
Hand in Hand – Energy
Sonic Machinist – Time Is Flexible
Ruff Cherry – The Cloud Minders (A Sagittariun On The Black Re-Dream)

Review: Westbam – Die Macht der Nacht


Irgendwie ein trauriges Buch, nicht nur wie das alles endet, so mit dem Verlust von allem was einem mal wichtig war, sei es die Firma, Lupo und dann noch, ohne im Buch vorzukommen, aber letztens halt, punktgenau zum Release, William Röttger, sondern auch weil es so emotionslos gegenüber dem ist, was ihn ja so groß gemacht hat, der Musik. Das gipfelt dann im letzten Drittel in dem Satz „Musik ist ein unperfektes Werkzeug. Wenn du oben angekommen bist kannst du es wegschmeißen.“ Und so fühlt sich das auch die ganze Zeit beim lesen an. Das erste Drittel, als klein Max noch als Punk in Berlin ankommt liest sich noch ein bisschen anders, da hat einer noch Neugier und steckt voller Elan, das Leben, in diesem Falle halt Nachtleben, zu entdecken und man kann das durch die unterhaltsame Schreibe durchaus nachvollziehen. Aber dann reiht sich ein „Erster!“ an den nächsten, der erste Hippy Deutschlands mit 4, der erste Punk in Münster, die erste Houseparty in Deutschland (als wenn das im Ex und Pop damals wirklich jemanden interessiert hätte), der erste mit diesem oder jenem Preis, der erste in irgendwelchen Charts, erster whatever, irgendwann nimmt man das Erster! Gehechel einfach so hin und hat fast Mitleid mit diesem selbstauferlegten Hase und Igel Spiel, wo man doch seit Bowie weiß das es gar nicht darauf ankommt wer es als Erster macht, sondern wer es als Zweiter zu nutzen weiß.
Ansonsten glänzt das Buch mit Auslassungen, bzw. einer Oberflächlichkeit, die es Westbam möglich macht den distanzierten Beobachter zu geben. Mag ja sein das man im Nachhinein, in der Rekapitulation, diese Position einnimmt, wenn man die kurvige Geschichte jedoch quasi hautnah mitbekommen hat, dann ist das alles etwas unbefriedigend und verbogen in seiner Verkürzung. Wohlgemerkt, da stehen keine wirklich falschen Fakten, aber die vielen fehlenden Einzelheiten zeichnen m.E. ein sehr weichzeichnerisches Bild.
Ok, das ich zu UFO Zeiten eine Topffrisur hatte und auf dem Klo angeblich der Satz stand „Tanith kann nicht tanzen“ ist definitiv geflunkert, aber was tut man nicht alles für eine Pointe. Ich muß also meine ursprüngliche Befürchtung eines Dissens meinerseits zurück nehmen, dissen geht anders und auch mit den anderen Erwähnungen im Text kann ich leben, kann man so sehen wenn man will. Mit Wolle hat er es heftiger und trotzdem konnte ich mir bei mancher Beschreibung das Schmunzeln nicht verkneifen: „Es war schwer, nicht zu wissen, wie er über irgendwen oder irgendwas dachte….Wolle konnte allen was beibringen: den DJs über Musik, den Lightjockeys über das Licht und der PA-Firma über den Sound.“
Oder über den XDP Wagen anno 91 auf der Loveparade:
„Folgende Ideologie stand hinter Wolles »Bass Test«-Konzept: Die Leute tanzen bekanntlich zum Bass. Demnach sind Mitten und Höhen Kommerz. Daraus ergibt sich die Konsequenz: Ab jetzt nur noch Bass! Alles andere ist Verwässerung! Übrig blieb beim »Bass Test 1« ein amorphes, dumpfes Wabern, das natürlich keinen Spaß machte. Die ganze Idee war komplett irre.“
Hehe hehehe. Aber auch:
“Seine Kritik am Mayday- Konzept klang irgendwie hohl, weil er selbst das gleiche benutzt hatte. Nur mit weniger Erfolg. Zwei Wochen nach Mayday war Neugebauer mit seinem Tekknozid daher gekommen. In einer modifizierten Variante: Auch in der Halle Weißensee. Auch mit einem großen Line-Up. Auch mit nationaler Werbung. Und seine Inspiration war? Die offizielle Loveparade-Party. Bloß »ohne Love und ohne Parade«, wie er sich ausdrückte. Sein Motto: »The biggest rave ever.« Mayday fand er aber zu groß und zu kommerziell. Wir hätten alles kaputt gemacht. Er stellte seine Tekknozid-Serie sofort ein und ärgert sich noch heute.“
