Letzter Mix für 2014: Tanith @ Dangerous Drums, Tresor 27.12.2014

tanith_2014-Dez.-27

Das war’s also mit 2014, beim nächsten Set im Suicide wird’s schon 2015 sein. Es war aber ein würdiger Abschluß und das Lineup war wirklich vom feinsten, Mumdance und Pinch als Gäste paßten sehr gut zu der Kombi Dangerous Drums und Tresor.
Ich machte den Anfang von 0:00 bis 2.30 und trotz vieler hochkarätiger Veranstaltungen in anderen Locations füllte sich der Tresor bis 1:00 wie gewohnt, entsprechend steigert sich das auch nach hinten raus.

Mixcloud mit Playlist:

Tanith@Tresor_2014 – 12 – 27 by Tanith on Mixcloud

(f)Rohe Weihnacht


Natürlich wünsche ich allen Lesern dieses Blogs nur das Beste und besinnliche Weihnachten, aber aus aktuellem Anlaß möchte ich hier ebenso ein paar Worte anderer posten, weil sich meine Besinnlichkeit diesmal in Grenzen hält.
Mir will es nicht in den Kopf sich wieso ausgerechnet vor Weihnachten 17.500 Menschen gegen Flüchtlinge versammeln und Weihnachtslieder singen, deren Ursprung ja Flüchtlinge waren. Dieses vor der Öffentlichkeit Kreide fressen, das auch in dem Forderungskatalog dieser Pegida perfide vorgemacht wird, während im Originalton der Interviews mit den Mitläufern eigentlich nur Ablehnung und Hass die Motivation sind, kotzt mich an.
Und es ist ja nicht nur Pegida. Hier um die Ecke in Buch wird gerade ein Containerdorf für Flüchtlinge hochgezogen, es ist das erste mal seit den 90ern das ich live miterleben kann wie die Ressentiments sich Bahn brechen, jegliche Argumente nicht ankommen und stattdessen eine Radikalisierung der Dummen stattfindet, die von den üblichen Kackbratzen gefüttert wird, die einerseits Meinungsfreiheit propagieren, wenn es um ihre Meinung geht, aber alles weglöschen was anderer Meinung ist- noch nur in Facebookgruppen.
Glücklicherweise hat das hier offensichtlich schon seinen Peak überschritten, aber wie das klingt wenn solche Morgenluft wittern kann man sehen, wenn sie nicht Kreide fressen müssen, wie z.B. dieser ehrenwerte Wohltäter für Görlitz, Winfried Stöcker und der daraus resultierenden Facebook Gruppe die Solidarität mit ihm fordert, dagegen sind alle Sarrazin’s und Pirincci’s Weisenknaben. Ich habe mich schon zigmal an einem Text zu der Sache versucht, war aber nie wirklich zufrieden damit, weil das Ganze in seiner Dimension für mich unfassbar ist. Deshalb Texte von anderen, bis meiner mal fertig ist:

Das Weihnachtsgedicht von 50 DDR Bürgerrechtlern

Weihnachtsgruß von Neunundachtzigern

25 Jahre nach dem Mauerfall

PEGIDA – Nie wieda!

Wir sind das Volk ruft ihr

Freiheit Toleranz Welt offen meinte das ’89

Visa frei bis Hawai war die Devise

Und: Die Mauer muss weg

Ihr aber wollt:

Visa frei nur für uns

Die Mauer muss weg nur für uns

Die Mauer muss her am Mittelmeer

25 Jahre nach Mauerfall

Zusehen wollt ihr wenn die Elenden

Der Welt an neuen Mauern sterben

An euren Mauern

Oder ihr dreht euch weg

Um in Ruhe Gänsebraten zu fressen

Und Weihnachtslieder zu singen

Jesus hätte gekotzt hätte er euch getroffen

Habt ihr euch nie gefragt:

Wer liefert die Waffen für die Bürgerkriege die die Menschen vertreiben

Wer hat der Welt den Neoliberalismus aufgezwungen

Der sie in Ungleichheit Armut Not treibt
Bei uns und im Süden der Erde

Und wer hat die Klimakatastrophen produziert

Die den Sahel zur Hölle machen

Dabei pfeifen die Spatzen von den Dächern:

