Zitat des Tages

Seltsam eigentlich, dass CDs im ersten Halbjahr wieder 2 Euro teurer
geworden sind. Wie blauaeugig muss man eigentlich sein, um zu glauben,
dass normale Menschen 40 Mark fuer eine CD mit 10 Titeln ausgeben…

Immer weniger Leute, wie man sieht. Offenbar merken immer mehr Kunden,
dass das warme Gefuehl beim CD-Kauf keine Nestwaerme ist, sondern die
Reibungshitze ist, die beim ueber-den-Tisch-gezogen-werden entsteht.

Gefunden bei argh

Aus aktuellem Anlaß nochmal: das Wetter

Während man letztens noch hörte man solle die Bälle flach halten, wegen des diesjährigen Sommers und Klimaphänomene nicht in Menschenzeitaltern bewerten, kommt jetzt die Meldung das wir hierzulande bald mit oklahomische Verhältnissen zu rechnen haben, also staubtrockene Sommer und milde Winter. Auch wenn das jetzt blasphemisch und very un P.C. klingen mag, gegen solcherne Resultate hätte ich partout nix einzuwenden, insbesondere wenn man sich die grausamen Berliner Winter in Erinnerung ruft. Auch gegen meine momentane Bräune hab ich a b s o l u t nix einzuwenden :D

Warum ich im Sommer keinen Urlaub brauche

Tut mir leid, ich versteh’s nicht, es ist jedes Jahr das gleiche, kaum herrschen hier wettermäßig balearische Verhältnisse ist’s den meisten Herrschaften schon wieder zu viel. Ich erblühe ab 35° im Schatten erst zu vollem Leben, man geht die Dinge einfach langsamer an, dann geht das schon. Nun gut, kann auch sein das das Oevre darunter ein wenig leidet, aber Herrje, wie lange dauert so eine Phase hierzulande? Kurz genug, das man möglichst alles davon mitnehmen sollte. Ich weiß nicht wie oft ich dieses Jahr schon an den diversesten Berliner und Brandenburger Gestaden weilte, jedenfalls ist bei diesem Wetter und dieser Gegend Urlaub in anderen Ländern kaum mehr nötig, wie folgende Bilder erläutern dürften:
Weiterlesen

Mobblogging

Es geht Schlag auf Schlag, vor ein paar Wochen waren Audioblogs noch das neue Thema in Sachen Blogging nun ist’s Mobblogging, also mobiles Blogging, das den ganzen Multimediahandys endlich eine Lebensberechtigung schenken würde. Wie üblich kommt die neue Technologie mit großem Juchei daher, es gibt bereits Kongresse zum Thema und nachdem Japan mal wieder den Vorreiter macht, was bei deren iModeaffinität und Lebensraumumständen nicht verwundert. Nun bin ich mal gespannt wann und wo die ersten Angebote hierzulande oder auch nur hier auf dem Kontinent erscheinen. Bislang ist Blogging ja ein recht kostengünstiger Spaß, das Trafficvolumen hält sich in Grenzen, die Geräte dafür sind eh zur Hand. Mit Mobblogging und Audioblogging hält also Multimedia einzug in Blogging, was Aufwand, Volumen und Grundausstattung nicht unerheblich beeinflußt. Könnte trotzdem interessant werden, wenn die Richtigen es anwenden, die Osterfahrt zu Oma der Familie gefilmt will ich mir nicht antun!

Da werden jetzt nicht nur tausende entnervter Plattenverkäufer aufatmen

Wer kennt sie nicht, die Kunden mit ihren Technoacapellas: “ich such so’n Stück, da kommt zuerst so’ne Acidline, die macht huiuiuiui, dann geht’s utz, utz, utz und ne Frau singt was mit feeling good”. Genau für solcherne gibt’s jetzt die erste Melodiesuchmaschine. Wär mal interessant die Gesangsversuche der Suchenden anhören zu können. Via Heise

Was von der Extase übrig bleibt

Kontrastprogramm: Morgen beginnt Nature One, eine der jährlichen Rückversicherungen der Größe von Techno und im Spiegel steht fast zeitgleich ein trauriger Artikel über den DJ Don Ibiza’s, Alfredo.

