Erstaunliches!

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Review: Janko Röttgers – Mix, Burn & R.I.P Das Ende der Musikindustrie

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Passend zum aktuellen Thema, siehe den Artikel hier untendrunter, hat der Journalist Janko Röttgers ein Buch mit provozierendem Titel herausgebracht, das ich einem jeden ans Herz legen möchte, der sich mit den momentanen Umwälzungen im Musikbusiness auseinandersetzen mag.
Janko Röttgers wird vielen durch seine Artikel u.a. in De:Bug und Telepolis bekannt sein, wo er sich meist auch schon mit dem Thema dieses Buches beschäftigte und so sind Teile davon auch schon bekannt, wenn auch aufgearbeitet.
Es fängt mit der Geschichte der P2P Netzwerke an und beim lesen wundert man sich, das das ganze noch so jung ist, Napster, ist das tatsächlich erst 3 Jahre her? Inzwischen sind aufregende Zeiten vergangen, aber die Situation hat sich nur wenig verändert. Die Geschichte der Netzwerke und damit auch eng verknüpft der Formats Mp3 nimmt denn auch die ersten 5 Kapitel des Buches ein. Dann kommt die unglückliche Geschichte der CD und das aufkeimende Ende dieses Formats, das, man kann es nicht oft genug betonen, von der MI eingeführt wurde und ihnen in der Vergangenheit zu fast ungehörigen Geldzuwachs aus alten Konserven beschert hat. Nun dämmert das Ende und, wie man das auch aus Privathaushalten kennt, hat man sich an die Fettlebe gewöhnt und hoffte das es nun bis zum Sanktnimmerleinstag so weiter ginge. Tut es aber nicht und der Schuldige ist paradoxerweise die CD, natürlich die selbstgebrannte und natürlich der Feind Nummer 1, der Downloader.
Besonnene Debatten werden von anderen geführt, die werden einem in Kapitel 7 vorgestellt und zeigen, das es durchaus Konzepte gibt, die Branche zeitgemäß zu gestalten. In den darauffolgenden Kapiteln werden diese dann ausführlich und mit Beispielen beleuchtet. Erfolgreiche Nischenaktivisten wie CDBaby, neue Konzepte wie Pauschalen und deren für und wider werden endlich mal gerafft und ausführlich unter einer Überschrift erläutert. Das Ende runden dann Interviews ab, mit so unterschiedlichen Personen wie Tim O’Reilly, Herausgeber der bekannten Computerbücher des gleichnamigen Verlags und offener Befürworter des Open Source Konzepts, Smudo von den Fantastischen 4, Gerd Gebhardt, Vorsitzender des Bundesverbandes der Phonografischen Wirtschaft, der genauso ignorant und zynisch antwortet, wie man es erwartete u.v.a.
Wie gesagt, ich empfehle es allen, die an der momentanen Situation von Musik als Gut interessiert sind. Das Buch ist gelungen, gut recherchiert und dürfte jedem neue Einsichten und Diskussionsgrundlagen verschaffen.

Zu dem Buch gibt es auch eine Site des Autors: Mix, Burn & R.I.P, wo man in Foren weiterdiskutieren kann, ein Blog neueste Entwicklungen festhält und Supplements zum Buch rumliegen

Da, es geht schon los, wie man es geahnt hatte

Ich übernehme den Text[/url] von Mario Sixtus mal so aus dem Mehrzweckbeutel, weil man es klarer und pointierter kaum schreiben kann:

Patrioten und Terroristen

Der umstrittene Patriot-Act, ursprünglich im Windschatten des 9-11-Schocks, zwecks Terroristenabwehr in Lichtgeschwindigkeit durch Kongress und Senat geschleust, wird in den USA zunehmend gegen ganz ‘normale’ Kriminelle eingesetzt. So berichtet AP über den Fall eines jungen Mannes aus North Carolina, der in einem Heimlabor Metamphitamine (vulgo: Speed) zusammenköchelte und der nun wegen “Herstellung chemischer Massenvernichtungswaffen” vor den Kadi gestellt wird. Drohende Haftstrafe: 12 Jahre.

Prosecutor Jerry Wilson says he isn’t abusing the law, which defines chemical weapons of mass destruction as “any substance that is designed or has the capability to cause death or serious injury” and contains toxic chemicals.

Aha! Demnächst werden also die Tabak-, Spirituosen- und Fastfood-Industrien des Terrorismus angeklagt oder hab ich da was falsch verstanden?

Hat man es nicht von Anfang an geahnt? Hat man nicht gleich gewußt, das der ganze Schmonzes nur Vorwand ist? Nun also War Against Drugs in heimeliger Ehe mit Patriotenakten! Wieso weiß man bei solchen drastischen Gesetzesvorlagen eigentlich immer schon im Voraus, das das dann in voller Härte gegen Menschen eingesetzt wird, denen das bei der Einführung unter Garantie nicht gelten sollte?
Und ebenso wird mir klar, wieso hierzulande die Ostalgiewelle gerade so brandet: Da wir es gewöhnt sind, das die amerikanischen Verhältnisse so ziemlich 1:1 bei uns ca. 10 Jahre später eintreten, verklärt sich in der Tat der SED-Staat zu etwas fast putzigem, im Vergleich zu dem, was uns nach neuesten Meldungen in Zukunft blüht. Gegen das was man aus den USA zur Zeit hört, war das ja Totalitär light, auch wenn es lediglich an den Mitteln fehlte, auch eben an denen, die heute erst so zur Verfügung stehen.

