Alle Sets 2015 im praktischen Player

Quasi als kleiner Nachtrag zum 2015er Review: Ich habe mal, wie letztes Jahr auch, alle Sets auf Soundcloud in einen Player gepackt. 23 Mixe mit mindestens doppelt soviel Stunden Musik, heißt einmal Playtaste drücken und mindestens 2 Tage läuft das Ding durch. Viel Spaß damit

Damit ist jetzt 2015 aber auch endgültig durch

Mein 2015 Review

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Irgendwie läuft mein Leben antizyklisch, umso beschissener es auf der Welt aussieht, desto besser läuft’s bei mir, so auch dieses Jahr. Ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll, während Griechen darben, Pegida Ziegen so laut blöken, das sie im Rausch der Lautheit dem Größenewahn verfallen das Volk zu sein und alles anzünden wollen was ihnen nicht in den Kram paßt, eine IS den arabischen Mad Max in Real Life probt, lief es bei mir eigentlich recht super.
IMG_8320Ich hatte einen der entspanntesten und superbsten Sommer meines Lebens und hechtete nur wahlweise von Garten 1 oder Garten 2 zu den Gigs, die nicht minder fantastisch waren. Es gab wirklich nicht einen Gig, wo ich mir danach gesagt hätte, hätte man sich auch sparen können, trotzdem stach wohl der auf der Fusion am weitesten heraus. Nicht nur weil ich direkt vom sonnigen Urlaub an der polnischen Ostsee quasi direkt auf’s Gelände purzelte, sondern eben auch weil das auf der Turmbühne so mit dem Techno lief, wie ich es gar nicht erwartet hätte, ich hatte ja extra noch ein etwas braveres Set vorbereitet, das es aber gar nicht brauchte. IMG_8465

Aber auch der Rest der Feste, und da gab es ja dieses Jahr erfreulich viele, sei es Indoor oder Outdoor, seien es meine Residencies im Suicide, Tresor oder Kitkat, oder die vielen Auswärtsgigs die es für mich 2015 gab, oder solche One Offs wie dieser Kopfhörerrave am Spreeufer, oder auch so Gigs in kleinem Rahmen, wo man vielleicht nur 50-150 Leute glücklich macht, die aber so richtig, oder letztens erst meine Boilerroom Premiere. Kurz ich hatte diesbezüglich dieses Jahr wirklich keinen Grund zur Klage.ezgif

Techno macht auch wirklich wieder Spaß, die Perlen sind zwar selten, wie immer, aber dafür, wie soll ich sagen, breitbandiger akzeptiert, die Spanne dessen was ich in meinen Sets verbraten konnte reichte ja wirklich von Retro über Dancemania inspiriertem über chordiges bis zu dem was nicht wirklich in Genres zu packen ist und gern mit Future House oder Wobble House umschrieben wird. IMG_8691Von daher war es auch leicht verschmerzbar, das der Desastronaut dieses Jahr wieder mal ein bisschen unterging. Immerhin, es gab einige Situationen, in denen ich ihn hervorholen konnte und das mache ich nach wie vor gerne.

Outstanding Artists für mich dieses Jahr:
Kink: den ich für seine Livesets sehr liebe. Für den müßte eigens ein eienes Format gefunden werden, denn das was er released kommt nicht im mindesten an das ran was er live abfeuert.

Slam: was haben diese Veteranen geliefert dieses Jahr, seien es eigene Tracks oder Remixe, was auch immer es war, es war eine Bombe.

Dax J: Der Mann kann nicht nur hart, sondern hat die Technogeschichte auch mit Löffeln gefressen, wie er immer wieder unter Beweis stellt, einer der wenigen von dem ich jeden Release auch ungehört kaufen würde.

Special Request: Paul Woolford unter seinem Alias Special Request hat mit seinem Minialbum Modern Warfare für mich vielleicht das Album des Jahres hingelegt, mich aber auch mit fast jeden Remix erfreut. Diese Oldschool mit neuesten Mitteln dürfte gerne Schule machen.