Nun, zuerst fand ich diesen Artikel etwas sehr schwarzmalerisch, pretentiös und tendentiös, aber nach einigem Verbleib im Hinterstübchen klingt da doch etwas nach. Wievielen von uns professionellen DJs wird es über kurz oder lang ähnlich ergehen? Wieviele von uns haben eigentlich auch nix anderes drauf oder gelernt, als das was wir am besten können? Ich denke da wird in nächster Zukunft noch branchenweit großes Heulen und Zähneklappern erklingen. Ich kenne genug Kollegen, die darauf gehofft haben, das es nun ewig so weitergeht, mit hohen Gagen und unbegrenzten Möglichkeiten, ich selbst schliesse mich dabei nichtmal aus.
Ich kann mich noch an ein Interview mit der selbsternannten Elite der deutschen DJs erinnern, wo die Aussage fiel, das wir wohl die erste Generation seien, die das bis zum Lebensende durchzieht. Würde das heute noch einer so wiederholen? Ich glaube kaum, den meisten macht dann doch irgendwann das Alter zu schaffen, Marathonsets und Auflegezeiten nach 6:00 morgens sind ab einem gewissen Alter einfach selbstzerstörerisch, oder man modelt seinen Tagesrhythmus so um, das man zwar des nächtens wach ist, dafür das Sozialleben aber gleich null ist und die [url=http://www.dancecube.de/index.php?category=news&action=showArticle&Article_ID=85510]Meldung[/url], das Moby vom ewigen Getoure die Schnauze erstmal gestrichen voll hat unterstreicht diese Beobachtung. Sicherlich kann man nun mit Häme darüber herfallen, aber man bedenke das die Aussichten vor dem Milleniumwechsel noch ganz anders aussahen und die prekäre Situation, die wir momentan haben, bei weitem noch nicht absehbar war. Ich für meinen Teil dachte mir, laß das 10 Jahre gut gehen, dann wird’s Zeit für etwas anderes, Studio, Produktionen, whatever. Nun bin ich im 13. Jahr und die Situation hat sich drastisch verändert, denn auch im Produktionsbereich ist nicht wirklich was zu holen, da diese sich, wie diverse andere Branchen auch, gerade im tiefsten Tal der Umwälzungen befindet und wie es danach aussehen wird, vermag keiner wirklich zu sagen.
Dabei geht es mir noch relativ gut, was paradoxerweise darauf zurückzuführen ist, das ich die Krise, die andere jetzt kalt erwischt, letztes Jahr schon durchstehen durfte. Als es für mich vorbei war, mit Timing und Bash, war da erstmal ein großes Loch, keiner fühlte sich für meine Bookings mehr zuständig, bzw. sind da ziemlich unrunde Dinge abgelaufen, die dafür sorgten, das ich fast ohne Einnahmequellen dastand und erstmal von Reserven und Studioverkäufen leben mußte. Gottlob hat man zu der Zeit für Studiohardware noch was gekriegt. In der Zwischenzeit ging ich daran Ballast abzuwerfen, Versicherungen kündigen, Lebenstandard runterschrauben, eben die Sachen, die man tut, wenn’s nicht mehr so üppig kommt. Ich will nun nicht behaupten, das ich bereits dabei am Ende angekommen bin, aber ich denke ich habe dadurch frühzeitig gelernt mit der Krise umzugehen.
Aus Gesprächen mit Kollegen kristallisiert sich aber deutlich heraus, das der Fall Alfredo beileibe kein Einzelfall ist, natürlich will damit keiner an die Öffentlichkeit, denn über sowas spricht man nicht, es gilt weiterhin “Party, Party, Party” und wer will schon der Spaßverderber sein? Im Technobizz gilt, wie in vielen anderen Branchen, besonders im U-Sektor, halt nur: besser, weiter, mehr. Tiefschürfendes bleibt gerne mal im Sinne des smoothen Ablaufs außen vor. Lediglich im Backstage oder auf Reisen zum Gig kommen die wahren Begebenheiten auf den Tisch, das das eigene Label trotz riesiger Pressefeatures nur noch 250 Einheiten pro Release vertickt und die jetzt niedrigeren Gagen zum Teil für Labelarbeit und Büro draufgehen. Die Angst so etwas öffentlich zu bekunden ist groß, käme einem Malus gleich, denkt man. Auch bemerkbar wird, das viele der ersten Generation mindestens ebenso ausgelaugt wie Alfredo sind, was man leicht am gallopierenden Zynismus festmachen kann, und die sind noch lange nicht 50! Allerorten fällt einem ein hektisches Gescharre auf, das die Schäfchen ins Trockene bringen soll, wobei der Selbstbetrug in Sachen Integrität manchmal obskure Formen annimmt.
Nochmals: kein Grund zur Häme, damals als die Sache rollte, hatte das alles noch eine gewisse Logik, Studios aufbauen, mit deren Erlös, sei es durch Vermietung oder Abstoßen, man den Lebensabend zu finanzieren gedachte. Netzwerke bilden, bei denen man dachte, sie überdauern auch Krisen. Musikwerke, von deren GEMAerlösen man ein wenig Zubrot erhoffte. All das machte in den easy 90ern durchaus Sinn und jetzt ist das meiste davon entweder durch Entwicklungen hinfällig geworden oder die grausame Wahrheit hat desillusioniert. So viele Musiker und DJs werden vielleicht nie wieder benötigt. Sicher, man hätte es sich denken können, das es irgendwann nicht mehr so überfliegerisch leicht läuft, aber denkt man daran, wenn die Steuererklärung mühelos und über Jahre 200.000 DM und mehr vor Steuer auswies? Wenn die halbe Welt in Aktien investiert, während man ehrgeizig seine eigenen Unternehmen aufbaut und die Gagen in diese investiert? Heute sieht die Steuererklärung meist mickriger aus. So gesehen erwischt uns die Rezession halt nur leicht verspätet. Es ist ähnlich wie mit den Aktienkursen, die jahrelang nach oben gingen und dann ziemlich flott einbrachen, so das man nicht wußte wie einem geschah. Bei uns bricht es erst seit ca. 2 Jahren und zwar allmählich, das ist dann so wie der berühmte Frosch, der nicht merkt, wie er gekocht wird, wenn die Temperatur langsam steigt.
Vielleicht sind die Sicherungen nicht einmal zuviel durchgeknallt, vielleicht hat man nur einmal zuwenig aufgepaßt.

