Interview: Raveline ’99

Taniths musikalische Entwicklung reicht weiter zurück, als manch Raverleins gesamtes Leben. Die Ursuppe, wie Tanith sich ausdrückt, war Radiohören nach der Schule. Als Tanith dann zu Zeiten von Acid House und den Techno-Anfängen aktiv und maßgeblich an der musikalischen Entwicklung der Szene beteiligt war, hatte er sozusagen schon seine Abschlüsse in Punk, EBM und Industrial in der Tasche logisch, dass sein augenblickliches Steckenpferd Breakbeat von diesen weitreichenden Erfahrungen in Sachen “populäre Musikentwicklung der letzten fünfzehn Jahre” nicht unbeeinßusst bleiben kann. Das Ergebnis in Form seiner aktuellen Single “T.A.N.I.T H.” ist nicht zu überhören.
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Interview: T-Mag vs. Tanith ’97

>T-Mag: Fangen wir mal mit Deiner Vergangenheit an. Du hattest frueher mit Juergen Laarmann ein Label namens Bash Records, auf dem Du auch selbst produziert hast. Warum gibt es das Label nicht mehr? Was war damals Dein Job bei diesem Label?

>Tanith:
Das war damals mehr als Spass gedacht, es gab zu diesem Zeitpunkt(91),ausser Low Spirit und das laeuft ausser Konkurrenz, keine berliner Labels und wir wollten den Sound of Berlin in die Welt hinaus “bashen”. JL hatte dann mit der Zeit mehr und mehr mit Frontppage zu tun und ich hatte nicht gerade Lust auf den ganzen Papierscheiss der bei so einem Label halt anf‰llt. Also schlief die ganze Sache irgendwann ein. Die Jobs bei Bash waren so verteilt wie jetzt bei Timing Rec. ich mache A&R, producte und kümmerte mich um die künstlerischen Sachen wie Covergestaltung und Gesamterscheinungsbild.

>T-Mag: Nach Bash kennt man Tanith ausschliesslich als DJ und weniger als Producer. Warum hat man so lange nicht eigenes von Dir gehoert?
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Interview: Frontpage ’95

Wie man an deiner DJ Geschichte sehen kann, gab es einige Breaks, wo du deinen Musikstil geändert hast. Oft waren deine Fans davon vor den Kopf gestoßen. Wie ist es dazu gekommen ?

Tanith: Nach einer Weile ists genug: man versucht, etwas zur Vollendung zu bringen, aber man merkt dann, daß der Musikstil nichts mehr bringt. Das war so mit den Breakcore, mit Hardcore und auch mit den Progressive-Sachen. Diese Stile haben ihre Zeit und irgendwann werden die Produktionen klischeehaft, es kommen keine neuen Elemente hinzu, also könnte man im Grunde auch die alten Platten spielen. Dann suche ich lieber nach neuen Sachen, die daran anschließen. Manches ist gar nicht so weit weg. Das meiste an Musikstilen ist eine Mediengeschichte, denn die meisten haben viel gemeinsam. Sei es die Rhythmik oder die Atmosphäre, es ist lediglich ein anderes Deckmäntelchen drüber. Wie bei Happy-Hardcore damals. Bis zu den Sachen wie Force Mass Motion sind die Leute noch dabei, wenn danach dann Breakbeats kommen, ist der Schritt für die Leute groß, obwohl beides im Grunde zusammenhängt. Das ist eigentlich kein Sprung, sondern eine Weiterentwicklung, die evolutionär von statten geht.

Analog dazu läuft bei dir eine Entwicklung von den eher Industrial-geprägten Wurzeln hin zu Tanith, der mittlerweile auch schwarze Housemusik spielt.

Dabei sehe ich keine Trennung. Wenn ich mir frühe Lil-Louis-Stücke wie Videoclash anhöre, das ist für mich auch Industrial, wie es Ministry mit einem anderen Instrumentarium gemacht haben. Schwarz und Industrial passen schon zusammen. Auch sonntags im Tresor hört man jetzt Sachen, die in anderen Läden vielleicht zu hart wären.
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Interview: No Pills Neccessary (Frontpage ’92)

Zu Tanith muß in dieser Publikation kaum noch etwas gesagt werden, oder etwa doch? Die Dinge ändern sich und spätestens nach dem auch das letzte Medium Tanith als den “härtesten DJ blah blah” vorgestellt hatte, hatte dieser seinen Stil variiert und entsprach gar nicht mehr dem gar zu eingängigen Image des Brettkönigs. Breakbeats, dann und wann gar Pianos, wer hätte das gedacht.

FP: Hat sich Dein Stil geändert oder verstehen die Leute was falsch?

TT: Dadurch das der Stil sich geändert hat, verstehen es manche Leute eben falsch.. Mein Anliegen war es nie gewesen, die Leute bis zum Anschlag zuzubrettern. Zugegeben, 1991 war ein Ausnahmezustand. Ich hab nie viel von Trantütenmusik gehalten. Aber Härte ist nichts eindimensionales. Wenn ich heute softere Passagen in meinem Set habe, dann immer auch aus dem Grund weiL diese in der Kombination mit Hardcore neu sind. Die härteren ELemente vergewaltigen die soften, es gibt immer Ecken und Kanten. Es ist eben Härte mit anderen Mitteln
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Interview: Spex Roundtable ’91

Ich habe auch die alten Interviews von der Urversion von tanith.org wiedergefunden, ich gehe mal chronologisch vor und präsentiere als erstes ein besonderes Schmankerl, ein Roundtableinterview mit der Spex von anno 91. Lustig im Nachhinein wie sich einige Positionen nach wie vor halten und sich andere wiederum geändert haben. Wolle und ich streiten uns immer noch leidenschaftlich gerne so.

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Freie Abfahrt Für Freie Bürger
Die besten Wochenenden Deutschlands oder einfach nur garstiger Größenwahn? Im Vorfeld der ersten definitiven Berliner Tekkno-Compilation baten Ralf Niemczyk und Sebastian Zabel führende Aktivisten zur Expertenrunde.

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