Chambray: Die meisten Tracks, die ich in meinen Sets von ihm spielte, stammen zwar schon aus 2014, aber zusammen mit seinem Oevre aus 2015 waren das wohl die Tracks auf die sich alle einigen konnten, überall. Die Mischung aus Dance Mania, Rave und Piano auf Steroiden drückte für mich die neuerliche Akzeptanz der mittlerweile auch schon fast 30 Jahre umfassenden Geschichte unserer elektronischen Musik vielleicht am besten aus.

Luca Lozano, DJ Fett Burger, DJ Haus: diese drei schreiben die Geschichte des Frühtechno mit einer Bravour weiter, die mir mir sehr viel Spaß macht. Reminiszenzen und Zitate findet man heute ja zuhauf, aber hier klingt auch die Unbekümmertheit und einfach drauf los Mentalität wieder zurück in die Tracks.

Dieses Blog litt derweil etwas unter der Wucht des musikalischen Ansturms, ich hätte gerne mehr geschrieben und gepostet, allein es fehlte an der Zeit und der Muße, manchmal auch an der Lust, wenn man sich seinen RSS Feed anschaut und sich denkt, jetzt ist dazu schon alles gesagt, aber halt noch nicht von jedem. Politisch werden ist in diesen Zeiten mit einem gehörigen Rattenschwanz verbunden, bei dem ich schon die Traute hätte mich dem zu stellen, andererseits aber auch denke, diesen Deppen, die dann unweigerlich auf der Matte stehen, auch noch teure Lebenszeit in Moderation und Löschen zu investieren, während ich die Zeit besser in die Aufzucht des Sohnes und angenehmer mit der Familie verbringen könnte? Ihr ahnt in welche Richtung da das Pendel schwenkt, auch wenn ich oft ein schlechtes Gewissen dabei habe. Ich lasse das daher meist bei Twitter oder Facebook bewenden, wo die Freundeslisten mittlerweile so gut sortiert sind, das zwar ab und an immer noch unerfreuliche Überraschungen passieren, aber sie verschwinden eben auch schnell in den Orkus der Massenposterei, was ja auch eigentlich ganz richtig ist für die schnelle Wisch und Weg Tagesmeldung.
Ich fühle mich diesbezüglich ziemlich gesegnet, das die Diskussionen auf Facebook bei mir einigermaßen zivilisiert ablaufen, so das jeder sein Gesicht wahrt und auch bei Meinungsexzessen eigentlich keiner so über die Stränge schlägt wie ich das andernorts des öfteren kopfschüttelnd beobachten kann. Wobei man sich ja schon fragt was da eigentlich passiert ist, wenn Leute die durch Techno sozialisiert wurden plötzlich „Ich bin ja kein, aber…“ Menschen werden. Obwohl, geahnt hat man es bei so manchem ja schon, simple Gemüter hatten schon immer den Hang zu simplen Lösungen, egal woher die kommen.
Was mich allerdings ebenso befremdet ist oftmals die andere Seite, deren ganzer Lebens Postingzweck darin zu bestehen scheint, sich durch diese Scheiße zu wühlen und anzuprangern, richtig zu stellen und sich plakativ auf die richtige Seite zu stellen und in Wünschen und Verdammungen aber oftmals auch ganz nah an der Seite sind die man so verachtet . Ich möchte das gerne mit einem Tweet von Sibylle Berg kommentieren:


That beeing said, so wichtig mir die eingangs erwähnten Dinge sind, nichts geht mir über meine Familie und meine Vaterrolle. Daher ein paar private Kennzahlen:
11 Jahre Beziehung
7 Jahre verheiratet
5 Jahre Vater
4 Jahre rauchfrei
3 Jahre fast auf dem Land wohnen
11606 Schritte pro Tag im Jahresdurchschnitt

An Silvester machte ich die letzte Hunderunde spät abends mit Stirnlampe durch unser übliches Gebiet, in zenartiger Ruhe vorbei an Feldern und Wiesen, gesäumt durch Kanäle und Bäche. In der Ferne flogen die Raketen, es krachte und blitzte und es kam mir vor wie die beste Analogie zu unserem Leben hier draußen und zu meinem 2015.
Ich wünsche euch allen ein so tolles 2016 wie es mein 2015 war und hoffe man sieht sich.

