Vormerken: 27.7, 23:00, Arte: Party auf dem Todesstreifen

Wendeklang
Ich freu mich schon sehr auf den Termin, denn auch da werde ich zum ersten Mal sehen was aus dem Nachklapp zum Buch “Der Klang der Familie” in Bild und Ton geworden ist. Das gleiche Team aus Sven van Thülen und Felix Denk, erweitert um Bild- und Tonleute hat viele Zeitzeugen, ja auch mich, und Interviews erneut zusammengetragen um den Soundtrack zur Wende auch mit anderen Sinnen nochmal erfahrbar zu machen.
Der Titel ist ein bisschen blöd, aber das geht auf’s Artekonto, wurde mir zugetragen ;)
Den Trailer gibt’s jetzt schon:

Soundtrack of change from Along Mekong Productions on Vimeo.

20 Jahre Mille Plateux ein interactives Script


Mit Achim Szepansky organisierte ich vor meinem Umzug nach Berlin Konzerte von den Einstürzenen Neubauten, Psychick TV, Laibach, Swans und anderen mehr in der Wiesbadener Wartburg. Nach meinem Umzug verlor sich der Kontakt und irgendwann so 91 liefen wir uns in Frankfurt wieder über den Weg, da hatte er bereits Force Inc am Start und natürlich war ich für ihn sowas wie ein hedonistischer Verräter, so als Berliner und mit meinem Musikstil, obwohl ich fast jede Platte von Force Inc spielte, sogar die Breakbeat Sachen von Spacecube, die sonst wohl eher niemand spielte. Only fair,mir waren seine Theoriegebäude ja auch schon immer over the top, was hab ich über die Texte im Booklet zu den Rauschen Compilations gefacepalmt, trotz dieser Diskrepanz war da immer gegenseitiger Respekt. Auch Mille Plateux war mir als Label meist zu kopflastig und auch hier gilt dem Label trotzdem mein Respekt, denn es nahm mit seinen theorielastigen Releases und den Clicks & Cuts vieles voraus, was später auch praxistauglich wurde.
Mille Plateux wäre dieses Jahr 20 Jahre alt geworden und dazu gibt es diese Story von Sebastian Meissner, die m.E. einige pikante Details des Untergangs ausläßt, aber sei’s drum:

ACHIM SZEPANSKI’S MILLE PLATEAUX – THE ACCELERATION OF A MUSIC LABEL

(via Bleed)

WDR 3 Podcast: The Future is Ours – Als Techno durch die Decke ging

Geschichtsaufarbeitung die ichweißnichtwievielte, trotzdem cool geworden, soweit ich bisher durchgehört habe. Neben den üblichen Verdächtigen wie Motte, Westbam, Laarmann und Dimitri Hegemann sind auch Wolle XDP, Johnny Stieler, Arne Grahm, Elsa for Toys und meinereiner zu hören:

The Future is Ours – Als Techno durch die Decke ging

1989. Die Wende. Im gerade wiedervereinten Berlin herrscht ein neues Lebensgefühl und liefert die perfekten Bedingungen für eine neue Subkultur: In leer stehenden, vergessenen Kellern entstehen Clubs. Mit neuem, urbanem Sound. Und diese Musik schafft das, was die Politik lange Zeit nicht erreicht: sie vereint. Zumindest die unterschiedlichsten Leute auf einer Tanzfläche, mit einer Musik, mit einer Art, zu feiern. Diejenigen, die damals die Tanzfläche beschallt haben, sie gebaut haben oder auf ihr standen, erzählen, wie in den Trümmern der Berliner Mauer die Subkultur Techno groß wurde. Und dass die Raver schon bei der zweiten Loveparade 1990 wussten: „The Future Is Ours“!

MP3: Download

(Via Nerdcore)
(Bild via Zeitmaschine)

2Step & Garage Doku

dazedgarage
Die älteren unter uns werden sich erinnern können, so um die Jahrtausendwende gab es da eine Musikart aus UK, die hierzulande nur sehr stiefmütterlich angenommen wurde, obwohl ihr Funk vielleicht die letzte Innovation war, den die 90er hervorbrachten. Das mag wohl auch am Champagner und Gucci Image gelegen haben, das 2 Step und UK Garage begleitete, aber abgesehen von dem Poshfaktor war das genauso Original Pirate Station Material wie UK Hardcore, Jungle und später Dubstep, der 2Step BTW viel zu verdanken hat.
Für mich ist vieles was da damals nur per Import auf namenlosen Whitelabels zu kriegen war nach wie vor ziemlich zeitlose Musik und das 2Step Fach meiner Plattensammlung war auch das einzige welches ich komplett digitalisiert hatte.
Nun gibt es eine neue Dokureihe auf Channel 4 in Zusammenarbeit mit Dazed, welche in halbstündigen Features typisch britische Jugendkulturen beleuchtet und den Anfang macht eben 2Step Garage.

Weiter Folgen werden dann noch Baleraric, Jungle und Hardcore Punk beleuchten

Aufbau bis Abriss des Exit/Ahornblatt

PanzerExit
Über das Exit im Ahornblatt, hatte ich ja hier schon geschrieben, letzte Nacht wurde mir dann von Felix FX ein Video zugespielt das im Zeitraffer die Zeit vom Bau des Gebäudes bis zum Abriss zeigt, leider ohne unsere Afterhourzeit darin, und das ich gleich mal auf Youtube hochladen mußte. Keiner von uns hat eine Ahnung woher das Video stammt, es fand sich zufällig auf einer Festplatte.
Nach wie vor eine Schande das dieses Bauwerk mit seiner fantastischen Akustik, ich möchte behaupten es gab und gibt keinen Club mit einer besseren, trotz Denkmalschutz (der offensichtlich nur dafür vergeben wurde das wir damals keine Schalldämmung einbauen konnten) einfach so abgerissen wurde, was da heute steht ist mit Sicherheit keine Verschönerung des Stadtbilds.

Derrick May über Frankie Knuckles

Ich halte mich bei RIPposts ja gerne raus und mache das nur wenn die Betroffenen mir persönlich bekannt waren oder sonstwie in meinem Leben Bedeutung hatten. Für gewöhnlich werden die Toten dann in einen Himmel gehoben in dem sie dann eh schon verweilen sollten, so auch das Medienecho zu Frankie Knuckles, der fürwahr ein Pionier, Meister seines Fachs und offenbar auch ne knorke Type war, aber ich kannte ihn eben nicht und seine Musik war für mich zwar in Teilen schön und gut, aber nicht wegweisend für das was ich in ihr suche. Von daher hielt ich mich zurück, möchte aber dieses Statement von Derrick May nicht vorenthalten:

Grandmaster Flash darüber wie das mit dem modernen DJing alles anfing


Vom heutigen Standpunkt aus gesehen erscheint es einem ja fast steinzeitlich wie das mit dem modernen DJing alles mal anfing, so in den späten 70ern. Mischpulte, Crossfader, oder gar direkt angetriebene Plattenspieler waren futuristisches Zeug. Hier erzählt Grandmaster Flash wie er das damalige Djing auf den Kopf stellte indem er z.B. das Vinyl direkt anfaßte, damals eine Respektlosigkeit gegenüber dem Medium, und auch die bis dahin unbekannte Marke Technics dürfte dem Frickler Flash einiges zu verdanken haben