Es ist das System das ihr nicht schnell genug bekommen konntet

Dem ihr den ’89er Versuch geopfert habt

Den Versuch einer alternativen Demokratie

Einer freiheitlichen solidarischen ökologischen

Doch ihr sprecht nicht über dieses System

Über Kapitalismus seine Gemeinheiten über Interessen

Dafür protestiert ihr gegen die Schwachen

An die Mächtigen traut ihr euch nicht heran

Feiglinge

In Sachsen sind Muslime nur mit der Lupe zu finden

Aber ihr bekämpft die Islamisierung des Abendlands

Euer Abendland heißt Dunkeldeutschland

Ihr riecht nach dem Provinzmief hinter der Mauer

Oder dem in den Tälern der Alpen

Ihr sprecht nicht für ’89

Ihr sprecht für keine Freiheitsbewegung

Ihr seid deren Schande

Schämt euch

Auf euer Abendland haben wir ’89 gepfiffen

Darauf pfeifen wir auch heute

Unsere Solidarität den Flüchtlingen

Und immer noch sagen wir

Eine andere Welt ist möglich

Eine andere Welt ist nötig

Um alle Mauern zu stürzen

Weihnachten 2014

Liebeserklärung an die Vielfalt – eine Weihnachtsbotschaft
der Hedonistischen Internationale

In den letzten Wochen haben Menschen in Dresden und anderswo Angst, Kälte, Kleinmut, Rassimus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße getragen. Wir sind nicht nur verunsichert, sondern sehen das friedliche Zusammenleben in diesem Land erschüttert. Was wir in Dresden sehen, sind nicht die üblichen Nazis, aber Menschen, die letztlich die gleiche menschenverachtende Ideologie verbreiten.
Doch unser Land sieht anders aus.
Wir leben schon heute Vielfalt.
Wir finden es normal, dass der marrokanische Schwager mit uns Weihnachten feiert. Und es dann kein Schweinefleisch zu Essen gibt. Wir haben Freundinnen und Freunde aus Russland, Usbekistan, Mali, Österreich und Tunesien. Wir lernen von anderen und merken, dass andere von uns lernen. Das ist Zusammenleben, auch wenn wir manchmal Dinge nicht verstehen. Wir interessieren uns für andere Kulturen, Religionen und Ansichten und werden niemanden eine Kultur überstülpen.
Wir gehen mit muslimischen Bosniern und Iranern und ihren Kindern zusammen auf den Martinsumzug, weil uns allen das Teilen und das Ritual mit den Laternen so gut gefällt. Wir sind gerührt, wenn die 5-jährige Nichte sagt, dass sie in weniger Ländern Ausländerin sei als eine Deutsche, weil sie nämlich zwei Pässe habe.
Wir trinken augenzwinkernd mit Moslems guten Wein und lachen zusammen. Wir trinken Tee beim Opferfest und erkennen, dass Nächstenliebe nicht nur beim christlichen Weihnachtsfest seinen Platz hat und Alkohol trinken nicht zwingend für Geselligkeit nötig ist.
Wir sind neugierig, was der russische Oberst, den wir kennenlernen, zu erzählen hat. Wir sehen Begegnung als Bereicherung des Lebens. Sie eröffnet Perspektiven, die wir davor noch gar nicht erahnen konnten. Wir lachen verschmitzt mit der häkelnden türkischen Oma in der U-Bahn über eine skurille Situation. Und freuen uns über ihr Gesicht, das wir noch Jahre später vor Augen haben. Uns werden täglich die Augen geöffnet von der Vielfalt, die auf uns einprasselt.
Wir lernen Sprachen in der Schule und können uns damit auf der ganzen Welt verständigen. Wir haben keine Angst, wenn Kinder aus aller Herren und Frauen Länder mit unseren Kindern in den Kindergarten und die Schule gehen. Weil unsere Kinder so von klein auf interkulturell lernen. Weil für sie Vielfalt normaler sein wird als für uns.
Wir sehen wie liebevoll eine Bulgarin unsere Großeltern pflegt, wie fair der pakistanische Junge in der E-Jugend Fußball spielt. Wir erinnern uns an den Geschmack von Kardamom, der in einem Tee war, der uns angeboten wurde.
Wir sind nicht stolz auf den Ausgang der Geburtslotterie, die den einen zum Deutschen und die andere zur Bolivianerin macht. Wir leben und lieben in binationalen Beziehungen und Ehen. Wir ziehen unsere Kinder zweisprachig auf, damit sie mit ihren Großeltern im Ausland reden können.
Wir sehen den Austausch der Kulturen als Bereicherung unseres Lebens, egal ob wir dabei portugiesischen Weichkäse oder iranische Heavy Metal Bands kennenlernen. Wir lachen über den serbischen Film, nordamerikanische Serien und Karnevalsbräuche in Ecuador.
Wir übernehmen Wörter aus anderen Ländern in unseren Sprachschatz, weil wir Dinge so besser ausdrücken können. Wir übernehmen Feste und Bräuche und stellen auf einmal ausgehöhlte Kürbisse ins Fenster. Wir sind überzeugt davon, dass Kulturen und Sprachen erst dadurch leben, dass sie sich vermengen, vermischen, bereichern und befruchten.
Wir wollen in einem Land leben, das Menschen auf der Flucht offensteht. Wir leben in einem Einwanderungsland und wir wollen eine Willkommenskultur anstatt die Mauern um Europa zu vergrößern. Wir sind entsetzt darüber, dass so viele Menschen an den Außengrenzen sterben. Wir verstehen, dass Menschen fliehen, egal aus welchem Grund. Wir wollen Flüchtenden ein neues Zuhause geben und die Möglichkeit, frei und in Würde zu leben. Ohne uns dabei auf die Schulter zu klopfen.
Wir sind überzeugt, dass wir zusammen den richtigen Weg finden können, der allen Teilen der Gesellschaft Rechnung trägt. Diese Auseindersetzung wird nicht immer einfach sein, sondern manchmal auch von Konflikten geprägt. Diese Konflikte wollen wir konstruktiv, friedlich und mit Respekt austragen und verhandeln. Dabei ist Migrationshintergrund für uns ein Zeichen der Stärke und Lebendigkeit der Gesellschaft.
In unserem Land ist es egal, welches Geschlecht jemand hat oder sich selbst zuschreibt. Es ist egal, wer wen einvernehmlich liebt. In unserem Land sind alle Menschen gleich. In unserem Land wollen wir sozial gerecht zusammen leben und gemeinsam die richtigen Fragen für die Zukunft stellen. Wir werden diejenigen politisch herausfordern, die soziale Spaltung vorantreiben oder Umverteilung verhindern. Wir wollen gelebte Solidarität, Mitgefühl und Empathie statt sozialer Kälte, Egoismus und deutschen Volksgenossen.
Zusammenleben und Austausch von Kulturen heißt für uns nicht Aufgabe von Werten, Ethik und Idealen. Vielmehr sehen wir, dass es Werte gibt, die in jeder Kultur zuhause sind. Auf ihnen bauen wir auf. Eine vielfältige Gesellschaft ist nicht einfach: Wir diskutieren hart in der Sache, wenn uns etwas nicht passt, aber wir finden gemeinsam Grenzen und Leitplanken des Zusammenlebens.
Wir stehen an der Seite aller Menschen in diesem Land, die friedlich und respektvoll miteinander leben wollen. Egal wo sie herkommen oder welche Religion sie haben. Egal ob sie eine andere Sprache sprechen oder andere Sitten und Gebräuche haben.
Wir wollen einfach zusammen leben. Wir wissen auch, dass viele der Ideale noch nicht umgesetzt sind.
Das heißt für uns:
Wir werden hasserfüllten Angsthasen, Rassisten und Fremdenfeinden dieses Land nicht überlassen, sondern an einer offenen und vielfältigen Gesellschaft weiterarbeiten. Was wir in Dresden und anderswo sehen ist nicht die Mitte der Gesellschaft, sondern Deckungsmasse von Nazis und Brandstiftern. Sie stellen nicht die richtigen Fragen, sondern treten nach unten. Sie sind diejenigen, die einer toleranten und freien Gesellschaft und Kultur im Wege stehen.
Wir danken deshalb all den Menschen, deren Ur-Großeltern, Großeltern, Eltern oder die selbst aus einem anderen Land hierher gekommen sind von ganzem Herzen, dass sie hier sind. Wir danken ihnen, dass wir Neues kennenlernen dürfen. Wir danken ihnen, dass wir immer wieder neu über uns nachdenken. Wir danken ihnen für eine ständige Neusausrichtung von dem, was wir unsere gewachsene Kultur nennen.
Zukunft geht nur zusammen.