Und da fängt schon wieder so ein bisschen die Flunkerei bzw. Verkürzung an, das ist erstens auf vielen Ebenen so nicht richtig, unter anderem wußte jeder der den damaligen Fight zwischen Mayday und Tekknozid mitbekommen hatte, das da hinter den Kulissen seltsame Spielchen liefen, auch wenn das Ergebnis wahrscheinlich trotzdem nicht anders ausgefallen wäre und zweitens war die Mayday eigentlich, trotz früherem Termin, die spätere in der Planung die hektisch zusammen geschustert wurde nachdem der Termin für Tekknozid fest stand und auf dieser, in dieser weichenstellenden, sensiblen Zeit, keiner von den Low Spirit Acts vorgesehen war.
Die Beschreibungen von Wolle und anderen zeigen mir aber auch, das er den Osten nie wirklich verstanden hat, das bleibt durch das ganze Buch merkwürdig distanziert, so wie das beharren auf West Berlin in der Anschrift auf den Plattencovern von Low Spirit bis weit in die 90er hinein. Andererseits impliziert das ja schon der Name Westbam in gewisser Weise, nicht anders läßt sich vielleicht auch das Paradox erklären, das ausgerechnet einer aus Frankfurt, die Nemesis seiner 90er, nämlich Jürgen Laarmann, quasi die Verkörperung des westlichen Glücksritter Tschabo’s, bis heute sein bester Budddy ist. Das war nicht immer so und auch hier fehlen mir ein paar Fakten aus der Zeit als Frontpage pleite ging und Laarmann ziemlich gleichzeitig seine Anteile an Mayday und Loveparade verlor, ähem.
Auch in Bezug auf diese Beziehung bleiben also die Äußerungen nur vage, aber immerhin, so erfahre ich zum ersten Mal das es eine Override Summe für Bash gab, dem gemeinsamen Label von mir und JL damals, als der von mir dort untergebrachte Ströbel zu Low Spirit wechselte, so lief das damals, aha! Unnötig zu erwähnen das ich von unseren gemeinsamen Labelerfahrungen, weder von Releases, noch von Lizensierungen, noch von irgendwas irgendwann mal Geld sah.
Auf den ganzen Themenkomplex Kommerzialisierung und Ausverkauf war ich natürlich besonders gespannt und wurde in Sachen Relativierung natürlich nicht enttäuscht, ein wenig Distanzierung hier (Mark O) ein bisschen Unverständnis da (Musiknerd Reviewer bei Frontpage wie Bleed und Triple R), ein bisschen drüber Ablachen wie das diese von jeher realitätsscheuen Uraktivisten sehen, aber am Ende halt egal, weil die Zahlen sprechen ja für sich.
Diesbezüglich scheint die ihn prägendste Zeit wohl die „irren Jahre“ zwischen 1994 und 1996 gewesen zu sein, da rasselt es nur so die Zahlen der Abverkäufe, das ein Businessplan blaß vor Neid werden könnte. Dazwischen ein paar lustige Drogengeschichten zur Auflockerung und dann geht’s auch schon ins E-Werk, bei dem er sich allen Ernstes als Soundobermacker darstellt, was ich gegenüber denjenigen die wirklich für den E-Werk Sound standen etwas unfair finde, als da wären, Cle, Terri Belle, Disko, Woody, Hazel B und meinetwegen noch Motte, aber bei Westbam war doch der Running Gag das man nach einem Set, damals legte jeder DJ noch paarmal nacheinander mit dem jeweiligen anderen der Nacht auf, gehen könne, weil es käme nachher das gleiche wieder.
Auch seine Version des von ihm wiederentdeckten Electro dort, natürlich als Erster und vorläufig Einziger, zeugt von einer sehr solitären Sicht der Dinge, nachdem zu dieser Zeit Big Beat mit z.B. Chemical Brothers oder DJ Icey eigentlich schon überall angekommen waren.
Die Zäsur kommt dann schrittweise nach 9/11 bis 2006 als Low Spirit verkauft wird und er auf den Wechsel des Zeitgeists zu Minimal nicht klar kommt, was ja vielen so ging, aber mit dem Namen Max hat das natürlich eine besondere Ironie.
Das Ende der Spaßgesellschaft, markiert durch 9/11, postuliert von Scholl Latour, scheint da bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben, ab da wirkt alles konzept und lustlos, man wurschtelt halt irgendwie weiter, natürlich auf relativ hohem Niveau, aber Geld ist halt nicht alles und das Ende des Buches liest sich mit dem Tod von Lupo fast wie der eigene Nachruf. Es wirkt als würde die Begrifflichkeit des Namens Low Spirit erst nach dem Verkauf seine persönliche Wirkung entfalten.