Kommt gut rüber und bis bald im neuen Jahr. Für beides hab ich was


Ich verabschiede mich für dieses Jahr, war schön mit euch, kann ruhig so weitergehen. Und wer mit mit das neue Jahr begrüßen will, der kann das gerne im Suicide zum New Years Eve. Das Programm verspricht einiges:

DJ Tanith
Wolle XDP
BENI alias SDX
DJ MORI
KOLJAH
Axiom

Tent Floor:
ERICH LESOVSKY
Benno Blome
JACOB RICHTER
DJ ARZT
MITCH

Meine Zeit ist von 2-4, also genau richtig. Wird das ein Spaß mitten durch’s Feuerwerk durch Berlin zu fahren :D

Wer dann am Samstag soweit wieder hergestellt ist, dem lege ich folgendes ans Herz:

Lost in Time ist in erster Linie eine richtige Jungle und UK Hardcore Party mit
Nicky Blackmarket
Bleed
CGB-1
UTA
DJ Geil
und MC Fatman D

Wolle und ich beschallen den Nebenfloor mit Acid und verwandtem. Ich werde sicher nicht nur auf unserem Floor sein, sondern mir auf jeden Fall auch den Hauptfloor geben und dort abfeiern.

Dazu noch zwei Mixe aus den Comments der Veranstaltung gefischt, die hier gerade rauf und runter laufen

Liquid Wax Recordings Tribute Mix by Dave Junglist on Mixcloud

Jetzt online zum Nachgucken: Tanith Boiler Room Berlin DJ Set

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Was gibt’s besseres als das diesjährige Blogjahr mit diesem Boilerroom Mitschnitt vom 2.12 zu beenden? Es war mit Sicherheit eins der Highlights dieses Jahres für mich, zu den anderen kommen wir dann im traditonellen Jahresreview.
Bis dahin viel Spaß hiermit:

Gibt’s beim Boilerroom direkt auch als Audio Download

Doku: Berlin 90 – Der Sound der Wende

Berlin90

Noch ein Versuch den Geist der Nachwende 90er in Berlin einzufangen und zu vermitteln, mit vielen Protagonisten die man schon aus anderen Dokus kennt, wie Johnny Stieler, Ben DeBiel, Danielle De Piccotto, Motte, Wolle aber auch anderen die noch nicht zu Wort kamen.
Läuft heute auf ZDF Info und ist noch eine Woche in der Mediathek zu finden, ist aber auch schon auf Youtube gelandet:

Neuer Mix: 4 Stunden Tanith @ Dangerous Drums, Tresor 19.12.2015

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Das letzte Set für 2015 und was für ein Ritt! Nicht nur das ich den erstmalig mit meiner neuen S5 bestritt, direkt auf die PA ohne Mixer dazwischen, was für noch ein bisschen mehr Wumms sorgte, auch das ich wieder das Ende bestreiten durfte und wie und wann das endet weiß man im Tresor ja nie. Kurz es wurden 4 Stunden, von 7:00 bis 11:00, am Ende wurde es noch etwas weihnachtlich, aber hört selbst ;)

Soundcloud

Mixcloud

Tanith @ Dangerous Drums Tresor 2015-12-19 by Tanith on Mixcloud

und natürlich auf auf hearthis

(Coverpic von Zuzanna Czebatul)

Ableton Link

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Wegen solcher Sachen bin ich nach wie vor froh ein iPad und iOS zu haben. Ableton Link ermöglicht es iOS Geräten im Takt mit Ableton auf dem Rechner zu bleiben, indem es über W-Lan synct, alle iOS Geräte quasi als Außenborder von Ableton, nice! Wer die Auswahl an wirklich guten Audio Apps für iOS kennt wird das wirklich zu schätzen wissen. Dabei braucht’s nichtmal Ableton, Link funktioniert auch unter iOS Geräten und es gibt schon eine Menge die das unterstützen. Am Ende des Links findet man eine Liste derer die es schon integriert haben. 2 meiner Favoriten, Korg Gadget und Electribe sind dabei, Samplr leider noch nicht.
Wenn dann irgendwann noch die Audiokabel so einer Überttragung zum Opfer fielen, ich hätte nichts dagegen