Peter Breuer’s Facebook Beitrag von gestern sollte hier auch noch stehen:

Fast genau vor einem Jahr, am 21. Dezember 2013, stand ich mit meinem Auto am Jungfernstieg in Hamburg an einer roten Ampel und sah, wie der erste Mannschaftswagen eines Polizeikonvois einen Wagen rammte, der bei Grün aus der Bergstraße in den Ballindamm fuhr. Die Fahrerin wurde verletzt und die Türen der folgenden Polizeitransporter öffneten sich fast synchron und gleich nach der Bergung der verletzten Fahrerin wurde ihr Auto von zahlreichen Polizisten zur Spurenverschleierung in ein Blumenbeet getragen. Meine Nachfrage nach dem Hintergrund der massiven Polizeipräsenz wurde mit Schlägen auf meine Arme und rüden Beleidigungen quittiert. Jede Seitenstraße der Stadt, die zum Gefahrengebiet erklärt war, war gespenstisch gefüllt mit Polizisten aus ganz Deutschland und etwa eine Stunde später schlug die Polizei die Lampedusa-Demo nach wenigen Metern brutal nieder, weil sich der Demonstrationszug absprachewidrig zu früh bewegte. Was folgte, war ein wochenlanges „Gefahrengebiet“, das im Mix aus schlechtinformierter Legislative und intriganter Exekutive errichtet wurde.
In den zwölf Monaten seitdem habe ich Bilder gesehen, wo ich mir Staatsgewalt gewünscht hätte. Ich konnte es kaum ertragen zu sehen, wie ungeniert in diesem Jahr antisemitische Parolen gebrüllt werden durften. Am 21. Juli wurde vor der israelischen Botschaft von Al-Quds-Demonstranten quälend lange „Feiger Jude, komm heraus“ gerufen und ich habe mich gefragt, warum die anwesende Polizei untätig blieb und nicht schon nach den ersten Rufen zugriff.
Jetzt gerade frage ich mich, wie seltsam paralysiert Politik und Medien mit dem aktuellen Rechtsruck umgehen, der nur vordergründig die „Islamisierung“ eines Bundeslandes mit 0,1 Prozent Moslems zum Thema hat. Es melden sich Politiker zu Wort, die exakt das sagen, was man von ihnen erwartet. Da ist Wolfgang Bosbach, dessen zugemauerter Horizont die Stadtgrenzen von Bergisch-Gladbach grundsätzlich nicht verlässt, aber da ist auch der menschelnde Cem Özdemir aus Urach, der grundsätzlich alles mit einer Tischtennisplatte für die Unterpriviligierten löst.
Ehrlich gesagt interessiert es mich einen Dreck, wie weißgewaschen das Pegida-Positionspapier ist, das vordergründig so tut, als sei es liberal. Die Sorgen und Nöte um das Brutto und Netto von Dresdnern auch nicht. Weil mein Herz nach wie vor im Ruhrgebiet schlägt, wo die Schlaglöcher tiefer sind und die Weltoffenheit auch.
Was mich interessiert, ist wie viele Leute freiwillig einem mehrfach vorbestraften Rattenfänger wie Lutz Bachmann hinterherlaufen und vor allem das, was sie selbst zu sagen haben. Ich habe in den vergangenen Wochen viele Videos gesehen und die Dramaturgie lief immer darauf hinaus, dass kryptofaschistische Aussagen von Bachmann, Dittmer und Heumann mit dumpfem völkischen Geheul quittiert wurden. Was sich vor deren Megaphonen sammelt, sind keine Menschen, die Angst haben, sondern Menschen, die Angst machen wollen. Und zwar denen, die bei uns Schutz vor Gewalt suchen.
Inzwischen habe ich Hunderte von Facebook-Kommentaren gelesen und bin erschrocken, wie bereitwillig die Menschen ihren Fremdenhass in die Welt blasen. Inzwischen auch wahrgenommen aus dem Ausland, das mein Land wieder so einordnet, wie ich es hoffte, nie mehr erleben zu müssen.
Ich hasse Euch dafür, Ihr dämlichen Pegida-Anhänger. Weil ich zwar nicht stolz bin auf dieses Land, aber auf sein Grundgesetz, das für die Freiheit der Gedanken, des Wählens, der Lebensführung, der Wahl des Ortes, der Religion und der Lebensführung steht. Das ist meine Lebensgrundlage und dafür kämpfe ich. Zum Glück bin ich nicht so doof wie Ihr. Auch dafür bin ich dankbar.