Flashmobs prosperieren

Die Sache gewinnt erstaunliche Dynamik, nach dem Spiegelartikel gestern hat sich wohl die Aufmerksamkeit potenziert. Groups und Blogs schiessen wie Pilze aus dem Boden und unvermeidliche Diskussionen kommen in Gang.

Das reicht von Regeln aufstellen wie:

Regeln zum Flash Mob
——————–

Zu jeder Flash-Mob-Aktion gibt es einen genauen Plan mit Uhrzeit, Ort und Tätigkeiten. Davon unabhängig sollten die folgenden Grundregeln immer beachtet werden.

[i]1. Folge den Regeln Wort für Wort. Stelle keine Fragen. Solltest Du damit nicht einverstanden sein oder sie nicht befolgen wollen, nimm nicht am Flash Mob teil.

2. Jeder ist willkommen, der sich an die Regeln hält.

3. Petze nicht der Polizei/Behörden.

4. Nicht vor der vereinbarten Zeit am Treffpunkt versammeln.

7. Nach der Aktion sofort verschwinden und nicht einfach in der Gegend stehen bleiben.

8. Keine Fotos oder Videoaufnahmen. Wer es sehen will muß hinkommen.[/i]

bis zu Debatten wann und wie oft in einer Stadt ein Flashmob stattzufinden darf und ob ein Zuviel die Sache totlaufen läßt.
Was mich dabei stört ist der offensichtliche Versuch die Sache typisch deutsch zu regeln und zu reglementieren. Was spricht dagegen, wenn in einer Stadt wie Berlin täglich irgendwelche Flashmobs stattfinden und am Ende ein, hoffentlich freundlicher, Wettkampf um die aufsehenerregenste Aktion, die ausgefallenste Örtlichkeit, die abstruseste Idee, die unmöglichste Zeit entbrennt. Muß es denn immer nur um die Größe der Ansammlung gehen. Mich deucht, da wollen irgendwelche das Heft in die Hand nehmen und das bisschen Aufmerksamkeit, das es dabei zu verdienen gibt, auf sich lenken, Weltenlenker im Kleinformat. Mir geht dabei das spaßige, guerillahafte, dadaistische verloren. Ich fände es viel erbaulicher, wenn das Phänomen dezentraler gehalten würde. Wenn z.B. innerhalb eines Tages 20 oder 30 Flashmobs vom Alex bis zum Kudamm passieren würden. Und natürlich läuft sich die Sache irgendwann tot, aber muß denn gerade sowas für die Ewigkeit bestimmt sein? Viel interessanter ist doch, was passiert aus der Sache, was für Variationen entstehen.
Gerade aktuell z.B. ist der aufkeimende Streit um den ersten Berliner Flashmob, der zum 1. August geplant war, nun hat wohl ein anderer die Losung ausgegeben, das am 31.7 schon einer ist und jene, die den 1.8. ausbaldowert hatten, schreien auf, das das Blödsinn wäre, man hätte jetzt den 1.8. ausgemacht, basta. Man hat anscheinend Angst darum, das man nicht mehr “erster Berliner Flashmob” drunterschreiben kann. Ich denke die Sache soll sinnlos sein, wenn’s dann aber schon wieder um den Titel Erster geht, dann kann das mit der Sinnlosigkeit wohl nicht so ganz hinhauen.