Studio im Browser

Allmählich zeigt sich welche Macht in HTML 5 steckt, letztens ging diese 303 Emulation Acid Machine im Browser um:
Acid machine

Ich weiß nicht warum, aber bei mir geht da die Rhythmbox nicht.
Abhilfe schafft da die HTML5 Drum Machine die sich sehr an der 909 orientiert
html5drummachine

und wem das zu langweilig wird für den gibt’s noch einen Modularsynthie obendrauf
webmodular

Fehlt eigentlich nur noch der Sampler und natürlich ein Sync

Hilfe und get well soon für Frankfurt’s Nachtleben Fotograf Ernst Stratmann

Wer in Frankfurt schonmal in Clubs war oder dort aufgelegt hat kennt Ernst Stratmann, der unermüdliche Hans Dampf Fotograf des Nachtlebens dort, der früher auch für die Groove und andere die besten Momente der Nachwelt erhalten hat und dabei nie, so wie einige seiner Kollegen, aufdringlich oder zu kumpelhaft auftrat um diese zu zuz ergattern.
Den hat es nun erwischt, Schlaganfall. Weil er somit als selbstständiger Fotograf für die nächsten Monate keine Einnahmen haben wird, bittet er um Hilfe, mach ich doch gerne!
Wer ihn auch unterstützen will kann das über diese Kanäle tun:
PAYPAL: ernst@photx.de, Konto-Verbindung: IBAN: DE51 2501 0030 0873 4283 07 – BIC: PBNKDEFF

(via Toxic Family)

Tageslinks 15.3.2015, das etwas andere CeBIT Special

Die CeBIT hat ja gerade angefangen und lustigerweise putzelten mir heute im Lauf des Tages so einige Artikel entgegegen, die mehr oder weniger damit zu tun haben.
Weitreichend tut das z.B. dieser Tweet vom Wirereporter

Aber das Thema läßt sich auch gerne erweitern, aktuell um den Komplex der Störerhaftung, zu dem ich die Tage meinte

Störerhaftung ist so ein schöner deutscher Begriff, den es nur hier gibt und der es ermöglicht das wir gar keine Feinde brauchen um uns selbst Tag für Tag ein Stück weiter ins Mittelalter zurück zu bomben. Wer in anderen Ländern etwas rumkommt, dem wird schon aufgefallen sein, das Deutschland so ziiemlich miesepetrigste Land sein dürfte was offene WLans angeht und das liegt eben an dieser Störerhaftung, die jene haftbar machen, die ihr Wlan für andere öffnen. Jetzt soll das ja überarbeitet werden, aber das bisher vorgelegte Ergebnis läßt zumindest an orwelleskem Neusprech keine Wünsche übrig, in Sachen Öffnung der Wlans für Privatpersonen hingegen kann man sich die Wunschliste stecken, die gibt es nur für gewerbliche Anbieter, warum? Siehe Bild oben. Man könnte meinen der Geist der FDP schwebt über diesem Entwurf, es liest sich als hätte man mal wieder die Lobbyisten Wunschliste einfach übernommen.
Siehe dazu auch
Prof. Dr. Thomas Hoeren: Eine Unverschämtheit – der Regierungsentwurf zur WLAN-Haftung

oder auch
Volker Briegleb: Macht endlich Schluss mit faulen Kompromissen bei der WLAN-Haftung!

Prof. Niko Härting: Mehr Haftung als Erleichterung

Wie sich diese Politik, die sich parteiübergreifend, außer in Lippenbekenntnissen, einen Scheiß um die digitale Zukunftsfähigkeit des Landes (Glasfaserausbau anyone?) kümmert und bei der man immer das Gefühl hat, die ganze Bremserei rührt daher, das die Internet immer noch als große, böse Raubkopierstation verstehen und mehr Geschwindigkeit bedeutet lediglich die laden noch schneller noch mehr runter, während die Räuber mittlerweile hauptsächlich auf der anderen Seite sitzen, Musikstreaming Anbieter z.B, oder gibt es tatsächlich noch Leute die in Tauschbörsen ihre mickrige Existenz fristen? Die Statistiken und Umsätze beziffern da anderes und eben diese Legalität bräuchte diese Bandbreiten.
Diese veraltete Sicht auf das Internet schlägt sich auch im neuerlichen, ebenfalls wuieder parteiübergreifenden Wunsch nach Vorratsdatenspeicherung nieder, die von mittlerweile sehr vielen als stumpfe Waffe, die in ihrer Wirkung die Einschränkungen der Privatsphäre der Bürger nicht wert ist, die Mär von den schweren Verbrechen die damit verfolgt werden könnten und sollten glaubt doch mittlerweile eh keiner mehr, man weiß wer das will und wozu es dienen soll. Alsowieso will das hierzulande ein Gabriel noch, während EU, Niederlande und Bulgarien sich davon verabschieden??

Wie es zu diesen Lobbyspielchen kam ist hier auf Abgeordnetenwatch sehr schön aufgedröselt:
Die Lobby-Republik: Wer in Deutschland die Strippen zieht

Dabei tun sich mittelfristig ganz andere Fragen auf, die keine dieser selbstgefälligen Parteien auf dem Schirm zu haben scheint, zumindest, legt dies die fortwährende Fixierung auf Vollbeschäftigung nahe:

Deutschland ist für die digitale Revolution nicht gerüstet

oder etwas lakonischer:

Mehr Zeit für Sex und Rock ’n’ Roll
Bald werden uns die Maschinen nicht mehr brauchen – außer als Datenproduzenten und Konsumenten. Keine schlechte Aussicht

Track of the day: Jungle – Busy Earnin’ (Special Request VIP)

Jungle

Jungle, da war doch mal was. Hier steckt’s ja schon im Namen, allerdings ist das Original weit entfernt von der Versprechung, erst Paul Woolford unter seinem Special Request Moniker macht das da draus und was dann kommt gefällt mir außerordentlich gut, wie meist wenn es den Special Request Stempel hat. Jungle anno 2015, so könnte der klingen, die Beats geschwindigkeitskompatibel zum Heute, die Basswelle rollt heran bis sie in ein Chordstab Crescendo übergeht, das den Track sogar in etwas rougheren Housesets möglich macht. Ich hätte 2015 gerne wieder mehr davon:

Apple Engineer Talks about the New 2015 Macbook

Noports

Meine Timeline ist seit Montagabend mit Appleprodukten, bzw. mit der Diskussion über diese verstopft, wahrscheinlich wurde mittlerweile auch alles gesagt, aber eben noch nicht von jedem. Ich selber halte mich da zumindest bei der ersten Iteration wie immer raus, zur Watch im besonderen will ich auch gar nichts meinen müssen, das wird sich ähnlich wie mit den iPhones verhalten, die auch erst ab der 2. oder 3. Ausgabe richtig bewertet werden konnten. Ich laß das mal auf mich zukommen, finde sie hübsch, aber zu absurd teuer, die Akkulaufzeit überzeugt mich noch nicht, aber irgendwann kommen dann die ersten Apps die mich sicherlich wieder überzeugen werden, ich kenn das Spielchen mittlerweile genau und bin drauf eingestellt nächstes oder übernächstes Jahr zuschlagen zu müssen.
Wo sie mich allerdings etwas verloren haben, bzw. wo ich schon beim Hingucken klaustrophobische Panikattacken kriege ist dieses neue Macbook ohne wirkliche Anschlüsse. Ok, ist für den Normalanwender gedacht, während bei mir immer fast sämtliche Ports belegt sind, aber allein die Vorstellung alles mittels hochpreisigen Dongles anflanschen zu müssen würde mir Angstschweiss auf die Stirn treiben, dazu noch eine 480 p Facetime Kamera, ob der Apfel hinten leuchtet oder nicht ist mir allerdings egal und die neuen Farben gefallen mir auch, bis auf Gold, dann kann man auch gleich Pink bringen.
However, wie es dazu kam erklärt dieser Apple Engineer

der ist übrigens viel beschäftigt, macht z.B. auch Fixies für Europäer in Mexiko und steckt auch hinter Pegida

(Via Kraftfuttermischwerk)