(Bild via Ralph Ballschuh)

Desastronaut Christmas Mix

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Ich weiß, blödeste Zeit im Jahr einen Mix rauszuhauen, weil hört ja eh keiner. Trotzdem war es mir ein Bedürfnis den noch zu machen um das Jahr abzuschließen.

Die Tracklist liest sich so:

M.O.B – Who’s The Badman
Spekktrum – Clouds
Ozzi – Dis Version
Friend Within – The Holidub
Harry Ley – Rockin with the best
My Digital Enemy – To Dust
Matt Caseli & Terry Lex feat. Catraz – Born Slippy
Mark Fanciulli – Seal Of Approval
Kaily & Blandy – Back To 92 (Warehouse mix)
Brian Cid – Jukebox (Tom Middleton Deep Dub Mix)
Illyus & Barrientos – Never Enough (Newbie Nerdz Remix)
Geotheiory – What What
Icarus – Like 1 Do – Wile Out! Mix
Geotherory – Mind Control feat. Ramzoid
Flat – Get This Feelin’ (Sebastien Vorhaus Gaze Remix)
Crackazat – Somewhere Else (HADE 94′ Thumpin’ Rework)
Fiend Within – The Hat
Sam Tyler – Opposites
South West Seven – Robbie’s Groove
J.m.aboga – The Classic Hook
Audioprophecy, John Barera, Anton M – Why Why (Script The Flip Acid Dub)

Und den Tanith Jahresendmix gibt’s dann hoffentlich auch noch vor Silvester über die Suicide Mix Reihe

Algoriddim djay Pro DJ App mit Spotify Anbindung


Algoriddim’S djay kenne ich schon sehr lange, es war eine der ersten DJ Apps die ich überhaupt testete, aber für kleine Spielereien am Rechner für durchaus tauglich befand, für den professionellen Einsatz aber eher nicht, es gab keine Controlleranbindung, keine dezidierte Hardware, das GUI war mit seinen drehenden Plattenspielern zwar putzig, aber die Platzverschwendung für dieses Gimmick machte es eben mehr oder minbder zu einem Gimmick. Seitdem ist viel passiert, es gibt eine iPad App und jetzt eben auch eine Pro Version, die gar nicht mal so verkehrt aussieht.
Hausieren geht man nun mit einer Spotify Anbindung, was sicherlich irgendwann mal die Zukunft sein mag, in Pro würde ich das allerdings im Moment noch nicht verortet wissen wollen. Nicht wegen meiner Vorbehalte was Streaming angeht, das auch, aber ich möchte nicht die Überraschung erleben wenn man sich im Club auf das dortige Wlan verlassen muß. Desweiteren sehe ich noch nicht das so essentielle Dinge wie Cuepoints Beatgrids, und Loops mit dem Streamingformat in Einklang zu bringen sind, lasse mich da aber gern vom Gegenteil überzeugen.
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Meldung das Beatport ab nächstes Jahr einen werbefinanzierten Streamingdienst anbietet und die Filekäufe auf Beatport Pro ausgelagert werden. Ich schätze mal es wird nicht viele Umstände machen diesen ebenfalls zu integrieren, nur das mit den Werbepausen könnte etwas stören.