Ankündigung eines Ravewochenendes

Diese Woche kommt’s hier dicke! Nicht nur das nachher im Cookies die Chemical Brothers zum Tanze aufspielen, nein, morgen geht dann auch noch die neue Veranstaltungsreihe HYPOCHONDER hypochonder.jpgin der Pfefferbank mit u.a. meiner Wenigkeit als Resident in die erste Runde und zeitgleich rappelt’s dicke im Friedrichshainer Kino International wo folgendes unglaubliche Lineup am Start ist (Achtung,hinsetzen wär jetzt angesagt): LFO, Marc Almond, Liquid Liquid, Ellen Alien, Isolée, Black Strobe, Psychonauts, Jamie Lidell, Optimo, DJ Oskar, Nathan Wilkiins und Mo Morris.Zusätzlich gibt es Filme von Warp, Chris Cunningham, Designers Republic und Giles Deacon. Da ist wohl Partyhopping angesagt! Der Samstag ist noch unklar in meiner Planung, aber ich bin sicher da findet sich auch noch was um das verlängerte Wochenende abzurunden. Der Sommer ist vorbei, jetzt geht’s wieder in die Clubs! :D

Tanith war shoppen

Nein, heute nix über den Weltheultag der Amerikaner, darüber kann man sich an allen anderen Stellen bestens und je nach Gusto informieren, wat soll ich da noch hinzufügen?

Ich war stattdessen fröhlich shoppen, eine neue Backupplatte war dringend und händeringend notwendig und wenn ich mal so richtig in Fahrt komme, dann ist kein Konsumgüterladen vor mir sicher:

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meine neue Frühstücksteetasse

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meine neue Fußmatte

Forscher verwechseln Drogen, ja wer ist denn nun verpeilt?

Wehe wenn User so nachlässig mit Substanzen hantieren! Die vor ein paar Monaten erschienene Forschungsarbeit, die unter Beweis stellen sollte, wie lethal Extasy ist, ist Makulatur. Die Forscher haben Speed mit MDMA verwechselt,berichtet der Spiegel. Doh! Dabei waren die Ergebnisse ja von Anfang an dubios, wie Kritiker bescheinigten: “Was immer wir über die Giftigkeit von Ecstasy denken, es sterben nicht jedes Wochenende 40 Prozent der Konsumenten.”
Die wievielte Studie ist das nun, die die Gefährlichkeit von E unsachgemäß aufbauscht und überhöht? Ich glaube kaum das damit der Prävention und der Argumentation ein guter Dienst erwiesen wurde. Aber es bleibt dabei: Es waren eine feine und passende Sache als Techno losging, heute taugt mir das ganze Zeug nix mehr.

Powerbook überfahren, lebt aber noch!

Eine gar gruslige Erfahrung mußte Ryo Chijiiwa machen, der mittels des SUVs (Sports Untility Vehicle, so nennt der Ami Geländewagen) seines Vaters sein 12″ Powerbook überfuhr. Der Schreck dürfte tief gesessen haben, aber außer ein paar Dellen hat es das Powerbook gut überlebt. Wenn das mal nicht von einer gewissen Qualität spricht, das wäre doch schon fast ein Werbespot?
Bilder von dem Unfall gibt es hier

Die Musikindustrie mal wieder

bietet [url=http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,264408,00.html]folgenden Handel[/url] an, wobei zu sehen ist inwieweit das fruchtet und ob es für solche Aktionen nicht schon längst zu spät ist, weil man sich sämtliche Credibility versaut hat.
Auch Plattenfirmen, namentlich Universal, grübelt nochmal und plötzlich geht, was bislang als unmöglich galt, CDs werden billiger! Allerdings nur in USA und anstatt 17 bis 18 Dollar, soll die CD nun 13 Dollar kosten, was immer noch zu viel ist. 10 Dollar oder Euro, da würde der Kunde sicherlich die Mühe des Downloads lassen, aber so denke ich mal wird das wieder nix. Untersuchungen und Befragungen, die dieses Argument nähren gibt es schon seit Jahren, aber man glaubt wohl mal wieder mit einem marktschreierischen Trick sei etwas zu bewerkstelligen, oder man hätte die Argumentation dann so auf seiner Seite. Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, mehr nicht.
Hierzulande ist an von solchen Einsichten noch sehr weit entfernt, wie man an Tim Renner’s [url=http://www.universal-music.de/html/index.html]Pressemitteilung[/url] ersehen kann (jaja, der Tim Renner, der mir bei Unterzeichnung des Majorvertrags zum Album Still anno 97/98 die Internetrechte vertraglich mit den Worten “wer zieht sich denn bitte Musik aus dem Internet, das dauert doch viel zu lang” überliess ;-) . Auch die Rede( hier als .PDF einsehbar) des verknöcherten Herrn Gebhardt zur IFA, die mit so sinnleeren Sätzen wie “Die Zukunft des Musikhörens liegt in geschützten Umgebungen.” glänzt. Solange solche Herren das Geschäft hier beherrschen wird’s sicher nix mit dem, ebenfalls in der Rede beklagten, noch nicht erreichten Ende der Talsohle, denn Rechthaberei ist kein gutes Rezept gegen Innovationslosigkeit. Und die Innovation hat nunmal leider schon längst stattgefunden – ohne die Industrie- wegen Rechthaberei.