Überhaupt ist Berlin reichlich spät dran, in Linz z.B. war’s heute soweit und eine [url=http://conspir.antville.org/stories/464427/]Videodokumentation[/url] ist auch schon im Netz. Wenn’s nach den oben genannten Regeln geht, also schonmal Verrat. Scheint eine nette, wenn auch kleine Sache gewesen zu sein, aber hey, die Loveparade hat auch mal klein angefangen! ;-)
Schön passend finde ich übrigens die Untermalung mit Vanguard’s Flashversion.

Um so mehr ich über die eigentlichen Flashmobs allerdings nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee, weil sie so zeitgemäß ist, gibt es nicht hierzulande fast 5 Millionen Arbeitslose, die gut Zeit für solche Späße haben? Die Kostenlosmentalität kommt auch voll zum Zuge und ich stelle mir die Gesichter hinter den allgegenwärtigen Überwachungskameras vor, wenn plötzlich ein Flashmob an brisanter Stelle zusammen kommt, aber schon wieder weg ist, wenn die Polizei eintrifft. Gerade dieser Aspekt spricht doch für Dezentralismus. Meine Herrn, wie man die damit scheuchen kann! Aber gerade die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens macht mir die Sache am meisten sympathisch, in Zeiten wo alles auf seinen Sinn, die Zweckmäßigkeit und seinen Wert hin abgeklopft wird, ist so eine Sache nur aus Spaß an der Freud erfrischend.
Natürlich sind auch gleich wieder die Mäkler am Start und so kann man bereits lesen, das einige jetzt schon davon abgenervt sind, weil Hype. Hype ist per se bäh, steht man drüber und verachtet, so rein reflexmäßig schonmal. Kenne ich aus der Musik, kaum hat’s ein anderer entdeckt, oder schlimmer noch andere, dann heißt es sich abwenden, ist nämlich nicht mehr avantgarde, sondern pöbel, also Mob. [i]Hm, tja, paßt also[/i]. Mit solchernen ist aber wirklich kein Staat zu machen, ist das nicht nur fettärschige Bequemlichkeit, wenn man Sachen gestern noch interssant gefunden hätte, aber heute wo es Butter bei die Fische heißt negiert, weil das andere auch schon entdeckt haben? Spaßbremsen.
Ich kann leider nicht beim offiziellen ersten Flashmob Berlin’s dabei sein, da ich in die Schweiz muß, aber beim nächsten werde ich hoffentlich anwesend sein können um mir ein Bild von der Sache zu machen.

Nicht nur hierzulande grassiert die Technoflaute

Im Guardian erschien ein aufschlußreicher Artikel darüber, das es offenbar nicht nur hierzulande eine Technorezession zu geben scheint. In UK plagt man sich mit dem gleichen Problem herum, was spätestens seit der Einstellung der Magazine Muzik und der Zeitschrift des Ministry of Sound offensichtlich wurde, was im Land des Musikjournalismus wesentlich mehr Bedeutung hat als hierzulande.
Die Krise scheint sich ähnlich wie hierzulande darzustellen, auch die Gründe ähneln sich. Der Artikel endet mit dem Satz “The super DJ and the superclub game is over”, Weiterlesen