(Via CDM)

Vorsprung durch Techno oder das das transatlantische Epochen-Dreieck aus Apple-Design, Techno und Berliner Republik


Eine weitere soziologische/popkulturelle Betrachtung von Techno im Zuge des Techno Symposiums der UDK, die trotz ihres Unterhaltungswerts dennoch aufzeigt, das gewisse Thesen nur durch Weglassen und Oberfläche zu generieren sind. Immerhin, einige davon machen schon Spaß:

Die Wiener Soziologin Rosa Reitsamer hat 2013 die Karrieren von 40 Techno-DJs untersucht und dabei festgestellt, dass für eine erfolgreiche DJ-Karriere Eigenschaften unerlässlich sind, die der Arbeitskultur des Mittelstands entspringen: Disziplin, Hartnäckigkeit, Selbstorganisation und eine große Affinität zu Technologie. Die Tatsache, dass Techno nur produziert und aufgeführt werden kann, wenn man eine gewisse Freude daran hat, Tag und Nacht an Knöpfen zu drehen, verschwindet für gewöhnlich hinter der öffentlichen Star-Persona des DJs. In Wahrheit sind Techno-Produzenten jedoch die VW-Ingenieure unter den Musikern und werden vom Publikum aus denselben Gründen geschätzt: Sie sind präzise, technikverliebt und berechenbar.

Deutschlands Puls in BPM

Und als wortgewaltigen Gegenpart aus der Praxis noch Airen dazu:
Der Geruch von Trockennebel
Jetzt untersuchen Experten schon die Ästhetik des Techno. Viel Spaß!

Wenn der Mythos Techno von den Tanzflächen der Clubs im Raum 102 der Hardenbergstraße 33 angekommen ist, um nach allen Regeln des Popdiskurses seziert zu werden, teilt er das Schicksal eines jeden Autopsieobjekts: die Totenstarre…
Sicher, man kann versuchen, Techno zu beschreiben wie jedes andere kulturelle Phänomen: in seinen soziokulturellen Auswirkungen, seiner musikhistorischen Genese, seinen medialen Konsequenzen und seinem klangtheoretischen Aufbau. Man kann aber auch einem Blinden eine Menge über Farben erzählen…
Tanzen statt Theorie! Feiern statt Formeln! Die beste Techno-Uni bleibt der Club

Tagebuch schreiben automatisiert mit Day One und GiftttDy

dayoneIch habe mir das Tagebuch schreiben damals mit dem Newton angewöhnt und mit ein paar Pausen ziehe ich das bis heute durch, dabei hat das über die Jahre natürlich einige Wandlungen durchgemacht und ehrlich gesagt schaue ich auch so gut wie nie in alte Einträge, aber allein die Gewissheit, ich könnte es, ist irgendwie beruhigend zu wissen.
Seit einiger Zeit mache ich das mit Day One und da das gerade im Angebot ist, nehme ich das mal zum Anlaß, dieses nicht nur simple und elegante, sondern auch mächtige Tool zu empfehlen.
Auf den ersten Blick tut Day One auch nicht viel als früher vielleicht mal MacJournal, wer das das noch kennt, aber mittels Dropbox, Ifttt, Hazel und einem kleinen Script namens Gifftdy wird daraus ein Lifestream, der automatisch alles loggt was man so täglich tut, seien es Tweets, Facebook Posts, Instagram Bilder oder auch das was man liked und bei mir sogar abgekhakte To Do Items aus Todoist in den täglichen Post aufzunehmen. Die Möglichkeiten sind endlos, ich könnte auch jeden Track den ich via iTunes höre oder Artikel die ich in Pocket gelesen habe tracken. Muß jeder selbst wissen was ihm zuviel wird. Jedenfalls lässt sich so ein schönes Tagebuch erstellen, ohne das man viel dafür tun müßte, zumindest was das Onlineleben angeht. Bis ich diese Möglichkeit entdeckt hatte nutzte ich Momento dafür, aber das hat keine Mac App und lediglich auf dem iPhone und dazu noch ohne Markup Formatierung, leider etwas öde und zwei Apps für einen Zweck, nämlich schreiben und loggen, ist dann auch etwas umständlich und blöd.
Die Zutaten für die Automatisierung klingen erstmal kompliziert, aber im Grunde braucht es nur einen Dropbox Account, hier passiert die ganze Magie, einen Ifttt Account um die Kanäle fließen zu lassen, Hazel um das Apple Script Voodoo von GiftttDy auszuführen und sich nicht selber drum kümmern zu müssen und fertig. Den ganzen Setup und Installations Zauber kann man hier nachlesen, das schöne daran: es funktioniert sofort. Vorausgesetzt man hat die entsprechenden Ifttt Känale abonniert, hier mal ein paar von meinen zur Auswahl:

Foursquare nach Day One
IFTTT Recipe: GiftttDy 2 - Single - Foursquare Checkin w/Map (Download) to Day One #giftttdy #giftttdy-single connects foursquare to dropbox

Tweets nach Day One
IFTTT Recipe: GiftttDy 2.0 - Tweets to Day One #giftttdy #giftttdy-single connects twitter to dropbox

Instagram Fotos nach Day One
IFTTT Recipe: GiftttDy 2.0 - Instagram photos to Day One #giftttdy connects instagram to dropbox

Pocket nach Day One
IFTTT Recipe: GiftttDy 2.0 - Digest Mode - Pocketed Articles to Day One. #giftttdy #giftttdy-digest connects pocket to dropbox

Und schon füllt sich das Tagebuch von allein.
Day One gibt es gerade im Appstore für 6,99 für den Mac und 99 Cent für die iOS Version, die nun auch ein Today Widget für das Notification Center hat (sollen aber gerüchteweise über die Feiertage billiger sein).
Beide Apps syncen wahlweise via iCloud oder Dropbox.

Pioneers XDJ-1000, der CD-lose CDJ in der Praxis

XDJ1000

Allein schon interessant um mal zu sehen wie die Praxis mit den großen Touchpads aussieht. Sieht jetzt auf den ersten Blick für mich nicht zu klein geraten aus, hätte trotzdem nichts gegen größer

(Via KFMW)

Track of the day: Zinc – Vampires


Ich freue mich ja immer noch auf jedes neue Release von olle DJ Zinc, das ist schon so seit Super Sharp Shooter und 138 Trak. Nicht jeder Track sagt mir zu, aber eins bis zwei finden sich meistens auf dem Release. So auch auf seinem neuesten “Structures 2″, wo mir nur Backup und eben Vampire taugen. Vampire hat’s dafür aber auch richtig in sich, letztens las ich das Prodigy nächstes Jahr ein neues Album rausbringen, nun hiermit hat Zinc die Messlatte im Vorfeld schonmal ziemlich hoch gehängt, würde ich sagen.
Weiß auch nicht was das ist, das in letzter Zeit breaksbasierte Tracks wieder so einen Lauf haben

Beatport wird Streamingdienst


Klingt jetzt erstmal dramatischer als es ist, denn der Downloadstore für Wavs und Mp3s bleibt erhalten, inwieweit man da von vorerst sprechen muß wird sich noch zeigen.
Dadurch lassen sich dann alle Songs in ganzer Länge anhören, wenn auch mit den obligatorischen Werbeunterbrechungen. Inwieweit sich das auf Apps wie Beatport Pro auf dem Mac oder die Charts niederschlägt kann wohl auch noch keiner sagen. Mich würde vor allem interessieren was Labels dazu sagen, ob dies im Vorfeld kommuniziert wurde und wie die Vergütungen aussehen?

Die Oral History des Münchner Ultraschall jetzt auch in Deutsch

Ultraschall virtuell

Wir hatten das ja hier schonmal in Englisch, Das Filter bringt es nun in Deutsch

Und auch hier nochmal das Fundstück, das in ein noch zu gründendes Netzmuseum gehört: die virtuelle Besichtigung des Clubs von Christian Seiler und Patrick Gruban, die bereits seit 1995 im Netz ist und von dem auch das Bild oben ist