Neuer Mix: Querfeldein. Mein diesjähriges Kalendertürchen für’s Kraftfuttermischwerk


Wie fast jedes Jahr habe ich auch diesmal wieder einen Mix für Ronny’s Adventskalender beigesteuert und zwar mit Vergnügen. Dieses Jahr sind das Perlen aus allen möglichen Ecken und Nischen die Techno so zu bieten hat, bei denen es mir eine Freude war die mal auf eine Mixschnur zu knüpfen und zu sehen was für eine Geschichte dabei herauskommt. Von Dub über Techno über Jungle und ja, auch House, geht’s von den Beats und Geschwindigkeiten. Ich hoffe ihr habt soviel Spaß daran wie ich :D

Die Trackliste liest sich so:

House of Black Lanterns – The Smack (Mosca’s Dread At The Controls Version)
Asusu – Serra
Scope – Bad Bwoy
Quell – Lady Hardcore
Quell – Military Press
Noface – Polar
Noface – Saturate
Copy Paste Soul – The Push (Copy Paste Soul’s Rude VIP Mix)
Chrissy Murderbot – Alright (Calculon & Austin Speed Remix)
Mak & Pasteman – Oh Baby (Mella Dee Remix)
Jungle – Busy Earnin‘ (Special Request VIP)
Special Request – Reset It
Special Request – Take Me
Bodhi – 88 (Shadow Child X S.P.Y Remix)
Dax J – Utopia
Stranger – Picklehead
DJ Haus – Bleep Phreak
Hardrive – Deep Inside (Low Steppa Remix)
Steve Lawler – Generation Acid (Argy Remix)
Ejeca – TB5AM
Dusky – Yoohoo (Benton Remix)
Logos & Mumdance – Proto

El pistolero- Music by Housemeister- P-Berg 1993- Directed by Hannes Stoehr

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Mehr Prenzlberg 1993 geht eigentlich kaum wie in diesem kleinen Kurzfilm von Hannes Stoehr, der dann paar Jahre später auch “Berlin Calling” drehte. Spiegelt sehr schön in Schwarzweiß die damalige Stimmung wieder und ich erkenne wirklich jede Ecke wieder. Das gezeigte Polizeipräsidium wurde übrigens vor ein paar Jahren zu Eigentumswohnungen umgewandelt, was sonst?

(Via Housemeister)

Neue Musiksoftware: Odesi und Auxy

Ah, Winterzeit, die Zeit in der man sich mit bestem Gewissen in die Bude verziehen kann um sich so richtig ins Frickeln zu verlieren. Genau dazu gibt es gerade wieder zwei Neuzugänge, die es einem auch noch die Ergebnisse einfacher denn je machen.
Zum einen wäre da Odesi, von den Machern von Mixed in Key, die hier ihre ganze Chord und Key Expertise in ein Programm einfließen lassen, das es auch Musiktheorie Analphabeten wie mir sehr einfach macht Chord Progressions und stimmige Melodien einzuspielen, wie man an diesem Beispiel erklärt bekommt:

Die drei Ebenen von Melodie, Bassline und Drums lassen sich dann als Midifile exportieren und in der DAW der Wahl mit den Instrumenten der Wahl spielen.

Ähnlich, aber nicht ganz so komplex mit den Akkorden tut das Auxy auf dem iPhone. Die iPad Version gibt’s schon länger, aber zum Musikdaddeln unterwegs hat man ja zumindest sein Phone immer dabei.
Die Soundauswahl ist noch recht beschränkt, aber zumindest bei Bässen und Drums schonmal recht fett, als Audionotizblock für Beats reicht es allemal. Die Touchherangehensweise ist dabei nicht ganz unbekannt, aber hier sehr praktikabel umgesetzt. Man hat 4 Spuren und kann für jede ein Drumset oder Sound einsetzen, die mitgelieferten Effekte sind nicht von schlechten Eltern und man hat im Nu kleine Ideen beisammen, die sich dann als Midifile auf den Rechner laden lassen:

oder in ausführlicher hier: